Ausgabe 
18.9.1937
 
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Verschönerungsaktion

Gegenwärtig ist in der Liebigstraße zwischen Bahnhofstraße und Frankfurter Straße eine groß­zügige Verschönerungs-Aktion in der Durchführung begriffen. Der breite Gehsteig vor der Polizeiwache, vor dem Liebig-Bau und vor dem Liebigmuseum soll eine Bereinigung und einheitliche Gestaltung er­fahren. Dor allem werden die kleinen Dorgärtchen beseitigt, die an der Polizeiwache und vor dem Lie­bigmuseum den Gehsteig schmälerten, ohne dabei schön zu wirken. Damit fallen auch die Eisengitter fort. Das Liebigmuseum mit seiner edlen Front wird durch diese Beseitigung der Vorgärten erheb­lich an Wirkung gewinnen und dadurch auch man­chem auswärtigen Besucher mehr auffallen, als es bisher der Fall gewesen sein mag. Auch ein Teil der Mauer, die den Hof des großen Liebigbaues (ehemalige Alte Klinik) von der Straße trennt, wird fallen. Zur Ausgleichung der Höhenunter­schiede zwischen Hof und Gehsteig soll eine mehr­stufige Terrasse angelegt werden, die erheblich zur Verschönerung des Gesamt-Straßenbildes beitragen wird. Auch vor das Liebig-Museum werden, eben-

Die Reichsaulobahn im Bauabschnitt Vad-Aauheim über Butzbach.

inderfiebigsiraße.

brannten Kartoffelkrautes kitzelt in der Nase ... Steigen da nicht Kindertage in unserm Gedächtnis auf, die uns daran erinnern, daß wir einst auch dabei waren, als die Feuerchen brannten? H.

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag.

NS.-Lehrerbund Gießen, Mädchenerziehung, Haus­wirtschaft und Handarbeit: 15 Uhr, Mädchenberufs­schule, Arbeitstagung. Gloria-Palast, Seltersweg: Revolutionshochzeit". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Heiratsinstitut Ida & Co." Herbstmarkt (Messe). Erstes Gießener Karpfenfest: 17 Uhr Anfang, 20 Uhr Konzert und Tanz.

Tageskalender für Sonntag.

Nationales MotorradrennenRund um Schotten": 10 Uhr Beginn. Stadttheater: 19.30 Uhr Werbe- Veranstaltung des HJ.-Theater-Ringes. Gloria- Palast, Seltersweg:Reoolutionshochzeit". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Heiratsinstitut Ida 8- Co." Herbstmarkt (Messe). Erstes Gießener Karpfen- sest: 8 Uhr großer Karpfenfang, ab 16 Uhr Konzert, Kinderfestzug, Tanz, Feuerwerk. Evangelische Stadtmission: 15 Uhr Herbstdankfest.

BOM-uni>IM.-llntergau116,Gießen.

Am Sonntag, 19. September, findet im Stadt­theater eine Werbeveranstaltung desHJ.-Theater- rinas" statt. Es treten hierzu an: die gesamte Führerinnenschaft von Gießen und die Gruppen­führerinnen und die Mädels, die sich bereits zum HZ.-Theaterring gemeldet haben, von den umlie­genden Standorten. Die Vorstellung ist kostenlos. Beginn um 19.30 Uhr. Karten werden durch die Gruppenführerin und die Organisationsstelle des Untergaues ausgegeben.

Dienstbefehll

Befr.: Slandorlappett in Lich.

Am Sonntag, 19. September, um 9 Uhr morgens, tritt der gesamte Standort Lich am BDM.-Heim zur Besichtigung durch die Untergauführerin an. Außer­dem ist das Erscheinen der Führerinnen der zur M.-Gr. 12/116 gehörigen Standorte Pflicht.

Vetr.: Schwimmwarllehrgang am 18./19. September.

Der Lehrgang für BDM.° und JM.-Schwirnrn- wartinnen beginnt am Samstag, 18. September, mit Filmvorführungen im Kunstwissenschaftlichen Institut. Anschließend ist von 20 bis 22 Uhr Schwim­men im Volksbaü. Am Sonntag, 19. September, ist Fortsetzung um 8.30 Uhr in der Turnhalle des Tv. 1846 am Oswaldsgarten, anschließend wieder von 10 bis 12 Uhr Schwimmen im Volksbad.

Bdr.: Freiwillige Sportdienstgruppe der IM. Eis-, Rollschuhlauf.

Alle IM., die sich schriftlich zur freiwilligen Sportdienstgruppe Eis-Rollschuhlauf gemeldet haben, oder sich noch melden wollen, treten am Samstag, 18. September, um 18 Uhr, am Eishäuschen, Schla- geteranlage, mit Rollschuhen an.

Straßensperrung zum Karpfenfest.

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mit­geteilt:

Wegen des 1. Gießener Karpfenfestes am Eich­gärtenteich werden vom Samstag, 18. September, ab 16 Uhr, bis Sonntag, 19. September, 24 Uhr, folgende Straßen und Zugangswege für den gesam­ten Durchgangsverkehr gesperrt:

1. Schlageteranlage in ihrer Längsrichtung von dem Haus Rr. 10 bis zu dem Weg nach dem Philo­sophenwald.

2. Wolsstraße, Verbindungswege des Marine- Ehrenmals, Curtmannstraße und Jahnstraße zwi­schen Eichgärtenweg und Schlageteranlage.

Die aufgestellten Sperrschilder sind zu beachten.

Stramme Karpfen bereits sichtbar.

Das Wasser des Eichgärtenteichs ist seit einigen Tagen im Abströmen begriffen, um bis zum mor­gigen Sonntag früh so weit fortgeflossen zu sein, daß der Karpfenfang zum ersten Gießener Karpfen- iest glatt vonstatten gehen kann. An manchen Stellen des Teiches kann man jetzt schon stramme Karpfen in dem Wasser stehen sehen. Der Anblick dieser Fische läßt für das morgige Karpfenfest eine gute Ausbeute erwarten. Der Vorgang des Karpfen­fangs, mit dem Sonntag früh gegen 8 Uhr be­gonnen werden soll, dürfte sehr interessant werden, da wir in unserer Stadt einen ähnlichen Fischfang bisher noch nicht erlebt haben.

Während der Anfang des Karpfenfestes am heuti­gen Samstagnachmittag und -abend Konzert und Tanz bringt, soll am morgigen Sonntagnachmittag, dem Höhepunkt der Veranstaltung, auch Gelegen­heit gegeben sein, die am Vormittag gefangenen Karpfen gesotten oder gebacken verspeisen zu kön­nen. Da dürfte vielleicht mancher Besucher auf das Abendessen im eigenen Heim verzichten können. Allem Anschein nach macht auch der Wettergott zu dieser erstmaligen Veranstaltung in Gießen ein freundliches Gesicht, so daß sowohl der Fremden­verkehrsverein als Veranstalter, wie auch hoffent­lich die Besucher am morgigen Sonntagabend zu­frieden sein dürften.

Verwertung der Kastanienernte im Interesse der Rohstoffwirtschast.

DRB. Von den in Frage kommenden amtlichen Stellen ist beschlossen worden, die diesjährige Ka­stanienernte möglichst weitgehend für die Zwecke der Rohstoffwirtschaft nutzbar zu machen. Zu die­sem Zweck soll, ohne die Sammlung für den eigenen Bedarf im Rahmen der Landwirtschaft zu berühren, eine möglichst umfassende planmäßige Erfassung der Kastanienernte durch die Schulen und durch Einsatz von Zentralsammelstellen erfolgen. Hierüber wer­den die Einzelheiten örtlich bekanntgegeben.

Als Sammellohn wird im Einvernehmen mit dem Reichskommissar für die Preisbildung ein Entgelt von 1,50 RM. je Doppelzentner bei Ablieferung an die Schulen und 2 RM. bei unmittelbarer Abliefe­rung an die Zentralsammelstellen und für den Händlerzuschlag 1 RM. je 100 Kilogramm, der bei Waggonladungen von 10 Tonnen aufwärts auf 1,50 RM. je 100 Kilogramm gesteigert werden darf, als angemessen betrachtet. Das Sammelentgelt wird auch sonstigen Sammlern bei Ablieferung an Schu­len und Zentralsammelstellen gewährt.

Als Verwertung ist neben der Sicherstellung der Aesung für das Hochwild die technische Aufarbeitung nach neuen Verfahren vorgesehen. Die Ueberwa- chung sämtlicher Maßnahmen auf diesem Gebiet liegt beim Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe.

Nacherhebung

zur Bodenbenutzungsaufnahme 1937.

NSG. Wie im Vorjahre, wird im Oktober eine Nacherhebung zur Bodenbenutzungsaufnahme durch­geführt. Bei dieser Nacherhebung sind zu ermitteln: 1. die im Jahre 1937 als Vor-, Zwischen- und Nach-

§ Butzbach, 17. Sept. Wenn man den jetzigen Stand der Arbeiten an der Reichsautobahn im Bau­abschnitt Bad-Nauheim bzw. Nieder-Mörlen bis Gambach über Butzbach hinaus mit dem vor einiger Zeit vergleicht, so ist heute ein Fortschritt von un­geahntem Ausmaße festzustellen. Seit unserem letz­ten Bericht über den Stand der Arbeiten, die damals in der Hauptsache aus Planierungen der Strecke be­standen, sind inzwischen sämtliche Brücken­bauten bis auf eine fertiggestellt. Ungeheure Mengen Sand mußten in tausenden Feldbahnzügen aus den Sandgruben von Gambach, Rockenberg und Nieder-Mörlen herbeigeschafft werden, um die lan­gen und teilweise recht hohen Fahrdämme aufzu­schütten. Dieser Sand ist infolge seiner Beschaffen­heit besonders dazu geeignet.

So wurde an die vor Jahresfrist bereits dem Ver­kehr übergebene Autobahnstrecke von Nieder-Mörlen her die Ueberführung über die Main-Weser-Bahn mit einer großen Eisenbetonbrücke vor wenigen Tagen endgültig fertiggestellt. Gegenwärtig ist man nun daran, die e i n e Fahrbahn zu betonieren, nach­dem vor einigen Tagen die Arbeiten an der Fahr­bahn nach GriedelGckmdach schon so weit vorge­schritten waren, daß der schwarze, ein Meter breite Streifen nun hergestellt wird.

Sämtliche Kanalanschlüsse und Abflußanlagen sind bereits erledigt, ebenso wird jetzt der Rest der An­böschungen getätigt. Mittels Kraftwagen wird die vorhandene Muttererde an überflüssigen Stellen abgeholt. Ein mächtiger Silo ist in dem Bauab­schnitt in der Nähe der Griedeler Straße errichtet worden, der Splitt in jeder Körnung und Flußsand enthält. Täglich rollen ganze Züge mit Zement, Splitt und anderem Material auf einem besonders angelegten Gleisanschluß der Butzbach-Licher Eisen­bahn nach dem Silo und werden mit Kranen ent­laden. Ein viergleisiger Rangier- und Abstellbahnhos ist hier entstanden. Auf Feldbahnen werden sämtliche Materialien einige Kilometer weit bis zur Verarbei­tungsstelle angefahren. Hier müssen sie die große Brücke an der Straße Nieder-WeiselNieder-Mör­len passieren, an der zur Zeit stärkster Betrieb herrscht. Hunderte von Arbeitern sind beschäftigt. Größere Anfahrtsstrecken mußten aufgeschüttet wer-

rucht angebauten Flächen von Gartengewächsen in Freilandkultur: 2. die landwirtschaftlichen Zwischen- rüchte; 3. der Anbau der Futterpflanzen zur Samengewinnung: 4. die Spätsaaten von Flachs. Die Ergebnisse dieser Erhebung sind für die Kennt­nis der Lage der Futter-, Saatgut- und Nahrungs- mitteloersorgung von großer Bedeutung. Es ist da­her dringend notwendig, daß die Betriebsinhaber auf Befragen der ehrenamtlichen Zähler bereit­willig und wahrheitsgemäß Auskunft geben, zu der sie auch gesetzlich verpflichtet sind. Die mit der Durchführung der Erhebung betrauten Personen müssen nach der Deutschen Gemeindeordnung die betriebsweisen Angaben als Amtsgeheimnis wahren.

1000000 Arbeitskameraden des Gaues Hessen-Nassau im Urlaub.

NSG. In der Zeit vom 1. April bis jetzt ent­sandte das AmtReisen, Wandern und Urlaub" der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" unse­res Gaues 90 Urlaubszüge mit etwa je 800 Teil­nehmern. Das sind während der Hauptsaison ein bis zwei Züge jeden Tag. Außerdem wurde eine sehr große Zahl von Kurz- und Betriebsfahrten durchgeführt. Aufnahmegebiete für diese Fahrten waren u. a. Bayern, die See und die Eifel. Dabei wurden auch bisherige Notstandsgebiete, wie Pfron­ten und der Bayrische Wald, dem Fremdenverkehr erschlossen.

Während der gleichen Zeit fand etwa die dop­pelte Zahl von Urlaubern anderer Gaue im Rhein- Mam-Gebiet Aufnahme. Sie kamen an den Rhein nach Bingen, Mainz, in den Taunus, zur Lahn und zur Bergstraße. Erschlossen wurden für die Urlaubsaufnahmen der Westerwald, die Wet­terau und der Vogelsberg. Die Finanzie­rung der Fahrten durch den Einzelnen erfolgte mit Hilfe von Reise-Sparkarten, Reise-Sparmarken und Betriebssparkassen. Es ist dabei interessant festzu­stellen, daß der für eine Fahrt aufzuwendende Be­trag sich von 17 bis 57 Mark belief. Der Haupt­monat innerhalb der Arbeit des AmtesReisen, Wandern, Urlaub" war der Juki, in dem 137 000 Arbeitskameraden befördert wurden.

Don der Deutschen Arbeitsfront wird jetzt ver­stärkt das Ziel angestrebt, auch im Frühjahr, Herbst und Winter den Arbeitskameraden Reise­möglichkeiten zu schaffen, denn diese Jahreszeiten werden zu Unrecht als für Reisen weniger ge­eignet angesehen.

Mit der Gesamtzahl von etwa einer Million durch die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" beförderten Volksgenossen hat das AmtReisen, Wandern, Urlaub" auch in diesem Jahre eine außerordentlich erfolgreiche Arbeit zu verzeichnen. Mit besonderer Freude stellen wir fest, daß gerade in der Aufnahme von Urlaubern aus anderen Gauen in unserer Heimat eine starke Aufwärts­entwicklung zu verzeichnen ist. Hierdurch werden beachtenswerte Geldbeträge in unsere Urlaubsge­biete gebracht, die den arbeitenden Volksgenossen zugute kommen.

falls zur Ausgleichung des Höhenunterschiedes, noch einige Stufen vorgebaut werden, so daß die Säu­len sehr repräsentativ auf einen Stufenunterbau er­scheinen werden.

Voraussichtlich werden auch einige Bäume fal­len. Dafür wird aber ein freierer Blick auf die Gebäude erreicht werden. Im übrigen wird dafür gesorgt werden, daß durch schöne gärtnerische Aus­schmückung durch Grünflächen und Neuanpflan­zungen von Bäumen der Gesamteindruck des Stra­ßenbildes gehoben wird.

Diese Derschönerungsaktion an der Liebigstraße wird sicherlich allgemein begrüßt werden und einen wertvollen Beitrag zur Verkehrswerbung für un­sere Stadt darstellen. Den Gästen der Stadt wird künstighein nicht nur in den Anlagen am Bahn­hof, sondern auch in der Liebigstraße eine schöne Visitenkarte gezeigt werden. Die Planung der Ver­schönerungsarbeiten hatte das städtische Hoch- und Tiefbauamt. Die Ausführung wurde einer hiesigen Baufirma übertragen.

den. Die eiserne Brücke, die eine Spannweite von mehr als 30 Meter besitzt, wurde errichtet und die riesigen Betonpfeiler mit sauber behauenen Quarzit­steinen, aus den Rockenberger Steinbrüchen stam­mend, verkleidet.

Jetzt sind Arbeiter daran, die Isolierung der Brücke vorzunehmen. In großen Maschinen wird der Asphalt verflüssigt und auf die Brücke etwa sechs Zentimeter stark aufgetragen. Sie ist mit einem großen Zelt überdacht. Andere Arbeitergruppen sind daran, das Brückengeländer und andere Ergänzungs­arbeiten zu erledigen. Wieder andere stücken die Auf- und Abfahrt, stellen das Packlager her. Walz­arbeiten werden vorgenommen; dahinter sind die Pflasterer angetreten, um die eine Fahrbahn in kurzer Frist herzustellen, die den Verkehr der Durch­gangsstraße FrankfurtGießen aufnehmen soll.

Vor einigen Tagen wurde die Umgehungsstraße, die nur vorübergehend gebaut war, rechtsseitig be­reits aufgerissen. Der verbleibende Teil soll dem Verkehr nach Frankfurt dienen. Mit Beginn der neuen Woche werden die Betonierungsarbeiten so­weit vorgeschritten sein, daß die Betondecke unter der Brücke begonnen werden kann. Ge­rade diese Arbeitsstelle gleicht gegenwärtig einem großen Heerlager. Hunderte von Arbeitern, eine Menge Bahngleise, Wagen, Autos, Feldbahnzüge, Walzen, Betonmaschinen, Stapel von Holzschwellen, Baumaterial in unübersehbaren Massen usw. usw. bedecken die Baustelle, der größten des Bauabschnitts. Inzwischen sind die größten Betonmaschinen fast bis an die Brücke herangekommen und werden bald immer näher ihrem Endziele bei Griedel kommen. Gärtner sind am anderen Teile der Bahn daran, den Grünstreifen, der beide Fahrbahnen trennt, einzu­ebnen und anzulegen.

An den drei Wegüberführungen in der Gemarkung Nieder-Weisel, die aus drei starken Betonbrücken bestehen, wird zur Zeit ebenfalls kräftig gearbeitet. Die Brücken sind fertig, nur die Auf- und Ab­fahrten müssen noch gestückt, gepflastert und aufge­böscht werden; denn der Zeitpunkt ist nicht mehr weit, an dem der Abschnitt der Autobahn ab Nieder- Mörlen eingeweiht und dem Verkehr übergeben wer­den soll.

Oie Meisterprüfung bestanden.

Im Rahmen der Wiesbadener Herbstwochen Blumen, Kunst und Wein" fand gleichzeitig mit der Herbstblumenschau eine Schau von Meister­arbeiten der Fachgruppe Blumenbinderei des Prü­fungsbezirks 9 Hessen statt. Unzählige Autos und Wagen, vollbeladen mit den Kindern Floras des sonnigen Herbstes, wurden unaufhörlich bis in die späten Nachtstunden dem Wiesbadener Kurhaus zu- geführt, wo sie von den Meisteranwärtern, die sich der Prüfung unterzogen, während den Nachtstunden zu Meisterwerken der Blumenkunst verarbeitet wurden. Alle Räume des Kurhauses prangten in den frühen Morgenstunden in festlichstem Kleide. Um 9.30 Uhr am 17. September erfolgte durch den Kreisobmann der DAF. die feierliche Lossprechung und Verpflichtung der neuen Meister und die lieber« reichunq der Meisterbriefe mit einem Nelkenstrauß. Alle Berufskameraden der Fachgruppe Blumen­bindereien, Ortsgruppe Gießen-Wetzlar, Haden die Prüfung bestanden. Es sind von Gießen die Be­rufskameraden Rudolf Schneider, Valentin Moser, Nelly S i e p e r , Fritz Weber, Emmy P echt old und Gustav Wittmann jun.

Gießener Dochenmorktpreiie

* Gießen, 18. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12/=, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ausländische, Klasse S 12%, Wirsing, % kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 9 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 18 bis 25, gelb 18 bis 25, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 35, Feldsalat Vio 10 bis 11, Tomaten, % kg 12 bis 15, Zwiebeln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 40, Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 20 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 5 bis 25, Pfirsiche 40, Brombeeren 30 bis 33, Zwi­schen 10 bis 12 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppen­

hühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1 Mark, Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Nüsse, % kg 35 bis 40 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 40 Pf., Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oderkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

** Stadttheater-Miete. Die Einlösung des ersten Abschnitts der Stadttheater-Miete hat vom kommenden Montag ab zu erfolgen. Die erste Rate muß vor der ersten Miet-Vorstellung bezahlt sein.

** Schweinemarkt in Gießen. Am näch­sten Mittwoch findet in der Viehversteigerungshalle am Güterbahnhof Schweinemarkt statt.

"Frohe Fahrtder GießenerKörper- behinderten. Man berichtet uns: Der Reichs­bund der Körperbehinderten. Kreisgruppe Gießen, führte anläßlich seiner diesjährigen Werbeaktion für

seine Mitglieder eine Omnibusfahrt nach Altenvers (Kreis Marburg) durch. Dort wurde unter Führung eines Werkmeisters eine Zigarrenfabrik besichtigt, die bei den Mitgliedern großes Interesse hervorrief. Nachmittags fand ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen statt. Für reichhaltige Unterhal­tung sorgte die Bauernspielschar von Altenvers. Kamerad H e l f e n b e i n forderte die Teilnehmer auf, weiterhin tatkräftig für den RBK. zu werben, damit auch der letzte Körperbehinderte im Kreis­gebiet erfaßt wird. Das Rote Kreuz hatte sich für den Tag helfend zur Verfügung gestellt. Am Abend sah man m Gießen nur glückliche und frohe Ge­sichter bei den Teilnehmern. Das Ergebnis dieser herrlichen Fahrt wird noch lange in den Herzen der Körperbehinderten nachklingen.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der I. W. aus Oberstedten (Taunus) stand gestern wegen fortgesetzten Bettelns vor der klei­nen Strafkammer. Der Angeklagte war durch Ur­teil des Amtsgerichts Friedberg zu einer Haft- strafe von sechs Wochen verurteilt wor­den, weil er in Reichelsheim beim Betteln ange­troffen wurde. Gleichzeitig war Unterbringung in ein Arbeitshaus angeordnet. Nur gegen Die letz­tere Entscheidung richtete sich seine Berufung. Der 60jährige Angeklagte, der als landwirtschaftlicher Arbeiter bis jetzt tätig gewesen ist, hat sich während seines ganzen Lebens nie lange an einem Platz aufhalten können, sondern nach kurzer Arbeitszeit immer die Stellen gewechselt. Zwischendurch er­nährte er sich durch Betteln. So wurde er u. a. im Jahre 1936 zweimal und im Jahre 1937 ein­mal wegen Bettelns bestraft. Der Angeklagte war geständig. Da er seit Frühjahr d. I. einen ständi­gen Wohnsitz hat, ihm auch von feinem Arbeit­geber Arbeitswilligkeit bescheinigt wurde und er hoch und heilig beteuerte, nicht mehr zu betteln, sah die Kammer noch einmal von der Unterbrin­gung in das Arbeitshaus ab und ließ es bei der Haftstrafe von sechs Wochen bewenden.

Amtsgericht Gießen.

Der F. V. und der H. H. aus Gießen der erstere bereits einschlägig vorbestraft standen wegen Betruges vor dem hiesigen Amtsgericht. Die Angeklagten hatten in zwei Schreibmaschinenhand­lungen je eine Schreibmaschine auf Kredit gekauft. Die Verkäufer behielten sich in beiden Fällen das Eigentumsrecht bis zur Bezahlung des Kaufpreises

RUHL Seilersweg Nr. 67

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vor. Dies hinderte die Angeklagten jedoch nicht, die zwei Schreibmaschinen in das Pfandhaus zu tra­gen und sodann die Pfandscheine zu veräußern. Die beiden Angeklagten waren geständig. Das Urteil lautete gegen den ersten Angeklagten unter Zu­sammenziehung mit einer vor kurzem durch das Schöffengericht erkannten Gckfängnisstrafe von fünf Monaten auf insgesamt^ sieben Monate zwei Wochen Gefängnis, während der zweite Angeklagte in Anbetracht feiner Jugendlich­keit und bisherigen Unbestraftheit mit fünf Wo­chen Gefängnis davonkam.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

<£ Leihgestern, 17. Sept. Ihren 80. Ge­burtstag kann morgen, Samstag, 18. Septem­ber, Frau Christine Keßler bei guter Gesundheit begehen. Die Hochbetagte, die im Haushalt ihrer verheirateten Tochter lebt, ist seit Weihnachten 1900 verwitwet. Es war ihr bisher vergönnt, noch alle Arbeiten in Haus und Hof auszuführen.

* Holzheim, 17. Sept. Frau Elisabeth Mack von hier erlitt gestern einen Unfall, bei dem sie einen Ijnterschenkelbruch davontrug. Die Frau mußte der Chirurgischen Klinik zugesuhrt werden.

kreis Friedberg.

Butzbach, 17. Sept. Die Bautätigkeit in unserer Stadt hält unvermindert an.Das Bau­handwerk ist gut beschäftigt. Am Bahnhof wer- den gegenwärtig große Mengen geschältes Kie­fernholz verladen, das zum Teil zu Gru­benholz, zum Teil als Zellulose Verwendung findet.

Kreis Schotten.

* Ulfa, 18. Sept. Frau Elisabeth Schmidt, geb. Döpfer, kann am kommenden Montag in Ge­sundheit und Frische ihren 91. Geburtstag be­gehen. Im vorigen Jahre konnte sie noch mit ihrem Manne ihren 65. Hochzeitstag feiern.

Kreis Alsfeld.

A Deckenbach, 17. Sept. Die Einführung der diesjährigen Konfirmanden fand am vorigen Sonntag in der hiesigen Kirche statt. Es wurden neun Konfirmanden, und zwar fünf Knaben und vier Mädchen, in den Konfirmandenunterricht aus­genommen.

Kreis Wetzlar.

* Atzbach, 17. Sept. Der 68 Jahre alte Land­wirt Friedrich Groh von hier trug bei einem Un­fall schwere innere Verletzungen davon, die seine Ueberführung nach der Chirurgischen Kli­nik in Gießen erforderlich machten.

kreis Ufingen.

*Niederbrechen, 17. Sept. Die über 70 Jahre alte Landwirtswitwe Dorothea Pauly erlitt heute nachmittag am Herdfeuer ihrer Wohnung starke Brandverletzungen. Die Kleider der alten Frau hatten Feuer gefangen, das sich über den gan­zen Körper der Frau ausdehnte, bevor Hilfe zur Stelle war. Mit schweren Brandwunden mußte die bedauernswerte Frau nach Gießen in die Klinik gebracht werden.

LaNwagen rast in einen Schuppen.

LPD. Worms, 16. Sept. Mittwoch mittag er­eignete sich am Ende des Bahnberges beim nahen Gundersheim ein schwerer Unfall. Ein mit 60 Zentner beladener Lastwagen fuhr die steile Straße herab. Dabei versagten die Brem­sen, so daß die Geschwindigkeit des Wagens sehr groß wurde. Als der Wagen am Ende Der Straße im rechten Winkel abbiegen mußte, nahm er die Ecke eines Hauses mit und rannte gegen die Wand eines gegenüberliegenden Schuppens. Er durchstieß die Wand und blieb völlig zertrümmert mitten in dem Schuppen stehen. Der Fah­rer war bei dem Anprall an der Hausecke aus dem Wagen geschleudert worden, erlitt aber nur leichte Kopfverletzungen. Ein IHähriger Arbeiter wurde aber bei dem Durchstoßen der Schuppenwand so schwer verletzt, daß er in bedenklichem Zustand ins Wormser Krankenhaus gebracht wurde.