Ein neues Großverkehrsflugzeug.
„Oer große Dessauer- der Junkers-Werke mit 350 km Reisegeschwindigkeit und allen Bequemlichkeiten ausgestattet.
2) e Hau, 17. Sept. (DNB.) Die starke Zunahme des zivilen Luftverkehrs in Deutschland hat seit langem den Wunsch entstehen lassen, Großoer- kehrsslugzeuge in Dienst zu stellen, die eine möglichst hohe Zahl von Fluggästen befördern können Die Junkerswerke in Des- f a u haben jetzt ein neues viermotoriges Großraumflugzeug „Ju 90", das für 40 Fluggäfte Platz bietet, fertiggestellt. Das Flugzeug, bei dessen konstruktivem Aufbau die oieljährigen Erfahrungen in der Herstellung von Ganzmetallflugzeugen verwertet wurden, bietet den Fluggästen größte Sicherheit, Bequemlichkeit und außerdem dem Flugzeughalter größte Wirtschaftlichkeit.
Die Presse hatte Gelegenheit, in Dessau das neue Flugzeug, das den Namen „Der große Dessauer" erhalten hat, kennenzulernen. Die „Ju 90" hat bereits bei den ersten Probeflügen gezeigt, daß sie sowohl in der Leistung als auch in der Sicherheit der „Ju 52" ebenbürtig zur Seite steht. Die „Ju 90" ist wie alle Junkersflugzeuge ein Ganz- metall-Tie fd ecke r. Sie zeichnet sich wie ihre Vorgänger durch sehr starke Bauweise aus. Alle betriebswichtigen Teile sind so durchgebildet und gebaut, daß sie leicht zugänglich sind. Der durchgehende Flügel ist in fünf Teile unterteilt, in das Flügelmittelstück, auf dem der Rumpf organisch aufgebaut ist, die beiden Flügelzwischenstücke, die die beiden inneren Motoren aufnehmen, und die beiden Flügelenden, die die Außenmotoren tragen. Zum erstenmal besitzen die Flügelzwischenstücke und das Flügelmittelstück durchgehende Landeplatten, durch die die Landegeschwindigkeit dieses 71-Tonnen-Flugzeuges unter 100 Kilometer liegt.
Neue Eigenschaften zeigt die „Ju 90" in ihrer -Bequemlichkeit, die wohl für heutige Verhältnisse eine Spitzenleistung bedeutet. Die Kabine ist in ihren Raumverhältnissen größer als ein moderner D-Zugwagen Eine erstmalig zur Anwendung kommende Schalldämpfung läßt eine völlig normale Unterhaltung in den einzelnen Abteilen zu. Auch die Frage der Lüftung der Kabine sowie der direkten Zuführung von Außenfrischluft ist neuartig gelöst Die Flugkabine selbst hat eine Länge von 10,50 und eine Breite von 3 Metern. Rechts und links vom Mittelgang sind 1,25 Meter breite Doppelsitze angebracht. Jeder Sitz ist mit Leselampe und individueller Belüftung ausgestattet Außerdem sind Räume für eine Garderobe, für das Handgepäck der Fluggäste und für eine A n r i cht e, wie sie bei der Mitropa üblich ist, vorhanden.
Zum erstenmal sitzen Funker, Bordmonteur und Flugkapitän gemeinsam ohne Abtrennung in einem F ü h r e r r a u m. Die Instrumentierung des Füh- rerraums weist alle neuzeitlichen Einrichtungen für Blindflug, Nachtlandung usw. auf. Die „Ju 90" ist für den Einbau verschiedener Motoren in der Leistungsgröße zwischen 800 und 1200 PS vorgesehen. Sie erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 410 Kilometer in der Stunde, was als Spitzenleistung neuzeitlicher Großverkehrsflugzeuge der Welt anzusprechen ist. Die Reisegeschwindigkeit wird durchschnittlich bei 350 Kilometer liegen. Das neue Flugzeug wird, bevor es von der Deutschen Lufthansa in den Verkehr eingestellt wird, noch für einige Wochen in Streckenerprobung genommen.
VDM.-Mdel als Gestalterinnen des Heimes.
NSG. In der Aula der Kunstaewerbe- schule Offenbach fand die Eröffnung der Schulungswoche des Obergaues Hessen-Nassau „Die Frau als Gestalterin ihres Hei- m e s" statt. Im festlichen Rahmen musikalischer Darbietungen sprach Professor Dr.-Jng. Eberhardt seine Genugtuung aus, in enger Zusammenarbeit mit dem BDM. den Weg gefunden zu haben, die Arbeit seiner Schule einer breiten Mädchengeneration vermitteln und dadurch auf weite Sicht dem täglichen Leben dienstbar machen zu können. Die Wertarbeit des BDM, die in der letzten Offenbacher Ausstellung Probe eines ernsthaften und klaren Gestaltungswillens abgelegt hat, ist fähig, die hier empfangenen Anregungen auszubauen und weiterzugeben, nicht um in einen nachahmenden Dilettantismus zu verfallen, sondern um jenen besten Dilettantismus zu pflegen, der sich in eigenschöpferischer Arbeit nach den Gesetzen und Vorbildern meisterhaften Schaffens ausrichtet. So aufgefaßt, wird er einmal dem Kunstgewerbe und aller Kulturarbeit im deutschen Heim Geltung und Bleibe verschaffen. Die Werkreferentin des Obergaues, Hilde Ebel, dankte der Schulleitung für die Möglichkeit, 40 Werkreferentinnen des ÄDM. an einer Kunstgewerbeschule zu schulen und dadurch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kunstgewerbe und BDM.-Werkarbeit anzubahnen. Was die Referentinnen im Rahmen der Schulungswoche an Anregungen empfangen, wird die Grundlage der Werkarbeit dieses Winters in allen Einheiten bilden.
Der erste Schulungstaa begann mit einem Referat von Professor Dr.-Jng. Eberhardt, das, durch anschauliches Bildmaterial belegt, einen Ueberblick über die Entwicklung der Baustile und das Gebiet moderner Baukunst gab. Die Mädel lernten den Bau vom Grundriß bis zu einer äußeren Geschlossenheit im Zusammenhang mit Umgebung und Landschaft als charaktervolles Ganzes begreifen und erhielten Einblick in die Grundgesetze der Architektur, deren erstes der Wille zu Klarheit fein muß. Frl. Dr. R i o o i r führte dann anhand
eines reichen Bildmaterials in die noch bestehenden deutschen Volkstrachten ein. Es geht heute nicht darum, alte Trachten, die ganz an ihre Zeit und Träger gebunden sind, gewaltsam wieder aufleben zu lassen, sondern auf ihrer, aus Landschaft und Eigenart der Menschen gewachsenen Vielfalt und Selbstverständlichkeit vielleicht einmal d i e Mode mit deutscher Prägung aufzubauen.
Der zweite Tag führte in zwei lebendige Arbeitsgebiete ein: der Volkskunst und des Textilschaffens. Professor E n o e r s hat es übernommen, anhand eines Anschauungsmaterials, das besonders auf Ernte-, Advent- und Weihnachtsbräuche einging, hie enge Verbundenheit von Volkskunst und Brauchtum aufzuzeigen und Anregungen zu ihrer Wiederbelebung im Rahmen der BDM.- Werkarbeit zu geben. Hier zeigten sich viele Berührungspunkte, die zu einer fruchtbaren Arbeitsgemeinschaft führen, denn der BDM. ist ja bestrebt, neue Wege zur Gestaltung der Feste im Jahreslauf zu finden. Wieviele Möglichkeiten erschließen das Basteln und der alt-rheinische und hessische Ad- venischmuck. Ein Blick in die Formen und den Werdegang des alten Westerwälder Steinzeuges beschloß den Streifzug, der die Winterarbeit sicher nach mancher Seite beleben wird Sehr interessant war das Schaffen der T e x t i l k l a s s e unter Frl. Professor Streudel. Von der Schau der verschiedensten Rohstoffe neuer und alter Herkunft, über das Färben, Spinnen und Weben. Welche Vielfalt an Phantasie, welche mühsamen und liebevollen Versuche, immer neue Möglichkeiten der Wirkung zu erzielen. Einen breiten Raum nehmen die feinen kunstgewerblichen Handarbeiten, Web- stühle, Teppiche und dgl. ein. Man mußte einsehen, wie viele Wege der häuslichen Frauenarbeit noch offenstehen und wieder aufgegriffen werden müssen. Die Beschäftigung mit dem vielseitig umstrittenen Gebiet der Mode wird dem kommenden Montag vorbehalten sein. Am Samstag führt Fachlehrer Hans Kühne in das Gebiet der (5 d) r i f t g e » ft a 11 u n g ein. E. P.
Aus aller Well.
Großfeuer in deutscher Siedlung in der Zips.
In Tovotz in der Zips, einem ausschließlich von Deutschen bewohnten Ort, brach aus bisher unbekannter Ursache ein Großfeuer aus. Durcb starken Wind verbreitete sich das Feuer so schnell, vaß 12 0 Wohnhäuser niebergebrannt waren. Auch das neue Konsumgebäude und die Kirche sind den Flammen zum Opfer gefallen. An der Bekämpfung des Brandes arbeiten 30 Wehren. Auch Militär wurde zu den Löscharbeiten eingesetzt.
Die furchtbare Feuersbrunst erinnert an ein viel zu wenig beachtetes Stück Dvlksdeutschtum im Auslande. Die Zips war früher ein ungarisches Komitat und kam durch das Diktat von Trianon in einer Ausdehnung von über 3600 Quadratkilometer mit etwa 170000 Einwohnern zur Tschechoslowakei. Von dieser Einwohnerzahl ist trotz mancher Abwanderungen und trotz der tschechischen Schikanen gegen alles Deutschsprachige auch heute noch ein Viertel deutsch. Es sind die Nachkommen der sogenannten Zipser Sachsen, die im 12. und 13. Jahrhundert dort siedelten und das Land urbar machten. Im Mittelalter hatten die 24 Zipser Städte eigene Verwaltung und eigenes Recht, das den Historikern unter Der urkundenmäßigen Bezeichnung „Zipser Willkür" bekannt ist. Erst im Jahre 1876 verloren die Zipser Städte ihre Autonomie.
Italienische Arbeiterurlauber in Deutschland.
München, 18. Sept. (DNB Funkspruch.) Auf Grund des zwischen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley für die DAF. und Präsident Gianetti abgeschlossenen Abkommen über den deutsch-italienischen Urlauberaustaiffd) traf Samstag früh in München bererfte italienische Urlauberzug ein. Er brachte 4 2 5 italienische Arbeiter unb Arbeiterinnen nach Deutschland wo sie sich eine Woche lang aufhalten werben. Zwei Tage baoon werben sie in München, einen Tag in Nürnberg und zwei weitere in Berlin verbringen An der Dondesgrenze in Kiefersfelden wurden die italienischen Urlauber von den Vertretern von KdF. herzlich begrüßt, ebenso bei ihrer
Ankunft im Münchener Hauptbahnhof Auch hatten sich viele deutsche Arbeiter eingefunben, die ihre Arbeitskameraden aus Italien begrüßten. Noch am Vormittag besichtigten sie die Sehenswürdigkeiten der Stabt. Am Abend erfolgt eine KdF.-Vorführung
Wetterbericht
des Reichswetterdienftes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Großwetterlage zeigt nach ihrem Eindringen bereits ein kräftiges Tiefdruckgebiet im Raume England—Skandinavien, welches den Höhepunkt feiner Entwicklung zwar überschritten hat, aber doch noch für die Witterung Deutschlands bestimmend bleibt. Zur Zeit herrscht vor allem in den norddeutschen Gebieten stürmisches Wetter, doch beschränken sich bei Zufuhr kühlerer Meeresluft die Niederschläge auf vereinzelte Schauer. Wenn auch die Witterung für die Folge sich zeitweilig freundlich zeigen wird, so ist doch niederschlagsfreies Wetter noch nicht zu erwarten.
Aussichten für Sonntag: Zeitweilig heiter, doch noch immer unbeständig und Neigung zu einzelnen Niederschlägen, Mittagstemperaturen zwischen 15 und 20 Grad, lebhafte Winde aus Süden bis Westen.
Lufttemperaturen am 17. September: mittags 16 Grad Celsius, abends 12 Grad: am 18. September: morgens 12,8 Grad. Maximum 16,3 Grad, Minimum heute nacht 11,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. September: abends 14,4 Grad; am 18. September: morgens 12,7 Grad. — Niederschläge 0,8 mm. — Sonnenscheindauer 0,7 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm L'ange Stellvertreter des Hauvtschriftletters: Ernst Blum schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A. VIII. 37: 9090 Druck und Verlag: Brühlsche Unioerfitätsbructerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM 2,05 einschließlicb 25 Ps Zustellgebühr mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufs» preis 10 P; und Samstags 15 Pi mit der
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