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Bolschewistische polizeimechoden in der Tschechoslowakei.

Viehische Mißhandlungen eines Reichsdeutschen durch tschechische Vernehmungsbeamte.

näher bezeichnete Blankovollmacht geben läßt, bereit später die getroffenen Maßnahmen zu rechtfertigen. Der Antrag auf solche Blankovoll­machten ist immer ein Krisenzeichnen. Die Opposi­tion hat sich daran gewöhnt, einen solchen Antrag stets als Anzeichen der Schwäche der amtsführen­den Regierung auszulegen. Ganz so einfach lieget» die Dinge beim Volksfrontkabinett Blum allerdings nicht, denn der Kampf gegen die Geldmächte er­möglicht einen ziemlich engen Zusammenschluß, und die Abhängigkeit der jetzigen Regierung von den Parteien Linksabordnung der Kammer und Dolksfrontbewegung im Lande ist eine starke und unmittelbare. Wenn also die Mehrheitspar­teien, der linke wie der rechte Flügel, eine Nacht lang zögerten, ehe sie ihrer Regierung das Ermächtigungsgesetz zugestanden, so kennzeichnet das den Grad des Mißtrauens, das zwi­schen den auftraggebenden Parteien und den aus­führenden Regierungsmännern bereits herrscht.

Bisher hatte die Regierung Blum nur in der Zollpolitik ein Ermächtigungsgesetz verlangt und erhalten mit der Begründung, daß sie Waffen für die zweckentsprechende Wirtschaftspolitik Frank­reichs benötige. Gerade die Erneuerung dieser Zoll­vollmachten stand die letzten Tage über im Parla­ment wieder zur Aussprache, und die ableh­nende Haltung des Senates, der die Negierung Blum sogar in einer Abstimmung in die Minderheit versetzte, ist bekannt. Wie stark werden erst diese Gründe des Mißtrauens ins Gewicht fal­len, wenn der Senat das neue Ermächti­gungsgesetz zu prüfen hat, das ߣon Blum in der Kammer durchsetzte, und das ihm die Vollmacht gibt, bis zum 31. Juli d. I. auf dem Verordnungs­weg die erforderlichen Maßnahmen zum Schutze der öffentlichen Finanzen, der Sparer, der Wäh­rung und des öffentlichen Kredites zu ergreifen, um den Franken, entsprechend dem Währungsgesetz vom 1. Oktober 1936, auf feinem Stand zu halten und keine Währungsüberwachung einzuführen.

Schon den Nachsatz von der Währungs­behauptung und der Freiheit d e s D e - visenverkehrs wollte der Ministerpräsident zunächst nicht in die Dertrauensenschließung aufneh­men lassen, sondern wünschte, daß sich seine treue Mehrheit mit einem bloßen Versprechen begnüge; schon während der Kammeraussprache mußte er aber Ballast abwerfen und zulassen, daß fein Versprechen in der Entschließung selbst ver­ankert wurde. Er wird sich dazu auch verstanden haben in der Annahme, den Ermächtigungsantrag auf diese Weise im Senat etwas leichter verteidigen zu können. Innerhalb des Währungsdreierabkom­mens hat Frankreich noch die Möglichkeit einer ganz kleinen Abwertungsberichtigung im Rahmen des Währungsgesetzes vom 1. Oktober 1936, von der es wahrscheinlich Gebrauch machen wird, eine Abwertungsberichtiaung, die das Er­mächtigungsgesetz trotz des grundsätzlichen Verbotes einer massiven Abwertung nicht ausschließt, solange der zulässige 2Ibr - '"ngsspielraum eingehalten wird.

Die Dertrauensentschließung verbietet außerdem die De v i s e n k o n t r o l l e. Auch bei diesem Thema zeigt bereits die nächtliche Aussprache, w e l ch e A r t von Kontrolle und Zwang die franzö­sische Regierung auszuüben beabsichtigt. Man nä­hert sich hier wohl auch dem Gebiet, auf das sich die Kampfmaßnahmen des Finanzministers vor allem beziehen werden: die Niederwerfung des Streiks des Kapitals. Die Arbeiter Frank­reichs haben durch Streiks die 40-Stunden-Woche durchgesetzt. Das Kapital streikt seit einem Jahr sieben Tage lang in der Woche und arbeitet mit­unter ein wenig im Ausland. Diesem fahnenflüch­tigen französischen Nationalkapital und seinem Schatten, dem privaten Kredit, gilt die Kampf­ansage des Volksfrontfinanzministers. Nach den eigenen Erklärungen des Ministervräfidents Blum war der G o l d a b f l u ß aus der Bank von Frank­reich in den letzten zehn Tagen besonders groß. Der Oppositionsredner und frühere Finanzminister, Ab­geordneter Paul R e y n a u d, will den Goldverlust, den die Bank von Frankreich unter der Volksfront- Herrschaft erlitten hat, auf 25 Milliarden Franken beziffern können. Man veranschlagt das ins Ausland geflüchtete französische Kapital, das der französischen Wirtschaft mithin fehlt, auf 60 Milliarden Franken.

Dieses Franzosen gehörige französische Kapital soll, gleichviel ob es sich in Frankreich oder im Aus­land befindet, gleichviel ob es in Gold, in fran­zösischen oder in ausländischen Banknoten gehortet ist, die Strenge des französischen Gesetzes erfahren. Die Volksfront-Regierung glaubt dabei, nicht dem Währungsdreierabkommen zuwider zu handeln, denn sie erklärt, sie wolle nur untreues nationales Kapital zur Vernunft bringen. Daß diese Auffas­sung keine einmütige ist, beweist allerdings die Tat­sache, daß zwei französische Finanzmänner von Ruf, der ehemalige Gouverneur der Bank von Frank­reich, Professor R i ft, und Baudouin ihre Aem- ter als Mitglieder des Währungsüberwachungs- und Ausgleichsfonds vorgestern niedergelegt haben. Der volkstümliche Feind, dessen Bekämpfung sich Finanzminister Vincent Auriol außerdem zur Auf­gabe gemacht hat, ist die Spekulation. So­lange Frankreich aber eine freie Demokratie fein will, die die Zwangs- und Kontrollmaßnahmen einer ganz- oder halbdiktatorischen Staatsführung grund­sätzlich ablehnt, wird es auch nicht umhin können, die unproduktive Spekulation bestehen zu lassen, denn die Spekulation ist, wie es ein französischer liberaler Politiker unter diesen Voraussetzungen mit Recht gesagt hat, an sich weder gut noch böse, und ein Finanzminister freut sich sicher über eine Spe­kulation, die zu einem Anziehen der Kurse der Staatspapiere führt, ebenso, wie er über eine Spe­kulation gegen die Staatspapiere entrüstet ist. Der Gewinn der Spekulation selbst ist in beiden Fällen wirtschaftlich nicht berechtigt und weder patriotisch noch uneigennützig.

Mangels einer parlamentarischen Mehrheit ver­mag die Opposition immerhin mit führenden Köp­fen und Wortführern des mißgestimmten französi­schen Kapitals aufzuwarten, die bereit wären, das mißtrauische Kapital wieder in den Wirtschaftsum­lauf hineinzulocken, wenn man ihnen als Ver­trauensmännern des Geldes und Kredites die Lei­tung der Staatsgeschäfte anvertrauen würde. Aber dem steht die Volksfrontmehrheit im Wege. Es hat infolgedessen ganz den Anschein, als ob sich die Verhältnisse in Frankreich erst noch viel mehr zuspitzen müssen, ehe eine für die Zukunft wichtige Entscheidung fällt, die nach Lage der Dinge heute ebenso gut den Weg einer marxistisch beton­ten, verstaatlichten Zwangswirtschaft und Zwangs­finanz mit Kapitalverlust nehmen kann als den­jenigen einer verkappten Herrschaft des Kapitals, die allerdings den gärenden Zorn der Dolksmassen bald wieder zum kämpferischen Vorstoß heraussor- bern würde. >

Berlin, 17. Juni. (DNB.) Im November ver­gangenen Jahres wurde der Reichsdeutsche Bruno Weigel in Prag feftgenommen und erst vor eini­gen Wochen wieder freigelassen, lieber die unge­heuerliche Behandlung, der er während seiner Haft ausgesetzt gewesen ist, hat er u. a. nachstehende Angaben z u Protokoll gegeben:

Ich wurde allein in einer großen Zelle unterge­bracht, deren Strohsäcke und Decken vor Schmutz stanken. Kälte, Ekel vor dem Schmutz der Stroh­säcke und Decken und besonders fortwährende Wan­zenbisse verhinderten jeden Schlaf. Am 11. Novem­ber, gegen 5 Uhr abends, wurde ich von zwei Be­amten zum Verhör geführt. Bei meinem Eintritt in das Vernehmungszimmer waren acht Beamte in Zivil anwesend, von denen vier Gummi­knüppel in der Hand trugen. Der die Ver­nehmung leitende Beamte führte mich sofort in ein Nebenzimmer und fragte mich, ob i ch für i h n politisch arbeiten wolle. In diesem Falle könnte ich mit baldiger Entlassung rechnen. Andern­falls müßte ich auf20JahreKerker gefaßt sein. Ich erwiderte, daß ich 20 Jahre Kerker vor­zöge. Sofort wurde ich in das andere Zimmer zu­rückgeführt und das Verhör begann. Meine Ant­worten auf die Fragen nach der Tätigkeit der NSDAP, in der Tschechoslowakei genügten dem Beamten nicht, und ich wurde aufgefordert, mich auszuziehen. Es wurde ein Holzstuhl vor mich gestellt, auf dem eingetrocknete Blutflecke sichtbar waren, und auf dessen Sitzfläche eine doppelt ge­legte starkgliedrige Kette gelegt wurde. Auf die Auf­forderung, mich auf die Kette zu knien, versuchte ich, Einwendungen zu machen, erhielt aber sofort aus voller Kraft von mehreren Beamten Faust- schläge ins Gesicht und wurde zum Knien gezwungen. Gezwungen, die Arme vorwärts zu strecken, wurde auf diese ein mehrere Kilo schweres Paket gelegt. Die Kette wurde so zurecht gezogen, daß die scharfkantigen Kettenglieder in die weichen Stel­len zwischen Kniescheibe und Beginn des Schien­beines eindrückten.

Die Fragen wurden wiederholt, und wenn nicht sofort oder ungenügende Antworten erfolgten, die vier hinter mir stehenden Beamten aufge- sordert, mit ihren Gummiknüppeln aus meine Fußsohlen und das Ge­säß zu schlagen. Bald wurde aber auch ohne Aufforderung geschlagen, sobald ich nicht antwortete oder betonte, daß die BZDAP. und die Parteigenossen beauftragt und bestrebt seien, sich nicht in innere Verhältnisse des Landes einzu­mischen. Faustschläge ins Gesicht und Schläge

München, 17. Juni. (DNB.) In Kreisen der katholischen Bevölkerung Süddeutschlands herrscht große Erregung über den Vernichtungsseldzug füh­render tterifaler Stellen gegen einen aufrechten katholischen Geistlichen, dem derVorwurf" gemacht wird, als geistlicher Betreuer der ihm anvertrauten deutschen Jugend für die Gemeinschafts­schule eingetreten <zu sein. Die Akteure dieses Kampfes sind eine kleine Clique ehemaliger Funk­tionäre der Bayerischen Volkspartei, die ihr hohes priesterliches Amt heute dazu mißbrau­chen, gegen den Willen der katholischen Bevölke­rung die ehrgeizigen Machtpläne des politischen Katholizismus fortzuführen. Der Fall, der bereits zu Kundgebungen der katholischen Jugend und El­ternschaft gegen die wirklichkeitsfremde und geradezu staatsfeindliche Haltung einiger hoher kirchlicher Würdenträger führte, hat folgende Vorgeschichte:

Im März dieses Jahres weilte der Dozent für katholische Religionswissenschaft und Katechetik an der Hochschule für Lehrerbildung in Pasing, A. Kober, in seinem Heimatort im Saarland, wo gerade die Abstimmung über die Einführung der Gemeinschaftsschule vorbereitet wurde. Angeekelt von den lügnerischen Kampfmethoden des politischen Katholizismus richtete der deutschfühlende Priester einen Brief an Gauleiter Bürckel, in dem er sich rückhaltlos zu dem gesunden Gedanken der deutschen Gemeinschaftsschule bekannte. Durch Eilboten wurde dem Geistlichen ein Schreiben des bischöflichen Or­dinariats Trier zugestellt, in dem dasRede- und Zelebrationsverbot" über den auf­rechten deutschen Priester verhängt wurde. Inzwi­schen hatte aber das katholische Volk an der Saar mit 97 v. H. für die Einführung der Gemeinschafts­schule gestimmt. In Mißachtung dieses Bekenntnisses verlas der Trierer Bischof Bornewasser einen Hirtenbries", in dem man Kober als verirrten Geistlichen hinzustellen suchte. Derselbe Bischof also, der das unsittliche Treiben ihm unterstellter Geistlicher wie die Trierer Prozesse beweisen nicht unterband, brach über einen braven und sau­beren Priester, der sich zur deutschen Einheit be­kennt, den Stab.

Als Kober zu Semesterbeginn nach München zurückkehrte, fand er ein Schreiben des erz- bischoflichen Ordinariats München- Freising, durch das ihm ohne Verhör und Ver- teidigungsmoglichkeit diemissio canonica" (d. h. die Erlaubnis zur Abhaltung des Hochschulgottes- dienstes) entzogen wird. Außerdem sollte er innerhalb acht TagenWiderruf" leisten. In dem kirchenamtlichen Schreiben heißt es bezeichnen­derweise:Sie treten für die Gemeinschaftsschule ein und stellen die Behauptung auf, die religiöse Betreuung der katholischen Kinder in der Gemein­schaftsschule sei nicht schlechter als in der Bekennt­nisschule. Damit haben Sie sich in schärfsten Wider­spruch gesetzt gegen die kirchlichen Grundsätze und Rechtsbestimmungen." Gestützt auf seine vieljährigen guten Erfahrungen mit der Gemeinschaftsschule lehnte Pfarrer Kober ein Eingehen auf diese nur den politischen Machtanspruch klerikaler Kreise die­nenden Theorien ab. Gleichzeitig veröffentlichte die Lehrer - und Studentenschaft der Hans- Schemm-Hochschule Pasing eine geharnischte E r klärung gegen dieses machtpolitisch orientierte Ansinnen der Kreise um Kardinal Faulhaber. In dieser Erklärung heißt es u. a.:In Würdigung des freimütigen und klaren Bekenntnisses eines katholischen deutschen Priesters für die Gemein­schaftsschule erklären wir unsere volle Anerkennung für den Dozenten A. Kober und danken ihm für

mit dem Gummiknüppel wiederholten sich. Aach den Worten:Dich kriegen wir schon! Elek­trisieren!" wurde ein starker elektrischer Strom in meine geschwollenen Fußsohlen ge­leitet. Nunmehr wechselten die Schläge mit Stromzuführungen ab, wobei letztere je auf Kommando verstärkt oder abgeschwächt wurden. Die Bier und Kaffee trinkenden und Zigaretten rauchenden Beamten gossen von hinten die Vierreste ans ihren Gläsern auf meinen Rücken. Ein anwesender Mann, der durch die Haltung der anderen ihm gegenüber mir als hochgestellte Persönlichkeit erschien, zeigte auf mich und sagte höhnisch zu den anderen:ha! Deutschland, Deutschland über alles!" In dieser Art setzte sich die Vernehmung bis Vz2 Ahr nachts fort.

Am andern Tage wurde ich etwa gegen %5 Uhr abends wieder aus der Zelle geholt, zum Verhör geführt und inberfelben A r t vernommen. Ich mußte wieder nackend auf der Kette knien, und obwohl durch die Schläge am vergangenen Tage Gesicht, Fußsohlen und Gesäß noch stärker ange- schwollen waren, wurden die schlagenden Beamten zum noch H ä r t e r z u s ch l a g e n aufgefor­dert. Ich fiel wiederholt vom Stuhl und wurde am Boden mit Füßen getreten. Wie ich später feststellte, sind mir dabei zwei Rippen eingetreten worden. Auf der Kette kniend, stellte sich ein Mann vor mich, der in der Hand einen sehr ftarfen Bindfaden hielt und ihn auf seine Festigkeit prüfte. Plötzlich schwang er ihn mir um den Hals, zog ihn nach oben, legte ihn über einen Haken an der Wand und tat, als ob er mich aufhängen wollte. Als man merkte, daß ich am Ersticken war, bekam er Auftrag, nachzu- lassen, und ich mußte wieder auf der Kette Platz nehmen. Das Verhör wurde um 1 Uhr nachts ab­gebrochen und ich wieder in die Zelle zurückgeführt. Durch die Schwellungen am Gesäß verursachte mir bas Sitzen auf einem Holzstuhl selbstverständlich Schmerzm, und ich versuchte, auf dem Strohsack des Bettes zu sitzen. Sobald aber der wachhabende Polizeibeamte mich dabei betraf, wurde ich aufge­fordert, nur auf dem Stuhl zu sitzen. Die Kälte in der Zelle wurde für mich noch unerträglicher, da meine geschwollenen Fußsohlen nicht zuließen, daß ich mich durch Gehen in der Zelle erwärmen konnte. Das Essen im Polizeigefängnis war ungenieß­bar. Das einzige, das man zu sich nehmen konnte, war das Stück Brot, das man morgens bekam. Nach sechs Tagen auf der Polizei wurde ich in das Untersuchungsgefängnis ein geliefert. Hier wurde ich nicht mehr geschlagen, das Essen war etwas besser,

1 sein Eintreten für ein geeintes, starkes, völkisch auf- gerichtetes Erziehungswesen und seine vorbildliche Lehrtätigkeit an der Hochschule. Außerdem nahm die katholische Bevölkerung für den Geistlichen in stürmischer Weise Stellung. Infolge des Kober auferlegten Predigtverbotes findet sich das katholische Kirchenvolk zu vielen Hunderten nunmehr jeden Dienstag in einem großen Hörsaal der Hochschule ein, wo Kober auf allgemeines Ver­langen hin eine Vortragreihe überPositives Chri­stentum im nationalsozialistischen Staat" hält. Nun wurde gegen Kober von Kardinal Faulhaber die suspensio generalis" verhängt, die jede Be­rufung an einen deutschen kirchlichen Gerichtshof unmöglich macht und nur noch eine Berufung nach Rom freigibt. In dem Suspensionsschreiben, das größte Entstellungen der Tatsachen enthält, wird der Versuch gemacht, nach bewährtem Muster rein politische Angelegenheiten zu rein innerkirch­lichen umzudeuten.

Die Erregung, die das unglaubliche Vorgehen machtpolitisch orientierter klerikaler Stellen in der katholischen Bevölkerung hervorgerusen, ist ver­ständlich. Kober hat als aufrechter deutscher Priester gehandelt und Millionen katholischer Deutscher wis­sen ihm dafür Dank. Er zählt zu jenen sauberen ka­tholischen Geistlichen, die, wie Dr. Goebbels bei feiner großen Abrechnung mit dem politischen Katho­lizismus in der Deutschlandhalle sagte, heute die wirkliche Stütze der katholischen Kirche in ihrer gro­ßen Krise sind. Die Rechnung aber für das Ge­baren jener katholischen Wortführer, die sich gegen­über den gesunden Forderungen eines erneuerten Volkes verschließen, wird nicht ausbleiben.

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Man wird sich fragen müssen, aus welchem Grunde die katholisch-kirchlichen Behörden einen sol-

London, 18. Juni. (DNB. Funkspruch.) Gene­ral Franco hat einem Sonderberichterstatter der Times" erklärt, er wünsche eine Beendi­gung des Krieges sobald als möglich, damit Spanien weiterer Menschenverlust und wei­tere Zerstörung erspart werde. Die britische öffent­liche Meinung' müsse aber erkennen, daß eine rie­sige Mehrheit, die heute in der bolschewistischen Zone Spaniens lebe, unter Tyrannei stehe und auf eine Befreiung durch die Nationalen warte. Auf der anderen Seite seien die Bolschewistenhäupt­linge verantwortlich für Tausende von Verbrechen aller Art, für die sie eine exem­plarische Strafe verdienten. Deshalb sei das einzig mögliche Ende des Krieges der Sieg der Na­tionalen. Den fundamentalen Gegensatz zwischen dem nationalen Spanien und dem Chaos der bol­schewistischen Zone habe die britische Oeftentlichkeit noch nicht erkannt, obwohl er von allen denen ver­standen und gewürdigt worden sei, die seit vielen Jahren in Spanien leben.

Günstige Lage vor Bilbao.

Front vor Bilbao, 17. Juni. (DNB.) Am Donnerstag stellten die 5. und 6. Brigade bei Asua, drei Kilometer nördlich von der Stadt­mitte Bilbaos, die Verbindung mit der Kü­stenkolonne her. Diese besetzte von Cap Gatea und

aber die Behandlung war denkbar grob. Die Schwel, lungen an den Fußsohlen udn am Gesäß, besonders die blauen Stellen, waren noch Monate lang sicht- bar, ebenso die Wundstellen am Knie. Die Rippen­brüche verursachten mir bis zum März bei jedem Atemzug große Beschwerden.

Der Fall des Reichsdeutschen Weigel, der von der Prager Polizei tagelang gemartert und gefoltert wurde, steht nicht vereinzelt da. Immer wie­der werden aus dem Lager der Sudetendeutschen bittere Klagen über das Verhalten der tschechischen Polizisten laut, die schlimmer als Fronvögte Hausen und bei jeder Gelegenheit zuschlagen. Doch nicht nur das. UeberaU, wo Menschen gefangengehalten wer­den, sei es zur Abbüßung von Freiheitsstrafen, sei es auch nur in Untersuchungshaft, glauben die Tsche­chen, diesen Gefangenen gegenüber ihren sadistischen Neigungen freien Lauf lassen zu müssen. Selbstver- stündlich vergehen sie sich stets an Deutschen. So sind kürzlich im Hultschiner Ländchen 51 Sudetendeutsche durch die Polizei nachts aus den Betten herausgeholt worden. Bald sickerte durch, daß man sie auf das grausamste mißhandelt hatte. Der Zimmerpolier Anselm Lampa aus Sa- wada ist zu Tode geprügelt worden. Den Ange­hörigen wollte man einreden, er hätte Selbst - mord begangen. Als es ihnen aber nach langer Mühe gelang, zum Toten geführt zu werden, sahen sie einen zerschlagenen und zerschundenen in zer­rissene Kleidungsstücke gehüllten Leichnam. Aus allen diesen Mißhandlungen, aus der tagelangen Folterung des Reichdeutschen Weigel, spricht ein ab­grundtiefer Haß des Tschechentums gegen alles Deutsche, der natürlich nicht ohne Rückwirkungen bleiben kann. Wenn wir uns sehr oft befleißigten, die Ungeheuerlichkeiten, die sich auf der anderen Seite der Grenze abspielen, mit einer gewissen Zu­rückhaltung zu behandeln, eben weil wir kein In­teresse daran haben, die Gegensätze zuzuspitzen und das Los unserer Volksgenossen in der Tscheche! wei- ter zu verschlimmern, so hat doch jede Geduld ihre Grenzen. Alles, was man dem Deutschtum antut, ist eine glatte Kampfansage an unsere Adresse. Und in der Mißhandlung eines Reichsdeutschen man wußte sehr gut, wen man vor sich hatte!liegt eine Herausforderung des Reiches. Wir sind nicht ge­willt, derartige Herausforderungen ruhig einzu- stecken, das fei den Tschechen mit ihren GPU.-Ma- nieren gesagt. Sie werden uns Genugtuung zu lei­sten haben. Und wenn sie sie verweigern, so werden wir die entsprechende Antwort zu finden wissen.

chen Eifer im Kampf gegen Kober betätigt haben. Rein sachlich betrachtet liegt zu einem Vorgehen gegen diesen mutigen Mann nicht der geringste Anlaß vor. Die Dozenten der Lehrerbildungsanstalt in Pasing haben sich entschlossen auf seine Seite ge­stellt, weil sie den Mann und seine tadelsfreie Ge­sinnung kennen. Die deutsche Gemeinschaftsschule ist durchaus keine heidnische Erfindung, sondern die­jenige Schulform, die beispielsweise bei uns in Hes­sen, in Baden und Nassau schon über ein halb's Jahrhundert besteht. Deutsche Kinder aller Korti's- sionen besuchen eine gemeinsame Schule, nur b n Religionsunterricht tritt eine Trennung nach f n Bekenntnissen ein. Dieser Unterricht wird von Leh­rern oder Geistlichen der jeweiligen Konfession -r« teilt. Der christliche Charakter der deutschen Gem'.n- schastsschule steht also unumstritten fest. Sie ist in den genannten Ländern so volkstümlich gewor^m, daß selbst der politische Katholizismus sich mit die­ser Gemeinschaftsschule abgefunden hatte Warum soll das im Saargebiet und in Bayern anders sein? Diese Frage hat der katholische Geistliche Kober ehrlich und offen beantwortet und ist deshalb zum Zielpunkt von Angriffen und Beschuldigungen ge­worden, ja die kirchlichen Behörden haben ihn mit schweren Kirchenstrafen verfolgt. Wenn es sich dar­um gehandelt hat, die abscheulichen Sittlichkeits­verbrechen gewisser Ordensbrüder zu brandmarken, haben es die kaholischen Kirchenbehörden nicht sehr eilig gehabt. Im Gegenteil: nach Möglichkeit hat man versucht, die Tatsachen zu vertuschen und die Angeschuldigten vor Bestrafung zu schützen. Dem­gegenüber steht der Eifer, den man im Falle Kober entfaltet, in einem krassen Mißverhältnis. Der Ein­druck bleibt bestehen, daß die Religion zu bestimm­ten politischen Zwecken mißbraucht wurde.

Lejona süd- und südwestlich vorstoßend zahlreiche am rechten Ufer der Nervion-Mündung vor Bilbao liegende Badeorte: A l g o r t a, die Strandsiedlung von Arigunaga mit Kabelstation, die Strand­siedlung von E r e a g a und Las Arenas.

Die Bolschewisten ziehen sich, soweit ihnen die Rückzugswege auf den Bergen noch nicht abqe- schnitten sind, über die Eisenbahnbrücke von Lu- chana auf das linke Ufer der Nervion-Mündung zurück, von wo fie auf der von Santander herkom- menben Straße noch Verbindung mit Bilbao unter­halten. Die nationalen Truppen stehen mit Aus­nahme dieser Straße, die aber auch bereits von nationalen Geschützen beherrscht wird, auf allen nach Bilbao hinführenden Hauptstraßen an der Stadtgrenze.

Schwere Explosion aus dem sowjet­spanischen Schiff »Jaime P.

London, 18. Juni. (DNB.) Wie Reuter aus? Valencia berichtet, ereignete sich nach einer amtlichen" Verlautbarung der fp°' nischen Bolschewisten am Donnerstag ge* gen 16 Uhr auf dem SchlachtschiffJaime I", bas zur Ausbesserung im Hafen von Cartagena liegt- eine Explosion, die auf den Ausbruch e i n «5 Brandes an Bord zurückgeführt wird. Ungefähr

Klerikales Kesseltreiben gegen einen aufrechten Priester

Unverständliches Verhalten katholischer Würdenträger im Fall Kober.

Am der nationale Sieg kann den Krieg beenden.

Eine Unterredung mit General franco.

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