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General-Anzeiger für Oberhessen
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Ht. 159 Srftes Blatt 181. Jahrgang zmtag.i8.ZmU<>5r
Giehener Anzeiger
0 Uhr.
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Der Führer während des Liedes vom guten
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Während der Gedenkrede des Oberbefehlshabers der
Schiffes ausgeführt angesehen werden kann. Auf der „Deutschland" war ein großer Teil der Besatzung nach dem Abendessen in dem Wohnraum versammelt. Entsprechend der vom deutschen Admiral an den roten Militärbefehlshaber in Valencia auf Grund des Palma-Zwischenfalles ergangenen Warnung war der Befehl erteilt, auf jedes sich verdächtiger Weise nähernde rote Flugzeug das Feuer zu eröffnen. Die Flugzeuge wurden von dem Ausguck trotz der ungünstigen Verhältnisse gesichtet. Der Kommandant befahl sofort „Fliegeralarm" und „Feuer eröffnen". Unmittelbar darauf fielen die Bomben, eine in den ungeschützten Mannschaftsraum im Vorschiff, eine auf das Schutzschild eines 15-Zentimeter-Geschützes am Oberdeck, ohne daß vorher gefeuert werden konnte. So konnte der schamlose Angriff im vollen Frieden 31 brave Soldaten dahinraffen und zahlreiche andere verletzen.
Ein ungeheures Opfer ist vom Allmächttgen wiederum der deutschen Kriegsmarine auferlegt. Aber auch dieses Opfer, so schwer es für uns zu tragen ist, hat seinen tiefen Sinn und wird seinen Segen haben, so wenig wir das vielleicht heute erkennen können. Ist es nicht dem deutschen Volk und darüber hinaus der ganzen Welt blutige sWar- nungszeichen geworden, wachsam zu sein und nicht zu erlahmen im Kampfe gegen den Bolschewismus, der heute die Welt mit der Zerstörung aller Kultur, mit der Vernichtung der Völker bedroht, wie wir es eben in Spanien erleben?
heit mehr.
In den Nachtstunden wurde vor allem die zunächst unnachgiebig ablehnende, dann plötzlich volks- ronttreue Haltung der 72 kommunistischen Abgeordneten beachtet und besprochen. Gewiß würde ein Abspringen des kommunistischen Flügels Ministerpräsident Blum nach seinen früheren verbindlicher Erklärungen zur Aufgabe der Regie- rungszügel bestimmt haben. Aber die Gefahr, daß es dazu käme, war vielleicht doch nicht so groß, wie es in den stets sensationslüsternen Kammerwandelgängen den Anschein hatte, wo aufregende Gerüchte und politische Wunschträume stets willige Verbreitung finden. Das, was sich auf dem linken Flügel der Volksfront abgespielt hat, ähnelt den Vorfällen, die sich in der Kammer immer wiederholt haben, wenn der jeweilige linke Flügel einer Koalitionsregierung den kämpferischen Teil des Koali- tionsprogramms mit besonderem Nachdruck durchzusetzen bemüht war. So haben zur Zeit des Kartells der Linken die Sozialdemokraten, obwohl in der Regierung nicht vertreten und nur Unterstützungspolitik treibend, die radikalsozialen Mini» ter immer wieder mit der Drohung scharf zu machen versucht, daß sie ihnen ihre Stimmen vorenthalten würden, wenn das Kabinett nicht diese oder jene Reform verwirkliche. Solche Drohung nützen einmal oder mehrere Male, aber sie schließen immer die Gefahr in sich, daß das Kabinett eines Tages nicht mehr mit kann, daß ihm dann in einer Nacht in der Kammer auf einmal die Stimmen zur Mehrheit fehlen, und dann ist die Bescherung da.
So ist auch jetzt die Lage nur mit dem Unterschied daß die Ablösung der Koalition noch in der Kammer der vorigen Legislaturperiode leichter von- statten ging, als es in der jetzigen mit Volksfrontmehrheit gehen würde; denn auch bei einem kommunistischen Abfall würde die Opposition rechts von den Radikalsozialisten nie eine Regierungsmehrheit zustandebringen, und die Radikalen selbst haben sich durch ihr Zusammengehen mit den Kommunisten einen Teil ihrer Bündnisfähigkeit nach rechts verscherzt. Nur die Möglichkeit einer Spaltung dieser großen linksbürgerlichen Partei böte einen Ausweg. Wenn es aber erst dazu käme, wenn der zähe Zusammenhalt der alten radikalsozialen Partei aufgebraucht wäre, dann wäre das wohl auch der Zusammenbruch des partei-politisch-parlamentarischen Systems des bisherigen Frankreichs.
Ein Anzeichen des parlamentarischen Niedergangs sind die Ermächtigungsgesetze. Mit Regierungsvollmachten sucht ein Kabinett über Zeiten Hinwegzukommen, in denen das übergeordnete Parlament Ferien hat. Das sind normale Vollmachten. Unechte Regierungsvollmachten liegen aber vor, wenn ein Kabinett ahnt, daß es gewisse Maßnahmen ergreifen muß, die im Parlament stark umstritten sein werden, und daß es dieser Auseinandersetzung vorbeugen will, indem es sich eine nicht
So wollen wir auch in diesem Opfer, das uns auferlegt wurde, das Walten der Hand Gottes er
kennen, vor dem wir als Soldaten und Seeleute uns beugen. So wird der Name unserer gefallenen Kameraden mit der Geschichte der deutschen Marine allezeit auf das Engste verbunden bleiben. Sie seien uns stets ein leuchtendes Vorbild hingebender Pflichterfüllung und Opferbereitschaft; seien uns eine nachdrückliche Mahnung, weiterzuarbeiten und zu kämpfen im Sinne und nach dem Willen unseres Führers, der bei seinem ersten Besuch auf der eben in Dienst gestellten „Deutschland" im Mai 1933 im Mannschaftsraum das Wort des großen Königs angebracht sah: „Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue. Im Sinne dieses Wortes werden unsere gefallenen Kameraden weiter wirken, werden sie unvergessen bleiben in der Kriegsmarine, in der Wehrmacht, im deutschen Volk — jetzt und immerdar."
Or. Schacht in Wien.
Wien, 17. Juni. (DNB.) Mit einem Sonderflugzeug der Lufthansa traf am Donnerstagvormit- taq Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Erwiderung des Besuches, den unlängst der Präsident der österreichischen Nationalbank Dr Kienböck in Berlin abgestattet hat, auf dem Flugplatz Aspern ein. Noch im Laufe des Vormittags wurde Dr. Schacht vom Bundes Präsidenten empfangen. Dem Empfang wohnte auch Botschafter oon Papen bei. Anschließend empfing Bundeskanzler Dr. Schuschnigg den Reichsbankpräsidenten, der dann dem Staatssekretär für die Auswärtigen Angelegenheiten Dr. Schmidt, dem Präsidenten der österreichischen Nationalbank Dr. Kienböck und dem Bundesminister für Handel und Verkehr, Professor Dr. Taucher, Besuche abstattete. Vor der Presse betonte Dr. Schacht, daß aktuelle Fragen nicht zur Debatte stünden, was selbstverständlich nicht ausschließe, daß sich die beiden Notenbankletter über Währungsfragen, die die ganze Welt bewegten, unterhielten. Sein Besuch solle selbstverständlich auch Zeugnis dafür ablegen, wie sehr man au reichsdeutscher Seite an geordneten, freundschaftlichen und nachbarlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern interessiert sei, die auch in Zäunst sich weiter vertie- f e n müßten.
Nachdem Generaladmiral Raeder seine Ansprache beendet hatte, trat der Erste Offizier des Panzer- chisfes Deutschland vor und verlas, wahrend die Ehrenkompanie das Gewehr präsentierte, die Namen der 31 gefallenen Kamera- d e n. Bei jedem Namen erfolgte dumpfer Trommelwirbel. Dann feuerte die Ehrenkompanie drei Salven über die Gruft. Während das Lied vom guten Kameraden ertönte, begab sich der Führer an die Gruft und legte einen Kranz nieder, dessen Schleife die Standarte und den Namen des Führers trägt. Dem Führer folgten der Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Raeder, General der Flieger Zander als Vertreter der Luftwaffe der Flottenchef der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee und der Kommandant des Panzerschiffes Deutschland". Während das Lied vom guten Kameraden verklang und die Nationalhymnen gespielt wurden, drückte der Führer den Angehörigen der Gefallenen zum Zeichen seiner Teilnahme die Hand. Damit war der feierliche Staatsakt beendet. Der Führer stattete am Donnerstagnachmittag vom Aviso „Grille" aus in Begleitung des Reichskriegsministers und des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine dem Panzerschiff "Deutschland" auf der Werft von Wilhelmshaven einen Besuch ab.
Der Führer ehrt die Toten der „Deutschland"
Vertagte Krisis.
Don unserem st.-Derichterstatter.
Nachdruck verboten!
Paris, 16. Juni 1937. (Durch Luftpost.)
Alles erwartete in der Nacht zum Mittwoch den Ausbruch einer Regierungskrise. Aber am Mittwoch früh ging die Sonne doch noch einmal wieder auf, und von der Regierungskrise blieb nur eine Vertrauenskrise innerhalb des Parteibundes der Volksfront zurück. !^itti^terpra^^- bent Leon Blum hat mit der ganzen Sachlichkeit eines unbeteiligten Beobachters die seltsame X,age seiner Regierung gegenüber dem Volk, gegenüber dem Parlament und gegenüber dem , Reichtum Frankreichs analysiert: eine parlamentsstarke Regierung, die das Vertrauen starker Kreise der Volksmassen genießt, ein dynamischer kommunistischer Flügel auf der Linken, eine einjährige Regierungserfahrung und auf der andern Seite das Mißtrauen der politischen Opposition und der Kreise, die den Reichtum Frankreichs besitzen oder oer-
„In tiefster Trauer", so sagte er u. a., „unb in herzlichem Mitempfinden mit den Slnge^orißen unlerer Kameraden beugen wir uns in bi ei er ^tunoe vor dem ungeheuren Opfer, das die deutsche Kriegsmarine mit dem Tode von 31 gefallenen- jungen Kameraden und dem Vielfachen an Verletzten Y« bringen müssen. In engster Geschlossenheit schart sich um uns das ganze deutsche Volk, das sich m dem ruchlosen Attentat auf die Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland" selbst auf das tiefste und empfindlichste getroffen fühlt. Deutsche Kriegsschiff übten nach internationaler Vereinbarung eine Kontrolle an der spanischen Küste aus, um den Bürgerkrieg eindämmen zu Helsen. Das deutsche F Y- rerschisf hatte nach seiner Ablösung vom Kontrolldienst auf der Reede der oon der
Regierung besetzten, aber von 'hr nicht als Swtz- punkt für ihre Operationen benutzten Insel Ibiza geankert, um der Besatzung Ruhe nach anstrengendem Dienst zu gewähren und Vorräte aufzufullen Da erfolgte am Abend des 29. Mal auf die „Deutschland" vor Jibiza ein Bombenangriff, der nur als in voller Absicht und Berech- nung, unter Anwendung aller Mittel zur Ueber- raschung eines in friedfertiger Tätigkeit begriffenen
Wilhelmshaven, 17.Juni. (DNB.) Drau- ( ßen am Stadtrand von Wilhelmshaven, am Stadt- i park, liegt zwischen Bäumen der Marine-Ehrenfrred- s Hof der deutschen Kriegsmarine. Gegenüber dem gro- i hen Skagerrak-Fels wurden heute mittag die 31 i Toten des Panzerschiffes Deutschland i n G e g e n - i wart des Führers und Obersten Befehls- ' Habers der Wehrmacht feierlich in einem Gemein- ; schaftsgrab zur letzten Ruhe gebettet. Abordnungen , einer Landmarineabteilung, der Seestreitkräfte und der Luftwaffe waren auf dem Friedhof aufmarschiert. Die Ehrenkompanie wurde gestellt von der ersten Schiffsstammabteilung der Nordsee und der zweiten Marine-Artillerie-Abtellung unter dem Kommando des Fregattenkapitäns Ruhfus. Dem Staatsakt voraus ging eine kirchliche Trauerfeler, bei der die Stationspfarrer beider Konfessionen ^Um 11.30 Uhr erschien der F ü h r e r Und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht auf dem Friedhof, -ön seiner Begleitung befanden sich u. a. der Reichs- krieqsminister Generalfeldmarschall v o n B l o m - ber g und Reichsführer SS. Himmler Der Führer wurde von dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Generaladmiral Raeder, dem Flottenchef Admiral Carls, dem Kommandieren- Len Admiral der Marinestation der Nordsee, Admiral Schultze, sowie dem Kommandanten des Panzerschiffes Deutschland, Kapitan z. e. Fänger, empfangen und vom Festungskommandanten von Wilhelmshaven, Konteradmiral v o n S ch r a - L er , zu der Grabstätte geleitet. Während der Führer durch das Spalier der Soldaten schritt, grüßte -ihn schweigend die große Menge der Volksgenossen, Die sich auf dem Ehrenfriedhof eingefunden hatte.
In der offenen Gruft standen die 31 Sarge der Gefallenen, bedeckt von vielen Kränzen. In de vordersten Reihen hatten die Angehörigen der Toten, der Vertreter der spanischen Nationalregierung, Geschäftsträger Estrada, Baron de Los Torres, der spanische Militärattache Oberst Martinez, der chinesische Konteradmiral Lind, di deutschen Admirale und als Vertreter des Auswar- tigen Amtes der Chef des Protokolls Gelmidter Don Bülow-Schwante, ihre P^ße. Rach der Ankunft des Führers an der Gruft sprach derOberbefehlshaberderKriegSmarine
Generaladmiral Or. h. c. Raeder.
walten. m
Für die Zuspitzung der Lage zwischen der Volksfront und der Kapitalsfront ist die erstere zum großen Teil selbst verantwortlich. Für die Dolks- ront-Bewegung war es eine beliebte Losung in )er Wahlschlacht, die sogenannte Geldmauer oder die berühmten 200 Familien anzuklagen öie die Altbesitzer der Aktten der Bank von Frankreich waren, bevor die Volksfrontregierung die Satzungen der französischen Notenbank zu reformieren unternahm. Diese Reform hat sich mehr auf dem Papier als im Finanz- und Kreditleben selbst ausgewirkt. Die politisch starke Regierung Leon Blums gerat in eine immer schärfere Kampfstellun g , u d e n Geld Mächten, und wenn sie auch über den Regierungsapparat verfügt, so stehen den Geldmächten die Waffen des Kredites und des Anlagekapitals zur Verfügung; Kapital und Kredit sind aber zugleich ein unerläßliches Element der Finanzwirtschaft und beide Elemente werden dem ozialistischen Finanzminister Vincent A u r t o I beharrlich vorenthalten. Eine starke 5le'”s> rung, so ries Leon Blum in der nächtlichen mersitzung aus, und alle drei Monate eine Finanzkrise! .
Auch Finanzkrisen sind tragbar, wenn sie sich in der Kurve des Alltäglichen bewegen; sie werden bedrückend, wenn sie keinen Ausblick auf eine Lösung erkennen lassen, und sie werden bedenklich, wenn sie ins Währungspolitische über- pielen. Da die Regierung Blum das mit England und Amerika abgeschlossene Währunasschutzabkom- men zwischen dem Franken, dem Pfund Sterling und dem Dollar als einen der wichtigsten und brauchbarsten Bestandteil ihrer Finanzaußenpolttik ansieht, ist die Finanz- und Kreditkrise der Volks- frontregierung keine rein innerpolitische Angelegen-


