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Möglichkeit zur Ausmerzung der nicht den Zucht­anforderungen genügenden Datertiere zum Wohle der Gesamtzucht.

** Maien blasen. Vom Turme der Stadt­kirche wird am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr folgendes dargeHoten: 1. ChoralNun danket alle Gott", Johann Crüger, 1647; 2.Gott grüße dich", von Fr. Mücke; 3. Volksweise:Am Brunnen vor dem Tore", von Schubert. Das nächste Maien­blasen findet vom Turme der Johanneskirche statt.

** Sterb efälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Mai verstorben in Gießen: 2. Mai:

Wilhelmine Krämer, geb. Ludwig, 73 Jahre alt, Gnauthftraße 22; Hermann Trautwein, Lehrer i. R., 60 Jahre alt, Ebelstr-aße 29; Heinrich Heß, Schuh­macher, 83 Jahre alt, Hillebrandstraße 9. 3.: Fried­rich Menz, ohne Beruf, 67 Jahre alt, Edevstraße 30. 4.: Hildegard Ludwig, ohne Beruf, 36 Jahre alt, Liebigstraße 5. 7.: Marie Adam, geb. Dietz, Wwe., 77 Jahre alt, Liebigstraße 17. 11.: Lorenz Spitz, Lehrer i. R., 88 Jahre alt, Weserstraße 6. 14.: Karl Christ. Lorenz, Fuhrunternehmer, 28 Jahre alt, Bahnhofstraße 34; Katharine Bob, geb. Wagner, Wwe., 87 Jahre alt, Kaiserallee 2.

Aus der engeren Heimat.

Bei der Landdienstgruppe der HZ. in Geilshausen.

Schon viele Volksgenossen haben von dem groß­zügigen Werk der Hitler-Jugend, dem H I. - L a n d- dienst, gehört. Dem Bauer fehlen heute schon die notwendigen Arbeitskräfte, und eine weitere Ver­schlechterung dieses Zustandes kann sich für die Landwirtschaft und damit für unser Volk schlimm auswirken. Darum geht die HI. daran, junge Men­schen aus der Stadt, in denen noch irgendwie, weil ihre Vorfahren vielleicht Bauern waren, Liebe zur Scholle schlummert, aufs Land zu schicken und sie dort als landwirtschaftliche Lehrlinge einzusetzen. Don diesen kann man dann einmal hoffen, und wir haben schon genug Beweise für eine solche Möglichkeit, daß bei dem einen oder anderen die Verbundenheit mit dem Boden doch noch so stark ist, daß er einmal gewillt ist, die Landwirtschaft als Lebensberuf aufzufassen. Denn das ist das letzte Ziel dieses großen Werkes, junge Menschen aufs Land zu führen, weil es im Inter­esse unseres Volkes unbedingt notwendig ist.

So ist auch im Bereich des Bannes 116 in Geilshausen eine Landdienstgruppe in Stärke von neun Jungen eingesetzt worden.' Die Jungen tammen meist aus dem Rheinland bzw. dem Jndu- triegLbiet, einer aus Mainz. Ihr Laaer befindet ich im oberen Stock der Schule. Es steht ihnen ein Schlafraum mit Spinden und ein Tagesraum zur Verfügung. Für den Leiter der Gruppe ist ein be­sonderes Zimmer vorhanden. Die Jungen schlafen gemeinsam in ihrem Sagen Um 6 Uhr finden sie sich morgens beim Bauern zur Arbeit ein, und um 19 Uhr soll die Arbeit in der Regel beendet sein, damit sie gegen 20 Uhr in ihrem Laaer sein können. Es ist selbstverständlich, daß sich der Feierabend beim Bauern nicht so gnau einhalten läßt, wie etwa beim Handwerker, besonders in der Erntezeit. Das sieht jeder ein und das begreifen auch die Jungen selbst. In der Regel aber soll der Junge um 19 Uhr von der Arbeit entlassen werden, da zehn Stunden Arbeitszeit für ihn, der diese Arbeit gar nicht gewöhnt ist, reichlich genug sind, und da der Junge abends auch noch ein wenig mit seinen Kameraden zusammen fein soll.

Die Jungen, die nun schon fünf Wochen in Geils­hausen sind, haben sich für diese verhältnismäßig kurze Zeit sehr gut eingelebt. Die Landarbeit macht ihnen, wie sie beteuern, wirklich Freude. Sie helfen zunächst überall und sind eifrige Lehrlinge, so beim Hoffegen, Misten, Füttern, Kartoffelsetzen usw. Mit der Hitler-Jugend in Geilshausen stehen sie in gutem, kameradschaftlichem Verhältnis. Einmal in der Woche nehmen sie an einem Heimabend teil. Die Bauern sind mit ihnen restlos zufrieden. Ja, wir können jetzt schon ein herzliches, inniges Ver­hältnis zwischen beiden feststellen.

So scheint es, daß diesem großangelegten Versuch der HI., junge Menschen wieder mit dem Boden zu verwurzeln und sie später vielleicht einmal in irgendwelche Siedler stell en schicken zu können, der Erfolg nicht versagt bleibt.

Landkreis Gietzen.

X W i e f e d , 18. Mai. Bei ihrer d i a m a n t e - nenHochzeitist unseren Mitbürgern Lokomotiv­führer i. R. WilhelmLudwig und Frau Mar­garete, geb. Kolb, eine große Menge von Wünschen und Geschenken zuteil geworden. Erwähnt seien Schreiben des Führers und Reichskanzlers, des Reichsstatthalters, des Kreisdirektors des Kreises Gießen, des Reichs- und Preußischen Verkehrsmini­sters, der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., des Vereins Deutscher Lokomotivführer Berlin, der Orts­gruppe Gießener Lokomotivführer. Diese hatte auch einen schönen Präsentkorb geschickt und die Direktion Frankfurt a. M. ein ansehnliches Geldgeschenk. Der Ortsgeistliche überreichte von der örtlichen Kirchen­gemeinde einen Psalmspruch für den Tag im Rahmen und neben einem Glückwunschschreiben des Landes- kirchenausschusses ein Gesangbuch mit Widmung als Gabe der Landeskirche Nassau-Hessen.

$ Steinbach, 18. Mai. Durch den Bau der Reichsautobahn wird ein Teil des Stein­bacher Feldes zwischen Autobahn und Wald vom seitherigen Wegesystem abgeschnitten. Deshalb wird gegenwärtig eine Unterführung unter die Autobahn gebaut, um den Besitzern des Feldes die direkte Zufahrt zu ermöglichen. Es verkehrten des­halb in den letzten Monaten viele Lastautos auf der Zufahrtsstraße, die vom Dorfe dorthin führt. Dem gesteigerten Verkehr ist bedauerlicher Weife ein ur­altes Denkmal zum Opfer gefallen; es ist dies das steinerne Kreuz. Es stand an der Stelle, wo die alte Straße nach Lich und die Straße nach der Lehmgrube sich gabeln; der Weg heißt daher heute noch dersteinerne Kreuzweg". Anscheinend ist ein Auto dagegengefahren und hat den oberen Teil des Kreuzes abgebrochen. Die Pfarrchronik ent­hält eine Zeichnung des steinernen Kreuzes und berichtet, daß an den Eingängen des Ortes in alter Zeit sich überall steinerne Kreuze befunden hätten. Das letzte, damals noch erhaltene Kreuz (die Chro­nik wurde 1858 von Pfarrer Völker geschrieben) ist das vorstehend erwähnte Kreuz, bei dem es sich demnach nicht um ein sogenanntesSühnekreuz", sondern um einDorfkreu z" handelt. Als Denkmal aus alter Zeit verdiente es, erhalten zu werden.

"Y Watzenborn-Steinberg, 17. Mai. Hier fand in dem neuen Sanitätsdepot des Sani­tätszuges Watzenborn-Steinberg die Prüfung von sechs Sanitätern und elf Samarite­rinnen unter Leitung des Zugführers Karl Bur- g e r statt. Der Prüfung wohnten bei Kreiskolonnen- führer Kratz (Gießen), Kreisführerin von Ra­benau und die Vorsitzende vom Alicensrauenoer- ein Gießen, Frau Giese, sowie die hiesige Ge­meindekrankenschwester. Die Ausbildung lag in den Händen der beiden hiesigen Aerzte Dr. Fabel und Dr. Heil. Die Prüfung bestand aus einem theo­retischen und einem praktischen Teil, alle Prüflinge bestanden. Anschließend dankte Dr. Heil allen Prüflingen für ihre aufmerksame Tätigkeit wäh­rend des Unterrichts. Das Schlußwort klang mit einem Sieg-Heil auf den Führer aus. Nach der

Prüfung fand im kleinen Saale des VolkÄhalle eine schlichte Nachfeier statt, bei der die Samariterinnen es verstanden, bei einem Imbiß ihren Gästen einige recht kameradschaftliche Stunden zu bereiten. Die ordentliche Jahreshauptversammlung des hie­sigen Geflügelzuchtvereins fand am Sams­tagabend imGoldenen Stern" statt. Aus dem Ge­schäftsbericht des Vereinsführers Karl Philipp IV. war zu entnehmen, daß der Geflügelzuchtoerein mit 'feinen 63 Mitgliedern auf ein Geschäftsjahr von be­sonderer Bedeutung zurückblicken kann. Das Jahr 1936 war das Jubiläumsjahr, in dem der Verein sein 25jähriges Bestehen feiern konnte. Außerdem war dem Verein die 4. Kreisgeflügelschau übertra- aen worden, die zur vollsten Zufriedenheit aller Aussteller durchgeführt wurde. Einige Züchter konn­ten mit ihrem Zuchtmaterial auf der Landesgeflü­gelschau in Frankfurt a. M. recht gute Erfolge er­zielen. Die Abrechnung der 4. Kreisschau, vorgetra­gen von Heinrich Pfeiffer, wurde von den Züchtern Georg Jammer und Karl Häuser für richtig befunden und der gesamten Ausstellungs­leitung Entlastung erteilt. Die Abrechnung des Ver­einsjahres schließt mit einem Plus ab. Die von der Reichssachgruppe überlieferten Satzungsänderungen wurden einstimmig angenommen. Von einer dies­jährigen Lokalausstellung wurde Abstand genom­men. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde be­schlossen, einen Lehrausflug durchzuführen, sowie einen Familienabend wie im vergangenen Jahr zu veranstalten. In üblicher Weise schloß der Dereinssüh- rer die Jahreshauptversammlung. Die diesjährige Haupt körung des Faselviehes fand dieser Tage im Hofe der Bürgermeisterei statt. Hieran beteiligten sich die Gemeinden Steinbach, Hausen, Garbenteich, Leihgestern und Watzenborn-Steinberg. Es wurde zum Teil recht gutes Zuchtmaterial vorgeführt. Das hiesige Faselviel sand unter der fachmännischen Pflege seines Faselwärters besondere Anerkennung. In der Schlußansprache betonte Dr. Wagner vom Tierzuchtamt Gießen, daß der Fas^lbestand der hie­sigen Gemeinde als mustergültig bezeichnet werden könne.

Allendorf (Lumda), 18. Mai. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt in der Gast­wirtschaft von Muth ihre Jahreshauptversammlung ab. Oberbrandmeister Kehr erstattete den Jahres­bericht vom ab gelaufenen Geschäftsjahr. Daraus ging hervor, daß die Wehr mit einem Bestand von 48 aktiven und 8 passiven Mannschaften in das Ge­schäftsjahr eintreten konnte. Im ab gelaufenen Jahre waren zwei Mitglieder neu eingetreten, während drei ausschieden, darunter einer durch Tod; das An­denken des Verstorbenen wurde in der üblichen Weife geehrt. Die notwendig gewordene große Schiebeleiter wurde durch die Stadt beschafft. Zu den im vergangenen Jahre abgehaltenen sechs Uebungen wurde die Pflichtfeuerwehr viermal her­angezogen. Einmal mußte die Wehr zur Bekämp­fung eines Schuppenbrandes ausrücken. Die Jahres­rechnung, von dem Rechner Kamerad Bergen ver­lesen und von den Rechnungsprüfern Kameraden Hofmann und Volck geprüft, ergab ein gün­stiges Bild es verblieb ein Ueberfchuß und führte zu keinen Anständen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und dem Rechner für feine vor­bildliche Geschäftsführung Dank ausgesprochen. So­dann wurde beschlossen, daß die Wehr an der Herbsttagung am 7. und 8. August gelegentlich der Feier des 40jährigen Bestehens der Wehr zu Nie - der-Bessingen geschlossen teilnimmt und daß die Wehr bei der Oberhessischen Feuerwehrtagung am 19. und 20. August in Büdingen durch zwei Kameraden vertreten werden soll. Auf Anordnung des Kommandos findet am 23. Mai in den frühen Morgenstunden eine Waldbrandübung statt. Nach Besprechung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung in der üblichen Weise ge­schlossen.

4- Grünberg, 18. Mai. Hier wurde in der Nacht zum Dienstag ein Einbruch auf der Oberen Ziegelhütte" verübt. In dem alleinstehen- den Anwesen, das zwei Kilometer östlich Grünberg am Waldrande an der Straße nach Mücke liegt, war Tanzvergnügen gewesen. Als nach dessen Schluß der Besitzer zur Ruhe gegangen war, hörte er nach kurzer Zeit es war nach drei Uhr mor­gens verdächtiges Geräusch an der Tür seines Schlafzimmers. Auf fein Rufen ergriff der Ein­brecher d i e Flucht, nachgesandte Schüsse ver- fehlten ihr Ziel. Spätere Feststellungen ergaben, gaß einige Türen offenstanden und der Einbrecher in mehreren Räumen vergeblich gesucht hatte. Man vermutet, daß der Einbruch von einem Ortskundi­gen versucht wurde, der es auf die Tageseinnahme des Wirtes abgesehen hatte. Die polizeilichen Er­mittlungen sind im Gange.

ch Lich, 18. Mai. Einer jahrzehntealten Sitte gemäß unternahm die Sängervereinigung C ä c i l i a" in den Morgenstunden des zweiten Feiertags ihren traditionellen Pfing st rund- gang. Auf den freien Plätzen der Stadt wurden Chöre oorgetragen, die von den Bewohnern mit großer Freude ausgenommen wurden. Für den ver­hinderten Chorleiter hatte Sangesbruder Hermann Uhrhan die Leitung des Chors übernommen. Ein anschließender Frühschoppen imGoldenen Engel" vereinigte die Sänger für einige Stunden in echter Volksgemeinschaft.

Kreis Schotten.

(D Ulrichstein, 18. Mai. Während der letzten Wochen hat hier unter Leitung von Dr. med. N i - c o l a i ein Ausbildungskursus zur Gewinnung weiblicher Hilfskräfte des Deutschen Roten Kreuzes stattgefunden, an dem sich eine stattliche Anzahl Frauen und Mädchen beteiligt hatte. Zum Abschluß des Kursus erfolgte eine Prü­fung, die ein gutes Ergebnis hatte und zeigte, daß sowohl der ausbildende Arzt, als auch die Kursisten in jeder Beziehung ihre Pflicht erfüllt hatten. Die Prüfung wurde abgenommen von der stellvertreten­den Landesleiterin der weiblichen Hilfskräfte Frau D r a u d t (Darmstadt), der Kreisvorsitzenden des Alice-Frauenverein Frau W'i d m a n-n (Schotten), d^r Kreisgruppenleiterin Schwester Ella Puth (Schotten), dem Vorsitzenden des Kreismänneroer­eins des Deutschen Roten Kreuzes Dekan Wid­

mann (Schotten) und von dem Kreiskolonnen­führer Medizinalrat Dr. Jockel (Schotten). Als Gäste hatten sich eingefunden die Kreisfürsorgerin Schwester Erna (Ulrichstein), der Vorsitzende des Ortsmännervereins vom Deutschen Roten Kreuz Pfarrer Stutz (Mrichstem), der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Tierarzt Meiski (Ulrichstein), die Leiterin der NS.-Frauenfchaft Frau Meiski (Ul­richstein) und ein Vertreter der Sanitätsgruppe Ul­richstein. Nachdem die Kurfistinnen für bestanden erklärt waren, wurden sie durch die Kreisvorfitzende zu Samariterinnen des Deutschen Roten Kreuzes ernannt; die stellvertretende Landesleiterin über­reichte ihnen die Armbinden und die Broschen; beide sprachen ihre Freude und Anerkennung für das Ge­leistete aus und dankten besonders Dr. Nicolai für die hingebungsvolle Arbeit. Zum Schluß sprach noch der Vorsitzende des Kreismännervereins über die Pflichten und Aufgaben der Samariterinnen und brachte auf den Führer als den Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes ein dreifkches Sieg-Heil aus. Darnach fand noch ein gemütliches Beisam­mensein statt.

Kreis Schotten.

# Groß-Eichen, 17. Mai. Hier ereignete sich gestern an einer unübersichtlichen Stelle der Orts­straßen ein Zusammen st zwischen einem Motorradfahrer namens Lehr aus Dort­mund und dem Personenauto des Heinrich Hofmann aus Sellnrod. Bei dem Zusammenstoß erlitt der Motorradler eine Fleischwunde am linken Oberarm, die ärztliche Hilfeleistung erforderlich machte. Im übrigen verlief der Unfall noch glimpf­lich. Die Ursache des Unglückfalls soll in mangel­hafter Richtungsmarkierung an dieser schwierigen Straßenstelle liegen, an der sich schon mehrfach Ver­kehrsunfälle ereigneten.

Kreis Wetzlar.

* Atzbach, 18. Mai. In einem Anfalle von Schwermut stürzte sich hier eine 29 Jahre alte Frau aus dem Fenster ihrer Wohnung. Die Bedauernswerte mußte mit schweren inneren Verletzungen der Chirurgischen Klinik in. Gießen zugeführt werden.

Kirche und Schule.

Landkreis Gießen.

$ Steinbach, 18. Mai. Die Konfirmanden, die Pfingsten 1887 in unserer Kirche von dem damatt- gen Pfarrer Georgi eingesegnet wurden, der seine letzte Ruhestätte auf unserem Gottesacker 1897. fand, haben am ersten Pfingstfeiertage ihre goldene Konfirmation gefeiert. 23 Kon­firmanden wurden damals, am 29. Mai 1887, hier konfirmiert. Ein großer Teil ist verzagen, acht sind verstorben. Zu dem Gottesdienst der goldenen Kon­firmation waren die alten Schul- und Konfirman­denkameraden und Kameradinnen aus Steinbach und der näheren und weiteren Umgebung erschie­nen. Bei der Feier predigte Pfarrer Döll, auch sang der Evangelische Frauenchor unter Leitung

von Musiklehrer Schleuse. Don den am Erschei­nen Verhinderten lagen Grüße und Segenswünsche vor. Am Nachmittag waren die alten Freunde und Freundinnen und ihre Angehörigen im Saale von Deuker noch einige Stunden beisammen und tausch­ten Erinnerungen aus. Sparkassenrechner Mack hatte alle Vorbereitungen getroffen.

s. Lang-Göns, 17. Mai. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes am zweiten Feiertage standen die goldenen Konfirmanden, die vor 50 Jah­ren, also zu Pfingsten 1887, von dem damaligen Pfarrer Dekan Dr. Strack eingesegnet wurden. Es waren damals 22 junge Menschenkinder. Die Hälfte von ihnen ist schon gestorben. Von den restlichen 11 leben 4 auswärts, einer in Amerika. Die meisten hatten sich eingefunden, um das goldene Jubiläum ihrer Konfirmation zu feiern. Der Ortsgeistliche legte seiner Predigt das Schriftwort von 1887

RUHL Seltersweg Nr. 67 I

adfio Telephon Nr. 3170 I

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(Offenbar. Joh. 2, 10),Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben" zu­grunde. Der Verstorbenen wurde besonders feierlich gedacht. Der Kirchenchor, unter Leitung von Weiß- binbermeifter Boller, der selber zu den goldenen Konfirmanden gehörte, verschönte die Feier durch zwei Chöre. Anschließend gingen die alten Konfir­manden zum heiligen Abendmahl.

# Staufenberg, 17. Mai. Am zweiten Pfingstfeiertag fand in der Kirche zu Kirchberg dis Feier der goldenen Konfirmation der vor 50 Jahren konfirmierten Männer und Frauen statt. Don den damaligen 64 Konfirmanden waren 28 bei der Feier zugegen, einschließlich der Zugezoge- nen aus dem ganzen Kirchspiel, das die Orte Lol­lar, Ruttershausen, Staufenberg, Daubringen und Mainzlar umfaßt. Die Predigt bei der Konfirma­tionsfeier hielt Pfarrer Metzler.

Rundfunkprogramm.

Donnerstag, 20. Zitat

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkon­zert. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Blasmusik. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Bunter Melodienreigen. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Deutsche in Busch, Sand und Steppe". Vortrag von Dr. Alfred Lehmann. 18.15: Unterhaltungsmusik. 18.45: 2. Vorbericht zur Reichsnährstandsschau 1937. 19:Nikolaus von Horthy". Von Dr. Hermann Mar- tinftetter. 19.15: Froher Feierabend. 19.40: Der Zeit­funk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Musik für alle. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende­bezirk). Grenzecho. 22.30: Unterhaltungskonzert

Das Wintechilsswerk1936/37 im Kleis Weitem».

Oie Kreisführung meldet erhöhtes Aufkommen!

Nachdem vor kurzem der Letter des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt dem Führer die ersten Abschluß- ziffern des WHW. des deutschen Volkes 1936/37 melden konnte und weiterhin auch die Gauführung des WHW. erste Abschlußziffern der Oeffentlichkejt übergeben hat, ist nunmehr auch die Kreisfüh- r u n g d e s WHW. für das Gebiet d e s politischen Kreises Wetterau in der Sage, nach erfolgten Abschlußarbeiten nähere Ziffern be­kanntzugeben. Aus diesen Zahlenangaben, die natürlich nur das Wichtigste erfassen und aus Raumgründen auf Vollständigkeit keinen Anspruch erheben können, kann jeder Volksgenosse auch für unser Kreisgebiet feststellen, daß die in diesem Jahre erhöht aufgekommenen Spenden, sowohl geldlicher wie sachlicher Art, restlos dem von den Spendern vorgesehenen Zweck zugeflossen sind. Gegen das Vorjahr allerdings verschieben sich die Ziffern wesentlich, da durch die Zusammenfassung der früheren politischen Kreise Gießen und Fried­berg zum Kreise Wetterau die in der nunmehrigen Kreisführung zusammenfließenden Zahlen und An­gaben natürlich den fast doppelten Kreis an Ein­wohnern und Betreuten betreffen.

3m Rahmen des letzten Whw. wurden im kreis Detterau in 95 Ortsgruppen und Stüh, punkten etwa 18 000 Volksgenossen unterstützt.

Für die Betreuung dieser großen Zahl von Men­schen standen dem WHW. in den Ortsgruppen durchweg nur ehrenamtliche Heiser zur Verfügung. Diese etwa 1500 Mitarbeiter, die auf eine mehr­jährige Tätigkeit im Rahmen der NSV. und des WHW. zurückblicken können, bieten die Gewähr dafür, daß die Betreuung jedes einzelnen Volks­genossen durchaus persönlich 'abgestimmt ist. Sie sind auch weiterhin, zusammen mit den verantwort­lichen Ortsführungen und der Kreisführung, die Garanten dafür, daß die Mittel der Oeffentlichkeit im Rahmen des WHW. nur an wirklich Bedürftige zur Verteilung gelangen. Daß natürlich bei der Zahl der Betreuten hier und da auch einmal ein Fehlgriff Vorkommen kann, läßt sich nicht ver­meiden. An die obengenannten 18 000 Volksgenossen gelangten innerhalb unseres Kreisgebietes u. a. z. B. zur Verteilung:

23 841 Zentner kohlen, 23 571 Zentner Briketts» zusammen mithin 47 412 Zentner Brennstoff.

Diese Brennstoffunterstützung gelangte vornehm­lich in den Städten des Kreises zur Ausgabe. Es blieben z. B. in der Stadt Gießen 13 742 Zentner, Bad-Nauheim 4945 Zentner, Friedberg 3887 Zent­ner, Butzbach 910 Zentner und so fort.

Die nachstehenden Angaben über die zur Ver­teilung gelangten Lebensrnittel enthalten außer den Menaen, die an die im Kreise betreuten Volks­genossen zur Ausgabe gelangten, auch die Mengen, die aus unseren Lagerbeständen heraus an Zuschuß­kreise unseres Gaues gesandt wurden, um dort vor­handene noch größere Not lindern zu helfen. Auf­gekommen und ausgegeben wurden von der Kreis­führung Wetterau z. B.:

21 875 Zentner Kartoffeln, 53 059 Eier, 28 792 Brote. 20 169 Dosen Fischkonserven, 38 278 kg Mehl. 19 546 kg Zucker. 12 730 kg wurst, konserven. 10 982 kg Fische. 10 812 kg Rudeln, 10 250 kg Hülsenfrüchte, 4101 kg Gemüse. 4095 Dosen Fleischkonserven. 3025 kg Margarine und Schmalz, 571 kg Gemüsekonserven, 516 Stück wild, dazu noch weitere 28 906 kg Gerste, Graupen, Grieß, Reis, Grünkern, Haferflocken. Malzkaffee. Marmelade usw.. außerdem noch 5000 Weihnachtspakete. 7000 Milchgutscheine und 12 000 Heringe.

AuKr diesen direkt verteilten Lebensmitteln wur­den noch 18 598 Wertgutscheine zu je 1 RM. aus- gegeben. Je nach Notwendigkeit einer weiteren zu­sätzlichen Unterstützung an Kleidungsstücken kamen durch die Kreisführung innerhalb des Kreisgebietes zur Verteilung u. a.

3603 paar Schuhe, 3404 paar Erstlingsgarni­

turen. 3188 Meter Wäsche- und Kleiderstoffe.

1414 Frauenkleider, 762 Mäntel, 118 Anzüge.

Jedem einsichtigen und aufmerksamen Volksge­nossen wird beim Betrachten dieser Zahlen ohne weiteres klar sein, daß die Durchschnittsziffer, die der Hauptamtsleiter Pa. H i I g e n f e I b t für die einzelnen unterstützten Familien mit 120 RM. an­gegeben hat, in unserem Kreisgebiet sicherlich von fast allen Unterstützten auch erreicht worden ist.

Die zur Ausgabe gelangten Lebensmittel und Sachwerte sind nur zum Teil direkt durch Samm­lungen aufgebracht. Zu einem sehr wesentlichen Teil wurden sie auch zentral aus den auf gekomme­nen Geldspenden beschafft.

Wie groß der Einfluß der Führung des WHW. auf dem deutschen Arbeitsmarkt durch diesen Ein­kauf ist, hat gerade wieder die Reichsführung in den letzten Tagen in verschiedenen aufschlußreichen Artikeln in der Presse zum Ausdruck gebracht.

Auch im Kreise Wetterau, aus dem durch die Presse unseres Heimatgebietes ja schon aus man­cher Ortschaft und aus manchem Betrieb einzelne Ziffern über das Aufkommen von Geldspenden ver­öffentlicht worden sind, läßt sich nunmehr nach Ab­schluß der Bücher das erfreuliche Ergebnis fest­stellen, daß

gegenüber den Vorjahren eine Steigerung der Geldspenden erreicht worden ist.

So sind, um die hauptsächlichsten Zahlen zusammen- gefaßt festzustellen, im letzten Jahre im Kreis Wetterau aufgekommen aus den

RM.

Reichsgeldsammellisten 18 499,82

Eintopfspenden......... 90179,41

Reichsstraßensammlungen (Plaketten­

verkauf, Tag der nationalen Soli­

darität) ........... 119 243,76

Lohn- und Beitragsspenden (letztere, so­weit sie direkt an die Kreisführung abgefuhri wurden)....... 132 443,95

zusammen: 360 366,94

Die Höhe dieses Spendenaufkommens aus unserem Kreisgebiet ist ein Beweis dafür, daß unendlich viele Wenig zusammengetragen einen Strom von Kraft geben, mit dem sich Großes schaffen läßt. Die hier genannten Zahlen sind, wie schon betont, nur ein Auszug, der dem Leser in großen und wichtigen Zügen vermitteln will, was durch seine Mithilfe durch das WHW. unseren Bedürfttgen im Kreis Wetterau Gutes getan werden konnte. Sie sind darüber hinaus ein Dank an alle opfer­bereiten Spender, die sich dem Rufe der Volks­gemeinschaft nicht verschlossen haben. Sie sind weiterhin durch die mit diesen Zahlen verbundene Arbeit auch ein Dank an die vielen namenlosen Helfer, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit in jeder freien Stunde, ohne Rücksicht auf persönliche Interessen, in den Dienst dieser Gemeinschaftsleistung gestellt haben. Uns allen aber vermittelt dieses gün­stige Ergebnis die Gewißheit, daß wir, wenn mir fest zusammenstehen. Großes erreichen können, und diese Gewißheit wollen wir. nunmehr auch die die Sommerarbeit der NSV. hinübertragen und danach handeln. B.