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dem Islam": der Duce seiFreund und Beschützer" der Mohammedaner!

Die zu erwartende stark mißfällige Reaktion in England ist nicht ausgeblieben. ImDaily Tele­graph", der öfters von konservativen Regierungsmit­gliedern als Sprachrohr benutzt wird, heißt es: Italien macht gegenwärtig dem Nahen Osten den Hof und hält es für nützlich, alle interessierten West­mächte als konkurrierende Mitbewerber zu beleidigen." Dazu kommt die jetzt im Gange befindliche Be­festigung der Insel Pantelle ria, die mitten in dem schmalen Durchgang zwischen Sizilien und Tunis, in einer wirksameren Sperrstellung als das englische Malta, liegt. Mag die Litoranea mehr eine Demonstration mit politischer Abzweckung sein Pyntelleria ist ein bedeutsames Stück realer italie­nischer Mitelyieerstrategie, und beides ist als Ant­wort auf das große englische Rüstungsprogramm zu bewerten.

Mussolini ei öffnet die Muster­messe in Tripolis.

Tripolis, 17. März. (DNB.) Die feierliche Einweihung der internationalen Mustermesse in Tripolis bildete einen Höhepunkt der Libyenreise des italienischen Regierungschefs. Mussolini wurden, wo immer er sich zeigte, begeisterte Huldigungen dargebracht. Kein Schaufenster, kein Haus, das nicht sein Bild schmückte. Der Duce betrat nach der Enthüllung eines mächtigen Standbildes des Julius Cäsar zunächst den Pavillon Rom und dann nach einem Besuch im Pavillon Palermo den großen deutschen Stand, den er gleichfalls eingehend besichtigte. Starke Anteilnahme fand auch der ost­afrikanische Pavillon, der mit 800 Quadratmeter Fläche schon als Bauwerk an sich einen starken Ein­druck vermittelt.

Nach einer halbstündigen Besichtigung richtete Mussolini eine auf alle italienischen Sender über­tragene Ansprache an die Eingeborenen. Er erinnerte an den gewaltigen Wandel, der sich seit seinem ersten Besuch vor elf Jahren vollzogen hat. Heute wehe vom Mittelmeer bis zur Oase Kufra die italienische Trikolore. Unter ihrem Schutz könnten wie die italienischen Kolonisten auch die arabische Bevölkerung ihrer friedlichen Ar­beit nachgehen, da sie wisse, daß ihre Sitten und Bräuche und ihre Rekigon gleichfalls respektiert werden. Die neue gigantische Küsten st raße sei ein weiterer Beweis für den Aufbau des imperialen Italiens, das auch in schwersten Stunden der jüng­sten Vergangenheit sich von niemandem in die Knie habe zwingen lassen. Mit sehr scharfen Worten wandte sich Mussolini dann gegen die Hetze, die seine Libyenreise in gewissen aus­ländischen Blättern ausgelöst habe. Eine solche beklagenswerte Alarmkampagne und ein der­artiger hysterischer Komplex könne nur Mißtrauen Hervorrufen und den Frieden zwischen den Völkern stören. Seine Reise lege jedoch Zeugnis ab von dem imperialen Willen Italiens, einen Willen, den männliche Völker immer gehabt haben und immer haben werden. Italien wünsche mit allen Völkern in Frieden zu leben und mit denen zusammenzuarbeiten, die den Willen dazu zeigten. Es rüste zu Wasser und zu Lande nur deshalb, weil es dem Beispielder anderen folgen müsse. Das italienische Volk wolle Frieden, weil es in zäher Arbeit eine ungeheure Aufgabe zu lösen habe.

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Giornale d'Jtalia betont, Mussolini habe die un- ruhLstiftende Polemik französischer und englischer Blätter Lügen gestraft. Die neue Küstenstraße sei ein Sinnbild der europäischen Kultur, die den Segen der Arbeit auch dem schwarzen Erd­teil zuteil werden lasse. Von dieser friedlichen Durchdringung des Landes hätten sich alle sachlich urteilenden ausländischen Begleiter des Duce überzeugen können. Zwischen den Italienern und den Eingeborenen herrsche eine Eintracht, die nicht auf der Gewalt der Waffen beruhe, sondern vornehmlich auf der Macht des friedlichen kulturellen Einflusses. Diese Befriedung sei durch eine ver­ständnisvolle Einstellung gegenüber der mohammedanischen Bevölkerung erzielt worden. Seitdem Italien nach der Eroberung von Aethiopien über noch mehr Mohammedaner regiere, seien seine Beziehungen zu den arabischen und mohammedanischen Ländern zur bedeutendsten Tagesfrage geworden. Italien werde aber auch dieses Problem zu lösen wissen: denn es erstrebe mit den Nationen des Islam dieselbe versöhnliche Zusammenarbeit wie in Libyen, um das Gleichgewicht und die Ordnung in den Europa benachbarten asiatischen und afrikanischen Ländern und Meeren zu verbürgen.

Schwere Streikunruhen in Chikago.

C h i k a g o , 18. März. (DNB. Funkspr.) Mitt­woch kam es zu schweren Streikunruhen, wie sie Chikago seit einer Reihe von Jahren nicht mehr erlebt hatte. Die Ursache war ein Angriff von streikenden Kraftdroschkenfahrern auf Kameraden, die sich am Streik nicht beteiligen wollten. Die Streikenden stürzten sich auf zahlreiche in Betrieb befindliche Kraftdroschken, mißhandelten die Fahrer, schleuderten gegen alle vorbeifahrenden Automobile Steine, warfen einen Autobus um und setzten mehrere umgestürzte Fahrzeuge in Brand. Die Spiegelscheiben zahlreicher Schau­fenster wurden zertrümmert. Die Polizei war ge­zwungen, in die Menge der Streikenden hinein­zureiten, um sie zu zerstreuen. Durch die Unruhen war der Verkehr im Geschäftsviertel mehrere Stun­den lang gestört. Der Streik der Kraftdroschken­fahrer dauert schon den 12. Tag.

Das Sündenbabel der neuen Welt.

Amerika ist und bleibt dasLand der unbegrenz­ten Möglichkeiten". Aber nicht nur in gutem Sinne. Was diesseits des großen Teiches nahezu unmöglich erscheint, wird in der Neuen Welt kaum als Sensa­tion empfunden. Wir denken dabei insbesondere an den neuen Beleidigungsfeldzug der Neuyorker Ju­den gegen das nationalsozialistische Deutschland und seinen Führer. Durchstechereien und Betrügereien pflegen sich drüben sehr oft auch in ziemlich weit gesteckten Grenzen zu halten. Allerdings hört man von besonderenLeistungen" der Unterwelt Neuyorks und Chikagos schon seit längerer Zeit nichts mehr, wenn auch der Gangster noch längst nicht ausgestorben ist, vielmehr neuerdings noch in Laguardia Dickstein, Wise und anderen Juden poli­tisierende Bundesgenossen gefunden hat. Dagegen ist man inSanFranzisko einem Skandal auf die Spur gekommen, der selbst dem abgebrühtesten Pankee die Zornesader anschwellen lassen dürfte. Ein großer Teil der Polizei, so ist festgestellt worden, stand hier in den D i e n st e n der Un­terwelt, die vom Bordellunternehmer über den Buchmacher bis zum Spielhöllenbesitzer reicht. Welche Elemente um Kavaliere dieser Art gruppiert

Oie spanischen Bolschewisten wollten Marokko verschachern.

Landeöverräierisches Angebot Valencias von England und Frankreich abgelehni.

Salamanca, 17.März. (DRV.) Die spanische nationale Presse veröffentlicht ein Dokument, das der sogenannteAußenminister" der bolschewistischen Machthaber, del Vayo, den Vertretern Englands und Frankreichs im Völker­bund auf der letzten Ratssitzung überreicht hat. 3n dem Dokument wird eine aktive Zusam­menarbeit mit England und Frankreich vor­geschlagen, zu welchem Zweck die bolschewistischen Machthaber bereit wären, auf dem Gebiet des wirtschaftlichen Wiederaufbaues wie in militärischer Hinsicht die Interessen der beiden Großmächte zu berücksichtigen. Ebenso wären sie bereit, zusammen mit England und Frankreich die Möglichkeit einer Aenderung der augenblicklichen gebietsmäßigen Verhältnisse in Ma­rokko zu untersuchen (!), wobei eine solche Aende­rung ausschließlich England und Frank­reich zugute kommen sollte. Die bolschewi­stischen Machthaber seien der Meinung, daß eine territoriale Neugestaltung in Spanisch-Marokko die internationalen Schwierigkeiten beseitigen fönnfe.(H) Sollten die englische und die französische Regierung diese Vorschläge aufnehmen, so wären sie auch ver­antwortlich für die Ergreifung irgendwelcher Mittel zur Verhinderung einer deutsch-ita­lienischen Intervention. (!!) Del Vayo behauptet, seine Auftraggeber seien mit allen Be­mühungen einverstanden, die eine fremde Ein­mischung in Spanien beseitigen, weshalb sie sich

bereit erklärten, den Vorschlag anzunehmen, wonach bis zu einem noch festzusehenden Zeitpunkt sämt­liche in Spanien kämpfenden Ausländer ohne Aus­nahme abbefördert werden sollten.

Im nationalen Spanien hat das oben wieder­gegebene schamlose Angebot der Bolschewisten großes Aufsehen und Entrüstung erregt. Es wird als glatter verrat der spani­schen Interessen angesehen, wobei insbeson­dere die beabsichtigte Abtretung Spanisch- Marokkos durch die bolschewistischen Machthaber aufs energischste zurückgewiesen wird. Auch nicht einen Augenblick lang erwogen."

London, 17. März. (DNB.) Reuter bestä­tigt, daß eine derartige Note tatsächlich am 9. Februar Eden und Delbos vom sogenannten Außenminister" der bolschewistischen Machthaber in Spanien in Gens übergeben worden ist. Die britische Regierung habe hierauf Valencia nicht geantwortet, da der Vorschlag auch nicht einen Augenblick lang weder von der britischen, noch von der französischen Regie­rung erwogen worden sei, weil er im Wider- spruch z u den D e r t r a g s v e r p f l i ch t u n- gen der französischen und britischen Regierung stand. Eine Anwort dieses Inhalts werde in Kürze an die bolschewistischen Machthaber in Valencia abgehen.

sind, braucht nicht erläutert zu werden. Man ließ sich von allen Seiten spicken und bestechen, so daß die Unterwelt sich des allerbesten Schutzes bei ihrem dunklen Gewerbe erfreute. Millionen müssen um- gesetzt worden sein, hat man doch bei einem Polizei­beamten bereits ein Vermögen von 200 000 Dollar festgestellt. Will San Franzisko seinem alten Ruf, das Sündenbabel des amerikanischen Kontinents zu sein, einen neuen Glanz verleihen? Läßt es der traurige Gegenwartsruhm der Judenmetropole Neu- york nicht schlafen?

Vorposten

-er britischen Luftwaffe?

Als einSuperlativ von Frechheit" muß es ge­wertet werden, wenn jetzt von anscheinend recht ein­flußreichen Kreisen in Frankreich und in England versucht wird, den von Belgien selbst, und zwar durch den Mund des Königs ausgesprochenen Wunsch nach Neutralität und jedenfalls nach Frei­heit von militärischen Büdnisverpflichtungen so um­zufrisieren, daß Belgien in aller Form zu einem Vorposten der enalischen Luft- und der französischen Landmacht wird. Das ehrenwerte Mitglied des englischen Unterhauses Sir Hugh Seely hat von der Möglichkeit gesprochen, daß englische Flugzeuge im direkten Flug über Bel­gien doch sehr viel schneller in das Ruhrgebiet und nach Berlin kämey als bei einer langweiligen und vielleicht nicht ganz un­gefährlichen Fliegerei um Belgien herum. Die Times" hat dieser Tage beziehungsreich aus Paris gemeldet, daß ein Schutz Belgiens nur dann wirk­lich verbürgt werden könne, wenn vor dem Eventualfall die nötigen bindenden Ab­reden der General st äbe getroffen sei. Was würde man sagen, wenn ein deutscher Politiker oder eine deutsche Zeitung ähnlich spräche?

Oie Katiberftärke für Schlachtschiffe.

Uik die qualitative Rüstungsbegrenzung.

London, 18. März. (DNB. Funkspruch.) Die Times" berichtet aus Tokio, daß die japanische Regierung sich entschlossen habe, die britische Forde­rung auf Begrenzung der Kaliber stärke auf 14 Zoll (35,6 Zentimeter) abzulehnen. Das Blatt erklärt, daß es falsch sei, Japan allein wegen seiner Ablehnung des Washingtoner Vertrages zu tadeln. Wäre Japan nicht voran­gegangen, hätten Frankreich oder Italien ebenso gehandelt und selb st England hätte den Londoner Vertrag von 19a0 nicht erneuert Beiden Verträgen hafte nämlich der Fehler an, daß man eine quantitative Rüstungsbegrenzung ver­sucht habe. Eine qualitative Begrenzung habe vor allem den Vorzug, daß sie keinerlei diszipli­nierende Vorschriften enthalte. Ein folches Abkom­men könne daher von ungeheurem Wert sein. Es bestehe natürlich nur wenig Aussicht f ü r eine Annahme, wenn eine bedeutende See­macht sich fernhalte. Wenn nicht alle Mächte sich auf ein Kaliber von 14 Zoll (35,6 Zentimeter) einigten, bleibe es bei der 16-Zoll-Be- grenzung (40,6 Zentimeter). Nichts beeinflusse die Ausgaben für die Flottenrüstungen so, wie die Größe der Schlachtschiffe und ihrer Geschütze. Alle anderen Beschränkungen bei Kreuzern und anderen Schiffen seien zwar nützlich, aber doch von geringerer Bedeutung. Eine Rückkehr zum Kaliber von 16 Zoll (40,6 Zentimeter) werde unvermeidlich später bei der einen oder anderen Macht zu dem Entschluß führen, austechnischen Gründen" über 35 000 Tonnen hinauszugehen. Dann werde es kein Halten in dem Wettrüsten mehr geben. In den nächsten 14 Tagen werde es sich zeigen, ob das schlimmste Hebel noch vermieden werden könne.

Mordanschlag

auf einen französischen Diplomaten.

Paris, 17. März. (DNB.) Auf den -früheren französischen Botschafter in Rom Graf Chambrun ist am Pariser Nordbahnhof ein Revoloeranschlag verübt worden, als er im Begriff war, in Begleitung seiner Frau und eines Freundes nach Brüssel zu reisen. Er wollte sich an einem Zeitungskiosk noch Zeitschriften besor­gen. In diesem Augenblick drängte sich e i n e F r a u an ihn heran und schoß auf ihn. Der Schuß traf Chambrun in der Leistengegend. Der Botschafter rief:Verhaften Sie diese 'Person". Ein Schlaf­wagenschaffner hielt die Frau fest. Sie wurde der Bahnhofspolizei übergeben. Der Botschafter wurde nach feiner Einlieferung ins Krankenhaus operiert. 'Sein Zustand soll nicht besorgniserregend sein.

Frau F o n t a n g e, die den Revoloeranschlag verübte, ist die Tochter eines in Frankreich bekann­ten Malers. Sie ist von ihrem Manne geschieden und befaßte sich seit einigen Jahren mit journalisti­schen Arbeiten. In französischen und ausländischen Blättern veröffentlichte sie von Zeit zu Zeit Repor­tagen. Beim Verhör erklärte sie, daß es sich beim Anschlag u*n einen persönlichen Rache- a k t gehandelt habe. Sie bedauere nur, den ehe­maligen Botschafter nicht getötet zu haben, aber die zweite Kugel sei im Revolverlauf stecken geblie­ben.

Deutsche Minderheiteupolitck in Oberschlesien.

Oberpräsident Wagner zum Ablauf des Genfer Schutzabkommens.

Breslau, 17. März. (DNB.) Bei einer Tagung der Provinzialräte von Nieder- und Oberschlesien gab Oberpräsident und Gauleiter Wagner folgende Erklärung ab, die von der Provinzialräten mit großem Beifall ausgenommen wurde:

Der bevorstehende Ablauf eines Teils des Genfer Abkommens vom 15. Mai 1922, insbesondere des Teiles 3, welcher den völkischen Minderheiten besondere Schutzrechte gewährt, veranlaßt mich, auf folgendes hinzuweisen: Die in Westoberschlesien lebende polnische Min­derheit wird sich nach Ablauf des Genfer Ab­kommens der vollen politischen, wirt­schaftlichen und kulturellen Freiheit erfreuen können. Im Gegensatz zu gewissen anderen Staaten, die bisher schon glaubten, in sehr bedenk­licher Mißachtung internationaler Bestimmungen vor allem durch erbarmungslosen wirt­schaftlichen Druck ihre Minderheiten ver­nichten zu müssen, werde ich auch nach Ablauf des Abkommens n i ch t zu irgendwelchen Gewaltmaß­nahmen gegen die polnische Minderheit greifen. Ich lege Wert auf die Feststellung, daß mir jede Eindeutschung eines in Deutschland lebenden fremden Volkstums fern liegt. Andererseits bin ich natürlich nicht ge­willt, staatsfeindliche Umtriebe oder i r r e d e n tisti f che Bestrebungen ihrer Min­derheit zu dulden. In Anbetracht der Bedeutungs­losigkeit der P o l e n b e m e g u n g in Oberschlesien und ihres ständigen natürlichen Rückgangs habe ich bisher manches übersehen, was rpich an sich zu einem Eingreifen hätte veranlassen müssen. In Zukunft werde ich meine Handlungsweise danach einrichten, wie man in anderen Staaten den Volksdeutschen begegnet."

Deutsche Wertarbeit in Griechenland.

Athen, 17. März. (DNB.) Ein schönes Zeugnis für die deutsch-griechische Zusammenarbeit bedeutet die Inbetriebnahme eines von deutschen Firmen erbauten 20000-Tonnen-Silos im H a - f e n von Piräus. Die Einweihung wurde durch Ministerpräsident Metaxas persönlich vorgenom­men. Der deutsche Gesandte Prinz zu Erbach, viele Minister und zahlreiche Vertreter von Handel, Industrie und Arbeiterschaft nahmen an der Feier teil. Der Direktor der Hafenverwaltung wies auf die Verdienste der deutschen Mitarbeit sowie die Bedeutung dieses modernsten Silos für das gesamte östliche Mittelmeer hin. Ministerpräsident Metaxas betonte, daß das Wohlergehen des Piräus gleich­zeitig ein Wohlergehen der Arbeiter bedeute. Dar­auf drückte er auf einen elektrischen Knopf und setzte den Silo in Tätigkeit. Der Wert der deutschen Arbeit geht schon daraus hervor, daß die verein­barte Leistung von 300 Tonnen bereits am ersten Tage auf 420 Tonnen, also um mehr als 40 v. H., gesteigert werden konnte.

Die Albanierin ohne Schleier.

Tirana, 17. März. (DNB.) Obwohl das Gesetz über die Abschaffung des Schleiers erst am 25. März in Kraft tritt, haben die albanischen Frauen aller Stände bereits schon jetzt fast voll­zählig dieses Kleidungsstück abgelegt, das von vie­len als das Symbol der jahrhundertelangen Zu­rücksetzung der Frau angesehen wird. König Z o g u I. hat die Regierung angewiesen, eine ge­nügend große Summe bereitzustellen, um in allen Städten Albaniens besondere Schulungs­kurse für Frauen einzurichten. Die Kurse sollen dazu beitragen, das Analphabetentum unter der weiblichen Bevölkerung zu bekämpfen und die Albanierinnen durch Belehrung und praktischen Unterricht instand zu setzen, ihre Aufgaben im öffentlichen Leben des neuen Albanien zu erfüllen. Zahlreiche begeisterte Zustimmungserklärungen aus dem ganzen Lande beweisen, daß die Politik des Königs im Volke volles Verständnis findet.

3m Schatten des Emigranten.

Don Wolfram von Wolmar.

Viel Lärm um nichts" könnte man sagen, wenn man das Ergebnis der Verhandlungen charakteri­sieren wollte, die zwischen der tschechoslowa­kischen Regierung und den sudetendeut­schen Splitterparteien in den letzten Wo- chen geführt wurden. Lärm von der Regierungs­seite in Form von Parlamentsreden und Erklärun- gen vor der Presse, um im Ausland den Eindruck zu erwecken, als ginge man jetzt an die Lösung des immerhin klärungsbedürftigen Problems des Su- detendeutschtums. Viel Lärm aber auch auf Seiten der deutschen Regierungsmitglieder, um vielleicht doch ein oder den anderen Wähler zu überzeugen, daß man einenErfolg" erzielt habe.

Die erste Frucht der Derständigungsverhandlun- gen, die inecht demokratischem Geist geführt wor­den sind", scheint in der Gestalt des neuen Gesetz­entwurf überdas Dien st Verhältnis d er Hochschullehrer" bereits vorzuliegen. In aller Erinnerung sind noch die Vorfälle an der Deutschen Universität, die sich bei der Berufung des Emigran­ten Professors Kelsen zutrugen. Obgleich seit lan­ger Zeit ein ausgezeichneter Staatsrechtslehrer dort tätig war, wurde der jüdische Emigrant Kelsen ebenfalls Staatsrechtler an die Deutsche Univer- ität berufen. Diese Berufung wär um jo mehr be- remdender, als eine Reihe anderer wichtiger Lehr- tühle unbesetzt sind. Es ist kein Geheimnis ge­blieben, daß dieser Berufung ein, langer Kampf innerhalb des akademischen Senates vorausgegcm- gen war und daß jie nur zustandegekommen ist, weil der tschechoslowakische Unterrichtsminister per­sönlich eingegriffen hat. Die Prager deutschen Professoren hatten der Berufung eines aus Deutsch­land emigrierten Juden Widerstand entgegengesetzt, weil es für sie unerträglich war, die älteste deutsche Universität zum Tummelplatz volksfremder Elemente werden zu lassen. Deutsche Studenten haben sich gegen die dennoch zustandegekommene Beauftra­gung empört und wurden dafür relegiert.

Anläßlich der studentischen Demonstrationen bei der Antrittsvorlesung Kelsens wurde auf eine An­frage im Parlament von Regierungsseite erklärt, daß in Kürze ein Gesetz ausgearbeitet werden wurde, das derartige Vorfälle für die Zukunft un­möglich machen solle. Nunmehr liegt der Entwurf dieses Gesetzes vor: zu einer Zeit, in der von wirklicher Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen", mehr als glaubhaft ist, gesprochen wird. Danach sollen Lehrberufungen an die deutschen Hochschulen in der Tschechoslowakei nicht mehr durch die Lehrkörper (Senate) selbst dem Unterrichtsminister vorgeschlagen werden, sondern es soll durchFachkommissionen" mit un­zweifelhaft tschechischer Mehrheit darüber entschieden werden, ob ein vorgeschlagener Gelehr­ter den Lehrauftrag erhält oder nicht! Wohin diese Praxis führen muß, zeigt deutlich der geschilderte Fall Kelsen. Die Prager deutsche Universität wird ebenso wie die beiden deutschen Technischen Hoch­schulen zu Prag und Brünn, falls dieser Ent­wurf tatsächlich zum Gesetz werden jollte, degradiert. Was bedeutet es schon, daß die Lern- und Lehr­freiheit auch den Deutschen in diesem Staate ver­fassungsmäßig garantiert ist? Was bedeutet Hoch- jchulautonomie? Sie bedeutet nichts, wenn es gilt, der höchsten Bildungsstätte einer Volksgruppe von 3,5 Millionen Menschen den Charakter einer deut­schen Kultureinrichtung im Namen der Demokratie zu nehmen. Während die.Hochschullehrerschaft bisher den akademischen Behörden unterstand, soll sie nach dem neuen Gesetzentwurf direkt dem Schul­ministerium unterstellt werden. Damit ist der Hoch­schullehrer wie der Gymnasial- ober Realschullehrer direkt abhängig von der politischen Zusammen­setzung der Negierungskoalition. Der Zweck dieses Teiles des GesetzeiÄwurfes ist es, zu verhindern, daß Hochschullehrer auch im deutsch-völkischen Le­ben eine Rolle spielen.

So stellt sich denn der Entwurf desGesetzes über das Dienstverhältnis der Hochschullehrer" als ein vernichtender Schlag gegen die an sich nur noch spärlich bestehende Hochschulautonomie der deutschen Universität in Prag und der beiden deutschen Tech­nischen Hochschulen dar. Die Lehrkörper dieser Hoch­schulen haben einmütig erklärt, daß der Gesetzent­wurf für sie untragbar sei. In ihm selbst aber ist bereits gesagt, daß Einwände der Hochschulen keine Berücksichtigung finden könnten. Ist das De­mokratie? Läßt sich diese unduldsame Gewalt mit dem Ausspruch Masaryks vereinbaren, daß De­mokratie Diskussion fei. Im Zeichen demokratischer Freiheit wird der letzte Rest von Eigenständigkeit der sudetendeutschen Hochschulen gebrochen. Das offensichtliche Unrecht, das in der jedem Kulturge- sühl hohnsprechenden räumlichen Unterbringung der deutschen Hochschulen und in der ungerechten Ver­teilung der staatlichen Stipendien an deutsche Hoch­schüler bereits begangen wurde, scheint in den Augen der regierenden Kreise noch weitere Unge­heuerlichkeiten zuzulassen.

Schon mehrmals hat das deutsche Hochschulleben in Böhmen wütendsten Deutschenhaß über sich er­gehen lassen müssen. Bereits Johannes Hus hatte Unrecht zu Recht gemacht, indem er beim böhmi­schen König erreichte, daß dieser den Deutschen, die an Hörern und Lehrern bei weitem die Mehrheit stellten, nur eine, dafür aber den Tschechen drei Stimmen zuerkannte. Zuletzt war es die Wegnahme der alten Gründunginsignien im Herbst 1934, die der Welt zeigte, daß nicht historisches Recht, son­dern lügenhafte Geschichtsklitterei maßgebend ist im Kampf der Tschechen gegen die höchste kulturelle Bildungsstätte des Sudetendeutschtums. Das neue Gesetz, dessen Entwurf durch die Berufung eines Emigranten angeregt wurde, paßt folgerichtig in diesen Vernichtungskampf. Wird das Ausland er­kennen, wie es um dieVerständigungsbereitschaft" der Tschechen steht?

Sowjetbauern ohne Saatgut, Traktoren ohne Oel.

Moskau, 17. März. (W3.) Angesichts der tataftropfyalen Mißernte des Vorjahres gewinnt die diesjährige Frühjahraussaat in Sowjetruß- land erhöhte Bedeutung. Die Kolchosbauern hatten, um nicht Hungers zu sterben, das Saatge­treide aufessen müssen. Die als Saathilfe Zur Verfügung gestellten 13 Millionen Pud sind aber, wie bei dem Bürokratismus der örtlichen Stellen zu erwarten war, nicht rechtzeitig an die Dauern gelangt. Daher ist der pünktliche Beginn der Frühjahrsbestellung vielfach in Frage ge­stellt. Als in den südlichen Bezirken die Aus­saat bereits begonnen hatte, war ein Drittel her Traktoren noch nicht fertig. In der Krim, im Odessaer Gebiet und selbst im Kaukasus also im Gebiet des größten Oelreichtums sind die Traktoren nur für einige Tage mit Bet^riebsstoff versorgt, so daß die Saat-

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