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Jlr.65 (Erftes Blatt

187. Jahrgang

Donnerstag, 18. Marz 1937

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Heule Generalstreik in Frankreich.

Oie Gewerkschaften im Fahrwasser -er kommunistischen Hetze. Was tut -ie Voikssroni- Ilegierung nach -er nächtlichen Gtraßenschlacht in Clichy?

Paris, 18. März. (DNB. Funkspruch.) Die blu- Igen Straßenkämpfe in Clichy, die durch eine plan- släßige kommunistische Hetze ausgelöst worden waren, eschäftigten die politischen Kreise von Paris bis Tn ie späten Nachtstunden hinein. In der Kammer nb im Senat wurde die Haltung der Kommuni- en, vor allem ihre hemmungslose Gene- a l st r e i k h e tz e, scharf kritisiert. Man spricht ! jnen das Recht ab, das Monopol der Ver- ammlungsfreiheit für sich in Anspruch I ehmen zu wollen.

Im Minisierpräsidium fand in den späten I Abendstunden eine Zusammenkunft des Kabi­

netts mit der Leitung des m a r x i ft i s ch e n Gewerkschastsverbandes und den Fraktionsführern der Volksfront- Parteien statt. Der Gewerkschaftsführer I o u h a u x teilte zu Beginn der Sitzung den Beschluß des verwaltungsausschusses mit, wo- nach für den heutigen Donnerstagvormittag der General ft reik beschlossen worden sei. Der Generalstreik, der bis in die frühen Nachmittags- stunden dauern soll, er st reckt sich auf sämtliche Unternehmen, Banken, Geschäfte und auf den Kleinhandel mit Ausnahme der städtischen und staatlichen Beamten, die aufgefordert worden sind, im Lause des Vormittags eine geeignete Geste zu machen, mit der sie sich am besten zurProkest"- Vewegung bekennen. Die Krankenpfleger, Apo­theker und Buchdrucker, sowie die Zeitungsseher nehmen am Streik nicht teil. Dagegen werden

sämtliche Verkehrsunternehmen slillgelegt.

Iouhaux versuchte auch, diesen Beschluß zu be­gründen. Dabei verstieg er sich zu der Behauptung, tie Gewerkschaft wolle damitdie Interessen t e r Regierung wahre n"! Der Fraktions- iührer der Radikal-sozialen Partei, Abgeordneter (5 ampinchi, trat dieser Auffassung jedoch ener­gisch entgegen und erklärte, der Generalstreik werde 'M Gegenteil sowohl auf parlamentarilch"m Gebiet cis auch im gesamten öffentlichen Lebm ernste lluswirkungen haben. Ihm sei rn der Auf- icchterhaltung der Volksfront - Regierung gelegen, aber er sei der Ansicht, daß der schwerste Schlag, ben man gegen sie führen könne, gerade in den Beschlüssen bestehe, die der Gewerkschaftsverband loeben getroffen ljabe. Der Generalstreik werde zur Folge haben, die bürgerlichen Kreise end­gültig von der Volksfront-Regierung zu trennen. Einige Vertreter des Gewerkschafts­oerbandes behaupteten, daß dieArbeiterklasse do n Fafchisten provoziert" worden sei und daß man deshalb dem Wunsche der Arbeiterzu einer friedlichen Kundgebung" nachkom­men müsse. Abgeordneter Campinchi antwortete mit der Feststellung, daß die französische Sozialpartei de la Rocque genau wie jede andere Partei das Recht hat, Versammlungen abzuhalten. Auch der linksgerichtete Abgeordnete Bergery sprach der Arbeiterschaft das Recht ab, sich ein Vollzugs­recht anzueignen, das nur der Regierung zukomme.

Die Leitung der sozialdemokratischen Partei hat der Regierung und vor allem dem Ministerpräsidenten das Vertrauen der Par­tei ausgesprochen. Dabei schiebt die Partei den faschistischen Verbänden die moralische Schuld an den blutigen Zwischenfällen zu und for­dert die Regierungs-Organisationen auf, die Pro­paganda zu aktivieren und vor allem auf die Ge­fahr hinzuweisen, die von außen her drohe, wo man den inneren Zwiespalt aufmerksam ver­folge. Die Regierung hat vorläufig drei Ver­sammlungen verboten. Es ist bezeichnend, daß es sich um Versammlungen der sog. natio­nalen Front handelt. Man hält es aber nicht für ausgeschlossen, daß im Interesse einer allgemei­nen Entspannung für eine begrenzte Zeit sämt­liche politischen Kundgebungen untersagt werden, pariser Blätter fordern Absage

an die Kommunisten.

Parts, 18. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pa­riser Morgenpresse beschäftigt sich besonders mit den Erklärungen des radikalsozialistischen Fraktions- sührers Campinchi, die darauf hindeutet, daß man in radikalsozialen Kreisen die Nachbarschaft der Kommunisten immer unerträglicher empfindet. Die radikalsozialeEre Nouoelle", das Organ des rechten Flügels der Partei, erklärt offen, daß die Zwischenfälle in Clichy die Regierung zwän­gen, sich einmal eingehend mit den Fragen der öffentlichen Ordnung zu beschäftigen. Im Gegensatz zum sozialdemokratischenPopulaire" und zur kommunistischenHumanits", die gegen die französische Sozialpartei de la Rocque und die Po­lizei Hetzen, erklärtEre Nouoelle", die P o l i - Z e i habe in der fraglichen Nacht vom Mittwoch ihre Pflicht getan, indem sie dem unerhört heftigen Ansturm standgehalten habe. Sie habe sich um die Republik verdient gemacht.

DerE x c e l s i o r" wirft den Kommunisten vor, die erste beste Gelegenheit ergriffen zu haben, um die allgemeine Entspannung zu stören. Es liege klar

auf der Hand, daß die Revolutionäre sich nicht mit einer Evolution abfinden könnten. Es scheine aber auch nicht erträglich, daß eine Regierung, die eine Veranstaltung erlaubt, die dann von den Kommunisten überfallen wird, eine Regierung, deren Ordnungsorgane von den Organen der Un­ordnung angegriffen werden, noch länger diesen Leuten die Bruderhand hinstrecke. AuchFigaro" ist der Ansicht, daß eine, vernünftige Zusammen­arbeit mit solchen Elementen unmöglich ist, deren einzige Beschäftigung das Hetzen sei, und die nur versuchten, Zwiespalt zu säen. Die Franzosen könnten nicht zugeben, daß ihre Freiheit durch eine geringe Minderheit b e - droht würde, in der das wirklich französische Element zahlenmäßig wahrscheinlich noch das ge­ringste sei.

Echo de Paris" erklärt, der Ministerpräsident habe es lediglich seiner Politik zuzuschreiben, daß es soweit gekommen sei. Er sei verantwort­lich für das Drama von Clichy. Denn man könne nicht Haß und Gewalt säen, mit der erhobenen Faust regieren und das Volk zum Klassenkampf auffordern, ohne nicht eines Tages die Früchte einer derartigen Aufwiegelung zu ernten. Es spricht, Bände, daß heute in einer Meldung der amtlichen sowjetrussissten Nachrichtenagentur aus Moskau berichtet wird:Die Sowjetunion feiert am Don­nerstag den Jahrestag der Pariser Kom­mune von 1871. Die Presse widmet diesem Jah­restag zahlreiche Artikel und veröffentlicht eine große Zahl interessanter historischer Dokumente, die sich auf den deutsch-französischen Krieg und die Pariser Kommune beziehen".

Dieses Bild aus Clichy zeigt einen Zusammenstoß zwischen Polizei und Barrikaden bauenden Demonstranten. (Scherl-Bilderdienst-M.)

In Clichy, einem Pariser Vorort, ist es zu Ausschreitungen der Kommune gekommen, die meh­rere Tote forderten und zahlreiche Verletzte. Be­zeichnend bleibt, daß die Kommunisten den Kabi­nettschef ihres Ministeriums Blum niederschossen und den Innenminister, den Marxisten Marx Dor- moy, niederbrüllten. Der Bürgermeister ließ vom Rathaus aus die Luftschutzsirenen brüllen, um wei­teren Zuzug des roten Mob zu erreichen. Die Hüter der Ordnung, die Polizisten dieser Volksfront-Re­gierung, mußten eine regelrechte Straßenschlacht liefern. Immer wieder versuchten die aufgehetzten Massen, die Front der Schutzleute und der Mobil­garde zu durchbrechen. Man baute Barrikaden, kurzum das Bild der Kommune von 1871 wurde wieder lebendig.

Es war natürlich ein Vorwand, daß die So­zi a l p a r t e f des Obersten de la Roque, die eine polizeilich genehmigte Versammlung abhielt, eine Gefahr für die kommunistische Bannmeile wäre, die Paris umgibt. Getreu der auch in der Systemzeit in Deutschland verbreiteten Parole Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!" ist im Lande der Demokratie und der Meinungsfreiheit der Versucht gemacht worden, eine Versammlung von politisch Andersdenkenden mit Gewalt zu ver­hindern, und gleichzeitig hat der rote Pöbel gezeigt, was er wirklich von der Regierung Blum denkt. Blum selbst hatte kurz vor den blutigen Zu­sammenstößen auf einem Bankett der englischen Handelskammer in Paris eine Rede gehalten, in der er darauf hinwies, daß die in Paris weilenden Engländer sich selbst davon überzeugen könnten, daß in Frankreich Ruhe und Ordnu n g herrsche und die Sorgeum eine soziale Gerechtigkeit und bürgerliche Eintracht". Wenige Stunden später kam die Quittung von Blums kommunistischen Freunden. Der von Blum so gelobte Liberalismus wurde von den Bolschewisten in seiner Wurzel angegriffen. Mit dem Baum des Liberalismus fiel auch Blums Hoffnung, nun werde nach Ueberroin'bung aller Finanzschwierigkeiten und der Rüstungsanleihe in Frankreich eitel Friede und Eintracht herrschen.

Die Vorgänge vom 16. März sind nur so zu er­klären, daß tatsächlich der Kommunismus glaubte, die Stunde sei gekommen, da er nach moskowitischem Muster die Gegner terrorisieren wollte. Man hat die Unruhen in Clichy mit den Vorgängen vom 6. Februar 19-34 auf dem Concordienplatz verglichen. Aber dieser Ver­gleich hinkt. Damals demonstrierte eine nationale Menge gegen einen korrupten Parlamentarismus, es war der Protest anständiger Bürger gegen dis Verfilzung von Politik und Geschäft, die durch den Stavisky-Skandal offenbar wurde. Daß

diese friedlich demonstrierende Menge ohne weiteres von der Mobilgarde niedergeknüppelt wurde, ist er­wiesen. Die damaligen Vorgänge waren ein Ver­such, mit Waffengewalt die korrupten Parlamen­tarier gegen den Protest des anständigen Teiles der Franzosen zu schützen und ihre Herrschaft zu sichern. In Clichy aber herrschte d i e Kommune, und die Ausschreitungen wurden -von Plünderungen be­gleitet, die zeigen, welche Elemente am Werke waren. Der Schweizer Dichter Conrad Ferdinand Meyer schrieb anläßlich der blutigen Kommune von 1871 ein Gedicht, in dem er eine Karyatide erwachen läßt und sie glauben, es sei wieder eine Auflage der Bartholomäusnacht, in der der Mob von Paris die Hugenotten umbrachte. Aber die Petroleusen, die Horde jener Weiber, die den Louvre in Brand setzte, die blutige Herrschaft des Pöbels und die Massenerschießungen belehrten sie, daß es diesmal nicht um religiöse Kämpfe ging, sondern um politische. Nur eins war gleichgeblie­ben:Sie morden sich! Es ist Varis ..."

Die Schwäche, die schönen Worte, die nutzlosen Gesten, die dem Marxisten Blum allein zur Ver­fügung stehen, haben die Schreckensszenen in Clichy hervorgerufen. Bis jetzt zählte gerade die Kommune zu den treuesten Helfern Leon Blums, der aus­drücklich und immer wieder erklärt hatte, er wolle mit dieser Partei zusammen eine Volksfront-Regie­rung führen, die die friedliche Revolutionierung Frankreichs einleite. Und er lehnte alle Warnungen ab, die aus dem Lager der Ordnung und der na­tionalen Zucht kamen, obgleich Thorez, der Pariser Kommunistenführer, ganz offen der Regierung erklärt hatte, die Kommunisten wollten ein Sow­jet-Frankreich. In Clichy ist der entfesselte Mob blindlings den Befehlen der Dirigenten ge­folgt und in Blut und Grauen mußte dieser Auf­stand erstickt werden. rt.

Die Derjudung -es Gowjetregimes.

Die gestern gemeldete Ernennung dreier jüdi­scher Volkskommissare in Moskau kann den Leser nicht überraschen, der die Veröffentlichun­gen über die völlige Verjudung der Sowjetverwal­tung verfolgt hat. Gleichwohl sind die Ernennungen diesmal insofern von besonderem Interesse, als sie allem Anschein nach eine Beschwichtigungs- g e st e Stalins -gegenüber d e m ® e 11 = judentum sind, das die zahlreichen Hin­richtungen und Amtsentsetzungen hoher jüdischer Funktionäre bei den letzten Schauprozessen Übel vermerkt hat. Die Aktion der jüdischen Freimaurerei zugunsten Radeks mit ihren Drohungen der Ver­öffentlichung schwerbelastender Dokumente war be­reits eine ebenso deutliche Warnung wie kürzlich die erpresserischen Drohungen Münzenbergs.

litoranea!

Don Or. Paul Rohrbach.

Die Einweihung der großen Küstenstraße, der Litoranea", im italienischen Nordafrika durch Mus­solini ist nicht nur ein eindrucksvolles, sondern auch ein wohldurchdachtes Stück der neuen imperialen Politik Italiens. Der unmittelbare koloniale Wert vonL i b i a" dies ist die amtliche Bezeichnung für die beiden früheren türkischen Provinzen Tri­polis und Barka ist unbedeutend, es sei denn, es würden dort noch abbauwürdige Mineralfunde gemacht. Ich habe^ vor einigen Jahren Tripolis besucht und von dem damals fertigen Teil der Kü­stenstraße das Stück zwischen Tripolis und den Ruinen von Leptis Magna befahren. Die durch eine Mauer geschützte Oase von Tripolis ist etwa zwölf Kilometer lang und fünf Kilometer tief. Dahinter beginnt die Trockensteppe, die nach eini­ger Zeit in die Wüste übergeht. Zwischen Tripolis und Leptis saßen auf einer Strecke von etwa hun­dertzwanzig Kilometer kaum ein Dutzenh italieni­sche Kleinsiedler. Bei jedem Häuschen stand eine Windpumpe, aber die Stellen mit erreichbarem Grundwasser sind spärlich. Im Altertum war die Besiedlung der Küste stärker, wie die großartigen Ruinen von Leptis und anderen alten Städten zeigen. Leptis hatte im Bürgerkrieg zwischen Cäsar und Pompejus die falsche Seite gewählt und mußte als Kontribution vierhunderttausend Krüge Olivenöl zahlen. Wenn man die wenigen kümmerlichen Oel- bäume der Umgegend sieht, so begreift man zunächst nicht, wo diese Masse herkam. Die Erklärung liegt darin, daß im Altertum die vielen Schluchten, durch die im Winter Regenwasser fließt, durch Stau­mauern in Wasserreservoire verwandelt waren eine Arbeitsleistung, die Generationen oder Jahr­hunderte und außerdem die billige Sklavenarbeit jener Zeit erfordert hat.

Mussolini ist in Marsa Tobruk unweit der ägyptischen Grenze gelandet. Tobruk ist ein vor­trefflicher Naturhafen, aber gänzlich ohne Süßwas- fer, das Wasser muß auf Schiffen antransporstert werden. Von da ging die Fahrt bis an den G^nz- ftein gegen Aegypten, dort, wo sich während des abessinischen Konfliktes italienische' und englische Truppen gegenüberstanden und die beiderseitigen Patrouillen bis an den Stacheldraht ritten, der hier mitten in der Wüste ein Stück Grenze bezeichnete. Von da ging die Fahrt zurück, über die Ruinen von Ky ren e, nach B e n g h a s i, wo zur türki­schen Zeit der Pascha von Barka saß. Barka ist die einstige Kyrenaika, eins der ältesten griechischen Kolonialgebiete, in der es fünf blühende Griechen­städte gab. Auf dem Hochplateau landeinwärts von Kyrene würde der Regenfall auch heute noch für Siedlungen nach süditalienischer Art genügen, und es sollen auch bereits einige hundert Kolonisten hort angesetzt sein. Kyrene war im Altertum berühmt wegen einer' merkwürdigen, heute nicht mehr be­kannten Pflanze, die von dort in Mengen exportiert wurde. Die Alten nannten sie Silphium. Ihre jungen Sprossen galten als das feinste Gemüse: den eingedickten Saft des Stengels nannten die Römer ßaferpitium und bezahlten ihn hoch. Im Antiken-Kabinett in der Nationalbibliothek in Vans steht als eins der berühmtesten Stücke die Arkestlas- Schale, ein in Sparta gearbeitetes Gefäß aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., schwarzfigurig auf weißem Grund gemalt, das den König Arkesilas IT im Hafen von Kyrene zeigt, wie er das Abwieaen und Verfrachten von Silphium kontrolliert. E-äre keine geringe Liebenswürdigkeit, dies Stück, das vor Jahxen auf toskanischem Boden oefunhen wurde, jetzt, wo die Kyrenaika italienisch ist, wieder nach Italien zurückgelangen zu lassen.

Die strategisch-politische Bedeutung der Litoranea besteht darin, daß sie die schnelle Ver­schiebung von Truppen -an eine der beiden Gren­zen, in erster Linie natürlich an die ägyptische er­möglicht. Wer in Tripolis ankommt, wunder* sich über die kolossale moderne Hafenanlage, die außer allem Verhältnis zu der gegenwärtigen und iupünf= tigen wirtschaftlichen Bedeutung des Platze- fi-ht. Seit dem abessinischen Kriege weiß man, wo>" h?pfe Molen und Kais gebaut worden sind. Die R'-cken- Demonstration der Einweihung der Citora^ ist planmäßig auf die Mohammedaner in Nord^cka und den Nachbargebieten berechnet. Sie zielt nach beiden Seiten, nach dem ftanzösilchen Tunis, in dem weit mehr Italiener als Franzosen wohnen, und nach Aegypten. Durch R"den. Rundfunk- ansprachen, Zeitungsartikel und Flugblätter wird das Ereignis mit der Schilderung alles militärischen und festlichen Vomps. der Kriegsschiffe, der Trupven- Paraden, der Empfänge, der Stiftungen für islam­ische Zwecke in der ganzen islamischen Mittelmeer- welt und darüber hinaus verbreitet. Im Orient haben solche Stimmungseindrücke starkes Gewicht.

Die in Libia angeworbenen Askaris haben während des Krieges in Abessinien sehr gute Dienste geleistet. Mussolini hat das in seiner Rede in Ben­ähest mit den Worten anerkannt:Während des siegreichen Krieges für das Imperium habt ihr mit Blut und Opfern den feierlichen Beweis eurer Treue abgelegt. Das mächtige und gerechte Italien wird dies nicht vergessen!" In einer der Broschüren, die aus Anlaß der Einweihungsfeier in arabischer Sprache verbreitet werden, finden sich Bemerkungen über die der arabischen Bevölkerung mißliebigen Verhältnisse in Palästina, in Syrien und im fran­zösischen Nordafrika. Besonders auffallend ist die in allen offiziellen Aeußerungen hervortretende be­tonte Liebenswürdigkeit gegen Aegypten. Eins Frucht dieser schon seit einiger Zeit befolgten Italic« nifrfien Methode find Aeußerungen in maßgebenden islamischen Kreisen, z. B. in Kairo, wie die, Rom wollenicht über den Islam regieren, sondern mit