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1. Juni 1935 gültig-
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Hlontag, 18.3anuar 1957
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)
Kr.U Zweites Blatt
Der Kämpfer von Düppel.
Von Gertrud Papetidick
Das Versorgungsamt ist eine Behörde, sachlich und unromantisch wie jede andere. Es waltet darin der Geist der Ordnung, der das Gefüge des Staates zusammenhält; es herrscht darin die eherne Gesetzmäßigkeit der Verordnungen, es herrscht das Recht und die unantastbare, unbestechliche Zahl.
Es gehen keine Träume um in dem Versorgungsamt, es sprießen keine Blumen aus den Nähten seines Fußbodenbelags, es stehen keine Wunder aus.
Und doch erschien es dem Kassenboten Born, als wäre an jenem regengrauen Wintertag, von dem hier die Rede sein soll, die klare, wohlgemäßigte Atmosphäre seines Dienstgebäudes seltsam verwandelt gewesen.
Er kam um eine frühe Vormittagsstunde von einem dienstlichen Gange zurück und entdeckte in dem hallenweiten Flur des Erdgeschosses, zwischen den vielen rätselhaften Türen jemand, der sich allem Anschein nach verlaufen hatte oder doch wenigstens sich nicht zurechtsand.
„Ach, lieber Herr, können Sie mir wohl sagen —?"
Der Kassenbote Born sah vor sich einen alten Mann, einen ganz, ganz alten Mann. Es war nicht zu sagen, wie unendlich alt er sein mochte. Und dabei sah er gar nicht einmal so aus, als ob man nur vergessen hätte, ihn zur rechten Zeit zu begraben. Der braune Mantel, den er trug, so schäbig und so dünn, war ohne Zweifel kümmerlicher und im Verhältnis noch älter als er selbst. Denn dieser greife Gast hatte trotz allem die aufrechte Haltung eines ungebrochenen Mannes, und fein Gesicht im weißen Bart, das die Runenschrift eines langen, langen Lebens trug, zeigte eine zarte, beinahe rosige Frische. Er hatte unter den buschigen Brauen ein paar lebhafte Augen, hellblau und ganz klar, und sie sahen den Beamten mit eindringlicher Frage an.
Der Kassenbote Born dachte im Augenblick: ein uralter Weihnachtsmann, der gekommen ist, das Versorgungsamt zu bescheren. Das haben wir hier noch nie erlebt. Seltsame Sachei
..Wohin wollen Sie denn, Großvater?"
„Ja, sehen Sie", sagte der Alte, „Mutter hat gesagt, ich soll gehen. Ich war noch nie, ich hab' noch nie gebeten. Aber nu hat Mutter gesagt ... Sehen Sie, lieber Herr, Mutter is krank, sie liegt
schon zwei Wochen. Sie braucht Medizin. Sie braucht was, daß sie wieder zu Kräften kommt. Sie ist 87 ... Und nu hat Mutter gesagt" .
„Und wie alt sind Sie, Großvater?"
„Ich, lieber Herr? Ich bin 93. Aber ich bin gesund. Ich bin noch nie gekommen wegen Unterstützung. Sehen Sie, wir haben sonst nie gebraucht. Ich hab' eine Rente, 58 Mk. und 36 Pf. im Monat. Die Rente von Düppel."
„Was?" fragte der Kassenbote Born erstaunt, „Düppel?"
„Jaja", sagte der alte Mann, und seine blauen Augen glänzten, „ich war mit dabei. Das war 64. Ich war ganz jung damals, einundzwanzig Jahr. Ich war 'mit bei 'dem Sturm auf die Düppeler Schanzen. Das war ein Tag, den vergess' ich nie. Wir bekamen alle das Eiserne Kreuz. Und dann bekamen wir die Rente. Die Rente von Düppel, das ist es. Aber nu, wo Mutter krank ist..."
Der Kassenbote Born sah den Alten an: Mein Gott, ein Düppelstürmer. Ein Stück Geschichte, 93 Jahre, ein Mann von Erz. Gewiß war er der Letzte von ihnen.
„Nu kam ich her", sagte der Alte wieder, „ich mußte doch nu. Wegen Mutter. Ich hab' gedacht: ein paar Mark. Vielleicht geben sie mir die... Sie können sie ja wieder abziehen, nachher... Wenn Sie mir möchten zeigen, lieber Herr..."
Born faßte den alten Mann untern Arm: „Kommen Sie ich helfe Ihnen. Es ist Zimmer 7." Er ging mit ihm den Flur hinauf, öffnete eine Tür und trat an einen langen Tisch, an dem ein Beamter saß: „Hier, Herr Borowski, ich bringe einen Gast. Ist ein Düppelstürmer, 93 Jahre. Braucht eine Unterstützung. Die Frau ist krank."
Der Beamte jenseits des Tisches sah den Alten prüfend an: „Haben Sie Ihre Papiere da? Sie können sich übrigens hinsetzen."
Der alte Soldat holte umständlich aus der inneren Tasche des braunen Mantels einen zerknitterten Umschlag heraus. Er sah die fremde Macht da vor ihm in Erregung an: „Ich habe noch nie gebeten. Aber Mutter ist'krank. Mutter sagt, ich soll gehn."
Der Beamte drüben durchflog die Papiere. Er ging an den Aktenschrank und holte einen blauen Deckel heraus, schlug ihn auf und blätterte. Der Alte saß und stand wieder auf und setzte sich wieder. Der Kassenbote Born wartete. Es war klar, daß es eine Weile dauerte, das war nun nicht anders. Aber was würde es werden?
„Also", hieß es nach einer Weile, „Sie müssen eine schriftliche Eingabe machen."
„Schriftliche Eingabe", wiederholte der alte Mann wie verloren. „Lieber Herr", sagte er dann voll Verzweiflung, „ich habe nie geschrieben. Dreißig Jahre nicht mehr..."
In diesem Augenblick ging die Tür, es kam jemand herein. „Geben Sie mir mal die Akten Wunderlich, Herr Brorowski." Born stand in dienstlicher Haltung, Borowski suchte einen neuen Aktendeckel aus dem Schrank, er kam damit wieder. „Hier, Herr Regierungsrat."
„Danke. Ist sonst noch etwas?"
„Ja, Herr Regierungsrat. Ein besonderer Fall. Hier, der alte Mann — Düppelstürmer." Der Sekretär Borowski berichtete knapp und sachlich nur das Nötigstem Daten, Zahlen, und jene Tatsachen, die im Innern eines Aktendeckels von Bedeutung sind. Der junge Regierungsrat hörte sich das alles an, er betrachtete den Alten dabei, und die amtliche Miene wandelte sich zu einem Ausdruck von Ergriffenheit und Ehrfurcht. Dann sagte er wie nebenbei, — es war die einfachste Sache von der Welt, so etwas zu sagen: „Es ist in Ordnung, Borowski. Wir werden ihm eine Monatsrente geben. Fertigen Sie ihn nur gleich ab." Damit ging er hinaus.
Der Kassenbote Born ging auch hinaus, er hatte zu tun. Aber dann faßte ihn die Unruhe: Was wird denn nun mit dem Alten? Er kommt ja nicht allein zurecht ... Er ging wieder hinunter ins Erdgeschoß und wartete im Flur.
Endlich kam der alte Streiter heraus, er ging aufrecht, ein Papier in der Hand, aber er war doch nun sehr erregt, er ging mit unsicheren Schritten und sah sich um. „Ach, lieber Herr, da sind Sie ja. Gottseidank! Was muß ich nu machen? Der Herr da drin sagt ..."
„Sie müssen jetzt auf die Kasse gehen und sich das Geld auszahlen lassen. Kommen Sie nur, ich zeige es Ihnen."
„Wieviel ist es denn, Herr? Ich sehe nicht mehr gut. Ich hab' die Brille vergessen."
„Soviel ich hörte", antwortete Born, während sie den Flur hinaufgingen, „wollte man Ihnen eine Monatsrente geben. Zeigen Sie her: Jawohl, eine Monatsrente."
Der Alte blieb stehen. Er atmete schwer und sah dem andern mit weitaufgerissenen Augen starr ins Gesicht: „Eine — eine Monatsrente?"
„Ja, hier steht es: eine Monatsrente: 58,36 RM."
Da faßte der Düppelstürmer den Kassenboten Born bei der Schulter und schüttelte ihn. Er hatte Kraft, weiß Gott, es war in ihm noch etwas von dem Sieger von Düppel, heute 93 Jahre alt.
„Mensch!" schrie er, und die brüchige Stimme gellte durch den Flur, „Mensch — geschenkt??"
„Jaja, natürlich geschenkt."
„Mensch", sagte der Alte, und er zitterte dabei, „geschenkt — eine ganze Rente? Das ist doch ... das ist doch gar nicht möglich. Was wird bloß Mutter sagen!"
„Doch", sagte Born, „es ist wirklich wahr. Beruhigen Sie sich doch."
Er brachte ihn zur Kasse, wo der Alte sein Geld bekam, er brachte ihn die Vortreppe hinunter, zur Tür hinaus und über die Straße. Er half ihm in die Straßenbahn und sah ihn davonfahren, den greisen Helden von 64, der in der Tasche den großen Reichtum trug und im alten Herzen das große Wunder, das unfaßbar und überwältigend war.
Mensch — geschenkt!
Ein Elefant gegen einen Eisenbahnzug.
Die indische Eisenbahnoerwaltung sieht sich plötzlich vor eine neue Schwierigkeit gestellt: die Möglichkeit von Zusammenstößen zwischen Eisenbahnzügen und umherschweifenden Elefanten, deren Folgen, wie ein Ereignis der letzten Tage zeigte, verhängnisvoll sein können. Ein „gezähmter" Elefant, der von seinem Besitzer an eine große Eiche gebunden war, scheint plötzlich von der Sehnsucht nach dem Urwald ergriffen worden zu sein: er riß den Baum, der ihn gefangen hielt, aus dem Boden und stürzte mit ihm im Schlepptau davon. Auf seiner Flucht bemerkte der Elefant nicht, daß auf dem Eisenbahngleise, auf das er geraten war, ihm ein Zug entgegenkam, er setzte seinen Lauf fort und stieß mit der Lokomotive mit solcher Gewalt zusammen, daß er den Zug zur Entgleisung brachte. Obwohl der Elefant schwer verwundet war und furchtbar Blut vergoß, schleppte er sich, den Baum immer hinter sich ziehend, weiter und verschwand in dem nahen Walde. Von den Mitreisenden im Zuge sind eine ganze Anzahl bei dem Zusammenstoß verwundet worden.
Zeitschriften.
— Was Laienhelferinnen im Luftschutz lernen müssen, erzählt ein großer interessanter Bildbericht im neuen Heft der „S i r e n e", der illustrierten Zeitschrift des Reichsluftschutzbundes. Das gleiche Heft berichtet von „Fliegern, die nicht fliegen", von der Organisation der sowjetrussischen Flotte und von Bombenangriffen auf Bomber.
Frontabschnitt Gießen des Gauappells.
Eindrucksvoller Aufmarsch des Führerkorps der Partei im Kreise Wetterau.
Im Rahmen des Gauappells, der auf Befehl des Gauleiters am gestrigen Sonntagmittag stattfand, vereinigten sich die Politischen Leiter und die Führer aller Gliederungen der Partei des Kreises Wetterau in der Volkshalle zu Gießen. Es war eine außerordentlich eindrucksvolle Kundgebung, die von schätzungsweise 4000 Männern und Frauen aus dem Kreise Wetterau besucht war und alle diejenigen Volksgenossen und Volksgenossinnen zu einer denkwürdigen Stunde zusammenführte, die in der Partei ober in ihren Gliederungen, von der SA. und SS. über die NSV. und HI. bis zur DAF. usw., als tätige Helfer des Führers zum Wohle der Volksgesamtheit arbeiten. Die vollbesetzte Volkshalle bot im Schmucke der Fahnen und bei dem hellen Sonnenschein ein fesselndes Bild, das zugleich die große Wucht der Geschlossenheit unserer Volksgemeinschaft in der Breiten- und Tiefenwirkung erneut offenbarte.
Nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnengruppen und einem flotten Marsch des Musikzuges der SA.-Standarte 116 richtete Kreisleiter Dr. Hildebrandt eine kurze Ansprache an das Führerkorps seines Kreises Wetterau, in der er in knappen, klaren Worten den Zweck der Kundgebung hervorhob. Er begrüßte alle die Männer und Frauen, die bei dieser Versammlung die Parole des Gauleiters für das neue Kampfjahr 1937 ent
gegenzunehmen bereit seien, und erklärte in voller Übereinstimmung mit den Versammelten, daß sie stets in Disziplin, unwandelbarer Treue, guter Kameradschaft und in unbedingtem Glauben an den Führer und seine Sendung für die Bewegung und damit für unser deutsches Volk auch im neuen Jahre tätig sein werden.
Anschließend hörte die Versammlung nach dem gemeinsam gelungenen Liede „Volk ans Gewehr" mit offensichtlich großer Spannung die Ueber- tragung der Rede des Gauleiters. Das Echo, das der Gauleiter mit seinen Worten in der Gießener Versammlung fand, war stark und äußerte sich u. a. auch darin, daß oft während der Rede der durch den Drahtfunk hörbare lebhafte Beifall der Frankfurter Hörer durch die Zustimmung der Gießener Zuhörer verstärkt wurde.
Freudig stimmte die Versammlung am Schluß der etwa anderthalbstündigen Rede des Gauleiters in den Gruß und in das damit verbundene Treugelöbnis für den Führer und fein Werk ein. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wesfel-Lipdes und dem Ausmarsch der Fahnengruppen fand der Appell seinen Abschluß. Eine Kundgebung war damit beendet, die noch lange im Gedächtnis der Teilnehmer fortwirken wird.
Wie unsere Gießener Polizeibeamten in schöner Weise durch ihre — am Samstag von uns bereits gemeldete — Geldspende für das Winterhilfswerk und ihre Bewirtung von 150 Kindern am gestrigen Sonntag mit einem Mittagessen in den Familien der Beamten ihre Opferfreudigkeit und Volksverbundenheit bereits unter Beweis gestellt hatten, so gaben sie darüber hinaus noch ein weiteres gutes Zeugnis ihres Gemeinschaftssinnes durch die öffentliche Geldsammlung für das WHW., die sie in Gemeinschaft mit dem NSKK. der Feuerlöschpolizei und der Technischen Nothilfe durchführten. Dabei wurden
sie am Samstagnachmittag durch Platzkonzerte des Musikkorps des Infanterie-Regiments Nr. 116 unter Leitung von Musikmeister Wohlfahrt am Kreuzplatz und des Musikzuges der Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann am Selterstor, ferner am gestrigen Sonntagmittag durch den Musikzug der SA.-Marinestandarte 34 am Kreuzplatz wirksam unterstützt, die durch ihre guten musikalischen Darbietungen eine außerordentlich große Zahl von Zuhörern erfreuten und deren Spendebereitschaft förderten.
Die Sammler für das Winterhilfswerk stellten sich
Blick auf die Kundgebung in der Volkshalle beim Gruß an den Führer. (Aufnahme: Pfaff, Gießen.)
Die Polizei Hilst dem WHW.
Guter Ausklang des „Tages der deutschen Polizei-" in Gießen.
Augenblicksbilder von der Sammlung für das WHW. am Samstagnachmittag. (Aufnahmen [4]: Pfaff, Gießen.)
Aus der Provinzialhauptstadt.
Das Fräulein vom Amt.
Früher war sie uns verttauter. Damals, als es noch keinen automatischen Fernsprechbetrieb gab. Du nahmst den Hörer ab und schon meldete sich eine ruhige, sympathische Stimme: „Hier Amt!" Falls du ganz auf Sachlichkeit eingestellt warst, lautete deine Antwort: „Bitte elszwoundachtzig". Sie erwiderte darauf: „Moment...", woraus es knackte und sich bald darauf der Angerusene meldete. Lag dir jedoch mehr an einer freundlichen Höflichkeit, so sagtest du: „Ach bitte, Fräulein, verbinden Sie mich mit elszwoundachtzig". Ihre Entgegnung war entsprechend: „Einen Augenblick, ich verbinde sofort..." Es läßt sich nicht bestreiten, daß das Fräulein vorn Amt für die feinen Unterschiede in der Tonesart der Fernsprechteilnehmer empfänglich war und ebenso reagierte. Vielleicht wäre sie sogar imstande gewesen, interessante psychologische Aufschlüsse über die einzelnen Teilnehmer ihres Bezirks zu geben.
Inzwischen ist es anders geworden. Das Fräulein vom Amt ist aus dem Ortsbetrieb ausgeschieden und hat sich gewissermaßen in jene höhere Sphäre zurückgezogen, wo das Ferngespräch vermittelt wird. Damit ist sie auch dem engeren Verhältnis entrückt, das sie in ihrem früheren Arbeitsbereich mit den einzelnen Teilnehmern verband, und mit den psychologischen Aufschlüssen wird es nichts mehr auf sich haben. Denn jetzt ist ihr Gebiet unendlich größer, es umfaßt die Provinz, dehnt sich aus auf das Reich und gilt eigentlich dem ganzen Erdball.
Für uns, die wir in einem engeren Pflichtenkreis
TheoborFontanes„Stechlin" ein Meisterwerk des Dichters, beginnt am Freitag, 22.Zanuar, als unser neuer vornan in den Familienblättern
mit großem Eifer in den Dienst der guten Sache. Dabei wetteiferten die Polizeibeamten mit der Sammelbüchse unermüdlich mit ihren „Konkurrenten" vom NSKK., der Feuerlöschpolizei und der Technischen Nothilfe. Eine besondere Note erhielt das Straßenbild am Samstag durch drei berittene Polizeibeamte, die auf den von Reitlehrer S ch ö m b s in anerkennenswerter Weise kostenlos zur Verfügung gestellten Pferden durch die Hauptstraßen ritten uno unermüdlich vom Pferd herab die Sammelbüchsen herumreichten, gelegentlich aber auch ein forsches, kleines Kerlchen zu sich aufs Pferd nahmen zum Reiten und dadurch den Vater oder die Mutter zu einer besonderen Spende veranlaßten. Ein hübsches Bild des Sammeleifers gab ein Polizeibeamter auch dadurch, daß er feinem starken Hund Sammelbüchsen aufgeschnallt hatte, mit denen beide zusammen durch die Straßen pilgerten, um die Spenden der Volksgenossen für das WHW. zu kassieren.
Zur Werbung für das Sammelwerk, zugleich aber auch zur Belehrung der Volksgenossen fand am Samstagnachmittag vom Gebäude der Polizeidirektion auch eine Rundfahrt derjenigen Fahrzeuge statt, die im öffentlichen Verkehr an den Straßenkreuzungen bei Dienstfahrten als geschlossene Mannschaftsfahrt das Vorfahrtsrecht haben; es handelt sich dabei um die Fahrzeuge der Polizei, der Wehrmacht, der Feuerwehr und — während ihres Betriebes — auch um die Fahrzeuge der Straßenreinigung. Der Aufzug dieser motorisierten Fahrzeuge fand allenthalben viel Beachtung und dürfte wohl seinen belehrenden Zweck voll erreicht haben.
Die leitenden Männer der Polizeidirektion Gießen konnten sich am Samstagnachmittag bei einem Rundgang über die Hauptsammelplätze, insbesondere zu den Stätten der Konzerte, davon überzeugen, daß die selbstlose und volksverbundene Einsatzbereitschaft der Polizeibeamten, aber auch die dankenswerte eifrige Mitarbeit ihrer freiwilligen Helfer sowie die künstlerischen Beisteuern der Musikkapellen allenthalben großen Anklang fanden.
Die Sammlung für das WHW., die einen Ertrag von rund 2600 RM. ergab, bildete auch in unserer Stadt einen schönen Abschluß des „Tages der deutschen Polizei".


