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päische Publikum, für diejenige Presse, die den ent­sprechenden Rummel entfesseln soll? Schauer­liches Theater, während in der Versenkung die dumpfen Pistolenschüsse der Henker knallen,

Ein Viertel des Grundnetzes der Reichsautobahn fertiggestellt.

während die endlosen Transporte der Sklaven in die Zwangsarbeitslager rollen, wo ganze Beoölke- rungsgruppen ausaerottet werden. Schauerliche Komödie, in der manche der Mitspieler gar nicht mehr auf die Bühne kamen wie jene Gene­räle, die gestrichen wurden, weil sie noch in den Kulissen zur Schlachtbank fortgerissen wurden. Es gibt nur eine Zahl, die die Herrschaft und ihre Qualität in Sowjetrußland kennzeichnet, das ist die Zahl der erschossenen, der ermordeten, der seelisch und physisch vernichteten Menschen, und diese Zahl geht heute schon in die Millionen, und es gibt nur einen Wähler in Sowjetrußland, das ist Stalin, der feine Kreaturen wie feine Opfer auswählt!

Oie deutsche Fliegerei 1937.

Ein Rückblick des Aorpssührers auf die Arbeit des NSFK.

Berlin, 16. Dez. (DNB.) Zum Jahresschluß nahm der Korpsführer des-NSFK., Generalleutnant Christiansen, Gelegenheit, vor der Presse au dem Sportflughafen Rangsdorf einen Rückblick auf das Luftsportjahr 1937 zu geben. Mit Mr Einfüh­rung der allgemeinen Wehrpflicht habe das NSFK. die Hauptaufgabe übernommen, die Jugend zu er­fassen, um den fliegerischen Gedanken lebendig zu erhalten. In vorderster Front ständen die aktiven Sturmmitglieder, die weltanschaulich gefestigte Na­tionalsozialisten und selbstlose Kameraden sein und ein soldatisches Herz haben müßten. Die fördernden Mitglieder trügen den Gedanken der deutschen Luft­fahrt immer wieder ins Volk.

Die vielen im Reich verteilten Segelflieger­und Modellbauschulen vermittelten der flugbegeisterten Jugend die ersten Grundlagen. Dem NSFK. liege daran, auch die weibliche I u - aend/zu erfassen, und zwar in der Segel­fliegerei. Aus den begeisterten jungen Segel­fliegerinnen würden einmal später jene Mütter, die ihre Jungen der deutschen Fliegerei zuführten. Die zweite nicht minder wichtige Aufgabe des NSFK. liege darin, ihre Mitglieder, die nach der Ab­leistung des Wehrdienstes wieder in den Beruf zurückgingen, und besonders auch die in der Luftfahrt Tätigen in ständiger Hebung und Pflicht zu halten. Die dritte Aufgabe sei die Pflege des allgemeinen Flugsports, die Festigung des Bewußtseins im Volk, daß Flie­gen keine Kunst, sondern ein Vergnügen und eine Selbstverständlichkeit ist.

Abschließend unterstrich der Korpsführer, daß d i e Wettbewerbe des vergangenen Jahres mit größtem Erfolg ohne einen einzigen To- e s f a l l abgeschlossen werden konnten. Während an dem letzten Deutschlandflug 200 Maschinen be­teiligt waren, betrugen die Meldungen für den Deutschlandflug. 1938 400 Maschinen. An nationalen Veranstaltungen nahmen im Jahre 1937 627 Flug­zeuge (1936: 200 Flugzeuge) teil, die 1 654 500 Ueberlandkilometer ohne jeglichen Personenschaden bewältigten.

Oer neue Bundespräsident der (Schweiz.

Die Schweizer Bundesversammlung wählte mit 153 von 181 gültigen Stimmen den bisherigen Vize­präsidenten des Bundesrates, Dr. Johannes Baumann, den unser Bild zeigt, zum neuen Bundespräsidenten. Zum Vizepräsi­denten wurde mit 148 von 168 gültigen (Stim­men Bundesrat Philipp Etter bestimmt. Bundes­präsident Dr. Baumann steht im 64.Lebensjahr und war Regierungsrat und Landamtmann von Appenzell-Außerrhooen. In der Bundesregierung verwaltete Baumann, der der Freisinnig-Demokra­tischen Partei angehört, das I u st i z, und P o l i - 3eibepartement. Verschiedene große Gesetze kamen unter seiner Leitung zum Abschluß, so die Revision des Obligationenrechtes, ein neues ein­heitliches Strafgesetzbuch, Verordnungen über den Schutz der Sicherheit der Eidgenossenschaft, über die Entschuldung der Landwirtschaft usw. Erinnert sei an die klare Feststellung, die Baumann noch zu Lebzeiten Wilhelm Gustloffs über dessen kor­rekte Haltung als Landesleiter der NSDAP, ab- gegeben hat. Vizepräsident Etter verwaltete das Departement des Inneren: da in der Schweiz hierzu auch das Kultusministerium und Wasser, und Straßenbau gehören, so sind eine Aufgaben außerordentlich vielseitig. Etter ge- »orte vor Eintritt in den Bundesrat der Regierung eines Heimatkantons Zug als Mitglied der Katho- lisch-Konservativen Partei an. (Aufnahme: Associated-Preß-M.).

Attlees Spanienreise war direkte Intervention.

London, 17.Dez. (DNB. Funkspruch.) Marine­minister Duff Cooper nahm in einer Rede scharf gegen den Oppositionsvorsitzenden Attlee wegen dessen Reise nach Sowjetspanien Stellung. Die Ermutigung, die Attlee den Streitkräften Rot- [paniens gegeben habe, sei weitaus wertvoller für fie gewesen, als wenn er ihnen Maschinengewehre und Munition geliefert hätte. Attlee habe alles ge­tan, was in seiner Macht stand, um die Bolsche­wisten zum Weiterkämpfen zu ermuti­gen. Wenn das keine Intervention sei, dann wisse er, Duff Cooper, nicht, was man sonst bar­unter verstehen solle.

2000 km dem Verkehr übergeben. 2000 Autobahnarbeiter nach Berlin eingeladen.

Berli-n, 16. Dez. (DNB.) Am Freitag werden acht Teilstrecken der Reichsautobahn dem Verkehr übergeben. Aus diesem An­laß hat die Reichsregierung 2 00 0 Volksge­nossen, die unmittelbar am Bau der Straßen Adolf Hitlers beteiligt waren, zu einem mehr­tägigen Auf ent h-a'l t. in d i e Reichs- Ha u p t st a d t eingeladen. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenbauwesen Dr. Todt sprach aus diesem Anlaß vor Vertretern der Presse. Die Fertigstellung von 2000 Kilometer Reichsauto­bahnen bedeutet ein Viertel des ursprünglich vorgesehenen Grundnetzes. Damit stehen dem Ver­kehr wirklich ßang ft reden zur Verfügung. Fertiggestellt sind jetzt Bahnen zwischen Leipzig und Nürnberg mit 260 Kilometer, zwischen Berlin und Hannover mit 240 Kilometer und zwischen Gießen und Karlsruhe mit 200 Kilometer. Der gesamte Güterfernverkehr kann jetzt über die Reichsautobahnen geführt werden. Der Güterver­kehr auf den alten Straßen dient nur noch dem Nahverkehr unter 50 Kilometer. Außer der Fertig­stellung dieser 2000 Kilometer sind zur Zeit 16 0 0 weitere Kilometer in Bau. 1938 werden die ersten Langstrecken, die durch ganz Deutschland laufen, dem Verkehr über­geben, als erste zusammenhängende Strecke die 900 Kilometer lange Verbindung Ostsee öfter- reichische Grenze, von Stettin über Berlin, Leipzig, Nürnberg, München bis zur Grenze kurz vor Salzburg.

Dr. Todt beschäftigte sich im weiteren mit der Wirtschaftlichkeit oer Reichsautobahnen. So brauchte ein 3,2 Liter Mercedeswagert auf der alten Reichsstraße bei einer Höchstgeschwindig­keit von 71 Kilometer 17 Liter Benzin pro 100 Kilometer; bei einer Versuchsfahrt auf der Auto­bahnstrecke von Nauheim nach Bruchsal brauchte derselbe Wagen für dasselbe Verkehrsziel bei einer höheren Durchschnittsgeschwindigkert von 80 Kilo­meter nur 11 Liter Benzin pro 100 Kilo­meter. Bei kleineren Wagen ist die Ersparnis etwas niedriger. Im großen und ganzen liegt die Betriebsstofferfparnis auf der Autobahn zwischen 30 bi s 4 0 v. H. gegenüber den alten Straßen. Ein Lastwagen mit Anhänger und acht Tonnen Nutzlast verbraucht auf der Autobahn 10 ö. H. Benzin weniger als der leere Wagen auf der Reichsstraße, er fuhr dafür auf der Autobahn um 20 v. H. schneller. Unter Berücksichtigung aller Feststellunaen ergebe sich, daß die Ersparnisse des Kraftverkehrs 20 bis 30 v. H. höher sind im Ver­hältnis zu dem, was für den Bau der Reichsauto­bahnen angewendet wird.

Wenn jetzt weitere 1000 Kilometer im Laufe eines Jahres fertig geworden sind, obywhl sich viele Schwierigkeiten in den Weg stellten Dr. Todt erwähnte den beginnenden Mangel an

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Das vom Führer begonnene Werk der Reichsautobahn ist jetzt so weit fortgeschritten, daß am Freitagvormittag in der Nähe von Erkner bei Berlin der 2000. Kilometer in Betrieb genommen werden kann. Diese Karte veranschaulicht das geplante Autobahnnetz mit den bereits fertiggestellten Strecken. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Arbeitskräften und die Knappheit an Rohstoffen, ist dies in erster Linie dem außerordentlichen Fleiß aller Mitarbeiter und vor allem immer wieder dem Fleiß des deutschen Ar­beiters zu verdanken, der in den letzten Wochen und Monaten immer wieder die Parole stellte: Wir werden mit diesen Straßen fertig, denn der 2000. Kilometer ist das Weihnachtsgeschenk des deutschen Bankarbeiters an den Füh­rer. Dr. Todt betonte ausdrücklich, daß diese Parole nicht von der Leitung ausgegeben worden sei, sie habe sich draußen im Lager ge­bildet und dazu beigetragen, daß sehr oft bei

ungünstigster Witterung, bei Schnee, Wind und Regen, die Arbeiter an der Stelle geblieben sind. Sowohl von Deutschen wie von Ausländern seien bereits 100 Weltrekorde auf den neuen Autobahnen gefahren worden. Die Erfahrungen bei diesen Fahrten auf der Strecke Frankfurt D a r m st a d t hätten Anlaß gegeben, beim Bau der Strecke BerlinLeipzig einen Abschnitt anzulegen, der es ermöglicht, daß auch der letzte S ch n e ll i g k e i t s r e k o r d einmal in Deutschland gefahren werden kann. Bis jetzt kann man solche Rekorde nur in Amerika am' Meeresstrande austragen.

Oie Zwischenfälle auf dem Jangtsekiang.

Achtung, ein Neutraler."

Berlin, 16. Dez. (DNB.) DerVölkische Beobachter" bringt unter der HeberschriftAch­tung, ein Neutraler" folgende Glosse:Angenom­men: Mister O'Whatdoof ist vom wissenschaftlichen Interesse beseelt und von dem ernsten Drang, Schmetterlinge zu sammeln. Angenommen: Besag­ter Mr. O'Whatdoof begibt sich zur Betätigung eines Forschungsdranges, angetan mit Tropenyelm und grünem Sportdreß, augenblirfs sagen wir nach Palästina. Angenommen: In Palästina aßt Herr O'Whatdoof fein Schmetterlingsnetz fester mb zieht in abgelegene Lande, die gewünschten Ob- ekte zu erwischen ... so wäre dies alles äugen» »licks recht unverständlich, ja, man möchte fast agen, leichtsinnig. Unb sicher käme irgenbein langer Sergeant ber britischen Palästina-Armee, nähme den Herrn unter ben Arm unb bedeutete ihm, bas Lanb boch wieber Lu verlassen. Denn hier leben so aufsässig^. Menschen. Da muß mal ein Haus ober ein Dorf in bie Luft gesprengt werben. Das nehmen ene Menschen wieder übel, unb leicht kann man bann art Stelle eines Schmetterlings eine blaue Bohne aus bem Hinterhalt fangen. Dies wäre aber Weber im Sinne ber Wissenschaft noch Englanbs.

Angenommen: In fernem Lande ist Krieg. An­genommen: Dieses ferne Land sei China, wo 400 Millionen Menschen wohnen, unb wo gerabe an unb auf ben Flüssen unb in ber Umgebung der Großstädte ein wimmelndes, unübersehbares, über­völkertes Leben herrscht. Hunderte, Tausende von Dschunken auf dem Jangtse, Hunderttausende von Chinesen, bie burch ben Krieg in Bewegung ge­raten sinb wo man nicht immer weiß, sinb bies nun Flüchtlinge, die die Straßen verstopfen ober Freischärler ober auch reguläre Truppen. Kurzum, wo das Durcheinander eben so groß ist wie die Zahl derEinmischungsmöglichkeiten" aller mög­lichen dunklen Elemente. Und ihnen gegenüber eine Truppe, die bestrebt ist/ mit raschen und drasti­schen Mitteln den Krieg zum Ende $u bringen. Angenommen: Mr. Cowgumm begibt sich mit ela­stischem Schritt zu seinem Paddelboot im Hafen von Schanghai unb rubert tapfer unb guter Dinge mitten in bas Durcheinanber bes umkämpften Stromes hinein ... jo wäre bies nicht nur leicht­sinnig, fonbern beinahe töricht soweit überhaupt von Torheit bei einem freien Bürger einer freien Demokratie gesprochen werden kann. Bekäme er eins aufs Dach ober aufs Pabbelboot, so könnte ber vielbeschäftigte biplvmattsche Vertreter seines Heimatlanbes höchstens kurz seufzen unb veran­lassen baß Mr. Cowgumm von ber Liste ber leben» ben Untertanen gestrichen wirb.

Angenommen: Statt jenes Pabbelbootes fährt ein Kriegsschiff den Fluß hinauf. Oha!, bas ist etwas anderes. Also letzte Warnung an Japan? Aber halt! Wie sieht dieses Kriegsschiff aus? Es dampft gewaltig aus zwei Schloten unb pflügt mit 14,5 Knoten die Fluten des Jangtse, von denen es 370 Tonnen verdrängt. An Bord befinden sich zwei 7,6 Zenttmeter-Kanonen. Unb stolz trägt es ben NamenPanay". Ein anberes ist 625 Tonnen groß, läuft dafür langsamer, hat aber zwei 15,2- Zentimeter-Kanonen. Sein Name istBee". Ange­nommen: Solches Kriegsschiff mit solchen auch auf dem Jangtse nicht gerade ungewöhnlichen Ausmaßen wird mitten in dem wilden Durcheinander eines chaotischen Kriegsgetümmels plötzlich von Born- ben getroffen. Mit ihm noch andere Dampfer in seiner Begleitung.

so wäre dies sicherlich alles sehr bedauerlich.

Aber etwa ein Anlaß zu großer Verwunderung? Angenommen aber: Jenes Kanonenboot hätte sich auf die Reise begeben und ringsherum tobte der Krieg. Es wird geschossen und 'bombardiert und nur das Kanonenboot wird nicht getroffen: Wäre nicht vielmehr dies ein ernster Anlaß zu wirklicher Verwunderung?

Es kommt immer auf die Zubereitung an, sprach Hans und spickte eine Kröte", heißt es be­kanntlich. Es kommt immer auf den Standpunkt an, sprachen die Mäche und hatten Anlaß, diplo- matische Noten zu wechseln. Womit aber weder Recht noch Unrecht bewiesen war. Klar war nur auf jeden Fall, daß auch ein noch so neutraler Neu­traler nur ein Leben zu riskieren hat, wenn er sich mitten im Kriege benimmt wie ein harmloser Schmetterlingssammler. Und wenn er erwartet, daß dort, wo er erscheint, plötzlich das blutige Ringen aussetzt, um den Herrn Unbeteiligten Platz zu machen:Achtung, ein Neutraler!" (Eine Zwischenbemerkung: Man stelle sich eine ähnliche neutrale Harmlosigkeit einmal auf die Verhältnisse des Weltkrieges übertragen vor!). So ist es also nicht!Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, das man läßt", sagte Wilhelm Busch. Man kann daraus beliebig viel Variationen er­sinnen. Etwa: Der Frieden, dieser Satz steht fest, sind stets die Kriege, die man läßt. Oder noch kon­kreter: Die Neutralität, dieser Satz steht fest, sind stets bie Schiffe, man zuhause läßt!"

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Auch dieD eutsch e Allgemeine Zei­tung" ironisiert bas englisch-amerikanische Geschrei über die Zwischenfälle auf dem Jangtse mit folgen­den Betrachtungen: Das Verhalten der britischen

und amerikanischen Kriegsschiffe auf dem Jangtse während der Abschlußkämpfe um die Besetzung oer chinesischen Hauptstadt Nanking ist mit dem Be­nehmen eines Mannes zu vergleichen, der mit der britischen ober amerikanischen Flagge in der Hand zwischen den Schützengräben zweier sich bekämp­fender Parteien umhergehen wollte. Bei solchem Tun müßte er damit rechnen, getroffen zu werden. Man könnte sich auch vorstellen, daß während ber Skagerrakschlacht bas Kriegsschiff einer britten Macht mit wehender Flagge mitten durch das Schlachtgetümmel gefahren wäre. Die Schlacht wäre deshalb nicht abgebrochen worden, aber der leicht- finniae Kapitän des Kriegsschiffes, der es in die Gefahrenzone gesteuert hätte, könnte nicht verwun­dert sein, wenn fein Schiff durch einen Volltrefser auf den Meeresboden geschickt worden wäre. Die englische Presse glaubt darauf Hinweisen zu müssen, daß England auf seinem Recht, auf dem Jangtse Kriegsschiffe zu unterhalten, beharren werde. Auf diesem sogenannten Rechte, die mit ber ben Fremb- möchten noch gehörenden Exterritorialität in China zusammenhängen, hat Deutschland burch seinen Sonber-Frieoensvertrag mit China vom 20. Mai 1921 verzichtet. Auch die Englänber haben gezeigt, daß sie durchaus in der Lage fiyb, diese sogenannten Rechte aufzugeben. Es war Lord Balfour, der auf der Washingtoner Konferenz im Namen Englands eine Geste machte, auf der er erklärte. England werde auf seine Konzession im nordchinesischen Hafen Weihaiwei verzichten, was nach mehrjährigen Verhandlungen auch geschah. Später gab England seine Konzession in H a n k a u, allerdings unter dem Druck der nationalen Revo­lution in China, und ebenso inChingkiang auf.

Japan wirb Wiedergutmachung anbieten

Tokio, 17. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Sprecher des japanischen Außenamtes erklärte der Presse, daß eine Entscheidung über die Beant­wortung der amerikanischen Note noch nicht gefallen fei. Es könne fein? daß die von der japanischen Regierung überreichte Note, in der nicht nur tiefstes Bedauern und Entschuldigung, sondern auch Wiedergutmachung angeboten sei, im Augenblick als genügend angesehen werde. Die Regierung fei bemüht, den unglücklichen Zwi­schenfall in seinen Einzelheiten darzustellen, um festlegen zu können, in welcher Form eine Wiedergutmachung geleistet und Vorsorge getroffen werden könnte, daß weitere Zwischenfalle vermie­den werden.

Amerikanische und englische Anfragen, ob Japan die nach ausländischen Berichten behauptete Be­schießung derPanay" durch Maschinengewehre von japanischen Motorfahrzeugen aus, bestätigen könne, verneinte der Sprecher. Zur Zeit des Zwi­schenfalles feien keine japanischen Fahr­zeuge anwesend gewesen. Der Sprecher be- tonte, daß Japan eine zufriedenstellende Lösung bes Zwischenfalles finden werde, ahne schon jetzt Einzelheiten mitteilen zu können. Die britische Note und entsprechende Vorstellungen britischer Stellen würden genau so behandelt wie die ame­rikanische Note.

In japanischen Marinekreisen wird erklärt, daß das japanische China-Geschwader eine Kompanie an Öen Ort des Zwischenfalles entsenden werde, um ben Tobesopf ern die letzte Ehre zu er- weisen. Außerdem haben sich die Angehörigen des

Geschwabers bereiterklärt, eine Gelbsammlung für biß Hinterbliebenen zu veranstalten. In japanischen Marinekreisen hofft man, baß biefe Kunbgebung als Beweis für bas tiefe Bebauern der japanischen Marine über ben tragischen Zwi­schenfall angesehen wird.

Man braucht gar nicht alter Frontkämpfer ge­wesen zu sein, um sich mit seinem gesunden Men­schenverstand zu sagen, daß man nicht zwischen zwei sich heftig beschießenden Kampflinien spazieren- aehen und gleichzeitig beanspruchen kann, daß einem kein Haar gekrümmt werden darf. Diesen absurden Anspruch stellen unter großem diplomatischem Ge­töse die angelsächsischen Regierungen. Da sind englische und amerikanische Schiffe auf bem Jangtse von japanischen Fliegern irrtümlich mit Bomben beworfen worden, roeil diese Schiffe auf dem am stärksten bewegten und am heftigsten umkämpften Fluß Mittelchinas so herumfuhren, bzw. vertäut waren, als wenn sie in ber Sommer­frische unb nicht mitten im wildesten Krieg gewesen wären. Schließlich ist ja der alte Jangtse kein eng­lisches oder amerikanisches Binnengewässer. Wenn jene Schiffe also gleichwohl mitten in der Kriegs­zone sich Herumtrieben, bann kann man die unbe­absichtigten Bombentreffer, für die überdies jede erdenkliche Genugtuung geboten wurde, zwar be­dauern, muß aber gleichzeittg feststellen, daß man im allgemeinen nicht so leichtfertig mit der Herbei­führung vonZwischenfällen" umgeht es sei denn, daß Zwischenfälle in London gebraucht werden. Im übrigen berührt gerade die englische Haltung gegenüber den Vorfällen auf dem Jangtse