Italien und das Patrouillensystem für das Mittelmeer.
Sapporo bis zur Beendigung des Chinakonfliktes zurückgestellt werden, da finanzielle Unterstützungen von der Regierung vorläufig nicht zu erwarten seien. Das hindert jedoch nicht daran, daß der vom Internationalen Olympischen Komitee eingesetzte deutsche Berater Werner K l i n g e b e r g und der mit dem Ausbau der Olympia-Bobbahn in Sapporo beauftragte deutsche Ingenieur Zentzytzki ihre beratende Tätigkeit für die organisatorische Vorbereitung der Spiele aufnehmen.
„Wenn doch Franco käme."
Frauen demonstrieren in Barcelona.
Paris, 17. Sept. (DNB Funkspruch.) Wie der „Jour" meldet, haben in Barcelona Demon- strationen gegen die bolschewistischen Machthaber stattgefunden. Zahlreiche Gruppen von Frauen. seien über die Klaza Cataluna, und die Ramblas gezogen. Sie hätten Schilder mit sich geführt, auf denen man zum erstenmal in Barcelona habe lesen können: „Es lebe Franco' Wenn doch Franco käme!" Die bolschewistischen Horden seien mit Waffengewalt gegen die Frauen vorgegangen. Auf beiden Seiten habe es zahlreiche Verletzte gegeben.
In G t j o n , so meldet der ,^ou r" weiter, fehle es an den notwendigsten Lebensmitteln. Es häuften sich die Verbrechen und Plünderungen. Valencia habe keine Autorität mehr. Balarmino Tomas übe die blutigste und schrecklichste aller Diktaturen aus. Der rote baskische „General" Gomez G r i b a r r i habe sich an Bord eines Fischerbootes nach Bayonne flüchten können.
In Madrid gefangen gehaltene Nationalspanier ausgelöst.
Salamanca, 17. Sept. (DNB.) Durch ein Uebereinkommen mit dem Internationalen Roten Kreuz kann eine gleiche Anzahl Spanier aus dem nationalen in rotspanisches Gebiet überwechseln, wie r e ch t s st e h e n d e Personen auf Grund einer Vereinbarung des Internationalen Roten Kreuzes mit dem Valencia-Ausschuß Madrid verlassen dürfen. Dieses Uebereinkommen wird die Befreiung von 25 0 0 Personen bewirken, die sich seit Jahresfrist in den Gebäuden ausländischer Botschaften und Gesandtschaften in Madrid befinden und die nicht pur unter den größten Entbehrungen leiden mußten, sondern auch in ständiger Lebensgefahr schwebten.
General Franco beglückwünscht den Führer.
Berlin, 16. Sept. (DNB.) Der Führer des nationalen Spanien, General Franco, hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: Im Namen aller Spanier, die gegen die kommun st ische Barbarei kämpfen, beglückwünsche ich Ew. Exzellenz lebhaft zu Ihrer letzten großartigen Rede, in der Sie es erneut verstanden haben, edle germanische Empfindungen dem großen deutschen Volk vor Augen zu führen. Heil Hitler! (Gez.) General Franco.
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Wie ungeheuer groß das Interesse an der antibolschewistischen Ausstellung der Reichspropagandaleitung der NSDAP, in der Norishalle zu Nürnberg ist, beweist der Andrang von bisher über einer Viertelmillion Besucher. Ehrengäste des Führers, Diplomaten und Regierungsvertreter aus fast allen Staaten der Welt besichtigten die Schau. Gerade diese Besuche sind der beste Beweis , dafür, daß es sich bei dieser Ausstellung um eine einzigartige Dokumentenschau handelt.
Kleine politische Rachrichten.
Der FührerundReichskanzlerhat durch Erlaß vom 9. September 1937 den Landesstellen des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda die Bezeichnung „R e i ch s p r o p a - aandaämter" und die Eigenschaft von Reichsbehörden verliehen.
Reichsleiter Alfred Rosenberg spricht seinen Dank für die Glückwünsche zur Verleihung des Nationalpreises durch folgende Venöffentlichung aus: Aus Anlaß der Verleihung des ersten Nationalpreises durch den Führer habe ich aus allen Teilen des Reiches so zahlreiche Glückwünsche erhalten, daß ich außerstande bin, allen meinen Dank auszusprechen. Ich tue das hiermit auf diese Weise und danke für die ausgesprochene kameradschaftliche Verbundenheit. *
Der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath sandte an Gouverneur von Linde- q u i st zu seinem 75. Geburtstag ein herzlich gehaltenes Glückwunschtelegramm. Lindequist war 1905 Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika und 1910 Staatssekretär des Reichskolonialamts.
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Im Eher-Verlag erscheint soeben die 4. Auflage (31. bis 40. Tausend) des Buches des stellvertretenden Pressechefs der Reichsregierung Alfred-Jnge- mar Bernd .Gebt mir vier Jahre Z e i t." Das Buch, das einen spannenden Ueberblick über die Erfolge der ersten vier Jahre nationalsozialistischer Staatsführung ist, ist um ein umfassendes Schlag- und Stichwortverzeichnis erweitert worden.
Der Generalsekretär des Deutschen Olympischen Komitees, Dr. Karl Diem, der sich in Sofia aufhält, hat von der bulgarischen Regierung den Auftrag erhalten, die sportliche Ausbildung und Ertüchtigungder bulgarischenJu- gend nach deutschem Vorbild neu zu organisieren. Zur Ausführung dieses ehrenden Auftrags wird sich Dr. Diem zwei'Monate in Bulgarien aufhalten.
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Der Völkerbundsrat hat der englischen Regierung die Ermächtigung zu Verhandlungen über die Teilung Palästinas erteilt. Es wird jedoch an die Zusicherung erinnert, die der englische Vertreter über die Einwanderungs- frage gegeben hat, und darauf hingewiesen, daß Die Mandatsverfassung in Kraft bleibt, solange nichts anderes entschieden ist. _____________
London, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" berichtet aus Genf, die britischen und die französischen Marinesachverständigen hätten weitere Einzelheiten des gemeinsamen Patrouille n s y st e m s ausgearbeitet, es sei anzunehmen, daß die Unterzeichnermächte der Nyoner Vereinbarungen vielleicht schon morgen — allerdings diesmal in Genf — erneut zusammen- treten. Augenblicklich verhalte man sich abwartend, während Italien ein gleiches tue. Italiens Forderung, in größerem Umfange an der Patrouille teilzunehmen, werde von den Abordnungen der Mächte voll anerkannt; die Mächte würden zufrieden (ein, wenn man jetzt e t - was von Italien höre. Verzögerungen werde man aber nicht zulassen, da sie den ganzen Patrouillenplan seiner Wirksamkeit berauben würden. „Daily Telegraph" meldet aus Genf, daß Italien bisher noch kein Angebot zwecks Teilnahme an der Patrouille im Mittelmeer gemacht habe. Dementsprechend sei es für England und Frankreich unmöglich, Aenderungen im vorgesehenen Patrouillensystem vorzunehmen. Sollte aber die italienische Regierung Vorschläge machen, so würde Italien in der Patrouille ein Platz eingeräumt werden, der seiner Würde und seiner Stellung als große Mittelmeermacht entsprechen würde. Man habe von Meinungsverschiedenheiten zwischen Eden und Chamberlain gesprochen. Das sei aus der Luft gegriffen. Chamberlain habe im Gegenteil Eden zu der in Nyon geleisteten Arbeit beglückwünscht.
„Daily Expreß" meldet aus Rom, Italien habe England und Frankreich mitgeteilt, daß es auf keinen Fall irgend eine Störung der italienischen Schiffahrt im Mittelmeer dulden werde. Italiens Rechte auf hoher See müßten peinlich geachtet werden. Graf G r a n d i werde sich noch heute nach London begeben, um dort Mussolinis Stellung zur Lage im Mittelmeer darzulegen.
Paris wünscht italienische Lniliative.
Paris, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) In der französischen Presse ist der gewisse Optimismus über eine Beteiligung Italiens an der Mitteimeer» kontrolle beträchtlich gedämpft worden. „Echo de Paris" glaubt, daß weder Frankreich noch England die Initiative ergreifen würden. Italien habe den ersten Schritt zu tun. „Figaro" schließt aus dem Verhalten Italiens, daß es nicht die Initiative zu neuen Vorschlägen ergreifen wolle. Die Haltung Italiens zeuge von übler Laune Man sehe ein neues Manöver gegen Italien und eine Rückkehr zum antifaschistischen Geist voraus. Der Polizeidienst im Mittelmeer, ausgeübt von den Westmächten, könnte von Italien als eine Art Seeblockade zu seinem Schaden ausgelegt werden, in Analogie der Wirtschaftsblockade zur Zeit der Sanktionen. Für den „Jour" steht es fest, daß jede Regelung zwischen Rom und den Westmächten durch die Furcht, Moskau zu mih- fallen, verzögert werde. Alle Schwierigkeiten kämen von Moskau. Es würde aber genügen, dies den Sowjets klar und deutlich zu sagen, damit sie endlich aufhören, ein Hindernis für jede europäische Befriedung zu sein.
Verstimmung in Italien
Mailand, 17. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Treiben in Genf wird in der italienischen Presse mit wachsendem Unmut verfolgt. Die Turiner „Stampa" spricht von einer zweideutigen Haltung Englands und nennt die Lage düster. Bisher seien im Mittelmeer nur Schmug- gelschiffe für Valencia und Barcelona versenkt worden. Der Kampf gegen die Piraten sei nur eine schöne Phrase. In Wirklichkeit wolle man die Transporte schützen, die der Verlängerung des Widerstandes der Roten dienten.
schen Kräfte der deutschen Vergangenheit neu be- leben. Der Künstler soll dem Volke dienen, mb em er die Kunst dem Volke und das Volk der Jurist nahebringt. Es ist eine Erfahrungstatsache, die sich auch hier in Pans wieder bestätigte: je mehr em Kunstwerk „echt", d. h. natin/al gebunden lst, je mehr es aus dem Gefühls- und Ausdrucksrelchtum des eigenen Volkes schöpft, — einen desto tieferen Eindruck macht es auf seine Nachbarvölker, einen desto größeren Beifall findet es bei ihnen, die sich durch den Einblick in eine ihnen artfremde Welt und das beglückende Erlebnis der Ausweitung des eigenen Horizontes bereichert fühlen. Wenn „der große Wurf gelungen" und „die Zauber wieder binden", so verstummt für einen Augenblick das Mißgetön des sozialen und politischen Zwistes, und selbst die Ewig-Hadernden atmen auf unter „des Himmels prächtigen Plan". Das durften wir hier in Paris dankbar erleben.
Das sorgfältig und überlegt ausaearbeitete Pro- gramm der deutschen Kulturwoche brachte eine immer zunehmende großartige Steigerung. Den Auftakt bildete der deutsche Film-Galaabend, der im Film-Pavillon inmitten des nächtlich beleuchteten Ausstellungsgeländes stattfand. Die von Kammersänger Schlusnus gesungenen Eichen- dorffschen Worte: „Grüß dich, Deutschland, aus Herzensgrund!" fanden ihre Illustrierung vor allem in dem schönen Farbenfilm „Deutschland von Heut e", der m künstlerisch zarter Tönung deutsche Landschaften und Städte, Menschen und Pflan- zen, Arbeit und Feste, Erstrebtes und Erreichtes dem Ausland nahebrachte.
Auf den Film folgte der Tanz, auf das Bild das Leben. Es ist hier nicht der Ort, auf die Leistungen der einzelnen deutschen Künstler einzugehen. Namen wie die des Tänzers Kreutz berg und der Tänzerinnen H ö p f n e r, der Sänger Schlusnus und Erna Berger, der Dirigenten Krauß und Elmendorfs, die Namen Kittel, Tietjen und gar Furtwängler sprechen für sich selbst, auch außerhalb der Grenzen Deutschlands. Die Günthersche Tanzgruppe aus München verkörperte durch die eigenartige Verschmelzung von Musik und Bewegung, durch die Iugendfrische und natürliche Anmut ihrer Tänzerinnen, durch Rhythmus und Kostümierung wirklich ein Stück Deutschland, wobei nur die blumige Wiese unter den leichten Füßen fehlte.
An den Tanzabend schloß sich als weitere Steigerung der dritte Abend, der dem deutschen Lied aeweiht war. Das Lied — dies Wort ist unübersetzbar, „Le lied allemand“ schrieb die französische Presse —, ist für den Ausländer der reinste und unmittelbarste Ausdruck der deutschen Volksseele, der Schlüssel zu den Geheimnissen der deut- chen Musik. Diese musikalische Form, so vollendet in ihrer Beschränkung, so rein im Ausdruck, blüht in keinem anderen Lande der Welt in dieser natürlichen Fülle. Daher ernteten die deutschen Kunst- und Volkslieder, die von den hervorragendsten deutschen Chören und Solisten vorgetragen wurden, begeisterten Beifall.
Von Tanz und Lied zur Spieloper. Als mir zur Aufführung des Straußfchen „Rosen- k a v a l i e r s" das Theater betraten, das wie allabendlich von einer eleganten Menge bis auf den letzten Platz besetzt war, fanden wir alle Räume reich mit Blumen geschmückt. Sie waren aus Berlin geschickt worden. „An alles denken die Deutschen", schrieben die Franzosen, „wir sollten uns ein Beispiel an ihnen nehmen!" Leider war der bejahrte Komponist des „Rosenkavaliers" durch Krankheit verhindert, seine Oper selbst zu dirigieren, aber unter der Stabführung von Clemens Krauß mar diese Darbietung der Berliner Staatsoper ebenso hervorragend, roie die Aufführung der „Ariadne auf Naxos" am achten Abend. Diese beiden Spielopern brachten eine heitere Note in das sonst so ernste und großartige Programm.
Der fünfte Abend bildete mit der Beethoven- schen IX. Sympho nie unter Furtwäng- ler einen Höhepunkt, der allen Teilnehmenden unvergeßlich sein mird. Durch die Anmesenheit des Präsidenten der Republik, Lebrun, und zahl- reicher führender Persönlichkeiten des französischen öffentlichen Lebens, das Spalier von Soldaten der Republikanischen Garde in ihren malerischen Uniformen und das Spielen der französischen und deutschen National-Hymnen erhielt der Abend eine besonders feierliche utib bedeutungsvolle Note. Die Meisterschaft Furtwänglers, die überlegenen Leistungen des Philharmonischen Orchesters, der Solisten und des Kittel sch en Chores, — vor allem aber das Genie Beethovens und die beschwingten Worte Schillers, — das alles verschmolz zu einem Ganzen, das die Hörer in höhere Sphären hinaufriß. Als die Worte verklungen waren: „Ahnest du den Schöpfer,. Welt? Heber Sternen muß er wohnen", fiel es einem nicht leicht, die Rückkehr in die profane Welt des rasenden Beifalls zu finden.
Aber noch stand ein bedeutender Teil der Kulturwoche bevor: die beiden Wagner-Opern „D i e Walküre" und „Tristan und Isolde." Zwar war die Inszenierung auf der kleinen Bühne des „Th£ätre des Champs-Elysees“ recht beengt, aber das tat der musikalischen Wirkung keinen Abbruch. Die Besetzung der Bayreuther Festspiele 1937, das Orchester der Berliner Staatsoper unter Furtwänglers und Elmendorffs Leitung rissen das Publikum wieder zu begeisterten Beifallskundgebungen hin. Das durch den Wagnerschen Geist geschaute, belebte und verkörperte Deutschland offenbarte sich hier dem Ausland in seiner reinsten und edelsten Form. Wohl noch nie war das Frühkingslied, der Feuerzauber, Isoldens Liebestod außerhalb Bayreuths so vollkommen zum Vortrag gebracht worden. Bis ein Uhr nachts folgte das Publikum hingebungsvoll der herrlichen deutschen Musik.
Neben diesen Höchstleistungen fanden die deutschen Künstler noch Kraft und Zeit, dem französischen Hörer in kleineren Konzerten näher- mtreten, so im Pariser Rundfunk und in einem schönen Kammermusikkonzert in Versailles. Am Ende der deutschen Kulturwoche trat blasses Herbstwetter ein, — das verstärkt noch die Stimmung wehmütigen Vermissens, die sich nach Abschluß einer unvergeßlichen Feierzeit einstellt. Möchte der Nachklang der Tage von Paris noch lange anhalten und seine segensreiche Wirkuna ausüben! Den deutschen Künstlern sei unser Dank gesagt!
Berlins neuer Jestschmuck
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Für den Berliner Staatsbesuch des Duce werden auf der Feststraße Unter den Linden bereits die Vorbereitungen für eine großzügige Ausschmückung getroffen. Unter den Linden wurden vom Pariser Platz bis zum Denkmal Friedrichs des Großen gewaltige Pylone mit goldenen Hoheitszeichen in Viererreihen errichtet, die von Tiefstrahlern angestrahlt werden und deren Zwischenräume mit Fahnen ausgefüllt werden. Auf dem Platz vor der Universität wird ein Postament mit einem großen Hoheitszeichen errichtet. Ein Fahnenturm von 52 Meter Höhe findet auf dem
Adolf-Hitler-Platz am Kaiserdamm bei den Ausstellungshallen Aufstellung. Auch der Wilhelms-Platz wird wirkungsvollen Säulenschmuck erhalten. Es handelt sich um eine großzügig gestaltete Dauer« ausschmückung, die zu den verschiedenen Anlässen schnell auf- und abgebaut werden kann. Hauptsächlich wird die sog. Ost-West-Achse, also der Straßenzug von den Linden bis zur Heerstraße geschmückt werden. Mit der Durchführung wurde der Reichsbühnenbildner Professor Benno v. A r e n t beauftragt. Unser Bild zeigt die Straße Unter den Linden. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Oie deutsche Kuliurwoche in Pans.
Don unserem A O.-Äerichterstatier.
Nachdruck verboten.
Paris, September 1937. •
Im Rahmen der Pariser Weltausstellung wird den teilnehmenden Nationen Gelegenheit geboten, „K u l t u r w o ch e n" zu veranstalten, um sv dem interessierten Ausland einen Eindruck von ihren Bestrebungen und Leistungen auf künstlerischem Gebiete zu vermitteln. Während die Werke der bildenden K u n st aller beteiligten Länder in einem besonders sehenswerten Pavillon am Seine-Ufer ausgestellt sind, kommen in den Kulturwochen Tanz und Film, Musik und Schauspielkunst zu Wort.
Die deutsche Kulturwoche, die Anfang September bei schönstem Sommerwetter in Paris stattfand, bildete ein künstlerisches und gesellschaftliches Ereignis, das von den Kunstkennern aus aller Welt mit Spannung und großen Hoffnungen erwartet worden war. Ihr glänzender Verlauf hat sicher dazu beigetragen, das merklich wachsende Verständnis für die Leistungen des neuen Deutschlands zu stärken. Aehnlich wie während der Berliner Olympischen Spiele der sportliche Wettbewerb eine völkerverbindende Kraft bewies, so sprachen in Paris deutscher Film, deutscher Tanz, deutsche Musik eine jedem Ausländer verständ - l i cf) e Sprache, und zumal die deutsche Musik bewies aufs neue ihre siegreiche Kraft. Das internationale Publikum, das die Konzertsäle oder das „Theätre des Champs-Elysees“ überfüllte, kargte nicht mit Beifall, und die französische Presse
spendete uneingeschränktes Lob. Man sah In den deutschen künstlerischen Darbietungen den Höhepunkt einer außerordentlich glänzenden internationalen Musik-Saison.
„Die Ereignisse übertrafen noch unsere Erwartungen", so schreibt „Le Journal", — „und wir stehen von Bewunderung benommen vor der gewaltigen Anstrengung, durch die während einer Woche in Pans alles vereint wurde, was das musikalische Leben des heutigen Deutschlands an Höchstem, Vollkommenstem und Gewaltigstem besitzt. Welch bewunderungswürdiger Gemeinsinn, welche starke und vornehme Auffassung ihrer Verantwortung belebt dieses imposante Heer von Sängern und Musikern, von Bühnenkünstlern, Regisseuren und Technikern, die ohne zu murren eine erdrückende Arbeitslast und endlose Proben auf sich nehmen, sobald es um das Ansehen Deutschlands in der Welt geht, für das sich ein jeder mit verantwortlich fühlt, auf welcher Stufe der Leiter er auch stehe. Das deutsche Volk darf mit Recht stolz sein auf seine künstlerische Lebenskraft und auf feine Standhaftigkeit im Streben nach Vollendung!" Eine schöne Anerkennung der deutschen Leistung aus dem Munde eines sachverständigen Franzosen!
Nach einem Ausspruch des der Kulturwoche Vorsitzenden Vizepräsidenten der Reichskulturkammer, des Staatssekretärs Funk, soll die deutsche Kunst nicht nur den besonderen Anforderungen der Geaen- roart genügen, sondern auch die großen schöpferi-
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