ttr.164 Erstes Blatt
187. Jahrgang
Samstag, 17. Juli <957
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Staat und Aation bekennen sich zu ihren Künstlern.
Feierliche Eröffnung des Tages der deutschen Kunst in München.
Ein stolzer Festtag.
„Wir feiern den Tag der Deutschen Kunst mit dem stolzen Bewußtsein, daß es uns gelungen ist, die Kunst wieder zum Volke und das Volk wieder zur Kunst zurückzuführen." Reichsminister Dr. Goebbels.
Die Eröffnung des Tages der Deutschen Kunst bedeutet einen Meilenstein in der Entwicklung nicht allein der Stadt München als der Stadt der deutschen Kunst, sondern weit darüber hinaus der nationalsozialistischen Kulturarbeit überhaupt: das kommt in keinem Ereignis dieser ereignisreichen drei läge jo großartig und unbestreitbar zum Ausdruck wie in der Eröffnung des Hauses der Deutschen Kunst mit einer großen Ausstellung deutscher Kunst der Gegenwart. Das ist ein Tatbestand, der nicht nur architektonisch, bau- und stadtgeschichtlich zu würdigen, sondern vor allem auch als ein symbolischer Vorgang von außerordentlicher Bedeutung und sinnvoller Eindringlichkeit zu begreifen ist. In dem klassisch gegliederten Monumentalbau des verstorbenen Architekten Paul Ludwig Tro ost hat das neue Deutschland nach dem Willen des Führers der Kunst eine Heimstätte geschaffen, hier hat es entschlossen und tatkräftig wieder erstehen lassen, was mit dem furchtbaren Brande des alten Glaspalastes zu München in Schutt und Asche gesunken war. Die Systemregierung ist nicht imstande gewesen, neues Leben aus den Ruinen blühen zu lassen. Erst dem Nationalsozialismus war es vorbehalten, der deutschen Kunst und den deutschen Künstlern mit dem fäulengeschmückten Monumentalbau ein Haus zu schenken, das ohne Uebertrei- bung als das schönste Kunstausstellungsgebäude der Welt bezeichnet werden darf. Das Haus der Deutschen Kunst, das jetzt in München geweiht wird und feine Pforten für alle Besucher öffnet, soll uns der sichtbare Ausdruck dessen fein, was der Staat der Kunst und dem Künstler zu geben fähig ist- zum ersten Male stehen wieder für eine große und repräsentative Ausstellung des Reiches Mittel zum Ankauf von Kunstwerken zur Verfügung, so daß der größte Teil der Aussteller im neuen Hause mit dem Verkauf der ausgestellten Arbeiten rechnen kann — und zwar zu Preisen, die es dem deutschen Künstler wieder möglich machen, ohne Sorge um das tägliche Brot Werte zu schaffen, welche die Zeit überdauern als Dokumente dieser Zeit.
Das ist das Wesentliche: der Künstler ist heute nicht mehr sich selbst überlassen, sondern der Staat kümmert sich um ihn und um seine Arbeit. Mit Recht, denn es kann auf die Dauer keinem Kulturvolke gleichgültig fein, wie es mit feiner Kunst bestellt, wie es seinen Künstlern zumute ist, und wie es wirtschaftlich mit ihnen steht. Und im gleichen Maße, wie der Staat sich der Künstler annimmt, und sich um ihr Werk kümmert, wird auch das Volk sich seiner Kunst nähern, wie die Kunst ihre vornehmste Aufgabe darin erblickt, dem Volke zu dienen — das heißt, ihre Schönheit und unvergänglichen Werte dem Herzen des Volkes zuzutragen und der Nation zum lebendigen Besitz werden zu lassen. „Die Größe der Gegenwart", so sagte der Führer auf der Kulturtagung 1935, „wird man einst messen nach den Ewigkeitswerten, die sie hinterläßt." Mit diesen Worten ist eine große nationale Ausgabe umrissen, ein großes, des Schweißes der Edlen wertes Ziel vor aller Augen errichtet. In solchem Sinne begeht das deutsche Volk in diesen Tagen das repräsentativste Fest der deutschen Kunst.
hth.
Der Auftakt.
München, 16. Juli. (DNB) Bei der Grundsteinlegung des Hauses der Deutschen Kunst im Jahre 1933 hat der Führer ausgesprochen: „Wir können uns keinen Wiederaufstieg des deutschen Volkes denken, wenn nicht Wiedererstehen auch die deutsche Kultur und vor allem die deutsche Kunst." .
Nach diesem programmatischen Wort hat Das Deutschland Adolf Hitlers seit 4'/- Jahren unermiid- lich und zielbewußt gehandelt. Neben all der Muhe und Arbeit für die politische, wirtschaftliche und soziale Wiederaufrichtung unseres Volkes stano von der ersten Stunde an der tatbereite Wille und die erfolgsichere Kraft, die deutsche K u l t u r z u retten und die deutsche K u n ft m 11 n e u em Leben zu erfüllen. Mit dem Tage der Deutschen Kunst, diesem feierlichen Bekenntnis zum Schönen und Großen, zum Erhabenen und Ewigen, rindet diese Arbeit ihre festliche Krönung.
Der sinnvoll würdige Auftakt des großen Kultur- qeschehens war die feierliche Eröffnung des Tages der Deutschen Kunst am Freitagvormittag in dem repräsentativen Kongreßsaal des Deutschen Museums. Schon lange vor Beginn des festlichen Aktes mllt sich der festlich geschmückte Saal mit den Ehren □äften. Man bemerkt unter ihnen m der vorder ft en Reihe Mitglieder der Reichsremerung und des Diplomatischen Korps, zahlreiche Neichsleiter und Gauleiter, die Mitglieder der bamrftchen Landes regierung hervorragende Persönlichkeiten der Partei and ihrer Gliederungen, hohe Oftiziere der Wehrmacht, Männer von Rang und Namen aus Kunst, Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft
Der Stellvertreter d e s F u h r e r s und Der Gauleiter Wagner begeben sich nach dem Ab
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Gauleiter Wagner eröffnete den „Tag der Deutschen Kunst".
Das größte kulturelle Ereignis im neuen Deutschland, „Der Taa der Deutschen Kunst", wurde am Freitag mit einer weihevollen Feier im Festsaal des Deutschen Museums in der Hauptstadt der Bewegung eröffnet. Neben den zahlreichen Ehrengästen und dem Diplomatischen Korps nahm auch der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf H e ß, an der Feier teil. Diese Aufnahme gibt einen Ueberblick während der Eröffnungsrede des Gauleiters Staatspräsident Wagner. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
schreiten der Fronten der Ehrenformationen in den Kongreßsaal. Die Festgäste haben sich von ihren Plätzen erhoben und grüßen mit dem deutschen Gruß den Stellvertreter des Führers und feine Begleitung.
Der feierliche Eröffnungsakt beginnt mit der 3. Leonoren-Ouvertüre von Beethoven. Sie wird mit meisterhafter Vollendung vom Leipziger Gewandhausorchester unter der Stabführung von Gewandhaus-Kapellmeister Prof. Abcndroth zu Gehör gebracht. Dann ertönen die Fanfaren. Der Staatskommissar des Hauses der Deutschen Kunst,
Gauleiter
Staat? lwuister Adolf Waaner spricht: Der Führer, so sagt er, hat uns gelehrt, daß der einzelne lebende deutsche Volksgenosse nichts ist ohne sein lebendes Volk. Und er lehrt uns weiter, daß die lebende Generation unseres Volkes nichts ist und nichts wäre ohne die voraufgegangenen Generationen. Diese Lehre Adolf Hitlers hat uns die große unzerstörbare deutsche Volksgemeinschaft gebracht. Aus dieser deutschen Volksgemeinschaft kommt für uns lebende Deutsche die Rettun g vor Unvergang und Verderb. Aus der unendlichen Einheit der heute lebenden deutschen Generation und der Jahrtausende umfassenden Geschlechterfolge des deutschen Volkstums aber erwächst uns die Gewißheit, daß unser deutsches Volk unsterblich ist.
Noch großer aber und noch sicherer ist, auf dieser Schau gesehen, die Gewißheit, daß es heute und in allen Zeiten, wo Menschen lebten und leben, eine Menschheitskultur nicht gibt und nicht geben wird ohne die deutsche Kultur. Wie herrlich ist es doch, einem Volk, von dem man mit Recht und ohne Ueberhebung solches sagen kann, nnzugehörent
Wie weit liegen für uns heute schcn die Zeiten mrück in denen es schien, als ob der deutschen Geschichte das Ende gesetzt sei. Wie selbstverständlich ist uns heute schon die wiedererstandene deutsche Armee, der soziale Frieden, das Reich der Ordnung, das Reich der Stärke nach innen und außen. Und wie wunderbar ist es, daß heute kaum etwas mehr als vier Jahre nach der nationalsozialistischen Revolution die Stunde der Wiedergeburt der deutschen Kun st schlägt. In Schutt und Asche sank der alte Glaspalast in München. Herrlich neu erstand im Dritten Reich das Haus der deutschen Kunst.
Dem Hunger überantwortet, organisatorisch, geistig und künstlerisch mit Gott und der Welt zerfallen, schien unser Künstlertum und mit ihm die deutsche Kunst dem Verderb überantwortet zu sein. Heute, im Dritten Reich, ist ernstes Schaffen und Streben auf allen Gebieten der Kun st weithin sichtbar wieder vorhanden und im Werden.
Es vollzieht sich auf kulturell künstlerischem Gebiet die nationalsozialistische Revolution mit derselben Gesetzmäßigkeit, wie sie sich zuerst auf politischem und dann auf wirtschaftlich-sozialem Gebiet vollzogen hat. Es ist nicht nötig, daß irgend jemand die Sorge befällt, wie diese kulturell-künstlerische Revolution wohl enden möge. Denn der Führer dieser Revolution ist A d o l f h i t t e r. Er steht vor der deutschen k u n st nicht nur als ihr Schirmherr, sonder als ihr größter Meister.
So grüße ich denn in Ihnen, Parteigenosse Heß, den Stellvertreter des Führers und damit den Führer selbst.
Ich melde, daß der Tag der deutschen Kunst 1937 zu München gerichtet ist. Möge er eingehen in die Geschichte als der Tag der Wiedergeburt der deutschen Kunst.
Gauleiter Wagner wandte sich hierauf den Herren des Diplomatischen Korps zu: „Ich grüße Sie, die Sie als die in Deutschland akkreditierten Vertreter Ihrer Landesherren und Länder unserer Einladung Folge geleistet haben. Wir sehen in dieser Tatsache eine schone Ehrung für unser deutsches Volk.
Ich grüße euch alle, deutsche Frauen und Männer, die ihr in die Hauptstadt der deutschen Kunst nach München gekommen seid, um mit den Repräsentanten der Partei, des Reiches und der Wehrmacht das Fest der deutschen Kunst 1937 zu begehen. Und damit erkläre ich den Tag der deutschen Kunst für eröffnet."
Nachdem der lebhafte Beifall, der der Ansprache des Gauleiters folgte, verklungen war, wird, getragen von den jubelnden Stimmen des Lehrergesangvereins München, zur machtvollen klangschönen Musik des Gewandhausorchesters unter der Stabführung des Akademiepräsidenten Professor Trunk, der lebensprühende und kraftvolle „Wachet auf"-Chor gespielt. Ein Sieg-Heil des Gauleiters Adolf Wagner auf den Führer, „dem größten Baumeister aller Zeiten", und der Gesang der Lieder Nation beenden feierlich und erhaben den weihevollen Festakt.
Auszeichnungen zum Tage der deutschen Kunst.
München, 16. Juli. (DNB.) Aus Anlaß des Tages der deutschen Kunst hat die Akademie der bildenden Künste, München, eine Anzahl von Auszeichnungen verliehen:
Die Silberne Ehrenmedaille der Akademie der bildenden Künste wurde folgenden Persönlichkeit^ verliehen: dem Reichsminister Dr. Jos. Goebbels, Berlin: dem Reichsminister Beruh. Rust, Berlin; dem Reichsstatthalter Franz Ritter von Epp, München: dem Ministerpräsidenten Ludwig Siebert, München: dem Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner, München: dem Staatssekretär Dr. Ernst Dopple, München: dem Staatssekretär Max Köglmaier, München; der Frau Professor Gerdy Tro ost, München; dem Oberbürgermeister Karl Fiehler, München; dem Vorsitzenden des Kuratoriums „Haus der deutschen Kunst", August von Finck, München.
Ferner wurden zu Ehrenmitgliedern der Akademie der bildenden Künste München ernannt: die Architekten: Professor Leonhard Gall, München: Prof. Roderich Fick, Herrsching; Ministerialrat Franz Gablonsky, München; Oberregierungsrat Rudolf E st e r e r, München; Professor Paul Baumgartner, Berlin: Prof. Dr.-Jng. Werner March, Berlin. — Die Bildhauer: Pros. Dr. h. c. Georg Kolbe, Berlin; Prof. Gg. Müller, München: Prof. Dr. phil. h. c. Karl Albiker, Dresden; Pros. Dr.-Jng. e. h. Max Länger, Karlsruhe. — Die Maler: Geheimrat Akademieprofessor i. R. Angelo Jank, München; Staatsschulprofessor Ferdinand Spiegel, Berlin; Akademieprofessor Jul. Paul Jung- Hanns, Düsseldorf.
Glanzvolle Festaussührungen
In das Programm des Tages der deutschen Kunst sind auch Festaufführungen berühmter Büh. nenwerke in den Münchener Theatern eingefügt, an deren Spitze die Neuinszenierung von „Tristan und Isolde" von Richard Wagner im Nationaltheater stand, wo das Meisterwerk vor 72 Jahren seine Uraufführung erlebte. Der Führer, dessen Anregung diese Neuinszenierung zu danken ist, wohnte der Vorstellung bei. Neben dem Führer hatten Reichsminister Dr. Goebbels und Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner, Platz genommen. In der Festgemeinde sah man zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps, der Reichs» regierung, der Reichsleitung der NSDAP, der Wehrmacht, der Reich- und Staatsbehörden sowie viele führende Persönlichkeiten des deutschen Kunst- lebens aus dem Reich. Für die Neuinszenierung war ein Ensemble hervorragender Kräfte ausgebo- ten, das die hohen Ansprüche des Werkes in begeisternder Weise erfüllte. Für die Gestaltung des Bühnenbildes war der Reichsbühnenbildner Benno von A r e n t gewonnen worden. Generalintendant Oskar Walleck leitete das Spiel mit tiefem Ver- ftänbnis für die Ansprüche des echten Wagnerstils. Operndirektor Clemens Krauß als Dirigent meißelte die dramatischen Akzente der Partitur scharf heraus und zeichnete die Lyrik der Liebesgesänge mit pjlegsamer Hand nach. Die Isolde fang Gertrud R ü n g e r, den Tristan Julius P o l z e r. Die übrigen Hauptrollen wurden gesungen von Luise Miller (Brangäne), .Ludwig Weber (König Marke), Hans Hermann Nissen (Kurwenal). Das festlich gestimmte Haus bereitete am Schluß der Aufführung allen beteiligten Künstlern lang anbei« tende stürmische Beifallskundgebungen und jubelte besonders herzlich dem Führer zu.
Die Festaufführung von Mozarts „Don Giovanni" im Residenztheater war ein weiterer Höhepunkt des musikalischen Erlebens dieser Tage, bei dem der Stellvertreter des Führers, Reichs- minifter Rudolf Heß, zugegen war. Das Residenztheater bot eine Aufführung, die musikalisch und szenisch gleich großartig war und durch den intimen Raum eine reizvolle Atmosphäre erhielt. Staatskapellmeister Meinhard von Zallinger führte das Orchester mit musikantischem Spiel, daß der dramatische Charakter des Werkes stärker hervortrat als das heitere Element. Die hervorragende Besetzung mit Heinrich Rehkemper (Don Giovanni), Felicie Hüni-Mihascek (Donna Anna), Julius Patzak (Don Octavio), Paul Bender (Komtur), Cecilie Reich (Donna Elvira), Georg Hann (Leporello), Gertrude Riedinger (Zer- line) gab zusammen mit dem Orchester einen Gesamteindruck, der kaum eine Steigerung zuließ. Die Inszenierung von Oskar W a l l e ck und die Szenenbilder von Emil Preetorius fügten sich in den Mozart-Stil treffend ein. Der Beifall war von großer Herzlichkeit.
Die K a m m e r f p i e I e im Schausvielhaus ließen in ihrem Festprogramm die heitere Muse zu Wort kommen, Lessings „M i n n a von Barnhel m". Dieses unvergängliche deutsche Lustspiel zeigte iit Otto Falckenbergs Inszenierung ungebrochen« Wirkungskraft. Das festlich gestimmte Haus nahm die vollendete Aufführung mit starkem Beifall auf, der vor allem Paula Denk (Minna), Gundel Thormann (Franziska), Friedrich Dornin (Tellheim), Karl W e r y (Just), Walter L a n tz f ch (Paul Werner) und Otto Erich Haffe (Niccaut) galt.


