Die stärksten Geweihe stammen aus den Waldungen des Gräflich Laubachschen Forstes im Kreise Schoten. Die Damschaufler befinden sich sämtlich im Revier des Fürsten von Büdingen, der im Büdin- ger Park dieses Wild hegen läßt. Die Keilerwaffen stammen von Schwarzwild, das in den Kreisen Gießen, Friedberg, Alsfeld, Schotten und Büdingen erlegt wurde.
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In großen Ausstellungskojen sind an den Wandtafeln in langen Reihen die Trophäen aufgehängt. Gleich am Eingang zur Ausstellung links und rechts sieht man die Hirschgeweihe bzw. die Trophäen von den Damschauflern und den Keilern. Die übrigen Abteilungen der Schau beiderseits des Mittelganges sind der großen Zahl von Rehgehörnen gewidmet. Schöne Jagdbilder von anerkannter Künstlerhand sind inmitten dieser Trophäen an den Wandtafeln angebracht und beleben nicht nur das Bild der Schau, sondern machen auch dem Besucher deutlich, mit welch schönem Kopfschmuck das Wild in freier Wildbahn lebt und wie es sein Gehörn bzw. Geweih bzw. die Gewehre beim Keiler für das Dasein oder im Kampf gebraucht. Die Schau hat nicht den Zweck, eine kritische Bewertung der einzelnen Trophäe darzustellen. Die Beurteilung der Tro
phäen ist bereits auf den Kreisschauen durch die einzelnen Kreisiägermeister im Zusammenwirken mit einem Beauftragten des Gauiägermeisters erfolgt. Die jetzige Schau dient der Aufgabe, durch überzeugenden Anschauungsunterricht dem Jäger und dem Laien deutlich zu machen, was im Wildbestand gut und was schlecht ist, was mit Recht abgeschossen wurde und was zu Unrecht die tödliche Kugel aus der Büchse des Jägers empfangen hat. Dabei ist bei den Gehörnen und Geweihen derart verfahren worden, daß auf einem Anhänger an jedem Gehörn ein kleiner grüner Streifen den berechtigten Abschuß kennzeichnet, während ein kleiner roter Ring anzeigt, daß dieses Stück Wild zu Unrecht geschossen wurde. Grüner Streifen und roter Ring zugleich bedeuten, daß das Stück Wild an sich gut und zur Fortpflanzung geeignet war, also noch hätte erhalten werden müssen, der Abschuß aber aus anderen Gründen (etwa Verletzung des Tieres oder dergleichen) vor der fälligen Zeit doch seine Berechtigung hatte. Interessant ist auch eine Tafel, auf der man die Altersbestimmung des Wildes nach den Unterkiefer-Backenzähnen feststellen kann. Wer von unseren Lesern die Schau unter Beachtung der hier gegebenen Winke besichtigt, wird einen lehrreichen Einblick in ein interessantes Kapitel der deutschen Jägerei gewinnen.
Die Sonderschauen.
An den beiden Längsseiten der Volkshalle und rechts und links vom Eingang sind S o n d erschauen aufgebaut.
Wildhege und Wildschuh.
Rechts vom Eingang findet man eine interessante Gruppe unter dem Gesichtspunkte der Wild- Heg e. Hier sieht man in anschaulicher Weise, was der Jäger, wenn er weidgerecht sein Wild hegen und pflegen will, zu tun hat, und wie er diese fürsorgliche Arbeit ausüben muß. Man lernt die Anlage einer Salzlecke, bestehend aus Lehm mit Salz durchknetet, ferner die Anlage einer Stock- sulze und weidgerechte Wildfütterung kennen. Links vom Eingang kann man sich an einer interessanten Gruppe ein anschauliches Bild machen von der wirksamen Art des Schutzes des Wildes vor Raubzeug. Ein Habichtsfang, eine Wieselfalle usw. geben einen aufschlußreichen Anschauungsunterricht.
Iagdbilder.
Am oberen Ende der Ausstellungskojen, mit der Front nach der Bühne zu, kann man eine schöne Auswahl herrlicher Jagdbilder sehen, u. a. bedeutsame künstlerische Werke von Deiker, Zimmermann und Jacobsen. Durchweg sind es Bilder, bei deren Anblick nicht nur Augen und Herz des Weidmanns, sondern auch des Jagdlaien erfreut werden.
Jagdwaffen aller Zeiten.
Auf der Längfeite der Volkshalle nach dem Trieb zu, in der Nähe der Bühne, begegnet man einer hochinterffanten Sonderschau, die einer Auswahl aus der Waffensammlung des Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach gewidmet ist. Aus dem reichhaltigen Besitz alter Jagdwasfen aller Zeiten hat Graf Laubach Stücke für die Ausstellung zur Verfügung gestellt, die von hohem kulturhistorischem Wert sind und zugleich in anschaulicher Weise die Entwicklung der Jagdwaffen von der alten Zeit bis in unsere Gegenwart darstellen. Von der Armbrust und dem langen Jagdspieß über die Windbüchsen und mancherlei andere Zwischenstufen bis zum modernen Jagdgewehr sieht man hier eine Zusammenstellung aus dem weiten Bereich der Jagdwaffen. Daneben werden Prunkgewehre mit Gold- und Silbereinlage am Schaft, ein altertümlicher Gewehrschrank, originelle Jagdstöcke und natürlich auch eine Jagdpeife, die allerdings den Ansprüchen eines dampffreudigen Forstmannes nur unzulänglich entsprechen könnte, gezeigt. Interessant ist die Feststellung, daß man hier Waffen vor sich hat, die aus der Büchsenmacherkunst des hessischen Handwerks stammen, mittlerweile aber in ihrer Herstellung Sache der fabrikmäßigen Erzeugung geworden sind. Diese Schau gehört mit in die vorderste Linie der reichen Sehenswürdigkeiten, die der Besucher in der Volkshalle betrachten kann.
Der Jagdhund.
Unter dem Geleitwort des Oberstjägermeisters S ch e r p i n g : „Ohne den brauchbaren Hund ist eine weidgerechte Jagdausübung nicht möglich", steht eine Sonderschau großer Bildtafeln und zahlenmäßiger Aufstellungen, die den besten Jagdhunderassen für den Gebrauch der deutschen Jägerschaft gewidmet ist. Nicht nur der Jäger, sondern auch der Freund und Liebhaber der Hunde wird hier viel Fesselndes und Schönes erblicken können. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhänge die Feststellung, daß bis jetzt 104 Jagdhunde, die ihre jagdliche Ausbildung dem Wirken des früheren Gießener Vereins „Hubertus", des jetzigen Jagdgebrauchshundevereins Oberhessen, verdanken, in das Deutsche Gebrauchhundestammbuch eingetragen sind.
Jägerschaft und WHW.
Aus einer zahlenmäßigen Aufstellung ersieht der Besucher, daß im Jagdgau Oberhessen für das WHW. 1936/37 folgende Wildspenden abgeliefert wurden: 934 Hasen, 304 Stück Rehwild, 4 Stück Damwild, 4 Stück Rotwild und 130,50 Mark Barspende.
Abschußergebnisfe.
Eine weitere zahlenmäßige Aufstellung bringt die Ergebnisse des Gesamtabschusses von männlichem und weiblichem Schalenwild im Jagdgau Oberhessen im Jagdjahr 1936/37 zur Kenntnis. Danach ergibt sich folgendes Abschlußergebnis: Rehwild: genehmigte Stücke 6741, abgeschossene Stücke 6180; Rotwild 190 (113); Damwild 34 (34). Die Gesamtstrecke an Schalenwild im Jagdgau Oberhessen beläuft sich für das Jagdjahr 1936/37 auf 6327 Stück Schalenwild und rund 100 Stück Schwarzwild.
Eine weitere Statistik zeigt das Abschußergebnis aus dem Jagdjahr 1935/36.
Wlldmarkenforfchung und Wildkrankheilen.
Auf der Stadtseite der Volkshalle tritt neben der Sonderschau über Wildmarkenforschung vor allem die Sonderschau über Wildkrankheiten besonders in den Vordergrund. Hier hat das Veterinär-Pathologische Institut unserer Universität die großartige Sammlung von Präparaten aller Art über Wild- kraükheiten aufgebaut, die für die Jäger von besonderer Bedeutung ist. Der frühere Direktor dieses Universitätsinstituts, Geheimrat Professor Dr. O l t, hat die Sammlung in langjähriger unermüdlicher Arbeit begonnen und aufgebaut. Sein Amtsnachfolger, Professor Dr. Krause, hat die Sammlung mit Sorgfalt und wissenschaftlicher Gründlichkeit fortgeführt, so daß sie immer mehr zu einem sehr bedeutsamen Stück der wissenschaftlichen Forschung und der praktischen Belehrung geworden ist.
Weitere Schauen.
Im übrigen sind in der Ausstellung noch Schauen aus dem Bereiche der Jagüuniformen, der Jagdwaffen, der Jagdliteratur usw. vorhanden. B.
Aus der Stadt Gießen.
festliches Herz.
Der Frühling kam zur Stadt herein mit Erdruch, Blütenduft und Vogelsingen. Es war wie ein Fest ringsher, dessen liebreiche Wogen auch in die hohe Bahnhofshalle drangen.
Ein junges Menschenpaar schritt vor mir auf dem • Bahnsteig auf und ab. Die beiden hielten verhüllte Blumengaben in ihren Armen und waren festlich gekleidet. Gewiß fuhren sie zu Geschwistern, Eltern oder Freunden. Zu meinem Befremden bemerkte ich, daß sie selbst wenig festlich gestimmt waren. So oft sie an mir vorüber gingen, hörte ich Worte eines verhaltenen Zornes von feiten des Mannes und von feiten der Frau eine bittere, gequälte Widerrede. Jedenfalls war es so, daß sie mit bösen Gemütern zu festlichen Stunden fuhren, und die Gaben in ihren Armen wirkten wie eine Lüge. Die beiden Menschen, die da von ihrem Aerger nicht los kamen und auch nicht die geringste Lust zur Pflicht empfanden, von ihm loszukommen, erscyienen mir wie Frevler an der Freude und den Herzen, die auf sie warteten. Auch spürten sie nichts von dem Wunder des hereinwogenden Frühlingsabends. Wie der leibhaftige Widerspruch gegen Freude und Leben wirkten sie, obgleich sie selber äußerlich das blühende Leben waren.
Zu Feststunden gerufen zu sein und sich des Rufs würdig zu erzeigen, indem man sein Herz bereitet, auch bas ist Erfüllung einer Pflicht. Auch Feststunden gehören dem uns von Gott aufgeaebenen Leben genau wie das Werk unserer Hände und unseres Geistes. Es gibt Menschen, die es mit ihrer Werkpflicht sehr ernst nehmen und die dennoch nicht zur Reife kommen, weil sie es an der nötigen Herzenspflicht den Festen und Feierstunden ihres Lebens gegenüber fehlen lassen.
Manch einer hat durch die Unfestlichkeit seines We'sens sein Leben verkürzt. Ja, er hat sich dadurch dauernd versündigt an anderen. Ist aber nicht Mangel an Liebe der erste Grund zur Unfestlichkeit manches Menschen? Wo die drei aber daheim sind: Liebe, Glaube, Hoffnung, dort hat auch das festliche Herz seine Wohnstatt.
Gewiß: Aller echte Lebensgrund, also auch der ernsteste Schaffensgrund, ist Gottesgrund. Aber am schönsten wird er doch meist dort offenbar, wo seine Quellen am hellsten und unmittelbarsten sind, seine Wunder am reinsten sich uns schenken, wo alle
Lasten und alles Schwere einmal ganz von uns „dahinten gelassen" wird.
Der Wille zum festlichen Herzen ist ein sehr wichtiges Stück des großen Lebenswillens. Die ernstesten Bemühungen um das festliche Herz schaffen die höchsten und nachhaltigsten Freuden. Wer ein wirklich tätiger Mensch ist, ist zur gegebenen Zeit auch der wahrhaft festliche Mensch. R. B.
Dornoiiren.
Tageskalender für Samslag.
Deutsche Jägerschaft, Jagdgau Oberhessen, 13 bis 16.30 Uhr Jagdtrophäenschau 1936/37 in der Volkshalle. — Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Zar und Zimmermann" (NS.-Kulturgemeinde). — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Herrscher". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „San Franzisko". — Reichstreubund: 20.15 Uhr, außerordentl. Kameradschaftsabend im „Burghof".
Tageskalender für Sonnlag.
Deutsche Jägersckaft, Jagdgau Oberhessen, 10 bis 18 Uhr, Jagdtrophäenschau 1936/37 in der Volks- Halle. — Bund Deutscher Mädel, Untergau 116: Jung-Mädel-Werbeabend, 20 Uhr, im Cafe Leib. — Stadttheater: 11 bis 12 Uhr Morgenfeier der SA.-Standarte 116: „Das deutsche Gebet". 19 bis 21.30 Uhr „Die Dorothee". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Der Herrscher". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „San Franzisko". — Gießener Konzertverein: 20 Uhr, Violinabend Väsa Prihoda in der Unioersitätsaula. — Reichskriegerbund (Knffhäuser): 20 Uhr, Lichtbildervortrag von Pg. Kratz im Katholischen Vereinshaus über „U-Boot-Krieg". — Bekenntnisgemeinde Gießen: 20 Uhr, Vortrag zur Kirchenwahl von Pfarrer Schmid und Pfarrer D. Brunner in der Stadtkirche und Johannes- kirche.
Sladttheaier Gießen.
Heute abend findet eine Wiederholung des großen Erfolges „Zar und Zimmermann" von Lortzing statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Paul Walter; Spielleitung: Paul W r e d e. Die Partie des Zaren singt Gustav Bley. Einstudierung der Tänze und choreographische Leitung: Irmgard Z e n- n e r. Leitung der Chöre: Kapellmeister Ernst Bräuer. Die Vorstellung findet als 14. Vorstellung für den Theaterring der NS.-Kulturgemeinde statt. Dauer von 19.30 bis 22.30 Uhr.
Spielplan des Sladkthealers vom 18. bis 25. April.
Sonntag, 18. April, von 11 chis 12 Uhr, Morgenfeier der SA.-Standarte 116. Zur Aufführung gelangt die hymnische Feierdichtung „Das deutsche Gebet" von Herbert Böhme; die Musik zu dieser Dichtung schrieb Erich Lauer. Die Aufführung ist eine geschlossene Veranstaltung. Von 19.30 bis 22.15 Uhr Wiederholung des großen Operettenerfolges „Die Dorothee , Operette von Hermecke und Vetterling; Spielleitung hat Paul Wrede, musikalische Leitung Hans H. Hampel, Einstudierung der Tänze Irmgard Zenner.
Dienstag, 20. April, erste Wiederholung der Komödie „Stille Gäste" von Richard Billinger; Spielleitung: Wolfgang Kühne. Dienstag-Miete, 28. Vorstellung. Dauer von 20 bis 22.30 Uhr. •
Mittwoch, 21. April, als 28. Vorstellung der Mittwoch-Miete Wiederholung des Uraufführungserfol- aes „Das Schloß im Wind", Schauspiel von H. A. Weber. Spielleitung hat der Intendant, die Besetzung ist die der Uraufführung. Dauer von 19.30 Uhr bis 22 Uhr.
Donnerstag, 22. April, außer Miete, 1. volkstümliches Konzert des neuen Städtischen Orchesters. Zur Aufführung gelangt ein abwechslungsreiches Programm „Schöne Melodien". Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter; als Solisten wirken mit Friedel F o r n a l l a z, Hildegard I a ch n o w und Ernst August Waltz. Dauer von 20 bis 22 Uhr.
Freitag, 23. Apris, außer Miete, einmaliges Gastspiel der „Nachrichter" mit ihrem fröhlichen Querschnitt durch den Alltag „So leben wir", eine lustige Parodie und kabarettistische Revue großen Humors. Anfang 20 Uhr; Ende 22 Uhr.
Samstag, 24. April, als 18. Vorstellung für die NSG. Kraft durch Freude, „Zar und Zimmermann"; Dauer von 20 bis 23 Uhr.
Sonntag, 25. April, letzte Aufführung der komischen Oper „Zar und Zimmermann" von Lortzing. Musikalische Leitung Kapellmeister Paul Walter; Spielleiter Paul Wrede, Tänze und choreographische Leitung: Ballettmeisterin Irmgard Zenner. Anfang 19, Ende 22 Uhr.
Lichlbildervorlrag über den U-Vooikrieg.
Am Sonntag, 18. April, veranstaltet der Deutsche Neichskriegerbund (Kyffhäuser), Kreisverband Gießen, im Katholischen Vereinshaus einen öffentlichen Lichtbildervortrag über „Unterseebootkrieg". Es spricht der in Oberhessen bekannte U-Bootfahrer, Pg. Karl Kratz, Freienseen über eigene Erlebnisse während des Weltkrieges. Pg. Kratz, der 28 Monate auf Großkampsschiffen und drei Jahre lang im U-Boot auf allen Ozeanen gekämpft hat, wird besonders der deutschen Jugend ein packendes Bild von deutschem Heldenmut und deutscher Seemannstreue übermitteln.
Guslav-Adolf-Frauenverem.
Der Lichtbildervortrag in der Stadtkirche findet nicht am 18. April, sondern erst am 25. April statt.
Mitgliederversammlung
der Oberhesfischen Viehversicherungsansialt.
Die Oberhessische Viehoersicherungsanstalt hält am Sonntag, 2. Mai, 15 Uhr, in Friedberg im Hotel „Deutsches Haus" ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab.
Die Beauftragten des Gauleiters bei der Vereidigung.
NSG. Als Beauftragte des Gauleiters nehmen an der Vereidigung in den Kreisen der einstigen Provinz Oberhessen folgende Gauamtsleiter und Gauredner teil. Der Gauleiter selbst spricht bei der Vereidigung im Kreise Groß-Frankfurt.
Kreis Alsfeld: Gauredner Krug-Jahnke; Kreis Büdingen, in Büdingen: Gauamtsleiter Haug, in Ortenberg: Gauredner Jung, in Wenings: Gauredner Zimpelmann; Kreis Lauterbach: Gauredner Kl e mann; Kreis Schotten: Gauredner Siemens; Kreis Wetterau in Gießen: Gauobmann Willi Becker, in Friedberg: Gauhauptstellenleiter Schöne; Kreis Wetzlar: Gauamtsleiter Wellenkamp.
Die Betriebe am i. Mai.
NSG. Auf verschiedene Anfragen gibt der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront, Willy Becker, bekannt:
Die Betriebe des Gaues Hessen-Nassau nehmen selbstverständlich geschlossen an den gemeinsamen Feiern am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes teil. Veranstaltungen der Betriebe, wie Auslüge, Wanderungen, Kameradschaftsoeranstaltungen usw. können erst nach Abschluß der gemeinsamen Feiern stattfinden.
BOM.-undZM.-Untergau146,Gießen
Betr.: Vereidigung am 2 0. April 1 9 3 7.
Wie uns eben mitgeteilt wird, finden am 20.4. keinerlei Führerinnenvereidigungen statt. Die bereits erlassenen Richtlinien verlieren hiermit ihre Gültigkeit.
Betr.: Führertagung.
Die verschobene Führertagung des Gebietes 13, Hessen-Nassau, mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach in Frankfurt a. M. ist nun endgültig auf den 7. M a i festaelegt. Die ergangenen Anordnungen bleiben grundlegend bestehen.
Betr.: Führerinnenbesprechungen.
Die für den 18. Avril angesetzten Führerinnenbesprechungen in den Gruppen 11, 14, 15 und 16/116 allen aus, da in sämtlichen Landgruppen die JM.- Ueberweisungsfeiern stattfinden müssen.
Dienstbefehl.
Jede Führerin ist verpflichtet, sich restlos dafür einzusetzen, daß alle Programme für den JM.- Werbeabend verkauft werden. Wir nehmen keine Programme zurück.
Die Mädel- und die Jungmädeluntergauführerin.
„... in der HZ.
allezeit meine pflicht zu tun \"
19. April: Tag der feierlichen Aufnahme in das Deutsche Jungvolk und den Jungmädelbund. NSG .Im ganzen Reick; erfolgt am Montag, 19. April, die feierliche Aufnahme des Jahrganges 1927 in dis Reihen des Deutschen Jungvolkes und der Jungmädel. Millionen deutscher Jungen und Mädel werden in allen Gauen angetreten sein, wenn um 17 Uhr die Aufnahmefeier von der Marienburg über alle deutschen Sender übertragen wird. Ein ganzer Jahrgang des deutschen Volkes leistet nach dem gemeinsamen Lied „Ein junges Volk steht auf" und nach der Ansprache des Reichsjugendführers seinen ersten Schwur im Leben: „Ich verspreche, in der Hitler-Jugend allzeit meine Pflicht'
zu tun in Liebe und Treue zum Führer und unserer Fahne, so wahr mir Gott helfe!"
Durch Handschlag werden die Jungen und Mädel dann ausgenommen. Am Geburtstag des Führers werden die neuaufgenommenen Pimpfe und Jungmädel zum ersten Male geschlossen auftreten und zusammen mit ihren Kameraden und Kameradinnen zu großen Stammappellen aufmarschieren. Diese Äunbgebung'fen werden im Gau Hessen- Nassau eine besondere Note erhalten durch die Verlesung eines Befehls des Gebietsführers an den Jahrgang 1927, der durch Staffelläufer von den Jungbannstandorten zu den Aufmarschplätzen gebracht wird.
Konzert eines italienischen Künstlers in Gießen.
Von der Studentenführung der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Der Beauftragte des Musikwesens sämtlicher faschistischer Universitütsgruppen und Mitglied des nationalen Direktoriums der italienischen Musikkammer, Ugo A j e l l o, wird am Freitag, 23. April, in der Aula gemeinsam mit zwei deutschen Künstlern, Dr. Georg Kuhlmann (Klavier) und Henny Schmitt (Sopran), ein Konzert veranstalten, zu dem die Studentenschaft alle Einwohner von Gießen herzlich einlädt. Das Programm bringt ältere und neuere italienische und deutsche Musik. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.
Zusammenkunft der Veierinär- Medizinischen Fakultät und Fachschaft.
Die Veterinär-Medizinische Fakultät und Fachschaft versammelte sich am Donnerstag auf Wunsch des Dekans der Veterinär-Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Bolz, zu einer internen Aussprache über die im laufenden Semester zu klärenden Fragen. Ein schöner Brauch ist damit ausgelebt, daß zum Semesterbeginn der Dekan der Fakultät seine jungen Kollegen, in diesem Semester sogar eine Kollegin, willkommen heißt und ihnen in großen -------------------------—— RUHL Seilersweg Nr. 67 ■
adiO Telephon Nr. 3170 H
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Zügen die Richtlinien für ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Dozenten und Studenten gibt.
Prof. Dr. Bolz hob hervor, daß gerade die kleine Universität in erster Linie dazu berufen ist, aus Dozenten und Studenten eine große Arbeitsfamilie heranzubilden. Diese kameradschaftliche Zusammenarbeit wurde in der Gießener Veterinär- Medizinischen Fakultät schon immer in vorbildlichem Maße gepflegt. Um aber auch außerhalb des Unioersitätsbetriebes dieses Band..enger zu schließen, ollen Wanderungen, gesellige Veranstaltungen und Karneradschaftsabende mit Referaten abgehalten werden.
Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Worten des Prof. Dr. Bolz ergriff der Studenten- ührer cand. med.-vet. Frank das Wort. Worte )es Dankes widmete er dem Dekan und den Pro- efforen für ihre stete Einsatzbereitschaft für die Belange der Fakultät und der Fachschaft, zugleich mit dem Wunsche, daß diese Haltung auch weiterhin gewährt und noch gefördert werden möge. Im An- chluß daran eröffnete er verschiedene Pläne, die zugunsten der Studenten in der Stadt Gießen durch- gefuhrt werden sollen. Die Führung der Studenten- chaft werde es sich besonders angelegen sein lassen, auch in der Kleinstadt so viel Abwechslung und Unterhaltung wie möglich zu bieten. Er wies auch eindringlich auf die sozialen Einrichtungen der Universität hin, die jedem Kameraden zugäng/ich ind und die noch mehr beansprucht werden könnten, als es bisher der Fall war. Der Beifall nach den Worten des Pg. Frank bewies, daß er der Mitarbeit und Einsatzbereitschaft seiner Kameraden icher sein kann.
Der Fachschaftsleiter Kamerad Geyer gab dann das Programm für das kommende Semester bekannt, das an Reichhaltigkeit und Abwechslung alle Erwartungen übertraf und begeistert ausgenommen wurde. Die Mahnung zur Mitarbeit aller, die sich Gießener Veterinär-Mediziner nennen, dürfte nicht lautlos verhallt fein.
So wird auch im kommenden Semester die Veterinär-Medizinische Fakultät weiterhin in vorderer Linie marschieren, zum Wohle des deutschen Volkes und Vaterlandes, geeint durch den echten Geist der Arbeitskameradschaft.
Blütenfahrt mit der Reichsbahn an die Bergstraße.
Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. veranstaltet am 25. April von Gießen aus eine Blütenah rt nach Auerbach an der Bergstraße. Einsteigebahnhöfe find Gießen, Großen-Linden, Butzbach, Bad-Nauheim, Friedberg, Vilbel-Nord und Frankfurt-West.
Kohl essen ist pflicht!
Lpd. Als im Herbst 1936 eine überreiche Kohlernte, wie wir sie seit Jahren nicht erlebt hatten, vor der Tür stand, erging ein Appell an alle deutschen Volksgenossen, mitzuhelfen, den Erntesegcn nutzbringend zu verwerten und dadurch den Verderb wertvollen Nahrunqsgutes zu verhindern. Dieser Aufruf fand lebhaften Widerhall, und es ist damals gelungen, binnen kurzer Frist die Kohlfelder zu räumen. Es hat nicht allein die Hausfrau durch wrbildliche Verbrauchsdisziplin ihre Pflicht getan, andern das Winterhilfswerk, die Wehrmacht, der Arbeitsdienst und die Gliederungen der NSDAP, nahmen große Massen auf. Das Deutsche Frauen- werk, die NS.-Volkswohsahrt, sowie die Gaststätten, Hotels und Kantinen stellten sich ebenfalls in den Dienst der volkswirtschaftlich notwendigen Sache.
Nachdem die ungeheuren Mengen Herbstkohl aus diese Weise untergebracht waren, mußte die eben« alls sehr reiche Winterkohlernte auf Lager genommen werden. Außerdem verarbeitete die Sauerkraut- industrie zusätzlich erhebliche Mengen. Mit fort’ chreitender Jahreszeit müssen nun diese restlichen Kohloorräte aus der vorjährigen Überreichen Ernte verbraucht werden, bevor sie dem Verderb anheimallen. Es ist unmöglich, daß bei unserer derzeit!' gen Ernährungslage auch nur ein Zentner Kohl verdirbt. Darum ergebt erneut an alle Verbrauchs' kreise der Appell, zusätzlich Kohl zu essen! 3^cr deutsche Haushalt, alle Gaststätten und jede Gliederung der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes, der NSDAP., der NS.-Volkswohlfahrt, alle müssen einmal in der Woche einen Kohltag einlegen. Dann wird es in den nächsten Wochen gelingen, die noch vorhandenen Kohloorräte von fast 1 Million Zentner unterzubringen.
Gießener Dochenmarktpreise.
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