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O b st in größeren Mengen ausgeführt.

Ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz verbindet die Anderthalb - Millionenstadt mit den wichtigsten Städten der Insel: Camaguey, Santiago de Cuba, Santa Klara und Trinidad Die Straßen sind vor­züglich, aber nur in der Umgebung der Städte aus­gebaut. Ihre Weiterentwicklung ist jedoch nur noch eine Frage der Zeit Durch seine günstige Lage hat Havanna' ausgezeichnete Dampferverbindungen mit der Neuen und Alten Welt. Leider ist die große deutsche Kolonie, von der wir viele präch­tige und tüchtige Menschen kennengelernt haben, noch nicht so geschlossen, wie es wünschenswert und notwendig wäre. Diel trägt hierzu die große Ent­fernung von der deutschen Heimat und die Nähe der Vereinigten Staaten mit ihren uns so wesens­fremden geistigen und politischen Strömungen bei. Wir hoffen, daß wir dem klugen und energischen Mann, der zur Lösung dieser Aufgabe berufen sein wird, durch unseren Besuch ein fruchtbares Stück Vorarbeit haben leisten können

So hat die Abschiedsstunde wieder geschlagen, und unsere Fliegerkameraden versichern mir immer wie­der mit südländischer Herzlichkeit, welche besondere

Freude und Genugtuung unser Besuch für sie alle gewesen sei. Zahlreiche Adressen muß ich mir auf­schreiben und die meine dort lassen, wenn auch ein Wiedersehen noch so unwahrscheinlich erscheint como no!? Alle wollen sie mich in Deutschland besuchen veremos, wir werden sehen! Das gold­betreßte Fliegerkäppi meines Pilotenfreundes muß ich mitnehmen gegen Wappen und Bild derSchles­wig-Holstein".Muchas gracias, amigos, asta la vista! Die Pinasse setzt ab, und winkend stehen die Braven an der Mole

Eine Stunde später laufen wir aus, und wieder begleitet uns ein Strom von Autos und winkenden Menschen hinaus bis zum Castillo. Lange noch grüßt die mächtige Kuppel des Capitolio, der Re- gierungspalast und der Wolkenkratzer des Hotel National hinter uns her, während unsere Gedanken sich schon einem neuen Ziel, den idyllischen Ber­muda-Inseln, zuwenden, von deren Schön­heit man uns in Havanna begeisterte Berichte gab, und das unsere vorletzte atlantische Station auf der Heimreise sein wird. Mit Riesenschritten geht es jetzt der Heimat zu, die wir bereits in sechs Wochen Wiedersehen sollen.

Geschichten aus aller Welt.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Der Streik der Geishas.

(us) Tokio.

Japan erlebte dieser Tage den zweiten Geisha- Streik seiner Geschichte. Die Geishas haben inzwi­schen eine gewisse Fertigkeit darin bekommen, ihren Sieg, den Erfolg ihres Streiks, nicht dem Zufall zu überlassen. Als nämlich jetzt die Geishas von Osaka mit ihren Lebensbedingungen nicht mehr zu­frieden waren, legten sie nicht einfach die Hände in den Schoß und behaupteten zu streiken, sondern zogen geschlossen hinauf zu der alten Stadt Nara, wo sich auf dem Gipfel des Berges Shigi ein Buddhistentempel befindet. In diesem Tempel ließen sie sich nieder und beteten dort so lange um ihren Sieg, bis durch das Drängen des Publikums in Osaka die Unternehmer sich gezwungen sahen, die Bedingungen der Geishas anzunehmen. Nie wurde in Japan ein Streik japanischer durchgeführt als dieser.

Straßenbau mit Konservenbüchsen.

(th) Neuyork.

Die Stadtväter von Decatur im Staate Georgia in den USA. machten sich seit Jahr und Tag Ge­danken darüber, was sie mit dem Haushaltsabfall anfangen sollten, der der Vernichtung in erheblichem Maße deshalb trotzte, weil die Einwohner von De­catur in großen Mengen Sardinen und andere Konseroengerichte verzehrten Eines Tages kam ein Ingenieur auf den richtigen Gedanken. Er ließ die Konservenbüchsen auf einem neu anzulegenden Weg ausbreiten und mit einer Dampfwalze plattrollen. Darauf kam eine dünne Schicht Asphalt, die durch erneutes Walzen mit den Konservenbüchsen eng ver­bunden wurde. Heute hat man eine großartige Landstraße in Decatur. Kein Wetter, keine Ueber- schwemmung zerstört die Straßenoberfläche. Ganz Decatur aber wandelt wörtlich auf Sardinen­büchsen.

Auf die Verkleidung komint's an!

(th) Philadelphia.

In diesen Tagen hat der amerikanische Zoologe W. L. Finley den 30. Geburtstag seiner Berufs­tätigkeit begangen. Er ist nicht nur einer der be­rühmtesten Tierphotographen der Erde, sondern gleichzeitig auch wahres Genie in der Verkleidung. Er hat in den 30 Jahren rund 60 000 Tierphotos ausgenommen und 30 000 Meter Film verdreht.

Aber diese Aufnahmen wurden nur dadurch mög­lich, daß Finley sich mit großem Geschick in einen Bären oder in einen Kaktus, in einen alten Baum oder in ein Gebüsch zu verwandeln verstand. Unter diesen Masken näherte er sich allen Tieren dieser Erde, selbst den gefährlichsten. Und er rühmt sich heute, daß er nie auch nur die kleinste Waffe mit­genommen habe abgesehen von Kamera oder Filmgerät.

Der Beweis im Kleinen.

() London.

Die Gerichte arbeiten heute häufig mit Zwerg­modellen, bevor sie sich zu Lokalterminen entschlie­ßen. Das gilt nicht nur für Verkehrsunfälle. Zahl­reiche Schwerverbrecher wurden durch derartige Puppenstuben ins Gefängnis oder gar in die Todeszelle gebracht. Eines der ersten und berühm­testen Modelle, die bei einer gerichtlichen Unter­suchung zur Verwendung gelangten, ist jenes des RiesendampfersTitanic", der nach einem Zu­sammenstoß mit einem Eisberg vor 25 Jahren in die Tiefe ging. 1500 Menschenleben wurden ver­nichtet. Zahllose Ansprüche auf Schadenersatz wur­den gegen die Schiffahrtsgesellschaft angestrengt. Ein Untersuchungsausschuß tagte in London in der Caxton Hall. Hier war ein bis in die letzten Einzel­heiten durchgebildetes Modell derTitanic" aufge­baut. Die zu vernehmenden Zeugen konnten an diesem Modell genau darstellen, wo sich ihre Kabine befand. Nur mit Hilfe dieses Modells war es mög­lich, die dramatischen Vorgänge in den verschiede­nen Teilen jenes Unglücksdampfers wahrheitsgetreu zu rekonstruieren.

Spatzen- und Kanmchenplage in Chile.

(sz) Santiago d e Chile.

Das chilenische Landwirtschaftsministerium unter­hält eine eigene Pflanzensanitätspolizei, die jetzt in einem Aufruf an die Bevölkerung zum Kampf auffordert gegen den Spatz. Der Schaden, der durch ihn in der Landwirtschaft angerichtet wird, sei so stark, daß jetzt mit allen Mitteln gegen diese Land­plage angegangen werden müsse. Chile muß den Spatzen ein recht gesundes Klima bieten. Die An­wesenheit dieses Bösewichts ist, wie die chilenischen Zeitungen in diesem Zusammenhang erzählen, auf Einwanderer zurückzuführen. Vor 30 Jahren, so wird berichtet, kam ein Italiener über die Kordil­lere nach Chile und brachte in einem Käfig einige Spatzen mit, wofür ihm der Zöllner in Los Andes, einem Kordillerenort nahe der argentinischen Grenze,

Gibt es ein konfessionelles

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Man muß diese peinliche Frage mit einemja" beantworten. Der Fanatismus der Vor­kämpfer für die Bekenntnisschule treibt die seltsamsten Blüten. Unser Bild zeigt die Bedürfnisanstalt der Schule in Oggersheim in der Saarpfalz. Da die Be­dürfnisanstalt auf einem Gelände steht, das der katholischen Kirche gehört, wurden die einzelnen Zellen nach protestantischen und katholischen Knaben und protestantischen und katholischen Mädchen aufgeteilt. Nur so sind offenbar die Belange der katholischen Kirche auch in der Bedürfnisanstalt gewahrt. Schon vor einigen Tagen wurde mitgeteilt, daß nach der Umwandlung der Bekenntnisschule in Stetten in der Saarpfalz der dortige Ortsgeistliche die weitere Benutzung der auf kirchlichem Boden stehenden Bedürfnisanstalt der Schule untersagt hatte, da die Anstalt nur für katholische Schüler gebaut worden sei. (Scherl-Bilderdienst-M.)

einen Einfuhrzoll abforderte. Der Italiener war aber nicht bereit, für diese Vögel Zoll zu bezahlen und ließ sie fliegen. So nahmen -> zollfrei ihren Weg nach Chile. Bei dem gesunden Klima vermehr­ten sie sich dann so rasch, daß sie heute eine große Landplage darstellen. Bis vor wenigen Jahren hat­ten sie noch ihr Reich zwischen Valparaiso und Talca, aber jetzt haben sie schon das ganze Gebiet zwischen Atacama und Valdivia in Besitz genom­men. Chile hat auch noch andere Sorgen ... Die Kaninchen zum Beispiel. Ein Engländer ließ vor einigen Jahren auf feinem Landsitz südlich von Santiago einige importierte Kaninchen in Freiheit, die sich in einem Maße vermehrten, daß sie zu einer schweren Plage für die Landwirtschaft aewor- den find. Das Verbot, Füchse abzuschießen, hie sich auch in Chile als größter Feind des Kaninch ns er­weisen, hat diese Plage bislang nicht beheben kön­nen. Die Kaninchen sind also den Snaßen gefolgt und haben die bei ihnen ja schon sprichwörtliche Vermehrungsfreudigkeit wieder einmal bewiesen.

Weißt du, wieviel Nadelstiche...?

C. K. 23 u b a p e ft.

Ein ungarischer Schneider namens Dezso Csaky hat sich die Mühe gemacht, auszurechnen, wieviel Stiche zu dem Anzug eines Mannes mittlerer Größe gehören. Er brauchte 14 Tage, um dies feftzustellen, und das Ergebnis gibt er mit 74 395 Stichen an. Davon waren 35 679 Stiche mit der Maschine ge­macht, 38 713 waren mit der Hand ausgeführt. Das Ergebnis stachelte die Wisfensgier des Schneiders

noch mehr, und er unternahm es nun auch, zu untersuchen, wieviel Nadelstiche zu den einzelnen Stücken des Anzugs gehören. Er brachte heraus, daß der Rock 20 273 Stiche mit der Maschine und 22 014 Stiche mit der Hand erfordert, während zu den Hosen 10 948 Maschinenstiche und 7 786 mit der H8nd ausgeführte Stiche gehören. Wer die Zahlen nicht glaubt, der kann sich ja die Mühe machen, es selber nachzurechnen ..

Die Pension Gervin wird weitergezahlt.

(n) Paris.

Auch in Frankreich gibt es so etwas wie einen Rechnungshof, der mit kritischen Augen die Buchun­gen der einzelnen Amtsstellen durchgeht und nach­träglich diesen oder jenen Posten reklamiert. Nicht zum erstenmal wurde eine Summe von monatlich 250 Goldfranken beanstandet, der an eine gewisse Familie Louis Gervin ausbezahlt wird. Man stellte fest, daß diese Pension schon seit dem Jahre 1805 läuft, also erheblich länger, als derartige Leistun­gen sonst in den Büchern der Regierungskassen zu bleiben pflegen. Der Einspruch der Rechnungs­kontrolle ging bis an die Kammer. Und hier wurde entschieden, daß der Betrag weiter zu zahlen sei, nachdem man die Geschichte untersucht hatte, die dieser Pension zugrunde lag. Im Jahre 1805 ge­hörte ein gewisser Franz Spohn-Gervin zur Leib­wache Napoleons I. Dieser Leibwächter begleitete Napoleon auch, als dieser das Niemandsland zwi­schen seiner Armee und den Streitkräften der ver-

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