Fernando d e Valle, in der Morgenfrühe des Abschiedstages zum Campo hinausbringt. Kunstgerecht werden wir drei Glücklichen in die Anzüge gestaut und mit dem Fallschirm versehen, während die Maschine einer letzten Prüfung unterzogen wird. Schon bin ich im Beobachtersitz angeschnallt — klar zum Start! Vor mir am Führersitz der Capitan Cevallo, genannt der „Diablo rocho“, weil er wie der Teufel fliegen kann und seines unverkennbar mexikanisch-indianischen Einschlags wegen. Gern hätte ich das wetterharte, scharf geschnittene Ge- sicht mit der Adlernase festgehalten, das mich aus dem Fliegerhelm ermunternd anschaut. Der Motor donnert, und schon hebt sich die Maschine vom Rollfeld und schraubt sich hinauf in den blauen Morgenhimmel. Schnurstracks geht es über die Stadt, die wie eine Karte unter uns liegt, schmuck und sauber um Zentrum und Capitolio gebreitet — ein unvergeßlicher Eindruck, hin zum Hafen, wo unwahrscheinlich klein und spielzeughaft unser braves Schiff inmitten zahlreicher Dampfer liegt.
Der Capitan ist einer der besten Flieger Kubas, so hat man mir wenigstens mit liebenswürdigem Lächeln versichert, und das weiß er auch! Freundlich grinsend lehnt er sich zu mir herüber^ "deutet schräg nach unten und schon stößt er wie ein Habicht in sausender Fahrt auf das Schiff herab, das wir Sekunden später in Deckshöhe umkreisen. Meine Division tritt gerade auf der Back zur Musterung an, ich winke heftig, wobei mir der Arm schier abgerissen wird vom heftigen Fahrtwind — und schon sind wir wieder einige hundert Meter gestiegen und schweben über der weißen Brandungslinie der Playa. Alles geht viel zu schnell, um das vielseitige Bild, das sich da unter mir breitet, voll aufzunehmen. Nun zeigt mein trefflicher Pilot mir eine kurze Probe seiner Geschicklichkeit und der Leistungsfähigkeit seiner Maschine. Mit der Hand zeichnet er eine elegante Kurve in die Luft und schon zieht er „die Kiste" aufheulend hoch — alles geht in Sekunden vor sich, ich habe plötzlich das blödsinnige Gefühl, die Erde über mir und den Himmel zu meinen Füßen zu haben — und schon gleitet der Vogel in leichtem Bogen wieder in die Horizontale. Das war also mein erster Looping! Es ist nicht viel anders das Gefühl, wie ich es stets als Fluggast gehabt habe: wenn man selber am Steuer sitzen könnte, wäre die Sache ohne Frage reizvoller und wahrscheinlich gar nicht unangenehm.
Während ich mich so also auch geistig wieder „in die Horizontale" begebe, schweben wir auch schon über dem Flugplatz, und mein vortrefflicher Steuermann fetzt zum Landen an. Ein Schluck heißer Kaffee an der Theke ist nicht verkehrt — dann wird schnell umgezogen und in drei Autos geht die Fahrt mit den inzwischen landfein gemachten Fähnrichen durch die Stadt zum Hafen, wo uns die Pinasse bereits erwartet. Nach der Schiffsbesichtigung, die großes Interesse findet, sind wir alle zusammen noch zu einem Abschieds-Daykiri zu Bacardi gebeten, dessen Vorstandsmitglied, zugleich finnischer Konsul, Signor de Soto, mir viel Interessantes an Eindrücken in Havanna vermittelt hatte. In eilender Fahrt geht es dann noch ein letztes Mal hinaus an die Playa, wo wir im Military-Club gemeinsam essen. Echte Kameradschaft und ehrliche Sympathie haben die kubanischen Offiziere unentgegengebracht, die wir häufiger mit ihnen zusammenkamen, und wir halten mit unserer Anerkennung für das Gesehene nicht zurück. Ohne Frage hat auch hier das Beispiel der großen nationalen Führer Europas ein gut Teil an dem Erfolg dieses erstaunlichen Aufbauwerkes einer selbstbewußten kleinen Nation.
Mit seiner schlagfertigen Wehrmacht von 15 000 Mann und der fast ebenso starken Polizeitruppe verfügt die Regierung, solange ihre Wünsche und Absichten sich mit denen des ungeheuer volkstümlichen Obersten B a t t i st a decken, über ein Machtinstrument, das sie jederzeit in die Lage versetzt, Ruhe und Ordnung im Innern aufrechtzuerhalten und jede von außen her drohende Revolutionsge- fahr zu bannen. Im Hintergrund steht der schützende Arm der U S A., denen der Staat wirtschaftlich noch immer sehr stark verschuldet ist und die fast die gesamte Ausfuhr des Landes aufnehmen. Durch Amerikas Eingreifen wurde der Freiheitskampf der ursprünglich spanischen Kolonie 1898 zu Gunsten der Kubaner entschieden. 1902 erhielt Kuba seine volle Souveränität unter politischer und wirtschaftlicher Anlehnung an Uncle Sam, der die günstige strategische Vorpostenstellung hier im Süden geschickt auszubauen verstanden hat. Die deutsche Einfuhr ist in den letzten Jahren auf mehr als das Doppelte gestiegen. Die stabilsten Wirtschaftsfaktoren des an sich reichen, aber verschuldeten Landes, sind nach wie vor der vorzügliche Tabak und der Zucker, wenn auch der Letztere durch den Rübenzucker etwas zurückgegangen ist. Darüber hinaus wird Edel - und Farbholz, sowie
M a n n s ch a f t s st a n d e ein Weg zur Offizierslaufbahn offen sein muß, ist für das Volksheer so selbstverständlich, daß es eigentlich nicht erwähnenswert ist Grundsätzlich ist' aber auch für den Offizier des Volksheeres und gerade für ihn, der feine Führerschaft aus sich selbst begründen muß, eine gute und gediegene Schulbildung nicht zu entbehren. Die Güte der Offizierschaft des Volksheeres und damit der Wert der Wehrmacht ist also wesentlich vorbedingt von der Güte der höheren Schulen.
Holland im Pazifik.
Don unserem 6.O.-Berichterftatier (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Batavia, im März 1937.
Die Sorge um die eigene Sicherheit zwingt die Holländer in ihren ostindischen Besitzungen immer mehr zu einer straffen Eingliederung in das Verteidigungssystem der „P a x b r i t a n n i c a“, aber dafür fühlen sich die großmächtigen Briten ihrerseits um so stärker zu einer Politik guter Nachbarschaft verpflichtet. Jahrhundertelange Eifersüchteleien zwischen den beiden nahe verwandten Eroberern mußten vor einer Notgemeinschaft zu gemeinsamer Abwehr drohender Gefahren zurücktreten. Auf niederländisch-indischer Seite hat man diese Wendung keineswegs zu bedauern. Der Brite muß nach wie vor die Hauptlast der „Bürde des weißen Mannes" trugen, während der Niederländer um so freier und unbekümmerter den wirtschaftlichen Vorsprung des reichen Vettern einzuholen suchen kann.
Bezeichnend sind die Vorteile, die die nieder- ländisch-indischen Zinnproduzenten gerade aus Gleichschaltungsmaßnahmen herauszuschlagen wußten, die ursprünglich bestimmt schienen, sie britischer Konttolle zu unterwerfen. Dor der Abwertung des Guldens um rund 30 v. H. verstanden sie es, die hohen Preise, die ihnen die Zugehörigkeit zum Internationalen Zinnkartell sicherte, dazu auszunutzen, durch Rationalisierungsmaßnahmen ihre Erzeugungskosten um etwa 40 v. H. zu senken. Die Guldenabwertung versetzte sie dann mit einem Schlage in die Lage, auf gleicher Kalkulationsgrundlage mit den Produzenten in Britisch-Malaya in Wettbewerb zu treten. Beim wichtigsten Betrieb, dem der Banka-Zinn-Mine, die sich fast vollständig im Besitz der Regierung befindet, beliefen sich die Produktionskosten noch 1932 auf etwa 1250 Gulden je Tonne, während damals nur ein Verkaufspreis von 1144 Gulden erzielt werden konnte; inzwischen aber wurden die Erzeugungskosten aus 681 Gulden je Tonne herabgedrückt. Da die in den letzten Jahren auf den zwischen Sumatra und Borneo gelegenen Inseln Banka, Billiton und Singkep vorgenommenen Erschließungsarbeiten die gesamte Zinn- Produktionsfähigkeit Niederländisch-Jndiens beträchtlich steigerten, so sieht man in interessierten britischen Kreisen mit Sorge dem Zeitpunkt entgegen, wo bei wieder eintretendem freien Wettbewerb die Zinnminenwirtschaft in den Malayenstaaten ins Hintertreffen geraten könnte.
Nicht viel anders liegen die Dinge auf dem 0'ummimartte. Hier verfügt die niederländisch- indische Regierung im Eingeborenen-Kaut- s ch u k über eine gefährliche Wirtschaftswaffe. Im Jahre 1894 betrug der Anteil der Eingeborenen-Be- völkerung in Niederländisch-Jndien an der Gesamt- ausiuhr landwirtschaftlicher Erzeugmsse^erst 11 v. H., 1925 bereits 36,4 o. H., 1933 40,8 v.^., um seitdem wieder etwas zurückzugehen, jedoch neuerdings wieder zu steigen. Das wurde im wesentlichen verursacht durch die sich in aller Stille vollziehende gewaltige Ausbreitung der Beteiligung der Eingeborenen an der Kautschuk-Kultur in den niederländischen Besitzungen außerhalb Javas. Während die holländischen Plantagenbesitzer durch innenpolitische Maßnahmen gegen diese großenteils wilde Konkurrenz einigermaßen geschützt werden können, richtet sich ihre scharfe Schneide um so verheerender gegen die englische Pflanzungswirtschaft. Zwar wurde auch die Kautschuk-Erzeugung der Eingeborenen den Restriktionsoereinbarungen unterworfen, aber dafür wird der Kampf gegen die Hydra des Schmuggelgeschäfts um so hoffnungsloser. Eine weitere unerwünschte Folge der Restriktion ist die Tatsache, daß viele Eingeborene ihre Lizenzen gegen 45 Cents je Kilogramm verkaufen, da sie so ohne jegliche Arbeit einen ausgezeichneten Ertrag aus ihren Kautschukbäumen beziehen. Mögen nun letzten Endes auch die Interessen der holländischen Pflanzer durch den Wettbewerb der Eingeborenen beinträchtigt werden, so bringt doch d.eren Kaufkraftsteigerung eine Wirtschaftsbelebung mit sich, die allen Kreisen der niederländisch-indischen Geschäftswelt und der Verwaltung zugute kommt, während die Engländer in ihren Produktionsgebieten nur störende Wirkungen zu spüren bekommen.
Leider ändert jedoch die Verschiebung wirtschaftlicher Schwerpunkte zugunsten Niederländisch-Jndiens und zuungunsten der Engländer nichts daran, daß japanischeundchinesischeEinslüsse die europäische Kolonialmacht allenthalben unaufhaltsam zersetzen. An Zahl sind die auf Java und anderwärts in Niederländisch-Jndien lebenden Japaner gering, aber man gewinnt den Eindruck, daß es sich um Leute handelt, die im Mutterlande sorgfältig dafür ausgesiebt wurden, auf vorgeschobenen Posten ihrem Vaterlande unauffällig besondere D i e n st e zu leisten. Sie betätigen sich vorzugsweise als Kaufleute, Photographen und Barbiere, vereinzelt auch als Arbeiter auf neugegründeten Plantagen. Höflich und zuvorkommend im Umgang, sauber und adrett in Kleidung, harmlos im Gebaren, großzügig in Geschäften, bemühen sie sich peinlich, jeden Verdacht zu entkräften, als ob sie noch zu etwas anderem da seien, als in einem fremden Lande redlich ihren Unterhalt zu verdienen.
Ungezwungener können sich die C h i n e s e n geben. Man weiß, daß sie im allgemeinen in der Fremde keinerlei politische Absichten verfolgen. Beunruhigend wirkt nur ihre emsige Geschäftigkeit und das starke Anwachsen ihrer Zahl auf den Plantagen und in den Städten. Fast alle neu entstehenden Märkte sind Schöpfungen ihres Unternehmungsgeistes. Sie Haden es unter den handelsuntüchtigen Javanern leicht, im Handel rasch zu Wohlstand zu kommen. Sie geben sich im Verkehr mit Europäern offenherziger als die Japaner und gewinnen entsprechend leichter deren Zuneigung.
Japan setzte im Jahre 1936 in Niederländisch- Jndien mehr als 350 Millionen Quadrat-Pards Baumwollen-Tuch ab, England nur 27 Millionen. Das geht hauptsächlich Lancashire an, aber die wachsende Vorliebe der Eingeborenenmassen in den europäischen Kolonialgebieten rund um das Indische Meer für die Japaner erhöht außerordentlich die Wettbewerbsfähigkeit Japans auf dem Frachtenmärkte, gegen die holländische Linien schwerer aufkommen können als englische. Die Häfen Nieder
ländisch-Jndiens waren bisher grundsätzlich den Schiffen aller mit Holland befreundeten Nationen geöffnet. Am 1 Februar 1937 trat aber ein neues Gesetz in Kraft, das zum ersten Male einen U n- terschied zwischen Seehäfen und Küstenplätzen macht. Nur die als „S e e h ä f e n" bezeichneten Häfen stehen fortab den Schiffen unter fremder Flagge offen, während alle „Küsten- Plätze" grundsätzlich der holländischen oder niederländisch-indischen Schiffahrt vorbehalten bleiben. Dieses Gesetz richtet sich so gut wie ausschließlich gegen japanische Interessen, da nur Japaner in nennenswertem Umfange in die niederländisch-indische Küstenschiffahrt eingedrungen waren. Sonst werden nur noch europäische Kopra- Charters von der Aenderung betroffen.
Wenn England nach den napoleonischen Kriegen dem kleinen Holland gestattete, sich nach wie vor im indopazifischen Raume als koloniale Macht breitzumachen, so geschah es, um es gleichsam von der Hauptmasse des europäischen Festlandes auszusondern und an sich zu fesseln, dafür abeiSim besonderen Frankreich und Deutschland um so rücksichtsloser von seinen Handels- und Schiffahrt4- rnonopolen ausschalten zu können. Diese bevorzugte Behandlung hat im holländischen Nationalcharakter dauernde Spuren hinterlassen, aber gerade die jahrhundertelange politische Absonderung Englands von den Kernlanden des europäischen Festlandes macht heute die Rolle Hollands, innerhalb der britischen
Machtsphäre im indopazifischen Raume Festland- Europa gewissermaßen vorzugsweise zu vertreten, um so ungemütlicher. Langsam beginnt den Holländern in Niederländisch-Jndien das kontinentaleuropäische Gewissen zu schlagen. Hätte sie die britische Freundschaft weniger gehindert, für die Erschließung ihrer kolonialer Hilfsquellen die Kraftreserven der Deutschen und anderer Kotinental- europäer mit heranzuziehen, so würden sie wirksamere Schutzdämme gegen die „steigende Flut der Farbigen" haben aufrichten können. Auch die ungeheuren Aufwendungen Englands für die Verteidigung Singapores können sie heute kaum mehr darüber hinwegtäuschen, daß sie sich innerhalb der „Pax britannica" nicht mehr geborgen fühlen können, solange England fortsährt, gegen Deutschland und Mitteleuropa eine Art Belagerungszustand aufrechtzuerhalten, um sich nach wie vor gegen unbequeme, aber berechtigte koloniale Forderungen sperren zu können. Niederländisch-Jndien kann seine eigentliche kolonialpolitische Sendung nur erfüllen, wenn es das Mutterland zur Mitwirkung an einer großeuropäischen Weltpolitik zu bestimmen vermag, die die führenden Kolonialmächte von ihrem starrsinnigen Beharren auf Monopolansprüchen abzubringen und gewaltige, heute durch innereuropäische Schwierigkeiten gebundene Kräfte für die Verteidigung des abendländischen kolonisatorischen Spielraums freizusetzen vermöchte.
Die Errichtung der Heeresarchive.
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Unser Bild zeigt Generalleutnant Dr. h. c. o o n 3t a b e n a u bei der Eröffnungsansprache. In der ersten Reihe von links: General der Artillerie Beck, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Reichsminister Dr. Frick, Reichskriegsminister von Blomberg.
(Weltbild-M.)
Potsdam, 16. April. (DNB.) Am Freitagvormittag wehte zum ersten Male wieder die Reichskriegsflagge auf dem Gebäude der alten Kriegsschule auf dem Brauhausberg, dem jetzigen Heeresarchiv Potsdam. Mit einer kurzen militärischen Feier wurde die Errichtung der Heeresarchive begangen.
Der Chef des Generalstabes des Heeres, General der Aciillerie Beck,
begrüßte die erschienenen Gäste, insbesondere den Generalfeldmarschall von Blomberg, den Reichsminister Dr. Frick und den Generalobersten Freiherrn von Fritsch. Eine große Ehre erblickte General Beck in der Anwesenheit des österreichischen Bundesministers des Innern, Dr. von Glaise-Horstenau, des früheren Direktors des Kriegsarchivs in Wien. Der Wunsch sämtlicher Chefs der Generalstäbe der alten Armee nach eigenen Archiven sei durch die jetzt im Dritten Reich möglich gewordene Reform des Heeresarchivwesens erreicht. General Beck schloß seine Ansprache mit der im Sinne des Lehrmeisters des Großen General
stabes, des Generalfeldmarschalls Grafen von Schliessen liegenden Forderung, daß das Personal der Heeresarchive immer bereit sein müsse, die vorhandenen bedeutenden Schätze zu heben und methodisch zu ordnen, neue Erwerbungen entsprechend einzugliedern, für die Erhaltung des kostbaren Materials zu sorgen und die Benutzer bei ihren Arbeiten wirksam zu unterstützen zum Nutzen des Heeres, der gesamten Wehrmacht und der Wissenschaft.
Nach einem Vortrag des Chefs der Heeresarchive Generalleutnant Dr. n. c. von Rabenau über die Entwicklung des Gedankens der Heeresarchive und ihrer Aufgaben, gab die Besichtigung einer Ausstellung historischer Dokumente einen vortrefflichen Ueberblick über das kostbare Archiogut, das sich in den Heeresarchiven Potsdam, München, Dresden und Stuttgart befindet. Der Gang durch das große, nach den neuesten Erfahrungen gebaute Magazin ließ die gewaltige Menge der allein im Heeresarchiv Potsdam aufbewahrten Akten erkennen und zeigte die Art der Ordnung, Pflege und Aufbewahrung der Atten und des wertvollen Bild- und Kartenmaterials.
Mitder„SchiesVig-Solstem"ausSchlllschiMeise
Don Karl Friedrich Birnbaum, Kapitänleutnant.
XIV.
Sei der cudamschen Armee.
In See im März 1937.
Am nächsten Tag ist der große Empfangs- abenb der deutschen Kolonie angesetzt; leider habe ich Wache. Dafür darf ich am folgenden Tag zweihundert Mann zur Besichtigung einer der großen Brauereien führen, auf deren eigenem Fußballplatz ein Wettspiel ehrenvoll gegen die überlegene kubanische Mannschaft verloren wird, und wo hinterher das gute Polar-Bier im Garten der Brauerei zu dem vom deutschen Bund liebevoll bereiteten Picknick vortrefflich mundet. Der Braumeister ist, wie hier draußen üblich, bajuvarischer Herkunft und zeigt uns voller Stolz eine Probe des guten Hopfens, den er aus der Heimat bezieht.
Ein Frühstück, zu dem der auf der Durchreise befindliche Marineattache aus Washington Konteradmiral Witthöfft-Emden den Kommandanten und einige Offiziere gebeten hat, verläuft im Hotel National äußerst angeregt. Das erst vor wenigen Jahren errichtete Hotel, das wir bei dieser Gelegenheit kennenlernen, hat bereits eine Geschichte. Hierher, wo jetzt die reichen amerikanischen Touristen aufs komfortabelste wohnen, hatten sich bei der Revolution im Jahre 1934 die regierungstreuen Offiziere zurückgezogen und wurden tagelang regelrecht belagert, wobei das Hotel von zwei Seiten sogar mit Artillerie beschossen wurde, ohne allerdings ernstlich getroffen zu werden. Die Belagerung endete mit der Ergebung der Offiziere an den heutigen Militärdiktator der Insel, Oberst Battista — heute sind die meisten von ihnen längst wieder in Freiheit und zum großen Teil überzeugte Anhänger der neuen Richtung geworden.
Von der gewaltigen militarisch-organisatorischen Leistung Battistas haben wir am Tage vorher, am historischen Nationalfeiertag der Unabhängigkeitserklärung vom Jahre 1898, ein eindrucksvolles Bild gewonnen. Eine mächtige Tribüne ist neben dem Capitolio für die Ehrengäste errichtet.
Von hier aus sehen wir, eingeleitet durch den schneidigen Vorbeimarsch einer Ehrenkompanie unseres Schiffes, fast die gesamte Wehrmacht und Polizei Kubas vor ihrem Präsidenten paradieren. Truppe und Ausrüstung machen einen ausgezeichneten und disziplinierten Eindruck, der sich bei einer Besichtigung des großen Militärlagers Columbia-Camp draußen vor der Stadt am folgenden Tage noch bestärkt. Voller Stolz zeigt uns ein Kompanieführer feine Kaserne. Große luftige Schlaf- und Wohnsäle, eigene Küche, Wäscherei, Kantine, alles blitzsauber, modern und praktisch eingerichtet. Genau so sehen die übrigen Kasernen aus, und das ganze Kasernement ist planvoll um das jeweilige Stabsgebäude gruppiert. Hier draußen hat auch Battista seine große schöne Villa, die neben dem Offiziersheim liegt, freundlich flankiert von den Häuschen der Offiziere und verheirateten Unteroffiziere. Es gibt Infanterie, Kavallerie und leichte motorisierte Verbände, ein Artillerieregiment liegt am anderen Ende der Stadt und das Interessanteste: ein neuzeitlicher Flugplatz mit einer modernen Bomber- und Kampffliegerstaffel amerikanischer Herkunft und eine Fliegerschule. Gerade die Fliegeroffiziere, die ich hier kennenlerne, und der Nachwuchs, 12 Fähnriche, machen einen ausgezeichneten Eindruck und sind mit Recht stolz auf das in wenigen Jahren Geleistete. Die Fliegerschule mit ihrem stattlichen Flugzeugpark wird besichtigt, die Hallen und Werkstätten, wo ganze Rümpfe und Flügel hergestellt werden können und alle Reparaturen ausgeführt werden. Nur wenige amerikanische Instrukteure und Facharbeiter sind noch vorhanden, überall ist bereits einheimischer Nachwuchs herangebildet. Gerne gehe ich auf die Bitte des Schulleiters ein, einigen Offizieren und den Fähnrichen am nächsten Tag das Schiff zu zeigen. Zum Dank bekomme ich die einzigartige Gelegenheit, am selben Tage im Flugzeug über Stadt und Hafen von Havanna zu kurven.
Sauber ausgerichtet stehen die drei gelben Vögel auf dem grünen Startplatz, als uns der Wagen meines besonderen Freundes, des Flugkapitäns
Oie Medaille des Deutschen ZRoten Kremes.
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Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes hat als unterste Stufe des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes eine „Medaille des Deutschen Roten Kreuzes" eingeführt für erfolgreiche Tätigkeit in langjähriger treuer Pflichterfüllung im Dienste des Roten Kreuzes. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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