Berlin
16. April. (DNB.) Der Leiter der
er-
auf die Deutschen im Mandatsgebiet, welche nicht
Fr. W. L.
Pretoria, 16. April. (DNB.) Der Vorsitzende der Regierung der Südafrikanischen Union, General Hertzog', hat dem deutschen Gesandten folgende Antwortnote auf den deutschen Protest oom 5. April überreicht:
Unter Bezugnahme auf Ihre Note vom 5. April, in der Sie mir die Auffassung der deutschen Regie
bringen. Streikposten mißhandelten einen Unternehmer. Etwa 200 Streikende überfielen eine Gruppe von Arbeitswilligen; Polizei mußte ein- greifen. In den nächsten Tagen ist mit einer Aus- dehnung der Streikwelle auf die Hafenarbei- t e r von Montreal zu rechnen. Der internationale Hafenarbeiteroerband soll beschlossen haben, mehrere tausend Hafenarbeiter zum Streik aufzurufen, sobald die Schiffahrtssaison eröffnet wird. Es sollen die Schiffe boykottiert werden, deren Eigentümer Mitglieder des kanadischen Schiffahrtsverbandes find. Der Hafenarbeiterverband verlangt ein neues Lohnabkommen mit den Arbeitgebern.
men gegen den wirtschaftlichen Niedergang und für wirksame A b r ü st u n g herauskommen. Ban Seeland werde in Washington jedenfalls über die Wünsche und Ansichten verschiedener europäischer Mächte berichten können.
Gireikunruhen in Cana^a
Toronto, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Der streik in den General Motors Werken ist beigelegt worden. Die Arbeit soll am Montag wieder ausgenommen werden. Inzwischen hat jedoch der Streik in der Bekleidungsindustrie von Montreal ernstere Formen angenommen. Es kam zu großen Unruhen, als die Unternehmer versuchten, die Arbeitswilligen in die Fabriken zu
*
Wenn wir auch den ruhigen und sachlichen Ton der südafrikanischen Antwort auf den deutschen Protest gegen die Proklamation zu schätzen wissen, so bleiben doch nach wie vor schwere Vorbehalte deutscherseits. Auch diese Unionsnote bleibt wie'die vorangegangene bei jenen falschen Voraussetzungen über die Lage der Deutschen in Südwest. die bereits einmal im Oktober 1936 von Deutschland richtiggestellt worden sind. Die Union hat die Verpflichtungen des Londoner Abkommens von 1923 für die Gleich st ellung der Deutschen Sorge zu tragen, bislang nicht erfüllt. Das Deutsch ist immer noch nicht Amtssprache, leitende Posten im Mandatsland blieben ausschließlich Südafrikanern vorbehalten. Der amtliche Bericht der Untersuchungskommission stellte die Lage in einem o ö l lig falschen Licht dar. Ueberdies steht dieser den Tatsachen widersprechende Regierungsbericht in einem direkten Widerspruch zu der Feststellung der eben überreichten Antwortnote, wonach im Mandatsland völlig Ruhe herrscht. Feder nüchtern denkende Mensch muß sich sofort fragen, warum dann überhaupt die Erteilung o weitgehender Vollmachten an den Administrator von Südwest notwendig war und worauf sich dann überhaupt die Degradierung des deutschen Elementes stützt. Die Unionsregierung selbst scheint sich der Tatsache der Verletzung des Mandatsrechtes bewußt zu sein, denn sie weiß ebenso gut wie wir, daß es nach dem Mandatsrecht niemals Staatsangehörige 1. oder 2. Ordnung geben kann. Wenn in Südwest vollkommene Ruhe herrscht, und die Unionsregierung wirklich an einem Ausgleich der Gegensätze wirken will, dann gibt es nur einen Weg: Rücknahme der Proklamation und Wiederherstellung der vollen Gleichberechtigung der Deutschen.
den letzten Jahren ist jedoch die Durchführung der im ersten Artikel des Abkommens festgelegten Politik schwierig geworden, da im Territorium Auffassungen gefördert worden sind, welche manche Deutsche im Territoriumdavon abhalten, sich mit Südafrikanern zusani- men zu schließen entsprechend dem Geist und dem Sinn des Abkommens.
Die Aussöhnung der verschiedenen Teile der europäischen Bevölkerung des Territoriums ist eine Angelegenheit, welche die ungeteilte Aufmerksamkeit der Umonsregierung findet. Die Regierung wird i m Geiste friedlichen Wohlwollens für das Deutschtum als Ganzes fortfahren, alles in ihren Kräften Liegende 'zu tun, um die erwünschten Beziehungen herbeizuführen. Die Unionsregierung vertraut darauf, daß die deutschen Reichsangehörigen keine Veranlassung zur Anwendung der Bestimmungen der Proklamation gegen sie geben werden, und würde eine M i t - arbeitderdeutschen Regieruna in dieser Hinsicht begrüßen.
von nun an hier fingen werden: .Kameraden, die Rotfront und Reaktion erschossen...‘, so werden mir auch an dich denken, Josef Riedle!" Der Organisationsleiter der Ortsgruppe schilderte den Menschen Josef Riedle, diesen aufrechten deutschen Kameraden und Kämpfer. Ein tragisches Geschick habe ihn gerade in dem Augenblick ereilt, als er seine Arbeit für das größte soziale Werk der Bruderliebe, das Winterhilfswerk, abschließen wollte. Bei gesenkten Fahnen erklang dann das Lied vom guten Kameraden, wonach der Landesgruppenleiter herzliche Worte trauernder Anteilnahme an die Witwe richtete und den Ermordeten als ein leuchtendes Vorbild hinstellte.
EmNachM desGlmieiters SMe
Ihnen mitzuteilen, daß die Ünionsregierung die Vorstellungen der deutschen Regierung mit größter Sorgfalt geprüft hat,' und ich möchte von vornherein die deutsche Regieung versichern, daß die ünionsregierung bei ihrer Maßnahme nicht von irgendwelchen unfreundlichen Beweggründen gegen das Deutsche Reich beseelt war. Sie ist vielmehr stets geleitet gewesen von der zwingenden Notwendigkeit, eine g e- ordnete Verwaltung der Territoriums, für welches sie verantwortlich ist, zu gewährleisten, und von dem ernsten Wunsche, seine geordnete Entwicklung und seinen friedlichen Fortschritt zu fördern.
Warum Ausnahmerecht für die Deutschen in Güvwestafrika? Die Antwort der südafrikanischen Unionsregierung auf den deutschen Protest
Ban Seeland geht nach den Bereinigten Staaten. Brüssel. 18. April. (DNB.) Ministerpräsident °an Zeel and wird sich im Juni nach den Verein i g t e n Staaten begeben, bei welcher Gelegenheit er von Präsident Roosevelt empfangen wird. In Zeitungsberichten aus Washington wird die Vermutung ausgedrückk, daß van Zeeland gemäß der ihm von der englischen und französischen Regierung übermittelten Anregung mit Roosevelt den Abbau der interna t i o na len Handelsschranken erörtern werde. Die Londoner „Morning Post" meint, vielleicht werde ein Plan für internationale Maßnah-
Eingeborene auf den Philippinen rebellieren gegen die Webrpfl cht.
Manila, 16. April. (DNB.) Die Moros, Eingeborene der Philippinen, setzen den B-chörden bewaffneten Wider st and entgegen Die Aufständischen halten sich im südlichen' Dschunqel- gebiet in schwer erreichbaren befestigten Stellungen verborgen, die zum Teil unterirdisch sind. Die Hauptadt der Lanaoprovinz Dansalan ist von den Rebellen zu einer Festung ausqestattet worden. An dem Aufstand beteiligen sich neun Stämme. Die feindselige ünzufriedenheit der Eingeborenen ist mit der kürzlich eingeführten Wehrpflicht, die sich auch auf Eingeborene erstreckt, in Verbindung zu bringen. Gendarmeriekolonnen, für das Dschungelgebiet mit Sprengmaterial, Spaten und Hacken ausgerüstet, sind ausgerückt, um die rebellierenden Eingeborenen zu unterwerfen.
Eine rechtsradikale Partei in Ungarn verboten.
Budapest 18. April. (DNB.) Amtlich wird mitgeteüt, daß die Polizei auf Veranlasiuna des Innenministers in den Parteiräumen der rechtsradikalen „Partei des nationalen Wil- Haussuchungen vorgenommen hat. Flugschriften, Protokolle, Mitgliederlisten, Schriftstücke seien beschlagnahmt und festqestellt worden, daß die Partei auf der Basis der Diktatur or- gani fiert worden sei. Die Staatsanwaltschaft bat gegen den Parteileiter S z a l a s s i n und Ge
nossen ein Strafverfahren eingeteitet. Sie beschul- ö~n Umffur<1 der staatlichen und gesell- Ichastlichen Ordnung betrieben zu haben. Szälassin ist in Haft. Die „Partei des nationalen Willens" wurde verboten.
Deutscher Ztockteiter in Buenos Aires ermordet
Oie Täter in Kommunistenkreisen gesucht.
t.öe’t?eni mißglückten Versuch der nationalspani- schen Truppen, durch Zertrümmerung der bolsche- wistlschen Fronten im Nordosten und Südosten Madrids die Zernierung der Hauptstadt zu vollenden, waren vom Landkriegsschauplatz keine Ope- S>tlkrnenu D0-? erheblicher Bedeutung zu melden. Wohl aber ist es offenbar den Seestreitkräften des Generals franco gelungen, vor Bilbao, dem bedeutendsten spanischen Hafen am Golf von Bis- kaya und Zentrum der baskischen Montanindustrie, oie Block ad^e so wirksam zu gestalten, daß England, dessen «chiffahrtslinien in normalen Zeiten den Hauptanteil am Handel mit den nordspanischen Hasen in Händen hat, die Blockade Bilbaos im ^>mne des Blockaderechts als wirksam anerkannt hat und daher seinen Handelsschiffen den Schutz der Kriegsflotte entzogen hat, wenn sie es nach eindringlicher Warnung der Admiralität doch wagen sollten, das Kriegsgebiet vor Bilbao aufzusuchen. Im britischen Unterhaus hat diese dem gesunden Gefühl des Engländers entsprechende Maßnahme, die der tatsächlichen Lage Rechnung trägt, ohne sich damit politisch auf eine Linie festzulegen, die man vielleicht später einmal bereuen könnte, bei der Opposition in den Reihen der Arbeiterpartei und der Liberalen einen Sturm der Entrüstung erregt. Das ist deshalb besonders interessant, weil die Krit« an dieser zweifellos sehr nützlichen und aus rein praktischen Erwägungen geborenen Maßnahme Don Leuten ausgeht, die vor sieben Monaten sich mcht gerührt haben, als die englische Regierung die aleiche Maßnahme für die spanischen Mittelmeer- hasen anordnete, die damals bolschewistische Kriegs- ichlsfe LU blockieren versucht hatten. Der Grundsatz der .Freiheit der Meeres der mit der Anerkennung ?,es. Vlockaderechts für die nationalspanischen See- streitkrafte vor Bilbao zweifellos eine Einschränkung erfahren hat, ist früher immer gerade von den | liberalen Parteien als Ausgeburt eines rücksichtslos auf Erwerbssinn gerichteten Imperialismus heftig bekämpft worden, von den gleichen Leuten, die heute rm Unterhaus sich zu Verteidigern der Rechte des britischen Handels aufwarfen und von der Regie- r^ng forderten, für britische Schiffe ungehinderte Fahrt durch das minenverfeuchte Kampfgebiet vor Bilbao zu erzwingen. Das Kabinett hat zwar, um Oie Wogen der Empörung zu glätten, in einer neuen Note General Franco darauf hingewiesen, daß England keiner Partei das Recht einer krieg- fuhrenden' Macht zubillige und daher auch keine Behelligung britischer Schiffe dulden werde, aber im übrigen bleibt es bei der Anerkennung der Blockade Bilbaos und der Warnung an britische Handelsschiffe, diesen Hafen anzulausen.
^eichelnnttel zur Förderung der Technik in der Landwirtschaft.
Berlin 16. April. (DNB.) Jrn Rahmen der ^^vgungsschlacht sind Mittel zur Förderung der Technik in der Landwirtschaft vorgesehen. Der in i^rage kommende Betrag bezieht sich auf folgende Maschinen: Saatgutreinigungsanlagen, a$en' Dampfkolonnen und Rübenblattwaschereien. Voraussetzung für die Bewilligung eines Zuschusses ist die gemeinsame beziehungsweise genossenschaftliche Benutzung der Ma-
England hat sich damit, wie schon gesagt, für die Ankunft auf nichts festgelegt, die neue Note an Franco unterstreicht ja noch einmal diesen rem Pra“*l$en Gharakler der Maßnahme, der keinerlei Ssundsätzliche Bedeutung zukommt. Jetzt eine Enc- scheidung zu treffen, die einen Kurswechsel der britischen Politik einleiten würde, entspräche auch nicht der Hebung, der Politik des neuen Premierministers vorzugreisen, wenn auch kaum anzunehmen ist, daß der Kabinettswechsel im Sommer auch eine Aende- rung öes außenpolitischen Kurses bedeutet. Baldwin hat sich schon von seinen Wählern verabschiedet, aber Neville Chamberlain, der nach den Krönungs- seierlichkeiten sein Nachfolger als Premierminister werden wird, ist als Schatzkanzler der letzten nationalen Konzentrationsregierungen — neben den Konservativen sitzen ja immer noch Simon-Liberale und Arbeiterparteiler Macdonaldscher Prägung im Kabinett gewiß schon bisher der maßgebende Mann gewesen, dessen Wort auch m der Außen- ------------
Politik schwer in die Waagschale fiel. Daß Neville run9 mitteilten über die Auswirkung der Verlaut- Chamberlains Hauptaufgabe als Schatzkanzler nad) baFun9 der Mandatsregierung von ' Südwestafrika der wirtschaftlichen Erholung des Landes in ber MuJ.rble Deutschen im Mandatsgebiet, welche nicht Finanzierung des gewaltigen englischen 2lufrü; Staatsangehörige sind, habe ich die Ehre,
ftungsprogramms bestand, zeigt die engen Zusam- '
menhange seiner bisherigen Tätigkeit mit der Außenpolitik. Wenn sich in diesen Wochen Regie- F^ng und Oeffentlichkeit in England immer ausschließlicher auf die Krönung König Georas VI. emstellen, die das traditionsstolze Albion mit all dem Pomp^zu feiern gedenkt, der das Selbstbewußtsein des britischen Volkes und das Gefühl der Einheit der British Commonwealth of Nations gebührend betont, so liegt es nahe, außenpolitische Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung in dieser Fe^rtagsstimmung nicht zu erwarten. Aber auch nach Rückkehr m den grauen Alltag und der Ab-! losung Stanley Baldwins durch Neville Chamber- lam, wird das System der kleinen Aushilfen, das für Kontinentalpolitiker so schwer faßbar und oft auch unbequem ist, weiterhin solange das Gesicht der englischen Politik bestimmen, bis das Empire sich vor eine große Entscheidung gestellt sieht, die kein Ausweichen aus dem Grundsätzlichen auf praktische Maßnahmen erlaubt. Daß eine solche Stunde, wenn sie einmal kommen sollte, das englische Volk gerüstet finden wird, dafür setzt es seine 9?nze ungeheure wirtschaftliche Kraft und zähe Energie ein. Aber der spanische Bürgerkrieg wird, wenn es nach Englands Willen geht, diese Stunde eines grundsätzlichen Entschlusses nicht bringen.
Die Unionsregierung bedauert deshalb aufrichtig, daß die deutsche Regierung sich zu der Erklärung genötigt gesehen hat, die Verlautbarung müsse als eine Kampfmaßnahme gegen das Deutfchtum im Territorium betrachtet werden. Insofern als die deutsche Regierung die Verlautbarung als eine Kampfmaßnahme betrachten mag, sei festgestellt, daß sie gegen Umtriebe g e - richtet ist, die die Unionsregierung auf Grund der von der S ü d w e st a f r i k a k o m m i s s i o n abgegebenen Angaben und auf Grund anderer Informationen als erwiesen erachtet hat Da die Unionsregierung der Ansicht ist, daß diese Umtriebe eine Aussöhnung zwischen verschiedenen Teilen der Bevölkerung unmöglich machen und den Interessen der Deutschen ebenso wie der übrigen Einwohner des Gebietes zuwiderlaufen, betrachtet sie den Erlaß dieser Proklamation nicht als Bruch der ihr durch das Mandat auferlegten Treuhänderpflicht, sondern als Maßnahme zur Erfüllung dieferPflicht.
Es wird zugegeben, daß die Betätigung einiger deutfcher R e ichsangehöriger i m M a n d a t s g e b i e t, die nicht britische Staatsbürger sind, unmittelbarer Anlaß fürden Erlaß der Proklamation gewesen ?ft. Die Unionsregierung glaubt jedoch, daß berücksichtigt werden sollte, daß die Proklamation gleichermaßen auf alle Personen Anwendung findet, welche nicht britische Staatsangehörige sind und ihrem Wortlaut nach keine Diskriminierung gegen Deutsche enthält. Die Unionsregierung ist überzeugt, daß sie bei der Verwaltung des Mandatgebietes stets in weitestem Umfange die den Verhältnissen nach erlaubten Bestimmungen Des Londoner Abkommens von 1923 durch geführt hat. In
London, 17. April. (DNB.) Der Erste Lord der Admiralität Sir Samuel Hoare erklärte auf einem Essen der Schiffsbautechnischen Gesellschaft, er glaube gegen seine Pflicht zu verstoßen, wenn er die anderen Seemächte nicht auffordere, noch <n- mal an die fast untragbaren La st en zu denken, die auf alle Schultern gelegt würden, falls keine Begrenzung der Größe und der Rüstungen von Kriegsschiffen und der Bau neuer Typen nicht eingeschränkt werde. Als begrüßenswert bezeichnete es Hoare, daß eine Rivaliät zur See mit den Vereinig- ten Staaten ausgeschlossen sei. Ein weiterer befriedigender Faktor sei das deutsch-englische Flottenabkommen. Seiner Meinung nach liege kein Grund vor, weshalb England und Japan nicht ebenfalls einen freund- chaltlichen Ausgleich finden sollten. Ein unbegrenztes Wettrüsten müsse vermieden werden, noch lei es Zeit dazu. Seit dem Vertrage von Washington hätten die Seemächte gewissen Begrenzun- g e n zugestimmt, die für sie und die ganze Welt aut gemeßen seien. Es werde großer Schaden sein, wenn die Lehre dieser Jahre an den Seemächten spurlos vorübergegangen wäre. Deshalb habe er sich darum bemüht, die Vorschläge Wirklichkeit werden zu lassen, die von den Vereinigten Staaten, England und Frankreich in den Flottenvertragserörterungen von 1936 angenommen worden feien. Sie würden d e r Größe und Bewaffnung der G roß kampf schiffe Grenzen ziehen und wurden jede gegenseitige Verdächtigung unter den Seemächten durch Austausch von Informationen ausschließen, weil kein neuer Schiffs- lyp heimlich von einer der Seemächte gebaut werden könnte.
Buenos Aires, 16. April. (DNB.) Der Reichsdeutsche Parteigenosse Josef Riedle, der als B l o ck l e i t e r zur Ortsgruppe VillaBallester der Landesgruppe Argentinien der Auslandsorganisation der NSDAP, gehört, wurde von bisher noch unbekannten Tätern in B u em o s Aires überfüllen und so schwer verletzt, daß er seinen Ver- letzungen erlegen ist. Die Täter werden von der argentinischen Polizei in Kommunistenkrei- sen gesucht, vor denen der Ermordete noch unmittelbar vorher gewarnt worden war.
Der feige Mord hat in den Kreisen der Reichsdeutschen in Buenos Aires und Umgebung tiefes Mitgefühl hervorgerufen. Die Parteigenossen nahmen fick) sofort der Witwe und der Kinder des Ermordeten an. Die Landesgruppe legt für 30 Tage Trauer an. Blockleiter Riedle rang 26 Stunden lang mit dem Tode. Mehrfache Blutübertragungen, zu denen sich stets Nartpinunkoroi<• fnnhn«
Nie Blockade Bilbaos.
„Äartoffel-Jones"
macht einen Durchbruchversuch.
London, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Wie aus St. Jean-de-Luz gemeldet wird, ist der Befehlshaber des englischen Schlachtkreuzergeschwaders im Mittelmeer, Vizeadmiral Blake, am Freitag auf em Schlachtschiff, dem bei La Rochelle vor Anker liegenden Schlachtkreuzer „H 0 0 d", zurückgekehrt. Am Vorabend hatte er eine vierstündige Bespre- chun.9 mit dem britischen Botschafter Sir Henry C h 1 l t 0 n in Hendaye über die diplomatischen und flottentechmschen Fragen, die durch das Inkrafttreten des Ueberwachungsplanes und durch die natlonalspanifche Blockade bei Bilbao aufgeworfen worden find. 9 '
Der englische Kapitän Jones hat versucht, mit feinem 900 Tonnen großen Dampfer „Mary Lle- oellyn" die Blockade von Bilbao zu durchbrechen Die Eskapade dieses alten Seebären hat ihm den Beinamen „Kartoffel-Jones" eingetragen Vergeblich hatte er versucht, seine langsam in Fäulnis übergehende Kartoffelladung, die für Bilbao bestimmt war, anderweitig an den Mann zu bringen. In seiner Betrübnis entschloß sich dann „Kartoffel-Jones", am Donnerstag mit seinem Schiff „Mary Llevellyn" aus St. Jean-de-Luz auszulaufen, um die nationalspanische Blockade zu durchbrechen und nach Santander zu fahren. Am Freitag kehrte er jedoch wutschnaubend wieder zurück, denn auf hoher See hatte ihn ein eng-! lisch er Zerstörer an gehalten und zur Rückkehr gezwungen.
Das Empire.
Baldwin über Englands Führungs- anspruch in der Welt.
London, 17. April. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin leitete von Cheguers aus in einem Rundfunkvortrag an das ganze Empire eine Vortragsreihe über die Pflichten der Glieder des Empire ein. Vor elf Jahren habe die Balfour-Erklärung die Beziehungen zwischen dem Mutterland und den Dominions geregelt. Wenn man« 1926 habe ggen können, daß eine neue Ordnung an die Stelle der alten getreten fei, so könne man heute sagen, daß die Neuordnung ihre Probe glänzend bestanden habe. Es gebe heute kein Land in der Welt, das nicht mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Unter diesen Umständen bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen, vor allem aber b e - dürfe es einer Führung. Kein Land sei zu dieser Führung aber so geeignet, wie gerade das britische Empire, von dem man mit Recht sage, daß freie Einrichtungen fein Ledenselexier, freie Zusammenarbeit fein Mittel, und Friede, Sicherheit und Fortschritt sein Ziel seien. Die Völker des Empire hätten in ihren Beziehungen zueinander der Welt gezeigt, daß Schwierigkeiten nur durch Aussprachen, nicht aber mit Gewalt gelöst werden könnten. Der wachsende Materialismus fei eine der Hauptursachen für die Hebel von heute. Die Wissenschaft habe derartige Fortschritte gemacht, daß man geneigt sei, Beschleunigung mit Zivilisation zu verwechseln. Aber die britischen Völker hätten immer das Ideal des Friedens vor Augen gehabt. Es sei heute mehr denn je ihre Pflicht, dieses Ideal hochzuhalten.
„Noch ist es Zett!"
England wünscht kein unbegrenztes Wettrüsten zur See.
, - . v i , —----------------D ermorde
ten Blockleiter Pg. Josef Riedle, in dem es heifft: Zusammen mit Wilhelm Gustloff und den in Barcelona ermordeten Deutschen ist Pg. Joseph Riedle in die Reihe derer eingetreten, die fern der j) e imat ihr Leben lassen mußten, weil sie als Nationalsozialisten ihrem Reich treu waren. Die Nachricht von dieser ruchlosen Tat erfüllt das ganze deutsche Volk diesseits und jenseits der Grenzen mit tiefem Abscheu In Argentinien, mit dem Deutschland seit langen Jahren aufs freundschaftlichste verbunden ist, starb Jos. Riedle als aufrechter Deutscher und als treuer Nationalsozialist. Seine Kameraden in der Ortsgruppe Villa Ballester, die fast ausschließlich aus Arbeitern der Faust besteht, haben einen ihrer treuesten Mitkämpfer verloren. Wir wissen, daß mit uns bas große argentinische Volk eins ist in der Verurteilung dieses fluchwürdigen Verbrechens. In herzlichem'Mitgefühl für seine Witwe und seine Kinder senken wir die Fahnen vor einem schlichten auslandsdeut- fchen Kampfer, dessen Name uns in alle Zukunft begleiten wird als ständige Mahnung, überall in der Welt als Deutsche und al. Natiönalsozialisten unsere Pflicht für Führer und Reich zu erklären.
Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß und Reichsaußenmini- fier Freiherr von Neurath haben telegraphisch ihr aufrichtiges Beileid zum Ausdruck'gebracht.
- Parteignosfen selbstlos bereit fanden, brachten ! Auslandsorganifation der NSDAP, und Chef der leine Rettung. Die l e tz t e n W 0 r t e, die der tapfere I AO. im Auswärtigen Amt, Gauleiter Bohle ° Stampfer bes Führers an bie Parteigenossen, bie j ließ einen Nachruf für ben in Buenos Aires fein Sterbelager umftanben, richtete: waren: „K a - »*'»•**-:*— <«- «-»-e • -
meraben! Heil Hitler!" Dabei versuchte er noch, bie Hcmb zum Deutschen Gruß zu erheben.
Rieble war als Schlosser wirtschaftlrch nicht besonders günstig gestellt. Daher ist ein Raubüberfall ausgeschlossen. Zubern ist Rieble kurz zuvor von einem Z i g a r e 11 e n 0 e r t ä u f e r gewarnt worden: „Irgendetwas wird noch passieren!" Seinem Schwager hat der Schwerverletzte bann auf dem Sterbelager noch mitgeteilt, baß bie Kommunisten, bie ihn überfielen, bereits einmal b a - gewesen seien. Der Heberfall würbe in einer durch kommunistisch-jübische Umtriebe berüchtigten Gegenb ausgeführt. Rieble hatte Werbeschriften'für eine Winterhilfsveranstaltung ber Ortsgruppe aus- getragen. Als er 'heimkehrte, wurde er dicht vor feiner Haustür von zwei Männern, die er selbst für Kommunisten erklärte, hinterhältig angegriffen. Einer der beiden Wegelagerer schoß sofort' während Riedle den zweiten Niederschlagen konnte. Dann schoß der erste nochmals.
Im „Horst-Wessel-Haus" der Ortsgruppe fand eine schlichte T r a u e r s e i e r für den' Ermordeten ftatt, der die Witwe, Botschafter Freiherr von Thermann, Stabsleiter S j e m s s e n , Land'es- gruppenleiter ft ü ft e r, sowie die Ortsgruppen Villa Ballester und Buenos Aires mit Fah'nenaborbnun- gen beiwohnten. Der Botschafter legte mit Worten ehrenden Angedenkens einen Kranz nieder. Er schloß feine Ansprache mit den Worten: „Wenn wir


