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Hr.89 Erstes Blatt

187. Jahrgang

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Großartiger Erfolg des Winterhilfswerks.

Reichsminister Dr. Goebbels meldet dem Führer einen Ertrag von mehr als 400 Millionen im Winter 1936/37.

Berlin, 16. April. (DNB.) Am Freitagmittag begab sich Reichsminister Dr. G-o e b b e l s mit dem Reichswalter der NSV. und Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk Hauptamtsleiter Hilgen- feldt, dem Gauamtsleitern der NSV. und gleich­zeitig Gaubeauftragten des Winterhilfswerks, den Sachbearbeitern der Reichsführung des WHW., den ältesten Mitgliedern der NSV. und Vertretern der NS.-Frauenschaft in die Reichskanzlei zum Füh­rer, um den Rechenschaftsbericht über das WHW. 1936/37 zu erstatten. Mit noch viel größerem Stolz als in den Jahren vorher konnte Reichsminister Dr. Goebbels dem Führer das Ergebnis des diesjähri­gen Winterhilfswerkes verkünden. Denn dieses ein­zigartige große Gemeinschaftswerk des deutschen Volkes hat abermals das Ergebnis des Vorjahres bei weitem übertroffen. In diesem Jahre sind es fast 400 Millionen Mark, die vom deutschen Volk als praktischer Sozialismus der Tat für jenen von Jahr zu Jahr immer kleiner werdenden Volksteil aufgebracht wurden, der noch nicht in dem Maße die Segnungen des Wirtschafts­aufstieges gespürt hat, wie die überwiegende Mehr­heit des deutschen Volkes.

Äechsmmifter Dr. Goebbels meldete dem Führer das Ergebnis des diesjährigen Winterhilfswerkes mit folgenden Worten:

Mein Führer!

Die Leistungen des WhV. 1936/37 haben wiederum die Leistungen des vergangenen WHW. übertroffen. Das vorläufige Ergebnis des WHW. 1936/37 beläuft sich auf rund 398,5 Millionen Mark. Das endgültige Ergeb­nis wird um einige Millionen die 4 0 0 - M i l - lionengrenze überschreiten. Dies bedeutet eine Steigerung von etwa 50 Mil­lionen Mark gegenüber dem ersten WHW. und von etwa 30 Millionen Mark gegenüber dem vergangenen WHW.

Der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands spiegelt sich in den Zahlen wie­der. Es wurden durch das WHW. durchschnittlich betreut:

1933/34 16,6 Millionen, 1934/35 13,9 Millionen, 1935/36 12,9 Millionen, 1936/37 10,7 Millionen.

Es ist dabei besonders zu beachten, daß die Betreu­ung durch das WHW. vollkommen zusätzlich ist. Die Leistungen des WHW. treten also zu den F ü r s o r g e m a ß n a h m e n des Staates undder Gemeinden hinzu. Zum Kreise der betreuten Volksgenossen gehören nicht nur die Er­werbslosen mit ihren Familienangehörigen, sondern auch Kleinrentner, Notstands- a rb eiter und alle sonstigen Volksgenossen, die den nötigen Lebensunterhalt für sich und ihre Fa­milie nicht aus eigenen Kräften und Mitteln be­schaffen können. Erbgesunde kinderreiche Familien und Hilfsöedürftige, alte Kämpfer der Bewegung 'werden dabei be­sonders berücksichtigt. Die steigenden Sammelergeb­nisse haben bewiesen, daß auch die zweite große Aufgabe des WHW. vollen Erfolg gehabt hat, näm­lich die Ausgabe, im deutschen Volke durch den stän­digen Appell an die Opferbereitschaft den Aedanken der Volksgemeinschaft zu pflegen, zu ver­tiefen und zu erhärten.

Es ergaben Sammlungen:

Opfer von Lohn und Gehalt, einmalige und laufende Monatsspenden 1935/36 137,9 Mil­lionen Mark, 1936/37 162 Millionen Mark.

Eintopfsammlungen: 1935/36 32 Mil­lionen Mark, 1936/37 33 Millionen Mark.

Reichsstraßensammlungen: 1935/36 18,4 Millionen Mark, 1936/37 38 Millionen Mark.

Die Zahl der verkauften Abzeichen bei den Reichsstraßensammlungen hat sich ebenfalls belrächllich erhöht. Sie betrug 131,5 Millionen Stück gegen 73,1 Millionen Stück im MhW. 1935/36 und 31,5 Millionen Stück im WHW. 1933/34. Sie ist also gegenüber dem ersten Tvinterhilsswerk um 100 Millionen Stück ge­stiegen. Für die Herstellung der Abzeichen konn­ten wiederum notleidende Industrien, insbesondere solche mit vorwiegender heim- und Handarbeit, unterstützt werden. Es waren rund 5 Millionen Arbeitsstunden dafür erforderlich. Die den deutschen Notstands­gebieten durch die Abzeichenausträge zugeführte Summe beläuft sich auf rund 7 Millionen Mark. Am Tag der Nationalen Solidarität wurden über 5,6 Millionen Mark gesammelt, das Ergebnis des Vorjahres also noch um 1,6 Millionen Mark übertroffen. Diese Sammlung ist übrigens wohl der beste Gegenbeweis gegen die ausländische Lügenpropaganda, daß sich die Vertreter des deut­schen Volkes nicht ohne Bewachung in der Oeffent- lichkeit bewegen können.

Von den Zuwendungen an die Betreuten im Rahmen der Ernährungs- und Wärmehilfe des WHW. feien besonders hernorzuheben: Kartof­feln 5,2 Millionen dz, Kohlen 22,1 Millio­nen dz. Bei den großen Ankäufen an Nah­rungsmitteln ist das WHW. in noch größe­rem Maße als in den Vorjahren als volkswirt- ffchaftlicher Ausgleichsfaktor hervorgetreten, das

WHW. wirkt grundsätzlich marktregelnd und marktausgleichend. Es kauft nur solche Nah­rungsmittel, die auf dem freien Markt im Ueber-- stuß vorhanden sind. Mit diesem, bereits seit dem ersten WHW. vertretenen Grundsatz wirkt das WHW. als Großverbraucher verbrauchslen­kend und unterstützt auf das Nachdrücklichste die ernährungspolitischen Notwendigkeiten, die dem deutschen Volke durch den Vierjahresplan gestellt sind. Von diesen Maßnahmen sind besonders her- vorzuheben: der Kauf von rund 19 Millionen Kilo­gramm Gemüse, das infolge der ausgezeichneten Ernte nicht auf dem freien Markt abgesetzt werden konnte und dem Verderb ausgesetzt gewesen wäre, der Kauf von einer Million Kilogramm Tilsiter Käse zur Entlastung des ostdeutschen Käsemarktes, der Kauf von 8 Millionen Kilogramm Fischfilet, von rund 4 Millionen Kilogramm Zucker und von 1,3 Millionen Kilogramm Brotaufstrich- mi tte ln aus Obst.

Auf Grund der steigenden Spenbenerträge auf der einen Seite und der sinkenden Betreulen- ziffern auf der anderen Seite ist das Winter- Hilfswerk in der Lage, die sonst in den Som­mermonaten üblichen Sammlungen der Ver­bände der freien Wohlfahrts­pflege und des Reichsmütlerdiensies abzulösen. Die Aufgaben dieser Organisationen der deutschen freien Wohlfahrtspflege werden künftig aus den großen Opfern des Winterhilfswerkes finanziert. Das deutsche Volk, das in allen Winterhilfswerken

seinen großen Opfergeist bewiesen Hal, ist so im Sommerhalbjahr entlastet. Auch während der Dauer des WHW. schon erhielten die Einrichtungen und An st alten der Ver­bände der freien Wohlfahrtspflege (Innere Mission, Earitas-Verband, Rotes Kreuz) als Ausgleich für die früher durchgeführten Lebensmittelsammlungen Sachspenden zu­gewiesen. Die Zuwendungen beliefen sich auf rund 3 Millionen RM. im WHW. 1936/37.

Die besonders großzügige Einstellung des WHW. geht auch daraus hervor, daß sämtliche im Deut­schen Reich lebenden hilfsbedürftigen Aus­länder unterstützt wurden, soweit sie sich durch ihre Einstellung und Haltung gegenüber dem Deut­schen Reich dieser Unterstützung würdig erwiesen. Die Zahl der unterstützten Ausländer betrug im WHW. 1935/36 88 950. Die Zuwendungen an die unterstützten Ausländer beliefen sich auf rund 2,5 Millionen RM. Für das WHW. 1936/37 liegen die entsprechenden Zahlen noch nicht vor. Sie dürften sich jedoch in ähnlicher Höhe halten.

Die Lösung der gewaltigen Organisationsaufga­ben des WHW. war dadurch möglich, daß sich rund 1,3 Millionen ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen in den Dienst die­ses Hilfswerkes stellten. In Vertretung jener Armee unbekannter Helfer und Helferinnen sind hier aus allen Gauen des Reiches Frauen und Männer ver­sammelt, um Ihnen, mein Führer, zu danken für diese große sozialistische Tat, an der sie Mitarbeiten durften.

Des Führers Dank an Sammler und Spender.

Der Führer richtete darauf eine herzliche Dankansprache an Reichsminister Dr. Goeb­bels, Hauptamtsleiter Hilgenfeldt und die anwesenden Mitarbeiter des Winter- hilfswerkes. Er behandelte insbesondere das Winterhilfswerk als ein wesentliches Instrument der Erziehung des deutschen Volkes zu einer sozialistischen Gemeinschaft und damit als eine un­erläßliche Mithilfe an der völligen Neugestaltung des deutschen Volkes. Der Führer dankte ganz be­sonders herzlich den Beauftragten für das Winter­hilfswerk und mit ihnen den Millionen, die draußen im Lande wieder einen Winter frei­willig sich in den Dien ft dieser sozialisti­schen Aufgabe gestellt und erneut eine Lei­stung vollbracht haben, für die es in der deutschen Geschichte und in der Welt kein Beispiel gibt. Die Beauftragten des Winterhilfswerkes, denen die Stunde zu einem großen Erlebnis geworden war, wurden dann dem Führer einzeln vorge­stellt und blieben zum gemeinsamen Mittagessen Gäste des Führers in der Reichskanzlei. Italienische Spende fürs W

Berlin, 16. April. (DNB.) Der Präsident des italienischen FilminstitutsLuce", Marchese Pau - lucci di Calboli, bevollmächtigter königlicher italienischer Minister, hat an den Führer und Reichskanzler folgendes Schreiben gerichtet:

Herr Reichskanzlei

Das deutsch-italienische Konsortium für den Film Condottieri" hat auf den Vorschlag des Auf­sichtsrates Herrn Comm, Mainz, Direktor der Tobis- Cinema Film anläßlich feiner Jahrestagung der

Aktionäre beschlossen, mir die Summe von 1 0 0 0 H R M. auszuzahlen, als Entgelt für mein Amt als Präsident des Konsortiums. Gestatten Sie mir, Exzellenz, diese e r ft e deutsch - italie­nische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Filmes besonders betonen zu dürfen und Ew. Exzellenz, anläßlich des glückverheißenden Tages Ew. Exzellenz Geburtstages^) i e Summe von 5000 R M. überreichen zu dürfen, worüber Em. Exzellenz im Rahmen des WHW. der NSDAP, nach eigenem Ermessen verfügen möge. Gleichzeitig werde ich S. E. Benito Mussolini, Duce des Faschismus, die andere Hälfte der in Frage stehenden Summe übergeben, und zwar zugunsten der Winterhilfswerke der PNF. (Partita Nazionale Fafcifta nationalen faschistischen Par­tei). Wollen Sie bitte, Herr Reichskanzler, den Aus­druck meiner tiefsten Ergebenheit entgegennehmen.

Der Führer und Reichskanzler hat dieses Schreiben wie folgt beantwortet: Sehr ver­ehrte Exzellenz! Der Herr königlich-italienische Bot­schafter hat mir Ihr Schreiben vom 8. d. M. nebst Ihrem Scheck über den Betrag von 5000 RM. übermittelt, den Sie mir für das WHW. des deut­schen Volkes zur Verfügung stellen. Ich danke Ihnen herzlichst für diese Spende und die mir damit ausgedrückte freundschaftliche Gesinnung, die ich zu würdigen weiß. Ich habe den Betrag von 5000 RM. wunschgemäß dem WHW. zugeführt mit der Maßgabe, daß aus dieser Summe gegebenen­falls in erster Linie etwaige hilfsbedürftige Mitglieder der italienischen Kolonie in Berlin unterstützt werden sollen. Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochachtung (gez.) Adolf Hitler.

Der neue Sieg der Solidarität.

Der Abschlußbericht des Winterhilfswerks 1936/37, der von Reichsminister Dr. Goebbels dem Führer und Reichskanzler oorgelegt werden konnte, ist wieder ein Sieg der Gemeinschaft über d i e Not des einzelnen, eine Tat des Frie­dens in einer Zeit der Unruhe außerhalb unseres Vaterlandes.

Eine stolze Zahl steht an der Spitze dieses Be­richtes, weit sichtbar für jedermann: 398,5 Millio­nen Reichsmark in Bargeld und Sachwerten stan­den dem WHW. zur Linderung von Not und Kälte zur Verfügung. Als vor einem Jahr die große Summe von 374 Mill. RM. als das Ergebnis für 1935/36 bekannt wurde, hat mancher geglaubt, daß damit ein Höhepunkt erstiegen sei, der sich kaum wiederholen werde, zumal bei der fortschreitenden Besserung der Wirtschaftslage die Notwendigkeit der Hilfeleistung und damit auch die Neigung zu freiwilligen Beiträgen geringer werden müsse. Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß solche Gedanken­gänge irrig waren, denn das Volk in feiner Ge­samtheit ist so stark von dem nationalsozialistischen Grundsatz der Solidarität erfüllt, daß es seine Hilfsbereitschaft nicht nach äußeren Beweggründen, sondern aus innerer Erkenntnis heraus bestätigt. Jeder weiß, daß es in Deutschland nach langen Jahren des wirtschaftlichen Niederbruchs genügend Schäden zu heilen gibt, trotz der Ueberwin'dung der Arbeitslosigkeit, daß die Mittel dafür nicht reichlich genug fliehen können. Es handelt sich ja nicht nur um die Bekämpfung akuter Notstände, sondern auch um die Heilung alter Gebrechen,.es geht nicht um Heizung und Nahrung für Arbeitslose, sondern

auch um das Heer von Alten und Schwachen, die ihre Not in der Stille fragen. Und schließlich war es auch möglich, die Höhe der Einzelunterstützung zu steigern.

Wenn Bruderhilfe Christenpflicht ist, so kann der nationalsozialistische Staat für sich in Anspruch nehmen, mit seinem WHW. eine wahrhaft christliche T a t vollbracht zu haben. Das Volk hat diese Sprache verstanden und sieht im Winter­hilfswerk eine starke Waffe im Kampfe gegen die Kräfte der Gottlosenbewegung und gegen den Bol­schewismus. In der Ablehnung der christlichen Ge­meinschaftsschule durch manche kirchliche Kreise sehen wir den Gedanken der Trennung der Be­kenntnisse. Anders das Winterhilfswerk: es stellt in seiner einzigartigen Leistung ein Werk der Einigung und der Gemeinschaft dar. Wir Deutsche wollen anderen Völkern unsere Erkenntnisse nicht auf­drängen. Denen aber im Auslande, die uns gute Lehren geben wollen, haben wir immer gesagt und sagen es wieder: Wir wollen den Frieden in der Welt und mit allen Völkern, wir verteidigen aber auch den sozialen Frieden in der eige­nen Nation, der keine Straßenkämpfe, keine Hungersnot, keine Streiks und Aussperrungen, der keine Interessengegensätze kennt. In diesem Gefühl steht das ganze Volk hinter Adolf Hit - l e r und seinen Männern. Diese festgeschlossene Front ist der schönste Dank für alle, die als freudige Spender oder unermüdliche Sammler zum Erfolge des Winterhilfswerks beitragen und die Not aus deutschen Häusern verscheuchen konnten.

praktische Politik.

Die Vorbereitungen für die Ueberwachung der Grenzen Spaniens gegen Freiwilligen- und Waf­fenschmuggel haben erheblich längere Zeit in An­spruch genommen, als man es sich im Londoner Nichteinmischungsausschuß ursprünglich vorgestellt hatte. Es gab nicht nur Schwierigkeiten bei der Aufstellung des Kontrollplans, auch die Personal­frage bedurfte eines sorgfältigen Abwägens der sehr verschiedenen Ansprüche und Interessen. Im wesentlichen.sind kleinere, an dem Spanienkonflikt uninteressierte Mächte gebeten worden, für die Ueberwachungsstellen Offiziere zur Verfügung zu stellen. So hat man nun also endlich in London sich darauf einigen können, am kommenden Mon­tag den Kontrollplan in Kraft zu setzen. Gleich­zeitig hat der Ausschuß, ermutigt durch diesen ersten, wenn auch erst nach vielen vergeblichen An­läufen und manchen bedenklichen Krisen errunge­nen Erfolg, beschlossen, sich nun auch sofort auf das nächste Problem der Nichteinmischung im Zusam­menhang mit dem spanischen Bürgerkrieg zu stür­zen: die Frage der Zurückziehung der Frei­willigen, nachdem es inzwischen gelungen ist, die durch das provokatorische Verhalten der Sow­jetvertreter heroorgerufene ablehnende Haltung der Italiener in dieser Frage zu revidieren. Es handelt sich um den Abtransport aller derjenigen Personen aus Spanien, die direkt oder indirekt an dem spanischen Konflikt teilnehmen, ohne spanischer Na­tionalität oder vor dem 18. Juli 1936 naturalisiert zu sein. Letztere Bedingung ist deshalb so außer­ordentlich wichtig, weil die Valencia - Bolsche­wisten, sobald sie im Spätherbst des vorigen Jahres ein Eingreifen der Mächte zu Gunsten einer Nichteinmischung in Spanien kommen sahen, auf Anregung von Moskau hin, die ihnen über die französisch-spanische Grenze oder zu Schiff von Frankreich oder Rußland her zugeleitetenFrei­willigen" in großzügiger Weise mit spanischen Päs­sen ausgestattet haben, bevor sie sie in dieInter­nationale Brigade" oder andere bolschewistische For­mationen einreihten. Alle diese frischgebackenenSpa­nier" würden natürlich genau so unter die Be­stimmung des Rücktransportes fallen müssen, wie diejenigen, die bis heute als Staatsangehörige der im Nichteinmischungsausschuß vertretenen Länder einer der kriegführenden Parteien in Spanien sich zur Verfügung gestellt haben.

Ein wesentliches Moment für die tatsächliche Wirk­samkeit dieser neuen Maßnahme zur Isolierung des spanischen Bürgerkriegs liegt noch in dem Wörtlein inöireft". Damit soll einem namentlich von Deutschland und Italien immer wieder energisch vorgebrachten Wunsch Rechnung getragen werden, nicht nur den spanischen Kriegsschauplatz von den­jenigen Ausländern zu säubern, die mit der Waffe in der Hand in der Front mitkämpfen, sondern auch von den für die Zuspitzung des Konflikts und feine Verlängerung weit gefährlicheren ausländi­schen Elementen, die jetzt alsBerater" und Pro­pagandisten in Spanien tätig sind. Es ist bekannt, wie Moskau mit gewohnter Rücksichtslosigkeit das ganze Land, soweit es sich noch im Besitz der Bol­schewisten befindet, mit einem Netz ausgesuchter Agenten der Komintern überzogen hat, die überall die örtlichen Machthaber in der Methodik des Bür­gerkriegs zu unterweisen haben. Welch gelehrige Schüler sie dabei gefunden haben, mußten wir mit Grausen vernehmen aus den Berichten über den bestialischen Terror, dessen Spuren überall dort zu sehen waren, wo es den Truppen Francos gelun­gen ist, das Land von der Bolschewistenherrschaft zu befreien. Aber neben diesen Propagandisten der Weltrevolution, diesen Systematikern 'des Bürger­kriegs, hat Moskau auch mit der Entsendung von Generalstäblern und Spezialisten des technischen Kriegs nicht gespart. Sie erst haben es den bolsche­wistischen Machthabern in Barcelona und Valencia ermöglicht, die Verteidigung von Madrid, wie den Widerstand an der langen Front von Andalusien bis nach Aragon und in den baskischen Provinzen wirkungsvoll zu organisieren.

Wenn also die Nichteinmischung uneingeschränkt Tatsache werden soll und die Spanier bei der Ge­staltung ihres nationalen Schicksals wirklich unter sich bleiben sollen, ein Grundsatz selbstverständlicher Achtung nationalen Selbstbestimmungsrechts, zu dem Deutschland und Italien sich schon zu Beginn des Bürgerkriegs in Spanien ohne Einschränkung bekannt haben und den auch Herr Eden in seiner letzten Rede als richtungweisend für die englische Politik bezeichnet hat, so wird der Nichteinmischungs­ausschuß nicht umhin können, in seinen künftigen Beratungen das Problem des Abtransports der Freiwilligen besonders auch unter diesem Gesichts­punkt zu behandeln, die Spanier vor jeder aus­ländischen Einflußnahme, in welcher Form sie auch immer auftreten möge, sicherzustellen. Nur dann wird sich mit der wünschenswerten Klarheit Her­ausstellen, welchem Regime das spanische Volk sich aus innerer Ueberzeugung zuneigt, einem Regime der nationalen Ordnung und des 'sozialen Friedens, für das General Franco und die Seinen kämpfen und dem sie in den von den Roten befreiten Pro­vinzen auch bereits verheißungsvoll die Wege zu ebnen begonnen haben, oder einem Sowjetregime, das als Moskaus Filiale am Mittelmeer mit Mord und Terror das bolschewistische Chaos in Spanien verewigen würde und dank der weltrevolutionären, die Grenzen der Nationen mißachtenden Propaganda des Bolschewismus das Land zu einer ständigen Quelle der Beunruhigung für den europäischen Frieden machen müßte. Wir meinen, die Ent- cheidung zwischen beiden wird man den Spaniern bedenkenlos allein überlassen können. Daß dafür die Voraussetzungen geschaffen werden, dafür hat der Nichteinmischungsarrsschuß mit aller Energie Sorge zu tragen.