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(DAV. Funkspruch.) (Off- Das Hauptquartier der Jot-

lofio, 16. Sept afienbienff des DRV.) mofa-Garnifon macht

sie gehalten, wurde sie geräumt? Keine Men­sche nseele ist hier mehr, die einem darüber be­richten könnte. Handgranaten, chinesische und japa­nische, die nicht ausgelöst wurden bedecken den Boden Tranatemschläge haben die Straßen auf­gerissen. Trümmer der Häuser sind darüber herein­gebrochen. Nirgends kann der Krieg grausamer, erbitterter bisher ausgefochten sein als hier.

Fuß für Fuß gehen wir vorwärts, vorsichtig, um keine Explosivkörper zur Auslösung zu bringen.' Ein kleiner japanischer Kommandowagen kommt hinter uns her gefahren. Wir bringen ihn gerade noch vor zwei Handgranaten zum Stehen In der Nähe schlägt plötzlich wieder Geschützfeuer ein. Einzelne Gewehr­schüsse fallen dazwischen. Sie unterbrechen fast un­angenehm die Friedensstille dieser verödeten Straßen­züge Mein Begleiter und ich halten Rat, wie weit wir noch vor können. Doch uns fehlt eine Karte, uns fehlen auch die genauen Positionsangaben der chinesischen Stellungen, die hinter jener Straßenwendung schon liegen können, so ziehen wir uns zurück. Wir gehen noch einmal die Wege, die wir gekommen sind. Dort liegt ein Mensch, den ein Bauchschuß getroffen haben mag, vornüber ge­brochen. In einer Seitenstraße recken drei Körper die Hände zum Himmel. Sie müssen vergeblich ver­sucht haben, aus dieser Hölle von Kampf und Feuer ein Entrinnen zu finden und sind dann hier vor einer Häuserfront, die an sich unbeschädigt ist, zu­sammengebrochen.

Wir sind beide sehr still geworden. Und als der Wagen zurückrollt durch die Straßen, die wir an­fangs passierten, in denen wir die ersten Brand­stätten sahen und glaubten, die Vernichtung gesehen zu haben, kommen uns andere Erkenntnisse? w e l ch e Ausmaße dieser Krieg, der aus Schanghai her- vorbrach, noch anzunehmen vermag.

An der Schanghai-Front

Besuch im Kampfgebiet einer Großstadt.

Von unserem H-Äerichierstatier.

in südwestlich von Schanghai, wurde durch Bombenabwürfe

m Trümmer gelegt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Mitteilung von der erfolg­reichen Landung japanischer Truppenteile aus For-

23ei einem Automobilunfall verunglückte auf dem ^>'?bp?^eltag der Arbeit der Hauptstellenleiter im Stabe des Stellvertreters des Führers, SA-Stan- dartenfuhrer z. V. im Stabe der Obersten SA.- Führung Pg Dr. Karl Heinz Müller, töd- ich. Die Beisetzung Dr. Müllers findet am 16. Seo- tember in Güstrow in Mecklenburg statt.

feen soll anstrengend fein, die Kämpfe erbittert. Außerdem fällt auch hier wieder auf, wie zahlen­mäßig gering der japanische Einsatz ist. Man gibt uns einen Mann zur Bedeckung mit, da wir au das weiter vorliegende Gelände der Schanghai- University, eine amerikanisch-chinesische Uni­versität wollen. Man rät uns dringend Vorsicht an, da das Gelände nicht von japanischem Militär be­setzt sei, man habe die Chinesen aus den Anlagen vertrieben Jetzt bestände noch eine Sniper-Gefahr, d- h- die Gefahr vorgeschobener chinesischer Schützen- posten, die unerklärlich woher immer wieder auf dem Gelände erscheinen.

Wenn man nicht wüßte, daß Krieg wäre, man würde es hier draußen kaum merken, herrliche Ruhe liegt über dem gepflegten Gelände. Wir grei­fen von Haus zu Haus, immer ein wenig im Schutz der Wände, nehmen schnell hier ein Photo, dort eins, von Einschlägen einiger Bomben und Granaten. Der Soldat hat entsichert, doch die Ruhe wird von keinem Schuß durchbrochen.

Von der Universität bis zur ersten Frontlinie sind es rund zweihundert Meter. Die Landstraße ist von jeder Seite ungeschützt. Wir müssen bedacht fein, fofort nach rechts in die Gräben abzuspringen. Langsam pirschen wir uns so an die Stellung her- an, melden uns bei dem führenden Offizier und rucken ein wenig in den Schutz des Unterstandes, der hinter eine rechtwinklige Barrikade gebaut ist, Zehn Mann liegen hier im Augenblick. Ein Unter- Offizier gibt ihnen Instruktionen. Wir können nicht erfahren, welcher Art sie sind. Doch nachdem wir die Sicherung verlassen haben, brechen die Soldaten vor. Ein dreifach besetztes Motorrad rast heran, ein Trupp folgt, ein Radfahrer verläßt nach uns m unserer Richtung die Stellung man bereitet offensichtlich etwas vor. Wenn wir uns auf unsere Informationen beziehen, dann würde der japanische Versuch, die Stellungen bei Pangtsepu und die bei Wusung in einer Front auszurichten, bevorstehen.

Wir fahren nach Vangtsepu zurück, um die Front­stellungen in der Kard Road, also in nördlicher Abgrenzung der Internationalen Niederlassung auf­zusuchen. hier haben in den ganzen letzten vierzehn Tagen schwere Kämpfe stattgefunden. Auch für die Lage in diesem Sektor standen die Meldungen der beiden kämpfenden Parteien sich widersprechend gegenüber. Die Chinesen behaupteten, von hier aus weit in das Settlement vorgestoßen zu sein, die Japaner erklärten, daß den Chinesen dieser Vor- stofe niemals gelungen sei. Wir haben eine objek­tive Seele gefragt, den Torwächter des Ge­fängnisses. Der Mann war offensichtlich zufrie­den, einmal wieder ein halbwegs ziviles Gespräch führen zu können, und einmal wieder in der Mit­tagsstunde ohne Schrappnellsplitter vor dem Tor seines Hauses stehen zu können, obwohl er meint: mir macht es nichts, ich bin alter Krieger. Also einer der vielen Weißrussen, die in Schanghai un- tergefommen sind und einer der wenigen, die eine ausfüllende Beschäftigung gefunden haben.

Er zeigt auf zwei Barrikaden, die in der dem Gefängnis vorgelagerten Straße, eben der Ward Aoarö, rechts und links in einiger Entfernung auf- gebaut sind. Dort seien die japanischen Positionen gewesen. An dieser Seite hätten die Japaner das Gefängnis gedeckt. Doch die anderen drei Seiten feien von den chinesischen Truppen umzingelt ge­wesen. Bis zum gestrigen Tage ist hier noch ae-

Japanische Truppenlandungen in Südchina.

Teile der Garnison Formosa setzen auf die südchinesische Küste über. Chinesischer Widerstand gebrochen.

kämpft worden. Dann nahmen die Chinesen ihre Truppen bis an die nicht weit entfernte Grenze der Niederlassung zurück, um so ihre Front aus­zurichten. Der Mann erzählt uns auch von den Schrecknissen des Gefängnisses, von den Einschlägen, die manche Verluste herbeigeführt hätten. Erst in der letzten Nacht sei noch einmal eine Granate ein- geschlagen, habe vier Gefängnisinsassen schwer und acht leicht verletzt.

Der Wagen muß hier stehen bleiben, wir stoßen wieder zu Fuß vor. Was sich hier jetzt an Bildern bietet, ist Krieg in feinen schwersten Aus­wirkungen. Wir haben die ganze Schanghai- front in diesen Tagen abgefahren, wir Haden die Straßen- und Feldstellungen ausgesucht, wir haben die Trümmer aus Bränden uno schwerstem Ge­schütz-, Minenwerfer- und Gewehrfeuer gesehen, doch nirgends waren die Verheerungen so stark wie hier. Straßenweise sind Die Häuser ausgebrannt. Schwelender Rauch steigt hier und dort aus den Trümmern. Verkohlte Balken hängen von den Resten der Ummauerung herunter. Glassplitter bedecken die Straßen. Durch ein aus­gebranntes Tor sieht man in ein früheres Büro. Der erste Raum ist völlig vernichtet. Dann steht der Rest einer Glastür. Unversehrt ist dahinter der Schreibtisch, ist ein Aktenschrank an seinem Platz. Einer der wenigen Besitzer dieses Distriktes, der noch ein Bruchteil seiner habe wiederfinden wird.

Erhöhte Aktivität der japanischen Luftwaffe.

Tokio 16. Sept. (DNB Funkspruch.) (Ost. afietwlenft des DNB) Japanische Frontmeldungen > lassen eine erhöhte Aktivität der japanischen Luft- waffe bet Schanghai und in Nordchina und den Einsatz der japanischen Militärflugzeuge auf Fernziele erkennen. Am Mittwoch wurde die Hauptstadt der Provinz Schansi, Taiyuanfu, erfolgreich mit Bomben belegt. Auch die Stadt L o y a n g in der Provinz honan, die während der -Schanghaikämpfe im Jahre 1932 vorübergehend 3ur Hauptstadt Chinas erklärt worden war, wurde stark bombardiert. Loyang liegt ungefähr 800 Kilo- Meter von der nächsten japanischen Flugbasis ent­fernt.

Die Lage der Ausländer in Schanghai.

N-uyork, 15. Sept. (DNB.) In Schanghai wiederholte Admiral Yarnell, Der Oberbefehls­haber des amerikanischen Ostasiengeschwaders. nach- drücklich feine an Die chinesischen unD Die japani­schen Truppen gerichtete Aufforderung, D a s Fe u er n über im Hafen liegende aus- ländliche Kriegsschiffe hinweg einzu- tellen, da hierdurch nicht nur Menschen an Bord, andern auch in den dicht besiedelten ausländi­schen Niederlassungen gefährdet würden. Die Forderung Yarnells, der der langältefte ausländische Offizier in den chinesischen Gewässern ist, wurde von Den GeschwaDerchefs Englands, Frankreichs, Italiens und Hollands unterstützt. In der Internationalen Niederlassung und Der fron« zösischen Konzession sinD insgesamt 6 5 8 Per- 15 Sept. (DNB.) Nationale Soldat ist gestorben. In Der französischen Konzession sind neun Personen Der Krankheit erlegen.

Oer Kaiser von Japan dankt dem Führer.

Berlin, 15. Sept. (DNB.) Seine Majestät der Kaiser von Japan hat an Den Führer und Reichskanzler folgendes Te­legramm gerichtet:

,,(fs ist mir ein Bedürfnis, Euerer Exzellenz meinen aufrichtigsten Dank für Den liebens- würdigen Empfang auszuDrücken, den Sie, ebenso wie Die Reichsregierung unD Das Deutsche 'Solf D e m Prinzen Chichibu währenD sei­nes Besuches m Deutschland entgegengebracht ha- ben pd) beglückwünsche mich hierzu um so mehr, als Dieser Besuch Dazu beigetragen hat, Die g u Beziehungen, welche jetzt schon unsere Lander verbinden, zu festigen und zu ft a r f e n. Gez. Hirohito."

kleine politische Nachrichten.

erundReichskanzlerhat Sei- ner Majestät Dem König von Dänemark Drahtlich feine besten Wünsche für Die Genesung ihrer Majestät Der Königin übermittelt, Die in Ska- unterzog/'"^ t^peration wegen Darmverschlingung

Der Führer und Reichskanzler hat in einem Telegramm dem Chef der Ordnungspolizei S-v.-Obergruppenführer und General Der Polini Daluege zu seinem 4 0. Geburtstag seine herzlichsten Glückwünsche übermittelt. Ebenfalls haben Der preußische Ministerpräsident, Der Stell­vertreter Des Führers, Reichsminister Dr. Goebbels, der Reichskriegsminister. Generaloberst von Fritsch' Korpsführer Hühnlein und andere Persönlichkeiten von Partei und Staat dem verdienten Vorkämpfer Der Bewegung ihre Glückwünsche übermittelt.

Mut Einladung des R-ichsniinisters der Lustfadrt ist der Chef der Königlich -Schwedischen Lust, waffe, Generalleutnant Frits. zu einem Beluch -der deutschen Luftwaffe in Berlin eingetraffen in femet ®eg cinjng befinden sich der Chef des Sfa- bt5, Oberst Norden ksöld, und Hauptmann ^°"dstr° m Die Gaste besichtigen Einrichtungen und Einheiten der Lustwasfe sowie Werte der Äst. fahrtmdustne. '

An Schansi-Front ziehen sich die chine- ischen Truppen aus Dem Gebirgspaß Penmenkuan 1 zurück. Der im Zuge Der inneren großen Mauer auf i >er Straße zwischen Tötung und Taiwan, Der gauptftaDt der ProvinH Schansi, liegt. Auch an Dieser Front haben sich Teile der früheren kornrnu- i iistischen chinesischen Armee roieDer zusammenge- 1 unDen. So stellt es sich heraus. Daß Die StaDt pi ÄuangIin0 nicht nur von Der einen chinesischen Division oerteiDigt wurDe, Die sich von Nankau unD Kalgan dorthin zurückgezogen hatte, sondern auch von zwei Divisionen der kommunistischen Armee. Die Stadt Tötung, die sich den japanischen Vor­posten ergeben hatte, wurde von größeren japa- mschen Einheiten besetzt. Bei ihrem weiteren Dor- warsch nach Süden fanden sie wenig Widerstand. Sie besetzten die mauerumgebene Stadt h u a i j e n, 50 Kilometer südlich von Tatuna und 70 Kilometer wrdlich vom Yenmenkuan-Paß. ^nnnische Bomben- lieger zerstörten das Arsenal und die Pulverfabrik von Taiyan, Die bedeutendste in ganz China.

mofa an Der südchinesifchen fiü ff e gegenüber der Insel Formosa. Obgleich aus der Meldung nicht hervorgeht, wo die Trup­penlandung erfolgte, laßt sich erkennen, daß sie ent­weder in der Provinz Fukien oder im Nor­den der Provinz Kwangtung stattfand. Bei der Landung stießen die japanischen Truppen auf chlne- fischen Widerstand, der jedoch nach kurzem Kampf überwund en wurde. Die Mitteilung des Haupt­quartiers der Formosa-Garnison wurde in Tokio mit großem Interesse ausgenommen, obgleich die Ansicht vorherrscht, daß nur eine lokale Ak­tion der Formosa-Garnison beabsich­tigt sei.

Die Schlacht bei Kuan

Große japanische Erfolge in Nordchina.

P ei pi n g, 15. Sept. (DNB.) Die neue japa­nische Offensive in N 0 r d ch i n a , über die bereits kurz berichtet wurde, hat nach dem Urteil japanischer Militärsachoerständiger zu der g r ö ß t e n S ch l a ch t geführt, die im Fernen Osten feit Dem russisch-japa­nischen Krieg geschlagen wurde. Die Kampfhand­lungen begannen am Dienstag in großer Breite im gesamten Gebiet zwischen der Tientsin- Pukau- und der P e i p i n g - h a n k a u - Eisen­bahn. Die japanischen Truppen, Die die Stellungen am nördlichen Ufer Des hunho oDer Pungtingho innehatten, begannen gegen Mittag Den Fluß zu überschreiten, unD zwar zunächst westlich Der StaDt Kuan. Der etwa 300 Meter breite Fluß dessen hohe Ufer mit Weiden bestanden sind, war durch die heftigen Regenfälle der letzten Tage so angeschwollen. Daß Die Wassertiefe sowie Die chine­sischen Befestigungen auf Dem SüDufer Den Japa­nern Den Uebergang schwer machten. Schließlich gelang es jedoch Den japanischen Truppen, unter Dem Schutze von heftigem Artilleriefeuer sowie unterstützt von Bombenflugzeugen, auf Dem süd­lichen Ufer Fuß zu fassen und ihre Linien schnell zu entwickeln. Tanks und Kraftwagen folgten auf Pontons und rasch hergestellten Brücken. Schon vor Einbruch Der Dunkelheit hatten die japanischen Truppen in diesem Abschnitt mehr als zwölf Kilo­meter Boden gewonnen und Den Fluß Tsingho oDer Tschumaho erreicht. Die StaDt K u a n . Der Mittel- punkt Der ersten chinesischen VerteiDigungslinie, fiel am Mittwochmorgen in japanische Hand Zwei StunDen später wurde Yungtsing besetzt.

Weiter westlich, im Frontabschnitt südlich von ^langhsiang, trieben Die japanischen Truppen Die Emesen in Richtung auf Tschotschou und Pao- tmgfu, wo sich Das Hauptquartier Der chinesischen NorDfront befinDet, zurück. Japanische Flieger­geschwader warfen auf Die StaDt Tschotschou einen Regen von Bomben ab. Auch Paottngfu unD Orte an Der Bahnstrecke nach Hankau wurden heftig bombardiert. Die ganze Gegend ist in schwarzen Rauch gehüllt. Zwei chinesische Militär- lüge, 200 Waggons mit Munition und Gasolin owie zahlreiche Brücken wurden durch japanische Jhegerbomben 3 e r ft ö r t. Die japamschen Truppen mb im Verlaufe dieser Schlacht zum ersten Male auch auf Teile der chinesischen k 0 m m u n i ft i« ch en Arme e gestoßen.

Nachdruck verboten.

Schanghai, Ende August 1937.

Die Einfahrt in die eigentliche Kampfzone, ob man nach Hongkew will oder nach Tschapei oder nach Nangtsepu, geht immer über Die O ar Den Bridge. Man wird visitiert, unD hat man kein ausreichendes Ausweispapier, d. h. einen Erlaub­nisschein des Landungskorps, wird man nicht ein­gelassen. Ausweise des Generalkonsulats sind als ungültig erklärt worden.

Wir fahren zunächst die große Straße hinter den Schuppen, Den Broadway, hinauf. An der nahe­gelegenen Dixwell Road Bridge ist erneute Kon­trolle, dann hat der Wagen freie Fahrt und wird nur ganz selten noch aufgehalten. Soweit auch ist die Straße völlig unbeschädigt. Das erstaunt ein wenig, denkt man an den glühenden Feuerschein, der Abend für Abend über dem Pangtsepu- Distrikt lag und denkt man an die schweren Rauch­wolken, an die flackernden Feuer, Die in Den Ta­gesstunden immer wieder irgendwo, bald hier, bald dort, heroorbrachen. An der großen chinesischen Nanyang-Zigarettenfabrik sind die ersten wirklichen Brandstätten zu sehen. Kleine Wohnblocks sind es, in Den Vorderfronten, wenn wir uns recht erin­nern, war manche Seemannskneipe. Der große Speicher von Carlowitz ist wie durch ein Wunder unversehrt^ rechts unD links hat das Feuer ge­wütet. Auch der Helchers-Schuppen ist unversehrt.

Am äußersten Zipfel der Internttionalen Nieder­lassung zum Pangtse hin biegen wir ein wenig nach links, in die vielgenannte Kung D a h Cotton Mill. Die Chinesen wollten sie zu Be­ginn der Kämpfe gleich erobert und sich Damit einen wichtigen strategischen Punkt gesichert haben. Von diesen Kämpfen sind kaum Spuren vorhanden, sie können nicht sehr schwer gewesen fein. Ledig­lich ein großer Granateinschlag wird festgestellt. Sonst aber erklären die Japaner, daß die Mühle nie in chinesischen Besitz gekommen sei. Im Hof steht eine kleine Abteilung japanischer Soldaten 3um Befehlsempfang. Sie treten weg, springen auf vie bereitstehenden Lastkraftwagen, verladen einiges Material und fahren ab. Der Kommandierende dieser Befehlsstelle empfängt uns freundlich und gibt die generelle Einwilligung, an die Front gehen zu dürfen.

Wir fahren auf die Sttaße zurück und bewegen uns weiter östlich in der Richtung des Yangtse, in der Richtung von Groß-Schanghai und in Rich­tung der chinesischen Stellungen. Rechts von der Insel Point Island grüßt die Hakenkreuz­flagge, grüßen die weißen Häuser der Arbeitsfront und der HI. Es scheint uns lange, daß wir dort zuletzt in froher Gemeinschaft weilten und ist doch erst eine kurze Zeit her. Auf dem früheren Pangt- s e p u - G 0 l f p l a tz traqen Die Japaner jetzt alle Hügel ab, ebenen Die Anlage ein unD schaffen so den notroenDigen Flugplatz für die Luftwaffe Der Armee, Die in kurzer Zeit eingesetzt werden soll. Unendliche Schoren von Kulis sind beschäftigt, die Sandmossen fortzutragen, zahllose Walzen pla­nieren den Boden.

Hier an dieser Stelle ist auch der letzte japanische Befehlsstand. Durch einige Korbstühle ist er kom­fortabler geworden als andere, sogar eine Wand­uhr hat man eingehängt. In einigen Chinesen- Hütten, die tiefer auf den angrenzenden Wiesen liegen, ruhen Mannschaften. Der Dienst hier Drau-

lieber Den Straßen liegt Durchdringender Leichengeruch, der den Atem verschlägt. Man findet halbverkohlte Körper. Nur aus Kleiderfetzen, die an ihnen hängen, kann man erkennen, daß ein Teil der hier Umgekommenen Soldaten sinD. An einem Fleck liegt ein Seitengewehr, liegen Patro­nenhülsen, auf verkohlten Knochenresten sitzen Schwärme von Fliegen. Weiter vorn erreichen wir

zusammengebrochene BarrikaDenstellung. Ist

Diese Ausnahme, Die vom amerikanischen DampferPresiDent Lincoln" gemacht wurDe, zeigt einen japanischen Zerstörer bei Der Beschießung chinesischer Schützengräben bei Schanghai. (Scherl-BilDerDienst-M.)