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Nr. A6 Erstes Matt

187. Jahrgang

Donnerstag, 16. September 1937

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Nie große Illusion.

Das Gespenstische und Kulissenhafte, das so cha­rakteristisch ist für die internationale Bühne, auf der viele Großmächte demokratischer Prägung noch agieren, tritt dieser Tage in Genf wieder recht deutlich in * Erscheinung. Mit abgelebten Ideologien, mit Begriffen ohne Inhalt, mit ge­schwollenen Reden und langweiligen Kommissionen sucht man hier der harten Realität der Dinge ent­gegenzutreten, gibt man sich den Anschein, die großen Entscheidungen des Rassen- und Bölker- kampfes in Spanien, China und Borderasien be­einflussen zu können. Ein groteskes und erbärm­liches Schauspiel der Schwäche, dessen Sinnlosig­keit sich nun, nach der Zertrümmerung des Ver­sailler Zwangsstatuts durch Deutschland, nur um so krasser offenbart. Denn konnte bislang wenig­stens die Beutesicherung aus dem Weltkrieg den Bestand der Genfer Institution für die früher alliierten Mächte rechtfertigen, fo bleibt dem Völ­kerbund nunmehr nichts anderes zu tun übrig, als jene anspruchsvolle Aufgabe zu erfüllen, zu der ihn feine Gründer eigentlich bestimmt hatten: nämlich für die Aufrechterhaltung des Weltfriedens zu sorgen. Jetzt also wäre die Zeit gekommen, wo die Liga sich bewähren könnte. Aber siehe da, alle Versuche, die hier und da auf dem Erdball ausbrechenden Brande zu löschen, sind kläglich gescheitert. Und sie werden solange erfolglos bleiben, als man in Genf an der Illusion eines gestaltlosen Mensch- heltsbegriffes festhält, der die Politik nicht als den ewigen Lebenskampf der Völker und Raffen, son­dern als das Feilschen um wirtschaftliche Vorteile von artlosen Individuen und Massen begreift.

Der fortschreitende Kräfteverfall ist auch den li­beralen Ländern nicht verborgen geblieben, aber seine tieferen Ursachen zu erkennen, blieb den außerhalb des Genfer Kreidekreises stehenden jungen Völkern vorbehalten. Mussolini hat den Völkerbund kürzlich als einen lebenden Leichnam bezeichnet, und nicht weniger klar war das Urteil, das Adolf Hitler in Nürnberg über diese Gesellschaft abgab. Die Führer des neuen Europa würden d arüber sicherlich noch fo viele Worte verlieren, wenn nicht Genf noch immer Mittelpunkt und geistiges Mekka jener Illusionen wäre, die mit ihren Machtmitteln erhebliche Teile Europas beherrschen. Tagtäglich spüren wir das Wirken dieser Politiker, die ihre Maßnahmen auf bloße Fiktionen statt auf Tatsachen begründen. Ueberall feiert die Politik desAls Ob", der vor­geschobenen Gründe und Dogel-Strauß-Methoden fröhliche Urständ. Werfen wir einen kurzen Blick über die Grenzen.

Es ist eine für die europäische Wirkung des Nürnberger Parteitages bezeichnende Tatsache, daß die Auslandblätter noch immer nicht aufgehört haben, in langen Artikeln die Bedeu­tung dieser Veranstaltung zu erläutern und zu er­gründen. Aber je größer der zeitliche Abstand von dem Ereignis wird, desto größer wird anscheinend auch das Bemühen, die in Nürnberg verkündeten Ziele der deutschen Polittk umzudeuten oder gar zu verfälschen. Konnte man sich zuerst der Ueber- zeugungskraft und den eindringlichen Beweisen der Führerreden nicht entziehen, so tut man jetzt so, als ob die Reichsführung ihrem Appell zum antibolschewistischen Abwehrkampf nur deshalb an die Völker berichtet habe, um dahinter ihre eige­nen expansiven Ziele zu verbergen oder die deutsche Bevölkerung von inneren Sorgen ernäh­rungswirtschaftlicher und finanzieller Natur abzu­lenken. So wird das Bild der nationalsozialisti­schen Friedenspolitik bewußt verfälscht und vernebelt, um die faschistenfeindliche Haltung demokratischer Staatsmänner nach außen hin noch einmal zu rechtfertigen.

Eine ähnliche Fiktion kennzeichnet die franzo- stsche und englische Mittelmeerpolitik. Das Arrangement von Nyon hat zwar die Sow­jets von dem Patrouillendienst ausgeschaltet, aber es wurde mitgeschaffen und mitunterzeichnet von dem alsAußenminister" fungierenden Landstrei­cher Litwinow - Finkelstein,' der somit gleich seinen Genossen in Valencia nach wie vor die Anerkennung eines nützlichen, gleichberechtig­ten und gleichgeachteten Mitgliedes der europäi­schen Völkergemeinschaft genießt. Gibt es eine größere Illusion? Ein anderes Beispiel: Die eng­lische Presse hat noch vor 48 Stunden ernsthaft die Hoffnung ausgesprochen, Italien werde sich der Uebereinfunft von Nyon anschließen und m Paris taten die seriösen Blätter so, als ob die in Nyon beschlossene Mittelmeerkontrolle eine un­eigennützige Tat im Dienste des allgemeinen Friedens gleichsam die Erfüllung einer internatio- nalen Ausgabe fein werde. Welch grobe Irrefuh- rung der öffentlichen Meinung! Denn tatsächlich stellen ja die Konferenzbeschlüsse von Nyon in ihrer bisherigen Form nicht ein internationales Mandat, sondern eine Machtde m o n st r a - t i o n der englisch - französischen Koalition im Mittelmeer dar Die rö­mische Regierung hat dies sehr wohl erkannt und mit ernüchternder Offenherzigkeit ihre Ablehnung der englisch-französischen Einladung zur Teil­nahme an den Ueberwachungsmaßnahmen be­gründet. Die Illusion von Nyon ist damit zerstört. Es wird keine Regelung im M> telmeer geben können an der Italien mcht gleichberechtigt mitwirkt und teilnimmt. Daß die im Bürger­meisteramt von Nyon versammelten Diplomaten Zunächst glaubten, über den Kop, des Duce hin­weg bandeln zu können, bleibt sr-,lich ->n- b-. Zeichnende Tatsache, die den schemenhaften Cha­rakter der liberalen Politik erhellt. Und vielleicht Ut dies die größte Illusion, daß die Vertreter d!s alten Europa glauben, mit Illusionen Ge­schichte machen zu können. Heinrich Evers.

Neue Zusammenkunft der Llnterzeichnermächte von Nyon?

Ku-Klux-Klan.

Hat Präsident Roosevelt den Bock zum Gärt­ner gemacht? Die amerikanische Presse bezichtigt unter Veröffentlichung von Faksimiles den auf Roosevelts Betreiben kürzlich zum Obersten Bun-

Beratung der italie

Paris, 16. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Früh­blätter befassen sich mit der italienischen Forderung auf Gleichberechtigung in der Mittelmeerkantrolle. Man ist der Ansicht, daß immer noch die Tür zu nützlichen Verhandlungen und gegebenenfalls zu einer französisch-englisch- italienischen Zusammenarbeit im Mittelmeer osfen- stehe.Oeuvre" berichtet, London und Paris hät­ten beschlossen, den Londoner Nichte in- mischunasausschuß am nächsten Freitag nicht zusammentreten zu lassen. Vielmehr würde an diesem Tage in Genf eine Ver­sammlung der Unterzeichnermächte des Arrangements von Nyon stattfinden. Sie soll prüfen, ob Artikel 3 eine Erweiterung der Italien angebotenen Zone zulasse. Von englischer Seite könnten aber der Korridor von M a«l t a und französischerseits der Korridor von Pantelleria (östlich von Tunis) Italien niemals anvertraut werden.Petit Journal" meldet, bei der für Freitag einberufenen Zusammenkunft solle die Ausdehnung der kollektiven Schutzmaßnahmen auch gegen andere formen von Pira­terie als durch Unterseeboote geprüft werden. Exzelsior" undPettt Parisien" find der Ansicht, daß weder Frankreich noch England gewisse Ein­schränkungen des Mittelmeerabkommens verweigern würden, wenn Italien diesem Abkommen beitreten wolle. Saint-Brice schreibt imJournal", man könne nicht daran denken, die Angelegenheiten des Mittelmeeres ohne Italien und noch weniger gegen Italien zu regeln.Jour" fragt, mit welchem Recht man Italien bei der allgemeinen Polizeiaufsicht auf das Tyrrhenische Meer beschränkte, indem man ihm verbiete, den Piraten auf feinen eigenen Ver­bindungslinien nachzuspüren.

Italiens Gleichberechtigung.

Eine Frage des Rechtes und der Würde."

Rom, 15. Sept. (DNB.) Tribuna erklärt, Ita­lien kenne für feinen Beitritt im wesentlichen nur die Bedingung der vollkommenen Gleich­berechtigung mit den anderen Großmächten. Italiens Anspruch auf Gleichberechtigung sei nicht ausschließlich eine Frage des Raumes, sondern vor allem eine Frage des Rechtes und der Würde. Die italienischen Vorbehalte wendeten sich nicht von vornherein gegen den Grundsatz der

Ehautemps kündigt Maßnahmen g

Paris, 15. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Chauternps erklärte Pressevertretern, daß die Untersuchungen der Polizei zur Aufklärung der beiden Bombenanschläge am. Place de l'Etoile mit aller Energie fortgesetzt würden. Frankreich be­herberge zur Zeit mehrere Millionen Aus­länder auf seinem Boden. Sicherlich sei der größte Teil dieser Ausländer ehrenhaft und ver­suche, in Frankreich Arbeit zu finden. Leider seien darunter aber auch Elemente, die sich auf franzö­sischem Gebiet politischen Machenschaften hingäben, und diese müßten in Zukunft beson­ders überwacht werden. Seit einiger Zeit häuften sich Gewalt- und Terrorakte, Verbrechen seien begangen worden, ohne ihre Sühne zu finden. Daher habe es sich als notwendig erwiesen, die Ueberwachung dieserunerwünschten Aus­länder" zu verschärfen. Der Innenminister werde eine Neugestaltung der Gesetzgebung aus­arbeiten, um der Regierung einen Plan für dis Sicherheit des Landes vorzulegen.

Das vom Ministerpräsidenten Chauternps ange­kündigte neue Fremdengesetz, das die A b - fchiebung unerwünschter Ausländer aus Frankreich ermöglichen soll, findet allgemein Zustimmung. Nach demFigaro" soll u. a. der Paßzwang für alle Länder wieder eingeführt werden. Sich in Frankreich aufhaltende Ausländer sollen Personalausweise mit Lichtbild und Fingerabdrücken erhalten. Schließlich sollen noch Sondergerichte für Ausländer, wie sie schon während des Krieges in Frankreich bestanden, geschaffen werden. Der ehemalige Innenminister Regnier erklärte, Frankreich sei seit Juni 1 9 3 6, als die Volksfront an die Macht kam, zum Zufluchtsort aller möglichen anarchi­stischen Elemente geworden, die aus anderen Ländern vertrieben wurden. Der Spanienkrieg habe zu diesem Abschaum einen bedeutenden Zuwachs von Anarchisten gebracht, die eine ständige G e - fahr bildeten.

Ein italienischer Emigrant verhaftet.

Paris, 16. Sept. (DNB.) DerMatin" mel­det aus Toulouse, daß die Polizei einen italieni­schen Anarchisten namens Luigi Xamborini verdächtige, der Urheber des doppelten Bomben­anschlages in Paris gewesen zu sein. Er soll am 10. September abends plötzlich von Toulouse mit zwei schweren Gepäckstücken mit unbe­kanntem Ziel abgereist. Sein Gepäck sei nicht mehr durchsucht worden, da er auf Grund eines Ausweisungsbefehls Frankreich habe verlassen müssen. Tamborini sei ausgewiesen wor­den, da Verdacht bestand, daß er an den letzten

rischen Antwortnote.

Ueberwachung" und die eigne Bereitschaft der Teilnahme, sondern verfolgten lediglich den Zweck, Italiens guten Willen zur Zusammenarbeit mit den elementarsten Forderungen dieser Würde in lieber» einftimmung zu bringen. Das Wesentliche sei, daß zwischen drei Großmächten de jure keinerlei Unterschied bestehe. Wenn man den Äuße­rungen der englischen Presse Glauben schenken könne, wäre man bereit, der weiteren Entwicklung der Angelegenheit mit einem gewissen Optimismus entgegenzusehen. Betrachte man dagegen die Äuße­rungen der berufenen Kreise, so sei es in der Tat sehr schwer, die Worte mit den Taten in Einklang zu bringen.

Auch Lavoro Fascista betont die Unan­nehmbarkeit der Beschlüsse der Konferenz von Nyon, weist aber zugleich die Auffassung zurück, daß man an einen toten Punkt angelangt sei. Dis Lage in Westeuropa sei trotz allem Anschein kei­neswegs verzweifelt. Die von echter Menschlichkeit eingegebenen Worte des Führers beim Abschluß des Reichsparteitages und Musso­linis klare Worte in Palermo bestätigten diese Ansicht. Damit diese Hoffnungen in Erfüllung gehen, sei es nötig, daß auch England und Frankreich einen Beitrag liefern, indem sie das historische Interesse und insbesondere das derzeitige politische Interesse Westeuropas nicht aus den Augen verlieren.

Die TurinerStampa" äußert sich sehr pessi­mistisch. Der ganze Mittelmeerkontrollplan, der un­ter dem Vorwand des Kampfes gegen die Piraten den englischen Schiffen die französische Flotte zur Verfügung stelle, sei vom Foreign Office ausgegangen. Die Wiederholung einer Mittelmeerblockade gegen Italien wäre indessen wirkungslos und hieße für die Ur­heber mit Bomben spielen. Solange Eden, der wieder unumschränkter Herr der britischen Außen­politik zu sein scheine, das Foreign Office leiten werde, müsse man immer auf der Hut sein. Nicht umsonst schreibe jetzt derDaily Telegraph", nach der Niederlage von Santander wolle man mit allen Mitteln einen raschen Sieg Fran­cos verhindern. Die Bolschewistenbanden faß­ten neuen Mut zu einem Widerstand, der, wenn auch zwecklos, neues Blut kosten werde und neue Gefahren für den Frieden Euro­pas mit sich bringe.

genunerwünschte Ausländer" an.

Bombenanschlägen auf das italienische Generalkonsulat in Marseille und im Eisenbahntunnel von Cerbere beteiligt gewesen sei. Freunden gegenüber soll Tamborini geäußert ha­ben, daß seine Abreisemit Lärm verdun- d e n" sein werde. Tamborini ist in der Nähe von Toulouse verhaftet worden. Jedoch wird der Verdacht gegen ihn dahin eingeschränkt, daß man von seinen Aussagen vielleicht auf eine Spur der wirklichen Attentäter kommen könnte.

Fortschreitende Teuerung in Frankreich.

Paris, 16. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Le­bensmittelteuerung in Frankreich hält weiter an. Darüber geben einige Zahlen, die vomPetit Journal" mit der ÜberschriftDie Rechnung der Volksfront" veröffentlicht werden, bemerkenswerten Aufschluß. Die Hauptrichtziffer ist danach i m August gegenüber Juli um 2,2 v. H. gestie - Se n, ferner haben die Preise von 209 im eigenen ande hergestellten Erzeugnisgruppen eine E r - Höhung um 3,7 v.H. und die für industrielle Rohstoffe eine Erhöhung um 2,2 v. H. erfahren. Die Preise für Brot sind um 2,15 v. H., für G e - m i s ch t w a r e n um 3,3 v. H., für Milch und Käs e um 3,5 v. H. und für F i s ck sogar um 13,75 v. H. gestiegen. Eine Erhöhung erfuhren ferner die Preise für BekleidiBsigsstoffe um 3,2 v. H., für Licht und Heizung um 5,15 v. H. und für Haushaltsartikel um 4 v. H. Im Laufe von 15 Monaten schnellte der Z u ck e r p r e i s um 38 v. H. in die Höhe.

Gijon und Aviles bombardiert und beschossen.

^Salamanka, 16. Sept. (DNB.) Nationale Flieger bombardierten am Mittwoch erneut die Hafenanlagen von Gijon, sowie die Be­festigungsanlagen der 26 Kilometer westlich von Gijon gelegenen Stadt Aviles. Die militärischen Ziele der Flieger wurden zur gleichen Zeit von nationalspanischen Kriegsschiffen, die die Blockade an der asturischen Küste durchführen, un­ter heftiges Feuer genommen. Das nun im natio- nalfpaniscken Besitz befindliche Pola de Gor- d o n ist säst völlig durch Sprengungen und durch Brandstiftungen der bolschewistischen Horden zer­stört worden. Das Elektrizitätswerk war mit Dy­namit in die Luft gesprengt worden. Die Zahl der von den Sowjets ermordeten Einwohner ist außer­ordentlich hoch. Ausländische Journalisten hatten Ge­legenheit, umfangreiches Material über die nicht wiederzugebenden Grausamkeiten der bolschewisti­schen Mordbrenner zu sammeln.

desrichter ernannten Black, dem Geheimbund des Kukluxklan anzugehören. Richter Black weilt in England und Präsident Roosevelt will erst seine Rückkehr abwarten, ehe er die Entscheidung trifft. Um eine Frage vorweg zu erledigen: der Oberste Bundesrichter Black ist unabsetzbar. Seine Wahl ist vom (Senat und Kongreß und von Roosevelt be» ftätigt worden.

Der Kukluxklan ist nicht ausdrücklich verboten. Im Jahre 1924 kam es auf dem demokratischen Nationalkonvent in Neuyork zu einer Aussprache über den Geheimbund, Jennings Bryan, der in Amerika den Namen desständig erfolglosen Prä­sidentschaftskandidaten" trug, warf im letzten Augen­blick die wankenden Reihen nach der Klan-Seite herum. Wenn man Millionen ehrenwerter Prote­stanten verdammen wolle, dann müsse man auch gleichzeitig die Juden und die Katholiken,' ihre Feinde, verdammen. Im übrigen sei der Klan eine absterbende Angelegenheit. Das war nun bewußt unrichtig. Der Klan hat nach seiner Reorganisation im Jahre 1915 einen ungeheueren Zuwachs erhal­ten, und zwar nicht nur von ehemaligen Offizieren, sondern auch von Arbeitern.

Das Programm des hundertprozentigen Ameri- kanertums wird von ihm rücksichtslos durchgeführt. Dem Bund gehören Amerikaner an, die in der Rassenvermischung, im Vordringen des Judentums und in dem Vordringen der Neger eine Gefahr für die Reinheit der amerikanischen Rasse erblicken. Ueber den jüdischen Einfluß in den amerikanischen Staaten veröffentlichte die amerikanische Wirtschafts­zeitschriftPublicist Economist" im April 1936 einiges Material, das die Pressefehde gegen den Kukluxklan erklärt. Nach der Zeitschrift sind 97 v. H. aller amerikanischen Zeitungsoerleger Juden, das Rundfunkwesen befindet sich zu 99 o. H. in den Händen des jüdischen Kapitals, Film und Theater zu 100 Prozent. 76 v. H. der freien Berufe, der Aerzte, Rechtsanwälte, Journalisten feien mit Ju­den besetzt, der Exporthandel befinde sich zu 90 o. H. in den Händen des jüdischen Kapitals, und nach einer Mitteilung des Staatsdepartements für Fi­nanzen gehören den Juden fast 62 v. H. des ame­rikanischen Bodens.

Man hat die Klan-Bewegung als eine Art Frei­maurerorden bezeichnet, aber das ist vollkommen unrichtig. Die Kukluxklan-Bewegung entstand nach dem nordamerikanischen Bürgerkrieg 1865, als Haufen entlassener Soldaten das Land unsicher machten. Es war eine Selbstschutzbewegung der Farmer, die rücksichtslos gegen die Marodeure und die plötzlich befreiten größenwahnsinnig gewordenen Neger vorgingen und, da die Staatsgewalt nicht eingriff, radikale Selbsthilfe übten. Man kennt den Auszug dieser Kukluxklan-Leute aus phantastischen Schilderungen. Wie sie, in weiße Mäntel gehüllt, verlarvt, plötzlich die Missetäter oder was sie da­für halten, packen, sie federn ober auspeitschen. Die Klan-Leute sind Judengegner, Katholikengegner und Gegner einer Einwanderung aus den Ländern, die sie alsfreigeborene Amerikaner" für amerika- feindlich halten. So wandten sich die Klan-Leute während des Krieges auch gegen die Deutsch- Amerikaner. Die Klan-Bewegung ist daraus bedacht, alles Artfremde abzustoßen. Daher findet sie die Sympathien der weißen Bevölkerung.

Der neue Kukluxklan ist in dem südatlantifchen Bundesstaat Georgia entstanden, der eine starke Negerbevölkerung besitzt. Sein Neugründer, Joseph Simmons, war ursprünglich Methodistenprediger. Der alte Name, welcher feit dem Jahre 1866 Ge­brauch wurde, sollteKukloi" heißen, ein Wort, das von dem griechischen Kyklos (Kreis) abge­leitet wurde; aber durch den Zwischenruf eines Teilnehmers wurde daraus Kuklux, in Erinnerung an einen Klan von Cocletz, einer früheren Geheim­gesellschaft von Tennessee. Die Verfassung des Ge­heimbundes ist natürlich von echt amerikanischen Mätzchen und Titeln umgeben, die aber gerade deshalb auf die Amerikaner einen großen Eindruck machen. Die Klan-Leute haben feit ihrem Wieder­aufkommen im Jahre 1915 Lanze Bundesstaaten unter ihre Gewalt gestellt, so Texas, Colorado, In­diana, Oklahoma, Illinois, Alambama ufw. Frauen, die keinen puritanischen Lebenswandel führen, wer­den abgestraft, Männer, die mit Negern oder Ju­den sympathisieren, werden aus den Betten geholt und, wenn es sanft zugehen soll, ausgepeitscht. Ne­ger werden durch die Klan-Leute in Schrecken ge­halten, Katholiken rücksichtslos verfolgt. Der Ge­heimbund will mit allen Mitteln Amerika nordisch erhalten, und zwar nordisch-protestantisch. Daß der Oberste Bundesrichter Black diesem Bunde ange­hören soll, ist eine Entdeckung, die bezeichnend ist für das Anwachsen dieser Bewegung zur Rein­haltung der amerikanischen Rasse und Kultur, rt. ZmNovember ersteKdF^Ztalienreise"

des Gaues Hessen-Nassau.

NSG. Wie vorn Reichsorganisationsleiter Dr. Ley angekündigt, führt in diesem Winter zum ersten Male die NS.-GerneinschaftKraft durch Freude" Reifen nach Italien durch. Für die Fahrten sind alle Vorbereitungen getroffen, fo daß bereits im nächsten Monat die ersten Ar­beitskameraden die Reise nach Italien antreten. Die erste Fahrt mit Arbeitskameraden aus dem Gau Hessen-Nassau erfolgt am 12. No­vember von Frankfurt aus. Mit dem V-Zug fahren die Teilnehmer nach Genua, von wo aus sie mit dem DampferDer Deutsche" u m ganz Italien nach Neapel, Palermo, der Küste von Dalmatien und Venedig fahren werden. In Venedig wird die Rückfahrt angetreten.