Ausgabe 
16.8.1937
 
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Oer Reichskriegsmmlster übernimmt fein Regiment.

Tas Infanterie-Regiment 73 vor seinem Chef Generalfeldmarschall von Blomberg.

Hannover. 14.Aug. (DNB.) Auf dem Trup­penübungsplatz Bergen bei Celle erfolgte am Samstag die Uebergabe des Infanterie- Regiments 7 3 an seinen Chef, Reichs­kriegsminister Generalfeldmarschall von Blom­berg. Am 13. März d. I. ernannte der Führer den Reichskriegsminister anläßlich seines 4 0 jäh- rigen Militärjubiläums zum Chef dieses Regimentes, dem Traditionstruppenteil des ehe­maligen Füsilier-Regimentes 73, dem der General­feldmarschall selbst während 14 langer Friedens- sahre angehörte. Zur Uebergabe waren Reichs­kriegsminister Generalfeldmarschall von Blom­berg und der Oberbefehlshaber des Heeres, Gene­raloberst Frhr. von Fritsch auf dem Uebungs- platz eingetroffen. Der Kommandeur Oberst von Owen meldete dem Oberbefehlshaber die Truppe, der seinerseits Generalfeldmarschall von Blomberg das in Paradeaufstellung angetretene Regiment meldete. Gefolgt von Generaloberst von Fritsch, vom Kommandierenden General des 1. Armeekorps General der Artillerie Ulix, dem Kommandeur der 19. Division Generalleutnant von Goßler und vom Regiments-Kommandeur ritt der Reichs­kriegsminister die Front des Regiments ab. Dann begrüßte er die Ehrenabteilungen des NS.-Solda- ten- und des Kyffhäuser-Bundes, ferner die Ehren­formationen der HI. und die zahlreichen Ehren- S, darunter den Gauleiter T e l s ch o w , den «esgruppenführer des NS.-Soldatenbundes Ge­neralleutnant a. D. von Schenkendorff, den Regierungspräsidenten Dr. Diels- Hannover und Oberbürgermeister Dr. Menge- Hannover. Gene­raloberst Frhr. von Fritsch übergab das Regiment dem neuen Chef, der es in einer Ansprache be­grüßte, die mit einem dreifachen Sieg-Heil aus den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht schloß. Im Paradeschritt marschierte das Regiment, geführt von Generalfeldmarschall von Blomberg, der dann gemeinsam mit Generaloberst von Fritsch und dem Kommandeur die Parade abnahm, vorbei und in die Quartiere zurück.

Oer japanischeZuqendführer Gast der HZ.

Bremen, 15. Aug. (DRB.) Am dritten Tage des Gebietsaufmarsches der Nordsee- HI. glich die alte Hansestadt einem einzigen Heer­lager. 120 000 Hitlerjungen waren versammelt. Der Reichsjugendführer war in Begleitung des japa­nischen Iugendsührers, Graf Futaara, erschie­nen. Der japanische Gast führte in deutscher Sprache aus:Es ist mir eine große Freude, mit euch in eurem Dvterlande zusammenzukommen, um euch die herzlichen Grüße der ganzen japanischen Jugend zu überbringen. Einmal wird der Gei st oer Ritterlichkeit, von dem ihr alle durchdrun­gen seid, die Grundlage für das gemein­same Band sein, das die erwachten Völ­ker der Welt umschlingen wird. Zum erstenmal war ich vor sieben Jahren in eurem Lande, drei Jahre später wiederholte ich meinen Besuch, und da ich jetzt zum dritten Male hier weile, freut es mich, feststellen zu können, wie sehr die neuen Ideale mehr und mehr Gemeingut des deutschen Volkes geworden sind und in wie hohem Maße die geistige Entwicklung das Gefühl des Selbstvertrauens im deutschen Volke beeinflußt und gestärkt hat. Die deutsche Jugend wie die ja­vanische, ja die Jugend der ganzen Welt soll die Ueberzeugung tragen, daß sie verantwortlich ist für das Zustandekommen einer künftigen besseren Welt. Dem Reichsjugendführer möchte ich meinen Dank aussprechen für den freundlichen Empfang, den er uns bereitet hat. Dem Führer Adolf Hitler und dem jungen Deutschland Sieg-Heil!"

In seiner Antwort erklärte der Jugendführer des Deutschen Reiches:Die Alte Garde, die hier die­sen Tag mit Euch feiert, hat durch ihren Einsatz und durch ihre Opfer, vor allem aber auch durch ihre Treue den Weg bereitet zu jenem glücklichsten Ju­genddasein, das Deutschland je gekannt hat. Ihr müßt dafür sorgen, daß in Deutschland die Jugend und damit das.Volk der Zukunft nur gemessen wird an dem einem Maßstab: Der Treue des ein­zelnen zu seinem Volk! Wenn ihr das tut, werden wir unüberwindlich sein, und dann werden die Männer, die euch in schwerer Zeit vorangeschrit- ten sind, einst beruhigt ihre Augen schließen können.

Unsere Bewegung ist niemals danach gemessen worden, wieviele in ihr versammelt waren, sondern stets nach der Treue. Was hat man noch vor vier Jahren der Jugend alles entgegengehalten, aber wir haben trotzdem in ein bis zwei Jahren die größte Jugend der Welt zusammengetrommelt. Da­bei soll aber die Hitler-Jugend keine Gouvernanten­bewegung, sondern jetzt und für alle Zukunft eine Jugendbewegung sein Die Jugendorganisa­tion Deutschlands, so wie ich sie mir vorstelle, ist nicht in vier oder in zehn Jahren aufzubauen, son­dern ist das Ergebnis einer Arbeit von vielen Ge­nerationen. Mit dem Gelöbnis, in unserer Fahne nichts anderes zu sehen als das Bekenntnis der lebenden Deutschen zu ihrer Unsterblichkeit und zu ihrem ewigen Gott, grüße und weihe ich unsere neuen Zeichen, indem ich sie mit dem erhabenen Namen grüße, in dem unser Volk einig, stolz und frei geworden ist: Adolf Hitler Sieg-Heil!"

wird am besten dazu geeignet sein, eine organische und friedliche Lösung zu bereiten. Nur die Ver­ständnislosigkeit volklichstaatlich saturierter Natio­nen wird in dem bloßen Vorhandensein dieser Spannung bereits eine schuldhafte Verstrickung, ein beunruhige.ides und friedensstörendes Element er­blicken.

Die Gründe für ihr Vorhandensein sind so viel­gestaltig, daß es ein verfehltes Beginnen wäre, die eine oder die andere Ursache herauszugreifen und als allein bestimmend hinzustellen. Sie liegen in einer nicht weiter ergründbaren schicksalhaften An­lage des deutschen Daseins in der Welt. Wer will hier rechten und richten? Wie oft wurde das Kräfte­messen europäischer Mächte am Leibe des deutschen Volkes ausgetragen! Säkulare europäische Lebens­ragen wurden mit Strömen deutschen Blutes ent- chieden. Geistige und religiöse Auseinandersetzun- ;en vollzogen sich im Bereiche dieses Volkes, ohne ) dieses Volk selbst einen gesicherten Ertrag in einen Scheunen bergen konnte. Geopolitische Sied- lungslaae ist nicht minder ein bestimmender Faktor dieses Daseins wie seine geistig-seelische Artung. Aber mit eherner Notwendigkeit geht es auch seinen Weg durch die Geschichte, wissender und leiderfah­rener als alle jene Völker, denen eine geographische Glückslage die völkische Selbstgestaltung müheloser in den Schoß gelegt hatte. D. S.

Außenhandel und Vierjahresplan.

Oie Eröffnung der 25. deutschen Ostmeffe in Königsberg.

Königsberg, 15. Aug. (DNB.) In der Stadt­halle eröffnete Oberpräsident und Gauleiter Erich Koch die 25. Deutsche Ostmesse, die fünfte nach der Machtergreifung Adolf Hitlers. Oberbürgermeister Dr. Will begrüßte die diplomatischen Vertreter aus elf ausländischen Staaten, die auf der diesjährigen Ostmesse ausgestellt haben. Dann hielt Staatssekre­tär Funk als Vertreter der Reichsregierung eine Ansprache, in der er sich eingehend mit der Bedeu­tung des deutschen Messewesens für den V i e r - jahresplan beschäftigte. Die Messen, diese gro­ßen Schaufenster der Wirtschaft, sind dazu berufen, die Ergebnisse der Arbeiten im Vierjahresplan in Hallen und Ständen allen Interessenten und Käu­fern sinnfällig vor Augen zu führen und auf diese Weise durch Werbung und sachliche Unterrichtung den Erfolg des Aufbauwerks sichern zu helfen. Weil der Vierjahresplan den Außenhandel als wichtig und unentbehrlich anerkennt und pflegt, können auch die entsprechend ausgerichteten deutschen Mes­sen umfassender und mannigfaltiger denn je dem internationalen Warenaustausch dienen. Allerdings werden wir bei dieser grundsätzlichen Einstellung niemals die unter den furchtbaren Schlägen der Weltwirtschaftskrise bitter genug erworbene Er­kenntnis außer acht lassen, daß der Außenhandel eines Landes in einem kräftigen Binnen­markt verankert sein, ja hier überhaupt sei­nen Ausgangspunkt finden muß.

Es geht auch nicht an, die Arbeit und die Ver­sorgung eines großen, kulturell auf höchster Stufe stehenden Volkes den Gefahren zufälliger weltpoli­tischer oder weltwirtschaftlicher Konstellationen schutzlos auszuliefern. Ich wüßte kaum eine große Nation, die den Kern dieser Zusammenhänge in den Krisenstürmen der vergangenen Zeit nicht erfaßt und danach gehandelt hätte.

Denn wir in Deutschland neue Rohstoffe er­finden und die In der deutschen Erde vorhan­denen, noch nicht gehobenen, mit allen Mitteln moderner Technik uns zunutze machen, ja ist dies etwas anderes, als wenn in einem anderen Lande neue Erzlager entdeckt, neue Oelfunde erschlossen oder neue Baumwoll- oder Gummi- plantagen in Angriff genommen werden? hat

man je in der Delt aus solchen Handlungen den Regierungen der Lander, in denen dies ge­schieht, den Dorwurf gemacht, daß sie hierdurch die Kontinuität der Weltwirtschaft zerstören oder gar daß dies feindselige, kriegsvorberei- lende Maßnahmen seien?! Niemals! Aber wenn das nationalsozialistische Deutschland auf diese Weise seine wirtschaftliche Frei­heit sichern will, wird es sofort in der ganzen Welt angeprangert und verdächtigt, gleichsam als ob wir hier irgendwelche geheim­nisvollen alchimistischen Experimente oder hexenkunstslücke machen, die die ganze Mensch­heit bedrohen! hierin liegt ein verruchtes System, nämlich die alle Friedenswünsche und alle Maßnahmen zur Sicherung des Friedens unterminierende Absicht einer internationalen Clique, die nicht müde wird und keine Kosten scheut, um die Völker gegen das nationalsozia­listische Deutschland aufzuhehen. Deshalb müs­sen wir uns mit aller Entschiedenheit gegen die Verdächtigungen und Verunglimpfungen des Vierjahresplans wehren, die in keiner Weise den deutschen Verhältnissen gerecht werden.

Wir nehmen es jenseits der Grenzen gewiß keinem übel, wenn er unsere Maßnahmen nicht versteht, können aber nicht dulden, daß unser wohlüberlegtes und wahlberechtigtes Streben nach Sicherung un­serer Arbeits- und Lebensgrundlagen als eine feindselige, gegen die friedliche Welt und ihren Han­del gerichtete Maßnahme angeschwärzt wird. Nach den schweren Verlusten an Land und Bodenschätzen durch das Versailler Diktat, ohne Kolonien, ohne ausreichende natürliche Rohstoffquellen, auf engen Lebensraum angewiesen, braucht unser Volk die einheitliche Führung der deutschen Außen- und Binnenwirtschaft, wie sie im Vierjahresplan durch Generaloberst Göring erzielt ist, braucht es den Einsatz allerseiner Kräfte nach einem übergeordneten Plan, um sicher leben zu können.

Nichts ist abwegiger, als wenn jenseits unserer Grenzen zuweilen behauptet wird, Deutschland be­

absichtigt die Einführung eines wirtschaftlichen Zwanassystems, eines Staatskapitalismus unter Ausschaltung der privaten Initiative. Wir hätten es gewiß leicht gehabt, derartige Methoden anzuwenden. Eins aber ist gewiß, wir hätten heute nicht solche Erfolge aufzuweisen, wie wir tatsächlich aufweisen können. Die schöpferische Kraft der Persönlichkeit ist eben nicht zu entbeh­ren. Wir bekämpfen die private Initiative nur, wenn sie sich offensichtlich gegen die Interessen der Gesamtheit Derjünbigt. Daß dort, wo Gemeinschafts- ausgaben zu lösen sind, die weit über Können und Vermögen der privaten Wirtschaft hinausgehen, die Kraft der Gesamtheit unter Leitung des Staates zum geballten Einsatz gelangt und auch gelangen muß, ist selbstverständlich und bedarf keiner wei­teren Begründung. Wir treiben keine Wirtschafts­politik des Dogmas, sondern eine Wirtschafts­politik des Erfolges. Wir gehen als Na­tionalsozialisten dabei auch nicht von romantischen Ideologien, sondern von den harten Tatsachen aus.

Was wir also zur Durchführung des Vierjahres­plans vor allem brauchen, ist freiwillige Einsatz­bereitschaft, Einsicht und diszipliniertes Verhalten aller Mitarbeiter. Da ferner im Interesse des gan­zen Volkes Höchstleistungen erforderlich sind, wird es auch mehr denn je auf die fachliche Eig­nung ankommen. Gute fachliche Ausbildung der Jugend und Entfaltung geistiger und wissenschaft­licher Befähigungen ist eine der vordringlichsten Aufgaben unserer Zeit. Auch von dieser Seite her muß der weitere Erfolg des Dierjahresplanes ge­sichert werden. Messen und Ausstellungen werden dem In- und Auslande von den Erfolgen berichten, die das deutsche Volk, einig im Wollen, geschlossen in der Tat und treu dem Führer, unter Einsatz aller Kräfte erreicht hat. Sie werden aber auch Zeuge sein von dem Streben des deutschen Volkes nach friedlicher und gleichberechtigter Zusammenarbeit mit allen Kulturvölkern und von seinem Willen, im internationalen Handel den seinem Kulturstande, seiner Größe und seinen Fä­higkeiten entsprechenden Platz einzunehmen, Zeugen einer Entwicklung, die durch drei Worte gekenn­zeichnet ist: Es geht aufwärts!

Die deutschen Volksgruppen im Ausland Faktoren der Ordnung und des Aufbaus.

Reichsminister Or. Frick auf der (Stuttgarter Tagung des Deutschen Auslandsinstituts.

Stuttgart, 14. Aug. (DNB.) Die Tagung des Deutschen Auslandinstitutes in Stutt­gart erreichte mit der Jahresversammlung ihren Höhepunkt. Das Große Haus des Württembergischen Staatstheaters war von festlich gestimmten Volks­genossen gefüllt. Die Banater Sing- und Spiel­scharen, der Banater Deutsche Sängerbund, der Sie- benbürgisch-Deutsche Sängerbund, die mittags in Stuttgart eingetroffen waren, hatten in ihren alten deutschen Volkstrachten auf der großen Freitreppe und auf der Bühne Aufstellung genommen.

Nach einem weihevollen Vorspruch des Dichters Dr. Heinrich Zill ich sprach der Präsident des DAI., Oberbürgermeister Dr. Strölin. Besonde­rer Gruß galt dem Reichsaußenminister Frei- herrn von Neurath, der das DAI. vom Be­ginn seines Entstehens an in verständnisvoller Weise unterstützt habe. Vor dem Kriege seiAusland­deutschtum" als umfassender Begriff aller im Aus­lande lebenden deutschstämmigen und deutschspre­chenden, deutsch denkenden Menschen überhaupt noch nicht einheitlich und klar herausgestellt worden. Das Fronterlebnis der Deutschen in Europa sei dann die Urquelle unserer völkischen Erneuerung geworden. Die großen staatspolitischen Umwälzun­gen Europas hätten dann das deutsche Volk mit aller Brutalität vor sein Schicksal und damit auf sich selbst gestellt. Aus Schicksalsgemeinschaft sei Wil­lensgemeinschaft gewachsen. Ueberall offenbare sich eine völkische Erneuerung, bestimmt durch den Stolz auf die ungeheuren Leistungen im Wiederaufbau des Reiches und durch ein unwillkürliches Angezogen­werden von den inneren Kräften. Nach wie vor hät­ten wir das beste Vertrauen zu unseren deutschen

Brüdern im Auslande, daß sie die Volkstreue mit Staatstreue sehr wohl zu verbinden wüßten. Je weniger man die auslanddeutschen Volksgruppen in der Pflege deutscher Kultur behindere, um so pflicht­bewußter würden sie auch ihrem Staat gegenüber sein. Die Volksgenossen im Auslande führten den Kampf gegen die drohende Entvolkung mit reinem Gewissen, im Rahmen des Rechts und der Gesetz­mäßigkeit. Dr. Strölin überreichte dann dem Präsi­denten der deutschen Volksgruppen Europas Kon­rad Henlein und dem langbewährten, kampf­erprobten Landesobmann der deutschen Volks­gemeinschaft in Rumänien Fabritius die Gol­dene Ehrenplakette des DAI. Dann erstat­tete der Leiter des DAI. Dr. C z a k i den Jahres­bericht über die Arbeit des Institutes. Er streifte die bereits in Stuttgart bestehenden volksdeutschen Heime und ihre Aufgaben, so dieDeutsche Burse für Techniker", die der Auslandtech­nik diejenigen Männer liefern soll, die einst die be­rufenen Vertreter unserer Jndusttie an den wichtig­sten Stellen der Welt sein werden, ferner das Volksheim für Ausländer mit seinen jun­gen Handwerkern und Kaufleuten, und die aus« landdeutsche Mädchenschule, die vor allem die hauswirtschaftliche Ertüchtigung des aus­landdeutschen Mädchens im Auge hat. Diesen Hei­men soll in Kürze noch eine Anstalt für solche aus» landdeutsche Frauen, die in Deutschland eine berufliche Spezialausbildung, sei es als Lehrerin, Kindergärtnerin, Dentistin ober kaufmännische Angestellte nehmen, angegliedert werden. Auch ist die Errichtung von Schüler- und Schülerinnenheimen in Vorberei­tung.

Sin Element der Verständigung.

Reichsinnenmimster Dr. Frick

führte dann in längerer Rede aus:

Es ist ein gewaltiger Erziehungsvoraang, in dem unser Volk durch die nationalsozialistische Bewegung hineingestellt wurde und in dessen Ablauf es sich noch befindet. Innerhalb dieser großen weltanschau­lich bedingten seelisch-geistigen Gestaltung steht das Wissen um das Schicksal unser Volks­deutschen im Auslande. Wenn unsere Volks­gruppen im Auslande einen lebensvolleren Teil am Gesamtkörper des Deutschtums bilden, dann müssen wir im Reich bis in bie letzte Volks­schule hinein nicht nur in gleicher Weise über ih r Leden unb Wirken unterrichtet fein wie über unsere eigenen Angelegenheiten, sondern wir müssen auch jeder einzelne von uns i h r Schicksal innerlich verstehen und mit­tragen helfen. Es ist mit ein Verdienst des DAI., daß heute in Deutschland namentlich auch dasheranwachsende Geschlecht die Verbundenheit mit den Volksdeutschen im Auslande als eine völkische Selbstverständlichkeit empfindet, wie die Verbundenheit des Volksdeutschen mit dem Mutterlande erst jetzt wieder bei dem Deutschen Sängerfest in Breslau einen so überwältigenden Ausdruck gefunden hat. Jeder Deutsche und jeder ausländische Staatsmann, in dessen Land boden­ständige Deutschtumsgruppen leben, wird immer wieder auf jenen Konflikt stoßen, der auch heute noch für den Angehörigen dieser Volksgruppen zwischen dem Bekenntnis zum Volkstum und dem ehrlichen Willen, feinem Staat pflichtgetreuer Bürger zu sein, liegt. Zwar hat sich in den letzten Jahrzehnten die Psycho­logie von dem naturgegebenen, sittlichen Recht auf Erhaltung der Dolkstumszugehörigkeit auch in dem Staat andersvölkischer Führung klar durchgesetzt. Kein Staatsmann der Welt und kein praktischer

Polittker wird heute mehr offen den Lebensan­spruch der in fremdnationales Staatsgebiet ver­sprengten Dvlksteile leugnen können. Der Führer selbst hat die Gedanken des Volkstumsrech- t e s in ihre für alle Zeit gültige und klassische Form gebracht. Und auch aus anderen Lagern fehlt es nicht an Stimmen der Vernunft und des natürlichen Empfindens. Und dennoch, wie sieht es trotz aller grundsätzlich sich anbahnenben ge­danklichen Klärung in der harten Wirklich­keit der Nationalitätenfrage heute noch aus? Ohne auf Einzelheiten einzugehen, stelle ich fest, daß sich in der Praxis im großen und ganzen gar nichts geändert yat, daß nach wie vor namentlich für die Staaten Osteuropas die unge­löste Lage der nationalen Minderheiten den gefähr­lichen Zündstoft internationaler Verwicklungen bie­tet. Ja, dem aufmerksamen Auge des besorgten Po- Hüters entgeht nicht, daß die Bestrebungen der Assimilierung und Entnationalisierung in der Ge­genwart noch stärkere und vor allem plan­mäßigere Formen anzunehmen scheinen als jemals zuvor.

Wenn das Nalionalilälenproblem gelöst, d. h. die durch das Vorhandensein von Rationalitäten bedingte außen- und innenpolitische Unruhe der Staaten beseitigt und damit die Befriedigung Europas herbeigeführt werden soll, dann gibt es, so lange sich Staats- und Volksgrenzen nicht decken, nur den einen Weg: Die Staaten, in deren Bereich sich völkische Minderheiten be­finden, schalten in kluger politischer Psychologie jeden Angriff gegen bie Ligenftän- digkeit der Volksgruppe aus und stel­len sich auf den Boden der organischen Einfügung der in diesem fremdsprach gen Volksteile liegenden Aufbaukräfte in den

Staatsgedanken. Der dagegen heute noch fast überall herrschende Zustand bedeutet eine Halbheit und versucht eine Zwischenlösung. Alle Erfahrungen der letzten Jahrzehnte haben nur allzu deutlich gezeigt, daß die Entnationa­lisierung, d. h., ein restloses lleberführen be­wußter Volksgruppen in ein anderes Volks­tum oder die gewaltsame Ausrottung ganzer Volksteile schlechterdings nicht mehr mög­lich ist. Die Völker Europas find erwacht, ihr Recht auf Leben läßt sich heute keine Ration, auch die kleinste, nicht mehr rauben, des­halb ist eine solche Radikallösvng nicht nur sittlich und völkerrechtlich undiskutabel, sie ist letzten Endes gar nicht durchführbar.

Die deutschen Volksgruppen Europas sind bas zeigt ihre Geschichte und ihre Leistung von jeher Faktoren ber Orbnung, bes Ausbaues, ber Treue gewesen. Ich bezeichne es im Interesse der Befriebung der staatlichen Verhältnisse und der Kultur Europas als den größten Widersinn und als politische Kurzsichtigkeit, wenn man gerade diese Menschen, dieses hochwerüge Arbeitskapital, ihrer Eigenart entfremden will. Man hat heute in Deutschland allgemein erkannt, daß für uns der Bestand von so viel Millionen deutscher Artgenossen jenseits der Grenzen nicht nur eine Angelegenheit des natürlichen Mitfühlens und der Hilfsbereitschaft für bedrängte Brüder ist, sondern daß ein st a r« kes politisches und wirtschaftliches Interesse darin liegt, diese Dolksteile für die friedliche und gegenseitig fördernde Verbindung mit der Außenwelt einzusetzen.

In diesem Sinne soll die Hoffnung und der drin­gende Wunsch ausgesprochen werden, daß auch auf der Gegenseite das Zutrauen und die Ueberzeugung sich immer mehr durchsetzen, daß mit Assimilierung deutscher Menschen in Zukunft nicht mehr, mit ihrem positiven Einsatz in den Kultur- und Wirtschaftsaufbau im Sinne friedlicher, nützlicher Beziehungen mit Deutschland aber alles gewonnen werden kann. Ich halte die ßeit und die Möglichkeit einer grundlegenden schöpferischen Lö­sung der Dolksgruppensrage in diesem Sinne für reif. Unsere Lösung wird heißen: Verständnis und Ver­ständigung im Sinne der Befriedung Europas, Einsatz bes deutschen Volkstums für den Aufbau und die Kultur der Völker, deshalb aber unbedingte Erhaltung und Förderung des Volks- d e u t s ch t u m s, das seine Aufgabe für sich selbst, für den Staat, dem es angehört, und für das Mutterland nur dann voll erfüllen kann, wenn es sich selbst, seiner angestammten Art, seiner Tüchtig­keit, feiner Ordnungsliebe treu bleibt!

Unser Führer Adolf Hitler hat durch seine herrliche Bewegung und durch seine unerhörte Lei­stung unserem reichsdeutschen Volke Selbstvertrauen unb unerschütterlichen Glauben an seine Zukunft eingeflößt. Diese unleugbaren und doch zu gewalti­ger Kraftentwicklung befähigenden inneren Werte bedeuten auch für die Volksdeutschen im Ausland eine unversiegbare Quelle ber Kraft unb der Er­neuerung. Auf festem Grunde steht heute das vom Führer errichtete Haus der Deutschen. Wir stehen mitten in der Neugestaltung des deutschen Lebens­raumes; die stärkste Waffe, die dem deutschen Volke auf diesem Wege zur Verfügung steht, ist neben der Leistung der Nation und der Deutschen in aller Welt der ehrliche unb immer wieder bewiesene Wille zu einer Verständigung der Völker.

Wenn die 70 Millionen im Reich und die 30 Millionen im Ausland den unbändigen Willen zum Leben in sich tragen, wenn sie alle den festen Glau­ben hochhalten, daß der Allmächtige uns hier im Mutterlande unb braußen in ber Welt nicht nur zu eigenem Dahinleben, sondern zum Segen und