Nr. 189 Erstes Blatt
187. Jahrgang
Montag, w. August 1937
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Ehren
ftaöt zu ihrem 700.
Eine naiionaWaMKe Stobt
kämpferische Tat einiger weniger Männer. In dieser bewußten Tat kam vor allem der Wille zum Ausdruck, hier an beiden Ufern der Spree nicht nur Handel zu treiben und manchem Gewerbe ob- zuliegen, sondern vor allem ein Bollwerk zu schaffen als Mittelpunkt deutschen Fleißes, alter deutscher militärischer Zucht und deutschen Kulturwillens. Wie oft wurde diese Stadt durch übermächtige Zeitereignisse geschüttelt. Fremde Eroberer haben ihren Boden betreten, und Niedertracht, Verrat, Knechtschaftsgesinnung traten hervor. Aufstände und Revolten, der Tanz um das Goldene Kalb und andere böse Mächte haben diese Stadt durchtobt, wie kaum eine zweite in unserem Vaterlande. Aber immer wieder kam auch in ihr das Gute, das in unserem Volk steckt, zum sieghaften Durchbruch. Die Stadtverwaltung will den heutigen Anlaß benutzen, um einen Ehrenschild der Reichshauptstadt zu schaffen. Er soll verliehen werden an Männer, die durch ihre Arbeit, ihr Wirken und ihr unermüdliches Streben dieser Stadt Form und ein neues Gepräge gegeben haben. Wir sind uns darüber klar, daß eine Auszeichnung, deren Verleihung an solche Bedingungen geknüpft ist, wohl nur einmal im Leben einer Generation zu vergeben sein kann. Und wenn ich Sie, verehrter Herr Gauleiter und Reichsminister, nunmehr bitte, diese als für unser Geschlecht einmalige Auszeichnung, den Ehrenschild der Reichshauptstadt aus meiner Hand entgegennehmen zu wollen, so tue ich dies in dem Bewußtsein, daß wir mit dieser äußeren Ehrung nur einen Teil der Dankesschuld abtragen, wie wir Ihnen als dem Eroberer Berlins schuldig find.
einander ausspielen lassen.
So unbefriedigend diese Zwiespältigkeit an sich ist, so ist sie doch in einem gewissen Sinne eine echt deutsche Zwiespältigkeit. Die zwei Grundbegriffe, die hier in einem ungeklärten gegenseitigen Zuordnungsverhältnis stehen, sind Volk und Staat. Mit ihnen ist aber auch gleichzeitig ein Grundthema der deutschen Geschichte angeschlagen. Denn immer war es die Verschränkung von Volk- haftigkeit und Staatlichkeit, deren Ueberschneidung und letztlich deren dauernde Dlskrepenz den deutschen Volkskörper immer wieder von neuem erschütterte, dauernd vor schwere, oft unlösbare Aufgaben stellte und auch in der Gegenwart einer endgültigen Lösung und Beruhigung ferner denn je steht.
Gleich beim Eintritt der Germanen in die europäische Geschichte wurde die deutsche Selbstgestaltung mit einer übervolkischen Aufgabe belastet, die ihr wohl einen imperialen Rahmen spannte, aber auch den Keim zu unabsehbaren Wirren und inneren Spannungen setzte. Diese Vereinigung von römischem Kaisertum und deutschem Königtum legte dem deutschen Volke von allem Anfang an den Widerstreit von Volklichkeit und Staatlichkeit in den Schoß. So folgte etwa dem christlichen Imperium Karl des Großen das Reich und der Staat Otto des Großen, in dem christliche Kaiseridee und deutsches Königtum bereits untrennbar verwachsen war. Das ganze deutsche Mittelalter ist getragen von dieser polaren Spannung, die entweder in einer einzigen Persönlichkeit sichbaren Ausdruck fand ober sich in periodisch immer wiederkehrenden Gegenspielern getrennt gestaltete. Man betrachte nur als Beispiel (an Stelle unzähliger anderer) Maximilian I., der dieses ganze Gefüge in sich verkörperte. Es ist heute unmöglich, seine römische und seine deutsche Politik, seines Reichs- und seine Hausmachtpolitik reinlich zu scheiden, seine einzelnen Taten, Maßnahmen und Leistungen eindeutig einem dieser Bezirke zuzuordnen. Nur von einem subjektiv voreingenommenen Standpunkt aus könnte dies geschehen. Der objektive Blick vermag lediglich ein unentwirrbares In- und Nebeneinander all dieser Strebungen zu erkennen. Reformation und dreißigjähriger Krieg sind nicht anders zu verstehen. Auch in diesem Ringen verschränken und überschneiden sich nationale, staatlich dynastische und Übervölkisch kirchliche Kräfte zu einem vieldeutigen Spannungsnetz Mit dem Eintritt Preußens als eigengesetzliche Kratt in die deutsche Geschichte beginnt ein neues Stadium des oolklich- staatlichen Widerstreites. Mit ihm beginnt das säkulare Ringen zweier dynastisch bestimmter Staatsideen um die Vorherrschaft im deutschen Volksraum und um die endgültige Gestaltung des deutschen Volkskörpers und des deutschen Schicksals, ein Ringen, dessen dramatischer Ablauf erst mit dem Weltkrieg und dem Zusammenbruch zu Ende kam
Die Friedensstifter von Versailles und St. Germain sorgten dafür, daß nun e r ft recht die volklich-staatliche Spannung im deutschen Volksraum auch in der Gegenwart weiterlebt, freilich um ganz Mitteleuropa in ein Strahlenfeld von Einflußsphären zu teilen, deren Ueberschneidung eben wieder jene Spannung erzeugen soll, die es den westlichen Mächten ermöglicht, sich in die Ströme dieser Spannung einzuschalten und die Hand am Schalthebel belassen zu können. Daß diese Spannung ihrer eingeborenen Natur nach ständig nach einer Lösung drängen wird, kann nur böswilliger Unverstand als pangermanistischen Imperialismus verdächtigen. Eine geduldige und beharrliche Klärung der sie voraussetzenden Grundbegriffe
vor wenigen Jahren veröffentlichten Lebenserinnerungen wurden im G. A. ausführlich gewürdigt.
Bolksverrat gesühnt.
Berlin, 16.Aug. (DNB. Funkspruch.) Die 3u- stizpreffestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Die vom Volksgerichtshof wegen Landesverrates zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilten Erich John, 24 Jahre all, und Hermann John, 25 Jahre alt, beide aus Neunkirchen, sind h i n g e r i ch t e t worden. Die Verur- teitten haben im Jahre 1935 Staatsgeheimnisse, die die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit betrafen, verraten. Erich John war infolge leichtsinnigen Lebenswandels i n Schulden geraten und ließ sich von seinem, bereits mit dem ausländischen Nachrichtendienst in Verbindung stehenden Vetter Hermann John überreden, sich Barmittel durch Preisgabe seiner bei einem A u s b i l d u n g s l e h r g a n g erlangten Kenntnisse über die Grenzsicherung zu verschaffen. — Ferner ist der vom Volksgerichtshof am 22. 2Hai 1937 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 43jährige Friedrich Fit aus Dresden hin gerichtet worden. Der verurteilte, der bereits im Jahre 1930 wegen Vorbereitung zum Hochverrat bestraft worden ist, hatte sich drei volle Jahre hindurch als leitender kommuni st ischer Funkt io när im Dien sie der Komintern betätigt und es hierbei unternommen, eine illegale Organisation ins Leben zu rufen.
Volk und Staat.
Gedanken zur österreichischen Politik.
Das Abkommen vom 11. Juli enthält die eindeutige Aussage, daß sich Oesterreich als deutscher Staat bekenne. Wenn hier dieses Bekenntnis als eigentliches Kernstück des Abkommens betrachtet werden soll, so ist dies keine willkürliche Betonung. Man braucht diese These nur gegen den Hintergrund aller jener Bemühungen zu halten, welche daraus zielen, die Deutschheit dieses Staates entweder nur bedingt gelten zu lassen, sie als fragwürdig hinzustellen oder überhaupt zu verleugnen. Diese' Bemühungen waren und sind einwandfrei belegbar vorhanden und finden heute noch in Form einer oft nur dürftig verhüllten Opposition gegen den Staatsvertrag vom 11. Juli ihren Niederschlag in der österreichischen Publizistik. Es ließe sich ohne Mühe ein ganzes Buch van Beispielen sammeln, die sich gegen das deutsche Element in der Wesensbestimmung Oesterreichs aussprechen. Heute stößt vor allem die legitimistische Propaganda mit gesteigerter Erregung in dieses Horn.
Der erbitterte Streit um die Wesensbestimmung des Oefterreichischen blieb nicht ohne Einfluß auch auf die offiziellen Formulierungen, in denen oft ein begriffslogisches Zwielicht herrscht, das seiner endgültigen Aufhellung nach harrt. Ohne dieser Aufhellung oorgreifen zu wallen, fein nur auf die zwei Formeln „deutscher Staat" und „ö st e r r e i- chisches Volk" verwiesen. Beide finden sich in zwei Grundakten des österreichischen Staates und werden so zur Quelle von widerspruchsvollsten und vertrackten Auslegungskünsten. Wenn das Abkommen vom 11. Juli vom „deutschen Staat" spricht, so die Maioerfassung durchweg vom „österreichischen Volk" Für den ersten Blick scheinen hier die Dinge vollkommen auf den Kopf gestellt. Jedem natürlichen Empfinden würden die Formeln „deutsches Volk" und „ö st e r r e i ch i s ch e r Staat" weit besser ins Gehör gehen. Es ist auch nur natürlich, daß sich an diesem Widerstreit der Formulierung auch der Widerstreit der Meinung entzündet, da beide Formeln so aeartet sind, daß sie sich nach dem jeweiligen politischen Standort gegen*
Sauletter Dr. Goebbels
dankte und führte dann aus: Es ist für uns alte Nationalsozialisten eine besondere Ehre und große Freude, zum Buch der ruhmreichen Geschichte Berlins ein Blatt hinzugefügt zu haben, von dem wir glauben und hoffen, daß es auch von späteren Generationen nicht achtlos überschlagen werden wird. Es ist uns gelungen in knapp zehn Jahren aus dieser nach Moskau einst rötesten Stadt der Welt wieder eine wahrhaft deutsche Stadt zu machen. Wer an diesem Morgen durch die Straßen unserer Stadt fährt und Zehntausende, ja Hunderttausende von fröhlichen, optimistischen und be-
roegung. Ein heiteres Zwischenspiel bringen die Handwerker, Schneider, Maler, Kürschner, Tischler, Bauhandwerker, und Schonsteinfeger, die mit Besen und Leitern in dichter Gruppe vorbeiziehen. Ein Omnibus „voll geladen" mit Jungvolk und BDM. beschließt den Festzug. Die Jugend, dazu berufen, den vom Führer gewiesenen Weg in die Zukunft zu marschieren!
Berlin, 15. Aug. (DNB.) Ein strahlend schöner Sonntagmorgen begrüßt das 7lX)jährige Geburtstagskind Berlin. Die Stadt harter Arbeit, intensiven Fleißes und unbeirrbarer Schaffenskraft ist gleichsam über Nacht zu einer einzigen Jubiläumsstadt geworden, deren Lebenswille sich in einem Meer von Fahnen, einem Rausch von Farben dokumentiert.
Seit 8 Uhr schon wandern viele Tausende aus den äußeren Bezirken zur Innenstadt, um sich längs der Festzugstraße rechtzeitig einen guten Sitz zu sichern. Geschäftiges Leben und Treiben, besonders vor dem Rathaus, das sich im herrlichsten Fahnenschmuck präsentiert. Stadtpräsident und Oberbürgermeister Dr. Lippert und Gauleiterstellver- treter Staatsrat Gör 1 itzer legten um 10 Uhr am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Im Gedenken an sämtliche Ermordeten der Bewegung verweilte der Stadtpräsident auch am Grabe Hör st Wessels auf dem Nikolaifriedhof.
Zwei mittelalterliche Türme bilden den Toreingang zur Freigelände-Schau „7 00 Jahre
Berlin". — (Scherl-Bilderdienst-M.)
geisterten Menschen sieht, dem geht eine Ahnung davon auf, daß unsere Aufgabe nicht nur eine wirtschaftliche, eine politische oder nur eine soziale gewesen ist, sondern daß es vielmehr eine Auf - gäbe am Menschen war, daß wir nicht nur diese Stadt in ihrem äußeren Bild, sondern daß wir sie geändert haben auch in den Menschen aller Schichten.
Bor allem, daß der üble Beigeschmack, den man sonst im Lande empfand, wenn von Berlin oder vom Berliner die Rede war, nun geschwunden ist, daß wir Berlin von diesem üblen Ruf befreit haben, indem wir eine parasitäre jüdische Oberschicht beseitigt und das, was am Berliner aut und so sympathisch ist, nämlich seinen Fleiß, seine Tüchtigkeit, seine Lebensbejahung und seinen Lebenshumor, seinen Lebensoptimismus und seinen Lebenswitz, seine Beweglichkeit und seine Disziplin, seine Zuneigung zu soldatischen Eigenschaften und Tugenden, daß wir alles das wieder zum Durch-
Berlin feiert Geburtstag.
Der Ehrenschild der Neichshauptstadt für den Eroberer Berlins
Die Jubiläumswoche wurde am Mittag durch eine feierliche Ratsherrensitzung im Rathaus eröffnet. An der Goldenen Pforte empfing Oberbürgermeister Dr. Lippert die Ehrengäste. Eine Frontseite des Vestibüls war den zahlreichen gaben eingeräumt, die der Reichshaupt- ihrem 700. Geburtstage von Städten aller Gaue zugegangen waren. Kurz nach 11 Uhr erschien Gauleiter Dr. Goebbels. Nach der Ouvertüre zum „Freischütz" nahm Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr.'Lippert das Wort. Die Gründung Berlins als Stadt war die bewußte und
Hierlshagen.
Weihe der ersten Siedlung im Sprottebruch.
Hierlshagen (Kreis Sprottau), 15. Aug. (DNB.) Auf einer freien, von einem Tannenwald gefrönten Anhöhe in unmittelbarer Nähe des vom Reichsarbeitsdienst in zähem Ringen dem Boden abgerungenen neuen Kulturlandes haben sich Formationen, Ehrengäste und 20 000 Volksgenossen eingefunden, um der Weihe von Hierlshagen beizuwohnen, mit dem der erste Abschnitt der Urbarmachung des Sprottebruches abgeschlossen wird. Der Landesbauernführer Freiherr von Reib- n i tz begrüßte im Namen des durch Krankheit verhinderten Reichsbauernführer, den Paten des neuen Dorfes, Reichsarbeitsführer Hier!. Der Gauleiter und Oberpräsident von Schlesien, Josef Wagner, führte aus, daß diese Feierstunde Ausdruck des Geistes der Gemeinsamkeit sei. Die Kultivierung des Sprottebruches wäre ohne den Reichsarbeitsdienst nicht möglich gewesen. Unter Bezugnahme auf die Tatsache, daß deutsche Bauern aus allen deutschen Gauen auf dem neuen Boden angesiedelt würden, betonte der Gauleiter, daß dort wo deutsches Volkstum stehe, deutscher Raum sei und niemals etwas anderes werden könne. Nachdem dem Reichsarbeitsführer H i e r I die erste Erntekrone aus Sprottebruch überreicht worden war, dankte er für die ihm teilgewordene Ehrung.
Oidenbura-Januschnu 'f.
Riesenburg (Westpr.), 16. Aug. (DNB. Funkspruch.) Kammerherr Elard von Oldenburg- Ja n u s ch a u ist in der Nacht zum Montag im Alter von 82 Jahren in einer Klinik in Marienwerder gestorben
Mit dem alten ,^Januschauer" ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Vorkriegs-Deutsch- land dahingegangen. 40 Jahre lang stand er als Abgeordenter des Preußischen Landtages, des Reichstages und als Mitglied des alten Preußischen Herrenhauses, als Präsident der Landwirtschaftskammer in Westpreußen und Vorsitzender des ßanb= bundes Westpreußen auf der politischen Bühne. Er war zunächst von 1874 bis 1883 Offizier im 2. Garde-Ulanenregiment in Berlin. Dann nahm er den Abschied, um sich der Bewirtschaftung des Gutes Beisleiden für seinen unmündigen Neffen sowie seines eigenen Gutes Januschau bei Rosenberg in Westpreußen zu widmen. Außer seinen eigenen 16 000 Morgen bewirtschaftete er weitere 73 000 Morgen Besitzungen, teils als Kurator, teils als Vormund. Außerhalb seiner engeren Heimat wurde er allgemein bekannt, als einer der unentwegtesten Vertreter des alten Preußentums. Zum geflügelten Wort wurde eine Aeußerung, die am 29. 1. 1910 in feiner Rede zum Militäretat im Reichstag fiel, in der er die oberste Kommandogewalt des Kaisers verteidigte und schließlich sagte: „Der Kaiser muß stets imstande sein, jedem Leutnant zu sagen: „Nehmen Sie zehn Mann und schließen Sie den Reichstag!" Als 60jähriger nahm er noch am Krieg, zuletzt als Führer eines Infanterie-Regiments, teil, mit dem er alle Beschwerden ertragen hat. Seine
bruch gebracht haben. Möge Berlin in alle Zukunft, ja bis in die Zeit, in der aus der 700 von heute eine 7000 geworden ist, das bleiben, was es immer gewesen ist: Eine fleißige, eine fanatische eine lebensbejahende, kurzum einenationalsoziali- st i s ch e Stadt, eine der treuesten in der Gefolgschaft des Führers und feiner Bewegung.
Oberbürgermeister Dr. W e i ö e m a n n, der stellvertretende Präsident des Deutschen Gemeindetages, überreichte Oberbürgermeister Dr Lippert die E h r e n p l a f e 11 e des Deutschen Gemeindetages, die das Bildnis des Reichsfreiherrn von Stein trägt. Bürgermeister Steeg, der ständige Stellvertreter des Oberbürgermeisters, teilte dann mit, daß sich die Stadtverwaltung entschlossen habe, Dr. Lippert, dem treuen Mithelfer des Gauleiters, in Anerkennung seines unermüdlichen Wirkens im Geiste des nationalsozialistischen Staates den „Bürgermeisterspiegel des Johannes Frauenburg vom Jahre 1476" zu überreichen. Dann verlas er ein Danktelegramm an den Führer. Das Antworttelegramm des Führers lautet: „Für die mir von der 700-Jahr-Feier entbotenen Grüße sage ich Ihnen herzlichen Dank. Mit Stolz kann die Stadt Berlin auf Ihren Aufstieg zurückblicken. Ich hoffe zuversichtlich, daß sie durch die gewaltige bauliche N e u g e ft a 11 u n g, die im nächsten Jahr beginnen wird, immer mehr den Charak - ter einer wahrhaft würdigen Hauptstadt des Dritten und damit des Deutschen Reiches erhält. (gez.) Adolf Hitler."
Der Festzug.
Um den großen Jubiläumsfestzug mitzuerleben, hatten sich mit der Berliner Bevölkerung viele Volksgenossen aus dem Reich eingefunden. Um 12.30 Uhr setzte sich die an der Ecke Lehrter- und Jnva- lidenstraße aufgestellte Spitze des Festzuges in Bewegung.
Als Gauleiter Dr. G o e b b e l s in Begleitung des Oberbürgermeisters an der Spitze der Ehrengäste vor dem Rathausportal zur Abnahme des historischen Festzuges erscheint, klingen ihm von allen Selten laute Heilrufe entgegen. Bald nach 14 Uhr künden Fanfarensignale und der dumpfe Schlag der Kesselpauken das Nahen des Festzuges. 21 Wimpelträgerinnen bilden die Spitze, 21 graziöse Pagen in leuchtenden rotweißen Phantasiekostümen, den Farben Berlins. Fahrendes Volk aus alter Zeit schreitet der mit freudigem Hallo begrüßten F ra u B e - rolina voran, der von vier Berliner Baren bewachten Schutzheiligen der Stadt, die nach lahre- langer Verbannung wieder mitten im flutenden Berliner Leben steht. Nach dem reich gestalteten historischen Teil erscheinen in bunter Abwechslung die verschiedenen Stabtgemeinben Charlottenburg mit seiner Messestadt, Spandau mit seiner Festung und seinen Landsknechten, Wilmersdorf mit fröhlichen Kremserfahrten und einer von winkenden Badenixen belebten Strandburg des Bades Wannsee Zehlendorf zeigt seinen Michael Kohlhaas, Schöneberg luftige Ausschnitte aus der „Gründerzeit" und seine Schöneberger Millionenbauern Steglitz bringt ein großes Modell des L'l.enthal- Hügels in Lichterfelde. Jeder Bezirk hat etwas anderes als Visitenkarte herausgefunden Der dritte Teil stellt das Dritte Reich in Berlin dar. Die Reichshauptstadt als Industrie- und Wirtschaftsmetropole durch großzügig gestaltete Festwagen der Elektro- und der chemischen Industrie. In exaktem Parademarsch defiliert d i e Lei b ft andarte Adolf Hitler in schwarzem Stahlhelm vorbei, ihr folgen Abordnungen der Formationen der Be°


