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schewisten. Dann sorgte er für steigende Heran­ziehung der Russen, die bürgerlicher Abkunft waren und infolgedessen ein anderes Matz an Intelligenz mitbrachten als die Schicht, die ganz allgemein in Sowjetrutzland den Ton angibt. Er zog damit Ele­mente in die Armee hinein, die weder der jüdischen Rasse angehörten, noch bereit gewesen wären, für den Bolschewismus durchs Feuer zu gef)en. Tuchat- schewski wuhte gewisse Einrichtungen in der Armee, die aus den Jahren desKriegskommunismus stamm­ten, zu beseitigen, er sonderte das Führerkorps von der Mannschaft ab, er gab damit der Roten Ar­mee langsam ein ganz anderes Gesicht. Dann wieder wußte er sich geschickt den politischen Zielen des Weltbolschewismus anzupassen und durch Be­fürwortung eines gegen das verhaßte natio­nalsozialistische Deutschland abzuschlie­ßenden Militärabkommens mit Frank­reich die Sympathien Stalins erneut für sich zu gewinnen.

So täuschte er die Bolschewisten, die meinten, die Rote Armee wäre ihr Schwert, aber gar nicht merk­ten, daß es tatsächlich schon sehr fest in den Händen des Marschalls Tuchatschewski lag. Wenn man sich nun aber ansieht, wer mit ihm zusammen er­schossen wurde oder freiwillig aus dem Leben schied, soweit in der SowjetunionSelbstmorde" als frei­williges Aus-dem-Leben-Scheiden anzurechnen sind, dann findet man neben ihm zwei Kommandeure, I a k i r und Kork, die die besten Militärbezirke unter sich hatten, also Bezirke mit stärkster Truppöh- macht und größtem Kriegsmaterial. Daneben taucht U b e r o w i t s ch auf, der als Kommandeur der Hauptkriegsakademie den gesamten Generalstab ausbildete, ferner E i d e m a n n, hinter dem 13 Mitglieder des Ossoaviachim stehen. Zusammenge­ballt ergibt sich eine recht stattliche Macht, immer vorausgesetzt, daß Tuchatschewski tatsächlich schon alle diese teilweise doch sehr linientreuen Kommu-

Verschwörung läßt sich wiederum die für die sow­jetrussischen Verhältnisse beinahe entscheidend ins Gewicht fallende Tatsache anführen, daß unter dem Szepter Stalins das Spitz eltum eine unge­ahnte Blüte erreicht hat. Jeder wird von der GPU. beobachtet, jeder ist beinahe wieder in den Diensten dieser Einrichtung. Und einen Tuchatschewski dürfte die stets mißtrauische GPU. wohl nicht ausgelassen haben.

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Tuchatschewskis Leichnam ist verscharrt. Damit ist jedoch derFall Tuchatschewski" keineswegs erledigt. W^der für die große Oeffentlichkeit, noch für den Kreml selbst. Unentwegt wird in der Roten Armee weiter aufgeräumt. Sprach man vor Wo­chen davon, daß viele tausend Offiziere und Unter­offiziere festgenommen, ja sehr wahrscheinlich auch in aller Stille erschossen worden wären, so dürften bis heute die in das Führerkorps der Roten Ar­mee gerissenen Lücken noch wesentlich breiter gewor­den sein.

Zur Zeit tobt sich die GPU. mit besonderer Lei­denschaft im Kommandobereich des Fern­ost generals Blücher aus. Noch läßt sich nicht genau erkennen, welche höheren Führer verhaftet und nach Moskau verfrachtet worden find. Es wird davon gesprochen, daß auch der Chef der Fern- o ft f I o 11 e nicht mehr frei herumgehe, sondern schon in einer GPU.-Zelle sitze, und daß auch unter den Schiffsbesatzungen zahlreiche Verhaftungen vor­genommen seien. Im Zusammenhang damit gewin­nen die Nachrichten von Revolten fernöst­licher Truppenteile und von Matro­sen in Wladiwostok an Bedeutung, wenn sich auch nicht feststellen läßt, ob aus irgendwelchen nich­tigen Anlässen Zusammenstöße erfolgten, so daß nun erst die GPU. eingesetzt wurde, um die Ordnung wieder herzustellen, oder ob die GPU. zuerst in die Erscheinung trat, Verhaftungen vornahm und jetzt auf den Widerstand militärischer Kreise stieß. Man muß immer in Rechnung stellen, daß sich der rus­sische Fernostsoldat seiner bevorzugten Stellung be­wußt ist, daß man schon einmal, als Blücher vor einigen Jahren in Moskau festgesetzt wurde, die GPU. zur Nachgiebigkeit zwang und daß das Zu­sammengehörigkeitsgefühl aller Soldaten doch nicht

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Dunkel der roten Militärverschwörung gefallen, daß man den jüdischen Verkehrskommissar Kagano witsch als die eigentliche Trieb, kraft der blutigen Säuberung der Ar- mee und der Verwaltung erkannt hat. Die. ser Jude erkannte offenbar mit dem feigen Menschen sehr oft angeborenen Scharfblick, daß der Clique um Stalin und damit auch ihm von Tuchatschewski her eines Tages irgendeine Gefahr drohen könnte. In feiner Angst lag er nun seit Jahr und Tag, vor­nehmlich seit dem Morde an Kirow, seinem hohen Herrn Stalin im Kreml dauernd in den Ohren, er solle die ihm von der Armee drohende Gefahr durch ein grausames Blutgericht beseitigen. Richtig ist, daß Stalin über den Mord an Kirow zu Tode erschrocken war. Man redete ihm ein, daß es sich um einen politischen Mord gehandelt habe, obwohl die tödlichen Schüsse lediglich der Ausfluß einer Eifersuchtsszene gewesen sein dürften. (Stimmt das, dann wird die Geschichte einmal eine bisher mit Namen niemals genannte Frau als die eigentliche Ursache der sich über die Sowjetunion ergießenden neuen Blutwelle ansprechen dürfen.) Damals erfolgten auch die ersten Eingriffe in die Reihen der Armee, aber auch der GPU. Warum später der jüdische GPU.-Herrscher Jagoda mit bisher unbekanntem Ziel verschwinden mußte, wis­sen nur die Eingeweihten. Kann sein, daß er sich im Vollgefühl seiner Macht über die Angst seines Glaubensgenossen Kaganowitsch lustig gemacht hatte und so in den Verdacht geriet, auch zu den Bundesgenossen des roten Marschalls zu gehören. Jedenfalls hat Kaganowitsch erreicht, daß die Ar­mee ihrer Spitzen beraubt und alles, was irgendwie als stalinfeindlich angesprochen werden konnte, be­seitigt wurde.

War nun Tuchatschewski ein Verschwörer? War die Armee im Begriff zu meutern? Sicherlich wollte Tuchatschewski noch weiter an Einfluß ge­winnen. Darum versammelte er Männer van Rang und Bedeutung um sich. Ob er eine weitere Stär­kung seiner Macht benutzt hätte, um selbst, eines Tages an die Spitze zu treten, ist eine andere Frage. Vielleicht hat er im Angesicht der schon auf ihn gerichteten Gewehrläufe höhnisch ein derartiges Be­kenntnis abgelegt, so daß die GPU.-Henker nun be­sonders flinke Beine bekamen und ihre Spürhunde bis in den letzten Winkel hineinhetzten. Eine andere sehr wichtige Frage ist aber die, was Tuchatschewski für uns bedeutete. Dieser Marschall war, das ist tausendfach in die Erscheinung getreten, ein glü­hender Deutschen feind. Er schuf die Armee, er rüstete sie mit allen zuvor unbekannten schweren Waffen aus, um sie eines Tages gegen Deutsch­land führen zu können. Er sorgte aus dieser deutschfeindlichen Einstellung heraus auch für den Abschluß des Militäroertrages mit Frankreich. Er träumte davon, eines Tages alsroter Napoleon" die Beresina in westlicher Richtung überschreiten, Polen und Deutschland rnitKrieg über- ziehen zu können.

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gänzlich untergegangen sein kann. Möglich, daß die­ses Gefühl in einigen kleineren Garnisonen und auch auf einigen Schiffen zum Durchbruch kam, um eine plötzlich auftauchende Gefahr abzuwehren, nach­dem man schon seit Monaten mit dieser Gefahr ge­rechnet hatte. Daß im Fernen Osten mehr vor sich geht, als die rote Landesverteidigung ertragen kann, können jedenfalls die Bolschewisten nicht be­streiten. In ihrer Presse findet man immer wieder Berichte von Prozessen gegen Saboteure, Spione und sonstige Schädlinge im Blücherschen Militärbezirk. Regelmäßig werden Todes­urteile ausgesprochen und vollstreckt. Wenn Be­amte und Zivilisten angeblich dort Verschwörungen anzetteln, wo der einzelne noch ein besseres wirt­schaftliches Auskommen hat als in anderen Teilen Sowjetrußlands, dann kann eigentlich das Militär von dem Verschwörerbazillus nicht ganz verschont geblieben sein. So dürfte wohl die Ansicht der GPU. sein, die, nachdem Blücher in Moskau weilte und mithalf, Tuchatschewski und sieben andere hohe Kommandeure in den Tod zu schicken, im Fernen Osten völlig freie Hand erhalten hat. Blücher muß also insofern einen Stellungswechsel vorgenom­men haben, als er, der auf die Erhaltung der Schlagkraft seiner Armee stets großen Wert legte, nun das duldet, was auf eine Schwächung seiner Armee hinausläuft. Nimmt man noch die verschie­denen Zwischenfälle an der mandschurischen Grenze hinzu, dann könnte es so aussehen, als ob Sow­ie t r u ß l a n d absichtlich den starken Mann spielt, um hinter den Grenzplänkeleien die tat­sächliche Schwäche der Fernostarmee, wie überhaupt der gesamten Roten Armee zu verbergen.

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zeitigen Machthaber im _ spielen. Man muß sich dabei folgendes vor Augen halten: Tuchatschewski gehörte als Offizier der Ar­mee des Zaren an, er war außerdem ein lei­denschaftlicher Nationalist. Wohl hatte er sich ge­häutet, als er in das Lager Lenins hinüber­wechselte und als Kommandeur roter Truppen seine Kameraden von gestern bekämpfte. Aber im In­nern seines Herzens war er alles andere als ein überzeugter Kommunist. Eigenwillig, wie er war, wollte er seine Ziele erreichen und den Bolsche­wismus nur benutzen. So diente ihm die politische Macht des Bolschewismus dazu, eine Armee aufzu- ziehen, die in der Tat an Kampfkraft und Bedeu­tung nichts zu wünschen übrig ließ, mindestens nichts für weniger verwöhnte Gemüter. Er ging bei die­sem Aufbau absolut systematisch vor. Zunächst legte er ein sehr scharfes Schwert in die Hände der Bol-

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Auch in anderen Berufen macht sich erneut eine gewisse Unruhe bemerkbar. Der Verband der Elektriker hat eine Reihe von Forderungen veröffentlicht und verlangt ihre möglichst baldige Prüfung und Erfüllung. Auch unter den Ange­stellten und Arbeitern der Theaterindnstrie sind neue Forderungen laut geworden. Das wich­tigste Ereignis vom Donnerstag ist die Zusammen­kunft des Vollzugsausschusses der Gewerkschaft der öffentlichen Angestellten am Sitze des marxistischen Gewerkschaftsoerbandes. Eine Nie­derlegung der Arbeit wurde ins Auge ge­faßt und für die Verbandsangehörigen der Alarmzustand" beschlossen. Der Ausschuß traf weiter Maßnahmen, um gewisse Zweige der Pro­duktion als Warnungszeichen auf eine An­weisung hin st i l l e a e n zu können. Die Vorschläge des Vollzugsausschusses sind dem marxistischen Ge­werkschaftsverband zur Unterzeichnung unterbreitet worden.

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Tode verurteilte, werden sicherlich eines Tages das Licht der Welt erblicken. Denn bei ihnen handelt es sich nicht mehr um ein paar geheftete Blätter, son­dern um ganze Berge, die von Tag zu Tag mehr anschwellen und die ganze Etagen des GPU.-Der- waltungsbüros füllen dürften. Ist Tuchatschewski auch hingerichtet, so zieht sein Fall doch immer wei­tere Kreise. Und weil man täglich neue Ver­haftungen vornimmt, drängt sich einem die Fraae auf, ob der erschossene Marschall nicht doch die Absicht hatte, die Armee gegen öie der - ~~ ' '' ' reml auszu-

Pariser Boulevard, als um 1.30 Uhr 15 0 strei­kende Kellner auf ein gegebenes Zeichen hin alle freien Stühle ergriffen und sie auf das Publikum und in die Fensterschei- b e n schleuderten. Wie durch ein Wunder gab es keinerlei Verletzungen. Ein in der Nähe des Cafss befindlicher Polizist alarmierte die Mobil- Garde. Bei chrem Eintreffen hatten die Streikenden jedoch bereits das Weite gesucht.

In Lyon ist das Personal eines großen Cafss in den Streik getreten. Dieser Arbeitsnieder, legung schloß sich alsbald ein Solidaritäts­streik eines zweiten großen Betriebes an. Das erste Lokal wurde lange Zeit von den Streiken­den, die die40-Stundenwoche", verteilt auf fünf Tage fordern, besetzt gehalten, bis die Polizei mit Gewalt zur Räumung schritt. Die Un­ternehmer haben beschlossen, ihre Betriebe am heu­tigen Freitag mit neu eingestellten arbeitswilligen Kräften wieder zu eröffnen.

Streikstimmung auch in anderen Berufen.

Paris, 16. Juli. (DNB. Funkspruch.) Während der S t r e i k der F l u ß s cki fs e r am Donnerstag­abend ohne Zwischenfälle feinen Abschluß gefunden hat und die Schisfssperren, die von den

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Da zu den Exkursionen die beste Pilzwitterung ausgenutzt werden soll, ist schon jetzt die vorläufige Anmeldung erforderlich, zugleich mit der Angabe, in welcher Zeit sich der Betreffende die Teilnahme ermöglichen kann.

Lehrwanderungen in anderen Teilen Deutschlands werden noch bekanntaegeben.

Anmeldungen mit Angabe, ob Wohnung benötigt wird, sind an das kreis- bzw. Stadtschulamt bis spätestens 25. Juli 1937 au richten.

Kreis- und Staotschulamt Gießen.

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3n unser Genossenschaftsregister ist am 13. Juli 1937 bei der Milchabfahgenossenschaft Odenhausen eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haft­pflicht zu Odenhausen und Salzboden eingetragen worden: 4743D

1. Die Genossenschaft ist von Amts wegen durch Beschluß des Amtsgerichts in Fronhausen (Lahn) vom 23. März 1937 aufgelöst worden.

2. Zu Liquidatoren sind die bisherigen Vorstands- Mitglieder Landwirt Christian ' Schneider in Odenhausen und Landwirt Wilhelm Müller in Salzboden bestellt worden.

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