Maria Magdalena van Veethoven.
Zum 150. Todestage von Beethovens Mutter.
Sehr wenig wissen wir von ihr, die unserem Volke, die der Welt einen der Großen schenkte, wir haben uns kaum um sie gekümmert, obwohl sie dem jungen Beethoven nach dessen eigenen Worten „sehr viel gewesen" sein muß, wenn nicht in manchen Tagen alles. Ja, viele Jahrzehnte hindurch konnte sich die Legende erhalten, der Vater Beethovens habe unter seinem Stande geheiratet und die Mutter sei von geringerem Herkommen gewesen. Dieser Ansicht widersprechen die Tatsachen: Maria Magdalena Keverich wurde am 19. Dezember 1746 in Ehrenbreitstein (bei Koblenz) am Rhein als Tochter des kurtrierischen Hofkücheninspektors (Oberhofkoch) Heinrich Keverich und der Anna Klara Westorff geboren. Merkwürdig früh, kaum sechzehnjährig, heiratete sie am 30. Januar 1763 den Leibkammerdiener (cubicularius) des Kurfürsten Johann Philipp von Trier, namens Johannes Leym aus Ehrang im Moseltol; die Trauung fand in der alten Kapuzinerkirche in Ehrenbreitstein statt. Am 25. Oktober 1764 gebar sie einen Sohn Johann Peter Anton, so daß also Beethoven noch einen Stiefbruder besaß, was bis vor zwanzig Jahren nicht bekannt war. Die Vorfahren der Maria Magdalena stammen aus dem Moseltal, wie auch ihr Mädchenname dem Moselorte Keverich entlehnt ist.
Im Jahre 1765 starb Johannes Leym im Alter von 30 Jahren, und die kaum 18jährige Witwe heiratete zwei Jahre darauf den 27jährigen Johann van Beethoven, Kurfürstlicher Sänger und Musikus in Bonn am Rhein. Aus dieser Ehe stammen sieben Kinder, fünf Söhne und zwei Töchter, von denen allerdings vier jung starben, so daß nur drei Söhne aufwuchsen. Das zweitgeborene Kind unter den sieben Geschwistern war Ludwig van Beethoven, der seiner Mutter in den schweren Jahren ihrer zweiten Ehe am meisten beigestanden hat. Wie oft mag Frau Maria Magdalena an ihren Schwiegervater, den Hofkapellmeister van Beethoven, gedacht haben, der, weil er seinen Sohn kannte, sie noch am Vorabend der Hochzeit, die am 12. September 1767 stattfand, gebeten hatte, „sich's genau zu überlegen".
Beethovens „edle Mutter" — so nannte Beethovens Freund W e g e l e r sie — wird als eine schöne, schlanke Frau, mager, mit länglichem Gesicht und ernsten dunklen Augen geschildert. Von sanftem Charakter, gutmütig und wohlwollend, stand sie ihrem Sohne Ludwig besonders nahe. In den ersten Jahren ihrer Ehe, als die Familienverhältnisse noch
ft immun g beider Parteien dafür zu erhalten, daß Beobachter auf die Flugplätze Spaniens gesetzt würden. Daher habe man das Letztere vorgeschlagen.
Denn die englischen Vorschläge angenommen würden, so würden sie sich als ein Wittel erweisen, um die Richteinmischung wirksam zu geslallen, die Gefahr, daß dieser Konflikt sich ausbreite, zu begrenzen und den Krieg auf Spanien zu beschränken. Wenn sie fehlschlagen würden und infolgedessen die Vichleinmifchung zusammenbreche, dann werde, so meinte Eden, eine neue und gefährliche Lage eintreten. Die britische Regierung sei überzeugt, daß Europa dies nicht wünsche.
Eden schloß: „Ich fordere das Haus auf, den Vorschlägen zuzustimmen, nicht weil es Einzelheiten von ihnen gerne mag — es gibt bei ihnen Vorschläge, die ich selbst nicht mag —, sondern weil ich glaube, daß sie ein Beitrag zur europäischen Zusammenarbeit und daher ein Beitrag zum Frieden sind."
Sir Archibald Sinclair
führte im Namen der Oppositionsliberalen aus, daß die liberale Partei mit einer gewissen Vorsicht Edens Plan betrachte. Sinclair stellte zur Begründung dieser Haltung der Liberalen die bezeichnende Behauptung auf, daß die Nichteinmischung sich dahin ausgewirkt hätte, daß sie die Valencia-Bolschewisten daran behindert hätte, die nötige Unterstützung im Kampfe gegen Franco zu erhalten. Das sei möglich, daß die Vorschläge in der Praxis nicht arbeiten würden. Doch wer habe einen besseren Plan? Man müsse also dem britischen Vorschlag eine Chance geben. Abschließend setzte sich Sinclair sehr für die englisch-französische Zusammenarbeit ein.
Der konservative Abg. Churchill
griff die Opposition scharf an. Statt die Regierung zu beglückwünschen, habe die Opposition, während ganz Europa seine Beittäge liefere, nichts besseres zu tun gehabt, als Zensuren zu erteilen. Warum wolle man sich denn weigern, so fragte Churchill im Hinblick auf das nationale Spanien,
die Frage der Zugestehung der Rechte als Kriegführende an eine Partei in Erwägung zu ziehen, die über eine Armee von mehreren hunderttausend Wann verfüge, die den größten Teil der spanischen Halbinsel beherrsche, die eine verfassungsmäßige Regierung habe, führend zur See daslehe und auf deren Gebiet beachtenswerte Ordnung und selbst normales Leben herrsche. Englischerseits müsse man endlich zu gut nachbarlichen Beziehungen kommen.
England solle versuchen, bei beiden spanischen Parteien an Einfluß zu gewinnen. Es sei für England von höchster Wichtigkeit, besonders bei der Seite Einfluß zu haben, die jetzt den Krieg gewinnen werde.
Der oppositionelle Labour-Abg. Morrison
wandte sich gegen Edens Plan. Er griff General Franco scharf an und setzte sich für die spanischen Bolschewisten nachdrücklichst ein. Die Labour-Partei könne nicht zugeben, daß der Plan der englischen Regierung ein Versuch sei, die Nicht- einmischung zu verstärken. Morrison verflieg sich zum Schluß zu der Behauptung, die britische Regierung sei „Freund der Tyrannen", und an beiden Seiten des Mittelmeeres habe sie alles getan, um die Seewege des britischen Weltteiches in Gefahr zu bringen.
Merstaatssekretär Lord Cranborne:
Man habe, so sagte der Regierungsoertreter, heute abend lediglich der Welt gezeigt, daß E n g - land nicht geschlossen hinter seiner Regie
rung stehe. Noch sei es zu früh, um sich eine endgültige Meinung über die Aufnahme des englischen Planes im Auslande zu bilden, doch wiesen gewisse Anzeichen darauf hin, daß er ziemliche Beachtung gefunden habe.
Zu einer Bemerkung des Abg. Sinclair, der Befürchtungen wegen der englisch-französischen Beziehungen geäußert hatte, sagte Cranborne, er könne das Unterhaus beruhigen.
Ls könne keine Rede davon fein, daß England irgend etwas unternehme, was die Freundschaft zwischen Frankreich und England schwächen könne.
Sowohl die.Frage der spanische Häfen anlaufenden Schiffe, wie die Frage der Beobachter an Bord der Schiffe müßten von dem Nichteinmischungsausschuß im einzelnen bearbeitet werden. Was die Zurückziehung der ausländischen Freiwill i g en anbelange, so begünstige die englische Regierung grundsätzlich den Plan, daß die Zurückziehung proportionsmäßig vonstatten gehe. Das sei aber erst ein erster Schritt. Ausschüsse müßten sich auf bett>e Seiten in Spanien begeben, um die Anzahl der ausländischen Kämpfenden festzustellen. Dann könnten Empfehlungen an den Hauptausschuß gemacht werden. Die Wiederherstellung der Landkontrolle hinge selbstverständlich von der Annahme ab. Die Kontrollbeamten hätten dem Nichteinmischungsausschuß Bericht zu erstatten, wenn ie eine Unzufriedenheit feststellten. Man täusche ich, wenn man annehme, daß dies ohne Wirkung ei, denn die Erfahrung habe gelehrt, daß, wenn Beobachter an Bord der Schiffe seien, keine Verletzungen vorgekommen seien. Dem Nichteinmischungsausschuß falle die Aufgabe zu, die Beobachter zu wählen und festzustellen, ob sie wirklich neutrale Beobachter seien.
Gegenüber der IHeinung, General Franco dürften die Rechte eines kriegführenden nicht zugestanden werden, unterstrich Cranborne, „die Aufständischen" (?!) hätten einen beträchtlichen Teil Spaniens in der Hand, sie hätten eine Regierung geschaffen, und sie führten die Verwaltung in regulärer Art und Weise durch. England sei der Ansicht, was das Schicksal Spaniens angehe, die Angelegenheit der Spanier selbst sei. Aus diesem Grunde habe man die Zugestehung der Rechte als kriegführende vorgeschlagen un
ter der Voraussetzung, daß die Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen wirkliche Fortschritte gemacht habe. Bis dahin könne von einer Zugestehung solcher Rechte keine Rede sein.
Es sei praktisch unmöglich, heute schon zu tagen, wann jeder einzelne ausländische Mitkämpfer Spanien verlassen haben werde, doch sei es möglich, festzustellen, wann genügend von ihnen abgezogen seien, um dann zu sehen, daß das Schicksal Spaniens von den Spaniern selb st entschieden werden könne. Das sei der Gedanke, der hinter dem englischen Plan stehe. Der Nichteinmischungsausschuß werde sich mit der Frage der Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen zu befassen haben, und es bestehe kein Zweifel, daß der Plan späterhin greifbare Formen annehmen werde.
Die britische Regierung habe geglaubt, so betonte der Unterstaatssekretär, recht daran zu tun, allgemeine Grundsätze zur Erwägung und Erörterung aufzustellen. Das Vorgehen der Opposition verstoße gegen d i e Grundsätze des Völkerbundes, und es werde nicht von der öffentlichen Meinung in England unterstützt.
Der Krieg in Spanien sei ein ^Bürgerkrieg, und das spanische Volk sollte sein Schicksal allein bestimmen. Nur e i n Umstand habe diesen Krieg von einem gewöhnlichen Bürgerkrieg unterschieden, und das sei das „Ausmaß der Einmischung". Es habe immer Einmischung gegeben, doch diese Einmischung sei von anderer Art gewesen. Es habe sich um eine „organisierte" Einmischung gehandelt, und aus diesem Grunde seien Zweifel aufgekommen, ob das spanische Volk nun noch fein Schicksal in den eigenen Händen halte.
Cranborne erntete von den Regierungsbänken großen Beifall.
• Unterstützung der Regierung.
London, 16. Juli. (DNB) Der auswärtige Ausschuß der Regierungsparteien trat am Donnerstagabend im Unterhaus zusammen und erörterte die Lage in Spanien. Wie verlautet, wurde einstimmig beschlossen, Außenminister Eden in seiner schwierigen Aufgabe zu unterstützen und die Politik der Regierung in dieser Frage zu billigen.
Vertagung ans nächste Woche?
Neue Sabotageabsichten Moskaus.
London, 16. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zu der heutigen Sitzung des Nichteinmischungsausschusses schreiben die diplomatischen Korrespondenten von „Daily Telegraph" und „M o r n i n g P o st", daß voraussichtlich die Hälfte oder wenigstens eine Anzahl der Hauptbeteiligten die englischen Vorschläge als Diskussionsgrundlage annehmen würden. In beiden Blättern wird angenommen, daß es noch zu keinen Entscheidungen kommen werde, sondern daß die Hauptmächte oie Vorschläge wahrscheinlich erst näher prüfen wollen.
Besonders bemerkenswert find die Mitteilungen des diplomatischen Korrespondenten der „Daily M a i l".
Dieser glaubt, daß Sowjetrußland den britischen Plan zu zerschlagen suche. Der Sowjekbolfchafter Waiski solle aus Moskau besondere Anweisungen erhallen haben, um den Plan von jeder nur möglichen Seite her anzugreifen, besonders über den Vorschlag der Zuerkennung von kriegsrechlen.
Es fei im übrigen möglich, daß die Sitzung nach kurzer Debatte bis Anfang nächster Woche vertagt werde, um den Mächten die Möglichkeit einer genaueren Prüfung der Vorschläge zu geben.
Der diplomatische Korrespondent des „Daily H e r a l ir hält es ebenfalls für unwahrschein- lich, daß auf der heutigen Sitzung des Nichtein-
mifchungsausschusfes irgendeine Entscheidung über den „Eden-Plan" fallen könnte.
Line Vertagung bis Montag oder Dienstag sei wahrscheinlich, und darauf folgend, die Ueber- weisung der ganzen Angelegenheit an einen Unterausschuß. Hier erst würden die Verhandlungen schwieriger werden.
Die hinter der Regierung stehenden Londoner Morgenblätter greifen heute die Labour- Opposition wegen der von ihr heraufbeschwo- renen Debatte über den noch nicht spruchreifen englischen Vermittlungsvorschlag in der Nichtein- mifchungskrise außerordentlich scharf an.
Die Tatsache, daß die Labour-Partei darauf verzichtet hat, eine Abstimmung herbeizuführen, ist dem parlamentarischen Korrespondenten der „Times" ein Anzeichen für die innere Uneinigkeit der Opposition. Das bestätigen auch in gewisser Beziehung die Gerüchte, wonach nicht einmal der Vollzugsausschuß der Labour-Frak- lion sich einig gewesen sei, ob man am Vortage der Sitzung des Richtelnmischungsausfchusses diese Debatte entfesseln sollte.
Ungarn und die Minderheiten.
Erklärung des Stellvertreters des Führers.
Berlin, 15. Juli. (DNB.) Zu den Ausführungen des ungarischen Innenministers über U n • gar n s Einstellung zu der Minderheiten- frage gab der Stellvertreter des Führers, Ru- dolf Heß, folgende Erklärung ab:
„Die Erklärungen, die Minister von Szell in der ungarischen Presse über den Standpunkt seiner Regierung in der Volksgruppenfrage abgegeben hat, sind in der deutschen Deffent- lichkeit mit Befriedigung ausgenommen worden. Wenn er sich zu dem Wunsche bekennt, daß die ungarischen Volksgruppen, die inmitten fremder Staaten leben, ,im Besitze ihrer vollkommenen politischen Freiheit ihre geistige und wirtschaftliche Kultur entwickeln und somit weiterhin bestehen können', so deckt sich diese gerechte Forderung durchaus mit unserer Auffassung hinsichtlich der deutschen Volksgruppe in Ungarn.
Eine große Beruhigung enthalten für uns die Worte Herrn von Szells, mit denen er den festen Vorsatz der ungarischen Regierung an- kündigl, hinsichtlich der deutschen Volksgruppe »die bisher erlassenen Bestimmungen im praktischen Leben restlos zu verwirklichen', hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die die freie geistige Entfaltung des deutschen Volkstums in
Ungarn gewährleisten sollen.
Wenn Herr von Szell darauf hinweist, daß er seine Erklärungen im Einvernehmen mit den zuständigen Ministern abgegeben hat, und daß Die ungarische Regierung entschlossen ist, von ihrer Autorität in jedem Falle Gebrauch zu machen, wenn die Durchführung der grundlegenden Leitsätze des Staates in der Minderheitenfrage gefährdet erscheine, so stellen wir dies mit a u f r i ch t i g e r Genugtuung fest.
Wir können daher auch das vertrauen haben, daß die deutsche Volksgruppe in Ungarn neben der politischen Freiheit und wirtschaftlichen Gleichstellung auch die Möglichkeit zu einer ungehemmten kulturellen Entwicklung haben wird.
Angesichts der Jahrhunderte alten Freundschaft zwischen dem deutschen und dem ungarischen Volke ist es — das möchte ich ausdrücklich erklären — unser Wunsch und unsere Hoffnung, daß die ungarländische deutsche Volksgruppe wie bisher so auch in Zukunft in Treue dem ungarischen Staat dienen und da« durch auch weiterhin eine Brücke zwischen beiden Völkern darftellen wird.
„Keine Berechtigung für einen Krieg."
Gegen Weiterungen im Nordchina-Konflikt
London, 16. Juli. (DNB. Funkspruch.) Zu dem chinesisch-japanischen Konflikt schreibt der diplomatische Korrespondent der „M o r n i n g P o ft", daß England und Amerika unabhängig voneinander ihren Einfluß geltend irad)- tcn, um einen Krieg zu verhindern. Die britische Regierung sei der Meinung, daß der ursprüngliche Zwischenfall keine Berechtigung für einen Krieg gebe, und sie habe die japa- Nische Regierung hiervon in Kenntnis gesetzt. Die englische Regierung habe gleichzeitig auf beiden Seiten die Hoffnung ausgedrückt, daß der Zwischenfall nicht durch Prestigeerörterungen vergrößert werde. Von einer englischen Vermittlung zwischen den beiden Ländern könne keine Rede sein. Englands Bemühungen beschränkten sich gegenwärtig darauf, den Konflikt örtlich zu umgrenzen. Die Regierung Amerikas soll ähnliche Vorschläge erhoben haben.
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Tokio, 15. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Wie das japanische Kriegsministerium offiziell bekanntgibt, habe sich die Verschickung größerer Trup- penmasfen aus Japan nach Nordchina als notwendig erwiesen, da die Lage dort sich nunmehr sehr zugespitzt habe.
bessere waren, konnte der lebenslustige Johann van Beethoven alljährlich mit seinen Freunden von der Hofkapelle den Namenstag seiner Gattin fröhlich feiern; wochenlang vorher wurde im Hause fleißig musiziert, bis am Festtage die Mutter, beschirmt von einem unter dem Bilde des verehrten Großvaters bekränzten Baldachine, die Festtagsmusik be- alückt entgegennahm. „Unbeschreibliche Freud" erfüllt das Herz der Mutter, als der kaum siebenjährige Ludwig ihr feine erste „Namenstags-Komposition" vorspielt.
Bald mußte Frau Maria Magdalena erkennen, daß Johann van Beethoven sehr wenig von der pflichteifrigen Art seines Vaters geerbt hatte, und wie recht dieser hatte, wenn er seinen „Sorgensohn" kurz „Johannes den Läufer" nannte, um das Unstete, Flüchtige feines Wesens zu bezeichnen. Zu ihrer körperlichen Zartheit kamen bald seelische Leiden, die sie noch ernster werden ließen; in zeitgenössischen Briefen heißt es, man habe sie so gut wie nie herzhaft lachen gesehen. Sorgen zermürbten sie immer mehr, da die Familenverhältnisse zusehends sich verschlechtern; als 1773 der Großvater starb, fiel die letzte wirkliche Stütze fort. Vater Johann suchte seine Sorgen im Wein zu ertränken; nicht selten mußte er von seiner Frau und dem kleinen Ludwig mit List aus der Wirtsstube gelockt werden. Trotzdem hatte der Knabe ein war- mes Gefühl für den Vater, den er einmal zornig aus den Händen eines Polizisten, der den Trunkenen abfuhren wollte, befreite und nach House brachte. Die Geldnot wuchs derart, daß Vater Johann kurz vor der letzten Erkrankung seiner Frau aus der wertvollen Hinterlassenschaft des Vaters, „den schonen Möbeln, dem Schrank mit silbernen Servicen, dem Schrank mit feinem, vergoldetem Porzellan und gläsernem Geschirr, dem Vorrat der schönsten Leinwand, die man durch einen Ring hätte Ziehen können", fast alles verpfändet hatte.
Graf von W a l d st e i n , ein großer Musikfreund, hatte Beechoven 1787 nach Wien gesandt und ihm den Unterricht bei Mozart ermöglicht Plötzlich kam von Bonn die Nachricht von der ernsten Erkrankung der Mutter. Sofort reifte der Siebzehnjährige heim. Aus einem Brief an den Hofrat Schaden in Augsburg wird Beethovens Stellung zur Mutter deutlich:
„Den 15. Oktob. 1787.
Ich muß Ihnen bekennen, daß, seitdem ich von Augsburg weg bin, meine Freude und mit ihr meine Gesundheit begann aufzuhören; je näher ich meiner Vaterstadt kam, je mehr Briefe erhielt ich von meinem Vater, geschwinder zu reisen als gewöhnlich, |
da meine Mutter nicht in günftigm Gesundheitsumständen wär ... Das Verlangen, meine kranke Mutter noch einmal sehen zu können, setzte alle Hindernisse bei) mir hinweg und half mir die größten beschwernisse zu überwinden, ich traf meine mutter noch an, aber in den elendesten gesundheitsumftän- den; sie hatte die Schwindsucht und starb endlich ... nach vielen überftanoenen schmertzen und leiden, sie war mir eine so gute liebenswürdige mutter, meine beste Freundin; o! wer war glücklicher als ich, da ich noch den süßen namen mutter aussprechen konnte, und er wurde gehört, und wem kann ich ihn jetzt sagen?"
aus zweiter Hand erhält. Von den Erwachsenen sind Robert Young und Alice Faye als Hauptpersonen zu nennen. Regie: William A. Sei ter.
Im Beiprogramm sieht man die Wochenschau und einen Kulturfilm. Auf der Bühne: „Der rote Me- phisto", der die Besucher mit einem Jllusionsakt unterhält und erheitert. Hans Thyriot.
Tonfilmarchiv der Dogelstimmen in USA.
Arn 17. Juli 1787 starb Frau Maria Magdalena, vierzig Jahre alt, im Glauben an Mozarts Wort über ihren Ludwig: „... der wird einmal in der Welt von sich reden machen!"
Hans Sturm.
Glona-Palast: „Gonnenscheinchen".
Die Deutsche Fox-Film AG. bringt einen neuen tfilm mit dem auch in Europa schon berühmt gewordenen amerikanischen Filmkind Shirley Temple in deutscher Sprache. Diesmal spielt die Handlung im Fernen Osten, Shirley ist ein kleines Mädchen namens Ching Ching, dessen Eltern beim lieb er fall einer chinesischen Räuberbande ums Leben gekommen sind; sie irrt nun mit ihrem Hündchen mutterseelenallein in der großen Stadt Schanghai umher und besteht als blinder Passagier auf einem Ozeandampfer allerlei Abenteuer. Auf dem Schiff wendet sich aber dann das Schicksal der Kleinen zum Heile, sie findet einen guten Onkel, der sich ihrer annimmt, und der Onkel, im besten Heiratsalter, nnöet seinerseits eine junge Dame, die er heiraten rouröe, wenn sie nicht leider bereits verlobt wäre. -Oer Zuschauer ahnt schon, wie das endet, zumal thire und Xante sogleich an dem niedlichen Kinde Gefallen gefunden haben: die Verlobung geht auseinander, ^und Onkel und Tante werden ein Paar, um das Sonnenscheinchen adoptieren zu können. — u- K^rsta^ch' 5" sehen, mit welcher selbstverständlichen Sicherheit sich die kleine Amerikanerin hJL r $a™ra freroegt und ihre Rolle herunter- fprelt samt den Parade-Einlagen, die das Drehbuch aen--rlch-int [ie, fonft ungezwun- gen-schelmisch, wie eine Diva in Miniaturausgabe, zumal, wenn man sich deutsche Filmkinder wie Peter rn hm äh?“ Start ober den kleinen Eugens
1 stelle denkt. Die wirken alle kindlicher iTtfnlnÄVUr ellft ss.eilich zu bedenken, daß man, infolge der Synchronisierung, hier einen Eindruck
An der Cornell-Universität in Ithaka in den Vereinigten Staaten hat man den Plan gefaßt, ein Tonsilmarchiv zusammenzubringen, das den Gesang aller nordamerikanischen Vögel festhalten soll. Die Schwierigkeiten, die Stimmen singender Vögel in einem Tonfilm aufzunehmen, sind nicht gering, wie aus einer Schilderung von Arthur A. Allen in „National Geographie Magazine“ hervorgeht. „Es ist etwas anderes", schreibt er, „einen Opernsänger aufzufordern, sich vor dem Mikrophon aufzustellen und seinen Gesang zu beginnen, als einem in der Freiheit lebenden Vogel denselben Auftrag zu geben. Fast zwei Wochen lang rangen zwei der besten Operateure für Tonfilm mit diesem Problem, aber gerade, als sie ihre Kameras und Mikrophone in Tätigkeit setzen wollten, flogen die Vögel fort. Schließlich war ihre Geduld erschöpft, und sie kamen zu unserem Laboratorium für Ornithologie an der Cornell-Universität und baten um Hilfe, da sie an» nahmen, daß unsere Kenntnis der Vögel ihrer Kenntnis der Tonfilmaufnahmen zugute kommen würde. Wir konnten tatsächlich auch helfen, und wir bekamen so großes Interesse an dem Problem, daß wir den Gedanken faßten, den Gesang aller Vögel in Nordamerika aufzunehmen. Bald waren wir am Werke, diesen Plan auszuführen, der ebenso reizvoll wie schwierig für uns war und ebensoviel . Zeit verschlang, wie seine Ergebnisse wertvoll waren. Wir mußten im Jahre 1935 mit unseren Apparaten 24 000 Kilometer zurücklegen, als es uns darauf an» Jam, die Stimmen gewisser Vögel aufzunehmen, die bei uns auszusterben drohen."
Sochschulnachnchten.
Von den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden die ordentlichen Professoren Dr. Schucht (Geologie) an der Universität Berlinund Dr. Ernst Diehl (Klassische Philologie) an der Universität Halle, beide auf eigenen Antrag.


