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Kriegssansaren

1848 - KrieMnfaren 1914...

Universitäten Frankfurt, Leipzig. Münster, Bad- Nauheim. Der 13. Aerzte-Fortbildungslehrgang mit dem Thema:Aetiologie der Herz- und Gesäßkrank­heiten" findet im September im Kerckhoff-Jnstitut statt. Die International Sociey of Medical Hydro- logy, die ihre Jahrestagung in Deutschland abhält, wird von Wiesbaden nach Bad-Nauheim kommen. Im Balneologischen Universitäts-Institut finden Demonstrationen durch Professor Dr. Weber und Professor Gollwitzer-Meier statt. Der Fach­ausschuß für Verfahrenstechnik im VDJ. hält feine Iahrestagung am 5. und 6. Juli im William-G- Kerckhoff-Jnftitut ab.

Aus aller Welt.

Bernd Rosemeyer fährt Rekord.

2üif der Reichsaulobahn zwischen Frankfurt a. 211. und Darmstadt unternahm heute Vormittag der be- kannte Aulo-UnionFahrer Bernd Rose meyer erfolgreiche Angriffe auf die von Rudolf Caracciola Ende des vorigen Jahres aufgestellten klassen- Rekorde über 1 Kilometer und 1 Vielte mit fliegen­dem Start. Ein Kilometer legte Rosemeyer mit der neuen Rekordgeschwindigkeit von 389,6 1 0 Kilometer zurück, nachdem er für die 2Neile einen neuen Rekord von 389,881 Stun­dengeschwindigkeit herausfuhr.

Reichsverbandstag der Eisenbahnvereine.

Der Leiter des Reichsverbandes der Eisenbahn­vereine, Staatssekretär K l e i n m a n n , hatte die Vertreter von 648 000 im Reühsverband der Eisen­bahnvereine zusammengeschlossenen Reichsbahn­beamten und -arbeitern zum Reichsoerbandstage nach Breslau bzw. Oberschreiberhau einberufen. Der größte Teil der Reichsbahnbeamten und -ar- beiter hat sich in den Eisenbahnvereinen zusammen­geschlossen, um in engster Berufskameradschaft die Betreuung ihrer kranken in Not geratenen Arbeits­kameraden und ihrer Angehörigen zu pflegen und gleichzeitig durch Entlastung ihrer in einem schwe­ren Beruf stehenden Kameraden von den Sorgen des Alltags und durch die Pflege der Berufskame­radschaft zu der Betriebssicherheit der Reichsbahn beizutragen.

Die 1. Schnellbootsflottille der Kriegsmarine besucht Mainz.

Anläßlich des Bundestages des NS. - Deutschen Marinebundes in Düsseldorf statten Einheiten der Kriegsmarine Städten und Häfen des Rheines Pesuche ab. Auf den Wunsch des Oberbürgermeisters der Stadt Mainz wird die 1 Schnellbootsflottille, die in Kiel stationiert ist, mit acht Booten ihre Fahrt auf dem Rhein bis Mainz erstrecken und die Stadt vom 26. bis 28. Juli dieses Jahres besuchen. Die Einheiten stehen unter dem Kommando des Flottillenchefs Korvettenkapitän von Conrad y, der von fünf Offizieren des Flottillenstabes begleitet wird. Die Flottille umfaßt mehrere Offiziere und mehr als 100 Unteroffiziere und Matrosen.

Ausländische Frontkämpfer kommen zum Reichskriegertag nach Kassel.

Auf dem vom Deutschen Reichskriegerbund (Kyff- häuserbund) vorn 25. bis 28. Juni in Kassel ver­anstalteten R e i ch s k r i e g e r t a g , an dem Reichs­führer SS. Himmler und Generalfeldmarschall von Mackensen teilnehmen werden, werden u. a. auch viele Abordnungen ausländischer Front­kämpferorganisationeck vertreten sein. So wird Oberst C r o ß f i e l d von der Leitung der British Legion in deutscher Sprache eine Ansprache an die deutschen Kameraden richten. Ferner wird eine Ab­ordnung aus Berkshire, eine Abordnung der British Legion aus Köln und eine Abordnung der British

Im Rahmen desH i l f - m i t!" - W e tt- bewerbesVolksgemeinschaft Blutsgemeinschaft, den der Na­tionalsozialistische Lehrerbund gemeinsam mit dem Propagand am i n v- sterium und dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, ausgeschrieben hat, erleben Tausende deutscher Jungen und Mä­del bei ihrer Familienforschung den Kampf ihrer Ahnen um deutsche Freiheit. Ein ya-- milienschicksal von vielen schildert vorliegende Skizze.

Man schrieb das Jahr 1847. In diesem Winter waren die Köge der Husumer Marsch schwer vom Wasser bedroht gewesen. Zweimal hatte die Spring­flut den armseligen Deich durchbrochen, zweimal hatten sich Bauer, Arbeiter und Handwerker bei dem Ruf des Nebelhorns versammelt und waren in die stockfinstere Nacht hinausgeeilt,, um mit Sandsäcken zu retten, was zu retten war.Trutz, blanker Hans!" Dieses sture Siegeswort der Män­ner stand neben ihrer friesischen Kampfparole: Lewer dud üs Slaw." Ja, lieber nicht mehr leben, als Sklave sein. Wie tief dieses Wort die Herzen durchdrungen hatte, fühlten eben im Jahre 1847 die Menschen mehr als sonst. Man rüstete heimlich zum Aufitand gegen die Dänen. Nis Harksen, der junge Student, war von der Kieler Universität zur Fe­rienzeit in die Heimat gekommen. Dort hatte er kriegerische Reden geführt und vom Vater die Fuchsstute verlangt. Der Alte schüttelte nur den Kopf, gab seinem Jungen, was er wollte, und sah ihm voll Stolz nach, als er gen Süden trabte. Alles weitere ist in dem alten Bauernbuch des Hauses zu lesen, was dann geschah. Der junge Nis schloß sich den Kieler Studenten und Turnern an. Bei Bau, einem Oertchen in der Nähe von Flensburg, hat er mit feinen Kameraden gegen die feindliche lieber« macht gefochten und ist erst, nachdem er schwer ver­wundet war, nach vielen Stunden von den Dänen gefunden und in die Gefangenschaft abgeführt wor­den. Die Fuchsstute stand nach dem Gefecht auf drei Beinen vor dem Mühlenhügel. Ein mitleidiger Däne schoß dem verwundeten Tiere eine Kugel durch das Hirn. Der letzte Schuß in dieser Schlacht!

Legion aus Hamburg aufmarschieren. Der Adju­tant des Herzogs von Connaught, der vor dem Kriege Chef des Ziethen-Hufaren-Regiments Nr. 3 war, wird einer Abordnung der ehemaligen Ziethen- Husaren im Aufttage des Herzogs ein Fahnen­band überreichen. General Rossi, der Führer der italienischen Frontkämpfer, wird mit einer Ab­ordnung italienischer Frontkämpfer anwesend fein. Desgleichen werden auch ungarische Frontkämpfer nach Kassel kommen. Die zahlreichen Zusagen aus­ländischer Militärattaches beweisen, daß das Aus­land den Bemühungen der deutschen Frontsoldaten um die Verständigung und den Frieden in der Welt, Beachtung entgegenbringt.

Drei Personen vom Blitz erschlagen.

lieber den Haßbergen nordöstlich von Schwein­furt entlud sich ein schweres Gewitter, dem in Humprechtshausen zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Der Malermeister Johann Stile r, der mit feiner Frau und seiner Schwägerin Feldarbeiten verrichtete, wurde vom Unwetter überrascht. Ein Blitzstrahl tötete den Malermeister und seine Schwägerin, während seine Frau zu Boden ge­schleudert wurde und bewußtlos liegen blieb. Bei Kreuzwertheim am Main forderte ein Ge­witter ebenfalls ein Menschenleben. Die Eheleute Christoph Fertig, die sich mit ihrem elfjährigen

Fast IV2 Jahre hat man dann nichts von Nis Harksen gehört. Als er eines Tages ins Eltern­haus zurückkam, da war der junge Brausekopf ein Schweigsamer geworden. Er ging dann bald aus der Heimat fort und beendete in Jena seine Stu­dien. Als jungen Arzt trieb es ihn wieder in die Heimat zurück.

Der Krieg 1871 kam. Im stürmischen Siegeslauf drangen die deutschen Heere in Frankreich bis nach Paris vor. In den Reihen der Marschierenden waren zwei seltsame Kriegsfreiwillige. Der eine kaum 16 Jahre alt, Jens Harkfen hieß er, der an­dere im grauen Haar. Es war Nis Harksen, der mit seinem Jungen in demselben Regiment wieder einmal um die Freiheit des Vaterlandes focht. Eine schwere Lungenentzündung warf den Vater bald bei Orleans auf das Krankenlager, und der Krieg war schon fast zu Ende, als er seinen Jungen, das schwarzweiße Ordensband am Waffenrock, im Lazarett vor sich stehen sah. Auch dieser trug, wie einst der Vater es als junger Mensch getan hatte, einen verwundeten Arm in der Binde. Nis Hark­sen konnte in dieser Stunde nur wenig sprechen. Er sagte nur:Mein Junge!" Als der alte Kaiser bald darauf an der Spitze seiner Truppen in die Reichshauptstadt einzog, konnten beide noch nicht mitmarschieren aber Arm in Arm standen sie vor dem Schlosse. Zwei Kameraden, die im Kampfe um die deutsche Freiheit mehr als nur Vater und Sohn geworden waren.

Die Zeit eilte dahin. Deutschland war ein Reich der Stärke, des Wohlstandes und des Glückes ge­worden. Da riefen 1914 plötzlich wieder die Kriegs­fanfaren. Alldeutschland zog nach Frankreich hinein. An der Spitze feiner Kompanie Uwe Harksen, der junge Hauptmann, der Dritte in dem Geschlecht, der sein Leben dem Vaterlande schenken wollte. Er ist nicht mehr zurückgekehrt. In dem alten Bauern­buche der Familie jedoch sieht man das Bild des jungen Menschen aus den ersten Kriegstagen und hart daneben das eines Soldatengrabes vor Ver­dun. Ein kleines schwarzweißes Ordensband hat der Vater daneben geheftet. Darunter hat er die Worte geschrieben:Deutschland muß leben, auch wenn wir sterben müssen." H.

Sohn zum Mähen auf der Wiese befanden, schickten das Kind beim Ausbruch des Gewttters nach Hause. Kaum war der Junge 30 Meter weit gegangen, als ein Blitz herniederfuhr und ihn auf der Stelle tötete.

120 Wohnhäuser in Polen eingeäscherl.

Infolge der großen Dürre brannten in Irena, einem von Demblin, 33 Wohnhäuser nieder, so daß einem Vorort von Demblin, 33 Wohnhäuser nieder, so daß viele Familien obdachlos wurden. Nur durch halt geboten werden. In einem anderen Dorf wur­den 89 Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude, dar­unter die Schule, eingeäfchert. In einem Dorf im Kreise Lomza kamen zwei Mädchen im Al­ter von zwei und drei Jahren in d en Flam­men um.

Eisenbahnunglück bei Bagdad fordert 19 Todes­opfer.

In der Nähe von Bagdad ist ein Schnellzug auf einen mit arabischen Arbeitern besetzten Lastwagen gefahren. Der Fahrer des Lastwagens und 18 In­sassen wurden bei dem Unglück getötet.

Vollstreckung eines Todesurteils.

Am 15. Juni ist der Robert Schöler in Berlin h i n g e r i ch t e t worden, der vom Schwurgericht in Bielefeld wegen Mordes zum Tode und wegen

versuchten Mordes in drei Fällen und schweren Einbruchsdiebstahls im Rückfall zur Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus und zum dauernden Ver- lüft der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Schöler, ein schwer vorbestrafter Gewohn­heitsverbrecher, hat bei einem Einbruchsdiebstahl den Gastwirt Johann Dresselhaus in Schloß Holte ermordet.

Vauunglück in Süditalien.

Bei dem Einsturz eines Neubaues in dem süditalienischen Dorf Bernalda sind 14 Arbeiter verschüttet worden. Trotz sofortiger Hilfe­leistung find vier Tote und fünf Schwer ver­letzte zu beklagen.

Sühne für eine feige jüdische Mordtat.

Der 18 Jahre alte jüdische Schlächtergeselle Welwel Szczerbowski, der am 14. Mai den Polizei­beamten Kendziora i n B r e st a m B u g mit einem Fleischermesser hinterrücks nie berge st ochen hatte, als dieser gerade seinen beruflichen Pflichten nachkam, ist vom Brester Bezirksgericht zum Tode verurteilt worden.

Tödlicher Äerkehrsunfaii auf der Reichsautobahn.

Lpd. Darmstadt, 15. Juni. An der Ausfahrt der Reichsautobahn ereignete sich ein tödlicher Ver­kehrsunfall, dessen Opfer der 28jährige Gärtner Ritter aus Griesheim wurde. Der genaue Her­gang des Unfalles ist noch nicht endgültig geklärt. Der Wagen Ritters überschlug sich plötzlich und Ritter wurde auf die Straße geschleudert und g e- tötet.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Mit dem Aufbau eines stationären Hochdruck­gebietes über den Ostatlantik hat für Deutsch­land eine Zufuhr kühlfeuchter Meeresluft und damit auch für uns unbeständiges Wetter eingesetzt. Der Temperaturrückgang hat damit seit Montag im Durchschnitt 8 bis 10 Grad erreicht. Doch brachte die verbreitete Regentätigkeit am Dienstag, die teil­weise gewittriger Natur war, sehr unterschiedliche Niederschläge. Wenn sich auch Aufheiterung durch­setzen wird, so bleibt sie doch nur vorübergehend und die Witterung kühl und unbeständig.

Aussichten für Donnerstag: Gelegent­lich aufheiternd, doch zeitweise auch Regen.

Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus Westen und Nord Fortdauer der unbeständige­ren und zunächst kühlen Witterung.

Lufttemperaturen am 15. Juni: mittags 16,4 Grab, am 15. Juni: abends 14,5 Grad, am 16. Juni: mor­gens 13,1 Grad: Minimum 20 Grad, Maximum 12,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juni: abends 20,6 Grad, am 16.* Juni: morgens 17,2 Grad Celsius; Niederschläge 2,9 mm; Sonnen­scheindauer 3 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen­leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D- A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., fämllid) in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. wehr Einzelverkaufspreis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr

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