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Burd) sew Bertel)men unb durch seine Handlungs­weise gezeigt, daß er eine ganz niedrige Gesinnung hat. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände wurde er zu einer Gesamtzuchthaus st rase von drei Jahren und, gesetzlicher Vorschrift gemäß, zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurteilt. Weiterhin wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die hochstzulässige Dauer von zehn Jähren ab­erkannt. Da er sich, wenn auch erst in der Haupt- verhandlung, in den weitaus meisten Fällen zu einem Geständnis bequemte, rechnete ihm das Ge­richt die Untersuchungshaft mit 7V2 Monaten an. Im Falle der Uneinbringlichkeit tritt an Stelle von je 5 Mark ein Tag Zuchthaus.

Der Angeklagte wurde darauf hingewiesen, daß dies seine letzte Chance sei, um ein anderes, ord­nungsgemäßes und anständiges Leben zu beginnen.

Nach Arbeitsschluß war der H. Sch. aus Bad- Nauheim am 19. Dezember 1936 von seiner Arbeits­stelle aus in mehrere Wirtschaften gegangen und hatte dort sehr große Mengen Alkohol genossen. Bel einem Wirt, der ihm kein Bier mehr geben wollte, hatte er sich ungehörig benommen und dreimal versucht, mit Gewalt Bier zu erhalten. Dem herbei­gerufenen Polizeibeamten gegenüber hat er sich in

ber unverschämtesten Weise zur Wehr gesetzt und auch nach seiner Verbringung auf das Wachlokal mit Wort und Tat sich vergangen. Da er schon zweimal wegen gleicher Delikte vorbestraft ist, wurde er, da das Gericht Volltrunkenheit zu seinen Gun­sten annähm, unter Kostenbelastung zu einer G e - fängnisstrafe von vier Monaten ver­urteilt.

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Weiterhin hatte sich der K. G. aus Friedberg wegen fahrlässiger Gefangenenbefreiung zu verant­worten. Als Gefangenenaufseher hatte er bei der Beaufsichtigung der Gefangenen nicht die nötige Sorgfalt walten lassen. So hatte er u. a. zwei Ge­fangenen ziemlich große Freiheit gelassen. Weiter ließ er eine Leiter im Hofe des Gefängnisses frei Herumliegen. Wenn er seiner Dienstpflicht als Pfört­ner nachkommen mußte, hätte er die Gefangenen auf dem Hofe sich nicht selbst überlassen dürfen. Durch diese Handlungsweise ist es einem Gefangenen unter Zuhilfenahme der Leiter gelungen, aus der Anstalt zu entweichen. In Anbetracht der sonst guten Führung des Angeklagten wurde er zu einer Geld­strafe von 50 Mark verurteilt, außerdem wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt.

lieuer Erfolg der oberhessischen Schafzucht.

Restloser Absatz bei der Lährlings-Gchafbockversteigerung in Gießen. Gute Durchschnittspreise.-Starkes Interesse.

Die Versteigerung von Jährlingsböcken des deut­schen schwarzköpfigen Fleischschafes 1937 in der Rhein-Main-Dersteigerungshalle auf dem Gießener Viehmarktplatz durch den Landesverband der Schaf­züchter in Hessen-Nassau sand sehr reges Interesse.

Nach der Prämiierung und Einteilung der Böcke nach Wertklassen am Vortage fand imHotel Hopfeld"

ein Züchterabend

unter dem Landesverbandsoorsitzenden Schuster- Heuserhof (Odenwald) statt, bei dem eine Reihe technischer und züchterischer Fragen behandelt wur­den. Es wurden die neuen Richtlinien für eine all­gemeine Schafschur festgesetzt, um durch eine be­stimmte Scherkolonne in der Zeit vom 1. bis 10. Oktober eine gleichzeitige Schafschur durchzuführen. Der Zweck dieser Aktion ist die Erreichung einer einheitlichen Wollbehandlung, die sich sowohl für die Verwertung, als für den Erlös günstiger aus- wirken wird. Gleichzeitig wurden die Einzelheiten für die Benutzung der Bockweide in Thiergarten bei Büdingen besprochen.

Bei der Prämiierung erhielten zwei Böcke, Ab­

kömmlinge des bekannten Vererbers 62 Hilwarts­hausen aus der Zucht von Heinrich Wicke, Rudlos, Auszeichnungen, und zwar einer die Silberne Me­daille des Reichsverbandes der Schafzüchter, der andere den ersten Wollpreis der Reichswollverwer- tung. Die Bronzene Medaille erhielt ein Tier der Fürstlichen Gutsverwaltung Lich. Aus den mit wei­teren Preisen ausgezeichneten Stammherden der Züchter Ludwig S ch u d t, Mittel-Gründau, und der Freiherrlich Riedeselschen Gutsoerwaltung Eisenbach wurde je ein Jährlingsbock für die Reichsnähr­standsausstellung in München ausgewählt.

In der von Interessenten aus Oberhessen, Nassau, Kurhessen, dem Taunus, Oberlahngebiet und dem Westerwald zahlreich besuchten Versteigerungshalle Rhein-Main eröffnete der Landesverbandsvor­sitzende Schuster-Heuserhof am gestrigen Don­nerstag die

ZährlingsSchafbockversteigerungil937

Er verwies darauf, daß zum ersten Male Jähr­lingsböcke zur Auktion kommen und daß die Züch­ter ein Tiermaterial hervorgebracht haben, das in älteren Zuchtgebieten als dem hessen-nassauischen

nicht besser sein kann. Gleichzeitig empfahl er die Beschickung der Bockweide des Landesverbandes in Thiergarten bei Büdingen.

Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Gießen, machte auf die Kaufbedingungen aufmerksam und gab bekannt, daß der Landesverband zur Förde­rung der Schafzucht auch diesmal wieder einen 30prozentigen Zuschuß zu den Ankaufskosten für die im Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau bleibenden Tiere bewilligt habe.

Zur Versteigerung waren 106 Jährlingsböcke, zum großen Teil Nachzucht der Herden Brachstadt und Hilwartshausen, darunter etwa 20 Söhne des be­kannten Vererbers 62 Hilwartshausen, der jetzt beim Züchter Heinrich Wicke, Rudlos, steht, aufge­trieben. Das durchweg hervorragende Tiermaterial fand lebhaften Zuspruch. Die Angebote blieben bis Zum letzten Tier sehr rege. Spitzenpreise blieben aus, dafür wurden gute Durchschnittspreise erzielt, die für Züchter und Käufer gleich günstig waren. Außer dem mit der Silber-Medaille prämiierten Bock von Hch. Wicke, Rudlos, wurden sämtliche 105 Tiere abgesetzt, die nach Kurhessen, Nassau, dem Oberlahngebiet, dem Westerwald und dem Taunus gingen. Den höchsten Preis von 680 Mark erzielte der mit dem Wollpreis ausgestattete Bock des Züchters Wicke, Rudlos, der vom Lehr- und Ver­suchsgut Selgenhof angekauft wurde. Die Tiere der Wertklasse I erzielten einen Durchschnittspreis von etwa 530 Mark, die der Wertklasse II einen solchen von etwa 397 Mark; der Gesamtdurchschnittspreis betrug etwa 295 Mark. An dem Gesamtumsatz von rund 31 000 Mark wird der volle Erfolg dieser dies­jährigen Schafbockversteigerung ersichtlich, der sich Aum Vorteil der heimischen Schafzucht auswirken dürfte.

Wertklasseneinteilung:

Klasse I: Ludwig Schudt, Mittel-Gründau (zwei Tiere); Fürst!. Gutsverwaltung Lich (zwei Tiere); Heinrich Wicke, Rudlos (zwei Tiere).

Klasse II: Heinrich Wicke, Rudlos ( zwölf Tiere) Otto Rinn, Utphe (vier Tiere); Ludwig Schudt, Mittel-Gründau (zwei Tiere), Freiherr!. Riedeselsche Gutsverwaltung, Eisenbach; Heinrich Schäfer, Lützellinden; Fürst!. Gutsoerwaltung Lich.

Aus her engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

"Y Watzenborn-Steinberg, 16. April. Am morgigen Samstag begehen unser Mitbürger Jakob Burger II. und seine Ehefrau Marie, ge­borene Fett, das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Jubilare stehen im 74. Lebensjahr. Ihre Nachkommen zählen 4 Kinder, 10 Enkel und 3 Ur­enkel. Herr Burger war 45 Jahre im Gießener Braunsteinberg beschäftigt, beide sind ihrem Alter entsprechend noch rüstig.

)( Garbenteich, 15.April. Die Jahresvei^ sammlung der Spar - und Darlehenskasse fand am Samstagabend statt. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Aufsichtsratsoorsitzenden wurde die weitere Leitung der Versammlung dem Vorstandsmitglied Jak. Stumpf VII. übertragen. Vereinsdirektor Kissel erstattete den Geschäfts­bericht. Die Spareinlagen haben sich im letzten Jahr um rund 20 000 Mark erhöht, auch die Einlagen der Schulsparkasse erbrachten weitere 1719 Mark Spareinlagen. Der Sollzinsfuß, der schon ab 1. Ja­nuar 1935 auf 43/4 0. H. gesenkt worden war, blieb unverändert. Die Mitgliederzahl ist noch etwas ge­stiegen. Aus dem Geschäftsüberschuß können wiederum 4 v. H. als Dividende an die Mitglieder verteilt werden, auch wurden Reservefonds und Bes triebsrücklage wie früher bedacht. Sämtliche bean­tragten Kredite konnten bewilligt werden. Die Kasse verfügt heute über eine gute Liquidationsreserve. Die statutengemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats uYib des Vorstandes, Heinrich Land und Jakob Stumpf VII., wurden einstimmig wie­dergewählt. Direktor Kissel sprach dann noch kurz über die Warengeschäfte, Rechner Lang wies auf die Wichtigkeit der Kontoanerkenntnisse hin, worauf das Vorstandsmitglied Stumpf die Mitglieder darauf hinwies, daß der heutige günstige Stand ihrer Kasse der verständnisvollen Mitarbeit und der wieder ganz regelmäßig gewordenen, allgemeinen Benutzung der Dorfkasse zu verdanken sei. Er dankte den Mitgliedern und auch den Kartenausträgern von Garbenteich und Hausen für ihre Bemühungen und schloß dann in üblicher Weise durch Gedenken des Führers die Versammlung.

A Utphe, 15. April. Der älteste männ»- liche Einwohner unseres Dorfes und auch der ganzen Umgegend, der Landwirt und Drechsler Georg Friedrich Beltz er, konnte dieser Tage sei­nen 9 6. Geburtstag begehen. Er hat sich bis in sein hohes Greisenalter Gesundheit und Frische erhalten, obwohl er schon von schweren Schicksals­schlägen betroffen wurde und mehrere erwachsene Enkelkinder ins Grab sinken sah. Er ist auch in der weiteren Umgebung bekannt geworden, als in der Nachkriegszeit die Spinnräder wieder zu Ehren kamen und man sie ihm zur Instandsetzung brachte; gibt es doch nicht mehr viele Drechsler, die davon noch etwas verstehen.

Kreis Wehlar.

ch Wißmar, 13. April. Am Montag konnte der Werkmeister Wilhelm Rupp von hier auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma B. Nuhn-Lol­lar zurückblicken. Der Jubilar ist in- und außerhalb seines Betriebes sehr beliebt.

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Safran, aus den Blütennarben einer in Spanien gezüchteten Krokusart gewonnener, gelber Farbstoff, der zum Färben von Kuchenteig verwendet wird, früher auch als Gewürz diente. Saft, f. Fruchtsast.

Saftbraten, mit Gewürzen, Zwiebeln evtl, auch Lorbeerblatt gedünstetes Rindfleisch.

Sago, das Mark verschiedener Palmarten, das in Körnerform bei Suppeneinlage oder bei roter Grütze verwendet wird. Aus Kar­toffelstärke wird künstlicher Sago hergestellt.

Sahne, soviel wie Rahm, die fette Oberschicht der Milch.

Saison, franz^, entbehr!. Fremd­wort für Jahreszeit. Haupt­betriebszeit. Kurzeit, Badezeit, Reisezeit.

Sakko, ital.. Bezeichnung färben einreihigen oder zweireihigen am Tage getragenen Herrenrock.

Salamander, Molchart. Der Feuersalamander ist schwarz mit gelben Flecken. Salamander las­sen sich im Aquaterrarium halten.

Salat, auch Kopfsalat, in ver­schiedenen Sorten den ganzen Sommer hindurch. Zum Ge­deihen ist nährreicher, lockerer Boden nötig. Rupf-Schntttsalat bildet keine Köpfe die einzelnen Blätter ergeben den ersten Früh- lrngssalat. Pflücksalat hat ge­krauste Blätter, die abgepflückt werden und wieder nachwachsen.

Alle Salate sind gesund, das An­machen soll für Bleichsüchtige nicht mit Essig, sondern mit Zitronensaft oder Sahne erfol­gen. Siehe Endivien. Feldsalat. Salatbestecke wählt man zweck­mäßig aus Bein. Horn. Galalith oder Holz, da sie dann vom Essig nicht angegriffen werden. Salat­bestecke aus Metall müssen sofort gesäubert werden.

Salate, kalte Gerichte verschie­denartiger Zusammensetzung, die, richtig zubereitet, immer sehr schmackhaft sind. Die meisten Salate aus Salatpflanzen, Ge­müsen. Kartoffeln. Wurzeln, Fleisch und Fisch werden mit Essig, öl und Gewürzen ober Zitronensaft, Sahne oder Mayon­naise zubereitet.

Salbei, ausdauernde Heil- und Gewürzpflanze, durch Aussaat im April gezogen Gebraucht werden die Blätter Absud dient als Gur­gelwasser bei Halsentzündungen, pulverisierte Blätter als Zahn- putzmittel. Abreiben der Zähne mit frischen Salbeiblättern wird empfohlen.

Saline, lat., Salzwerk, auch künstliche Hürden von Reisern, auf die Salzsole zum natürlichen Eindampfen geleitet wird.

Salizylsäure. Konservierungs­mittel. das bei Eingemachtem Gärung und Fäulnis verhindert. Statt Salizylsäure wird aber bester Benzoesäure verwendet, die harmloser ist. aber die gleiche Wirkuna hat.

Salm, andere Bezeichnung für Lachs.

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