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rung bei den Lastwagen. Hier stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 3,3 auf 5 o. H. Die prozen­tuale Zunahme der jährlichen Zulassungen war in Deutschland weitaus größer als in den drei Län­dern mit dem höchsten Kraftwagenbestand.

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Anfang dieser Woche ist der sogenannte Privat- Diskontsatz, also der Zinssatz für reichsbank­fähige Wechsel von etwa 3Vs auf 27/s v. H. herab­gesetzt worden. Der Wechsel-Zinssatz in Deutsch­land ist damit wieder unter die Markscheide von 3 v. H. gesunken, diese Erscheinung ist um so be­grüßenswerter als das Geldangebot sehr^ reichlich ist. Allzu reichliches Geld ist nicht gut, weil von ihm preistreibende Tendenzen ausgehen. Der Reichs­finanzminister hat deshalb auch vor einigen Wochen durch die Ausgabe der letzten 700-Millionen-Anleihe einen Teil des schwimmenden Geldes abgeschöpft. Umgekehrt ist natürlich Handel und Industrie zu­frieden, wenn flüssiges Geld zu leichten Zinssätzen zur Verfügung steht. Die Eindeckungen für das Frühjahrsgeschäft sind nun zu Ende gebracht und angesichts des guten Geschäftsganges beginnen die dafür aufgenommenen Kredite bereits zurückzu­fließen. Zum Vierteljahrsschluß waren zahlreiche Zinsverschreibungen fällig, außerdem fließen dem kurzfristigen Geldmarkt aus Dividendenzahlungen beständig neue Mittel zu. Außerdem hat sich die Vorrakshaltung vermindert, nicht zuletzt auch im Kohlenbergbau, wo endlich die früheren hohen Hal­denbestände wesentlich abgebaut werden konnten. Die Folgen des billigen Geldes sind auch für die Reichskasse erfreulich, weil damit eine Senkung des Zinssatzes für Reichswechsel verbunden ist. Auf der anderen Seite zeigt ein Blick in den Kurszettel, daß die Kurse von Anleihen stark anziehen, ja daß Pfandbriefe häufig überhaupt nicht mehr zur Notiz gelangen, weil sie allmählich ausverkauft sind.

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Von Mitte März bis Mitte April sank der Kurs der 3prozentigen französischen Staats­anleihe von 74,35 auf 67,75, der 4prozentigen von 1917 von 74 auf 67,40. Der Kurs der deutschen 4prozentigen GemeindeumschuldungsMnleihe ist in derselben Zeit von 91 auf 92,13 und der der deut­schen Anleihe-Auslosungsschuld von 120,25 auf 123 gestiegen. In Paris sank der Kurs der Banque de Pays-Bas von 1636 auf 1348, der des Cr£dit Lyonnais von 1780 auf 1710; in derselben Zeit stellten sich die Kurse der Deutschen Bank und Dis- konto-Gesellschaft in Berlin auf 120 bzw. 117,75 und der Dresdner Bank auf 104,75 bzw. 106,50, wobei aber zu berücksichtigen ist, daß die Dividende in Höhe von 5 und 4 v. H. inzwischenabgegangen" ist. Die Aktien des Kohlenbergwerks Lens sanken in Paris von 392 auf 329, der Allgemeinen fran­zösischen Elektrizitätsgesellschaft von 1625 auf 1531, des chemischen Werkes Pschiney von 2260 auf 1850 und der Automobilfabrik Citroen von 855 auf 738 Franken. Dagegen bewegten sich in Berlin die Kurse von Harpener von 154 auf 161, von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft von 41 auf 43,5, von IG. Farben von 168 auf 168,13, von Daimler-Benz von 127 auf 137. Dabei ist zu berück­sichtigen, daß die Ausgabe öffentlicher Schuldver­schreibungen in Deutschland ein blindes Wüten der Spekulation abbremst und daß sich in der mäßigen, aber nach oben gerichteten Kursbewegung lediglich das steigende Vertrauen auf die wirtschaftliche Ent­wicklung und politische Führung ausspricht.

Es ist ein alter Erfahrungssatz, daß zum Spa­ren nicht nur ein fester Sparwille, sondern auch eine Sparmöglichkeit erforderlich ist. Vergleicht man die Sparaufkommen in den einzelnen Ländern Europas im Jahre 1936 miteinander, so zeigt sich, daß Deutschland, Ungarn und Bulgarien im letzten Jahre ganz konsequent ihre Spargroschen gemehrt haben. Beträchtlick war der Abgang an Spareinlagen in Frankreich und Holland, die infolge ihrer Abwertung Ende 1935 ein gut Teil des Vertrauens ihrer Sparer vernichtet hatten. Am stärksten litt naturgemäß infolae der innen­politischen Entwicklung die Sparfreudigkeit in Frankreich. Der wirtschaftliche Aufschwung Eng­lands spiegelt sich in einer Rekordeinlagenzunahme der englischen Sparkassen wider. In den nordischen Ländern zeigt sich bei Schweden ein Anhalten der Spartätigkeit, während Dänemark und Norwegen Rückläufigkeit der Sparaufkommen ausweisen. Bei Dänemark erklärt sich der Rückgang aus der Not der Landwirtschaft, bei Norwegen aus anderen Wirtschaftsschwierigkeiten. Namentlich die Besteue­rung der Späreinlagen bei den Kreditinstituten führte in Norwegen zu einer starken Abwanderung von Spareinlagen. Es bestätigt sich mithin immer wieder die Tatsache, daß Spargroschen ungewöhn­lich empfindlich sind. Nur wo festes Vertrauen in die Wirtschaftszukunst eines Landes besteht, wachsen auch die Sparquellen eines Volkes an.

Die in den letzten Wochen erfolgten großen Pelz­auktionen in London, Kanada und Leningrad standen im Zeichen stark ansteigender Preise. Na­mentlich in Leningrad haben England und Amerika geradezu ungeheure Mengen Pelzwaren angekauft, die englischen und amerikanischen Händler bezahlten jeden Preis. Sie kauften wie seit längerem ganze Jahresernten" der Farmen. Für amerikanische Rech­nung wurden Pelzwaren zu Preisen gekauft, die die des Vorjahres um 40 v. H. übertrafen. Skunks wurde mit 25 v. H., Persianer mit 40 v. H., Schwarzfuchs mit 30 v. H., Blaufuchs mit 45 v. H., Nerz mit 60 v. H., Wildkatze mit 70 v. H. und Seal-Elektric mit 35 v. H. teureren Preisen bezahlt. Auch in den weniger gefragten Artikeln war eine Preiserhöhung von 25 bis 30 v. H. zu verzeichnen. Die einzige bil­ligere Pelzsorte war amerikanisches Opossum, das 10 v. H. billiger wurde.

Der Hochverratsvrozeß Roffainl Die kommunistischen .Hugendführer" als Zeugen.

Berlin, 15. April. (DNB.) Im Hochverrats­prozeß gegen die katholischen Jugendführer vor dem Volksgerichtshof erklärte die Hauptzeugin, die 26 Jahre alte ehemalige kommunistische Funktionärin Bertha Karg, die bereits wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Sie betrachtete es als ihre besondere Aufgabe, entsprechend den von der Leitung des ehe­maligen kommunistischen Jugendverbandes erhalte­nen Richtlinien dieEinheitsfront" mit den jungen Katholiken zumgemein­samen Kampf gegen den National­sozialismus herzustellen." Sie erforschte in ihren Gesprächen mit Rossaint äußerst behutsam dessen Einstellung zum neuen Staat, indem sie zu­nächst nur religiöse und kulturelle Fragen beehrte. Dan aber ließ sie, ihre Maske fallen und kam mit dem Vorschläge heraus, man solle sie doch einmal vor den Leitern der katholischen Jugendoereine

Aus der Front der Parteiarbeit.

Gauleiter Meyer vor Diplomatie und Auslandspreffe.

Berlin, 15. April. (DNB.) Auf einem Emp­fangsabend des Außenpolitischen Amtes sprach im Hotel Adlon Gauleiter und Reichsstatthalter Dr. Alfred Meyer (Gau Westfalen-Nord) über das Thema:Aus der Arbeit eines Gauleiters und Reichsstatthalters." Nach der Behandlung von Fra­gen allgemeiner Natur auf den vorhergehenden Empfangsabenden gab damit zum erstenmal e i n Gauleiter aus dem Reich den ausländischen Hörern einen Einblick in die Arbeit der Front der Partei.

Sie wissen, so führte Dr. Meyer u. a. aus, daß im Staat von Weimar die Länder nur ganz lose an das Reich gebunden waren. Durch den Führer wurde das Verhältnis von Reich und Ländern auf eine neue verfassungsrechtliche Grundlage gestellt. Die Richtlinien der Politik, die der Reichskanzler bestimmt, sind im Reich und in sämtlichen Ländern einheitlich. Für die Beobachtung der vom Reichs­kanzler aufgestellten Richtlinien der Politik zu sor­gen, hat der Reichsstatthalter. Die Länderhaushalte können nur mit Zustimmung des Reiches aufgestellt werden. Damit ist auch in finanzpolitischer Hinsicht Einheitlichkeit gewährleistet. Der Reichsstatthalter übt also auf den ihm übertragenen Verwaltungs­gebieten nicht mehr Landesgewalt, sondern Reichs­gewalt aus

Parteipolitisch gesehen, ist der Gauleiter dem Führer dafür verantwortlich, daß die Partei als Garant der Volksgemeinschaft ein jederzeit schlagfertiges Instrument der Politik des Führers ist. Das ganze nationalsozialistische Deutsch­land ist mit einem engmaschigen Parteiorganisations­netz überzogen, mit dessen Hilfe jeder Staatsge­danke in kürzester Zeit. Gedanke auch des letzten deutschen Volksgenossen werden kann. Bei dem Reichsminister Rudolf Heß oder bei den zuständigen Reichsministern oder in ganz dringenden Fällen beim Führer selbst findet der Gauleiter jederzeit Gehör, um seine Sorgen vorzutragen. Einen schwer­fälligen Jnstanzenzug oder einen bürokratischen Schriftverkehr in schwierigen Lagen gibt es nicht. Die Partei sorgt dafür, daß die Staatspolitik im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung ge­

führt wird. Es ist nun die wesentlichste Aufgabe der Partei, für alle großen Staatsaufgaben die Kräfte des deutschen Volkes zu mobilisieren und das Volk zum Träger der nationalsozialistischen Staatspoli­tik zu machen.

Der Gauleiter als oberster Parteiführer hat in seinem Gau auch die wirtschaftspolitische Initiative und muß die Durchführung der großen wirtschafts­politischen Aufgaben sicherstellen. Eine der größten und schönsten Aufgaben des Gauleiters ist es aber, den Sozialismus der Tat Wirklichkeit wer­den zu lassen. Die großartigen Organisationen des praktischen Sozialismus, die Deutsche Arbeitsfront, die NSV. und die NS.-Frauenschaft, erhalten ihre politischen Richtlinien durch den Gauleiter. Bei der Machtergreifung fand die Partei das größte soziale Elend vor. Wir mußten beweisen, daß wir die Ver­fechter des wahren Sozialismus seien, und es ist uns gelungen, die Arbeiter zu Deutschland zurück­zuführen. Wir haben angefangen, die Arbeiter nach und nach aus ihren Löchern herauszuholen, um ihnen anständige Wohnungen und sehr schöne Sied­lungen zu bauen. Schon jetzt wird angesangen, ganze Elendsviertel der Großstädte niederzulegen. Vor allem haben wir den deutschen Arbeiter da­durch wiedergewonnen, daß wir ihm seine soziale Ehre wiedergegeben haben. Der deutsche Arbeiter fühlt heute, daß er Träger deutschen Blutes ist und daß er so unentbehrlich für die Nation ist, wie jeder andere Stand. Die entscheidendste Aufgabe des Gauleiters ist die M e n s ch e n f ü h - rung. Der Gauleiter muß sich die Herzen, das Vertrauen und den Glauben der ihm vom Führer anvertrauten Volksgenossen täg­lich wiedererobern. Und so müssen wir immer wieder als Redner und Prediger der natio­nalsozialistischen Idee mitten ins 'Volk hineingehen, in das deutsche Volk, in dem wahrer Frie­denswille fest verankert ist. Wir Deutsche wollen den Frieden leidenschaftlich, wir haben viele, viele Jahre des Friedens nötig, um das national­sozialistische' Friedensprogramm,Deutschland schö­ner und seine Menschen glücklicher zu machen", ver­wirklichen zu können.

Die Spanienkontrolle tritt am Montag in Kraft.

Oer Nichteinmischungsausschuß behandelt die Freiwilligen-Frage.

London, 15. April. (DNB.) Der Unterausschuß des Nichteinmischungsausschusses hat beschlossen, daß das Kontrollschema an den spanischen Grenzen am Montag, 19. April, um Mitternacht i n Kraft treten soll. Für spanische Häfen bestimmte Handelsschiffe, die zu dieser Zeit den letzten Beob­achtungshafen auf ihrem Wege nach Spanien schon passiert haben, sollen von der Verpflichtung ent­hoben sein, Ueberwachungsbeamte an Bord zu neh­men. Das gleiche gilt für Schiffe, die keine Funk­einrichtung an Bord haben und sich zu dem genann­ten Datum bereits auf See befinden.

Der Vorsitzende appellierte an den Willen der Mitglieder zur Mitarbeit und ersuchte sie, an die Probleme, die der Ausschuß jetzt zu lösen habe, mit Wohlwollen heranzutreten. Auf diesen Appell erklärte der italienische Vertreter, daß er bereit sei, die Erörterung der Frage der Zurück­ziehung der Freiwillig en aus Spanien wieder aufzunehmen, vorausgesetzt, daß von anderen Vertretern des Ausschusses eine ähn­liche Antwort auf den Appell des Vorsitzenden ge­geben werde. Im gleichen Sinne betonte der Ver­treter der Sowjetunion, er bestehe nicht dar­auf, daß der Unterausschuß in der Erörterung der Vorschläge fortfahre, die er auf der Vollsitzung des Ausschusses am 24. März gemacht habe. Man kam überein, einen technischen Beratunqsun- terausschuß zu ernennen, um einen Plan für die Zurückziehung aller der Personen aus Spanien vorzubereiten, die direkt oder indirekt an dem gegen­wärtigen Konflikt in Spanien teilnehmen und nicht spanischer Nationalität sind oder erst ab 18. Juli 1936 sie erworben haben. Der Technische Unterausschuß soll weiter einen Plan für eine wirk­same Ueberwachung der Zurückziehung von Freiwilligen ausarbeiten. Der italienische Vertreter regte an, Vorschläge'auszuarbeiten, um alle Per­sonen nichtspanischer Nationalität, von deren Be­tätigung man erwarten könne, daß sie den gegen­wärtigen spanischen Konflikt verlängere oder verschärfe, an der Einreise nach Spanien zu hindern.

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Die englischen Morgenblätter sind über den Be­schluß des Nichteinmischungsausschusses, den Kon­trollplan für Spanien am nächsten Dienstag in Kraft zu setzen, sehr befriedigt.Morning Post" spricht von einer allgemeinen Entspan­nung der spanischen Lage. Der Nichteinmischungs­ausschuß habe etwas erreicht, was der Völker­

bund, in dem zwei der am meisten interessierten Nationen nicht vertreten seien, unmöglich ge­wesen wäre. Dieser Erfolg gebe zu der Hoffnung Anlaß, daß der Ausschuß später einmal eine Ver­mittlung im spanischen Bürgerkrieg übernehmen könne. Das Labour-OrganDaily Herold" bezeich­net die Inkraftsetzung des Nichteinmischungsplanes als einen Erfolg für Europa. Die liberaleNews Chronicle" schreibt, die Anwendung des Kontroll­planes zeige der Welt ein Beispiel der internatio­nalen Zusammenarbeit, nachdem endlose Streitigkei­ten und Verzögerungen die Hoffnung beinahe zer­stört gehabt hättey.

Freiwilligen-Werbung und Waffenschmuggel wie bisher!

Paris, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Die Action Fran^aise" berichtet, daß die Freiwilligen­werbung für die spanischen Bolschewisten in Frank­reich und insbesondere in Marseille in gleichem Maße wie bisher durchgeführt werde. Jeden Freitag abend versammelten sich die in der Woche angeheuerten. Freiwilligen in einer Bar und von dort würden sie in Autobussen bis an die Stelle gebracht, wo sie die; Grenze überschreiten sollen. Der Grenzüttertritt erfolge zu Fuß und i m Einverständnis mit einigen Zollbe- amten, die durch den kommunistischen Abgeord­neten Christofol für den Menschenschmuggel gewon­nen worden seien. Auch der Waffenschmug- g e l werde eifrig fortgesetzt. In Perpignan be­finde sich ein Ausschuß des marxistischen Gewerk­schaftsverbandes EGT., der die Aufgabe habe, für den unbehinderten Transport der Waffen nach Sow­jetspanien Sorge zu tragen.

Vergebliche Angriffe der Bolschewisten.

Salamanca, 16. April. (DNB. Funkspruch.) (Vom Sonderberichterstatter des DNB.) Nach amt­lichen Nachrichten, die bis zum Donnerstagabend im nationalen Hauptquartier eingelaufen waren, konnte an der F r o n t v o n Madrid ein bolschewistischer Angriff bei Robledo de Chavela unter erheblichen Verlusten des Feindes zurückgewiesen werden. Ebenso wurde an der Front von Santander im Abschnitt Lorilla ein feindlicher Angriff blutig abge­schlagen. An der Front von Bilbao versuchte der Feind im Abschnitt Urquiola einen erfolglosen Hand­streich auf einen Brückenkopf. Ein bolschewistisches Flugzeug wurde abgeschossen.

sprechen lassen. Rossaint setzte sich darauf mit dem Angeklagten S t e b e r , dem damaligen Reichsführer" derKatholischen Sturmschar" in Verbindung und erlangte dessen Zustimmung, daß die Agentin amAllerheiligentag 1933" in Düssel­dorf vor den westdeutschen Sturmscharführern spre­chen durfte. Rossaint erzählte der Zeugin, Steber interessiere sich für Sowjetrußland beson­ders, weil er sich mit der Absicht getragen habe, mit einigen Sturmschar-Kameraden an der Wolga zu siedeln. (!) Rossaint will sich erinnern, daß er die Kommunistin bei ihren politischen Ausführungen unterbrochen und aufgefordert habe, lieber von ihren Erinnerungen aus Sowjetrußland zu spre­chen. Nach dem 1. November 1933 ist die Karg bis zu ihrer Verhaftung am 31. Januar 1934 noch fünf- oder sechsmal in der Wohnung R o s s a i n t s gewesen und hat mit ihmdiskutiert". Sie hat dem Kaplan die Anschrift einer kommuisti- schenAnlaufsstelle" in Düsseldorf gegeben und ihm mitaeteilt, daß sie auf diesem Wege ständig zu er­reichen sei.

Welche Bedeutung die kommunistischen Funktio­näre ihrer Bekanntschaft mit Rossaint beimaßen, geht aus der Reise hervor, die die Karg im Dezember 1934 eigens zu dem Zweck unternahm, um in Ber­lin dem für das ganze Reich zuständigen kommu­nistischen Jugendfunktionär Kaiser Bericht über ihre Zusammenarbeit mit Rossaint zu erstatten. Zur Verwirklichung der kommunistisch­katholischen Einheitsfront regte die Karg die Ein­richtung von Zirkelabenden an, bei denen in der Wohnung von Katholiken jeweils fünf bis sechs junge Katholiken mit einem jungen Kommu­nisten zusammenkommen sollten, um von diesem

politisch unterrichtet", d. h. im kommu­nistischen Sinne zersetzt zu werden. Bei dieser Ge­legenheit sollten auch verbotene Hetzschriften verteilt werden.

Das letzte Glied in der langen Kette des Um- ganges Rossaints mit kommunistischen Funktionären war sein Zusammentreffen mjt Ewald Kaiser, der an der Spitze des ehemaligen kommunistischen Jugendverbandes stand und inzwischen wegen Vor­bereitung zum Hochverrat vom Volksgerichtshof zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Aus seiner Vernehmung ergab sich, daß er von Rossaint die Zustimmung zur Herausgabe eines gemein­samen Aufrufes für die kommunistisch-katho­lische Jugendfront erhalten wollte. Der Kaplan habe eine Reihe von Vorbehalten gemacht, ehe er sich bereit erklären wollte, mit dem Kommunismus zu arbeiten. Offenbar habe er den Verhandlungspart­nern nicht getraut. Zu bindenden Abmachungen hinsichtlich der Einheitsfront sei es daher nicht ge­kommen.

0r. Ley in Littona.

Rom, 15. April. (DNB.) Den Abschluß der Be­sichtigungsreise Dr. Leys bildete ein Besuch in Lit- toria. 30 000 Bauern bereiteten Dr. Ley eine be­geisterte Huldigung. Ein Festzug bot in buntem Wechsel Bilder aus dem Leben der italienischen Bauern, ihrer Arbeit und ihrem Brauchtum. Dr. Ley sprach vom Balkon des Rathauses zu den Bauern. Besondere Begeisterung löste der Satz Dr. Leys aus: Ihr Italiener verwandelt einen Morast in einen Garten Gottes, Ihr erobert Euch Raum und Boden

gegen eine ganze Welt von Feinden. Was sind E"^' Feinde, da Ihr einen Duce habt."

Reichseinheitsdiensiplan für die Hitlerjugend.

Berlin, 15. April. (DNB.) In Maadeburg gab der Stabsführer der Reichsfugendsuhrung Hartmann-Lauterbacher bekannt, daß in Kürze ein allgemeiner Dienst - und Arbeits­plan für die gesamte Hitler-Jugend herausgegeben werde. Er sei als Rahmen- dienstplan zu verstehen und gebe den Eltern in gleicher Weise wie den HJ.-Führern und den Hit- lerjungen Ueberblick über die Beanspru­chung durch die HJ.-Arbeit.

Angesichts des immer noch bestehenden Heim- und Sportplatzmangels ist es natürlich nicht mög- lich, jeden Dienst auf den Tag und die Stunde genau zu bestimmen. Der neue Arbeitsplan ist des­halb ein Rahmenplan, der die wöchentlichen Dienst­anforderungen für alle Gliederungen enthält. Der immer umfangreicher werdende Dienst in der HI. macht eine solche Regelung notwendig, die sicher besonders von der Elternschaft freudig bearüßt wird. Der Dienstplan enthält die Höchstanfor- d e r u n g e n für den Hitler- oder Jungvolkjungen bzw. das BDM.- oder Jungmädel sowie für die Sonderformationen der HI. An Führer und Führerinnen werden je nach dem Arbeits­bereich größere Anforderungen gestellt werden müssen.

Für die HI. und den BDM. sieht dieser Plan u. a. wöchentlich einen Heimabend vor sowie einen Abend für die Grundschule der Leibesübungen. Ein weiterer Abend ist für den freiwilligen Leistungs­sport steigehalten. Jungvolk und Jungmädelbund haben entsprechende Nachmittage belegt. Demnach gibt es insgesamt wöchentlich zwei Pflichtabende bzw. Pflichtnachmittage. Zwei Sonntage wer­den außerdem für den Dienst im Sommer, ein Sonntag für den Dienst im Winter bestimmt. Beim Sonntagsdienst wird entsprechend der nach der Verkündung des Gesetzes vom 1. Dezember 1936 erfolgten Erklärung des Reichsjugendführers Zeit zum Kirchgang frei gehalten. Für Führer und Führerinnen find außerdem Wochenendlehr­gänge zur Schulung vorgesehen.

Rudolf Heß rüst zum Werbetag des deutschen ZugendherbergswerkeS.

Berlin, 15. April. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, hat anläßlich des Reichswerbe- und Opfertages des deutschen Jugendherbergswerkes am 17. und 18. April nachstehenden Aufruf gegeben:Deut­sche Jugend! Du sollst die Schönheit deiner Heimat sehen! Du sollst die Zeugen der großen Vergangenheit deines Volkes sehen! Du sollst die Werke der stolzen Gegen- wart deiner Nation sehen! Du sollst dir bewußt werden deiner Verpflichtung an der Zu­kunft! Wir wollen dir Herbergen geben, daß du wandern kannst durch unser Deutschland! Jugendburg Stahleck, den 12. April 1937."

Die Reichsleiter haben nachstehenden Auf­ruf unterzeichnent:Deutschland wurde frei durch den Nattonalsozialismus! Deutschland wird frei bleiben, wenn es gelingt, den Nationalsozialismus für alle Zeiten in der deutschen Jugend zu ver­wurzeln. Um dieses Ziel zu erreichen, dürfen keine Arbett, keine Mühe, kein Opfer gescheut werden. Aus eigener Anschauung muß unsere Jugend zu der Erkenntnis gelangen, daß in der Verbunden­heit unseres Blutes zum Heimatboden die stärksten Wurzeln unserer Volkskraft liegen. Mit eigenen Augen soll sie die Schönheit der Heimat sehen und Kraft schöpfen aus ihr, damit sie dereinst kcrmpf- und opferbereit für Volk und Heimat einzutreten versteht. Die Jugendherbergen ermöglichen dieses Erlebnis jedem jungen Deutschen. Sie werden da­durch zu wahren Heimstätten der Treue des jungen Volkes zum heiligen Vaterland. Unserer Jugend zu helfen, solche Heimstätten zu bauen, wird somit zur selbstverständlichen Pflicht eines jeden National- sozialisten."

Keine Aenderung der HZ.-Beitröge.

Berlin, 15. April. Das Gesetz über die Hitler- Jugend vom 1. Dezember 1936 hat hier und da die irrtümliche Meinung hervorgerufen, daß für die Mitglieder der nationalsozialistischen Jugendorgani­sationen keine Beitragspflicht mehr bestünde. Der Reichs-Jugend-Pressedienst erfährt jetzt von zustän­diger Stelle, daß selbstverständlich der bisherige niedrige Beitragssatz a u fr e chterh al- t e n bleibt. Und zwar beträgt der Beitrag einschließ­lich Versicherungsgebühr 30 Pf. für Jungvolk und Jungmädelbund und 50 Pf. für Hit­ler-Jugend und Bund deutscher Mä­del. Die Sonderformationen zahlen 60Pf. im Monat. Als Quittung für den Beitrag dienen die parteiamtlichen Beitrags- und Verficherungs- marken.

Kommunistische Wühlerei behindert die enali'che Aufrüstung.

London, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Die Streikwelle, von der England heimgesucht wird, veranlaßt den der Regierung nahestehendenDaily Telegraph" zu dem Hinweis, daß die Streiks in verschiedenen englischen Industrien zum großen Teil gegen die Anweisungen der Gewerk­schaften ausgerufen wurden oder fortgesetzt werden. Eine Beilegung der Streiks sei um so wich­tiger, als sie den Fortschritt der Aufrüstung behinderten. Die Streikgefahr komme von Kom­munistenzellen innerhalb der Gewerkschaf­ten. Die Regierung müsse eingreifen, um eine Still­legung lebenswichtiger Betriebe zu verhindern.

Neue Ueberfälle

an der indischen Nordwestgrenze.

London, 16. Apr!l. (DNB. FunkspruM Nach den letzten Berichten über die Lage in Wazi- r i st a n haben die Aufständischen erneut den bri­tischen Außenposten von Spinwan überfallen, ferner mehrere Brücken zerstört und die Telephon- und Telegraphenwege unterbrochen. Der Fakir von I p i, dessen Hauptquartier sich in einer Höhle in der Nähe des Shaktu-Tales befindet, hat alle Der- mittlungsvorschläge anderer Stammesvorsitzenden und seiner eigenen Verwandtschaft abgelehN' und setzt seine englandfeindliche Propaganda fort- Die englischen Behörden haben scharfe Ueberwa- chungsmaßnahmen an der Grenze getroffen, um die Belieferung der Aufständischen mit Lebensmitteln und Munition zu verhindern.