187. Jahrgang
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das die deutsche Straße in Jahrhunderte und Jahrtausende hineinbaut und nimmermehr verläßt die Straße unseres Führers Adolf Hitler! Die Straße, die nur einen Namen führt: Deutschland! In diesem Sinne finden wir Erzieher des Gaues Hessen-Nassau uns auf der Gautagung in Mainz zusammen und gehen im gleichen Gedanken an unsere Arbeit und erfüllen das Dritte Reich, nicht mit dem, was wir tun, sondern mit dem, was wir find.
Freuden find ein Lobgesang auf die Zukunft unserer Nation, sind ein Lobgesang auf die Ewigkeit. Wer wollte uns darum zürnen und verfluchen? Nur unsere Feinde!
Wohlan, so sind wir auf dem rechten Weg. Wir folgen damit dem Befehl unseres Blutes; die freudige Tat zeigt deutsche Freiheit; niemals zu wanken, treu zu bleiben, ist deutsche Ehre. Das alles aber schließt ein Liebe und Verpflichtung zu dem aus dem ewigen Blutstrom werdenden neuen, jungen Leben und zu der Brot gebenden und damit Leben erhaltenden Scholle, das schließt ein schicksalhafte Verbundenheit mit Blut und Scholle, mit Jugend und Heimat. Und diese beiderlei Verbindung ist naturhaft im deutschen Menschen verankert. So unüberwindlich groß die Liebe einer Mutter ist zu ihrem werdenden Kind, ebenso stark zeitlich zurück geht die Sehnsucht des Alters zur Fugend und gleichermaßen stark ist das Heimweh in der Fremde. Glücklich der Mensch, der seine Heimat findet in sich selbst und seiner Art, groß und ewig unsere Nation, wenn sie mit solchen Menschen in Treue durchlebt schwere und frohe Zeiten; ihr innerer Reichtum stärkt das Wollen und vermehrt die äußere Kraft. So werden Zeiten und Generationen vergehen, ewig aber bleibt wirksam und gestaltend die aus der germanischen Volksseele sich offenbarende schöpferische Kraft, die emportreibt, die Sphäre des Geistes durchstoßend zur Kenntnis und Fertigkeit gelangt und damit den Sieg der heldenhaften Tat in Friedens- und. in Sturmeszeiten an die Fahne der Zukunft heftet.
Auch wir Erzieher des Gaues Hessen- Nassau geloben in dieser Erkenntnis, eine deutsche Fugend erziehen zu helfen, die sich in Demut beugt vor der Ewigkeit, aber auch ebenso groß und heldenhaft ringt im Kampfe für Volk und Vaterland, die zeitlebens ringt um die Reinbeit des lebenserneuernden Blutes und um die Heiligkeit der brotgesegneten Scholle der Heimat. Aus dem Glauben heraus an Fugend und Heimat wollen wir Erzieher ein kraftvolles Volk gestalten und erhalten helfen,
Der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend.
Berlin, 15. April. (DNB.) Der Reichsarbeitsführer hatte die Bezirksführerinnen des Arbeitsdienstes für die weibliche Fugend zu einer Tagung zusammengerufen, in deren Mittelpunkt der Arbeitseinsatz der Arbeitsmaiden stand. Auf Grund der erhöhten Anforderungen, die der Vierjahresplan stellt, wird der Einsatz des Arbeitsdienstes für weibliche Fugend auf dem Lande liegen. Die Hilfe für die deutsche Landfrau wird besonders unter diesem Gesichtspunkt notwendig werden. Aus diesen Grunde ordnete der Reichsarbeitsführer an, daß in Städten keine Lager mehr errichtet werden. Bei fortschreitender Vergrößerung des Arbeitsdienstes für die weibliche Fugend, der bis zum Ende des Fohres bereits eine Stärke von 25 000 Arbeitsmaiden haben wird, soll auch der Einsatz in den ländlichen Gegenden stattfinden können, in denen kein wirtschaftlicher Notstand, sondern unoers cyuldeter Land- arbeiterman^el herrscht. Der neue Dienstplan, der für alle Lager verbindlich fein wird, zeigt die Richtung, die der Arbeitsdienst in der Erziehung der Arbeitsmaiden gehen wird. Der Reichsarbeitsführer sprach auch über eine Verstärkung der Leibeserziehung, den systematischen staatspolitischen Unterricht und die sinnvolle aber niemals diktierte Gestaltung des Feierabends. I
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Jugend und Heimat.
Von Gauwalter $. Rrngshausen.
Zur Gautagung des NS.-Lehrerbundes, Gau Hessen-Nassau, am 17. und 18. April 1937 in Mainz.
NSG. Durch Jahrtausende deutscher Vergangenheit ziehen Sehnsucht und Kampf um die Volk- werdung wie ein roter Faden, begleitet von Blut und Tränen als Zeichen inneren Schmerzes, als Beweis für Opfer und Enttäuschungen. Aus kraftvollen edlen Werten heraus entwickelte sich das seelisch-geistige, grenzenlose, ewige Deutschland, das von Feindseite oft spöttisch bezeichnete „Deutschland der Dichter und Denke r", das man von dorther bewußt in Gegensatz stellte zur wirtschaftlichen und politischen Seite, die unsere Gegner, so auch nach 1918, von jeher sich anmaßten, selbst zu bearbeiten und zu bestimmen. Dagegen aber trug unser Volk von Anfang an in sich die Grundlagen mnü somit auch die Voraussetzungen zur heldischen .Ki*aft unb unvergleichlichen Größe, die nicht zu sulchen sind in geistigen und wirtschaftlichen Werten, "sich wohl aber auswirkten im Willen zum L e- len und im Drange zur eigenen freiheitlichen Gestaltung von Lebensinhalt und Lebensform. Nur ffelten war unserem Volk der Mann gegeben, der *s willensstark und zielklar hindurchführte durch idie Sphäre seiner Fehlanlagen und Schwächen zur Politischen Realisierung seiner so verheißungsvollen tErbmasse.
Hier ist die Stelle, an der unsere Feinde ihre geschickten Angriffe ausführten, damit aus dem ewigen gewaltigen, inneren Reich nie werde ein entsprechend starkes äußeres, politisches Deutschland. Der Feind lenkte die seelischen Dolkswerte ab auf das Gebiet der rein geistigen Betätigung, oder er übergoß sie mit Spott und Hohn, ließ sie teils verkümmern und erfüllte unser Volk dazu durch jahr- chundertelange Erziehung mit Minderwertigkeits- smpfinden in Urteilen, Entschließungen, besonders aber in politischen Willensakten. Hier wurde still- ichweigend hingenommen die freche und entscheidende Einschaltung des jüdischen Elements. Und darum sind die Werte von Familie, Volk, Nation, von Heimat und Vaterland, von Mutter und Kind, von Liebe und Treue, von Arbeit, Pflicht, Opfer, Heldentum und Ehre zerfasert und ihres deutschen Anhaltes beraubt worden, ja sogar der Verachtung Kerfallen. Es wurde propagiert, gelehrt und geglaubt, das Leben und sein Sinn seien nur vdm Steifte her zu erfassen. Damit war alles Sein nur noch Form und ohne Tiefe; Wissen und Besitz wur- en betont und damit die äußeren Unterschiede; Einbildung, Eitelkeit, Ueberheblichkeit griffen Platz; Ueid, Haß, Klassenkampf, die Zerreißung und damit die Schwächung unseres Volkes waren die ffolge. Zwischen Parteien, Vereinen, ja Konfessionen mbte ein unfruchtbarer und volkszermürbender Kampf um Zahl und Form; und von keiner Seite her brachte man den Mut auf, in die Tiefe zu eigen und Fragen des Blutes, der Raffe, der Ehre, leer Erlösung und so fort zu erörtern.
So drohte unser Volk in der oberflächlichen Zeit i laes vergangenen Jahrhunderts in feiner gesättigten wirtschaftlichen Wohlhabenheit und bei gedeckten wischen an lebendigem Leibe zu verfaulen. Man neigte sich abgöttisch vor den sog. „Köpfen" und ter en Formalbefitz und mißachtete die ewigen auf- lauenöen Werte der deutschen Seele und des deutschen Blutes und machte dazu den Anfang mit der iSerheblichen Ablehnung der Erscheinungsformen ran ererbtem, volkstümlichen Brauchtum und von klaubensformen unserer Väter an Zeit und Ewigkit, an Blut und Scholle, an Heimat und Leben, lier Bauer sogar begann Spinnrad und Leinen, 3ruhe und väterlichen Brauch zu leugnen; er benähte sich — auch heute noch — modern zu sein, siebte zum Intellektuellen, begrüßte den Aesthetiker und ließ sich imponieren von jüdischem Witz und jüdischen Schmarren. Der in der Großstadt gelan- d te Bauernsohn schämte sich seiner Herkunft, ooämte sich der väterlichen Gewohnheiten, Tracht und Sprache, und damit — das war nur ein tlei= K‘X Schritt — schämte er sich seiner Eltern selbst.
Das aber war die stärkste und gefährlichste Er- oiütterung des Fundamentes unserer Nation, einer biutgebunbenen Lebensauffassung, das war die g-wße Blutsünde vor der Ewigkeit unserer Vergangenheit, die stets fortzeugend auch keine Zukunft bildet. Der deutsche Mensch war dem Ewiakeits- bffehl gegenüber disziplinlos geworden. Das Leben inr banal, langweilig, inhaltlos geworden, trotz n!chen und reichsten Wissens und rauschender Feste.
fehlte der Glaube, es mangelte an Verpflichtung der Vergangenheit gegenüber, Ehre und Blut Owren billig geworden wie Brombeeren und konnten jederzeit bei niedrigstem Kursstand er- und ver- hcmdelt werden. Es mangelte somit am instinkt- inüißigen Erfühlen unseres wahren Wertes, u n - iure s inneren Seins, aus dem einzig und itein entströmt das Erkennen und Wollen des (ctren Weges zur höchsten und allseitigen Vollen- )rng unserer Nation. So konnte aus der Ver- gciaenbeit keine Zukunft werden!
Wir Nationalsozialisten aber wollen b i e Z u - tun ft, wir wollen die Nation in Raum und feit! Darum bringen wir den Mut auf, die verrostete Decke des Intellekts, die Sphäre des Geistes u durchstoßen und hinabzusteigen in den tausendsten Reichtum der deutschen Seele. Aus Sitte und Zmuchtum, aus Sprache, Arbeit und Heldentum irtennen wir unseres Volkes Glauben, seine Kraft rio feine Größe und damit feine Zukunft. Wir len ein Volk vor uns, das sich einsetzt für das e ,en der Gesamtheit, für das Leben jedes Einzel- t-, und das mit diesem Einsatz für das Geschövf ili und preist den Schöpfer selbst; seine Arbeit, i. Opfer, sein Heldentum, seine Trauer und seine
Dos IRilitärjubiläum General Lndenborffs
Der Reichskriegsminister
überbringt die Glückwünsche des Führers und der Wehrmacht. •
ttr.88 Erster Blatt 187. Jahrgang zreitag, 16. April 1937
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HML General-Anzeiger für Oberhessen ZWW
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Tutzing, 15. April. (DNB.) General der Infanterie Erich Ludendorff feiert heute den 55. Jahrestag feines Eintritts in die Armee. Der Rtzichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blomberg, in Begleitung des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, des Generals der Flieger Kaupifch als Vertreter des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, übermittelte in Tutzing General Lu- dendorff die wärmsten Wünsche des Führers und Reichskanzlers und sprach die herzlichsten Glückwünscheder deutschen Wehrmacht aus.
Oer Reichskriegsminister
bedachte der Bedeutung des Tages in folgender Ansprache:
„Als die Vertreter der deutschen Wehrmacht treten wir vor Euer Exzellenz, um Ihnen unsere herzlichsten Glückwünsche auszusprechen aur 55. Wiederkehr des Tages Ihres Eintritts in die Armee. Ich bin zugleich der Beauftragte des Führers und Reichskanzlers, der Ihnen seine wärmsten Wünsche ausspricht. Dieser Tag vor 55 Jahren war nicht nur für Euer Exzellenz, sondern für das deutsche Soldatentum und das deutsche Volk bedeutungsvoll. Damals trat ein Jüngling in die Waffenreihen, aus dem in stetigem Wachsen ein vorzüglicher General- stabsoffizier und Kommandeur, ein großer Soldat, ein Feldherr werden sollte.
Der Weltkrieg war ein kriegerisches Ereignis von titanischem Ausmaß, dessen Bedeutung uyd Nachwirkung noch nicht abzusehen ist. Nun vor allen Führern, bei Freund und Feind, leuchtet Ihr kraft- voll-heroisches Soldatentum, Ihr tätiges Feldherrn- tum in einem strahlenden Glanz hervor. Wie weit von diesem Lebenskreis des Entschlusses und der Tat ist die Welt des geschriebenen Wortes, der Literatur entfernt! Wie zusammengestückt sind hier manchmal die Beweggründe, die zu einem Urteil, einer Kritik, einer* schiefen Darstellung führen. Wir Soldaten des Weltkrieges wissen besser als eine manchmal irrende Forschung, wie sehr General Ludendorff ein Beweger und Leiter, ein großer Verantwortlicher, kurzum ein Feldherr war. In Ihrem langen Leben, Euer Exzellenz, hat es wenig Muße und keine Schwäche gegeben. Der Kampf war und ist Ihr Element. Die Straft und die großen Visionen befähigen Sie dazu. Mögen Ihnen noch viele Jahre des vollen Wirkens gegeben fein!"
General Ludendorff erwiderte:
„Ich danke Ihnen, Herr Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, und Ihnen, meine Herren Oberbefehlshaber des Heeres, der Marine und der Luftstreitkräfte, daß Sie den weiten Flug nicht gescheut, um mir die Wünsche der Wehrmacht zum heutigen Tage auszusprechen. Ich danke Ihnen für die Wünsche und danke Ihnen, Herr Generalfeldmarschall, für die warmen Worte, mit denen Sie die Wünsche begleitet haben. Sagen Sie der Wehrmacht meinen Dank. Ich bitte Sie zugleich, dem Führer und Reichskanzler meine Wünsche zu übermitteln.
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Wie sieht es in der Wirtschaft aus.
Eine gerüchtereiche Woche liegt hinter uns, aber die Meldungen über eine Stabilisierung des Papierdollar sind dementiert worden, wahrend die Anstrengungen der amerikanischen und englischen Regierung sich darauf richteten, die ungesunde ‘ Preishausse zum Einhalt zu bringen. Die verschiedenen Mittel dazu sind rücksichtslos angewandt worden, aber in dem großen Währunas- und Wirtschaftsdreieck USA., England und Frankreich spielt Frankreich insofern eine benachteiligte Rolle, als die Preiserhöhung in Frankreich infolge der verwirrten sozialen Verhältnisse, der Streiks, der Einführung der 40-Stunden-Woche weit über die letzte Franken-Abwertung von 30 v. H. hinweggeschritten ist. Der frühere Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, hat jetzt Erinnerungen veröffentlicht, die für Frankreich eine bittere Lehre enthalten. In den Jahren 1926 bis 1927 hatte Frankreich ein absolutes Uebergewicht gegenüber der Bank van England und verpflichtete sich, das englische Pfund zu halten. Heute ist es umgekehrt, und mit dem Verschwinden der finanziellen Vormachtstellung Frankreichs ist auch gleichzeitig eine Einbuße des politischen Einflusses verbunden gewesen. Während in Frankreich die Preiserhöhungswelle nach weiter anfteigt, ist auf den Weltrohstoffmärkten ein Rückgang hauptsächlich der Metallpreise eingetrettn. So verlor Kupfer um über 15 v. H., in den USA. ist der Inlandspreis von 17 auf 15,5 Cents ermäßigt worden. Zinn lag ruhig, Blei und Zink gingen im Preise zurück, Kautschuk sank in London unter einen Schilling ,auch auf dem Baumwoll- markt trat eine Beruhigung ein, und auf den internationalen Getreidemärkten wurde die Hausse ebenfalls unterbrochen. Wenn auch der Preisstand der Jahre 1928 bis 1929 noch nicht voll erreicht wurde, so befürchtet man doch, daß wieder wie damals von einem sehr hohen Preisgebäude in die Tiefe einer Krise stürzen würde.
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Nachdem der amerikanische Staatssekretär Hüll ■ die bekannte Anregung zum Abbau der Handelsschranken gab, hat die englische Presse ziemlich ablehnend geantwortet, eine offizielle Stellungnahme des englischen Handelsministeriums zu dieser wichtigen Frage ist nicht erfolgt. Man hatte oan Zeeland, den belgischen Ministerpräsidenten, zwar beauftragt, eine Untersuchung über.die Handelshemmnisse einzuleiten, aber das war auch alles. Inzwischen hat bei seinem Besuch in Brüssel Reichsbankpräsident Dr. Schacht die Frage aufgegriffen und erläutert, worauf es ankommt. Wir müssen immer bedenken, daß für ein Land wie Deutschland mit feinen wirtschaftlichen Verflechtungen die Autarkie selbst unerreichbar ist. Wir versuchen nur, uns im Rahmen des Möglichen von der überflüssigen Rvhstvffeinfuhr zu befreien und Devisen zu sparen, wir verfolgen durch den Dier- jahresplan kein anderes Ziel als wie es in den großen Wirtschaftsräumen, im englischen Empire, im amerikanischen Wirtschaftsraum, im ftanzösischen Gebiet ebenfalls erstrebt wird. Aber wenn wir und auch die anderen Länder zunächst alle Quellen der einheimischen Produktion ausnutzen wollen, so bleibt doch immerhin genug übrig, um durch Befreiung des internationalen Warenaustausches von den jetzigen Hemmnissen der Weltwirtschaft wieder möglichst dem Gang der Vorkriegszeit anzupassen, der durch die Weltkriegsfolgen so verhängnisvoll und zur Klage Aller unterbrochen worden ist. Deutschland mit seiner stabilen Mark, seiner verhältnismäßig großen wirtschaftlichen Selbständigkeit will durchaus positiv mit den übrigen Weltwirtschaftsmächten Zusammenarbeiten, um ben freien Warenaustausch zu erreichen, und wenn auch, wie Dr. Schacht ganz richtig sagte, das wirtschaftliche Aufbauwerk durchaus abhängig ist von einer politischen Verständigung, so stehen dieser doch nicht mehr die großen Probleme entgegen, an denen sich alle Welt vergeblich die Zähne ausbiß. Aus diesem Grunde wird die Beauftragung van Zeelands mit der Untersuchung der Hemmnisse des gegenseitigen Warenaustausches von Deutschland lebhaft begrüßt.
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Im Kalenderjahr 1936 stellte sich der Wert der Ausfuhr von Personenwagen auf 44,1 Millionen Mark, der von L a st k r a f t w a g e n auf 20,7 Millionen Mark und der von Motorrädern auf 4,7 Millionen Mark. Das ergibt einen Ausfuhrwert von insgesamt 70 Millionen Mark. Dazu kommt noch die Ausfuhr von Autoteilen und Zubehör. Gegenüber den Vorjahren bedeutet diese Ausfuhrsteigerung eine geradezu sprunghafte Besserung. Im Vergleich zum Jahre 1933 war die Aus- uhr von Personenwagen 1936 dem Werte rmch mehr als doppelt so hoch, die von Lastwagen fast dreimal so hoch und die von Motorrädern beinahe verfünffacht. Nach dem Verlauf des Ausfuhrge- chäfts in den ersten beiden Monaten dieses Jahres cheint sich die Steigerung des Auslandabsages fortzusetzen. Der Wert der Ausfuhr betrug in der genannten Zeit 6,9 Millionen Mark gegen 5,1 Mil- Honen Mark im Januar und Februar vergangenen Jahres. Auch die Ausfuhr von Lastkraftwagen unb Motorrädern war weiter erhöht. Die beste Craän- zung erfährt der deutsche Automobilmarkt durch" die hervorragende Jnlandkonjunktur. Deutsch-, land steht heute unter den zehn größten Kraftfahr-' nationen der Erde, wenn man den Personen- und Lastwagenbestand zusammenrechnet, an vierter Stelle hinter Großbritannien, Frankreich unb den Vereinigten Staaten von Amerika. Noch 1933 legen wir cutf dem 5. Platz. Deutschland konnte seinen Anteil an der Personenwagensumme der zehn Weltbesten von 2 v. H. im Jahre 1933' auf 3,3 v. H. im Jahre 1936 erhöhen. Noch stärker war die Erweite-
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Gietzemr Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
In meinem langen Soldatenleben vor dem Weltkriege und erst recht im Weltkrieg war ich mit allen Wehrmachtsteilen, denen auch Sie damals angehörten, auf das allerinnigste verbunden. Es ist für mich heute Herzenssache, zunächst in Dankbarkeit der alten deutschen Wehrmacht zu gedenken, die im Weltkriege in heldischem Ringen gegen eine ungeheure Uebermacht das deutsche Volk vor der ihm zugedachten Zermalmung behütet und Deutschlands Grenzen geschützt hat. Die Bedeutung und Nachwirkung dieses großen Geschehnisses sind in der Tat noch nicht zu übersehen. Unsere Leistungen werden von tapferen Gegnern voll eingeschätzt. Uns brachten sie Erwachen des völkischen und rassischen Lebenswillens. Sie bilden die Grundlage Ihres Wirkens und die der jungen Wehrmacht.
Die Lage, in der wir leben, gleicht in mancher Hinsicht der Zeit vor dem Weltkriege. Wäre damals mein Streben, unsere Wehrmacht zu vervollständigen und die allgemeine Dienstpflicht durchzuführen, von Erfolg gekrönt gewesen, hätte die Regierung die erforderliche Einsicht für das Gebot der Stunde gehabt, wäre das Volk gegenüber der Wühlarbeit der damals noch nicht erkannten überstaatlichen Mächte geschloffen geblieben, diesen wäre es nicht gelungen, Staaten, Völker und Heere gegen uns aufzubieten.
Heute ist Deutschland zufolge des scharfen Blickes des Führers und Reichskanzlers, dem alle Deutschen nicht genug dafür danken können, und Ihres schaffenden Wirkens wieder wehrhaft, in dem klaren Wissen, daß nur ein wehrhaftes, auf den totalen Krieg gefaßtes geschloffenes deutsches Volk gegenüber der Hetze der heute erkannten überstaatlichen Mächte Bürge des Friedens in Europa zu fein vermag. Sie haben es so nach vielen Richtungen hin leichter als ich damals. Anderseits haben Sie es in vielem auch schwerer. Ihre Leistungen, aus Wenigem eine starke Wehrmacht zu bilden, stehen einzig da. Ich beglückwünsche Sie zu dem Erreichten, und zugleich alle die, die Sie zur Mitarbeit an dem Aufbau der Wehrmacht beriefen. Meine wärmsten Wünsche begleiten weiter Ihr und Ihrer Gehilfen Wirken, begleiten die junge Wehrmacht und die einzelnen Kameraden in ihrem ernsten Streben, allen Aufgaben gewachsen zu fein.
In oorforgenber Schau gilt es indessen, zu erkennen, daß die überstaatlichen Mächte und ihre Helfershelfer in allen Volkern und in unserem Volk selbst wühlen, wie einst vor und im Weltkriege, um dem Volke Geschlossenheit, der Wehrmacht im Volke Rückhalt und damit die Kraft, ihre schweren Aufgaben zu erfüllen, und schließlich dem Volke den eben wieder entfachten völkischen und rassischen Lebenswillen und Lebensmvglichkeiten zu nehmen. Sorgen Sie, daß hinter einer auch seelisch starken Wehrmacht ein die überstaatlichen Mächte klar erkennendes, seelisch starkes und seiner völkischen Eigenart bewußtes geschlossenes Volk steht. Sie sprachen, Herr Generalfeldmarschall, von meinem Wirken. Dahin geht es, glauben Sie mir, zum Besten des Staates, des Volkes und der Wehrmacht!"
Am Nachmittag kehrte Generalfeldmarschall von Blomberg mit Begleitung wieder nach Berlin zurück.


