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187. Jahrgang

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das die deutsche Straße in Jahrhunderte und Jahr­tausende hineinbaut und nimmermehr verläßt die Straße unseres Führers Adolf Hitler! Die Straße, die nur einen Namen führt: Deutsch­land! In diesem Sinne finden wir Erzieher des Gaues Hessen-Nassau uns auf der Gautagung in Mainz zusammen und gehen im gleichen Ge­danken an unsere Arbeit und erfüllen das Dritte Reich, nicht mit dem, was wir tun, sondern mit dem, was wir find.

Freuden find ein Lobgesang auf die Zukunft unse­rer Nation, sind ein Lobgesang auf die Ewigkeit. Wer wollte uns darum zürnen und verfluchen? Nur unsere Feinde!

Wohlan, so sind wir auf dem rechten Weg. Wir folgen damit dem Befehl unseres Blutes; die freudige Tat zeigt deutsche Freiheit; niemals zu wanken, treu zu bleiben, ist deutsche Ehre. Das alles aber schließt ein Liebe und Verpflichtung zu dem aus dem ewigen Blutstrom werdenden neuen, jungen Leben und zu der Brot gebenden und damit Leben erhaltenden Scholle, das schließt ein schicksal­hafte Verbundenheit mit Blut und Scholle, mit Jugend und Heimat. Und diese beiderlei Verbindung ist naturhaft im deut­schen Menschen verankert. So unüberwindlich groß die Liebe einer Mutter ist zu ihrem werdenden Kind, ebenso stark zeitlich zurück geht die Sehnsucht des Alters zur Fugend und gleichermaßen stark ist das Heimweh in der Fremde. Glücklich der Mensch, der seine Heimat findet in sich selbst und seiner Art, groß und ewig unsere Nation, wenn sie mit solchen Menschen in Treue durchlebt schwere und frohe Zeiten; ihr innerer Reichtum stärkt das Wollen und vermehrt die äußere Kraft. So werden Zeiten und Generationen vergehen, ewig aber bleibt wirksam und gestaltend die aus der germa­nischen Volksseele sich offenbarende schöpfe­rische Kraft, die emportreibt, die Sphäre des Geistes durchstoßend zur Kenntnis und Fertigkeit gelangt und damit den Sieg der heldenhaften Tat in Friedens- und. in Sturmeszeiten an die Fahne der Zukunft heftet.

Auch wir Erzieher des Gaues Hessen- Nassau geloben in dieser Erkenntnis, eine deutsche Fugend erziehen zu helfen, die sich in Demut beugt vor der Ewigkeit, aber auch ebenso groß und helden­haft ringt im Kampfe für Volk und Vaterland, die zeitlebens ringt um die Reinbeit des lebenser­neuernden Blutes und um die Heiligkeit der brot­gesegneten Scholle der Heimat. Aus dem Glauben heraus an Fugend und Heimat wollen wir Erzieher ein kraftvolles Volk gestalten und erhalten helfen,

Der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend.

Berlin, 15. April. (DNB.) Der Reichsarbeits­führer hatte die Bezirksführerinnen des Arbeits­dienstes für die weibliche Fugend zu einer Tagung zusammengerufen, in deren Mittelpunkt der Ar­beitseinsatz der Arbeitsmaiden stand. Auf Grund der erhöhten Anforderungen, die der Vierjahresplan stellt, wird der Einsatz des Arbeits­dienstes für weibliche Fugend auf dem Lande liegen. Die Hilfe für die deutsche Land­frau wird besonders unter diesem Gesichtspunkt notwendig werden. Aus diesen Grunde ordnete der Reichsarbeitsführer an, daß in Städten keine Lager mehr errichtet werden. Bei fortschrei­tender Vergrößerung des Arbeitsdienstes für die weibliche Fugend, der bis zum Ende des Fohres bereits eine Stärke von 25 000 Arbeitsmaiden haben wird, soll auch der Einsatz in den ländlichen Gegen­den stattfinden können, in denen kein wirtschaftlicher Notstand, sondern unoers cyuldeter Land- arbeiterman^el herrscht. Der neue Dienst­plan, der für alle Lager verbindlich fein wird, zeigt die Richtung, die der Arbeitsdienst in der Erziehung der Arbeitsmaiden gehen wird. Der Reichsarbeitsführer sprach auch über eine Ver­stärkung der Leibeserziehung, den syste­matischen staatspolitischen Unterricht und die sinnvolle aber niemals diktierte Gestaltung des Feierabends. I

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Jugend und Heimat.

Von Gauwalter $. Rrngshausen.

Zur Gautagung des NS.-Lehrerbundes, Gau Hessen-Nassau, am 17. und 18. April 1937 in Mainz.

NSG. Durch Jahrtausende deutscher Vergangen­heit ziehen Sehnsucht und Kampf um die Volk- werdung wie ein roter Faden, begleitet von Blut und Tränen als Zeichen inneren Schmerzes, als Beweis für Opfer und Enttäuschungen. Aus kraft­vollen edlen Werten heraus entwickelte sich das seelisch-geistige, grenzenlose, ewige Deutschland, das von Feindseite oft spöttisch bezeichneteDeutsch­land der Dichter und Denke r", das man von dorther bewußt in Gegensatz stellte zur wirt­schaftlichen und politischen Seite, die unsere Gegner, so auch nach 1918, von jeher sich anmaßten, selbst zu bearbeiten und zu bestimmen. Dagegen aber trug unser Volk von Anfang an in sich die Grundlagen mnü somit auch die Voraussetzungen zur heldischen .Ki*aft unb unvergleichlichen Größe, die nicht zu su­lchen sind in geistigen und wirtschaftlichen Werten, "sich wohl aber auswirkten im Willen zum L e- len und im Drange zur eigenen freiheitlichen Ge­staltung von Lebensinhalt und Lebensform. Nur ffelten war unserem Volk der Mann gegeben, der *s willensstark und zielklar hindurchführte durch idie Sphäre seiner Fehlanlagen und Schwächen zur Politischen Realisierung seiner so verheißungsvollen tErbmasse.

Hier ist die Stelle, an der unsere Feinde ihre ge­schickten Angriffe ausführten, damit aus dem ewi­gen gewaltigen, inneren Reich nie werde ein ent­sprechend starkes äußeres, politisches Deutschland. Der Feind lenkte die seelischen Dolkswerte ab auf das Gebiet der rein geistigen Betätigung, oder er übergoß sie mit Spott und Hohn, ließ sie teils ver­kümmern und erfüllte unser Volk dazu durch jahr- chundertelange Erziehung mit Minderwertigkeits- smpfinden in Urteilen, Entschließungen, besonders aber in politischen Willensakten. Hier wurde still- ichweigend hingenommen die freche und entschei­dende Einschaltung des jüdischen Elements. Und darum sind die Werte von Familie, Volk, Nation, von Heimat und Vaterland, von Mutter und Kind, von Liebe und Treue, von Arbeit, Pflicht, Opfer, Heldentum und Ehre zerfasert und ihres deutschen Anhaltes beraubt worden, ja sogar der Verachtung Kerfallen. Es wurde propagiert, gelehrt und ge­glaubt, das Leben und sein Sinn seien nur vdm Steifte her zu erfassen. Damit war alles Sein nur noch Form und ohne Tiefe; Wissen und Besitz wur- en betont und damit die äußeren Unterschiede; Ein­bildung, Eitelkeit, Ueberheblichkeit griffen Platz; Ueid, Haß, Klassenkampf, die Zerreißung und da­mit die Schwächung unseres Volkes waren die ffolge. Zwischen Parteien, Vereinen, ja Konfessionen mbte ein unfruchtbarer und volkszermürbender Kampf um Zahl und Form; und von keiner Seite her brachte man den Mut auf, in die Tiefe zu eigen und Fragen des Blutes, der Raffe, der Ehre, leer Erlösung und so fort zu erörtern.

So drohte unser Volk in der oberflächlichen Zeit i laes vergangenen Jahrhunderts in feiner gesättigten wirtschaftlichen Wohlhabenheit und bei gedeckten wischen an lebendigem Leibe zu verfaulen. Man neigte sich abgöttisch vor den sog.Köpfen" und ter en Formalbefitz und mißachtete die ewigen auf- lauenöen Werte der deutschen Seele und des deut­schen Blutes und machte dazu den Anfang mit der iSerheblichen Ablehnung der Erscheinungsformen ran ererbtem, volkstümlichen Brauchtum und von klaubensformen unserer Väter an Zeit und Ewig­kit, an Blut und Scholle, an Heimat und Leben, lier Bauer sogar begann Spinnrad und Leinen, 3ruhe und väterlichen Brauch zu leugnen; er be­nähte sich auch heute noch modern zu sein, siebte zum Intellektuellen, begrüßte den Aesthetiker und ließ sich imponieren von jüdischem Witz und jüdischen Schmarren. Der in der Großstadt gelan- d te Bauernsohn schämte sich seiner Herkunft, ooämte sich der väterlichen Gewohnheiten, Tracht und Sprache, und damit das war nur ein tlei= KX Schritt schämte er sich seiner Eltern selbst.

Das aber war die stärkste und gefährlichste Er- oiütterung des Fundamentes unserer Nation, einer biutgebunbenen Lebensauffassung, das war die g-wße Blutsünde vor der Ewigkeit unserer Ver­gangenheit, die stets fortzeugend auch keine Zukunft bildet. Der deutsche Mensch war dem Ewiakeits- bffehl gegenüber disziplinlos geworden. Das Leben inr banal, langweilig, inhaltlos geworden, trotz n!chen und reichsten Wissens und rauschender Feste.

fehlte der Glaube, es mangelte an Verpflich­tung der Vergangenheit gegenüber, Ehre und Blut Owren billig geworden wie Brombeeren und konn­ten jederzeit bei niedrigstem Kursstand er- und ver- hcmdelt werden. Es mangelte somit am instinkt- inüißigen Erfühlen unseres wahren Wertes, u n - iure s inneren Seins, aus dem einzig und itein entströmt das Erkennen und Wollen des (ctren Weges zur höchsten und allseitigen Vollen- )rng unserer Nation. So konnte aus der Ver- gciaenbeit keine Zukunft werden!

Wir Nationalsozialisten aber wollen b i e Z u - tun ft, wir wollen die Nation in Raum und feit! Darum bringen wir den Mut auf, die ver­rostete Decke des Intellekts, die Sphäre des Geistes u durchstoßen und hinabzusteigen in den tausend­sten Reichtum der deutschen Seele. Aus Sitte und Zmuchtum, aus Sprache, Arbeit und Heldentum irtennen wir unseres Volkes Glauben, seine Kraft rio feine Größe und damit feine Zukunft. Wir len ein Volk vor uns, das sich einsetzt für das e ,en der Gesamtheit, für das Leben jedes Einzel- t-, und das mit diesem Einsatz für das Geschövf ili und preist den Schöpfer selbst; seine Arbeit, i. Opfer, sein Heldentum, seine Trauer und seine

Dos IRilitärjubiläum General Lndenborffs

Der Reichskriegsminister

überbringt die Glückwünsche des Führers und der Wehrmacht.

ttr.88 Erster Blatt 187. Jahrgang zreitag, 16. April 1937

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HML General-Anzeiger für Oberhessen ZWW

Stann°rt am m"ln 11686 Orudi un» Verlag: vrühl'Iche Universtiäls Such- und Steinörudcret rr.Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschSftsftelle: Schlllftrahe 1 Mengenabschlüsse Staffel B

Tutzing, 15. April. (DNB.) General der In­fanterie Erich Ludendorff feiert heute den 55. Jahrestag feines Eintritts in die Armee. Der Rtzichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall von Blom­berg, in Begleitung des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, General­admiral Dr. h. c. Raeder, des Generals der Flie­ger Kaupifch als Vertreter des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, übermittelte in Tutzing General Lu- dendorff die wärmsten Wünsche des Füh­rers und Reichskanzlers und sprach die herzlichsten Glückwünscheder deutschen Wehrmacht aus.

Oer Reichskriegsminister

bedachte der Bedeutung des Tages in folgender An­sprache:

Als die Vertreter der deutschen Wehrmacht treten wir vor Euer Exzellenz, um Ihnen unsere herzlich­sten Glückwünsche auszusprechen aur 55. Wiederkehr des Tages Ihres Eintritts in die Armee. Ich bin zugleich der Beauftragte des Führers und Reichs­kanzlers, der Ihnen seine wärmsten Wünsche aus­spricht. Dieser Tag vor 55 Jahren war nicht nur für Euer Exzellenz, sondern für das deutsche Sol­datentum und das deutsche Volk bedeutungsvoll. Damals trat ein Jüngling in die Waffenreihen, aus dem in stetigem Wachsen ein vorzüglicher General- stabsoffizier und Kommandeur, ein großer Soldat, ein Feldherr werden sollte.

Der Weltkrieg war ein kriegerisches Ereignis von titanischem Ausmaß, dessen Bedeutung uyd Nach­wirkung noch nicht abzusehen ist. Nun vor allen Führern, bei Freund und Feind, leuchtet Ihr kraft- voll-heroisches Soldatentum, Ihr tätiges Feldherrn- tum in einem strahlenden Glanz hervor. Wie weit von diesem Lebenskreis des Entschlusses und der Tat ist die Welt des geschriebenen Wor­tes, der Literatur entfernt! Wie zusammengestückt sind hier manchmal die Beweggründe, die zu einem Urteil, einer Kritik, einer* schiefen Darstellung füh­ren. Wir Soldaten des Weltkrieges wissen besser als eine manchmal irrende Forschung, wie sehr General Ludendorff ein Beweger und Leiter, ein großer Verantwortlicher, kurzum ein Feldherr war. In Ihrem langen Leben, Euer Exzellenz, hat es wenig Muße und keine Schwäche gegeben. Der Kampf war und ist Ihr Element. Die Straft und die großen Visionen befähigen Sie dazu. Mögen Ihnen noch viele Jahre des vollen Wirkens gegeben fein!"

General Ludendorff erwiderte:

Ich danke Ihnen, Herr Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, und Ihnen, meine Herren Oberbefehlshaber des Heeres, der Marine und der Luftstreitkräfte, daß Sie den weiten Flug nicht gescheut, um mir die Wünsche der Wehrmacht zum heutigen Tage auszusprechen. Ich danke Ihnen für die Wünsche und danke Ihnen, Herr General­feldmarschall, für die warmen Worte, mit denen Sie die Wünsche begleitet haben. Sagen Sie der Wehrmacht meinen Dank. Ich bitte Sie zugleich, dem Führer und Reichskanzler meine Wünsche zu übermitteln.

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Wie sieht es in der Wirtschaft aus.

Eine gerüchtereiche Woche liegt hinter uns, aber die Meldungen über eine Stabilisierung des Pa­pierdollar sind dementiert worden, wahrend die Anstrengungen der amerikanischen und englischen Regierung sich darauf richteten, die ungesunde Preishausse zum Einhalt zu bringen. Die ver­schiedenen Mittel dazu sind rücksichtslos angewandt worden, aber in dem großen Währunas- und Wirt­schaftsdreieck USA., England und Frankreich spielt Frankreich insofern eine benachteiligte Rolle, als die Preiserhöhung in Frankreich infolge der verwirrten sozialen Verhältnisse, der Streiks, der Einführung der 40-Stunden-Woche weit über die letzte Franken-Abwertung von 30 v. H. hinwegge­schritten ist. Der frühere Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, hat jetzt Erinnerungen veröffentlicht, die für Frankreich eine bittere Lehre enthalten. In den Jahren 1926 bis 1927 hatte Frankreich ein absolutes Uebergewicht gegenüber der Bank van England und verpflichtete sich, das englische Pfund zu halten. Heute ist es umge­kehrt, und mit dem Verschwinden der finanziellen Vormachtstellung Frankreichs ist auch gleichzeitig eine Einbuße des politischen Einflusses verbunden gewesen. Während in Frankreich die Preiserhö­hungswelle nach weiter anfteigt, ist auf den Weltrohstoffmärkten ein Rückgang haupt­sächlich der Metallpreise eingetrettn. So verlor Kupfer um über 15 v. H., in den USA. ist der Inlandspreis von 17 auf 15,5 Cents ermäßigt wor­den. Zinn lag ruhig, Blei und Zink gingen im Preise zurück, Kautschuk sank in London un­ter einen Schilling ,auch auf dem Baumwoll- markt trat eine Beruhigung ein, und auf den in­ternationalen Getreidemärkten wurde die Hausse ebenfalls unterbrochen. Wenn auch der Preisstand der Jahre 1928 bis 1929 noch nicht voll erreicht wurde, so befürchtet man doch, daß wieder wie damals von einem sehr hohen Preisgebäude in die Tiefe einer Krise stürzen würde.

Nachdem der amerikanische Staatssekretär Hüll die bekannte Anregung zum Abbau der Han­delsschranken gab, hat die englische Presse ziemlich ablehnend geantwortet, eine offizielle Stel­lungnahme des englischen Handelsministeriums zu dieser wichtigen Frage ist nicht erfolgt. Man hatte oan Zeeland, den belgischen Ministerpräsiden­ten, zwar beauftragt, eine Untersuchung über.die Handelshemmnisse einzuleiten, aber das war auch alles. Inzwischen hat bei seinem Besuch in Brüssel Reichsbankpräsident Dr. Schacht die Frage auf­gegriffen und erläutert, worauf es ankommt. Wir müssen immer bedenken, daß für ein Land wie Deutschland mit feinen wirtschaftlichen Verflechtun­gen die Autarkie selbst unerreichbar ist. Wir ver­suchen nur, uns im Rahmen des Möglichen von der überflüssigen Rvhstvffeinfuhr zu befreien und De­visen zu sparen, wir verfolgen durch den Dier- jahresplan kein anderes Ziel als wie es in den großen Wirtschaftsräumen, im englischen Empire, im amerikanischen Wirtschaftsraum, im ftanzösischen Gebiet ebenfalls erstrebt wird. Aber wenn wir und auch die anderen Länder zunächst alle Quellen der einheimischen Produktion ausnutzen wollen, so bleibt doch immerhin genug übrig, um durch Befrei­ung des internationalen Warenaustausches von den jetzigen Hemmnissen der Weltwirtschaft wie­der möglichst dem Gang der Vorkriegszeit anzupas­sen, der durch die Weltkriegsfolgen so verhängnis­voll und zur Klage Aller unterbrochen worden ist. Deutschland mit seiner stabilen Mark, seiner ver­hältnismäßig großen wirtschaftlichen Selbständig­keit will durchaus positiv mit den übrigen Welt­wirtschaftsmächten Zusammenarbeiten, um ben freien Warenaustausch zu erreichen, und wenn auch, wie Dr. Schacht ganz richtig sagte, das wirtschaftliche Aufbauwerk durchaus abhängig ist von einer politischen Verständigung, so stehen dieser doch nicht mehr die großen Probleme ent­gegen, an denen sich alle Welt vergeblich die Zähne ausbiß. Aus diesem Grunde wird die Beauftragung van Zeelands mit der Untersuchung der Hemmnisse des gegenseitigen Warenaustausches von Deutsch­land lebhaft begrüßt.

*

Im Kalenderjahr 1936 stellte sich der Wert der Ausfuhr von Personenwagen auf 44,1 Millionen Mark, der von L a st k r a f t w a g e n auf 20,7 Millionen Mark und der von Motorrädern auf 4,7 Millionen Mark. Das ergibt einen Ausfuhrwert von insgesamt 70 Millionen Mark. Dazu kommt noch die Ausfuhr von Autoteilen und Zu­behör. Gegenüber den Vorjahren bedeutet diese Ausfuhrsteigerung eine geradezu sprunghafte Besse­rung. Im Vergleich zum Jahre 1933 war die Aus- uhr von Personenwagen 1936 dem Werte rmch mehr als doppelt so hoch, die von Lastwagen fast dreimal so hoch und die von Motorrädern beinahe verfünffacht. Nach dem Verlauf des Ausfuhrge- chäfts in den ersten beiden Monaten dieses Jahres cheint sich die Steigerung des Auslandabsages fort­zusetzen. Der Wert der Ausfuhr betrug in der ge­nannten Zeit 6,9 Millionen Mark gegen 5,1 Mil- Honen Mark im Januar und Februar vergangenen Jahres. Auch die Ausfuhr von Lastkraftwagen unb Motorrädern war weiter erhöht. Die beste Craän- zung erfährt der deutsche Automobilmarkt durch" die hervorragende Jnlandkonjunktur. Deutsch-, land steht heute unter den zehn größten Kraftfahr-' nationen der Erde, wenn man den Personen- und Lastwagenbestand zusammenrechnet, an vierter Stelle hinter Großbritannien, Frankreich unb den Vereinigten Staaten von Amerika. Noch 1933 legen wir cutf dem 5. Platz. Deutschland konnte seinen Anteil an der Personenwagensumme der zehn Welt­besten von 2 v. H. im Jahre 1933' auf 3,3 v. H. im Jahre 1936 erhöhen. Noch stärker war die Erweite-

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Gietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

In meinem langen Soldatenleben vor dem Welt­kriege und erst recht im Weltkrieg war ich mit allen Wehrmachtsteilen, denen auch Sie damals angehörten, auf das allerinnigste verbunden. Es ist für mich heute Herzenssache, zunächst in Dank­barkeit der alten deutschen Wehrmacht zu gedenken, die im Weltkriege in heldischem Ringen gegen eine ungeheure Uebermacht das deutsche Volk vor der ihm zugedachten Zermalmung behütet und Deutschlands Grenzen geschützt hat. Die Bedeutung und Nachwirkung dieses großen Geschehnisses sind in der Tat noch nicht zu übersehen. Unsere Leistun­gen werden von tapferen Gegnern voll eingeschätzt. Uns brachten sie Erwachen des völkischen und rassi­schen Lebenswillens. Sie bilden die Grundlage Ihres Wirkens und die der jungen Wehr­macht.

Die Lage, in der wir leben, gleicht in mancher Hinsicht der Zeit vor dem Weltkriege. Wäre damals mein Streben, unsere Wehrmacht zu vervollständigen und die allgemeine Dienstpflicht durchzuführen, von Erfolg gekrönt gewesen, hätte die Regierung die erforderliche Einsicht für das Gebot der Stunde gehabt, wäre das Volk gegen­über der Wühlarbeit der damals noch nicht er­kannten überstaatlichen Mächte geschloffen geblieben, diesen wäre es nicht gelungen, Staaten, Völker und Heere gegen uns aufzubieten.

Heute ist Deutschland zufolge des scharfen Blickes des Führers und Reichskanzlers, dem alle Deutschen nicht genug dafür danken können, und Ihres schaf­fenden Wirkens wieder wehrhaft, in dem klaren Wissen, daß nur ein wehrhaftes, auf den totalen Krieg gefaßtes geschloffenes deut­sches Volk gegenüber der Hetze der heute er­kannten überstaatlichen Mächte Bürge des Friedens in Europa zu fein vermag. Sie haben es so nach vielen Richtungen hin leichter als ich damals. An­derseits haben Sie es in vielem auch schwerer. Ihre Leistungen, aus Wenigem eine starke Wehrmacht zu bilden, stehen einzig da. Ich beglückwünsche Sie zu dem Erreichten, und zugleich alle die, die Sie zur Mitarbeit an dem Aufbau der Wehr­macht beriefen. Meine wärmsten Wünsche begleiten weiter Ihr und Ihrer Gehilfen Wirken, begleiten die junge Wehrmacht und die einzelnen Kameraden in ihrem ernsten Streben, allen Aufgaben gewachsen zu fein.

In oorforgenber Schau gilt es indessen, zu er­kennen, daß die überstaatlichen Mächte und ihre Helfershelfer in allen Volkern und in un­serem Volk selbst wühlen, wie einst vor und im Weltkriege, um dem Volke Geschlossenheit, der Wehrmacht im Volke Rückhalt und damit die Kraft, ihre schweren Aufgaben zu erfüllen, und schließlich dem Volke den eben wieder entfachten völkischen und rassischen Lebenswillen und Lebensmvglichkeiten zu nehmen. Sorgen Sie, daß hinter einer auch seelisch starken Wehrmacht ein die überstaatlichen Mächte klar erkennendes, seelisch starkes und sei­ner völkischen Eigenart bewußtes ge­schlossenes Volk steht. Sie sprachen, Herr Generalfeldmarschall, von meinem Wirken. Dahin geht es, glauben Sie mir, zum Besten des Staates, des Volkes und der Wehrmacht!"

Am Nachmittag kehrte Generalfeldmarschall von Blomberg mit Begleitung wieder nach Berlin zurück.