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Dienstag, W.Hebruar M?

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)

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Tagung der Gießener Soldatenkameradschasten

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Winterhilfswerk zukommen läßt, neuen Antrieb be­kommen. Hunderte von Menschen finden für Wo­chen auskömmlichen Verdienst.

Die Straßensammlung am 19. und 20. Februar stellt einen kleinen Abschnitt aus der großen Ar­beit des Dierjahresplanes dar; Hilfe von Kreis zu Kreis ist ihr Merkmal. Die soziale Solidarität des Gaues soll sich bewähren. Die Not des einen Krei­ses fordert die soziale Tatkraft des anderen heraus.

Unser Gau wird am nächsten Sonntag stolz dar­auf sein, durch die Tat beweisen zu dürfen, daß die soziale Selbstlosigkeit das schönste Zeichen der Gaugemeinschaft ist.

Geschäftsjahr in Kraft gesetzt.

Kamerad Müller gab noch die bevorstehenden größeren Veranstaltungen bekannt, an denen sich die Arbeitsgemeinschaft beteiligen wird. Insbeson­dere wies er auf die Heldengedenkfeier der Gieße­ner Garnison am kommenden Sonntag, 21. Februar, hin, ferner auf das Artilleristen-Treffen in Gießen am 6. und 7. März und auf die Wiedersehensfeier der ehem. 116er Anfang Mai. Er forderte die Kame­radschaften und Vereinigungen zu starker Beteili­gung an diesen Veranstaltungen und zu weiterer treuer kameradschaftlicher Verbundenheit und Mit-

Jahre die besten Erfolge. In ehrenden Worten ge­dachte er der Mitglieder, die im vergangenen Jahre vom Tode abberufen worden waren. Die Versamm­lung erhob sich zu ihrem Angedenken von den Sitzen. Sodann folgten geschäftliche Mitteilungen über die Anmeldung zum Landschulheim des Krei­ses Gießen in Kesselbach, über den Schulfilm für die Elternabende usw. (Zahlungen für die Sterbe­kasse, Feuerversicherung usw.).

Darauf sprach Bürgermeister Michel, Großen- Linden, als Kreisschulungsleiter über dieGrund­lagen der nationalsozialistischen Weltanschauung." Nach einleitenden Worten über die Entstehung von Weltanschauungen, die nicht einfach von heute auf

Jugend Zusammenarbeiten und sich während des Jahres zusammenfinden. Aus diesem Anlaß findet am Mittwoch, 17. Februar, eine Elternoersamm­lung der Oeffentlichen Handelslehranstalt statt. Ne­ben einem Vortrag dient der Abend in besonderer Weise der Aussprache. Wir verweisen auf die Be­kanntmachung im heutigen Anzeigenteil.

Bezirksverein Gießen-Land int NSL8.

Die erste Versammlung des Bezirksvereins Gie- ßen-Land im Jahre 1937 wurde am Samstagnach­mittag imBurghof" abgehalten. Rektor Sieg­fried (Großen-Linden) begrüßte die Mitglieder und wünschte dem Fortgang der Arbeiten im neuen

findet man Fran?oise Rosay wieder, die wir in denKlugen Frauen" kennenlernten: zweifellos eine Vollblutschauspielerin von nationaler Eigenart und ausgeprägtem Spieltemperament, hier aber, in der Rolle der reichen, kinderlosen Frau, sehr be­herrscht, mit klugem Takt die Konflikte und Kon­traste andeutend, die sich unvermeidlich ergeben müssen. Auch die übrigen Darsteller, hier nament­lich kaum bekannt, stehen alle gut und sicher an

Am kommenden Sonntagvormittag veranstaltet die Wehrmacht die Heldengedenkfeier des Stand­ortes Gießen auf dem Trieb vor der Volkshalle. An der Feier werden sich die Partei und ihre Gliede­rungen, sowie die Kameradschaften und Vereinigun­gen der alten Soldaten beteiligen. Die Feier beginnt pünktlich um 10 Uhr. Alle Teilnehmer müssen bis 9.50 Uhr ihre Plätze eingenommen haben. Zu Be­ginn der Feier wird der Standortälteste, General­leutnant Oßwald, die Front der Truppen, der Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen, sowie der Kameradschaften der alten Soldaten in Begleitung des zuständigen Hoheitsträgers der Par­tei, des Pertreters des Staates und bei den alten Soldaten des höchsten inaktiven Soldaten abschrei­ten. Daran anschließend wird Generalleutnant Oß­wald die Ansprache halten. Hierauf folgt der Vor­beimarsch der Truppen, sowie der Formationen der Partei und der alten Soldaten. Der Vorbeimarsch wird vor der Volkshalle stattfinden.

Generalmusierung derMarine Kameradschast1892Gießen

In ihrem Kameradschaftshaus hielt die hiesige Marine-Kameradschaft am Samstagabend ihre dies­jährige Generalmusterung ab. Kameradschaftsführer L i cf) begrüßte neben den Kameraden besonders die Vertreter der Marine-SA. und der Marine-HI. So­dann gedachte er der verstorbenen beiden Kameraden H i l l g ä r t n e r (Köln) und Bender (Duten­hofen,die im vergangenen Jahre abberufen wurden. Ferner wurde in würdiger Weise aller Gefallenen gedacht, die im Dienste des Vaterlandes ihr Leben, gaben.

Schriftführer Runge erstattete sodann den Jah­resbericht, dem folgendes zu entnehmen war: Die Kameradschaft zählte zu Beginn des Jahres 104 Mitglieder, 3 schieden aus, 16 Mitglieder wurden neu gewonnen, so daß der Mitgliederbestand am Ende des Jahres 1936 117 betrug. Erfreulich fei es, feststellen zu können, daß es sich bei den Neuaufnah­men durchweg um junge Kameraden handle. Die Entwicklung des Mitgliederstandcs könne als befrie­digend bezeichnet werden. Der Schriftführer erin­nerte dann an einzelne kameradschaftliche Veranstal­tungen, an das Labskausessen, die Osterfeier, eine

(Maja Lex mit Gruppe.) Die Kostüme, leicht stilisiert, wirken in ihrer feinfühligen Farbenzusam­menstellung vortrefflich.

*

Der Beifall der nicht sehr zahlreichen, aber offen­bar lebhaft gefesselten Zuschauergemeinde war laut und herzlich. Hans Thyriot.

Aus Oer provinzialyauptstadl.

Die Kartoffel ein Hauptnahrungsmittel.

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Gießener Gtadttheater.

Gastspiel der Tanzgruppe Günther.

Die Tanzgruppe Günther, München, Fest­spielgruppe der Deutschen Tanzfestspiele Berlin 1934/35, gab gestern ein Gastspiel im Stadttheater. Die Gruppe (auf der Tanz-Olympiade Berlin 1936 mit der höchsten Anerkennung ausgezeichnet) prä­sentiert sich als künstlerische Arbeitsgemeinschaft. Die Rollen sind folgendermaßen verteilt: Tanzge­staltung und Solotanz: Maja Lex; Musik- und Tanzorchestergestaltuna: Gunild K e e t m a n ; Ge­samtregie und Kostüme: Dorothee Günther; Tanzorchesterführung: Gisela Reiners. Charak­teristisch scheint uns hier das Zusammenwirken von Orchester und Gruppe, die sehr genau aufeinander abgestimmt sind; ferner die Betonung des Grup­pentanzes, d.h. die symphonische Verschmelzung der tänzerischen Individualitäten; ferner die Hebung des Tanz spieles einer Ausdrucksform etwa auf der Mitte zwischen Pantomime und absolutem Tanz; schließlich das choreographische Element: in den ausgeprägtesten Tänzen des Programms meint man den Grundriß nachzeichnen zu können oder durchscheinen zu sehen, auf dem die Figurenfolge sich aufbaut. (Wohl auf Laban zurückzuführen.)

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Das Programm wird vom Orchester eingeleitet: Olympischer Märchenreigen (Musik von C. Orff) aus dem Eröffnungsfestspiel der Olympiade. Die bestirn- menden Instrumente sind Blockflöten und Schlag­zeug; wenig Saiteninstrumente, dazu Tylophon und Metallophon. Alle Begleitung ist sinngemäß stark rhythmisiert. Dann erscheint die Gruppe mit einemPaukentanz": sechs Mädchen, zwei Kessel­pauken; ein fast militärisches Thema, dessen Strenge durch Heiterkeit gemildert erscheint: sehr bewegtes, lebhaft akzentuiertes Bild; interessant ist hier (und

morgen da sind, sondern sich erst im Laufe einer langen Zeit von Jahrzehnten und Jahrhunderten entwickeln, ging er auf die Grundlagen der natio­nalsozialistischen Weltanschauung näher em. In packenden Worten zeigte er die Grundsteine, aus denen sich die neue Weltanschauung ausbaut. Volk und Rasse, Blut und Boden, Ehre und Freiheit sind die Grundpfeiler des Nationalsozialismus. Diese Weltanschauung erfordert den höchsten Einsatz fedes einzelnen für das Vaterland. Fest gegründet muß diese Weltanschauung im Herzen jedes echten Deut­schen sein, dann ist er allen Widerständen gewachsen. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenom-

Rektor Siegfried sprach noch em zündendes Schlußwort und schloß dann die Versammlung m üblicher Weise.

Heldengedenkfeier

des Standorts ließen.

Im Beiprogramm: Bilder aus Japan; die neue Fox-Tonwoche; ein Vorspann zumBall im Me­tropol" mit Heinrich George. Hans Thyriot.

Hochschnlnacbrichten

Professor Dr. Walther Merk, Ordinarius für deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Frei­burg, ist im Alter von 54 Jahren g e st o r b e n. Prof. Merk war zunächst im badischen Staatsdienst tätig. Er erwirkte 1915 seine Zulassung als Privat­dozent in Freiburg i. Br. und folgte drei Jahre später einem Rufe als Extraordinarius nach Straß­burg. Von dort kam er nach Freiburg, später als Ordinarius nach Rostock und 1920 nach Mar­burg, wo er 1932/33 das Rektoramt bekleidete.

Altes Stammbuch.

Da blättere ich in einem alten, stockfleckigen Stammbuch. Es ist wie eine gemütvolle Reise in der Postkutsche, langsam, umständlich und empsind- sam. Jedesmal, wenn auf den Stammbuchblättern sorgfältig gemalte Blumen oder sinnig gezeichnete Verzierungen erscheinen, dann ist mir's, als ob ein Postillon sein Lied bläst und schmettert. Die Gegen­wart lauscht betroffen und ungläubig. Fast unsicht­bar rieselt die seine Asche der Vergangenheit.

Dieses Buch gehörte einem Arzt. Es fand sich vergessen und verstaubt im Nachlaß seines Sohnes. Dieser Arzt, der Eigentümer und Vater des Stamm­buches, hatte eine Rechtssache und übergab sie einem Juristen, der mit ihm befreundet war. Im Laufe der Rechtssache wurde nun der Advokat krank. Der Arzt, sein Freund, mußte ihn behandeln. Der Jurist schreibt nun auf dem Krankenbett, an einem Wintertaq des Jahres 1820, folgenden Vers in des Arztes Stammbuch:

Er ist mit Fug und Recht des Arztes Patient, Weil feine kranke Sach' ihm gehet durch die

Händ'."

Ja, nun sehe ich durch die grauen Wolken der Vergangenheit, den Juristen lächelnd diesen Vers niederschreiben. Und den Arzt sehe ich breit und verständnisvoll lachen, als er den Vers entziffert. Ach Gott, auf den Gräbern dieser beiden liegt lange schon der Winterschnee. Nur das Stammbuch des einen rührt mich an wie mit einer Geisterhand und bewegt für einige Augenblicke mein Herz.

Max Jungnickel.

Oie Not des einen ist die Not des anderen!

Gau-Straßensammlung am 19. und 20. Februar.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 20 bis 22.30 UhrLehrling ge­sucht". Gloria-Palast, Seltersweg:Blinde Pas­sagiere". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Mut­terschaft". Oberhessischer Kunstverein, Turm­haus am Brand: 17 bis 18 Uhr AusstellungFor­scher als Künstler".

Stadthealer Gießen.

Heute abend findet eine Wiederholung der neuen Schwank-OperetteLehrling gesucht" von Karl- Ludwig Lindt und Karl Diergardt statt. Die musi­kalische Leitung des Abends liegt in den Händen des Kapellmeisters Hans H. Hampel. Wolfgang Kühne führt die Spielleitung. Die Titelrolle spielt Hansi Prinz. Die Vorstellung findet als 19. Vor­stellung der Dienstag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr.

Elternversammlung der Oeffentlichen Handels- lehranslall.

Man schreibt uns: Der nationalsozialistische Staat hat festgelegt, daß Schule, Elternhaus und Hitler-

t ehemaliger iragoner (»J e Gießen Kamerad Urtmar nerwartetfur * gegangen. >in Andenken reuestenst^ s*

Arn Samstagabend hielt die Arbeitsgemeinschaft Gießener Soldatenkameradschaften unter der Lei­tung des 1. Kameradschaftsführers Kam. Müller ihre sehr gut besuchte Jahreshauptversammlung im Gasthaus Bepler ab. Kam. Müller betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß das große Ge­schehen in unserem Vaterlande besonders die alten Soldaten zu Dank und treuer Gefolgschaft für den Schöpfer des neuen Deutschlands, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, verpflichte.

Aus dem vom Schriftführer Kam. Petri erstat­teten Jahresbericht, der die Ereignisse im verflosse­nen Geschäftsjahre der Arbeitsgemeinschaft ver­zeichnete, ging u. a. hervor, daß nach dem Austritt zweier Kyffhäuser-Kameradschaften und dem Neu­eintritt der Ortsgruppe Gießen der Vereinigung ehern. Kriegsgefangener der Arbeitsgemeinschaft 22 Kameradschaften und Vereinigungen alter Sol­daten angeheren. Der Jahresbericht wurde geneh­migt und dem Schriftführer in gebührender Weise Dank ausgesprochen. Da die Kameradschaft ehern, hessischer Leibgardisten aus der Arbeitsgemeinschaft ausgetreten ist, wurde auch das Ausscheiden des Schriftführers Petri aus feinem lange Jahre innegehabten Amte erforderlich. Für feine jahre­lange verdienstvolle Mitarbeit im Führerrat der Arbeitsgemeinschaft wurde ihm, zugleich mit dem Bedauern über sein Ausscheiden, herzlicher Dank abgestattet.

Der vom Rechnungsprüfer Kam. Reitz, in Ver­tretung des dienstlich verhinderten Kassenführers Kam. B u r k h o l z, erstattete Kassenbericht zeigte

sämtlich in '^schließlich ^rten 15 Z ?b Samstag f. mehr. y ^935 gültig.

Kameradschaften und Vereinigungen bereiteten durch ihre Vertreter in der Arbeitsgemeinschaft dem Kameraden Müller eine starke Vertrauenskund­gebung, indem sie ihn einstimmig wieder in das Amt des Führers der Arbeitsgemeinschaft beriefen. Kamerad Müller nahm das Amt erneut an und betonte, daß er es führen werde im Geiste des Die­nens für Führer, Volk und Vaterland. Der bis­herige stellvertretende Führer der Arbeitsgemein­schaft, Kamerad Trümpert, legte, da die von ihm in der Arbeitsgemeinschaft vertretene Krieger- kameradschaft Gießen des Kysfhäuferbundes eben­falls aus der Arbeitsgemeinschaft ausgeschieden ist, das Amt des stellvertretenden Führers der Arbeits­gemeinschaft nieder. Kamerad Müller betonte im Anschluß daran das uneigennützige und kamerad­schaftliche, langjährige Wirken des Kameraden Trümpert in der Arbeitsgemeinschaft, dankte ihm für feine bisherige wertvolle Mitarbeit und bat ihn, dem Führerstab der Arbeitsgemeinschaft weiterhin als Vertreter der Offiziers-Vereinigung 1914 Gießen anzugehören. Diesem Ruf leistete Ka­merad Trümpert Folge. Zum neuen stellvertre­tenden Führer der Arbeitsgemeinschaft berief Kame­rad Müller sodann den Führer der Kamerad­schaft ehern. 116er, Kamerad Bill, zum Schrift­führer den Führer der Kameradschaft ehern. 80er Kamerad Röhr. Zur Weiterführung der Kassen­geschäfte wurde Kamerad B u r k h o l z berufen.

Auf Anregung des Kameraden Reitz wurden die vorjährigen Beitragssätze auch für das neue

später) die Einbeziehung von Instrumenten und musikalischer Funktion in den Figurenablauf, wäh­rend üblicherweise Tänzer und Begleiter getrennt agieren. Aehnliches ist vomTanz mit Flöten" (Rose D a i b e r, Sieglinde Müller, Ruth Opitz, Heidi Heyne) zu sagen: heiter bewegt, die Einzel­stimmen der zugleich Spielenden und Tanzenden werden vom Orchester aufgefangen und unterbaut. Das Ganze wirkt wie eine mittelalterlich-höfische Szene. DerTanz mit Schellen" (Maja Lex mit Gruppe) erscheint als Ton-Tanz, d. h. die Bewegung ist ganz aus der Begleitung entwickelt: fröhliche Illusion einer Schlittenfahrt.

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Maja Lex tanzt allein eineAlte Tanzweise" und zwei Tänze nach altenglischen Melodien. Hier ist ausfallend die starke Betonung der oberen Kör­perhälfte, die Einbeziehung von Hand- und Arm­geste in das Gesamtbild. Aus der Gehaltenheit des alten Schreit-Tanzes entwickelt sich allmählich eine schwingende, raumsüllende, im Tempo belebte Fi­gur. Auch hier wird, wie uns scheint, der choreo­graphisch-konstruktive Unterbau des Tanzes erkenn­bar.

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Nach der Pause sahen wir eine Tanzsvlge zu sechs Teilen:Tänze zu Ehren van Tag und Nacht." Man sieht, die Thematik ist hier viel umschriebener und gegenständlicher als etwa im absoluten Einzel­tanz, der in seinen glücklichsten Eingebungen noch aus einem völlig abstrakten Begriff (Leicht",Fern") eine tänzerisch bezwingende Gestaltung gewinnt. Dem Margen" ist ein Terzett (Rose Daiber, Heide L u e d e r, Sieglinde Müller) ein ro­mantisches Thema, man könnte an Runge denken, aber der Stil der Figuren im einfachen Rhythmus vor und zurück erinnert eher an die Präraffaeliten, die gesammelte, getragene Haltung im fließendem Kostüm an die Gestalten der Verkündigungsengel in der altdeutschen Malerei.Dem Tag der Sonne" Maja Lex mit Gruppe: figurenreich, sehr geschlossen, dabei auf das rhythmische Gegeneinan­der von Vortänzerin und Gruppe hin komponiert, fast mathematisch im Verhältnis 1 : 6. Der einzige Solotanz (Maja Lex) heißtDer Dämmerung", in fließendem Nachtblau, sehr gedämpft.Der Stunde der Auflehnung": bacchantisch gestampfter Gruppentanz von gebändigtem Temperament, wuch­tig akzentuiert vom Schlagzeug. In dem TanzDer Nacht der schwebenden Gedanken" interessiert die Ein­beziehung von leise gesummtem, gedämpftem Gesang in das tänzerische Bild. Ein heller, schneller, schar­fer Abgesang:Dem kämpferischen Tag" mit wirk­samer Auflösung des Fechtermotivs, ein ritterliches Tanz-Spiel, das zuletzt wiederholt werden mußte.

ZdR. Wir Deutsche essen im allgemeinen viel Kartoffeln. Etwa 12 v. H. unseres gesamten Nah- rungsoerzehrs entfallen auf dieses Nahrungsmittel. Als der große Preußenkönig seine Bauern mit Gewalt zwang, Kartoffeln anzubauen, ahnte außer ihm wohl kaum jemand, welche Rolle diese neue Frucht einstmals in unserer Volksernährung spie­len würde. Heute haben wir eine jährliche Durch­schnittsernte von mehr als 45 Millionen Tonnen, pon denen etwa 13 Millionen Tonnen auf Speife- fartoffeln entfallen. Die Kartoffel ist somit, neben

Brot, heute das Hauptnahrungsmittel. Ein­mal ist ihre Bevorzugung auf den niedrigen Preis zurückzuführen, dann aber auch auf den hohen Nährwert der Kartoffeln, die ja nicht nur eiweiß- unb stärkehaltig find, sondern auch Nährsalze und Vitamine enthalten. Dabei ist die Kartoffel außer­ordentlich gut ausnutzbar in ihren Nährstoffen, sie sättigt und ist mit Recht der Grundstoff unserer täglichen Nahrung geworden.

Wir können uns glücklich schätzen, daß wir in Deutschland dieses Nahrungsmittel in so reichen Mengen vorrätig haben, daß ein gelegentlicher Aus­fall an anderen Nahrungsgütern kaum ins Gewicht fällt. Für die geschickte Hausfrau bietet die Kar­toffel ungeahnte Möglichkeiten für immer neue Ge­richte. Dabei darf jedoch eines nicht vergessen wer­den: Beim Schälen der Kartoffeln gehen große Mengen an wertvollem Eiweiß und Nährwerten verloren, die beim Kochen in der Schale erhalten werden und dem Körper zugute kommen. Auch das Kochwasser von geschälten Kartoffeln wird die ge­schulte Hausfrau niemals fortgießen, da es die auf­gelösten Nährfalze enthält. Dieses Wasser wird zu Suppen oder Soßen verwendet. Auf Grund des reichlichen Vorkommens und ausgezeichneten Nähr­wertes stehen die Kartoffeln unter den Lebens­mitteln an erster Stelle, die den Verbrauch anderer, weniger reichlich vorhandener Nahrungsgüter er­setzen können. Der verstärkte Verbrauch an Kar­toffeln ist angesichts unserer Versorgungslage volks­wirtschaftlich erwünscht.

Der Mensch mit gesundem Empfinden für eine zweckmäßige Ernährung räumt der Kartoffel in seiner Ernährung den Platz ein, der ihr zukommt. Besonders in den Wintermonaten, wenn frisches Obst und frische Gemüse selten sind, ist die Kartoffel mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin C unentbehr­lich. Dieser Vitamingehalt wird auch durch längeres Lagern nicht geschmälert.

Alle diese Vorzüge müssen für die tüchtige Haus­frau Grund genug sein, die Kartoffel bei ihrer Preiswürdigke'it imd ihrem hohen Gehalt an Vi­taminen, Nährfalzen, Kohlehydraten und

zu bevorzugen.

Dornolizen.

Mutterschaft."

Lichtspielhaus.

Ein französischer Film von Jean C houx nach einer Novelle von Laurent V i n e u i l in deutscher Sprache. Ganz einfache Handlung: eine junge Bauernmagd wird vom Vater ihres Kindes, den sie kaum kennt, verlassen, will sich das Leben nehmen, wird im letzten Augenblick durch eine weinende Kinderstimme in ihrem wahren und guten Gefühl getroffen und weiß fortan, daß sie das Schicksal tragen muß, das ihr bestimmt ist. Sie erlebt das Glück und das Leid der Mutterschaft; das Kind wird groß, wird am Ende von einem kinderlosen Ehepaar, bei dem das Mädchen im Dienst steht, adaptiert. Nach schweren Seelen­kämpfen opfert die Mutter ihr Glück der sorg­losen und unbeschwerten Zukunft ihres Kindes und schweigt auch in großer Selbstverleugnung bei einem letzten, schmerzlichen Wiedersehen mit dem Zum Mann herangereiften Sohne, um ihm Kon- flifte zu ersparen, die er vielleicht nie überwinden könnte. Dies ist der Umriß der Fadel, die mit un­verstellter Einfachheit und Natürlichkeit in eine fließende Kette von Bildern umgesetzt wird. Regie führt Jean Chvux, und es ist interessant zu beobachten, wie ein Franzose auf den Stoff reagiert und ihn vor der Kamera verwirklicht: es ist, besonders im ersten Teil des Films, bemerkens- w'7t, wie das optische Element herausgearbeitet ist, wie sparsam er mit dem Wort umgeht, wie er den Dialog auf ein äußerstes Maß beschränkt und bemüht ist, alles, was zu sagen und auszudrücken ist, im Bild zu geben, allenfalls das Bild durch ein paar Takte Musik in seiner Wirkung zu betonen und zu untermalen. Später muß der Entwick­lung der Fabel entsprechend etwas mehr Dialog gebracht werden; das war um der Verständlichkeit des Vorganges willen nicht zu vermeiden. Die stärksten Wirkungen gehen, für unser Empfinden, von den ersten und den mittleren Partien des Films aus, die stellenweife von einer volksliedhaften Schlichtheit und Selbstverständlichkeit sind. Die Sinnlichkeit und Anschaulichkeit des Bildvorganges sind vielleicht typisch französisch ... ebenso wie auch die gelegentlich eingeführten theatralisch-komödianti­schen Bestandteile, die wir heute wohl in dieser naiven Form nicht mehr bringen würden, national begründet sind. In der Hauptrolle sieht man Hella ^Muller als Marthe, eine schöne, schlanke und stattliche Person mit ruhigen Be­wegungen und einem selbstverständlich einleuchten­den, klaren Gefüblsausdruck, sehr geeignet, wie uns lch'int, ein solches Schicksal zu gestalten. Dann

NSG. Der Vorzug einer jeden Gau-Straßen- fammlung ist es, daß sie' ihr eigenes Gefickt hat. Diesmal will der Gau Hessen-Nassau, der auf man­chen Gebieten nationalsozialistischer Dolkswohlfahrt eine führende Rolle im Reich spielt, aus eigener Kraft eine Straßensammlung durchführen.

Neben der allgemeinen Betreuung der Hilfsbe­dürftigen ist der Gau Hesfen-Nassau gewillt, der Lederstadt Offenbach zu helfen. Gerade die Leder­industrie, die vorzugsweise Luxusartikel herftellt, ist durch den erschwerten Export in Mitleidenschaft gezogen und bedarf der Unterstützung. Handwerk­liche Betriebe, die im Kreis Offenbach so zahlreich sind, haben durch den Auftrag, den ihnen das

einen guten Stand der Kaffe und der Vermögens­lage der Arbeitsgemeinschaft. Dem Kaffenführer wurde Entlastung erteilt und ihm, sowie den Rech­nungsprüfern für ihre Mühewaltung gedankt.

Sodann folgte die Wahl des Führers der Ar­beitsgemeinschaft. Kamerad Müller stellte zu die­sem Zwecke fein Amt zur Verfügung und übertrug für diesen Punkt der Tagesordnung die Geschäfts­führung dem Kameraden Bill. Dieser würdigte eingehend die verdienstvolle Arbeit des Kameraden Muller als Führer der Arbeitsgemeinschaft unb treuer ram empfahl feine Wiederberufung in diefes Amt. Die | arbeit auf.