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Nach der Meldung der Rennmannschaft der Auto- Union für die Wagenrennen des neuen Jahres hat das Werk nun auch die DKW.-Motorradmannschaft genannt. Die Auto-Union tritt wieder in den Solo- klassen 250 bis 500 ccm sowie in den beiden Seiten­wagenklassen an, also in den vier Klassen, in denen ihre Fahrer 1936 die Deutschen Motorrad-Meister­schaften erringen konnten. In der 250-ccm-Klasse wird das sieggewohnte Kleeblatt Geiß-Winkler-Kluge wieder die DKW.-Farben vertreten. In der 500er- Klasse besteht die Mannschaft aus Oskar Stein­bach, der 1937 ausschließlich für die Auto-Union starten wird, Mansfeld (Breslau), Bodmer (Ebingen) und dem aus den Reihen der Privat­fahrer neu verpflichteten Herz (Lampertheim). In

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kannte entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts auf Freisprechung auf Kosten der Reichskasse.

3n Neuyork blüht der Flieder!

Das warme Wetter, das in Neuyork seit etwa sechs Wochen anhält, erreichte am Freitag seinen Höhepunkt. Das Thermometer zeigte 2 0 Grad Celsius an. In den Neuyorker Anlagen und Vorgärten blüht der Flieder, zeigen sich Gänseblümchen und Stiefmütterchen wie sonst im Mai. Allenthalben ist festzustellen, daß die Sing­vögel, besonders Meisen und Rotkehlchen, schon jetzt in großen Mengen zurückgekehrt sind. Wäh­rend Süd - Kalifornien unter schweren Blizzards (Schneestürmen) leidet, sind die höchsten Gipfel des Alleghanis-Gebirges Hauptgebirge im Osten der Vereinigten Staaten und der Neuengland-Berge völlig ohne Schnee.

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den beiden Seitenwagenklassen stützt sich die Auto-Union wieder auf ihre deutschen Meister von 1936, Braun, Karlsruhe (600 ccm) und Kahrmann, Fulda (1000 ccm). Kahrmann ist wieder von seinen Sturzverletzungen, die er sich beim Training zum Feldbergrennen zuzog, hergestellt. Die Auto-Union hat die Absicht, sich mit ihrer DKW.-Motorrad-Mannschaft im Jahre 1937 außer an den zur deutschen Meisterschaft gehörenden Stra­ßen- und Bergrennen auch an einer Reihe wich­tiger ausländischer Motorradrennen zu beteiligen.

Mercedes schuld Nachwuchs in Monza.

Unter der Leitung von Rennleiter Neubauer haben auf der berühmten Monza-Bahn die Schu­lungsfahrten der Nachwuchsfahrer Bäumer, Bren­del, Hartmann und Kautz begonnen. Es wurde bis­her nur langsam und ohne Zeitnahme gefahren, um die Fahrer restlos mit allen Eigenarten des Renn­wagens vertraut zu machen. Wurde bisher auf der Schikanenstrecke trainiert, so wurden die Fahrten am Donnerstag aus der 10 Kilometer langen Renn­strecke fortgesetzt, um die Fahrer auch an dieschnel­len" Kurven zu gewöhnen. In den nächsten Tagen werden dann auch offizielle Zeitnahmen erfolgen.

Kurze Sportnotizen.

Die Fußball-Sommersperre wird auch in diesem Jahre wieder vom 1. Juli bis 14. August durchgeführt.

D i e Endspiele zur deutschen Wasserball­meisterschaft werden am 30. und 31 Januar in Hannover ausgetragen. Die vier Bewerber, Weißen­see 96 (Titelverteidiger), München 99, Duisburg 98 und Wasserfreunde Hannover spielen in einfacher Runde nach Punkten jeder gegen jeden.

Berüchtigter Heiratsschwindler wegen Mordes auf der Anklagebank.

Der berüchtigte Heiratsschwindler Paul Polte aus Berlin, der nicht nur in der Reichshauptstadt, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands zahl­reiche Frauen schwer geschädigt hat, steht jetzt wegen Mordes vor dem Berliner Schwurgericht. Bei den Verhandlungen, die etwa drei Monate in An­spruch nehmen dürften, wird es sich vor allem um die Aufklärung des Mordes an der 32jährigen Hausangestellten Alma Garbe drehen, die am 4. Februar 1935 morgens von einem Schüler an einer einsamen Stelle in Spandau-Hakenfelde tot aufgefunden worden war. Nach Ansicht der Staats­anwaltschaft ist der 26 Jahre alte Paul Polte, der sich seit dem 15. Februar 1935 in Untersuchungs­haft befindet, trotz seines hartnäckigen Leugnens während der Voruntersuchung, der Mörder des Mädchens.

Außer Polte sitzen vier weitere Angeklagte, dar­unter eine Frau, auf der Anklagebank, die von den Verbrechen Poltes gewußt und sie unterstützt habe. Diese Angeschuldigten, der 35jährige Reinhard Ben­ner, der 53jährige schweizerische Staatsangehörige Harald D u e r st , die 30jährige Elfriede Twell- meyer und der 47 Jahre alte Walter Hermann gehörten zusammen mit Polte einer Bande von Verbrechern und Heiratsschwindlern an, die ihr schmutziges Gewerbe schon jahrelang betreiben.

Der tragische Tod der Alma Garbe führte end­lich auf die Spur der Verbrecher. Es konnte fest-

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gestellt werden, daß das Mädchen den Heirats­schwindler Polte seit Mitte 1933 kannte und ihn als seinen Verlobten betrachtete. Polte hat das ahnungs­lose Mädchen auf raffinierte Weise um seine Er­sparnisse in Höhe von 1200 Mark gebracht und hat es kurz vor der Mordtat zum Abschluß einer Lebensversicherung über 3000 Mark veranlaßt, deren Prämien er aus eigener Tasche bezahlte. Die 3000 Mark sind ihm dann auch nach dem Tode des Mädchens ausbezahlt worden. Die Obduktion der Leiche ergab, daß sie durch große Mengen eines an sich harmlosen Medikaments, das in Wein auf­gelöst war, ums Leben gebracht worden war. Für den Prozeß find vier Sachverständige und nicht weniger als 228 Zeugen geladen worden.

Verleumdungen von Geistesgestörten bringen einen Pfleger auf die Anklagebank.

Ein zum Glück nur sehr selten vorkommendes Bild entrollte sich in einer Verhandlung vor der Koblenzer Großen Strafkammer. Angeklagt war ein Pfleger der Heil- und Pflegeanstalt Andernach, der beschuldigt wurde, sich an schwachsinnigen Per­sonen, die in der Anstalt untergebracht waren, ver­gangen zu haben. Die Verhandlung ergab, daß es sich um haltlose Verleumdungen von schwachsinnigen Insassen der Anstalt han­delte, die von einem besonders gefährlichen geistes­gestörten Burschen aus Rache gegen den Pfleger aufgeputscht worden waren. Lediglich Geistesgestörte traten in der Verhandlung als Belastungszeugen auf, während alle übrigen Zeugen dem Angeklag­ten das beste Zeugnis ausstellten. Das Gericht er-

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