Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilden Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezuqs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der
Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
den y Gchulenttaffung ®u^ für feie WHW -Gammler der HZ.
Berlin, 14. Dez. Wie der „Reichs-Jugend- 2, Pressedienst" erfährt, hat der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und ' Volksbildung nachstehende Verfügung erlassen:
„Vom 17. bis 19. Dezember d. I. sammelt die Hitler-Jugend für das Winterhilfswerk. Ich ersuche daher, an diesen Tagen die an der Sammlung und den Werbemärschen beteiligten HJ.-Angehorigen von den Hausaufgaben zu entlasten. Am Samstag, dem 18. Dezember, können die Beteiligten vom Unterricht befreit werden."
Kunst und Wissenschaft.
Aufgaben der Nietzsche-Forschung.
Die Gesellschaft der Freunde des Nietzsche-Archivs hielt in Weimar eine Mitgliederversammlung ab. Die Gesellschaft, von Staats- minister a. D. Dr. h. c. Leutheuser geleitet, konnte wieder eine Reihe von Arbeiten an die Mitglieder verteilen. So hatte Dr. Erhärt Thierbach die Briefe des Freiherrn von Gersdorff an Richard und Cosima Wagner, Peter Gast, Elisabeth Foerster-Nietzsche und andere zu einem Bande vereinigt. Das Archiv hatte im vergangenen Jahre abermals seine Hauptarbeit der Herausgabe der großen historisch-kritischen Gesamtausgabe von Nietzsches Werken gewidmet. Eine weitere großzügige Aufgabe des Archivs betrifft den Bau der Gedächtnishalle und ihre Anbauten. Man rechnet damit, die Einweihung dieser Kulturstätte Anfang 1939 vornehmen zu können.
Ein Deukfch-Japanisches Go-Jnstilut.
Unter Mitwirkung deutscher und japanischer Stellen wurde das Go-Institut gegründet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das japanische Nationalspiel durch Lehrgänge weiten Kreisen in Deutschland nahezubringen. Erster Präsident des Go-Institutes wird der jeweilige japanische Botschafter in Berlin sein. Das Amt des Vizepräsidenten hat der Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft, Admiral F o e r st e r übernommen. Das alte Go-Spiel ist ein Brettspiel und erinert an Mühle, wird aber mit der zwanzigfachen Zahl von Steinen gespielt, die nur gesetzt, nie gezogen werden. Die eingeschlossenen Steine des Gegners werden zu „Gefangenen". Sieger ist, wer die meisten Gefangenen macht und mit seinen Ketten das größte Gebiet umschlossen hat. Die Go-Regeln sind leichter zu erlernen als die des Schachspiels. Das Spiel erhält besondere Bedeutung durch die ritterliche Haltung, zu der beide Spieler verpflichtet sind.
Kleine politische Nachrichten
Der Führer und Reichskanzler hat S. M. dem König Georg VI. von Großbritannien zum Geburtstag drahtlich feine Glückwünsche übermittelt.
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Der ungarische Reichsverweser, Admircck von H o r t h y, empfing den Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur v. S ch i r a ch , mit dem er eine sehr herzliche mehr als einstündige Unterredung hatte.
In einer Kundgebung in Frankfurt übergab Gauleiter Sprenger den Kreis Groß-Frank- f u r t dem neuen Kreisleiter Schwebet. Mit dieser Feierstunde fanden die Neueinsetzungen im Gau Hessen-Nassau ihren Abschluß.
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Der Papst hat am Montagvormittag die bereits vor einigen Wochen angekündigte Ernennung der neuen Kardinäle vollzogen. Es handelt sich um den Erzbischof von Venedig Piazza, um den bisherigen Nuntius in Belgrad Pellegri- netti, den Erzbischof von Westminster in London H i n s l e y , den Sekretär für die außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten Pizzardo und um den Erzbischof von Lyon Gerlier.
In Prag sind der Generalstabschef der rumänischen Armee, Divisionsgeneral Stefan I o - n e s c u , und der Generalstabschef der jugoslawischen Armee, Armeegeneral M i l j u t i n Nedic, zu den üblichen Beratungen der Generalstäbe der Kleinen Entente eingetroffen.
Büchertisch.
— Wolf Durian: D i e lieben Tiere. 211 Seiten. Geh. 2 Mark, Leinen 2,80 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW. 68, 1937. — (311.) — Durian sammelte schon als Halbwüchsiger in seinem Heim alles mögliche Getier, das er hegte und pflegte und genau beobachtete. Bald waren es Meerschweinchen, die er züchtete, bald gehörte ein stachliger Igel zu seinen Freunden; Hunde wurden von Schildkröten abgelöst, Molche, Fische und Schnecken bevölkerten das Aquarium, und auch Mäuse und Schlangen fehlten ebensowenig wie Rotkehlchen und Kanarienvögel. Don ihnen, an denen auch noch heute sein Herz hängt, und von seinen Erfahrungen und Erlebnissen mit ihnen erzählt er mit Wärme und Humor in seinem Buch. Man spürt, daß hier ein wirklicher Tierfreund chreibt, für den Tiere nie eine kindliche Spielerei bedeuteten, sondern zum Lebensinhalt geworden sind.
— Friedrich Stoltze: Polen und Studenten. Biedermeier-Geschichten von Politik und Liebe in Frankfurter Mundart. Herausgegeben von Fritz Greben st ein. Mit einem geschichtlichen Nachwort von Archivrat Dr. H. Gerber. 208 Seiten. Ganzleinen 2,50 RM. Verlag W. Kramer & Co., Frankfurt a. M., 1937. — (483) — Dies ist der erste Band einer neuen dreibändigen Stoltze-Ausgabe; die „Karolusglock überm Rewestock" und „Reweblut vom Aeppelbaam" sollen folgen. Der Leitspruch gibt gleich den Ton an, auf den das Gange gestimmt ist: „Nor aa religiös Gattung war dem damalige Frankforter grundzuwidder: des warn die Kopphenker!" Stoltze, der Altmeister Frankfurter Mundartdichtung, hat uns eine groß angelegte Schilderung wichtiger und kurzweiliger Frankfurter Ereignisse aus den Jahren 1830 bis 1834 in Form einer Novelle, d. h. mit eingeflochtenen „schweren Liebesgeschichten" hinterlassen. In rund 125 vergilbten und schwer zugänglichen Zeitungsblättern der „Frankfurter Latern" lag dieses kostbare mundartliche Gut bisher vergraben. Nun sind diese schönen und witzigen Geschichten, die zu den gelungensten Schöpfungen Stoltzes gehören, zur Freude aller seiner Freunde und der heimischen Mundart überhaupt, zu neuem Leben erstanden.
°— Friedrich und Hans Bothe? Mik Goethe durch Frankfurt am M a i n. 300 Seiten, Federzeichnungen von Fritz Wucherer. 3.20 Mark. Verlag W. Kramer & Co., Frankfurt am Main, 1937. — (482) — Dieses Buch ist aus den im Auftrage des Dolksbildungswerkes veranstalteten „Führungen durch Frankfurt" entstanden, aber es ist mehr als ein beliebiger Führer zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Professor Friedrich Bothe ist ein ausgezeichneter Kenner der Frankfurter Geschichte, und er hat sich, zusammen mit seinem Sohne, Regierungsbaumeister Hans Bothe, von Goethe als dem „Bahnbrecher der Frankfurter Heimatkunde" leiten lassen, zur Freude und zum Nutzen des Lesers, dem sich hier ein lebendiges, vielfältig anziehendes Bild Frankfurter Geschichte und Kulturgeschichte entrollt. Ein reiches Anschauungsmaterial — neben den Federzeichnungen Wucherers 100 Kunstdruckbilder von Frankfurter Bauten, Gemälden, Stichen und Bildnissen — und ein Stichwortverzeichnis erhöhen den Wert des vortrefflichen Buches, das zum Lobe einer der schönsten deutschen Städte geschrieben wurde. hth.
— Helene C h r i st a l l e r: P e t e r ch e n. Eine Geschichte für Kinderfreunde. Volksausgabe. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. Preis in Leinenband 2,85 Mark. — (340) — Es ist sehr zu begrüßen, daß diese prächtige Geschichte für Kinder- freunde in einer billigen Volksausgabe erscheint. Im Mittelpunkt des Buches steht der kleine Peterli. Das Himmelstor steht noch weit offen für dieses Kind: Menschen, Blumen und Tiere werden geschaut, von der wundersamen Liebe seines tiefempfindenden Herzens. Wie lebt seine junge leidgeprüfte Mutter auf durch dieses Kindesherz, wie schmilzt die Starrheit und Selbstgerechtigkeit der Großmutter auf in dieser Wärme. Die Geschichte spielt in einer Brüdergemeinde des Schwarzwaldes, deren Leben das Ganze durchflicht.
— Gerhard Eschenhagen: Die Peit - s cb e Gottes. Novelle. 64 Seiten. Handkolorierte Einbandzeichnung. Kart. 1,30 RM., geb. 2.— RM. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam. — (449.) — Der junge ostpreußische Dichter Gerhard Eschenhagen deutet das russische Schicksal als eine Passion unter der Geißel Gottes. Dabei verrät er im epischen Bericht eine starke dramatische Begabung, die durch die Gesprächsführung die stärksten Wirkungen zu erzielen vermag. Das Wesen des Bolschewismus ist in diesem „Gleichnis" so überzeugend dargestellt, daß das Buch zu einer scharfen Waffe der Aufklärung und der Gegenwirkung wird.
— Musik -und Jägerei. Lieder, Reime und Geschichten vom edlen Weidwerk. Gesammelt und bearbeitet von Prof. Carl C l e w i n g, mit hundert Liedern in zweistimmigem Satz und 200 Bildern nach alten Meistern und Streuzeichnungen von G. A. H. Schubert. (Verlag I. Neumann, Neudamm und Bärenreiter-Verlag, Kassel-Wil- helmshöhe. Gebd. 7,50 RM.). —(406) — Mit diesem Werke, das ein Geleitwort des Reichsjägermeisters Hermann Göring und etwa 30 der Jost Ammanschen Jagdholzschnitte, Dürers schönste Jägerbilder, eine Auswahl aus dem großen gotischen Hausbuchmeister, Lucas Cranach, Ludwig'Richter, Moritz von Schwind, Franz von Pocci und auch andere wertvolle und wenig bekannte Schilderei enthält, empfängt die Öffentlichkeit eine fröhliche und bunte Urkundensammlung alles dessen, was
große Künstler der Dichtung und Musik zur Jagd, was große Jäger zur Poesie und Sangeskunst beigetragen haben, einen vielstimmigen Widerhall der Jagdkultur Deutschlands und seiner Nachbarvölker in volkstümlicher und hoher Kunst. Die Fülle der Bilder zeigt die Vielgestaltigkeit der jeweiligen Auffassung von Wald und Wild in der Vorstellungswelt der jeweiligen Zeitgenossen und bringt in ihrer Gesamtheit zum Ausdruck, wie sich die Kunst durch die. Jahrhunderte vom edlen Weidwerk und von der Jägerei hat anregen lassen. Hier lernt man auch manch wirklich sachkundigen Weidmann als lyrischen Derherrlicher echt jägerischer Empfindung und Erfahrung »kennen, und aus einem Halbjahrtausend werden die ' edelsten Blüten volkhafter Jägerlieder im runden Hundert hingestreut, zweistimmig gesetzt und oft von echten alten Jagdsigna-. len auf Pleßhörnern eingeleitet, gefolgt oder unterbrochen. Jägerschreie und Weidsprüche, schnurrige ' Lügenreime und Hasenklagen fehlen nicht — vom jüngsten Jagerbuben in Tirol bis zum weißbärtigen Oberförster in der Rominter Heide findet jeder sein Lied und seinen Spruch. Als besonderer Gewinn darf die Unterlegung vonv vierzehn Melodien Carl Michael Bellmans Beachtung fordern. Dieses nordische Melodiengut wurde um einen Kranz weiterer lebensvoller Weisen der deutschen Perücken- und Zopfzeit vermehrt. Allen Weidmännern wird dieses hervorragende Buch viel Freude bereiten. Für den Weihnachtstisch sei es besonders empfohlen.
Wetterbericht
des Reichswefterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Der im Nordseegebiet liegende Tiefdruckwirbel verändert Lage und Stärke nur sehr langsam, so daß vorerst mit der Fortdauer der jetzigen, im ganzen aber unbeständigen Witterung gerechnet werden muß. Von der Rücksecke des Wirbels wird aber mehr und mehr kälteres Wetter bei uns Vordringen und besonders in der Höhe neue Abkühlung herbeiführen.
Aussichten für Donnerstag: Bewölkt mit einzelnen Niederschlägen, Tagestemperaturen um 0 Grad, nachts vielerorts leichter Frost.
Lufttemperaturen am 14. Dezember: mittags 1,9 Grad Celsius, abends 0,3 Grad; am 15. Dezember: morgens 1 Grad. Maximum 1,9 Grad, Minimum heute nacht —1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Dezember: abends 0,4 Grad; am 15. Dezember: morgens 0,4 Grad. — Niederschläge 0,1 mm.
Heute vormittag ist unsere liebe, gute Mutter
Frau Luise Koch, geb. Rohr
Rödgen und Gelnhausen, im Dezember 1937
nach längerem Leiden von uns gegangen.
Gießen, Ludwigstraße 32. den 14. Dezember 1937.
Prof. Dr. med. Fr. Koch
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Allen, die uns während der Krankheit und beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen mit Wort und Tat tröstlich und hilfreich beigestanden haben, danken wir von ganzem Herzen
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Die Beerdigung findet am Freitag, dem 17. Dezember, um 11 Uhr vor
mittags von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt
2
Hörnsheim, den 14 Dezember 1937.
06084
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 16. Dezember 1937 nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause aus statt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Kath. Volk, geb. Heintz Familie Friedrich Volk IV. Familie Hch. Volk 11.
Friedrich Volk III.
Landwirt und Händler im Alter von 80 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
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