Einzelbild herunterladen

Mdler'H.56

X *

- -

s

187. Jahrgang

Montag, 15. November l<)37

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

oruA und Verlag: SrShlsche Univerfitätsdruckerei «.Lange In Siehe«. Schriftleitung unö Seschäftrstelle: Schnlstrahe 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhrdes Dormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrist nach vorh.Dereinbg.250/g mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6 Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Nr. 267 Erstes Matt

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monatr-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Hernsprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

Zrantsurt am Main 11686

Die feierliche Eröffnung der Gav-Kulturwoche Heffen-Aaffau

9er Gau-Kulturrat Hessen-Aassau

Wie in anderm Zusammenhang bereits berichtet, verkündete Gauleiter und Reichsstatthalter $ p t e n- ger in seiner Rede zur Eröffnung der Gaukultur­woche die im Frühjahr dieses Jahres bereits in Aussicht gestellte erstmalige Verleihung des Gaukulturpreises, der alljährlich verteilt werden soll, und zwar jeweils abwechselnd an einen Kulturschaffenden aus einer der sieben Einzelkam- mern der Reichskulturkammer innerhalb des Rhein- INain-Gebietes, zur Auszeichnung eines besonders hervorragenden Einzelwerkes oder in Würdigung feines gesamten Schaffens. Voraussetzung für die Zuerkennung des Preises ist, wie der Gauleiter aus­drücklich betonte, daß das Werk des mit dem Gau­kulturpreise auszuzeichnenden Künstlers in befon- derm Maße dem Volkstum und der Landschaft un­seres Gaues entwachsen und verbunden sei. Die lliährliche Verleihung des Preises solle nicht nur

.sttrf

i iibö^

Der Gauleiter bei der Besichtigung der Ausstellung. Bon rechts nach links: Gaupropagandaleiter Stöhr, Gauleiter Sprenger, im Hintergrund Staatsryt Reiner und links vorn: stellvertretender Gauleiter Linder. (Aufnahme: Schwarz. NSG.)

NSG. Bei der Eröffnung der Gaukulturwoche Hessen-Nassau gab der Gauleiter die Männer des G a u k u l t u r r a t e s bekannt, der der ar­beitsfähige Beirat der Gauleitung in Fragen der künstlerischen und kulturellen Arbeit ist. Den Mit­gliedern ist die ehrenvolle Aufgabe gestellt, ihren auf Erfahrung und Sachkenntnis gegründeten Rat auf besondere Aufforderung hin der Gauleitung zur Verfügung zu stellen. In den Gaukulturrat werden sachkundige und erfolgreiche Vertreter des künst­lerischen Lebens berufen. Den Einzelmitgliedern können im Auftrage des Gauleiters festumrissene Aufgaben übertragen werden Ein besonderer Titel ist mit der Zugehörigkeit zum Kulturrat nicht ver­bunden. Der Gaukulturrat soll in erster Linie ein brauchbares und zuverlässiges Arbeitsinstrument in der Hand der politischen Führung des Gaues fein. Eine Berufung in den Gaukulturrat ist Ehre, sach­liche Anerkennung und Vertrauensbeweis zugleich.

Zu Mitgliedern des Gaukulturrates ernannte der Gauleiter zunächst die Landesleiter der sie­ben Einzel kammern der Reichskulturkammer:

sichtbare Anerkennung, sondern vor allem auch An­sporn zu neuer kultureller Höchstleistung sein, sie solle die schöpferische Tätigkeit auf allen kulturellen Gebieten anregen und fördern. Der Preis für 1937, dessen Verleihung mit der Eröffnung der Gaukultur­woche in repräsentativer Form verbunden, wurde in höhe von 5000 IRarf dem Waler Georg Poppe in Frankfurt am Wain zuerkannt, dessen Werk in hervorragendem Wahe jene Merkmale der Volks- und Landschaftsverbundenheit aufweist, von denen die Rede war. Wir haben bereits im Bericht über die Gauausstellung auf das von Poppes Hand stammende monumentale Wandgemälde auf­merksam gemacht, welches mit der Gestalt des Führers inmitten des schaffenden Volkes einen der dem zeitgenössischen Kunstschaffen eingeräumten Säle beherrscht.

IlK

. Zu seht Nowsct

1W

Der Raum der Presse auf der Ausstellung, die große Schauwand des- Gaupresseamtes der NSDAP. (Aufnahme: Schwarz. NSG.)

NSG. Die Reihe der großen Tagungen im Rah­men der Gaukulturwoche Hessen-Nassau wurde am Sonntagvormittag von der Tagung des Gau­presseamtes und der Reichspresse­kammer eingeleitet. Der Tagung gingen Einzel­tagungen des Pressepolitischen Apparates der NSDAP, und des Reichsoerbandes der deutschen Presse voraus Auf der Tagung des Presse- politischen Apparates, an der die Kreis-

Professor Dr. Lieser, Darmstadt-, Fichtmül- l e r , Darmstadt: Wartenberg, Frankfurt a. M.; Lehr, Frankfurt a. M.; Goebbels, Frank­furt a.M.; Dr. Meridies Frankfurt a.M.: Schmitt-Halin, Frankfurt a M. und folgende weitere Parteigenossen: Aus der Reichsrundfunk­kammer: Intendant Fricke, Frankfurt a. M. Aus der Reichstheaterkammer: Generalintendant Meiß­ner, Frankfurt a. M.; Generalintendant Everth, Darmstadt; Henny Trundt, Mitglied des Frank­furter Opernhauses. Aus der Reichsfilmkammer: Direktor des Ufa-Palastes Lux, Frankfurt a.M. Aus der Reichspressekammer: Hauptschriftleiter S t a e b e, Frankfurt a. M Aus der Reichsschrift­tumskammer: Reichskultursenator, stellv. General­intendant B e t h g e , Frankfurt a. M. Aus der Reichskammer der bildenden Künste: Maler Poppe, Frankfurt a. M., Kunsthändler Schu­mann, Frankfurt a.M.; Graphiker Sperzel, Frankfurt a. M. Aus der Reichsmusikkammer: Dr. Stichtenroth, Frankfurt a. M.

stärken aber auch die Ueberzeugung und den Wil­len, gleichermaßen teilzuhaben an den schöpferischen Kräften und Leistungen, die mit der nationalsozia­listischen Bewegung eine Blüte deutscher Kultur und Kunst bewegen sollen.

Ein weiteres Merkmal der nationalsozialisti­schen Kulturwochen ist, daß sie die e n g e V e r - bindung zwischen Künstler und Volk Herstellen. Niemals ist eine Gaukultur­woche die Angelegenheit eines kleinen Kreises von Fachgelehrten und Sachverständigen, son­dern immer und überall haben wir das Be­streben, mit allen Veranstaltungen eine Höchst­zahl von Volksgenossen zu erfassen, und mit ihrer Teilnahme auch eine innere Anteilnahme an der Notwendigkeit unserer kulturellen Arbeit zu begründen und damit den Boden zu bereiten für die notwendige erzieherische Beeinflussung sowohl der Kunstschaffenden als auch der Emp­fangenden.

Der Landeskulturwalter umriß dann in großen Zügen das gesamte Programm der Gau'kultur- woche, ihre großen festlichen Veranstaltungen und die Ausstellung der sieben Kammern, indem er die Deutung, die Parteigenosse Müller- S ch e l d der Gaukulturwoche gegeben hatte, voran­stellte: Daß die Gaukulturwochen auf kulturellem

der gute» iciie eben Aus- en Preis»1 irut 2251

Gebiet das sein sollen, was die großen Herbst paraden für die Soldaten bedeuten, eine Lei­stungsschau! Eine Leistungsschau, die sich über acht Tage hinzieht und die unter Beteiligung aller Kunstinstitute und Kultureinrichtungen sowie aller Kunstschaffenden ein Spiegelbild der geschaffenen Leistungen und der Auftakt einer reichen Arbeit des Winters und des nächsten Ihres sein wird Alle, die an der Kulturwoche mitgearbeitet haben, sind sich dessen bewußt, daß sie einer gemeinsamen über­geordneten Aufgabe dienen, denn es ist der letzte Sinn all unseres Strebens: unser Reich stark zu machen für seine Aufgaben in der Welt, unser Volk auszurüsten mit allen Kräften des Körpers, der Seele und des Geistes, gleichzeitig aber auch den Aermsten unserer Volksgenossen teilhaben zu lassen an dem, was wir ihm an Erhabenem und Schönem zu geben haben

Gauleiter und Michsstatthalter Sprenger

nahm dann das Wort, um den Aufschwung des gesamten kulturellen Lebens im Gau aufzuzeichnen. Er begann damit, daß die Kulturgeschichte der ver­gangenen Zeitalter nur die Registrierung der kul­turellen Leistungen, aber nicht die Wiedergabe kulturellen Wollens sei. Der Führer, d. h. der Schöpfer und Träger der nationalsozialistischen Weltanschauung, hat die Grundmauern zu einem neuen kulturellen Aufstieg gelegt und der Kultur­politik die Wege im Rahmen der Gesamtausgabe des nationalsozialistischen Ausbauwillens gewiesen. Der Gau Hessen-Nassau ist stolz auf seine Arbeit und seine Erfolge. Im Gegensatz zur Zeit des Ver­falls, in dem Kunst und Künstler verelendeten, füllen sich heute nach knapp fünr Jahren die Theater- und Konzertsäle wieder 'und durch die gigantischen staats- und wirtschaftspoliti­schen Aufgaben ist überall eine Besserung einge­treten. Für den Architekten haben die öffent­lichen Bauten, die HJ.-Heime, Siedlungen, Heeres- und Industriebauten Aufträge gebracht. Für die Gartengestalter gaben die Reichsautobahn und die Wettbewerbe der Städte neue Möglich­keiten. Innenraumgestalter. Maler und Graphiker erhielten starke Förderungen durch Ausstellungen aller Art. Bildhauer und Kunst­handwerker bekamen Aufträge. Ebenso wie die bildende Kunst ist auch die Theaterkunst durch die vollkommene Neugestaltung des Spiel­planes im nationalsozialistischen S'.ine im Auf­schwung begriffen. Das Volk geht heute in die Theater! Die Theaterringe der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" haben eine segensreiche Tätig­keit übernommen und die Theaterringe der Hitler- Jugend führen die Jugend frühzeitig an das Theater heran. Durch die Gründung des Rhein- Mainischen G e m e i n d e k u lt u r v e r b a n- des haben sich auch die Städte in verstärktem Maße die Theaterkunst erschlossen. An über 20 Plätzen des Gaues fanden Freilichtspiele statt. Auf dem Gebiete der Musik zeigt ein reger Konzert­besuch, wie stark das Volk wieder an diesen Dingen interessiert ist. Im letzten Jahre konnte auch ein

Die Stabt Frankfurt hat bei dem Wettbewerb für einEhrenmal der deutschen mutier folgende Preise verteilt:

1. Preis: Bildhauer Wilhelm B e l z in Gemein­schaft mit Architekt Hans B e l z, Frankfurt am Wain.

2. Preis: Bildhauer Herbert Garbe, Frank­furt a. W.

3. Preis: Bildhauer Richard Werner, Frank­furt a. W.

Die Stadt Darmstadt hat in einem Wett­bewerb für einSchwimmerheim am Großen Woog folgende Preise verteilt:

1. Preis: Architektengemeinschaft Reg. - Bau­meister Rudolf Dörr, Wiesbaden, und Reg.- Baumeifler Franz Hufnagel, Frankfurt am Wain.

2. Preis: Architektengemeinfchast Kamps und Koch, Altona.

3. Preis: Architekt Professor Peter Grund, Düsseldorf.

Der Gauleiter schloß:So wollen wir im Gau Hessen-Nassau vereint beweisen, daß wir, wie auf allen Gebieten, auch im kulturellen Leben unseres Volkes würdig sind, Gefolgsleute unseres Führers Adolf Hitler zu fein!"

preffearntsleiter und Referenten der Gliederungen teilnahmen, sprachen Reichsamtsleiter Sünder- m a n n und Gaupresfeamtsleiter Uckermann über Fragen der Presfearbeit der Partei. Auf der Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Presse sprach der Hauptgeschäftsführer des RdP.. Dr. Henningfen.

Die Teilnehmer an beiden Sondertagungen ver­einigten sich anschließend zu der großen Presse­tagung im Schauspielhaus, die von dem Rhein- Mainischen Landesorchester unter Leitung seines Dirigenten Cujs umrahmt war. Nach Eroffnungs- worten des Gaupresseamtsleiters Uckermann sprach für den verhinderten Reichshauptamtsleiter Rienhardt, SS.-Sturmbannführer Willi, über die Grundzüge der Reichspressekammer als Organisa­tion aller Presseschaffenden.

Reichelamtsleiter ©ündermontt/ der Etabsleiter des Neichspressechefs der NSDAP.,

befaßte sich dann mit den Ergebnissen der deutschen Presseneuordnung, deren vierjähriger Jahrestag gerade in diese Tage fällt. Er wies darauf hin, daß durch das deutsche Schriftleitergesetz und durch die nachfolgenden Verordnungen für das deutsche Ver­lagswesen eine in der ganzen Welt vorbildliche Regelung des Verhältnisses zwischen Schrift­leiter und Verleger, zwischen dem Gestalter des gei-

»Die preffe bleibt das Schwert der Bewegung."

Tagungen der presse Hessen-Nassaus im Nahmen der Gau-Kulturwoche.

lange gehegter Wunsch: die Gründung des Rhein- Mainischen Landesorchesters erfüllt wer­den. Das Orchester hat zwei Aufgaben: einmal als Parteieinrichtung in der Uniform der Bewegung Marschmusik zu machen und auf der anderen Seite als Landesorchester die höchste Kunst zu entfalten. Der diesjährige nationale Buchpreis fiel in unseren Gau, Filmtheater und Rundfunk sind Volkseinrichtungen geworden.

Aus diesen Erfolgen glauben wir an den weite­ren Aufstieg in den kommenden Jahren Wir haben auf neuer breiter Grundlage eine umfassende Auf­bauarbeit zu leisten. Aus diesem Grunde wurde der Gaukulturrat gegründet, dessen. Mit­glieder der Gauleiter hier verkündete. Im Anschluß daran gab der Gauleiter auch den er st en Trä­ger des Gaukulturpreises, der dem Maler Poppe (Frankfurt) zuteil wurde, bekannt. Aber nicht nur der Gaukulturpreis ist Ansporn, sondern auch die Städte des Rhein-Main-Gebietes wollen in Wettbewerben Künstler und Kunst unter­stützen. Dabei nahm der Gauleiter die Preisver­teilung der aus Anlaß der Gaukulturwoche aus­geschriebenen Wettbewerbe der Städte Frankfurt und Darmstadt vor

alle schädlichen und zerstörenden Einflüsse aus Kul­tur und Kunst fernzuhalten Der nationalsoziali­stische Staat hatte sich zur Ausgabe gemacht, den Boden zu bereiten auf dem eine blühende Kultur gedeihen soll Kultur kommt von cultura: Pflege und Bearbeitung des Bodens. Jeder Mensch weiß, welcher Fleiß und welche Mühe die Tätigkeit des Bauern erfordert, der den kargen Boden bearbeitet, und jeder Mensch ist auch zu gleicher Zeit erfüllt mit ehrfürchtigem Staunen vor dem Walten der Natur, die diese Arbeit segnet. Und so kommt in dieser Auffassung von Kultur und Kulturpolitik auch die tiefe Ehrfurcht zum Ausdruck, die wir vor dem Wirken des Geistes empfinden, der her Kultur nur den Weg bereiten soll

Wir beanspruchen in künstlerischen Dingen keine Unfehlbarkeit, werden aber mit allen Wit- teln den Sah durchsetzen, mit dem wir den poli­tischen Kampf gewonnen haben: Adolf Hit­lers Wille ist Gesetz! Der Führer hat immer Recht behalten! Nie war seine sehe­rische Kraft sichtbarer, nie hat sein Wille Ge­waltigeres vermocht als da, wo er der deut­schen Kunst seinen Zug zur Größe milteilte und aus diesem befruchtendem Einwirken eine Neugeburt deutscher Kunst sich ankündigt. Seine Rede auf den Kulturtagen der Reichsparteitage und bei den großen Festen deutscher Kunst sind unverrückbare Richtschnur für all unser Wirken. Die Gaukulturwochen sind aus dem Willen der Partei und des Staates entstanden, auf dem Gebiete lies kulturellen Schaffens zu führen und anzuregen. Selbstverständlich beansprucht hier die Be­wegung, führend voranzugehen, und zwar aus Der Erkenntnis, daß das Fehlen einer einheitlichen Führung auf dem Gebiete der Kultur noch weniger -ntbehrt werden kann und zu einem noch größeren Thavs führen würde, als auf irgend einem anderen Gebiet. In der Kunst wäre es möglich, und wir er- , eben diese Versuche immer wieder, daß der weltan- chauliche Gegner geschickt getarnt eine Bresche in Die deutsche Erneuerungsbewegung schlagen will.

Gaupropagandaleiter Stöhr fuhr fort, daß jeder Gau gemäß seiner Geschichte und seiner Landschaft und seiner kulturellen Bedeutung versuche, die Auf­gaben der Befruchtung und Anregung b e s o n - ; j e r s 3>u gestalten und zu vertiefen. Wir sind glück­lich, eine Gaukulturwvche in einem Gebiet durch­führen zu können, welches wie kaum ein anderes auf ein jo reiches bodenständiges Kulturerbe zurück- ilicken kann. In allen Teilen unseres Gaues haben »ir Zeugnisse einer jahrtausendalten Geschichte und Kultur. Es seien nur unsere alten Städte und Dome, Gutenberg und Goethe Ullrich von Hutten mb Freiherr vom Stein genannt. In ihnen allen -uht die Verpflichtung, dieses Erbe zu mehren. Sie

DieerstmaltgeVerlelhungbesGau-Kulturpreises

Maler Geora Poppe, Frankfurt, erhielt den Preis für 1937.

Der Festakt

im Frankfutter Opernhaus.

Im Frankfurter Opernhaus, dessen Stirnseite mit einem großen, in Schwarz-Weiß gehaltenen Wap­pen geschmückt ist, fand am Samstagoormittag die feierliche Eröffnung ber G a u k u l t u r w o ch e Hessen-Nassau 1937 durch Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger statt. Im ehrwürdig- festlichen Raum sah man zahlreiche geladene Gäste, Vertreter der Partei und der Wehrmacht, der Be­hörden, des kulturellen und des wirtschaftlichen Lebens. Der mit Grünschmuck und Blumen gezierte Bühnenraum wurde von einem riesigen Hoheits­zeichen beherrscht. In einem weiten Halbrund rings um das Rednerpult hatten die Fahnenabordnungen der SA. und ff, der NSKK., der HI. und der poli­tischen Leiter Aufstellung genommen. Nachdem das neugegründete Rhein-Mamische Landesorchester unter der Stabführung von Fritz Cuje die Feierstunde mit der Uraufführung desHeldischen Vorspiels" von Friedrich Siebert eingeleitet hatte, wurde mit der Rezitation derKünstler" von Schiller ge­wissermaßen das klassische Motto dieses Tages ge­sprochen:Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben, bewahret sie ..."

Gaupropagandaleiter

und Landeskulturwalter Stöhr, der zum erstenmal als Landeskulturwalter Hessen- Nassau sprach, betonte, daß der Begriff Kulturwoche in der Vergangenheit ebensowenig bekannt gewesen sei, wie der Begriff eines Gaues. Beides feien na- tionalsoizalistische Schöpfungen und damit ein Er­gebnis der nationalsozialistischen Revolution. In den Gaukulturwochen offne sich klar der Gegensatz zwi­schen der Geisteshaltung des vergangenen Jahrhun­derts und unserer Weltanschauung. Der Staat libe- ralistischer Prägung hütete sich ängstlich davor, Ein­fluß auf das kulturelle Leben des deutschen Volkes zu nehmen. Er überließ die deutsche Kultur Juden und unseren Rassefremden, die das deutsche Kultur­leben mit den uns bekannten Kulturschöpfungen beglückten". Der Staat sah ruhig zu, wie dadurch das Volk vergiftet wurde, in dem die größten, alle Generationen überdauernden Künstler einst gewirkt hatten.

Auf allen Gebieten des kulturellen Lebens grinste uns in dieser Zelt die Fratze eines zersetzenden, häß­lichen und ungesunden Geistes an Aus diesem Rausch gab es ein böses Erwachen, als der natio­nalsozialistische Staat es seinem totalitären Charak­ter entsprechend unternahm, auf allen Gebieten das kulturelle und künstlerische Leben seines Volkes zu unterstützen und zu fördern. Der Staat griff ein und übte eine Aufsicht aus zu dem alleinigen Zweck,