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denn mit Opekia wird die Marmelade billiger. Ohne Opekta nämlich kocht die Marmelade durch die lange Kochzeit häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben.

Aus der engeren Heimat

Aus den Gießener Gerichtssälen

sich

«Nachdruck verboten.)

21 Fortsetzung.

i, ging es munter Stunden später

spart.'

aus

von Sie

mir bezeichneten Stellen nachgraben müssen, sollen sich selbst überzeugen."

Also du meinst, daß es was rvird, Josef?" ver gewisserte sich der Fenzl.

Jawohl, das meine ich", erwiderte ihm Fogg, und seine Augen glänzten.

Der Fenzl stieß ein Gejuchze aus, daß die gold­geränderten Tassen im Glasschrank klirrten.Los, Manner! Wir packen's!" Sie schulterten ihre Werk­zeuge und schritten, ein seltsamer und vielbestaun­ter Zug, nach der Kuhleiten.

Sie spuckten in die Hände und warfen an den Stellen, die Dolschi ihnen bezeichnete, das Erdreich

aus. Weil sie alle neugierig waren, voran und wie im Akkord. Zwei kam die Anna und brachte in einem Korb einen

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Wir können zufrieden sein. Es sind zwei ganz große Nester und zahlreiche schöne Adern da. Ich will Ihnen das nachher noch genau erklären. Das eine Nest hat zwei bis zehn Meter Mächtigkeit und erstreckt sich in einer Länge von fünfzig Meter. Es liegt nur ziemlich tief. Aber das tut nichts, wenn die Anlage einmal funktioniert."

Großartig!" murmelte Fogg und atmete auf. Vielleicht gehen wir jetzt einen Bissen essen; dann können Sie mir gleich raten, wie ich die Sache am

22: Nachrichten.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 436: Dritter Kursus für Absatzwirt­schaft des Instituts für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware in Nürnberg vom 18. bis 23. Juni 1937. 437: Berichtigung zur Verord­nung über die Preisbildung für Kiefern-Stamm- Holz für das Forstwirtschaftsjahr 1937 vom 4, Mai 1937. 438: Neues Reiseabkommen mit den Niederlanden.

vier Kameraden geschickt.

Das sind nämlich meine Vertrauensleute hier. Ich habe sie auf die Kuhleiten bestellt, damit sie mir beim Nachgraben helfen. Sie sehen dann gleich mit eigenen Augen das Ergebnis", erläuterte Fogg.

Es dauerte nicht lange, und die vier rückten an. Der Ameiser, auf dessen Erscheinen er kaum gehofft hatte, besaß zufällig seinen dienstfreien Nachmittag. Der Bürgermeister hatte den Marti mitgebracht, der Wirt seinen Knecht und der Fenzl seine drei älte­sten Sprößlinge. Es war eine ganz stattliche An­zahl von hilfreichen Händen.

Paßt auf, Manner!" begann Fogg.Ich habe eine Neuigkeit für euch. Ich habe auf der Kuhleiten Graphit entdeckt, und der Herr Doktor Dolschi war so liebenswürdig, das heute nachzuprüfen. Ihr kennt doch Graphit? Graphit ist eine wertvolle Sache. Man verwendet ihn in den Gießereien, für Schmierzwecke bei Maschinen, in der Galvanoplastik, kurz, da und dort in der Technik. Vor dem Krieg hat der Zentner zwanzig Mark gekostet. Nach den Feststellungen des Herrn Ingenieurs soll es sich um ein recht ergiebiges Lager handeln. Stellt euch mal vor, wenn man das nun abbauen könnte! Herrschaftseiten, das wäre eine Gelegenheit für Schellenberg! Denkt mal, was das für Arbeit und Verdienst gäbe! Ich brauche das nicht weiter aus­zumalen, ihr begreift mich gut. Und jetzt ziehen wir miteinander hinaus und graben ein paar kleine Dersuchsschächte, damit ihr euch selbst davon über­zeugen könnt, was an der Geschichte Wahres ist."

Brief

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Täter richtete dann die Waffe gegen selbst und erschoß sich.

Rundfunkprogramm

Mittwoch, 16. Juni.

6.30:

8.10:

6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gymnastik. Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten Of­fene Stellen. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Aller­lei von zwei bis drei. 15: Da schmunzelt der Gar­tenfreund! Allerlei Winke und Kniffe. 15.15:Un­scheinbare Schönheiten am Wegesrand in unserer Heimat". 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Unterhalt tungskonzert. 17.30: Ferienträume, heitere Szenen. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nach­richten. 20.10: Abendkonzert. Als Einlage:Der dankbare Patient" und andere heitere Geschichten.

besten anpacke."

Aber vorher möchte ich Ihnen noch den Beweis liefern, daß Sie sich auf meinen Apparat verlassen können. Sie bestellen einige Leute, die an den

Fogg war Feuer und Flamme.

Sie fuhren zum Doktorhaus, und ein Kind der Nachbarschaft wurde mit einem Zettel zu Foggs

nahmen, rieten ihm von seinem Vorhaben ab. Am anderen Morgen wurde festgestellt, daß die Pfosten der Schlotzhauerschen Einzäunung stark beschädigt waren. Der Angeklagte bestritt entschieden, der Ta­ter gewesen zu |ein. Das Gericht Wtt ihn aber für überführt, da der Angeklagte einmal diese Äuße­rung gemacht hatte und zum anderen mit dem Ge- schädigten verfeindet ist. hierzu kam noch, daß der Angeklagte auch bei seinen zwei Vorstrafen, die er ebenfalls zunächst abstreiten wollte, immer die Tak­tik verfolgt hat, nur soviel zuzugeben, als ihm un­bedingt nachgewiesen werden konnte. Auch in die­sem Falle hielt jedoch das Gericht eine geringere Strafe als angemessene Sühne und ermäßigte die Gefängnisstrafe von sechs auf vier W o ch e n.

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heute abend acht Uhr findet im Saal zur ,Sonne' eine Versammlung statt zwecks Gründung einer Genossenschaft zur Ausbeutung des auf der Kuhleiten vorkommenden Graphitlagers, hierzu ist die gesamte Einwohnerschaft Schellenbergs höflichst eingeladen. Eintritt frei. Kein Bierzwang. Zahl­reiches Erscheinen wird erwartet.

Die Einberufer: Stefan Gsodmair, Dr. Josef Fogg."

Diese Bekanntmachung schellte der Gemeinde­diener Leidl an den vier üblichen Plätzen mit lauter und gemessener Stimme aus, indem er sich eines o vorzüglichen hochdeutsch bediente, daß sein ver- torbener Lehrer sicher seine Helle Freude daran gehabt hätte. Dann ging er würdevoll heim zu einer Drehbank; denn er war Drechsler. Die neu­gierigen Köpfe der Schellenberger verschwanden aus Fenstern und Haustüren.

Ein höllisches Tempo hatte der Fogg-Josef, das mußte ihm der Neid lassen. Zuerst und sofort nach jener erfolgreichen Versuchsgrabung hatte er im Beisein Dolschis seine vier Vertrauensmänner be­arbeitet. Er klärte sie auf, riß sie mit und gewann sie schließlich, nachdem er die Bedenken Gfodmairs und Kerns sturmreif geredet hatte. Am nächsten Tage hörte man dorsauf, dorfab nichts anderes als Graphit, Graphit, Graphit. Manche sprachen es mißtrauisch aus, manche begeistert, die meisten aber ohne Ueberschwang und abwartend. Sodann hatte Fogg die Einberufung dieser Versammlung be­trieben, die gleichsam das Fundament für alles Weitere war. Er hatte dem Leidl zwei Zigarren geschenkt, damit er gut und laut spräche und nicht die Hälfte verschlucke, wie es seine Art war.

So, und nun war es glücklich so weit. Fortsetzung folgt.

Reichsbahn konnte dieser Tage der Reserve-Lokomo- tiv-Führer Willi Ude, Gnauthstraße 32, zurück­blicken. Aus diesem Anlaß fand ein Appell statt, bei dem der Jubilar, neben zahlreichen Aufmerksam­keiten seiner Arbeitskameraden, die Auszeichnung durch den Amtsvorstand entgegennehmen konnte, der ihm das Buch des FührersMein Kampf" überreichte und ihm außerdem die Glückwünsche der Dienstbehörden übermittelte.

** 40 Jahre treuer Mitarbeiter. Am heutigen Dienstag, 15. Juni, kann Herr August Höchner auf eine 40jährige Tätigkeit in der Firma Jean Dem & C o., G. m. b. h., Gießen, zurückblicken. Herr höchner, der im 58. Lebensjahre steht, ist Sudetendeutscher und in der kerndeutschen Stadt Asch in Böhmen geboren. Er verbrachte feine Lehrzeit in dem größten Ziegeleibetrieb Westböh- mens. Als junger Mann, zur Zeit der Badeni- krawalle und der böhmischen Sprachenvervrdnungs- streitigkeiten im Wiener Parlament, siedelte er wegen seiner deutschvölkischen Gesinnung und Be­tätigung auf Anraten aus Kreisen Schönerers, nach Deutschland über. Am 15. Juni 1897 trat August höchner bei der Firma Jean Dem & Co. ein. In Anerkennung seiner Kenntnisse und seiner Leistun­gen für die Firma wurde er im Jahre 1909 zum Prokuristen bestimmt. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für seine Firma widmete er sich früh­zeitig auch dem Verbandsleben und war nach dem

gelangten, stahlen Wurst und Schinken und verspeisten unter anderem auch noch im Keller des betreffenden Hauses Brot, Milch und die be­reits für Sonntag zugerichtete Soße. Auf dem Küchenboden lagen rund herum abgebrannte Streich­hölzer, womit sich die Unholde zurechtgeleuchtet hatten. In unserer Gemarkung ereignete sich in vergangener Woche ein Unfall. Die Frau des Fleischers Wilhelm Wingefeld stürzte beim Laden eines Heuwagens ab und erlitt erhebliche Verletzungen.

Blutiger Ausgang einer Erbstreitigkeit

LPD. Offenbach, 14. Juni. Am Montag er­eignete sich in Offenbach eine schwere Bluttat. Ein 36 Jahre alter Mann namens Fischer war mit seiner Schwester wegen einer Erbschaftssache in Streit geraten. Im Verlauf dieses Streits zog er plötzlich einen Revolver und erschoß seine Schwester. Die bei dem Streit anwesende Frau des Täters wurde durch Zufall leicht verletzt. Der

Dom elektrischen Strom getötet.

Lpd. Friedberg, 14. Juni. Auf bisher un­bekannte Weise kam am Montagvormittag der Monteur Lippold vom Ueberlcmdwerk im hiesi­gen Polytechnikum mit dem elektrischen Strom in Berührung und war auf der Stelle tot.

Der Tod im Master.

Lpd. Büdingen, 14. Juni. Der 22jährige Wilhelm Spielmann aus Lißberg ertrank beim Baden in einem Ausgleichweiher unterhalb des Kraftwerkes Lißberg. Der Mann, der als guter Schwimmer bekannt war, machte einen Kopfsprung ins Wasser und tauchte nicht mehr auf. Von zwei hitlerjungen wurde er nach kurzer Zeit ans Land gebracht. Wiederbelebungsversuche blie­ben erfolglos. Ein Gehirnschlag hatte dem Leben des jungen Mannes ein Ende gesetzt.

Landkreis Gießen.

s. Lang-Göns, 14. Juni. Wilhelm Römer und Frau Anna, geb. Heß, Holzheimer Straße, konnten am Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit feiern, nachdem erst vor einigen Wo­chen die Eltern der Frau Römer das goldene Ehejubiläum begehen durften. Zahlreiche Glück­wünsche wurden ihnen zuteil. In unserer Ge­markung, die rund 1500 Hektar umfaßt, wurden bei der Bodenflächenerhebung für 1937 (von 1936 in Klammern) folgende Zahlen festgestellt: Roggen 125 Hektar (133), Weizen 139 (121), Gerste 57 (72), Hafer 139 (134), Kartoffeln 145 (160), Dick­wurz 110 (116), Klee und Luzerne 99 (110), Wie­sen 150 (148), zusammen 964 Hektar. Die Gemeinde­waldungen umfassen rund 400 Hektar. Der Rest verteilt sich auf Oedland, Wege und Hofreiten. Unser Mitbürger Landwirt Konrad Johannes Drücket, Schmittgrabenstraße, kam am 18. Juni in äußerst guter körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Der Jubilar kann noch alle landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten und fährt fast täglich ins Feld. Leider hatte der Jubi­lar dieser Tage das Ableben seiner Gattin zu be­klagen. Am letzten Samstag wurde hier in der Turnhalle von der Gaufilmstelle der FilmDer Verräter" gezeigt. Außerdem liefen zwei Beifilme und eine Ufa-Tonwoche. Der Besuch der Veranstal­tung war sehr gut.

Kreis Schotten.

# Groß-Eichen, 14. Juni. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde hier bei dem Arbeiter Heinrich Rahn eingebrochen. Die Ein­brecher, die durch ein Fenster zur Speisekammer

her bei den tatsächlichen Feststellungen des erst­instanzlichen Urteils. Allerdings hielt das Gericht eine geringere Strafe für ausreichend und erkannte auf drei Monate Gefängnis.

Teilweisen Erfolg hatte auch die Berufung des R. Sch. aus Heuchelheim, der vom Amtsgericht Gie­ßen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen wegen Sachbeschädigung verurteilt wor­den war. Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Angeklagte hatte mit mehreren an­deren in einer Heuchelheimer Wirtschaft bis in die Nacht hinein gezecht. Sie gingen dann gemeinsam bis zu der Ecke des Schlotzhauerschen Anwesens, wo man sich trennen wollte. Dabei fragte der Ange­klagte die anderen Zeugen:Was gebt ihr mir, wenn ich dem Schlotzhauer die Mauer umwerfe?" Die Zeugen, die diese Aeußerung nicht ganz ernst

kann. Das Gericht schloß sich im wesentlichen den Ausführungen des Verteidigers an und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 1 Monat und 2 Wochen, wobei dem Ange­klagten 1 Monat und 2 Wochen der erlittenen Un­tersuchungshaft angerechnet wurden. Von einer Ab­erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte sah das Ge­richt ab, um dem Angeklagten die Rückkehr in das bürgerliche Leben nicht zu erschweren. Der Ange­klagte nahm das Urteil sofort an.

Große Strafkammer Gießen.

Arn Freitag und Samstag vergangener Woche hatte sich der E. L. aus Nieder-Gemünden vor der Großen Strafkammer des hiesigen Landgerichtes zu verantworten. Die Anklage legte ihm Unter­schlagung im Amte zur Last, und zwar soll der Angeklagte, der als Steueruntererheber das Holz­geld der Gemeinde Nieder-Gemünden einzog, hier­von einen Betrag von 336 Mark für sich behalten haben. Der Angeklagte bestritt entschieden, sich an den ihm anoertrauten Geldern vergriffen zu haben. Er gab lediglich zu, daß er in der damaligen Zeit Dezember 1935 bis Januar 1936 infolge Ar­beitsüberlastung und Krankheit den nötigen Ueber- blick über die gesamte Kassenlage verloren habe. Die Beweisaufnahme, in der u. a. der Bruder des Angeklagten Bekundungen über dessen finanzielle Lage machte, gestaltete sich sehr umfangreich und nahm beide Derhandlungstage in Anspruch. Die Sache wurde daher auf kommenden Freitag vertagt. Kleine Strafkammer Gießen.

Die Eheleute Sch. in Gießen sind seinerzeit wegen Mißhandlung ihres 7jährigen Kindes vorn Amtsgericht Gießen zu einer Gefängnisstrafe von vier bzw. sechs Monaten verurteilt worden. Während der Ehemann seine Strafe anerkannte, legte die Ehefrau Berufung ein, die am Freitag vor der Kleinen Strafkammer in Gießen verhandelt wurde. In der Hauptoerhandlung machte der Ehe­mann, der nunmehr als Zeuge auftrat, von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Es blieb da-

Kriege viele Jahre Vorstandsmitglied der Gruppe Westdeutschland des Bundes deutscher Betonwerke. Auch auf anderen Gebieten betätigte er sich er­folgreich. So war er langjähriger Unterrichtsleiter der Stenographie an der kaufmännischen Fachschule in Gießen. In der keramischen Branche gilt August höchner als anerkannter Fachmann.

** Jahresausflug des Eisenbahner­vereins. Der Eisenbahnerverein Gießen und Um­gegend unternahm am gestrigen Sonntag mit einem Sonderzug, der gegen 8 Uhr den Gießener Bahn­hof verließ, unter stärkster Beteiligung seiner Mit­glieder und deren Familienangehörigen seinen Jah­resausflug. Er führte diesmal nach Bingen, wo die Teilnehmer gegen 11 Uhr anlangten. Mit Gesang und Musik wurde in die Stadt einmarschiert. Diele der Reiseteilnehmer suchten die reizenden landschaft­lichen Schönheiten der Umgebung auf; einige stie­gen hinauf auf die höhen des Rochusberges, an­dere besuchten den herrlichen Bingerwald, viele aber unternahmen Fahrten auf dem Rhein. Das Natio­naldenkmal auf dem Niederwald war ebenfalls das Ziel vieler Teilnehmer. Gegen Abend entwickelte sich in den Lokalen der Stadt Bingen rheinisches Leben. Bei Wein, Gesang und Tanz kamen alt und jung in heiterste Stimmung, so daß nach Ansicht vieler die Heimfahrt viel zu frühe angetreten werden mußte. In später Abendstunde gelangten die Fahrt­teilnehmer glücklich im Gießener Bahnhof an.

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Roman von Walther Kloepffer

Copyright 1936 by August Scherl G. m. b h. Berlin

Du, Ameiser, heut ist ein prima Tag für mich. So einer gehört vergoldet. Magst noch einen Kirsch? Doppelt genäht hält besser. Und da sind fünf Mark. Wieder ein Geld, von dem die Frau nichts weiß. Mach dir einen guten Tag damit!"

Ich dank' dir halt schön, Josef! Aber soviel hätte es nicht gebraucht. Ist was Gescheites drin- gestanden? Das ist recht. Die anderen schimpfen immer, wenn ich einen Brief für sie habe."

Wie lange bist du denn schon bei der Post? Ich denke, du bist Schuster?"

Weißt, mit der Schusterei ist's nimmer recht weit her. Und wenn kein Geld ins Haus kommt, werden die Weiber spinnegiftig, vorab meine Alte. Da hab' ich die Postbotenstelle angenommen. Ist eine arge Lauferei, laß dir sagen. Aber ein sicheres Einkommen ist es doch. Ich muß jetzt um ein Haus weiter. Pfüat di, Josef!"

Nach dem Essen holte FoggSchorschi" aus dem Stall und fuhr an die Bahn. War doch eine rechte Wohltat, so ein Wagen. Zwar warSchorschi" das Derrottetfte Gefährt in ganz Niederbayern und hatte Launen wie eine Primadonna, aber wenn er in Schuß war, sauste er los wie ein Achtzylinder. Ehr­geiz hatte er, das mußte man ihm lassen. Fogg bootete den Ingenieur ein und steuerte zurück nach der Kuhleiten.

Also hier liegen die Goldfelder von Alaska", sagte Dolschi. Sie umschritten erst einmal das ganze Gelände und besichtigten den aufgelassenen Stein­bruch. Dann packte der Ingenieur den Apparat aus dem Lederköfferchen und setzte ihn an verschie­denen Stellen an. Er machte sich fortwährend No­tizen und rauchte eine Zigarre um die andere. Fogg lief wie das fünfte Rad am Wagen mit und hatte Herzklopfen. Wie denn anders? Es hing ja so viel vom Ausfall dieser Untersuchung ab. Nach geschla­genen zwei Stunden, die Fogg wie zwei Tage vor­kamen, versorgte Dolschi seinen Apparat wieder in den Koffer und meinte paffend:

Schwurgericht Gießen.

Gestern stand der R. Schl, aus Wetzlar wegen Meineids vor dem Gießener Schwurgericht. Der Angeklagte hatte im Oktober v. I. in einem Ehe­scheidungsprozeß vor der 2. Zivilkammer des hie­sigen Landgerichts unter Eid ausgesagt, er habe mit der beklagten Ehefrau in keinerlei ehewidrigen Beziehungen gestanden. So habe er ihr insbesondere ben Verlohungsring. der den Anstoß zur Schei­dungsklage des Ehemannes gab, nur über einen Sonntag zur Aufbewahrung gegeben. Es seien auch zwischen ihnen keinerlei Zärtlichkeiten ausgetauscht worden, sie hätten weder auf du und du gestanden, noch seien sie Arm in Arm spazieren gegangen. Von einer späteren Eheschließung zwischen ihnen sei ebenfalls nicht die Rede gewesen. Der Angeklagte mußte jedoch schon in dem damaligen Termin seine Aussagen bezüglich des Derlobungsringes wider­rufen.

Es wurde daher ein Verfahren wegen Meineides gegen ihn eingeleitet. Vor dem Untersuchungsrichter hatte der Angeklagte zunächst ganz entschieden in Abrede gestellt, daß er noch in einem anderen Punkte seiner Aussage die Unwahrheit gesagt habe. Die Ermittlungen gestalteten sich daher recht schwie­rig. Der Angeklagte legte jedoch in der gestrigen hauptverhandlung überraschenderweise ein umfas­sendes Geständnis ab und gab darüber Hittaus noch sogar ehebrecherische Beziehungen zu.

Der Vertreter der Anklagebehörde wies in länge­ren Ausführungen auf die Pflicht zur Wahrheit vor Gericht hin und beantragte gegen den Ange­klagten eine Zuchthausstrafe von 1% Jahren sowie die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. Der Verteidiger beantragte, dem Ange­klagten mildernde Umstände zuzubilligen, da er ein­mal völlig unter dem unheilvollen Einfluß dieser Frau gestanden habe und zum anderen ihm auch der gesetzliche Milderungsgrund des § 157 StGB, zur Seite stehe, wonach eine Strafermäßigung dann eintreten muß, wenn die Richtigkeit der Aussage für einen Zeugen selbst eine Verfolgung wegen eines Verbrechens oder Vergehens nach sich ziehen

kleinen Imbiß. Brot, Wurst, Flaschenbier. Sie ver­teilte den Inhalt, dann ging sie mit gerunzelter Stirn wieder davon. Der kurze Rock schlug um ihre schöngedrechselten Beine. Der Martl sah ihr verzückt nach. Daß sie ihn gestern so schnöde behandelt und einfach sitzengelassen hatte, war schon wieder ver­gessen bei ihm. Vielleicht war es ihr schlecht ge­worden? Was wußte man denn.

Hast schon das Neueste von der gehört?" fragte dem Fenzl sein Aeltester brotkauend. Er und der Martl arbeiteten an demselben Loch.Sie hat was mit dem Tutschek. Der Schellori hat sie heute früh aus der Derwalterwohnung kommen sehen."

Das ist gelogen!" brauste der Martl auf.

Fragst halt den Schellori selber!" erwiderte der andere achselschupfend.Der Schellori sagt, er hat nicht schlafen können mit seinem Asthma, und da ist er gegen das Schloß zugegangen, und da hat er sie herauskommen sehen so gegen vier."

Der Schellori ist ein alter Depp!"

Aber seine Augen sind gut, laß dir sagen. Ich wollt', ich hält' solche. Bei uns kann ja keiner einen H uster tun, ohne daß es die ganze Gemeinde er­fährt. Ich versteh' gar nicht, wie sie gerade an den Böhm hingerat'. Aber umsonst hat der sie uns nicht ausgespannt, Brüder!I Dem werd' ich halt wieder das Gesims abräumen müssen. Ich besinn' mich schon die ganze Zeit, was man dem antun kann."

Der Martl biß auf seinem hellblonden Schnurr­bärtchen herum und schwieg. Daß du so was machst, Anna, hält' ich nicht von dir gedacht! grübelte er traurig. An diesem Brocken hab' ich eine Zeitlang zu kauen. Er stürzte sein Bier hinunter, griff nach

dem Pickel und hieb auf das Gestein los, daß die Funken sprangen. Sie waren bereits durch die Erdkrume durch.

Der vom Fenzl ließ sich mehr Zett. Er schlang gemütlich den letzten Bissen hinunter, setzte einen Schluck Bier darauf und sagte:Eine Saubere ist die Anna schon, hast g'hört. Die gefallt nicht bloß dir und dem Tutschek. Aber mit den Weibern hier hat sie's verdorben. Was meinst, was es wegen der Krach und Komödi und Eifersucht seit gestern abend gibt? Wenn die noch länger in der ,Sonne' ge­blieben wär', wür's schon da losgegangen. 215er so haben sich's die Weiber auf den Heimweg aufge-