9J.Jpor<
Äreisauswahlelfmannschasten Gießen - Marburg 4 :2 (2:1).
Wegen der herrschenden Hitze war das Spiel auf 18 Uhr gelegt worden und es hatten sich ungefähr 500 Zuschauer auf dem Platze der Spielvereini- S 1900 Gießen eingefunden. Alles unentwegte inger, die sich auch durch die allzu große Hitze nicht abhalten ließen! Sie wurden nicht enttäuscht und bekamen wieder einmal ein gutes Spiel zu sehen. Man wurde bei diesem Spiel an die frühere Lahnkreisliga erinnert. Vor dem Spiel sprach der Kreisfachwart den Spielern den Dank des DRL. aus dafür, daß sie sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache stellen und somit durch die Tat ein Opfer zu bringen verstehen.
Die Mannschaften spielten in der Aufstellung:
Marburg: Wirges, Marburg VfB.: Schup- pert, VfB., Fernbacher, VfB.: Rueff, Fischer, Kachelmuß, alle VfB. Kurh.: Ortwein, Ockersh., Eppelein, VfB., Scherer, Ockersh., Borfutzki, VfB., Dietrich, VfB. Kurheffen.
Gießen: Happel, Watzenborn-Steinberg-, Doktor, Naunheim, Kramer, VfB.-, Zielberg, SV. 05, Dietlav, SV. 05, Krämer, VfB.; Best, 1900, Sack, 1900, Timm, SV. 05, Radtke, VfB. Bergmann, 1900.
In der 10. Minute konnte Timm vom SV. 05 Wetzlar nach einer guten Vorlage von Best (1900) den Führungstreffer erzielen. In der 20. Minute
verbesserte Sack (1900), der trotz seiner Verletzung spielte und somit ein Opfer im wahrsten Sinne des Wortes brachte, das Resultat für die Gießener Mannschaft auf 2:0. Hierbei reklamierten die Marburger Abseits. Aber nach der Regel ist nur dann Abseits zu geben, wenn der angreifende Stürmer bei der Ballabgabe abseits gestanden hat. Aber Vach war schneller als die anderen und konnte durch sein blitzschnelles Eingreifen ein einwandfreies Tor erzielen, das der Schiedsrichter auch anerkannte. In der 30. Minute holte der Halblinke Borfutzki vom VfB. Kurh. Marburg auf 2:1 auf.
Nach der Halbzeit drängte die Marburger Mannschaft, konnte aber gegen die gute Hintermannschaft der Gießener nicht öufkommen. Ungefähr in der 20. Minute konnte Timm vom SD. 05 wieder auf 3:1 für die Gießener erhöhen. Ein unhaltbares Tor erzielte Eppelein vom VfB. Kurheffen in der 35. Minute. Aber noch keine Minute später war es wieder Timm vom SV. 05, der für die Gießener Mannschaft das Torverhältnis auf 4:2 verbesserte. Etwas später verursachte Fischer vom VfB. Kurh. einen Elfmeter, einen etwas harten Elfmeter, der aber großzügig von den Gießenern verschenkt wurde. Noch zu erwähnen ist, daß die Marburger im Feldspiel etwas überlegen waren, jedoch im Sturm versagten.
Alles in allem wurde ein technisch gutes Spiel vorgeführt und die Zuschauer verließen befriedigt den Platz.
Wirtschaft.
Rhein-Mainische Börse.
Mittagsbörse still.
Frankfurt a. M., 14. Juni. Die Börse lag, wie gewöhnlich zum Wochenbeginn, sehr still uni) brachte auf allen Märkten nur geringe Veränderungen. Die Kundschaftsbeteiligung blieb weiterhin schwach. Da es auch sonst an Anregungen fehlte, zeigte der Handel keine Unternehmungslust. Im Großoerkehr des Aktienmarktes wichen die Kurse nach beiden Richtungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab. U. a. notierten: JG.-Farben 164,25 (164,50), Deutsche Erdöl 156 (156,50), am Montanmarkt Harpener 172,25 (am 11. Juni 171,50), Hoesch unv. 126, Mannesmann 123,65 (124), Verein. Stahl 121,75 (122), von Elektrowerten Gesfürel 153,25 (153,75), Schuckert 170,25 (169,65), von Motorenaktien BMW. 150,50 (150), Daimler 137,75 (137,50), ferner von Einzelwerten Reichsbank 211,25 (212,25), Westdeutsche Kaufhof 61,13 (61,50), Bemberg 131,65 (132), Rheinmetall unv. 149,50, Moenus unv. 118 und Zellstoff Waldhof 161,25 (161). Der Einheitsmarkt sah neben einigen festen Spezialwerten, von denen Leder Spier auf die Dividendenoerdoppelung mit etwa 120 bis 125 (100) geschätzt wurden, auch Rückgänge, so bei Gebr. Adt auf die Verwaltungsmitteilung über die unbegründete Kurssteigerung mit etwa 70 bis 75 nach 78,75. Don unnotierten Werten fetzten Beck & Henkel ihre Steigerung auf 77,50 (74,50) fort.
Im Verlaufe blieb das Geschäft überwiegend klein. Etwas lebhafter lagen IG.-Farben mit 165,50 nach 164,50 und Th. Goldschmidt mit 142,50 bis 143 (141). Im übrigen wichen die Kurse gegen den Anfang kaum ab. Don den erst später zur Notiz gekommenen Werten zogen Mainkraftwerke auf 100 (99) an, dagegen gingen Buderus auf 126,75 Brief (128) zurück. Am Einheitsmarkt kamen Gebr. Adt schließlich mit 73 (78,75) zur Notiz.
Don Renten schwankten Kommunal-Umschuldung zwischen 94,05 bis 94,10, Altbesitz 126,13 (126,25).
Am Pfandbriefmarkt zeigten Liquidationspfand- briefe mäßige Deränderungen. Van Stadtanleihen 4,5proz. Darmstadt v. 26 97 (97,50), 4,5proz. Mainz von 28 97,50 (97,75).
Abendbörse still.
Auch die Abendbörse bot auf allen Gebieten ein sehr stilles Bild, da die Zurückhaltung fortbestand. Die Haltung war aber gut behauptet und die meisten der nur wenig notierten Papiere zeigten gegen den Berliner Schluß etwa 0,25 bis 0,50 v. H. höhere Kurse. JG.-Farben 165,50 (165,13), Th. Goldschmidt 143,50 (143), Scheideanstalt unverändert 262,50. Von Montanwerten Verein. Stahl 121,50 (121,25), Mannesmann 123,50 (123,40), Harpener 172 (171,50), Deutsche Erdöl unv. 156,25. Don Maschinenaktien stellten sich MAN. auf 134 (133,50), Muag auf 146,50 (146,40), und Junghans auf 133,50 (133), von Motvrenwerten BMW. 151 (150,50). Am Einheitsmarkt zogen Kalter Brauerei noch leicht an auf 59 (58,75), Wulle Brauerei gewannen 2 v. H. auf 55. Der Rentenmarkt war ohne Geschäft. 6proz. JG.-Farben unv. 135,90, 4,5proz. Krupp unv. 99,50 und Kommunal-Um- schuldung 94,10.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 15. Juni. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Auftrieb: 993 Kälber, 40 Schafe und Härnrnel, 5262 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 65 Mark, Lämmer und Hämmel 45 bis 52 Mark, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittelmäßig.
Schweinemarkt in Alsfeld.
* Alsfeld, 14. Juni. Bei dem heutigen stattgefundenen Schweinemarkt waren insgesamt auf- getrieben 272 Ferkel, 115 Händlerschweine. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 18 bis 22 RM., 8 bis 10 Wochen alte Tiere 22 bis 26 RM. Der Handel war schleppend, es verblieb ein Ueberftanb von etwa 70 Stück.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Buenos Mres . Brüssel
Rio de Janeiro Polen........
Kopenhagen... Danzig.......
London.......
HelsingforS.... Paris........
Holland......
Italien.......
Frankfurt a. M.
Berlin
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß- kurs
Schlußk. Abend- börse
Schluß- kurs
Schluß! Mittag- börse
Schluß- kure
Schluß!. Abend, börse
Schluß- kurs
Schlußk Mittag. börse
Datum
12-6.
146.
12-6
14-6.
Daium
12 6.
14.6
12 6 | 14.6
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934
4Vi% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935 . -.........
4y2% Deutsche Reichsschatzanweisungen von 1935, II. Folge ...
4y2% Deutsche Reichsichatzanwei- sungen von 1936, Hl. Folge ..
6%% Doung-Anleihe von 1930 ..
4VZ% Hessische Volksstaat von 1929
*y2% Deutsche ReichSpostschatz von 1934 I......................
4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I..................
Reichsanleihe-Altbesitz..........
Oberhessen Provinz-Anlethe mit
Auslos.-Rechten..............
4%% Hess. Landesbk. Darmstadt
Goldpfe. R. 12..............
6%% Hess. LandeS-Hyp.-Banl Liqu. Goldpfe...............
4yt% P reust. Landespfdbr.-Anst.
Goldpfe. R. 19..............
4yt% Preust. Gold-Komm. R. 20 4y»% Darmstädter Komm.-Lan-
deSbankR. 6 ................
Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe Auslos.-Rechte I..............
4%% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15 4y2% Franks. HYP. Gold-Komm.
CBL 2 3....................
6%% Franks. Hyp. Liquidation
Goldpfe.....................
5y2% Rheinische Hyp. Liquidation
Goldpfe.....................
Steuergutichein-Verrechnungskurs
A.G. für Verkehrswesen .... 6 54
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Hamburg-Amerika Paket......0
Norddeutscher Lloyd..........0
Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7
ReichLbank................. U
Berliner Handelsgesellschaft . 6%
Commerz- und Privat-Bank ... 5
Deutsche Diskonto............ 5
Dresdner Bank.............. 4
101,75
99
99,13
99 104,75 99,75
100,85
99,13 126,25
136
99,25
101
98
97,9
133,4 99,5
98,25
100,75
101,25 110,7
125,75
18 18,65 125,5
131,5 113,25 118,75
105
101,65 99
99,25
99
105
99,75
100,75
99,13
126,13
99,25
101
99
98
97,9
133
99,5
98,25
100,75
101,13
110,7
126
18
18,5
125,5
211,25
113,25
118,5 105
Devise
101,65
99
99,13
99
99
101
99,13
126.3
134
98
133,25
99,5
101,13
126,25
45,75
18,25
18,9
125,4
212
131
113,25
118,75
105
nmarf
101,65 99
99,25
99
99
99,75
100,75
99,13
126,3
99,25
99
98
133,4
99,5
101,25
110 8
126 4
46,5
18,13
18,4
125,4
211,5
131,4
113,25
118,5 105
Berlir
Accumulatoren-Fabrik....... 14
Aschaffenburg Zellstoff........6
Bemberg...................0
Bekula.....................8
Buderus Eisen............... 5
Eement Heidelberg........... 7
Cement Karlstadt ............ 6
Conti Gummi.............. 12
Daimler Piotoren.......... 6’/2
Dessauer Gas ............... 4
Deiitsche Erdöl..............5
Deutsche Gold- und Silber .... 9
Deutsche Linoleum.......... 10
Elektrische Lieferungen........ 6
Elektrische Licht und Kraft.....7
I. G. Färben-Industrie.......7
Felten & Guilleaume.........6
Gesfürel........... 7
Th. Goldschmidt............. 6
Griyner Maschinen........... 0
Harpener................. 8'/z
Hoesch Eisen............... 3'/z
Philipp Holzmann........... 8
Ilse Bergbau................6
Ilse Genüsse................ 6
Kali Aschersleben............ 4
Klöcknerwerke .......... • • 4V2
KokSwerke und Chemische Fabrik 7
Lahmeyer.................. 6
Mainkraft................... 4
Mannesmann............. 4'/z
Mansfelder Bergbau......... 7
Metallgesellschaft............. 6
Orenstein & Koppel.......... 0
Rheinische Braunkohle....... 12
Rheinische Elektro............ 6
Rheinstahlwerke.............. 6
Rdeinisch-Westfälische Elektro .. 6
Rütgerswerke ............... 7
Salzdetfurth Kali............ 6
Schuckert L Co............... 7
Schultheis Payenhoser........4
Siemens & Halske........... 9
Süddeutsche Zucker.......... 10
Vereinigte Stahlwerke......4’/z
Westdeutsche Kaufhof.........0
Westeregeln Alkali............ 4
Zellstoff Waldhof............6
Ltavi Minen...............0,6
— Jrantjurt a. 2U.
234
139
132
165,5
128 156,5
189,5 137,5
156,5
262 163,5 135,5
154 164,75
137,5 153,75
141
63
126 149,25
141
115,25
137
124,5
99 126,5 156,5
153
157,5
131,5
147
154 169.65
203
122
61,5
115
161
140,75
131,65
165,25
126,9
156,5
190
137,75
156,25
262,5
163,5
135
153
165.5
137,25
153,5
143,5
62,9
172
125,5
149
141,5
115,25
136,5
124
100
123,5
152,75
158
132,75
147
156
170,25
215,75
203
121,5
61,13
115,75
161,25
31,75
234
139 132,25 165,75
128,5
189,25
137,5
119 156.5
163,75
135,5
154
165 137,25
154,5 141,5
62,65
173,65
126 149,25
141,25
115 136,5
156 124,25
123,5
157 152,5 107,65
231 135,5 157,75
131 146,75
154 170,25 102,75
217 203,5 121,75
61 25
116 160,5
31,5
234,5 140,5
132 165,75
128,5
190
137
119 156,25
163,4
135
153 165,13
137,5 153,5
143,5
62,5 171,5 125,9
148,75
175
141
115,13 136,75
155,5
123,4
151
152.5 107,75
232
136
158
132,9 146,5
155,75 170,25
102,9 216,5
121,25
61,25 115
161
31,9
12.Jun
14. Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Briei
Gelb
Brie
0,762
0,766
0,762
0,766
42,13
42,21
42,13
42,21
0,165
0.167
0,165
0,167
47,10
47,20
47,10
47,20
55,00
55,12
55,00
55,12
47,10
47.20
47,10
47,20
12,32
12,35
12,32
12,35
5,45
5,46
5,45
5,46 '
11,11
11,13
11,11
11,13
137,29
137,57
137,29
137,57
13,09
13,11
13,09
13,11
12 ■ Juni
14. Ium
Amtliche Notierung
A in iliche Notierung
Geld
Brie>
Gelb
Brie!
Japan....................
0,717
0,719
0,717
0,719
Jugoslawien ..............
5,694
5,706
5,694
5,706
LSIo ...................
61,91
62,02
61,91
62,03
Wien.....................
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon..................
11,19
11,21
11,19
11,21
Stockholm ................
63,52
63,64
63,52
63,64
Schweiz..................
57,14
57,26
57,16
57,28
Spanien..................
16,98
17,02
16,98
17,02
Prag.....................
8,671
8.689
8,671
8,689
Budapest.................
—
——
—
—
Neuyork..................
2,498
2,502
2,498
2,502
1000-Hanau 7:12.
Spielvereinigung 1900 im Handball-Aufstiegspiel unterlegen.
Das am Samstag auf dem Platz der Spvgg. 1900 durchgeführte Spiel gegen den MSV. Hanau hatte infolge feiner großen Bedeutung eine stattliche Zuschauerzahl angezogen. Nach dem Sieg der Spiel- oereinigungsleute im Handballblitzturnier hatte man diesen in diesem wichtigen Spiel unbedingt etwas zugetraut, zumal die beiden Soldaten Winden und Ferber wieder zur Unterstützung der Mannschaft zur Verfügung standen.
1900 wählt die Sonne zum Bundesgenossen. Hanau hatte Anstoß. Bereits bei diesem merkt man, daß sich die Soldaten aus Hanau vorgenommen hatten, zu siegen. Schon nach 2 Minuten war denn auch durch den Rechtsaußen das erste Tor fällig. Kurze Zeit später fiel durch den Mittelstürmer das zweite Tor. Dann setzte 1900 seinen überragenden Schüler ein, der unhaltbar davonzog und zum ersten Gegentor einwarf. Die Verteidigung von 1900 konnte es jedoch nicht verhindern, daß die Hanauer nach etwa 20 Minuten mit 4:2 in Führung gingen. Dann war es Ferber, der für 1900 auf 3:4 herankam. In diesem Augenblick war für 1900 die Zeit gekommen, die Spieltaktik umzustellen.
Bereits am Anfang des Spieles hatte der Schiedsrichter eine grobe Regelverletzung eines Hanauer Spielers allzu gering bestraft und fo konnte er es nicht vermeiden, daß das Spiel zeitweise in einen regelrechten Körperkampf ausartete. Es war eindeutig erkennbar, daß 1900 nicht die Absicht hatte, sich in gebührender Form zu revanchieren. Bei einer gleichharten Spielweise wäre vielleicht ein anderes Ergebnis erreicht worden. Die Blauweißen brachten es so nicht dazu, dem Spiel eine Wendung zu geben.
In die Pause ging es mit dem Ergebnis 5:3 für Hanau. Wer erwartet hatte, daß sich das Spiel
auch jetzt noch ändern könne, wurde abermals ent« täuscht. Unter Einsatz der ganzen Körperkraft erhöhten die Soldaten aus Hanau auf 9:4 und damit war der Sieger dieses Kampfes nicht mehr fraglich. Höing hatte das 4. Tor geworfen. Ein weiteres Tor für Hanau wurde erzielt und Berg, dem sonst so sicheren und schußgemaltigen Torschützen gelang endlich ein Erfolg und damit für 1900 das fünfte Tor. Dann warf kurz darauf Winden das sechste Tor. In dieser Zeit machte sich bei den Hanauer Spielern eine sichtbare Nervosität bemerkbar. 1900 drängte dauernd und war in dieser Drangperiode unbedingt tonangebend. Die Hanauer versuchten das Spiel hmauszuziehen und damit das günstige Ergebnis zu halten. Trotzdem gelang es ihnen aber noch, das 12. Tor zu werfen. Kurz, etwa 3 Minuten vor Schluß des Spieles, konnte Berg noch einmal das Ergebnis günstiger gestalten. Ein herrlicher Stürmerlauf wurde mit einem wuchtigen Torwurf abgeschlossen. Damit war das Endergebnis von 12:7 für die Hanauer Mannschaft erreicht.
Die Gießener Mannschaft wurde offenbar das Opfer unglücklicher Spielverhältnisse. Sie hat damit ein wichtiges Spiel verloren, doch im Rückspiel gegen Kirch-Göns kann der alte Stand wieder hergestellt werden. Man hofft, daß die Spielvereini- gungsteute das Rückspiel gegen Kirch-Göns gewin- nen und damit wieder eine Punktgleichheit, mit Hanau erreichen. Wir sind davon überzeugt, daß 1900 dieses Spiel gewinnen kann, nur muß sich die Mannschaft eben auf den Sieg einstellen.
Der T a b e ll e n st a nd ist jetzt:
MSV. Hanau 4 Spiele = 5:3 Pkte.
Spvgg. 1900 Gießen 3 Spiele = 3:3 Pkte.
Tv. Kirch-Göns 3 Spiele = 2:4 Pkte.
Gießener Leichtathleten im Kamps um die Kreismeiflerschasten.
Mit dem gestrigen Sonntag sind auch die diesjährigen Kreismeisterschaften der Leichtathleten unter Dach und Fach gebracht worden. Wenn auch die Hitze zeitweise recht drückend war, so ist das herrliche Sommerwetter für gute Leistungen in der Leichtathletik doch wie geschaffen. Wir hatten in unserer Vorschau berichtet, daß das Meldeergebnis überaus befriedigend ausgefallen fei. Dadurch, daß die Kämpfe auf die Vormittags- und die Nachmittagsstunden ausgedehnt waren, konnten, infolge der großen Hitze, zwischen den einzelnen Hebungen, die zum Teil von denselben Leuten bestritten wurden, kleine Pausen eingelegt werden. Die Abwicklung der Veranstaltung vollzog sich reibungslos.
Während einige Ergebnisse hervorragend waren, wurden in vielen Konkurrenzen nur Durchschnittsleistungen erzielt. Wenn gerade in den Laufwettbewerben sehr gute Zeiten erreicht wurden, so spricht das nur für die gute Verfassung der Läufer; denn die Bahn war vollkommen aufgewühlt und viel zu weich.
Für'den 10 0 - Meter - Endlauf hatten sich qualifiziert: Luh, Zschucke, Klenk (alle VfB.-R. Gießen), Koch, Fr. Mieritz (beide Spvgg. 1900 Gießen), und Moos (Tv. Lollar). Gleich der erste Start klappte, und den Zuschauern bot sich ein herrlicher Kampf. Es siegte in diesem harten Rennen M i e - ritz in 11,4 Sekunden mit 0,50 Meter vor Luh, der etwa Handbreite vor Moos einkam. In der Reihenfolge Zschucke, Koch und Klenk liefen die übrigen durchs Ziel.
Einen weiteren schönen und spannenden Kampf brachten die 2 00 Meter. Im Endlauf standen: Härle (R. T. u. Spv. Dillenburg), Mieritz (Spvgg.
1900), Zschucke und Möll (beide VfB.-R. Gießen). In der für diese schlechte Bahn hervorragenden Zeit von 23,6 Sekunden setzte sich auch der 100-Meter- Sieger Mieritz vor Härle, Zschucke und Möll durch. Möll, von dem man nach den Vorjahresleistungen gerade über 200 Meter mehr erwarten konnte, befindet sich offenbar nicht im Training.
Die unregelmäßige Bahn machte sich dann besonders nachteilig in den Mittel- und Langstrecken bemerkbar. Im 800 - Meter - Lauf siegte, nachdem die ersten 400 Meter in 58 Sekunden zurückgelegt waren, Peters (Spvgg. 1900) in 2:03,7 Minuten vor Erwin Reidel (Tv. Heuchelheim) 2:09,6 Min., Jmmel (Spvgg. 1900) 2:12,2 Min. und Pfaff (VfB.-R.) 2:14,4 Minuten.
Als besondere Leistung verdient dann noch der 15 00 - Meter - Lauf hervorgehoden zu werden. K l e e m a n n und Peters (beide Spvgg. 1900) liefen ein hervorragendes Rennen und erreichten schließlich die sehr gute Zeit von 4:14,2 Minuten (Kleemann) und 4:14,3 Min. (Peters).
In den übrigen Wettbewerben waren die Leistungen, wenn man von Kilo und Luh absieht, die "beide aber schon viel mehr gekonnt haben, nur Durchschnitt. Luh scheint sich, nach seinen letzten weniger guten Erfolgen im Kugelstoßen, dem Hammerwerfen zugewandt zu haben.
10 0 Meter: 1. Mieritz, Spvgg. 1900, 11,4 2. Luh, VfB.-R., 11,5; 3. Moos, Tv. Lollar, 11,5 Sek. — 2 0 0 Meter: 1. Mieritz, Spvgg. 1900, 23,6; 2. Härle, TuSp. Dillenburg, 23,8; 3. Zschucke, VfB.-R., 24,0 Sek. — 400 Meter: 1. Härle, TuSp. Dillenburg, 54,5; 2. Fischer, VfB.-R., 55,4; 3. Adam, Spvgg. 1900, 57,5 Sek. — 8 0 0 Meter:
Hier abschneiden!
I
Nagelbürsten 329 Nahrungsrmttelvergrftung
in ein Stück Seife. Nägel rosten nicht, wenn man sie rotglühend in kaltem Leinöl abschreckt. Eingerostete Nägel bestreicht man vor dem Ausziehen mit Petroleum.
Nagelbürsten müsien nach Gebrauch immer gut gereinigt und getrocknet werden. Zweckmäßig für eine gründliche Reinigung ist warmes Sodawasier oder das Einlegen in kaltes Salzwasser.
Nagelfleisch, Bezeichnung für gepökeltes und geräuchertes Rindfleisch, das wie Schinken als schmackhafter Brotbelag gegessen wird
Nagelkasten, Bezeichnung für den Handwerkskasten, der neben den verschiedenen Nagelsorten die notwendigsten Handwerkszeuge enthält. Sollte in keinem Haushalt fehlen. Zum Nagelkasten gehören Säge Hammer Zange, Schraubenzieher Meißel, verschiedene Vobrer Holz- und Eisenfeile Nägel der verschiedenen Größen, Holzschrauben und Draht Mit dreiem Vorrat an Werkzeug kann man sich bei dringenden Vorkommnissen helfen. Größere und schwierigere Arbeiten aber überlasse man dem Handwerker.
Nagelpflege soll bereits kleineren Kindern beigebracht werden Es gehört dazu, daß die Nägel nach jedem Waschen am besten mit einem Nagelreiniger aus Holz oder Bein gesäubert werden und daß das Nagelhäutchen zurückgeschoben wird. Das Häut, chen soll zur Nacht eingefettet werden. Bei dieser Behandlung wächst es nicht auf dem Nagel
fest, braucht also auch nicht abgeschnitten zu werden, was vielfach zu Verletzungen führt. Das Kürzen der Nägel wird besser durch Feilen als durch Abschneiden vorgenommen. Fußnägel schneidet man gerade, damit sie an den Seiten nicht einwachsen. Bei eingewachsenen Nägeln feuchte Verbände und Salben. Wird damit kein Erfolg erzielt, muß der Nagel vom Arzt entfernt werden. S. Niednagel.
Nahewein, Weine aus einem Nebental des Rheins, sind süßer, teilweise auch schwerer als Rheinweine.
Nahrungsmittelfälschungen sind heute selten, da die Nahrungsmittel überwacht und Fälschungen streng bestraft werden. Wer gefälschte Nahrungsmittel feststellt, z. 23. verwässerte Milch, melde es unter Vorlegung einer Probe der PoUzei oder dem nächstgelegenen Nahrungsmittel- unteriuchungsamt.
Nahrungsmittelvergiftung. Ver- giftungserscheinungen. die entstehen durch die Aufnahme zersetzter oder verunreinigter Nahrung (Fleisch. Wurst Fisch, Hummer. Bohnen usw.). Erscheinungen: Kopfschmerz, Schwindel Fieber, manchmal Krämpfe, be- londers in der Wade. Durchfall, starke Magenschmerzen. Sofort Arzt rufen; bis dieser kommt, Den Kranken zum Erbrechen bringen, Einlauf, laues Wasser oder Milch trinken lassen, Branntwein, starken schwarzen Kaffee. Kalte Übergießungen. Die Vergiftung tritt entweder einige Stunden oder Tage nach dem
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