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@oeflje als Erzieher."

Kulturpolitische Rede des ReichöjugendführerS in Weimar.

Weimar, 14. Juni. (DNB.) Der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, eröffnete im Nationaltheater die Weimarer Fest­spiele der deutschen Jugend. In diesem Jahre sei, so führte er aus, nicht nur die Jugend der höheren Schulen, sondern auch die Jugend, die sich in ihrem Beruf als Tüchtigste bewährt hat, aus allen Teilen des Reiches nach Weimar berufen. Jahr für Jahr soll eine auserlesene Schar unserer Jugend für eine Woche durch die Straßen von Weimar wandern, abends von edlem Spiel erhoben werden, um schließlich dankbaren und ehrfürchtigen Gemütes von Weimar zu scheiden.

In Goethes Wahlverwandtschaften stehe das Wort:Männer sollten von Jugend auf Uniform tragen, weil sie sich gewöhnen müssen .gemeinsam zu h a n d e l n !" Zu einer Zeit, als Deutschland aus drei Dutzend Staaten be­stand, habe Goethe die innere Schau einer einheit­lichen idealen deutschen Nationalerziehung besessen. 1813 habe Goethe gesagt: Glauben Sie ja nicht, daß ich gleichgültig wäre gegen die großen Ideen Freiheit, Volk und Vaterland", und sechs Jahre später:Deutschland ist und bleibt auf ewig das wahre Vaterland meines Geistes und Herzens." Unter Hinweis auf solche deutschen Bekenntnisse Goethes sagte Baldur von Schirach u. a.: Es scheint mir nun einmal an der Zeit, daß wir jenes deutsche Nationalheiligtvm, das Werk und Leben Goethe, für uns bedeuten, entschlossen zu ver­teidigen beginnen gegen alle, die Goethe schmähen und damit sprechen wir es einmal offen aus Deutschland und sich selbst preisgeben.Eine Zeit, die den Gesichtskreis der Deutschen erweitert und mit einer Fülle neuer Ideen gesegnet hat, wird gut daran tun, die Vergangenheit mit derselben Dankbarkeit zu begreifen, die wir für uns und un­ser Werk von den Kommenden erhoffen."

Ausführlich behandelte Baldur von Schirach vor allen Dingen wie gerade dieser große Künstler und Gelehrte sich gegen die abstrakt und im wirklichen Leben unfähige und zu einer gesunden Sinnlich­

keit beziehungslose Gelehrtenwelt gewandt habe. Goethe habe festgestellt, daß ein Drittel aller Ge­lehrten und Staatsdiener seiner Zeit körperlich schwächlich gewesen sei, und habe die Hoffnung aus- gedrückt, daß Deutschland in einem Jahrhundert dahin gebracht werde, nicht mehr abstrakte Gelehrte und Philosophen, sondern Menschen zu besitzen. Dor allem für die geistig arbeitende Jugend habe Goethe immer das körperliche Gleichgewicht in der Betätigung gefordert. Als Greis, so berichte Ecker­mann, habe Goethe selbst noch wie ein Sportsmann im Garten seines Hauses mit Pfeil und Bogen ge­schossen. Goethe habe die Entwicklung zugunsten unserer modernen Leibeserziehung mehr als man es weiß, beeinflußt. Und wenn man diese Seite seines Wesens kenne, so erschließe er sich uns als die vollkommene erzieherische Per­sönlichkeit.

Der Redner ging im folgenden auf die Gott- und Naturverbundenheit des Großen von Weimar ein, die ihm von der dogmatischen Gehäs­sigkeit oder der Mode die Bezeichnung einesgro­ßen Heiden" eingebracht habe, da die vergangene Zeit nicht die Fähigkeit besessen habe, ein religiöses Gefühl auch außerhalb der kirchlichen Bekenntnisse zu erkennen. Die heutige Jugend beginne wieder in zunehmendem Maße Gott in einfacher und klarer Gläubigkeit zu erleben. Ein tiefes Wort Goethes lasse das verständlich erscheinen:Keine Religion, die sich auf Furcht gründet, wird bei uns geachtet!" Nietzsche habe gesagt, daß Goethe nicht nur ein gu­ter und großer Mensch, sondern eine Kultur fei. Adolf Hitler habe die Ehrfurcht gelehrt und damit die großen Geister der Nation beschwo­ren, die gegenwärtigen und die vergangenen. Der Reichsjugendführer rief der deutschen Jugend zu: Du handelst im Sinne des Mannes, dem du dienst, wenn du den Inhalt alles dessen, was der Begriff Weimar und Goethe umschließt, in dich aufnimmst, und in einem neuen und tapferen Herzen ein- schließt."

Gebt mir vier Lahre Seit."

Ein neues spannendesBuch des stellvertretendenpreffechefs derReichsregierung

Berlin, 12. Juni. (DNB.) Im Eher-Verlag ist soeben ein Buch erschienen, das den Titel trägt Gebt mir vier Jahre Zeit Dokumente zum ersten Dierjahresplan des Führers". Das Buch, dessen Verfasser der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Alfred Jngemar Berndt, ist, gibt in 16 Kapiteln einen spannen­den Rechenschaftsbericht über die ersten vier Jahre nationalsozialistischer Staatsführung. Reichsminister Dr. Goebbels hat dem Buch ein Geleitwort gegeben.

Das Buch bringt keine trockene Zahlenbilanz und ist nicht im Stile von Generaloersammlungsberich­ten aeschrieben, sondern frisch und lebendig. In klassischer Weise ist jedem einzelnen Kapitel ein Bild dessen vorangestellt, was die Regierungen der Novemberrepublik auf den einzelnen Arbeitsgebieten versprachen und welches Ergebnis sie nach 14 Jahren aufzuweisen hatten. Daran schließt sich die Aufzeichnung dessen, was in vier Jahren im nationalsozialistischen Staat geleiftet worden ist. Diel von Dem, was in den letzten vier Jahren ge­schah, ist im Gedächtnis vieler noch lebendig. Un­geheuer viel aber ist der Öffentlichkeit bisher

überhaupt nicht zum Bewußtsein ge­kommen, ist überhaupt nicht bekannt geworden. So ist es ein Verdienst des neuen Buches, zum ersten Male einen fast lückenlosen Uederblick gegeben zu haben über all das, was das Dritte Reich in diesen vier Jahren an Erfolgen aufzuweisen hat.

Um sich über die Leistungen einer Epoche ein Ur­teil bilden zu können, muß man den allgemeinen Abstand von dieser Zeitepoche gewonnen haben. Die­ser Abstand von den Geschehnissen der letzten vier Jahre fehlt den Menschen unserer Tage noch. Um so überraschter und verblüffter werden sie fein, wenn sie aus dem BuchGebt mir vier Jahre Zeit" er­fahren, was tatsächlich in vier Jahren geschaffen werden konnte. Sie werden aus dem Buch weiter entnehmen, daß zur Aufzeichnung der Geschichte der ersten vier Jahre des Dritten Reiches mehr Raum gehört als zur Aufzeichnung der ge­samten Geschichte des Deutschen Reiches von der Jahrhundertwende bis zum Weltkrieg oder von der Novemberrevolte bis zur Machtergreifung Adolf Hitlers.

Die Garantiesorderungen der Kontrollmächte.

Berlin, 14. Juni. (DNB.) Wie bereits gemel­det, haben die im Falle des verbrecherischen Ueber- falls auf das PanzerschiffDeutschland" in London zwischen dem britischen Außenminister und den Bot­schaftern Deutschlands, Italiens und Frankreichs am 11. und 12. Juni geführten Verhandlungen zu einer Verständigung geführt, bei der folgende Beschlüsse gefaßt wurden:

Den beiden spanisch en Parteien wird folgende Mitteilung gemacht werden:

a) Beide Parteien werden ersucht, eine aus­drückliche Versicherung abzugeben, daß sie fremde Kriegsschiffe auf hoher S e e und anderswo respektieren und das Nö­tige veranlassen werden, daß ihre Lust- und See­streitkräfte diese Versicherung einhalten.

b) Um zu vermeiden, daß fremde, an der Kon­trolle teilnehmende Kriegsschiffe, wenn sie in den Häfen der einen oder anderen Partei liegen, ver­sehentlich angegriffen oder beschädigt werden, werden die beiden Parteien ersucht, sich mit den Mächten über eine L i st e spanischer H ä - f e n, die als Basis für ihre Kontrollschiffe die­nen sollen, sowie über die Abgrenzung von Sicherheitszonen zu verständigen.

c) Die beiden Parteien werden davon in Kennt­nis gesetzt, daß jeder Verstoß gegen die vor­genannten Zusicherungen und jeder Angriff auf die für die Seekontrolle verantwortlichen frem­den Kriegsschiffe von den vier Seekontrollmächten als eine alle gemeinsam angehende Angelegenheit angesehen werden wird und daß die vier Mächte, unbeschadet der von den Streitkräften der tatsächlich angegriffenen Macht für notwendig erachteten sofortigen Selbst­verteidigungsmaßnahmen, sich sofort untereinander über die gemeinsam zu er­greifenden Schritte verständigen werden. Sie wer­den dabei die Ansichten berücksichtigen, die die be­troffene Regierung natürlicherweise zum Ausdruck zu bringen berechtigt ist.

Bei Vereinbarung des Wortlautes dieser Mittei­luna an die beiden spanischen Parteien war man hinsichtlich des zu c) gefaßten Beschlusses darüber einig, daß die vier Mächte sich verpflichten, s o schnell wie möglichzum Zweckeder Be­ratung der durch die Lage bedingten angemesse­nen Schritte zusammenzutreten. Ebenso war man darüber einig, daß alle vier Mächte sich in jeder Weise bemühen werden, bei dieser Beratung ein befriedigendes Uebereinfommen zu erzielen. Für den Fall jedoch, daß innerhalb einer den Umständen des jeweiligen Falles ange­messenen Frist eine Einigung nicht erzielt werden sollte, herrschte Einverständnis darüber, daß für jede der vier Mächte eine neue Lage geschaf­fen fein würde, hinsichtlich deren sich jede von ihnen ihre Haltung Vorbehalten müßte. Die vier Mächte sind ferner übereingekommen, daß

es ihr gemeinsames Ziel sei, ein Höchstmaß von internationalem Vertrauen zu schaffen, sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit als auch der Un­parteilichkeit des Kontrollsystems. Sie wünschten den neutralen und internationalen Charakter dieses Sy­stems zu betonen. Sie erklärten sich demgemäß be­reit, dem Nichteinmischungsausschuß unverzüglich praktische Vorschläge zur Durchführung die­ses Zieles zur Prüfung zu unterbreiten.

0er britische Konsul in Bilbao vermißt.

San Sebastian, 15. Juni. (DNB.) Die bri= ttsche Regierung hat ihre Konsuln in San­tander und Bilbao zurückberufen. Der brittsche Konsul in Bilbao konnte jedoch nicht aufgefunden werden, weshalb die im dortigen Hafen eingelaufenen englischen Torpedoboote ein Landunaskorps in d i e Stadt geschickt haben mit Der Aufgabe, den Konsul zu suchen.

Brennende Dörfer zeichnen die Rück­zugslinie der Bolschewisten.

San S e b a st i a n , 15. Juni. (DNB. Funkspr.) Der nationale Heeresbericht meldet von der Front von Vizcaya: Der siegreiche Vormarsch unserer Truppen wurde energisch weiter fortge- f ü h r t. Hierbei konnten die Höhenzüge bei Santo Domingo und von San Roque besetzt werden. Außerdem konnten wir bedeutende Stellungen in der Umgebung von Galdecano und am Fluß Jbai- zabal in unsere Hand bringen. Ferner wurde die Stellung von La Cruz de Lemoa von uns erobert. Legionäre haben den Ort Mungia besetzt und dort die Kirche sowie das Rathaus in Flam­men vorgefunden. Die Bolschewisten hatten im Verfolg ihrer alten Taktik in der Mehrzahl aller Dörfer, die von uns besetzt wurden, die haupt­sächlichsten Gebäude in Brand gesteckt. Die Le­gionäre sind von Mesia bis zur Flußmündung bei Plencia oorgedrungen.

Spanienbolschewisten plündern britische Bankkonten.

London, 14. Juni. (DNB.) Getreu der bolsche­wistischen Hebung, beim Herannahen der Franco- truppen Geld und Geldeswerte ins Ausland zu verschieben, hat man Geld und Wertpapiere der drei größten Banken von Bilbaobeschlagnahmt", um es dann mit dem englischen DampferSea Bank" in Sicherheit zu bringen. Nun hat der britische Botschafter einen Brief der drei geschädigten Bankdirektoren erhalten, in dem diese Darauf aufmerksam machen, daß es sich bei Dem gestohlenen GelD zum Teil um bri­tisches Eigentum hanDele. Die Direktoren, Die sich im nationalspanischen San Sebastian de- finDen, forDern Die englische Regierung auf, Die Gel­der und Wertpapier, Dieohne Zustimmung ihrer

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