Hie bruWe AelMonsetm
Die großartige Krönungsfeier in London, an der durch Rundfunk, Presse und Bild die ganze Welt tast unmittelbar teilnehmen konnte, hat in einer vielen von uns wohl überraschenden Weise die enge Verbindung und Bündnisfähigkeit althergebrachter Formen einer traditionsstarken Adelsaristokratie des englischen Mittelalters mit den politischen Realitäten einer modernen Parlamentsherrschaft im englischen Mutterland und eines Bundes gleichberechtigt nebeneinander stehender Nationen gezeigt, die im Britischen Weltreich und in seinem einzigen staatsrechtlich greifbaren Faktor, dem König, das sie alle überspannende Dach sehen. Wilhelm D i b e - lius hat in seinem berühmten Englandbuch, dem wir so viel unserer Kenntnis lebendigen englischen Verfassungslebens verdanken, den König „die technische Nochilfe" des Staates genannt, dessen Einfluß auf die Staatsgeschäfte lowohl wie auf alle Fragen des öffentlichen Lebens feit den Tagen der Königin Viktoria weit mehr auf seiner gesellschaftlichen Stellung als erster Gentleman des Landes an der Spitze der Society als auf seinen nirgends klar vmrissenen staatsrechtlichen Funktionen beruhe. Das mag wenigstens für das englische Mutterland vraktisch auch heute noch der Fall sein. Aber seit der durch das Eingreifen Baldwins in so überraschender Weise beigelegten Königskrisis, die zur Abdankung Eduards VIII. führte, wissen wir, daß auch dem Engländer von heute der König mehr ist, als ein Symbol, mehr als eine bloße Dekoration für die Parlamentsherrschaft, die der Premierminister an der Spitze des Kabinetts als des Ausschusses der über die Parlamentsmehrheit verfügenden Partei tatsächlich unumschränkt ausübt. Wie die Königin Viktoria, Englands erste moderne Herrscherin, unter dem Einfluß ihres klugen Gemahls, des Prinzen Albert, ihre wesentlichste Aufgabe darin zu sehen gelernt hatte, den Willen des Volkes zu erfahren, und wie sie in unnachahmlicher Weise es verstanden hatte, mit der ganzen Energie, der ihre charakterstarke und impulsive Persönlichkeit fähig war, während der mehr als sechs Jahrzehnte ihrer Regierung in wachsendem Maße die Volksmeinung, bAi gesunden Menschenverstand des „Mannes auf der Straße" vor wechselnden Premierministern und Regierungen zu vertreten, ohne ihre Befugnisse als konstitutionelle Herrscherin zu überschreiten, so haben es auch ihre Nachfolger Eduard VII. und Georg V. gehalten und damit die Monarchie so fest im Volk verwurzelt, daß heute auch die Regierung, wie die kritischen Dezembertage des vergangenen Jahres es erwiesen haben, die Monarchie als Regulator des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens nicht mehr zu entbehren vermag.
Diese Stellung des Königs hat noch eine weitere Stärkung erfahren durch die einzigartige Aufgabe, die ihm die verfassungsrechtliche Entwicklung des Britischen Reiches zur British Commonwealth of nations durch die Beschlüsse der Reichskonferenzen von 1926 und 1930 und schließlich durch das Westminsterstatut vom 11. Dezember 1931 zuerteilt hat. Die politisch wie wirtschaftlich für das Britische Reich zumindest zweifelhaften Ergebnisse des Weltkrieges, für den England alle Kräfte seiner Dominions rücksichtslos eingespannt hatte, ohne immer seine Versprechen einlösen zu können, hatten den Zusammenhalt der britischen Reichsteile unter dem Einfluß von Mißstimmungen und Sonderwünschen bedenklich gelockert. Die Dominions hatten gespürt, wie sehr das Mutterland im Ernstfall auf sie angewiesen war, die eigenen Interessen, politisch wie wirtschaftlich durchaus verschieden gelagert, forderten stärkere Berücksichtigung, das Gefühl eigener Kraft,, angesichts der Schwierigkeiten des Mutterlandes erheblich gestärkt, lehnte eine weitere Bevormundung durch das Londoner Kabinett ab, überall mehrten sich die Stimmen für ein unabhängiges Südafrika, ein freies Kanada, ein freies Australien, die beide ebenso wie Neuseeland, in einer Anlehnung an die bereinigten Staaten von Nordamerika größere wirtschaftliche Vorteile und einen besseren Schutz gegen japanische Begehrlichkeiten Zu sehen begannen als in dem Zusammenhang mit dem durch den Weltkrieg militärisch wie wirtschaftlich gleich stark geschwächten und in Europa wie im Nahen Osten in unabsehbare Sorgen verstrickten Britischen Reich. Angesichts dieser für den Bestand des Empire lebensgefährlichen Stimmung war es das Verdienst Arthur Balfours, den rechten Augenblick erkannt zu haben, wo nur durch eine kluge Lockerung der Zügel der Reichsgedanke gerettet werden konnte und, indem das englische Mutterland seine mündig gewordenen Töchter auf eigene Füße stellte, dem Reich eine neue und festere Grundlage gegeben wurde in dem Entschluß freiwilligen Zusammenhaltens aus der Erkenntnis heraus, daß die Sicherheit der Reichsteile und ihre wirtschaftlichen Interessen dies notwendig mache.
Die entscheidende Reichskonferenz des Jahres 1926 stellte diese neue Grundlage fest, und das We t- minsterstatut vom 11. Dezember 1931, die einzige Derfassungsakte des Reiches, bestätigte: „Groh- britanpien und die Dominien sind selbständige Gemeinwesen innerhalb des Britischen Reichs, gleich im Rang, in keiner Beziehung, weder in ihren inneren noch in den auswärtigen Angelegenheiten einander übergeordnet, jedoch vereinigt durch gemeinsame Untertanenpflicht gegenüber der Krone und frei verbunden als Mitglieder des britischen Gemeinwesens." Das ist der einzig entscheidende Satz der Geburtsurkunde des British Commonwealth of Nations, nachdem der Verfassungsausschuß der Reichskonferenz als feine Ansicht fest- gestellt hatte, „daß nichts gewonnen wäre, wenn man für das Britische Reich eine Verfassung schüfe.
.?£j^t über die ganze Erde, haben seine Glieder völlig verschiedenartige Beschaffenheiten. Sie be- finden sich in völlig uneinheitlichen Stufen ihrer Entwicklung. Als Ganzes betrachtet, kann man das Empire mit keiner anderen politischen Organisation vergleichen, die heute besteht oder jemals bestanden
Diefe Begründung ist einleuchtend, denn tat- WAlch gibt es kaum größere Verschiedenheiten als Z.B. zwischen den östlichen Provinzen Kanadas oder Neuseeland, vom englischen Mutterland ganz zu schwelgen und den westafrikanischen Kolonien oder der polynesischen Inselwelt unter britischer Flagge. 3n der weisen Beschränkung auf das notwendige Thnbeftmafj staatsrechtlicher Bindung hat man den stärksten Faktor des Zusammenhalts gefunden und m dem letzten Jahrzehnt auch schon erprobt. Und wenn nun die Königs krönung Georgs VI so nut Bedacht für einige Monate in den Vordergrund des öffentlichen Interesses gerückt wurde, so nicht allein als ein» großartige und nach den mancherlei Unfällen der englischen Außenpolitik der letzten Jahre besonders nachdrückliche und eindrucksvolle Bekundung ungebrochener britischer Weltmacht, sondern vor allem als Huldigung für das einzig sichtbare Symbol der Reichseinheit, den Träger der Krone, die sich wie eine Kuppel über alle Teile des britischen Reiches wölbt, das einigende Band souve -
Die Eröffnung der britischen Reichskonferenz.
Oie Reichsverteidigung im Bordergrund.-Australien wünscht einen Nichtangriffspakt her pazifischen Machte.
London, 14. Mai. (DNB.) Die britische Reichskonferenz begann Freitag vormittag im St.-Jarnespalast in London. Außer dem englischen Kabinett waren die Premierminister Kanadas, Australiens, Neu-Seelands, Südafrikas und Süd-Rhodesiens sowie die Vertreter Burmas und Indiens erschienen. Baldwin wurde zum Vorsitzenden der Konferenz gewählt. In seiner Eröffnungsansprache wies Baldwin daraus hin, wie wichtig ein persönlicher Kontakt für die Zusammenarbeit im Britischen Weltreich sei. Seit der letzten Krönung sei das rechtliche Verhältnis zwischen den Dominien und dem Mutterlande, und zwar insbesondere durch das S t a t u t v o n W e st- rn i n st e r im Jahre 1931, geändert worden. In erster Linie werde sich die Aussprache mit der auswärtigen Politik und der Reichsverteilung befassen. Die Reichskonferenz trete in einem Augenblick zusammen, in dem d i e internationale Lage schwierig, ja sogar bedrohlich sei. Der Konferenz liege es daher ob, dafür zu sorgen, daß die Beratungen auch ihr Teil zur Lösung der internationalen Fragen beitragen, die die Welt beschweren. Man müsse nach den Ursachen der gegenwärtigen internationalen Unruhe suchen und die Möglichkeiten prüfen, wie man sie durch Z u - fammenarbeit vermindern ober d e - fettigen könne. Es herrsche in der Welt ein Rüstungswettlauf, der zum Ruin führen könne; aber angesichts der Rüstungen in der Welt habe Großbritannien keine Wahl und habe es daher für feine Pflicht gehalten, feine Verteidigung zu ordnen, und zwar mit Kosten, deren Größe bekannt sei. Es habe diese Lasten auf sich genommen, nicht nur um das Herz des Weltreiches zu sichern, sondern auch um die Sicherheit des Weltreiches zu erhalten, sowie in feiner Eigenschaft als treues Mitglied des Völkerbundes. Auch die Dominien hätten sich verpflichtet gefühlt, ihre Rü- ftungsnorbereitungen einer Revision zu unterziehen. Aufgabe der Konferenz sei es, die einzelnen Bestrebungen aufeinander abzu stimmen, Damit "man sich gegenseitig helfe und damit die Sache des Friedens gefördert werde.
Südafrika wünschte auch die Besprechung einer Reihe von Verfassungsfragen und der Fragen der Reichsluftverbindungen. Der Premierminister von Kanada, Mackenzie King, erklärte u. a., es gelte, die Bande zwischen den Demotratien zu stärken. Lyons, der Premierminister von Australien, erklärte, das Reich sei n o ch nie so einig aewesen wie jetzt. Die Erfahrung der letzten Jahre habe es jedoch bedauerlicherweise als unmöglich erwiesen, die in der Völker- bundssatzung verkörperten Ideale zu verwirklichen. Nach Ansicht der australischen Regierung müßten die Grundlagen der Außenpolitik des Britischen Weltreiches und die Lage des Völkerbundes ü b e r p r ü f t werden, um eine Formel auszuarbeiten, die zu einer einheitlichen Reichspoli ° t i k führe. Die Dominien müßten ihre große Verantwortung erkennen, die ihr unabhängiger Status mit sich bringe, und sie müßten ihre ganze Kraft ihrer eigenen nationalen Verteidigung ebenso widmen wie ihrer Aufgabe zur Sicherung des Friedens in der Welt. Australien werde insbesondere einen auf den Grundsätzen des Völkerbundes beruhenden regionalen Nichtangriffspakt im Pazifik begrüßen.
Zum Schluß der Sitzung wurden zwei Unter
ausschüsse für Die Luftfahrt und Die allgemeinen Verkehrsoerbindungen foroie für die wirtschaftlichen Fragen eingesetzt. Die Konferenz setzt ihre Arbeiten am nächsten Dienstag fort.
Die vesnevuna des pazifii
London, 15. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Ziele der Reichskonferenz werden von den Blättern besprochen. „Daily Telegraph" unterstreicht den Vorschlag des australischen Ministerpräsidenten, einen pazifischen Nichtangriffs- und Friedenspakt abzuschließen. Diese Note sei nicht nur an die betreffenden britischen Staaten Kanada und Neuseeland, sondern a u ch a n Washington, Moskau, Tokio und Nanking sowie an die übrigen Staaten mit Landbesitz im Stillen Ozean gerichtet. Die Einberufung
einer Konferenz zur Herbeiführung eines Pazifikpaktes wäre fein hoffnungsloses Unternehmen. — „Daily Mail" meldet, daß Verhandlungen für einen Nichtangriffspakt im Stillen Ozean zwischen England, den Vereinigten Staaten, Japan und Australien geplant seien. Vor. läufige Erörterungen hätten bereits ftattgefunben, aber eine Vereinbarung fei noch nicht in Sicht. Das Blatt berichtet ferner, daß eine engere Zusammenarbeit zwischen den britischen Staaten und den Vereinigten Staaten von Amerika angeftrebt werde, die in einer neuen Wirtschaftsabmachung ihren Anfang neh- men werde. Anschließend würden Besprechungen über eine Abänderung der Wirtschafts - abmachungen von Ottawa ftattfinben, besonders soweit sie sich auf die Vereinigten Staaten und die Dominien auswirken.
Für gute fiamerabfttjafl unter den Nationen
Der König dankt dem Führer.
Berlin, 14. 2HaL (DNB.) Seine Majestät königGeorghat dem Führer und Reichskanzler für die ihm zur Krönungsfeier telegraphisch ausgesprochenen Glückwünsche mit folgendem Telegramm gedankt:
„Ich danke Ihnen, Herr Reichskanzler, herzlich für Ihre gütige Glückwunschadresse anläßlich meiner Krönung, ich würdige besonders Ihre guten Dünsche für mich, mein königliches Haus und Volk, und ich teile voll und ganz Ihre Hoffnung, daß meine Regierung gekennzeichnet fein möge durch das Gedeihen des Friedens und die gute Kameradschaft unter den Rationen der Welt, ein Ziel, für das ich mich immer mit allen meinen Kräften einsehen werde. George R. I.“
Weitere Gmpfäige zu Ehren Blombergs. Teilnahme am Krönungsball.
London, 14. Mai (DNB.) Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg stattete am Freitagnachmittag dem englischen Schatzkanzler Neville Chamberlain einen Besuch ab. Die Unterredung dauerte etwa eine halbe Stunde. Zu Ehren des Reichskriegsministers gaben der Botschafter und Frau von Ribbentrop ein Frühstück, zu dem u. a. der Erzbischof von Canterbury, der englische Premierminister Baldwin und Frau, Außenminister Eden und Frau, der ständige Staatssekretär im Foreign Office, Sir Robert Dansittart und Frau, Lord Lothian,/ Lord Londonderry und Frau, Lord Derby, der Earl of Dunmore und die Gräfin of Dunmore, Lord Rothermere, Lord Kensley und Frau, Ronald Greville und Sir Sidney Clive und Frau erschienen waren. Deutscherseits nahmen Generalfeldmarschall von Blomberg, der Erbherzog von Hessen und die Großherzogin von Hessen,
Reichsleiter B o u h l e r mit Frau, Generalmajor Stumpfs, Gesandter Woermann und Le- gationssekretär Freiherr von Doernberg teil.
Zu Ehren des Reichskriegsministers veranstaltete die Anglo-German Fellowship einen Empfang im Mayfair-Hotel, zu dem sich zahlreiche Mitglieder der Anglo-German Fel« lowship sowie die Angehörigen der deutschen Kolonie in London eingefunden hatten. Der Vorsitzende Lord Mount Temple gab der Hoff- nung Ausdruck, daß das deutsch-englische Verhältnis sich immer mehr vertiefen werde. Generalfeld- marschall von Blomberg erklärte, daß Deutschland und England durch Jahrhunderte hindurch militärisch und politisch Seite an Seite gestanden hätten. Bei der Neubefestigung einer Zusammenarbeit habe die Anglo-German Fellowship wertvolle Arbeit geleistet, und er hoffe, daß ihr das auch in Zu- funft weiter möglich sein werde. — Am Abend nahm der Generalfeldmarschall mit den Leitern der anderen ausländischen Abordnungen an einem Empfang teil, den Außenminister Eden für den König und die Königin im englischen A u ß e n a m t gab. Der Reichskriegsminister, Reichsleiter Bouhler und Frau, Botschafter von Ribbentrop und Frau, sowie die gesamte deutsche
" hnung nahmen dann am Krönungsball im Buckingham-Palast teil, der die Vertreter sämtlicher 60 Völker vereinigte.
F1agqenzwisÄ>en§al1 in Palästina
Jerusalem, 14. Mai. (DNB.) Die deutsche Tempelbank in Jaffa hatte anläßlich der Krönungsfeier in London die britische und die Fahne des Deutschen Reiches gehißt. Die deutsche Fahne ist von unbekannt gebliebenen Tätern angezündet worden und verbrannte vollständig. Vermutlich sind die Täter Juden. Polizei mußte die Menge vor dem Gebäude zerstreuen und eine sogleich gehißte zweite Reichsflagge bewachen. Obwohl am Krönungstage von den Reichsdeutschen besonders reich geflaggt wurde, hat sich in ganz Palästina sonst kein weiterer Flaggenzwischenfall ereignet.
raner Staaten, die nach ihren jeweiligen Ge- etzen und Ueberlteferungen zu regieren der König in feinem Krönungseid auf das Evangelium feierlich beschworen hat.
Der Königskrönung wohnten die Ministerpräsidenten Englands und der Dominien nur als Zu- chauer bei, in Der SBeftminfterabtei hatten Geist lichkeit und Adel wie im mittelalterlichen England allein das Wort. Die gestern im Sc.-Jamespalast eröffnete Reichskonferenz rückt die eigentlichen Träger der Macht und politischen Verantwortung wieder ins Blickfeld des öffentlichen Jn- effes. Seit der letzten Reichskonferenz in der kanadischen Bundeshauptstadt Ottawa sind kaum fünf Jahre vergangen. Seitdem ist überall einerseits die Abneigung gewachsen, sich in Konflikte verwickeln zu lassen, die nur die Interessen des Mutterlandes oder eines einzelnen Reichsteils berühren, anderer- eits aber auch Die Ueberzeugung, Daß nur eine tarfe Rüstuna, zu Der alle Reichsteile beitragen, ihnen in kritischen Zeitläuften Schutz zu gewähren vermag. Australien und NeuseelanD fühlen sich von den Dominions am stärksten bedroht durch vielleicht überraschende Entwicklungen im Stillen Ozean und ind daher auch am meisten geneigt, einer starken iritischen Aufrüstung namentlich der See- und Luft- treitträfte das Wort zu reden und für ein enges Zusammengehen mit Den Vereinigten Staaten einzutreten. BalDwins und Chamberlains gewaltiges Rüftungsprogramm, Das vor allem von Der Bevölkerung Des MutterlanDes beträchtliche Opfer verlangt, ist sicher im Hinblick auf Diese in ßonDon bekannten Wünsche Der Dominien geraDe jetzt aul- gezogen worDen. Vermutlich erwartet man als Gegengabe eine größere Bereitwilligkeit Der Dominien, einmal selbst alle Kräfte für eine Verstärk fung Der Rüstungen anzuspannen und zum andern der europäischen Politik Englands auch Dann zu lefunbieren, wenn Dominieninteressen nicht berührt werden. Wie weit die britischen Staatsmänner in diesem Punkt ihre Hoffnungen erfüllt sehen werden, ist heute noch schwer zu übersehen. Es spielen hier sowohl die Verhandlungen über einen neuen Westpakt hinein, wie Englands Dölkerbundsverpstichtun- gen, ein Problem, das durch Abessinienkonflikt und Sanktionskrieg aktuell geworden ist.
Einen besonderen Raum werden auf der Londoner Reichskonferenz, wie schon in Ottawa, Die Wirtschaftsfragen einnehmen. Damals hatte das Mutterland Den Dominien weitgehenDe Zoll- reiheit namentlich für Lebensmittel und Rohstoffe gewährt, während die Dominien für britische Fertig- waren gewisse Vorzugszölle weiter herabsetzten und neue emrdumten. Die Wirtschaftsstatistik zeigt, daß die e Abmachungen in den fast fünf Jahren ihres Bestehens den Warenaustausch zwischen den Glie- Dern Des britischen Weltreiches gewaltig belebt und Die übrigen Länder aus dem Verkehr mit dem Britischen Reich entsprechend herausgedrängt haben. Während 1931 die britische Einfuhr aus den Do- nunien und Indien nur 19,4 o. H. ausmachte gegen 71,3 v. H. aus den nicht britischen Ländern Der Erde,
war diese Ziffer 1936 auf 29,2 gestiegen, während die Einfuhr aus den nichtbritischen Ländern nur noch 56,2 v. H. betrug. Indessen hat man in England eine Gefahr dann zu sehen begonnen, in der Nahrungsmittelversorgung auf die Zufuhr aus den fernen Dominien angewiesen zu sein, deren Etappenlinie im Kriegsfall selbst von einem an sich schwächeren Gegner empfindlich gestört werden könnte. Man sucht daher engere Verbindung mit näher gelegenen landwirtschaftlichen Produktionsländern, wie Skandinavien, wobei die den Dominien gewährten Zollvergünstigungen im Wege stehen. Andererseits haben die Dominien begonnen, sich eigene Industrien aufzubauen, denen natürlich die Vorzugszölle für Fertigwaren des Mutterlandes unbequem find. Hier wird es also sehr erhebliche Schwierigkeiten zu überbrücken geben, vermutlich wird man Den Ausweg in einer größeren wirt- schafts- und zollpolitischen Entschlußfreiheit Der Reichsteile suchen, womit man ja auch Den neuen allgemeinen Bemühungen um einen Abbau Der internationalen HanDelsschranken entgegenkommen würde. So wird das Ergebnis der britischen Reichskonferenz auch für Die nichtbritische Welt politisch wie wirtschaftlich von erheblicher BeDeutung fein. Die Londoner Verhandlungen verdienen also unsere volle Aufmerksamkeit. Fr. W. L.
Das dänische Köniasiubiläuni.
Kopenhagen im Festschmnck.
Kopenhagen, 14. Mai. (DNB.) Festlich geschmückt erwartet Kopenhagen Das Jubiläum König Christians X., Der vor 25 Jahren Die Negierung antrat. Weißrote Fahnen wehen von taufenD Masten und aus allen Fenstern und Ge- rpinde aus Buchenlaub und Tannengrün verbinden Haus mit Haus. In Roskilde weilte am Frei- tagnachmittag Der König mit seinem Bruder, Dem König Haakon von Norwegen, um vor Beginn Der Jubiläumsfeier an Den Gräbern ihrer Großeltern und Eltern, Der Könige Christian IX. und Friedrich VIII. Kränze niederzulegen. Auch König Gustav von Schweden, Der Groß- Herzog unD die Großherzogin von Mecklenburg, Die Prinzen Georg und Christophorus von Griechen- land und alle übrigen Gäste, die als Verwandte und Freunde zu diesem Fest des dänischen Hofes ge» laden sind, find in Kopenhagen eingetroffen.
♦
Der Führer und Reichskanzler hat Seiner Majestät dem König von Dänemark zum 25jährigen Regierungsjubiläum drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.
Der britische Zerstörer „Hunter" auf eine Treibmine gelaufen.
Die britische Admiralität entlarvt rechtzeitig antideutsche Äreuelhehe.
London, 14. Wal. (DRB.) Wie die englische Admirallläl milleill, Hal die vorläufige Untersuchung ergeben, daß Der britische Zerstörer „Hunter- aus eine Treibmine gelaufen ist. Damit sind die lügenhaften Tendenz Meldungen aus Valencia, daß es sich um einen „Torpedoschuh- gehandelt haben könnte, endgültig widerlegt. „Hunter- wird von anderen Zerstörern nach Gibraltar abgeschleppt, nachdem die Schäden an der Schiffshülle vorläufig ausgebessert worden sind. Bei der Untersuchung durch Taucher wurde festgestellt, dah die Explosion zwei Löcher in die Panzerplatten des Zerstörers gerissen hat. Auch Reuter gibt jetzt zu, dah die Explosion durch eine Treibmine verursacht wurde. Drei Todesopfer sind gestern auf dem britischen Friedhof in Almeria beigesehl worden. Die Leichen der fünf anderen konnten bisher
aus den Trümmern des zerstörten Maschinen- raumes noch nicht geborgen werden.
Savas gibt sich zur Verbreitung von Lüsen her.
Berlin, 14. Mai. (DNB.) Die französische Nach» richtenagentur Haoas veröffentlichte eine aus Almeria übermittelte Nachricht über eine angebliche Torpedierung Des Zerstörers Durch e i n Deutsches TorpeDoboot. Das Havas-Büro bemerkte Dazu, Daß es Diese Nachricht „mit allem Vorbehalt" roiebergebe. Aber trotz Dieses Vorbehalts mürbe bie Melbung, um ihr boch eine möglichst große Wirkung zu verschaffen, mit Vorrang vor anderen in Der Welt verbreitet. Die Nachricht lautet: „Nach einer weniger autorisierten Version ist das Schiff auf eine Mine gelaufen, als es beit Küstenüberwachungsdienst Durchführte. In weit mehr Kreisen nimmt man als wahre Ursache Des Unglücks an, Daß Das Kriegsschiff torpeDiert wurde, und zwar von einem deutschen Torpedoboot. Wir können diese Version insofern be-
ii>'*
Rp* te
inrWe L «rtfereiiw ’ iifj/lätr W.
kfton S--
pW" J bllüngeln'"^ .inieip1"68; anpas Io IP' lliif mori>en i Ei >uMen feer. M-m «° itonltruieren, i fe Sas m« feen wicknli fe mre? S« Mi Seid) W al tto IN1*™ Ifepitt! »I BNiidN „jsbfer Preffch p ziehen versteht.
Seich in £oi
He größte Zei yrOeinKoiW ®ar|d)au, 14 iw gewribepolizi ’Driuferei de- Strchgesührt, die di lUije Begründung B'jng unb Der l#5 Verlages und Jrein Press iSen Volksgruppe unlafete. Durch di Hn außer der ■ Mi deutsche Wo uatsschristen bett Die „Lodzer Frc verholt dem eimngeüldjen Sin S'gen bie Seftre. Jrfy, bes @em Stellung genomme, w unlängst eine ' sch zu einem < ; >!Beut|d)tu 'M ihrer Stellu vit,Lodzer Fre ®'No(t von bei ® iitn.
Ne Tewerbepoli Mi worden, ur HGllMS, stillzu i!?iu Zerstören, gerade j . 5n angenornm - >7^ übrig lass
Deutschen !? MM. Mit Metommen- u M -en Test ? ? deutschklch ■Mert.
»ta be
‘‘te?
■nun xf15 ln d SPvs
"Vrns 1
Un8at'W'tlta *at qlei?n Tt : JinOerheVle red ^rchgAn Qll| nohse, k'e il»" """be» «PL-»»« ÜÄ y°cht. K. Nicht l
Ät und WZ


