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DasMeilgegendieMelforfcher

Lpd. Frankfurt a. M., 14. April. Das San­der g e r i ch t fällte am Mittwoch das Urteil gegen die 36 angeklagten Bibelforscher. Von den Beschuldigten wurden 12 freigesprochen, dar­unter der des Amtsvergehens angeklagte Bürger­meister von Steinperf. Die übrigen Angeklagten wurden wegen Vergehens gegen die §§ 1 und 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat von 28. 2.1933 in Verbindung mit der Anordnung des preußischen Ministers des Innern vom 24. 6.1933, betreffend das Verbot der Bibelforscher, zu Gefängnisstrafen verurteilt, und zwar zwei Angeklagte zu je 2 Monaten, zehn An­geklagte zu je 3 Monaten, zwei Angeklagte zu je 4 Monaten, zwei Angeklagte zu je 5 Monaten, sechs Angeklagte zu je 7 Monaten, ein Angeklagter zu 1 Jahr und ein Angeklagter zu IV2 Jahren Gefäng­nis. Das Gericht rechnete den Angeklagten die Un­tersuchungshaft an, so daß bei einem Teil die Strafe als verbüßt gilt. Eine Anzahl Haftbefehle wurde au,gehoben.

In der Urteilsbegründung wurde u. a. gesagt, daß alle Angeklagten das Verbot gekannt haben und daß sie teils an Zusammenkünften teilnahmen, die geheim und daher illegal waren. Die Angeklagten beteiligten sich auch an der Verbreitung illegaler Druckschriften oder nahmen solche entgegen. Die Strafe von IV2 Jahren Gefängnis wurde dem 28jährigen Otto Becker aus Steinperf zuerkannt, der in der letzten Zeit Organisator in Steinperf war. Bei ihm liefen alle Fäden zusammen; er hatte sich ohne Bedenken mit gänzlich unbekannten Leuten zusammengetan, illegales Material ent­gegengenommen und in der Scheune eines anderen Bibelforschers versteckt.

Der Bürgermeister von Steinperf wurde auf Grund erwiesener Unschuld freige­

sprochen. Es ließ sich feststellen, daß er alles getan hat, was in seiner Macht stand, um die Tä­tigkeit der Bibelforscher zu verhindern. Er habe in Wahllisten eine Aenderung vorgenommen, aber diese Aendepung erfüllte nicht den Tatbestand des 8 48 StGB., weil die Beweiskraft dieser Urkunde durch die Aenderung in keiner Weise beeinträchtigt wurde. Wenn er eine solche Aenderung vornahm, so habe er sich offensichtlich zu den Eintragungen berechtigt gehalten.

Der Limburger Dom bedroht.

Notwendige Erhaltungsarbeiten.

Lpd. Limburg, 12. April. Der siebenhundert­jährige Felsendom über der Lahn bei Limburg, der im vergangenen Jahre im Innern vollständig erneuert wurde, ist in seinem äußeren Bestände bedroht. Die Basalt­blöcke und Kalksteine, die schon im 13. Jahrhundert aus den heimatlichen Steinbrüchen an der Lahn und im Westerwald gewonnen wurden, sind brüchig geworden. Schon vor Jahren mußte der Vierungs- turm an einigen Stellen ausgebessert werden. Nun sind die Verfallserscheinungen so weit vorgeschritten, daß ganze Stücke aus dem Bau herausfielen und der Stein schon bei leichter Berührung an einigen Stellen m Sand zerfiel. Da war es Zeit, dem wei­teren Verfall energisch Einhalt zu gebieten, wenn das einzigartige Bauwerk erhalten werden sollte.

Nach eingehender Prüfung wird nun unter Lei­tung des Staatlichen Hochbauamtes eine gründliche Erneuerung des Domäußeren durchgeführt. Der vordere linke Turm ist bereits völlig mit einem Ge­rüst umgeben, die Arbeiten haben schon begonnen. Brüchige Steine werden ersetzt oder so ausgebessert, daß sie weiterhin der Witterung standhalten kön­nen. So wird Stein für Stein untersucht und auf seine Festigkeit geprüft und wo es sich als not­wendig erweist, durch einen neuen ersetzt.

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eine pelzartige Oberfläche besitzt. Man unterscheidet außer einfar­bigem farbig gemusterten und gepreßtem Samr und Waschsamt. Um Druckstellen zu beseitigen, wird der Samt gedämpft, nicht gebügelt. Das Plätteisen wird ausgestellt^ und man zieht die linke Stosfseite schnell über das Eisen hinweg. Kleinere Flecke entfernt man mit Alkohol, sonst nur chemische Reinigung. Bunter Samt kann mit Gallseife gewa­schen werden, Waschsamt mit lau­warmem Seifenwasser. Nach dem Trocknen wird der Samt gebür­stet und gedämpft.

Samtbänder reinigt man, indem man sie straff aufspannt und mit Benzin abreibt.

Sanatorium ist eine Heilanstalt, in der Leute, die nicht so krank sind, daß sie Krankenhausbehand­lung brauchen, aber auch nicht so gesund sind, daß für sie ein ein­facher Erholungsurlaub ohne ärztliche Überwachung genügen würde, Genesung von ihren Lei­den finden können. Sanatorien gibt es für alle Arten von Lei­den. Besonders bekannt sind die Sanatorien für Lungenkrankhei­len, dann gibt es Sanatorien für Nervenleidende, für Magen- und Darmkranke usw. Sanatorien sind durchaus nicht eine Angele­genheit für Leute mit dickem Geldbeutel. Die Krankenkassen, die Landesversicherungsanstalten, die Reichsversicherungsanstalt u. oft auch gewisse Berufsverbände sind im Besitze von Sanatorien, in die sie ihre bedürftigen Mit­glieder verschicken.

Sand, verwittertes kleinkörniges Gestein verschiedenen Ursprungs. Zum Scheuern ist feingesiebter Scheuersand käuflich, wenn man keinen Sand zur Hand hat, kann man sich in vielen Fällen mit Asche helfen.

Sandalen mit Lederriemen am Fuß befestigte Leder- oder Holz­sohlen, ohne oder mit ganz fla­chem Absatz.

Sandaletten, eine Art Halbschuh mit niedrigem Absatz und geteil­tem Oberleder.

Sandbäder sind eine besondere Art der Wärmeanwendung. Der ganze Körper oder Körperteile werden in ganz feinen, von der Sonne oder künstlich erwärm­ten Sand gesteckt und etwa eine Stunde darin gelassen. Die Sand­bäder haben vor allem die gute Eigenschaft, daß sie schweißtrei­bend wirken und zugleich den Schweiß auch wieder wegsaugen. Gerne gebraucht bei Eicht, Neur­algie, Rheumatismus.

Sandelholz, rotes oder gelbes indisches Holz, aus dem Möbel gearbeitet werden und dessen Farbstoff zum Färben von Mö­belholz und Zahnpulver dient. Das gelbe Sandelholz wird auch als Räucherholz verwendet.

Sandpapier, Schleifpapier, auf das Quarzsand oder Elasschrot aufgeklebt sind. Sandpapier ist in gröberen und feineren Sorten erhältlich.

Sanduhrmagen, ein Ausdruck in der Röntgendiagnostik für eine bestimmte im Röntgenbild sicht­bare Magenform, die infolge einer ringförmigen Einschnürung tatsächlich den bekannten Sand-

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Ein seltsamer Zufall wollte es, daß nicht nur der Dom, sondern auch der Felsen, auf dem er steht, so starke Verfallserscheinungen zeigte, daß auch am Domfelsen Ausbesserungsarbeiten erforderlich wur­den, die bereits beendet sind.

Kind im Bett verbrannt.

LPD. Darmstadt, 12. April. Im Stadtteil A r h e i l g e n hatte eine Frau ihr in einem Zim­mer weilendes 2^ jähriges Kind versorgt und war dann ihrer Hausarbeit nachgegangen. Als sich Brandgeruch bemerkbar machte, sah sie in der Woh­nung nach und fand das Bettchen ihres jüngstenKindes in Flammen. Wahrschein­lich hatte das Kind vom Nachttisch Streichhölzer ge­nommen und damit gespielt. Das Kind erlitt so schwere Brandwunden, daß es im Darmstädter Krankenhaus v e r st a r b.

Schwerer DerkehrSmifall in Mainz.

Lpd. Mainz, 12. April. Am Samstagabend ereignete sich auf der Saarstraße unweit des Bahn­überganges MainzAlzey ein schwerer Verkehrs­unfall. Ein Lastkraftwagen mit Anhän­ge r, der in Richtung Mainz fuhr, stieß mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Fern- lastzug zusammen. Hierbei wurde ein Kraft­radfahrer, der eine zweite Person auf dem So­ziussitz mit sich führte und der hinter dem Fern­lastzug herfuhr, überfahren und in den Straßen­graben geschleudert. Der Kraftradfahrer, sowie der Soziusfahrer wurden schwer verletzt. Der Kraftrad­fahrer starb bei der Einlieferung ins Städtische Krankenhaus. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Todessprung aus dem fahrenden Zug.

LPD. Gau-Algesheim, 13. April- Der Eisenbahnbedienstete Ambrosius H e m k e p p l e r

aus Gau-Algesheim, der in Mainz Besorgungen gemacht hatte, sprang auf der Rückfahrt im Bahn! Hof Ingelheim, wahrscheinlich in der irrigen Annahme, feinen Heimatbahnhof Gau-Algesheini überfahren zu haben, aus dem fahrenden Zug. Er fiel unter die Räder, wobei ihm ein Bein abgefahren wurde. Der Verunglückte wurde den,- Krankenhaus zugeführt. Dort ist er seinen Der letzungen erlegen.

Wieder ruft der Landdienst!

Reue Einberufungstermine im Gebiet Hessen-Nassau.

NSG. Alle Anmeldungen, die bis zum 1. April auf der Landdienstinspektion West vorlagen, siiff berücksichtigt worden. Es wurden Einberufungen für 20 Transporte in der Zeit vom 1. bis 10. April nach den Gebieten Hessen-Nassau, Westfalen, Kur­hessen, Niedersachsen, Nordsee, Württemberg, Mittel­elbe, Mittelland, Thüringen, Mecklenburg, Pommern und Kurmark vorgenommen. Weitere größer, Transporte in die vorgenannten Gebiete sind für den 16., 23. und 30. April in Vorbereitung.

Jungens und Mädels, tretet ein in diesen Ehren­dienst der Nation! Im Landdienst findet ihr di, beste Einsatzmöglichkeit und habt Gelegenheit, euch für einen künftigen gefunden Beruf vorzubereiten.

Jeder junge Deutsche von 14 bis 25 Jahren kann sich sofort melden. Innerhalb von 14 Tagen erfolgj die Einberufung. Anmeldungen werden von allen Dienststellen der HI. und des BDM. und bei den Arbeitsämtern angenommen.

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Gießen (Am Nahrungsberg 70), den 13. April 1937

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Donnerstag, den 13. April 1937, abends 8.30 Uhr

Vortragsabend der Ortsgr. Gießen des VDA.

in der Aula des Gymnasiums

Die baltische Dichterin Mia Munier-Woblewska spricht über Schicksal deutscher Geschlechter im Baltikum Eintritt frei!

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