Darmstadt, in dem eine stark besuchte Stellenvermittlung (bis Ende 1936), Beratung jeglicher Art, Unterkunftszimmer, Mädchenvereinigungen, Haushaltsschule und die Geschäftsstelle des Hessischen Landesverbandes Platz finden konnten. Krankenhaus- und Erholungsfürsorge sind bemüht, in Tagen der Not der weiblichen Jugend behilflich zu sein. Auch Bahnhofsmission und Auswandererberatung liegen in Hessen in Händen des Freundinnenvereins. Der Verband ist der Inneren Mission und dem Deutschen Evangelischen Frauenwerk der Landeskirche Nassau-Hessen angeschlossen und steht in ständiger Zusammenarbeit mit staatlichen und städtischen Behörden und mit vielen anderen Organisationen. Aus Anlaß seiner 60jährigen gemeinnützigen Tätigkeit zum Wohle der weiblichen Jugend hat die Evangelische Kirchenbehörde dem hessischen Landesverband der Freundinnen junger Mädchen den Ertrag der Kirchenkollekte am Sonntag, 18. April (Sonntag Jubilate), zum Besten seiner Arbeitsgebiete zugesagt. Durch seine vielseitigen sozialen Arbeitsgebiete und seine jugendpflegerischen Aufoaben ist der Verband-berufen, auch zu seinem bescheidenen Teil an dem großen Aufbauwerk unseres Vaterlandes mitzuwirken.
Brandstiftung auf einem englischen Dampfer?
Auf dem englischen Dampfer „Montreal City" brach aus zunächst ungeklärter Ursache Feuer aus, als das Schiff im Dock von Bristol seine Ladung löschte. Die Polizei hat eine Untersuchung ein- aeleitet, da Sabotage vermutet wird. Im Vorschiff war der Boden mit Paraffin und Farbe be
gossen worden, so daß das Feuer sich rasch ausbreiten konnte. Der Brand konnte noch rechtzeitig gelöscht werden, bevor er die aus Oel bestehende Ladung erreichte.
Schwere lleberschwemmungen in der Südflowakei.
Infolge der in den letzten Tagen über der Südslowakei niedergehenden Regenfälle sind die Waag, die Neutra und einige Nebenflüsse wiederum aus den Ufern getreten und haben riesigen Sachschaden angerichtet. In Neuhäusl wurde das „Bulgarische Viertel" vollkommen unter Wasser gesetzt, ferner ist eine Reihe kleinerer Gemeinden von Zigard, Farkazü, Neded und Dizkelete arg in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Bewohner sind obdachlos geworden und mußten vielfach in Viehställen und höhergelegenen Holzhütten Zuflucht suchen. Besonders schwer treffen die Schäden dieses Unwetters die Landwirte der Umgebung, da schon einmal in diesem Jahr große Ueberschwemmungen über das Land gegangen sind. Der Schaden beträgt nach den bisher vorliegenden Schätzungen einige Millionen Tschechenkronen.
Zehn Opfer der Donau.
In Nordserbien tobt seit zwei Tagen ein ungewöhnlich heftiger Sturm. Bei dem hohen Wellengang der Donau ertranken in der Umgebung von Belgrad fünf Bauern und fünf Schiffer bei dem Versuch, den Strom zu überqueren. Außerdem werden zwölf Mann der Besatzung eines Donaubaggers, die int Sturm bei Semlin übersetzen woll- I ten, vermißt.
Er schmerzt nur bei recht vorgeschrittenem Geschwür oder in den späteren Stadien des Krebses, während er sich mit Vorliebe als Sündenbock für andere Leiden hergibt. Ein Arzt hat kürzlich errechnet, daß 30 v. H. aller „Magenschmerzen" in Wirtklichkert auf Entzündung oder Reizung des Blinddarms zurückzuführen find. Auch Gallensteinleiden werden sehr oft auf den Magen bezogen. Sogar beginnende Lungentuberkulose kann in den ersten Stadien Beschwerden in der Magengegend verursachen. Aber das sind seltene Ausnahmen, und nichts wäre falscher, als glauben zu wollen, bei Magenschmerz müßte nun gleich eine Tuberkulose im Anzug fein! Es ist ja überhaupt eine seltsame Einrichtung des Körpers, daß seine inneren Organe nicht oder nur sehr beschränkt der Schmerzempfindung zugänglich sind und uns meist nur indirekt durch andere Schmerzen und Anzeichen zu verstehen geben, daß bei ihnen etwas nicht in Ordnung ist. Es ist ja bekannt, daß Erkrankungen wie die Tuberkulose der Lungen und anderer Organe oder auch der Krebse wenigstens in der ersten Zeit und meist auch später kaum ernstliche Schmerzen verursachen, obgleich doch große Gebiete der betreffenden Organe von der Krankheit angegriffen sind.
Auch das Herz schmerzt bei vielen Herzleiden nicht. Nur Atemnot, dicke Beine usw. zeigen an, daß der Herzmuskel oder die Herzklappen erkrankt sind. Sogenannte Herzschmerzen sind fast immer nervöse Erscheinungen und beruhen sehr oft auf bloßer Einbildung. Besonders wer darüber nach- grübelt, ob sein Herz nicht doch vielleicht irgendwie erkrankt fei, empfindet nur gar zu leicht Schmerzen in der Herzgegend, die nur eingebildet sind und jeder Ursache entbehren. Lediglich bei ganz schweren Entartungen des Herzmuskels tritt ein echter Schmerz auf. Auch bei der gefürchteten „angina pectoris“, einer leider recht häufigen und schmerzhaften Erkrankung der Kranzgefäße des Herzens wird zunächst der Schmerz in der Schulter und im Arm empfunden, ehe das Alpdrücken und die Beklemmungsgefühle in der Herzgegend einsetzen.
Die meisten Nierenschmerzen beruhen ebenfalls auf Täuschung. Die Niere selbst ist recht unempfindlich, nur Steinleiden und Krebs schmerzen hier. Meist liegt die Ursache der Nierenschmerzen in Unterleibsleiden, besonders bei der Frau, und vielfach ist ein vom Blinddarm ausgelöster Schmerz schwer von einem Steinleiden zu unterscheiden. Der Blinddarm schafft wohl überhaupt auf diesem Gebiet die meisten Unklarheiten. Spulwürmer können recht oft, namentlich bei Kindern, wenn gar noch Brechreiz dazu kommt, eine Blindarmentzündung vortäuschen. Die Schmerzen eines entzündeten Blinddarms können in die Magengegend, in die Lebergegend und noch mannigfach weiter projiziert" werden.
Die Lunge ist mit Ausnahme des Rippenfells überhaupt schmerzunempfindlich. Die sogenannten „Lungenstiche" beruhen meist auf Zerrungen und Dehnungen in den langen Rückenmuskeln. Besonders Menschen, die viel in gebückter Haltung arbeiten müssen, werden davon heimgesucht, ohne daß ein ernstliches Leiden vorhanden wäre.
Bei Kindern ist die Fähigkeit, Schmerzen richtig zu empfinden und anzugeben, noch weit schwächer als bei Erwachsenen ausgebildet. Bei fast jeder Erkrankung verspüren sie „Leibweh", sogar bei Mandelentzündung oder Mittelohrerkrankung zeigen sie
Schmerzen, die uns täuschen.
Ein wichtiges Kapitel moderner Heilkunde.
Von Dr. meb. I. pehold.
* Das Verhältnis des Schmerzes zur Krankheit unterliegt manchmal recht seltsamen Irrtümern. Wenn man körperlichen Schmerz empfindet, glaubt man natürlich den Schaden an der Stelle suchen zu müssen, von welcher er ausstrahlt. Doch oft täuschen uns dabei die Nerven, der Krankheitsherd kann an einer ganz anderen Stelle liegen, als uns die Art der Schmerzen anzuzeigen scheint. Oft kündigt der Schmerz an, daß ein krankhafter Prozeß im Körper beginnt, oft ist er aber auch der Vorbote der Heilung. Verschieden können von gleichen Schmerzempfindungen begleitete Krankheiten sein, verschieden ist die Schmerzempfindlichkeit der Organe, anders werden Schmerzen auf der Hautoberfläche empfunden als im Innern des Köpers. Wenn wir Schmerzen an Stellen fühlen, die gar nicht erkrankt sind, dann spricht der Arzt vom sogenannten „P r o j e k t i o n s s ch m e r z" — und oft mag sich der geplagte Patient wundern, wenn sein Arzt etwa bei gewissen Magenschmerzen nicht dieses Organ als Störenfried unter die Lupe nimmt, sondern vielleicht die Nieren oder den Blinddarm als Ursache der Schmerzen feststellt. Häufiger als wir im allgemeinen glauben, sind solche Fälle, in denen der Körper den Patienten und manchmal auch den Arzt derartig narrt. Besonders der große Arzt H e a d hat Klarheit und System in diese Art der typischen Schmerztäuschungen gebracht, weshalb
besonders charakteristische Zonen derartiger „projizierter" Schmerzen als „Headsche Zonen" bezeichnet werden.
Ganze Lehrbücher befassen sich heute mit diesen Schmerztäuschungen und seltsam genug- sind viele solche Fälle, so daß der Arzt all seine Erfahrung und sein Können benötigt, um nicht auch ein Opfer von Täuschungen dieser Art zu werden. Aber nicht der Körper selbst täuscht uns bei der Empfindung des Schmerzes, oft gibt auch der Patient die Art und den Ort des Schmerzes dem Arzt — wenn auch unbewußt — völlig falsch an. Jeder Arzt macht fast täglich die Beobachtung, daß sehr viele der ihn besuchenden Kranken bei ihrer Schilderung des Leidens nicht nur die Stellen des Schmerzes unrichtig angeben, sondern sogar die Körperteile falsch benennen. Sehr häufig sagt beispielsweise der Patient, er hätte Schmerzen im Magen, während, sie sich beim näheren Befragen als solche des Bauches Herausstellen. Fuß und Bein, Hand und Arm werden sehr, sehr oft verwechselt. Von hysterischen Personen, die sich gar nicht bestehende Schmerzen suggerieren, und mit deren falschen Angaben — an die sie schließlich selbst glauben — der Arzt sich oft genug auseinandersetzen muß, soll hier gar nicht die Rede sein, die vielfältigen Möglichkeiten echter Fälle dieser^Art sind häufig genug.
Ein besonders arger Betrüger ist der Magen.
auf den Leib und schreien auf, wenn man sie am Leib und besonders, in der Blinddarmgegend berührt. Deswegen ist es eine alte Regel, einem Kinde, das über Leibweh klagt, zunächst in den Hals zu sehen, dann aber auch die Ohren und Zähne zu untersuchen.
Büchertisch.
— „Dem Dichter Carl Friedrich Wiegand zu seinem 60. Geburtstage am 29. Januar 1937 gewidmet", erschien eine kleine Schrift im Verlage Strecker & Schröder, Stuttgart, die außer einer „Skizze meines Lebens" von Wiegand eine Würdigung feines Werkes durch Professor Dr. Robert Faesi, Universität Zürich, Bilder und Pressestimmen vereinigt. — Von Wiegang erschien vor kurzem em neuer großer Roman „Das Gespensterdorf", der früher an dieser Stelle angezeigt wurde.
— Curt ßangenbetf: Ser getreue Johannes. Eine Dichtung für die Bühne. (Die kleine Bücherei, Nr. 73.) Geb. 80 Pf. Alb. Sangern Georg Müller, München, 1937. — (12) — Als Sinnbild der Treue und des Opfers für den geliebten Herrn hat das alte deutsche Märchen, wie wir es aus der Sammlung der Brüder Grimm kennen und lieben, den jungen Dramatiker zur Gestaltung für die Bühne gereizt. Langenbeck läßt aus dem Märchen eine Handlung erwachsen, die über Unordnung, Unrecht und Trennung am Ende hinführt zu Einsicht und verläßlicher Liebe, gekrönt durch das Opfer des getreuen Johannes.
Wetterbericht
des Relchswellerbiensles. Ausgabeort Frankfurt.
Mit der Verlagerung der Störungstätigkeit nach Deutschland hat sich auch bei uns seit Mittwoch Regentätigkeit eingestellt, die teilweise gewittriger Natur war und recht erhebliche Mengen lieferte. Von Westen her wird sich zunächst in einem Zwischenhoch Beruhigung einftellen, die aber nur vorübergehend bleiben dürfte.
Aussichten für Freitag: Anfänglich noch unbeständig und zu Niederschlägen geneigt, dann aufkommende Besserung, veränderliche Winde.
Aussichten für Samstag: Unbeständigkeit wieder zunehmend, tagsüber recht mild.
Lufttemperaturen am 14. April: mittags 14 Grad Celsius, abends 11,4 Grad; am 15. April: morgens 11,2 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum heute nacht 10 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. April: abends 11,9 Grad; am 15. April: morgens 10,6 Grad. — Niederschläge 3,2 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bildert Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr '
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.
Warzen HerroderOame
GIESSEN und UMGEBUNG kauft zur neuen Lotterie seine
KLASSENLOSE
bei den Gießener Staatlichen Lotterieeinnahmen
Gießen, den 15. April 1937.
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