Günstige Aufnahme in der belgischen Preise
LondonfürdenMchieinmischungsausschuß
Tanganyika (ehemals Deutsch-Ostafrika):
*
Kam
Gegenüber dem neuen Skandal in Prag, dessen für Deutschland beleidigender Inhalt bereits einen Vorläufer in einem ähnlichen Zwischenfall von 1935 hat, ist vor allem festzustellen, daß d i e tschechische Regierung sich in gewisser Weise
Tage. Und der Sturm wird nicht auf den Sitzungssaal beschränkt bleiben, sondern seine Fortsetzung draußen im Lande finden, wo man täglich allen möglichen tschechischen Schikanen ausgesetzt ist. Diese Schnarren werden sich, wie wir die Tschechen kennen, verstärken, sie werden sich in ihrer verstärkten Form nicht auf die Slowaken beschränken, sondern auch auf die anderen Minderheiten ausdehnen, was man dann eine ganz kluge Staatspolitik nennt.
Tschechen hat er sich nicht herangewagt. Natürlich werden die Slowaken mit ihrem Antrag kein Glück haben. Denn die Prager Regierung wird schon dafür sorgen, daß er sein Ziel nicht erreicht. Wichtiger ist indessen, daß die Slowaken wieder vorstoßen und den Tschechen unbequem zu werden beginnen. Bei der von Prag geübten Minderheitenpolitik allerdings kein Wunder. Die Herbstsession des tschechischen Parlaments verspricht also recht stürmische
Tschechischer Minister eröffnet deutschfeindliche Kunstausstellung in Prag
Brüssel, 13. Okt. (DNB.) Die ersten Kommentare der belgischen Presse erwecken den Eindruck, daß die deutsche Erklärung von der öffentlichen Meinung in Belgien äußer st günstig ausgenommen worden ist. „Libre B e l g i q u e" schreibt, die deutsche Erklärung sei geeignet, die Stellung Belgiens in bemerkenswerter Weise zu festigen. Die belgische Unabhängigkeitspolitik habe durch diese Erklärung Deutschlands ihre endgültige Weihe erhalten. Vor einiger Zeit schon hätten sich Frankreich und Großbritannien vor den neuen Auffassungen der belgischen Außenpolitik verneigt. Vor einigen Tagen hätten die kleinen und mittleren Staaten in Genf der belgischen Unabhängigkeitspolitik ihre Anerkennung gezollt, indem sie Belgien in triumphaler Weise in den Völkerbundsrat gewählt hätten. Der Kreis schließe sich nunmehr durch die Zustimmung Deutschlands. — Die Wirtschafts- und Börsenzeitung „L ' E ch o de la Bourse" schreibt, die deutsche Erklärung sei geeignet, die Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland zu verbessern. Sie stelle darüber hinaus einen Faktor der Befriedung von großer Tragweite dar. Sie könne der Ausgangspunkt für neue Besprechungen zwischen den Mächten bilden, denen die Wiederherstellung der Sicherheit in Westeuropa am Herzen liege.
Maßlos gehässig ist das Urteil ber reaktionären nationalistischen Zeitung „Nation B e l g e", die sich in ihrem krankhaften Haß gegen Deutschland zu der Behauptung versteift, für Belgien gebe es nur eine Friedenssicherung, und diese bestehe in einem zerstückelten, schwachen, in sich zerrissenen Deutsch-
polnische personal-pfarreien in Danzig.
Danzig protestiert gegen Verletzung seiner Patronatsrechte.
Danzig, 13. Okt. (DNB.) Am Sonntag ist i n zwei Danziger Kirchen, die von Polen gebaut sind und mit polnischen Geldern unterhalten werden, von der Kanzel verkündet worden, daß sie die Rechts st ellung von polnischen Personal - Pfarreien erhalten haben. — Damit sind diese Kirchen aus dem organisatorischen Zusammenhang der örtlichen Pfarreinteilung des Danziger Bistums gerissen. Denn polnische Pfarrer, die mit dem Danziger Senat keinerlei rechtliche Beziehungen haben, sondern Privatleute sind, erhalten die volle Selbständigkeit für alle plarr- amtlichen Angelegenheiten. Bisher waren die durch die polnische Initiative entstandenen Kirchen nur für diejenigen polnischen Staatsangehörigen zuständig, die sich von selbst ihrer Seelsorge unterstellten. Nach der vom Papst genehmigten Einrichtung von Personal-Pfarreien würden polnische Pfarrer in Danzig aber die Möglichkeit habem sich in der gesamten katholischen Bevölkerung zu betätigen. Da die in Danzig lebenden polnischen Pfarrer in den politischen Organisationen eine führende S te l l u n g einnehmen, ist zu befürchten, daß sie innerhalb der katholischen Bevölkerung in Danzig Polonisierungsarbeit betreiben.
Der Präsident des Senats hatte a n den V a t i k a n ein Telegramm gerichtet, in dem er schärften Protest gegen diese Maßnahme einlegte und bat. sofort dem Bischof von Danzig Anweisung zu geben, die Personal-Pkarreien wieder aufzuheben. In einer Unterredung zwischen dem Präsidenten Greiser und dem Bischof von Danzig, Graf O'Rourke, wurde die vorläufige Aufhebung der beiden polnischen Personal-Pfarreien 'durch den Bischof von Danzig z u g e s a g t. Der Bischof hat ein Schreiben an die beiden, von dieser Entscheidung betroffenen polnischen Pfarrer in Danzig gesandt, in dem er ihnen Mitteilung davon macht, daß der Senat der Freien Stadt Danzig in Rom V r o t e st gegen die Dekrete der Errichtung der Personal-Pfarreien eingelegt habe, wodurch die Wirkung der Dekrete bis auf Weiteres suspendiert werde.
Oie Slowaken stoßen vor.
Wenn auch der Name des slowakischen Volkes im Namen des tschechischen Nationalitätenstaates verankert ist, so bedeutet das noch längst nicht, daß die Slowaken die gleichen Rechte wie das tschechische „Staatsvolk" besitzen. Sie waren seinerzeit nur gut genug, sich in eine Verschwörung gegen die Doppelmonarchie einzulassen, sie glaubten auch daran, daß der in Pittsburgh (USA.) während des Weltkrieges mit ihnen abaeschlossene Vertrag nach Zerstörung der Habsburg-Monachrie erfüllt werden würde. Statt dessen setzte sofort ein scharfer Kampf gegen die Slowaken ein, der bis heute nicht nach- hat. Vor zwanzig Jahren ist nun der tschechische Nationalitätenstaat gegründet worden, Grund genug für die Slowaken, sich mit alten Versprechungen und ihrer Nichterfüllung zu beschäftigen. Das ist jetzt im „Slowak". dem Organ des Slowakenführers Hlinka, geschehen. Hlinka hat den Tschechen eine historische Vorlesung gehalten, hat aber gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, daß die Slowaken zum Zeichen ihres nicht gebrochenen Kampfeswillens im Parlament einen neuen Antrag zur Herstellung der politischen Autonomie der Slowakei stellen werden. Zwar hat der Zensor in dieser Nummer des „Slowak" wild gewütet, aber an das Kernstück der Abrechnung mit den
7. März 1936, durch das Deutschland aus den bekannten Gründen das Locarno-Abkommen aus- kündigte und zugleich die W ' e d e r h e r st e l l u n g seiner vollen Souveränität über das Rheinland mitteilte. Das Memorandum schlug u. a. beiderseitige entmilitarisierte Zonen und NichtangriffspaktegegenüberFrank- reich und Belgien auf die Dauer von 25Jahren sowie einen Luftpakt vor. Deutschland kam also schon damals als erstes Land den wiederholt geäußerten belgischen Wünschen nach außenpolitischer Unabhängigkeit und Selbständigkeit entgegen. Dabei war man sich auf deutscher Seite durchaus darüber klar, daß die Verpflichtungen Belgiens aus der Genfer Dölkerbundssatzung vor allem hinsichtlich wirtschaftlicher und militärischer Zwangsmaßnahmen auf Grund des berüchtigten Artikels 16 der Völkerbundssatzung über die Sanktionspflicht und das Durchmarschrecht für Belgien eine Belastung seiner eigenen Wünsche bedeuteten, eine Belastung, deren zwingender Charakter von Belgien bestritten, von Frankreich aber um so lauter betont wurde. Auch die französisch-englische Erklärung vorn 24. April 1937 über die bereits erwähnte Entlassung Belgiens aus seinen Locarno- Verpflichtungen unterstrich nachdrücklich jene Bindungen Belgiens an die Genfer Satzung. Schon drei Tage nach jenem deutschen Memorandum erfuhr die Welt aus der Kammerrede des belgischen Ministerpräsidenten vom 10. März 1936 auf wie günstigen Boden die deutschen Vorschläge bei der belgischen Regierung gefallen waren: „Die Vor- - schlüge des Kanzlers Hitler enthalten Gedankengänge, die konstruktiver Art sind und für uns ein großes Interesse haben." Am 14. Oktober 1936 erfolgte dann die oben bereits angeführte Erklärung des Königs der Belgier über die Unabhängigkeit der belgischen Außenpolitik. Aber obwohl die Sachlage nunmehr für Frankreich und England vollkommen klar sein mußte, konnten sich diese beiden erst ein halbes Jahr später, am 24. April 1937 zu einer zustimmenden Erklärung entschließen.
Der deutsch-belgische Notenaustausch stellt einen wirklichen Beitrag zur Sicherung des Friedens im Westen Europas dar, der um so höher anzuschlagen ist, als er deutscherseits geleistet wurde, ohne daß irgendwelche Sondervorteile verlangt worden sind Gleichzeitig ist damit ein neuer Beweis für die von Deutschland immer vertretene These erbracht worden, daß Verhandlungen über konkrete Einzelfragen zwischen den unmittelbar Beteiligten rascher und vollkommener zu einem Ergebnis führen als die vage verschwommene Idee von der sogenannten kollektiven Friedenssicherung. Die Belgien gegebenen Zusicherungen bedeuten auch keine Absage an den Gedanken eines Westpaktes. Sie nehmen lediglich eins seiner Probleme vorweg und regeln es in einer alle Beteiligten zufriedenstellenden Weife. Sie verbauen also den Weg zum Westpakt nicht, sondern schaffen für ihn wesentliche Voraussetzun- gen und fördern gleichzeitig die gutnachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien.
Deutschlands Kolonien als Rohstofflieferanten.
Von Euqen Siebert.
Das Grundproblem der Kolonien, die Dersor- gung des Mutterlandes mit tropischen Roh st offen, wird von den Nationen, die
London, 13. Okt. (DNB.) In der heutigen Kabinettssitzung wurde hauptsächlich die neue Lage besprochen, die durch die italienische Stellungnahme zu der Anregung von Dreierbesprechungen über Spanien gegeben sei. Eden hat ausführlich den Standpunkt der französischen Regierung in der Freiwilligenfrage dargelegt. Die Minister sollen zu dem Ergebnis gekommen sein, daß ein neuer Versuch gemacht werden müsse, um zu einem Abkommen über Spanien zu gelangen. Aber der Zustand in Spanien dürfe, wenn die jetzt angestrebten Verhandlungen ergebnislos verlaufen sollten, nicht länger andauern. Im Einvernehmen mit Frankreich solle dem Nichteinmischungs-- ausschuß eine neue Chance gegeben werden, um das Freiwilligenproblem zum Abschluß zu bringen.
Die Londoner Morgenpresse rechnet damit, daß für Freitag oder Samstag eine Sitzung des Nichteinmischungsausschusses ei'nberu- fen werden wird. „Daily Telegraph" meint, England und Frankreich würden im Ausschuß abermals versuchen, eine Einigung über den briti- lchen Plan vom 15. Juli herbeizuführen. Sollte danach eine größere Anzahl von Freiwilligen auf beiden Seiten zurückgezogen sein, so sollten beiden Parteien die Rechte Kriegführender zugestanden werden. Man würde auf äußerste Beschleunigung der Beratungen drängen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, daß eine bestimmte Frist gefordert werden würde. Beide Staaten würden vielmehr auf dem Standvunkt stehen, daß, wenn feine Aussicht sei, innerhalb einer kurzen Frist zu einem Übereinkommen zu gelangen, sie andere Maßnahmen er-
Die Nutzbarmachung der Rohstoffe der ehemals deutschen Kolonien wird deshalb nicht intensiv betrieben, weil die,Mandatsländer selbst an Rohstoffen Ueberfluß haben, während Deutsch« greifen könnten. Gleichzeitig würden Beratungen | ^MeMhl' S*!'
London und Paris abgehalten werden Ler d^Ba'umL Ä1°'nsti7°k°L
würde^ auck^die^Redrohunn^ kommen oder Anbaumöglichkeiten von Gespinst-
^ndi.n^nipnDer- fasern. Der Wirtschaftswert der Kolonien muß von nnn ÄnS ble 58efe^un0 einem Volke, das keine Rohstoffgebiete hat, natür-
Times" hetnnf h.mfnfL0’ fr -rf* iich weit höher als von anderen Nationen veran-
Re'aieruna »o hri?« fR ®erten< Während ein Kolonialgebiet von
ffitnri her 9i r h o 41 o „ x A $y> ; * t - etwa der Größe Kameruns durch Eisenbahnen usw.
m i f rh n nnsnusfrhnffe« nefieUt t-U erst in etwa 40 Jahren erschlossen werden konnte Mail^ will^ missen hnfc 'Tr^nfreirh nn^erenf" unb gewaltige Geldsummen und Arbeitskraft dafür
nh, habe, notwendig waren, ist es heute, wie das italienische
Minorcabesetzen entweder in der Form eines fU1 eit3Vüräerereit d-urck^Kra?? internationalen Abkommens oder in der Form einer ^hrlinipn imhb w w JJ’
gemeinsamen Flottenpatrouille. Das Kabinett habe ' sich jedoch nicht zu Maßnahmen dieser Art bereit I bfLn^f 9pinfpfa»nh
!^se^"'Äiln'McüU m^n^da?No°w? F' Wirtschaftskrise di Ausbeut? von Rohstoffen in den r u"ß l and f W Ä Kolonien vernachlässigt KaulsAk, Baum-
kch7n würdet D^skustion sicherlich leb h a N u n d während Deutschland von solchen Weltmarktstimweitschweifigwerden mungen frei war.
„News Chronicle" erklärt, über die Frage einer Nehmen wir nur die Rohstoffproduktion der ehe. gemeinsamen englisch-französischen B e s e tz u n g wals afrikanischen deutschen Besitzungen und von Mi norca herrsche Uneinigkeit zwischen Lon- vergleichen wir die koloniale Rohstoffproduktion der don und Paris. In London glaube man, daß eine Mandatsgebiete mit der deutschen Rohstoffeinfuhr, solche Anregung nur indirekt mit den spanischen dann wird sich ergeben, was vom Gerede der Man- Ereignissen in Beziehung stehe und es sich vielmehr datsbesitzer, die ehemals deutschen Kolonwlgediete in erster Linie um eine Angelegenheit der franzö- waren wertlos, zu halten ist. Nach ihren Statisti- sischen Verteidigung handele. In der Praxis werde ^en führte aus: das wohl bedeuten, daß England den Versuch machen werde, den Gedanken möglichst lange, wenn möglich für immer, unberücksichtigt zu lassen.
uns in Versailles unsere Kolonien fortgenommen haben, gern übersehen. Deutschland habe bis vor dem Kriege keinen Nutzen aus seinen Kolonien ge- , s s- r r =. , k i rx s. «zogen. Das Deutsche Reich könne überall kau-
7’ H°^us,bruchen c n ■ und daher habe es keine Kolonien nötig. Die
nationalistische Blatt lediglich ,n der Gesellschaft des Rückgabe der deutschen Kolonien als Weg zur Lo- k° rn w uni st, sch e n Parteiorgans, das den |ung äe5 Rohstoffproblews sei daher gar nicht not- Außenminister Spaak wegen seiner Politik an- wendig so heißt es
9™!*-,®i= "?rr.!?i!che Presse äußert sich zu- @5 ist NUN nicht wahr, daß die ehemaligen deut-
ruckhaltend und halt besonders di- Feststellung für Kolonien al- Rohstofflieferanten für Deutsch, wichtig, daß die Volkerbundsoerpslichtungen durch [anb jn Betracht kämen. Ein Blick auf die von d,e Vereinbarung m,t Deutschland nicht abgefchwacht ^n Mandatsländern veröffentlichten Ausfuhrziffekn wvroen leiem zeigt dies. In mühsamer Arbeit hatten Deutsche
Die flämisch« Zeitung D- Stand aard da- Z in ben bcr Reichsflagge unterstehenden Ge- gegen erinnert an die P-rw,cklungen die ft» für °biekn Afrikas Plantagen angelegt, Eifenbahnen h sranzosifch-sowietruffifchen Bund- gebaut, di- Zivilisation jener Gebiete gesichert und nnHtonncn- ®e.r unf-lig- Militär- gehoben. Deutschland hatte aus seinen Kolonien von pakt zwischen Moskau und Paris hatte Bedien >n Anfang an gewisse Mengen Rohstoffe erhalten, üie önn-n Lr°R^ir,k°be 'ÄH™ Laufe der Ä-chre immer umfangreicher wurden,
können. Dieser Pakt und die Erfahrungen. die Sei- gn ber Don zggg bj5 igiz stieg dis Ausfuhr S LI u.n'erer Kolonien an Rohstoffen von 17 auf über
"Nias.ber ®runbe bar' ble ben 150 Millionen Reichsmark und die Ausfuhr wäre BSÄS ft-EE E » äs ssu-js srs
Erfordernissen der geographischen Lage Belgiens öie Ausfuhrwerte ' 2.....
übereinstimmt. Diese Politik sei künftig eine Poli - mastpn- ° tif strenger Unabhängigkeit und tat- D sächlicher Neutralität. Belgien lehne sich künftig nicht mehr einseitig an eine Macht an, es wolle in Frieden leben mit allen seinen Nachbarn. .
Sollten Verwicklungen entstehen, so werde Belgien ’'Äect # in eigener Souveränität entscheiden, ,
welches seine Haltung sein müsse. Die belgische L?e ^ranfs' Politik bestehe ausschließlich darin, den Krieg von Japanische l)en den Grenzen Belgiens fernzuhalten Zusammen in RM
Prag, 13. Okt. (DNB.) Das Blatt der Sudetendeutschen Partei, „Die Zeit", meldet: In Anwesenheit des Ministers für Schulwesen und Volksaufklärung, Dr. Franke, wurde gestern in den Räumen des „Kunstvereins Manes" in Prag die Ausstellung „Der heutige Manes" eröffnet. Die Ausstellung enthält eine ganze Serie von deutschfeindlichen Karikaturen Minister Dr. Franke hielt die einleitende Ansprache. Der Rektor der Kunstgewerbeschule, Dr. Jaromir P e c i t a , nannte den Verein Manes „einen Wächter des freien Kunstschaffens". Unter den Augen des Ministers wurden als die Erzeugnisse dieses Kunstschaffens u. a. eine Reihe von Tuschzeichnungen Frantisek Bidlos gezeigt, die die Person des deutschen Reichskanzlers schwer verunglimpfen. Verunglimpfungen des Deutschen Reiches stellen ferner die Zeichnungen dar, die Antvnin P e l v ausstellt. Eine von ihnen, die auch in dem offiziellen Katalog der Ausstellung ab- gebiibet ist, bringt unter dem Schlagwort „W i l - f o n 5 Frieden" in Abscheu erregender Weise die Gerippe zweier gefallener deutscher und italienischer Soldaten auf das Papier, die vor einem auf dem Liktorenbündel und dem Hakenkreuz aufgespannten Stacheldraht niederstürzen. Ueber ihnen schwebt der Geist Wilsons. Andere Zeichnungen zeigen Schreckge st alten deutscher Soldaten, die mit dem Hakenkreuz auf den Stahlhelmen als „Unhold" und „Kriegspolypen" die Welt verheeren. Eine Photomontage stellt einen ordengeschmückten deutschen General mit einem Fischkopf dar und ist mit den Worten „Ein Frieden liebender wilder Fisch" und anderen Schmähversen überschrieben. Eine andere Photomontage John Heartfields, der, wie andere Aussteller, schon bei einer früheren Manes-Ausstel- lung Anstoß erregte, bildet zwei SA-Männer ab, die mit aufgepflanztem Bajonett ein großes Stück Rindfleisch tragen, das mit folgendem Vers überschrieben ist: „Ich bin ein fremdstämmiges Beefsteak; ich habe deutsche Magen geschändet", „Fort mit dem Beefsteak" ist ber Titel dieses „Kunsterzeugnisses".
mit der Tendenz der Aussteller identifiziert. Ein Mitglied der tschechischen Regierung, ein amtierender Minister hat die Ausstellung mit einer Ansprache eröffnet, obwohl gerade ihm in seiner Eigenschaft als Bildungsminister weder die geistige Haltung der Aussteller noch ihre Produkte ugbefannt fein konnten. Ferner scheint uns, daß niemand sich mit der deutschen Nachrüstung auch nur auf dem Gebiet der Karikatur befassen sollte, der gegenüber Europa ein so schlechtes Gewissen haben muß wie die Tschechoslowakei auf Grund ihrer enormen Rüstungsgeschäfte einerseits und auf Grund ihrer Beteiligung an dem Moskauer Einkreisungspakt andererseits.
Wir haben es von amtlicher tschechischer Seite, darunter auch gerade von den maßgeblichsten Männer drüben, in regelmäßigen Abständen immer wieder versichern hören, welch großen Wert die Tschechoslowakei auf ein ausgeglichenes nachbar -! liches Verhältnis zu Deutschland lege. Angesichts so schwerer Herausforderungen jedoch, wie sie in jener Ausstellung und in dem höchst befremdenden Verhalten des tschechischen Bildungsministers liegen, müssen jene tschechischen Versicherungen noch mehr an Wert verlieren, als das auf Grund des Problems ber Sudetendeutfchen ohnehin schon der Fall ist. Wir fragen, welch ein Höllenlärm sich in der Tschechoslowakei erheben würde, wenn auch nur die leiseste Verunglimpfung gegen sie in Deutschland erfolgen würde, noch dazu unter Beteiligung maßgeblicher Stellen — sofern etwas derartiges im neuen Deutschland überhaupt
öenfbar ist. Rechnet man zu diesen afrikanischen Schätzen die
Die unglaubliche Schmutzigkeit verschiedener Mach- Erträgnisse der ehemals deutschen Kolonien in b er roerfe scheint sehr wohl in verantwortlichen Kreisen ISüdsee hinzu, so ergibt sich noch ein sprechende- empfunden $u merben. ©o hat ber Minister res Bilb. Das wertvolle Ergebnis ber Kokospalme, s- e verschiedene Karikaturen, welche aus- die Kopra, wirb hauptsächlich in bem ehemals ländische Staatsmänner betreffen, bei seinem Rund- deutschen Schutzgebiet Neuguinea, auf Samoa usw. gang b e a n ft a n ö e t. Daraufhin wurden schließlich angebaut und hätte fast 77 v. H. des gesamten beut- z w e i b e r wiberlichen Schmierereien schen Einfuhrbebarfs an Kopra im Jahre 1933 ge»
1 ’ x misten ber Zerrbilber, in benen betft. Weiter mußten wir Phosphate aus ben
peutfajlanb und Italien aufs gemeinste Vereinigten Staaten von Nordamerika, aus Alge- beleidigt werden, sind aber in ber Ausstellung be - rien unb Franzosisch-Marokko einführen, während
lass e n worben. Es scheint also für maßgebende wir unseren Bebarf sehr gut aus ben Phosphat-
tschechische Kreise fragwürdig zu fein, ob man es lagern ber ehemals beutschen Insel Nauru hätten nur bei einem V e r s u ch einmanbfreier Haltung becken können, besten Phosphatlager in Dorkriegs-
belasten (oll, ober ob man die hetzerischen Ent- zeiten burch beutsche Unternehmer erschlossen rour«
gleisungen ganz unterbinden will. Es ist jedoch den. Wir hätten, sehen wir von Baumwolle, Kup- em grundlegendes Erfordernis wirklicher Kultur, fererzen usw. ab, im Jahre 1933 bereits einen ganz b?.^. mc?n au5 ber Prager Ausstellung alle An- erheblichen Teil unseres Rohstoffbedarfs aus den stößigkeiten entfernt. l ehemals deutschen Kolonien decken können, wenn
unserer Kolonien folgender-
1930
1931 1932
Millionen
1933
7,845
5,037
4,206
6,616
220,0
132,3
112,3
105,9
14,3
14,9
13,9
15,6
10,7
12,8
13,9
25,9
220,5
145,6
98,3
131,5
1928
1933
Tonnen
Tonnen
Sisalhanf
33 500
66 900
Baumwolle
4 971
5156
Erdnüsse
10 800
19 500
Kautschuk
34,2
—
Kopra
9 470
8 288
Kaffee
6 706
12 922
Reis
4 063
6 394
erun (französisches unb englisches Mandar-
1928
1933
Tonnen
Tonnen
Palmkerne
34 380
40 028
Palmöl
6 417
10168
Kautschuk
2160
290 (!)
Kaffee
7
520
Kakao
12 894
20 789
fr. Bananen
247
16 810
Togo:
1928
1933
Tonnen
Tonnen
Palmkerne
46 136
6 359
Palmöl
1328
648
Baumwolle
2 045
1037
Kapok
175
163
Kaffee
3,3
8,7
Kakao
6 317
6 986
S
üdwest:
1928
1933
Tonnen
Tonnen
Kupfererze
60 000
21 500
Vanadiumerze
4 064
1184
Karakulfelle
124,7
447,2
Rinbvieh
31 000
42 500 Stücr
Schafe, Ziegen
88 000
134 000 „


