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SA.imMmen des Sichecheits- und Hilfsdienstes

NSG. Innerhalb der Gesamtorganisation des zivilen Luftschutzes hat der Sicherheits- und Hilfs­dienst die Ausgabe, die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten, Gefahren und Schä­den der Luftkampfmittel nach Möglichkeit zu ver­meiden, Verletzten zu helfen und die Gefahrenherde einzudämmen. Es kommt dabei darauf an, daß nach Beendigung des Luftkampfes das öffentliche und wirtschaftliche Leben ohne Einschränkung weiterge­führt werden kann.

Durch den Einsatz des Sicherheits- und Hilfsdien­stes kann zwar nicht die unmittelbare Wirkung eines Luftangriffes ausgefchaltet, es kann aber ver­hindert werden, daß sich Luftangriffe zu Katastro­phen auswachsen, da ihre unmittelbaren Folgen meistens von größerem Verhängnis sind. Die Wir­kung eines Luftangriffes ist ja auf die weiteren Fol­gen und Störungen des öffentlichen Lebens gerich­tet. Der Sicherheits- und Hilfsdienst tritt hierbei als außerordentlich wichtiger Faktor in Erschei­nung, um die Widerstandskraft und das Bestehen einer Stadt nach dem Luftangriff zu gewährleisten. Da die Mittel und die Wirkung angreifender Flie­ger verschieden sind, muß der Sicherheits- und Hilfsdienst eine weitgehende fachliche Gliederung und Ausbildung erfahren.

Im Frieden sind bereits Organisationen vorhan­den, die zur Bekämpfung auftretender Gefahren bestimmt sind; es sind dies: Polizei, Feuerwehr, Technische Nothilfe, das öffentliche Gesundheits­wesen und der Störungsbetrieb der Dersorgungs- betriebe, die in ihrer friedensmäßigen Stärke aber wohl kaum für ihre Aufgaben bei einem Luftangriff ausreichen. Sie sind gewissermaßen als friedens­mäßige Stammformationen anzusprechen, die im Kriegsfall durch freiwillige Helfer aus der Bevöl­kerung ergänzt werden müssen. In erster Linie sol­len die Ergänzungskräfte aus den Angehörigen der SA. genommen werden, soweit diese nicht wehr­pflichtig sind. Die Polizei, an deren Seite besonders vorgeblldete SA.-Führer treten, übernimmt die Führung. Die Gliederung der Polizei bildet die Grundlage für den Aufbau des gesamten Sicher­heits- und Hilfsdienstes.

Der Führung fällt eine wesentliche Aufgabe zu, da nur schnelle Entschlußfähigkeit und umfassende Sachkenntnis diesen Dienst an der Allgemeinheit erfüllen können. Eine straffe Führung wird daher die Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz des Sicherheits-und Hilfsdienstes fein.

1935. Der Gebietszuwachs hat also bevölkerungs­politisch Frankreich nicht viel genutzt, denn der ge­ringe Geburtenüberschuß hat sich 1935 in einem Fehlbetrag verwandelt: so überstieg 1935 die Zahl ber Gestorbenen die Zahl der Geburten um 19 476. 3m Jahre 1913 war noch ein Geburtenüberschuß von 59 000 vorhanden, der in den ersten Nach- kriegsjahren sich auf 120 000 steigerte, aber nur bis '1921, weil dann die Kurve sich wieder stark senkte.

Für Deutschland liegt die Fraae heute so, daß, nachdem es gelungen ist, die Zahl der Eheschlie­ßungen zu steigern, es darauf ankommt, auch Lie Zahl der Geburten im gleichen Derhält- mis zu steigern. Wäre heute die Fruchtbarkeit der Deutschen Ehen zu erreichen wie um die Jahrhun­dertwende, so müßte die Zahl der Geburten über ^wei Millionen steigen: Tatsächlich hat sie 1935 nur 1 261 273 erzielt Die Zahl der Eheschließungen war schon 1933 auf 638 573 gestiegen, hatte 1934 einen Höchststand von 740 000 erreicht, der aber 1935 nicht mefjr ganz festgehalten werden konnte.

Die Maßnahmen der Reichsregierung bestehen ja nicht nur darin, die Eheschließungen als solche finanziell zu fördern, sondern sie begleiten die Ehe von Anfang bis zu Ende. Hier sind es vor­nehmlich die steuertechnischen Maßnah­men für kinderreiche Familien, die sich ozialpolitisch sehr segensreich auswirken Auch die Anordnung, daß die Beamten jung heira­ten sollen, gehört hierher, zumal der Beamte, ozialwirtschaftlich gesehen, verhältnismäßig gesichert 7st, also früher seine staatspolitische Pflicht erfüllen tonn, eine Familie zu gründen. Die Familie ist und □leibt die Kern- und Keimzelle von Staat und Land. Die denn auch der Staatswille nur dadurch zum Ausdruck gebracht werden kann, die sozialen und bevölkerungspolitischen Grundlagen festigen zu ir elfen.

In England und Frankreich läßt sich im Gegen­ätz zu Deutschland weiter eine Schwächung des IThewillens feststellen, über die die geringe Zu- rahme von Eheschließungen nicht Hinwegtäuschen tonn. Diese Zunahme ist in England unter der Linwirkung einer ziemlich lärmenden Aufklärung erzielt worden, die aber noch keine Zunahme der 3eburten erreicht hat. Trotzdem die Zahl der Ehe- chließungen im Vergleich zu 1914 gestigen ist, bleibt !ie Zahl der Geburten unverhältnismäßig dahinter iirücf. Die Geburtenzahl war 1935 mit rund ' 12 000 um 170 000 geringer als im Jahre 1914. Nit feiner geringen Volkszahl, mit einem Gebur­

tenüberschuß von nur 3,2 auf 1000 Einwohner für das Vereinigte Königreich wird es von Jahr zu Jahr schwerer werden, für die Verwaltung und Verteidigung des Imperiums die notwendigen Men­schen aufzubringen und aufzustellen.

Die Schwierigkeiten der Rekrutie­rung, von der immer wieder berichtet wird, haben ihren Grund nicht nur darin, daß in der englischen. Bevölkerung eine Abneigung gegen die militärische Dienstleistung besteht, sondern vor allem darin, daß es an dem geeigneten Nachwuchs fehlt. Es ist hier zu beachten, daß die Bevölkerung im Alter von 15 bis 40 Jahren im Vereinigten Kö­nigreich heute nur 5,5 Millionen zählt, während sie 1911 bereits 5,3 Millionen betrug. Die 5,5 Millio­nen junger Männer, die heute für die militärische Dienstzeit in Frage kommen, ziehen aber wohl an­dere Möglichkeiten und Aussichten in der Wirtschaft und in den Kolonien vor, zumal der Nachwuchs i n

den Kolonien außergewöhnlich gering ist. Don der Bevölkerung her ist eine Steigerung der Rekru­tierungszahlen auch in der nächsten Zukunft kaum zu erwarten, denn die männliche Volkszahl unter 15 Jahren ist heute in England sogar geringer als vor dem Kriege. In Deutschland beträgt die männliche Bevölkerung zwischen 15 und 30 Jahren rund 7,6 Millionen gegen 8,1 Millionen vor dem Kriege, es ist aber wohl damit zu rechnen, daß die Gruppe unter 15 Jahren weiter stark anschwillt. Das ist die Aufgabe der jungen Ehen, die nicht nur den Beamten, sondern allen Volksgenossen möglich gemacht werden müssen.

Kleine politische Nachrichten.

Die Reichsregierung hat dasGesetz zur Aende- rung von Vorschriften über das Seefracht- recht" verabschiedet. Mit diesem Gesetz übernimmt das Reich die Vorschriften desInternationalen

Uebereinkommens zur einheitlichen Feststellung von Regeln über Konossemente", das Deutschland am 24. August 1925 in Brüssel gezeichnet hat. Die Einführung war bisher unterblieben, weil Deutsch­land mit Rücksicht auf feine bedeutende Ostseeschiff- fahrt nur gemeinsam mit den skandina­vischen Staaten das Uebereintommen ein» führen kann. Das Uebereintommen ist das Ergeb­nis einer jahrzehntelangen internationalen Zusam­menarbeit aller am Seehandel beteiligten Nationen und soll die lang erstrebte Vereinheitlichung der Seefrachtrechte der an dem Abkommen beteiligten Staaten bringen. Es ist bereits von einer ganzen Anzahl von Staaten ratifiziert worden.

Die Reichsregierung hat auf Vorschlag des Reichsjuftizministers Dr. G ü r t n e r dasGesetz über die Eintragung von Handelsniederlassungen und das Verfahren in Handelsregistersachen" verabschiedet. Dieses Gesetz bringt eine wesentliche Erleichterung des Verfahrens bei der Anmeldung und Eintra­gung von Zweigniederlassungen in das Handels- regifter.

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Einen würdigen Auftakt der 700-Jahrfeier Berlins bildete die Einweihung einer Ehren- Halle im Berliner Rathaus durch Ober­bürgermeister und Stadtpräfident Dr. Lippert. Die Ehrenhalle dient dem Gedächtnis der 12 000 Kameraden, die im Weltkrieg und für das Dritte Reich gefallen find und einst im Dienst der Stadt Berlin gestanden haben.

Reichserziehungsminister Rust sandte an den Dichter Rudolf G. Bind in g folgendes Glück­wunschtelegramm:Zu Ihrem 70. Geburtstag sende ich Ihnen im Gedenken Ihrer Verdienste um das deutsche Schrifttum meine aufrichtigen Glück­wünsche."

Wie Reuter aus Paraguay berichtet, sollen paraguayanische Marinestreitkräste gemeutert und die Hauptstadt Asuncion besetzt haben. Sie verlangten den Rücktritt der Regierung. Die Trup­pen sind dann aber in ihre Quartiere zurückgekehrt, ohne daß es zu Blutvergießen gekommen ist. Oberst Franco, der bisherige Präsident, ist nach dem Rücktritt der Regierung von der Wehrmacht auf­gefordert worden, eine O ffiz i e r s j un t a zu bil­den.

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Solche Auswf nferun gs- schaden dürfen heute nicht mehr entstehen

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Bekanntmachung.

Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden statt:

Dienstag, den 17. August 1937: Rindvieh- (Nutz­vieh-) Markt. Auftriebszeit von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Für Zucht­tiere ist das erforderliche Zeugnis über die Blut- untersuchung (Banginfektion) mitzuführen.

Mittwoch, den 18. August 1937: Schweinemarkt in der Viehversteigerungshalle. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr vormittags. 53020

Gießen, den 14. August 1937.

Der Oberbürgermeister.

I. V.: Nicolaus, Beigeordneter.

Grummeigras - Versteigerung der Giadi Gießen.

Montag, den 16. August 1937, soll das Grummet­gras von den städtischen Wiesen öffentlich meist­bietend versteigert werden, und zwar: 5256A

Um 8 Uhr (Zusammenkunft an der Anneröder Straße) von den Wiesen im Utersbrunnen.

Um 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in den Gemarkungen Großen- Buseck sowie der Wiesen am Bügeeck und Schinderseck.

Um 9^ Uhr (Zusammenkunft am Schwarzlach, weg, Ecke Marburger Straße) von den Wiesen in der Schwarzlach in 4 Abteilungen.

Um 11 Uhr an Ort und Stelle von den Wiesen auf der Hohleich, bei dem Schlachthof und In­seln.

Um 14 Uhr (Zusammenkunft an der Restauration Zur Stadt Lich", Licher Straße 59) von den Wiesen im Heegstrauch, Onleberg, am Weiher, Throms ©arten, eine Wiese hinter der Klär­anlage, von den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswiese.

Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an den Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden.

Gießen, den 10. August 1937.

Der Oberbürgermeister. I. D.: Nicolaus.

Im Konkursverfahren über den Nachlaß des Eisenbahnsekretärs Karl Müller XXII. und dessen Ehefrau Luise, geb. Loh, in Gießen soll nach Zu­stimmung des Gläubigerausschusses eine weitere Ab­schlagsverteilung, und zwar tn Höhe von 30 v. H., erfolgen. Teilnahmeberechtigt find Forderungen mit 9998,26 RM., auf die 2999,47 RM. verteilt werden.

Gießen, den 13. August 1937. 5341D

Der Konkursverwalter.

Zimmer, Rechtsanwalt.

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Lospreis 50Ptz0oppello§1 Rm

Bekanntmachung.

Die Bauarbeiten für die Neugestaltung der Liebig- straße zwischen Frankfurter und Bahnhofstraße sollen auf Grund der RVO. öffentlich vergeben wer­den. 53070

Die Unterlagen sind ab Dienstag, den 17. August 1937, bei uns zu erhalten.

Die Angebote sind bis zum

Montag, dem 23. August 1937, vormittags 10 Uhr, auf dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Aster­weg Nr. 9, abzugeben, wo die Oeffnung im Beisein der erschienenen Anbieter erfolgt.

Zuschlags- und Bindefrist 4 Wochen.

Gießen, den 13. August 1937.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a o e r t.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufhauses V. Elsoffer (und Record), Inhaber E. Weißenberg, in Gießen stehen nach Befriedigung der bevorrechtigten Forderungsgläubiger mit 6423,56 Reichsmark in voller Höhe für die nichtbevorrech­tigten Forderungen in Höhe von 90 688,77 RM. 10 % v. H. mit 9368,84 RM. zur Verfügung, die nach Genehmigung der Schlußrechnung zur Auszahlung gelangen. 53420

Gießen, den 12. August 1937.

Der Konkursverwalter.

Zimmer, Rechtsanwalt.

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Kabarett

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Kaffee

Hier abschnewen!

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Kabarett, Kleinkunstbühne, fer­ner Glasgeschirr für Vorspeisen, das auf einem Teller mehrere kleine Schüsseln umfaßt.

Kabeljau, Schellfisch, bis 1 Meter langer, schmackhafter Fisch der Nordsee. Die kleineren Fische nennt man auch Dorsche. Kabel­jau gesalzen heißt Labardan, ge­salzen und getrocknet Klirrpfifch, nur getrocknet Stockfisch. Aus der Leber wird Lebertran bereitet, aus der Schwimmblase Leim (Hausenblase) Kabeljau ist ein ebenso nahrhaftes wie billiges Gericht.

Kabinett, franz, entbehrliches Fremdwort für kleines Zimmer oder Abstellraum.

Kabinettkäfer, Ungeziefer, meh, rere Käferarten, die Wolle Fe­dern Polster und Pelzwerk an­greifen. Man kann sie fangen, indem man alten Käse als Lock­mittel auslegt

Kacheln, gebrannte und glasierte Tonplatten, die meist für Kachel­öfen. aber auch für Küchen, und Vadezimmerwände verwendet werden. Man reinigt sie mit Seifenwasser oder mit Schlernrn- kreide Herausgefallene Kacheln kann man mit nassem Lehm wie- der einfügen.

Kachelöfenfugen werden mit ei­ner Mischung von Gips und Schlemmkreide gedichtet.

Kachexie, Kräftezerfall, schlechter Ernährungs- und Allgemeinzu- siand bei gewissen Allgemeinlei­den, wie z. B. Krebs.

Kältemischung zur Herstellung von Gefrorenem wird durch klein-

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_T)ASJFUMR.ENDE FACHGESCHÄFT IN GLAS-UND POR^ELLANWAREN _

gehacktes Gis mit Viehsalz er­zeugt.

Kiiltepuutte, der Endpunkt der Nerven in der Haut, die die Kälteempfindlichkeit vermitteln. Käse, wichtiges Nahrungsmittel, das aus dem Quark der Milch gewonnen wird Nach der Her­stellung unterscheidet man Süß- und Sauermilchkäse. Für die Er­nährung ist der Eiweißgehalt des Käses wichtiger als der Fettge­halt, der Eiweißgehalt ist tm Magerkäse am größten. Käse muß immer unter der Käseglocke aufbewahrt werden. Hartkäse trocknet nicht aus, wenn man ihn in ein mit Salzwasser angefeuch- tetes Tuch einschlägt

Käsemaden, die im Käse leben­den Larven der Käsefliegen.

Kaffee, Samenbohnen des Kaffee- strauches, der in tropischen Län­dern heimisch ist. Kaffee ist ein anreaenbes Eenußmittel das in den Bohnen etwa 1 v. H Koffein enthält. Das eigentliche Aroma tritt erst beim Rösten auf Um es zu halten, werden die Bohnen vielfach glasiert. Gemahlener Kaffee raucht auch in geschlosie- nen Behältern schnell aus. man soll die Bohnen erst vor der Ver­wendung mahlen. Es gibt vie­lerlei Handelssorten, die nach den Ursprungsländern bezeichnet werden. Am gebräuchlichsten sind jedoch Mischungen. Kaffee, tüt« rischer, wird auf einer türkischen Kaffeemühle zu feinem Pulver gemahlen. Dieses Mehl wird in stark gesüßtes, kochendes Zucker- wasier getan, mit dem es noch