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Hauptschristleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum» schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr. W. Lange- für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchem. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt) Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs» preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig,

Schwere Straßenkämpse in Schanghai

Ein Venchi der Lage

zu um

as

deuten würde.

Eines Tages wird gewiß trotz aller Stutzungs- maßnahmen der Goldpreis herabgesetzt werden müs­sen, aber es mag dann noch größere Anstregungen erheischen, ihn auf dem neuen Stand zu halten, als ausreichen würde, ihn überhaupt nicht sinken zu lassen. Man könnte daran denken, die Goldproduk­tion durch ein internationales Abkommen einzu­schränken, aber die gewiegtesten Sachkenner sind der Meinung, daß sich ein solcher Plan praktisch als undurchführbar erweisen würde. Es gibt nur ein wirksames Mittel, den Goldwert von dem Druck sterilisierter Goldmengen zu befreien: man mußte die goldarmen Länder in die Lage ver­setzen, durch gewinnreichen Handel sich wieder einen angemessenen Anteil an den Goldvorrat der Welt zu erwerben. Gerade dagegen sträubt sich die Mi- oias-Natur der größten Goldbesitzer. Was sie an­fassen, wird ihnen zu Gold, mit dem sie für geld­schöpferische Zwecke nichts anzufangen wissen. Wie andere drängende Ausgaben internationaler Zusam­menarbeit, so wartet die Lösung des Gold-Problems auf einen Erfolg ehrlichen Ringens um einen Aus­gleich machtpolitischer Gegensätze, ohne deren Ueber- windung die Welt nicht wieder in Ordnung gebracht werden kann.

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Diese Luftaufnahme zeigt im oberen Teil des Bildes, gegenüber dem rechten Dan japanische Konsulat in Schanghai. (Scherl-Bilderdienst-M.)

zurück. Die Japaner holten Verstärkungen herbei, konnten die Brücke aber nicht wieder gewinnen.

Kurz nach 16 Uhr eröffneten die Japaner den Kampf von neuem mit Artilleriefeuer, wo­rauf die Truppen der 88. chinesischen Division eben­falls mit Unterstützung der Artillerie oorgingen und die inzwischen geräumte Brücke um 17.30 Uhr wie­der besetzen konnten. Der Verlauf des Kampfes, in dem die Chinesen die Brücke in ihrem Besitze be­halten konnten, führte zu einem heftigen Artillerie­duell, durch das ein großer Gebäudekom­plex an der Paofchan-Straße in der Gegend des 1932 zerschossenen Gebäudes der Commercial Preß z e r st ö r t wurde. Im Raume der Paoschan- und Tientungan-Straße entbrannte ein heftiger Kampf, in dem auch zahlreiche Maschinenge­wehre eingesetzt wurden. Gegen 20.40 Uhr ebbte das Artilleriefeuer ab und später waren nur noch vereinzelte japanische Salven zu hören.

Nachdem die Kampfhandlungen um 21.30 Uhr ganz aufgehört hatten, wurde das Artilleriefeuer am Samstagmorgen um 2.30 Uhr aus annähernd den gleichen Stellungen wie Freitagabend wie­der ausgenommen. Gewehr- und Maschinen­gewehrfeuer ist deutlich hörbar und die Häuserkom­plexe in der Nähe der Patsu-Brücke stehen wieder in Hellen Flammen. Während der Nacht ha­ben die Japaner anscheinend schwere Geschütze in Stellung gebracht, auch Minenwerfer wur­den eingesetzt.

Auch auf die anderen Brücken über den Sutschau-Creek haben die Japaner ihre Aufmerk­samkeit gelenkt. An der Nordseite der Brücken, die non der eigentlichen internationalen Niederlassung über den Sutschau-Creck zur erweiterten internatio­nalen Niederlassung führen, errichteten die Japaner Sandsackbarrikaden und besetzten sie mit starken Posten. Sie erließen einen strengen Befehl, alle sich nähernden Personen ohne Unterschied der Nationalität auf Waffen zu durchsuchen. Um die chinesischen Schützen im Rücken aufzufinden, unter­suchte Gendarmerie alle Häuser.

Im Osten des Hongkiu-Distrikt entbrannte der Kampf vor allem im Gebiet der japani­schen Textilfabriken um den Yangtsepu, Huangpu abwärts, wo die Chinesen an griffen. Die japanischen Truppen, die die Fabriken verteidigten, erhielten am Freitagabend Unterstützung durch die japanischen ZerstörerK u r i" undS e t a", die mit ihren Geschützen in den Kampf eingriffen, als sich die chinesischen und japanischen Truppen auf 100 Meter gegenüberlagen. Ein neutraler Beobach­ter konnte feststellen, wie ein chinesisches Maschinen­gewehrnest nördlich des Pukong-Kai Feuer auf einen japanischen Zerstörer eröffnete Daraufhin richteten die japanischen Kriegsschiffe querab von SSufung um 18 Uhr ihre G-lchLtz- auf den ; Nukong - Kai und gaben einige Schüsse ab Auch

javanischen Nachrichtenagentur Domei lassen er- enn^n daß die Chinesen den Versuch machten den Hongkiu-Distrikt östlich und westlich .....MI a m m e r n, roas ihnen auch teilw eise jungen au sein scheint. Oestlich und westlich

6onakiu°Distrikts geht der Kampf um den B - s?tz der P at | u - Briicke, ,di° 800 Meier mott ich des Hongkiu-Parks und nördlich des iapa- Ni ch-n Wf® über den Euiichau-Cr-ek führt. Am Freitagvormittag Zogen die Japaner ihre Li­nien vor, um die Patsu-Brucke m ihren Besitz zu dringen. Da die Chinesen die Besetzung der Brücke durch die Japaner für unrechtmäßig hielten, gingen sie gegen die Japaner vor und drängten sie

Unsere Karte gibt einen Ueberblick über Schanghai mit der Lage der Chinesenstadt T s ch a p e i, wo sich auch der umtämpfte Nordbahnhof befindet. (Scherl-Bilderdienst-M.)

hier wurden um 21.30 Uhr die Kampfhandlungen eingestellt, um gegen Morgen wieder aufzuleben.

Freitag transportierten zwei japanische und em französisches Handelsschiff 3 0 0 0 japanifaje Flüchtlinge, meistens Frauen und Kinder, aus Schanghai und den Vangtse-Häfen nach Japan. In der japanischen Kolonie Schanghai wurden alle Reservisten aufgeboten. Die Flammen der rie­sigen Brände schlagen hoch zum Himmel empor und erlauben einen Einblick, daß ganze Stadt­teile in Flammen stehen. Die Straßen sind mit Flüchtlingen gefüllt, die von Liohu am Yangtse- fluh 40 Kilometer von Schanghai fluchten muhten, weil dort Soldaten der japanischen Armee landeten, die die nördliche Flankenstellung bilden sollen. Die japanischen Stellungen am Hongkiu-Creek liegen unter chinesischem Feuer. Das japanische G e - n e r a l k o n s u l a t und die flußabwärtsliegenden Kais japanischer Schiffahrtsgesellschaften sind schwer verbarrikadiert. Mit dem Einsetzen eines Regens als Vorbote eines Taifuns trat am Samstag früh

um 3.45 Uhr (Schanghaier Zeit) eine Gefechts» pause ein, nachdem noch längere Zeit Maschi­nengewehrgeknatter und Geschützseuer zu hören waren. Große Brände, deren Zahl sich um drei weitere vermehrt hat, beleuchten gespensterhast röt­lich den Himmel über Schanghai. Das Artillerie- euer lebte dann um 4.30 Uhr erneut wieder auf. Auch mit Maschinengewehren wurde geschossen. Die Feuertätigkeit war sehr lebhaft, und man nimmt auf Grund der kurzen Salvenfolgen an, daß die Zahl der im Gefecht eingesetzten Geschütze verstärkt worden ist. Wie die Agentur Domei berichtet, mür­ben chinesische Flugzeuge eingesetzt, die das Hauptquartier der japanischen Landungstruppen in Schanghai mit Bomben belegten. Als Gegenmaß­nahme haben die japanischen Truppen ihre Luft­waffe und Flugabwehrgeschütze eingesetzt.

nicht Schritt halten.

Die Anhäufung des Goldvorrates der Welt in immer wenigeren Ländern hat ein Tempo ange­nommen daß Goldreichtum aus einem Segen sich in einen Fluch zu verwandeln droht. England hat seinen Goldschatz seit 1931 versechsfacht, die nordamerikanische Union den ihrigen vervierfacht. Dagegen ist selbst das Gold Frankreichs seit 1934 mehrmals zur Hälfte ins Ausland geflohen. Gerade die letzten Tage haben ja eine phantastische Goldflucht aus Frankreich gebracht. Würden nun England und die Vereinigten Staaten aufhören, Gold zu kaufen, das bei ihnen Zuflucht sucht, so würde das die Demonetisierung des Goldes zur Folge haben. Es würde nicht mehr den Generalnenner für die verschiedenen Wäh- rungssysteme abgeben können. Der ganze interna­tionale Verkehr würde in Unruhe und Verwirrung gestürzt werden. Wielange aber können England und USA. fortfahren, immer größere Mengen Gold zu kaufen und zu sterilisieren, nur um den Gold­preis auf seiner gegenwärtigen Höhe zu halten? Seine Herabsetzung würde katastrophale Wirkungen auf das Wirtschaftsleben der britischen Dominien, besonders Südafrikas, ausüben. Eine Gruppe von Sachverständigen, die von der Minenkammer in Johannesburg mit entsprechenden Nachforschun­gen betraut wurde, wies auf Grund eines reichhal­tigen Materials nach, daß die Hälfte der B e - Dotierung der südafrikanischen Union ihr Ein­kommen unmittelbar oder mittelbar aus den Gold­minen am Rand zieht, und daß die Hälfte des S t a a t s e i n t o m m e n s aus derselben Quelle stammt. Es gibt kaum einen Menschen in Südafrika, der nicht irgendeinen, wenn auch noch so geringen Anteil an den Gewinnen aus der Goldindustrie hätte. Die Gesamtausfuhr der südafri­kanischen Union wurde 1935 mit rund 100 Millionen Pfund Sterling bewertet; mehr als 71 Millionen Pfund kamen davon auf Goldbarren. Bei den wach­senden Spannungen zwischen den Rassen und Kla - jen, in die die Bevölkerung Südafrikas gespalten ist, kann man sich ungefähr vorstellen, was für ein Unheil ein Zusammenbruch desGold-Booms be-

Krast innewohnte, könnte die Herschaft des Goldes erschüttern.

Die Völker des Abendlandes sind jedoch eher auf dem Wege, in ihrem Geldwesen in überwunden ge­raubte Zustände zurückzusinken, als vorwärts zu schreiten. Wenn viel mehr Gold, als Jahr für Jahr in Südafrika und anderwärts mühsam aus der Erde gegraben wird, in wenigen ganz großen und zahllosen kleinen Horten versickert, ohne Han­del und Wandel beleben zu helfen, so unterscheidet sich dieser Vorgang nur in seinen Ausmaßen von dem allgemeinen Drange der Bevölkerung verkehrs­unsicherer asiatischer Gegenden, Silber in kleinen und kleinsten Mengen zu horten und dadurch feiner Funktion als Tauschmittel zu entziehen. Wenn in ben Vereinigten Staaten 900 Millionen Dollar Gold sterilisiert" werden mußten um einer Erschütte­rung des Preisniveaus des Goldes vorzubeugen, so ist das im Grunde ebenso unwirtschaftlich und um finnig, als wenn in China oder Indien Silbermen- aen in entsprechendem Gesamtwerte vom Markte m Zehntausenden und aber Zehntausenden von klei­nen Horten verschwinden. In einem Fall legt Ver­kehrsunsicherheit vorhandene Möglichkeiten lahm, Gold als Geldarbeiten" zu lassen, im anderen läßt sie die Entwicklung moderner Geld- und Kre­ditwirtschaft mit der Ansammlung von Geldstoff

In der größten Hafenstadt Asiens, Schang­hai, dem Häuptern- und Ausfuhrhafen Chinas, ist am Freitagmorgen, nachdem am Tage vorher bereits Vorgefechte eingesetzt hatten, der offene Kampf zwischen den Japanern und den Chinesen ausgeorochen. Die Japaner hatten von dem Bür­germeister von Schanghai Genugtuung gefordert wegen des Verschwindens zweier japanischer Mili­tärs. Sie haben in Schanghai die größten Textil- pinnereien, es leben mindestens 30 000 Japaner in der Internationalen Niederlassung. Der Schutz

dieser Japaner wird von der japanischen Regierung jetzt durchgeführt. Der Bürgermeister von Schang­hai hatte es abgelehnt, die chinesische Gendarmerie zurückzuziehen, Die gegen die japanischen Truppen Verteidigungslinien gezogen, Barrikaden gebaut und Drahtverhaue angelegt hatte. Er erklärte sich nur bereit, die Drahtverhaue wegzuräumen, wollte aber von einer Zurücknahme der Truppen auf die eigentliche Chinesenstadt nichts wissen. Daraufhin ließen die Japaner ihre Truppen in Alarmbereit- chaft setzen, und rund 30 japanische Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer erschienen vor den Wusung- Forts unmittelbar vor Schanghai, um neue Trup­pen zu landen.

Die Lage erinnert an die Januartage des Jahres 1932. Auch damals waren im Gewirr der Schang­haier Gassen japanische Soldaten verschwunden, und die Chinesen weigerten sich, den Japanern da- für Genugtuung zu geben. Ein Ultimatum des ja­panischen Generals wurde zwar am 21. Januar 1932 dank den Bemühungen der Engländer und Amerikaner von den Chinesen angenommen, aber am 28. Januar entbrannten in dem dichtbevölker­ten Häusermeer plötzlich schwere Kämpfe, die meh­rere Wochen andauerten. Schanghai ist so ange­legt, daß auf eine rein chinesische Südstadt eine französische Niederlassung folgt, in der auf zehn Quadratkilometer rund eine halbe Dttllion Chinesen und etwa 20 000 Ausländer leben. Dann kommt erst die Internationale Niederlassung, die von 48 Nationen besiedelt ist, einschließlich der japanischen, und die das Hauptzentrum des Geschäftslebens der Riesenstadt bildet. Auch hier leben fast eine Mil-

Kämpfe um den Aankan-paß.

Tokio, 14. Aug. (DNB. Funkspruch.) Trotzdem Schanghai im Mittelpunkt des Interesses steht, wird man erneut auf den übrigen Kampf i n Nordchina aufmerksam. Nach einem Bericht der AgenturDomei" Dringen die Japaner i n Richtung auf den Nankau-Paß vor, wo­bei sie beim Ueberwinden schwieriger Geländever­hältnisse m zähe Einzelkämpfe verwickelt werden. An Der gesamten Front macht sich st a r f e r W i - Der st and der chinesischen Zentraltrup- p e n bemerkbar, Die ein tiefes Netz von Verteidi­gungsstellungen längs den Eisenbahnlinien und den Bergen ausgehoben haben. An der Südfront herrscht an der Peiping-Hankau-Linie erhöhte Gefechtstätigkeit. Bei Lianghsiangkam es zu wiederholten heftigen Gegenangriffen der chinesischen Zentralarmee. Sie konnte jedoch von den japanischen Truppen erfolgreich zurückgeschlagen werden. Wie von chinesischer Seite gemeldet wird, planen die Japaner die Heranziehung weiterer Streitkräfte nach Nordchina. Die japanischen Mili­tärbehörden sollen Die Verwaltung Der Kailan- Kohlenbergwerksgesellschaft Davon verstänDigt haben. Daß ihr Hafen in Tschinwangtao in Der Zeit vom 15. bis 17.August zur Landung japa- nischer Truppen benutzt werden würde.

Schuh der amerikanischen Bürger in China.

Neuyork, 14. Aug. (DNB. Funkspruch.) in­folge Der Verschärfung Der Lage in China erhielt der KreuzerAugusta", Das Schlachtschiff Des USA.» GeschwaDers ist Den ostasiatischen Gewässern, Den Befehl, Schanghai zum Schutz Des Lebens und Des Eigentums Der amerikanischen Bürger anzulaufen. Die übrigen Schiffe Des GeschwaDers haben Den Befehl erhalten, in anDeren Häfen, wo sich ame­rikanische Staatsbürger befinden, vor Anker zu gehen. In Den Marinekreisen wirb erklärt, baß nicht beabsichtigt werben Truppenoerstärkungen aus Manila nach Schanghai zu entsenden. Die in ber internationalen Nieberlassung biefer Stabt befinb» lichen 1300 amerikanischen Offiziere unb Solbaten genügten, bis auf weiteres für ben Schutz ber USA.-Staatsbürger zu sorgen.

Wetterbericht

des RelchsMelterdienlles. Ausqcibeor» Frankfurt.

Unsere Witterung wirb seit Freitag burch Die Zufuhr feuchter Meeresluft begünstigt, wobei Durch- ziehenbe Störungsfronten zeitweilig verstärkte, teil­weise gewittrige Nieberkläge auslösen. Durch ben Aufbau eines Hochbruckgebietes über ben Ost- Atlantik wirb Die Zufuhr kühler Meeresluft gefor» bert.

Vorhersage für Sonntag: Wechselnbe Bewölkung mit einzelnen, meist schauerartigen Nie­derschlägen bei lebhaften, über West nach Norbwest brehenben Winben, weitere Abkühlung.

Schanghai, 14. Aug. (DNB.) Obwohl bie chi­nesischen unb japanischen Erklärungen von einanber abweichen, ba jebe Der beiben Parteien sich be­müht der anderen bie Schulb an ber Eröffnung ber Kämpfe zuzuschieben, ergibt sich am Samstag- früh boch ein ziemlich klares Bild ber Lage.

An zwei Stellen ber Stabt entbrannten bie Kämpfe mit befonberer Heftigkeit. Reibungen ber

lion Chinesen neben etwa 40 000 Auslänbern. Den Norbranb biefer Internationalen Nieberlassung haben bie Japaner inne. Nördlich biefer fremben Nieberlassung kommt abermals eine von Chinesen bewohnte Vorstabt, bas 1932 unb jetzt roieber um­kämpfte Tschapei.

Im Januar unb Februar 1932 setzten japanische Marinesolbctten, ßanbungstruppen unb Freiwillige in verhältnismäßig geringer Zahl zur Eroberung von Tschapei an, bas von etwa 3000 chinesischen Solbaten unter bem Oberbefhel bes Generals Tschen Ningschü oerteibigt wurde. Die Truppen waren modern geschult und bewaffnet und fetzten den japa­nischen Angriffen einen hartnäckigen Widerstand entgegen, so daß die Japaner, bie zunächst bis zur Eisenbahnstatton oorgebrungen waren, Tschapei nicht erobern konnten. Dafür würben bie Wusung-Forts von japanischen Schlachtschiffen niebergetämpft. Enbe Februar 1932 kam es zu neuen Kämpfen, bie Japaner nahmen Kiangwan ein, boch abermals scheiterte ein Angriff auf ben Norbbahnhof, ber mit Tanks unternommen würbe. Durch bie Vermittlung ber Amerikaner unb Englänber kam es bann zu einem Waffenstillstanb, ber allerdings im April durch bas Attentat eines Koreaners gegen japanische Wur- benträger gelegentlich einer Parabe in Schanghai unterbrachen würbe.

Schließlich einigte man sich, aber ber Geaensatz ber Chinesen unb Japaner schwelte unter ber Asche fort; die Ereignisse in Nordchina haben auch in ber Chi- nesenstabt Schanghai zu Uebergrtffen geführt, gegen bie sich bie Japaner jetzt wehren. Diesmal aUerbmgs sinb auf beiben Seiten größere Truppenmassen be­reitgestellt worben, um eine Wieberholung bes um entschiebenen Ausgangs von 1932 zu verhinbern. Nanking hat erklärt, es werbe kämpfen, es werbe bie Uebergriffe ber Japaner auch in Schanghai nicht mehr bulben, während bie Japaner bereit sinb, mit ben Chinesen zusammenzuwirken unter der Bedin­gung, daß sich China vom kommunistischen Einfluß befreit und daß die erworbenen Rechte der Japaner von ber Nanking-Regierung geschützt werben. Da beibe Auffassungen auseinanbertlaffen, mußten bie Waffen sprechen.

Die belgischen Katholiken gegen ben Oottloienkonoreh in Brüssel.

Brüssel, 13. Aug (DNB.) Der Plan Mos­kaus, in Brüssel bemnächst einen Gottlosen- kongreß zu veranstalten, ist in ber belgischen Presse auf starken Widerstanb gestoßen. Die bel­gische Katholische Partei will bei ber Re­gierung bahin wirken, daß bie Abhaltung biefes Kongresses, ber unter Aufsicht Moskaus stehe, ver­hindert werde Der Kommunismus verfolge auch mit diesem Kongreß sein Ziel zur Vernich­tung ber Zivilisation. Heber bie für biesen Zweck verrichtete agitatorische Hetztätigkeit Sowjetruß- lanbs werben bemerkenswerte Angaben gemacht. Daraus ergibt sich, daß im Jahre 1936 bie sowjet- russischen Drahtzieher zum größten Teil m Spa­nien, Frankreich, Belgien, Hollanb, ber Tschecho­slowakei unb Norb- und Südamerika gewirkt haben. Allein für Portokosten wurden von der sowjetrussi­schen Gottlosenbewegung 600 000 Rubel ausge­geben. Künftig würden diese Portokosten von ber sowjetrusfifchen Regierung übernommen werben. Die baburd) erzielten Ersparnisse würden für ben Werbefonbs Der G o 111 o s e n b e w e g u n g anDerroeitig verwenDet werben.

Kasernierte Girirmkorps in Oesterreich.

Wien, 13.Aug. (DNB.) Der Ausbau der erst kürzlich geschaffenen Sturmkorps der Va­terländischen Front, kurzSK." genannt, wird mit großem Eifer betrieben. Es wird jetzt auch ersichtlich, daß es sich bei diesen Sturmkorps nicht um Formationen handelt, die nur von Fall zu Fall in Erscheinung treten, sondern die i n ständiger Dienstbereitschaft gewisser­maßen ein Exekutivorgan der Vaterländi­schen Front darstellen sollen. In Wien und in allen Bundesländern wird daran gearbeitet, Kasernen für die Sturmkorps bereitzustellen. Zum Teil han­delt es sich um Neubauten, zum Teil werden be­stehende Gebäude für ihren neuen Zweck hergerich- tet. Die erste ber neuen SK.-Kasernen wird am Sonntag in Der Kärntner StaDt Villach ihrer Bestimmung übergeben werden. In W i e n werden SK.-Kasernen in allen Bezirken errichtet, Deren erste Mitte September ferttggestellt sein soll.

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