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Zreitag.^.Mai IQ57
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)
Hr.HO Zweites Blatt
emheit-l fachen Geräte erstaunliche Weiten erreicht. Die Vertrautheit mit den in viel Geduld gebastelten Geräten
Gerhard Bohlmann.
Hebung her Aachnchtenschar des Vannes 116
Flugplatz,
Eulenkopf
Beim Nachrichtendienst. — (Aufnahme: Zodel, Gießen.)
Neueinstellung von Führern
De gl. - (Ufa.)
bitte .Eulen-
wie den
Rrrrt lung" stelle
„Hier Vermitt-
„Hier Sprech-
komml Erfolg Arbeit.
NSG. mit:
Außer Werbern
beim Arbeitsdienst.
Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes teilt
Oie Arnsburger Madonna wiederhergestellt.
Koppenhöfers. Ein wundervoller, licher Abend, ein vorbildliches Theaterspiel.
Oie Riesenschlange ouf dem Gchiffsdeck.
Von Brasilien kam das Menagerie-Schiff „City of Rayville“ in Neuyork mit einer Ladung prächtiger Exemplare der brasilianischen Tierwelt an, um den zoologischen Gärten der Vereinigten Staaten neue Vögel, Reptilien, Fische und Raubtiere zuzuführen. Während der Ueberfahrt hatte das Schiff, als es noch in den tropischen Gewässern war, ein aufregendes Abenteuer. Aus einem eisernen Käfig war eine sieben Meter lange Riesenschlange entflohen, ohne daß es zunächst jemand bemerkte. Plötzlich aber erschien sie in den Gängen, zwischen den Kisten, vor den Fenstern der entsetzten Mannschaft und vor den Passagieren und rief überall eine Panik hervor. Es erwies sich als unmöglich, sie wieder einzufangen, und der Kapitän ließ sie nur beobachten, da er annahm, daß die größere Kälte in höheren Breiten da^ riesige Tier bald lärmen würde. Das geschah auch in der Tat In dem Maße wie die Temperatur sank, kroch die Riesenschlange an Deck den Strahlen der Sonne nach, bis sie sich schließlich um eine Winde im Schiffvor- verteil wickelte. Dort blieb sie halb gelähmt während während der ganzen Fahrt bis zum Hafen. Hier erweckte der Tierbändiger E. S. Ward die Schlange mit einer starken Heizlampe, und dann gelang es ihm, mit Hilfe dieser Lampe, der das Reptil immer nachfolgte, sie in den Käfig, den man auf Deck aufgestellt hatte, zurückzubringen.
Im Vorprogramm läuft ein Kulturfilm mit spanischen Landschaften, die Wochenschau und em Vorspann zu „Krach und Glück um Künnemann .
Hans Thyriot.
leistet. Sie stachen Fernsprechleitungen an, lauschten die Gespräche der einzelnen Stationen ab und gaben sie sogar über ihren selbstgebauten Zweiröhrenverstärker'in den Lautsprecher. Umgekehrt ärgerten diese auch die „Strippenzieher", indem sie in die angezapften Leitungen hineinsummten, morsten und sprachen. Darüber wäre es beinahe zur Keilerei gekommen. Sie versuchten sogar auch Rundfunkmusik auf die Leitung zu geben.'Das klappte aber nicht ganz.
Wenn man bedenkt, daß alle Geräte von den Hitlerjungen in vielen Winterabenden selbst gebaut wurden und daß diese Hebung erstmalig die Brauchbarkeit ihrer Werkarbeit unter Beweis stellen sollte, so kann man sich die Freude der Hitlerjungen am Gelingen vorstellen. Alles hatte wirklich vorzüglich geklappt! Beim Blinken wurden trotz der sehr ein-
kopf besetzt." — Solches und Aehnliches mehr konnten am Sonntagnachmittag Spaziergänger an der Rödgener Straße aus einem Lautsprecher hören. Und das kam so:
Die Nachrichtenschar des Bannes 116 führte eine kleine Hebung mit dem Gerät durch, das sie sich im Winter zusammengebastelthatte: DieBlin- k e r bauten drei gut getarnte. Blinkstellen aus und waren bald eifrig an der Arbeit. Ein Blinkspruch nach dem andern wurde durchgegeben. Die Funker errichteten eine Morsehöranlage an zwei Stellen im Gelände in
Das Staatstheater am Gendarmenmarkt erfüllt seine Aufgabe, die Meisterwerke großer klassischer Kunst zu spielen, Jürgen Fehling, dessen monumentaler „Richard IH."^Aufsehen er-
Das Prado-Museum zu Madrid.
Don Ernst v Niebelschiitz
Die spanische Akademie für Geschichtskunde und das Komitee der Museumsoerwaltung des Prado erheben schärfsten Protest gegen die etwaigen Verkäufe gestohlener Gegenstände des spanischen Kunstschatzes, die als ungültig zu betrachten sind.
Seit Monaten wird um die spanische Hauptstadt ein erbitterter Stellungskrieg geführt. Unermeßliche Kunstwerte drohen der Kulturwelt verloren zu gehen, u. a. auch die Gemäldegalerie des Prado-Mu- seums. Niemand weiß Sicheres über ihren Verbleib. Man spricht von großen Verkaufen nach Amerika, andere wollen wissen, daß der größte Teil der Gemälde in Valencia in sicherem Gewahrsam sei. Wie uns dünkt, haben wir zur Sorge mehr Anlaß als zur Hoffnung.
Unter den großen europäischen Gemäldesammlungen nimmt der Prado — der Name bezieht sich auf eine schon von Lope de Vega besungene Wiese (pratum) — schon insofern eine Sonderstel-
Heber allen Plänen für die Pfingstfeiertage seien die reichen Schätze des Oberhessischen Museums, der Gailschen Sammlungen und des Museums für Völkerkunde nicht vergessen. Viele Fremde werden während dieser Tage in Gießen weilen. Für diese, für alle daheimgebliebenen Volksgenossen wer- die Sammlungen im Alten und Neuen Schloß
Spätgotische Madonna aus dem Kloster Arnsburg. (Aufnahme: Oberhessisches Museum.)
an beiden Festtagen von 11 bis 13 Hhr zugänglich sein. Schon allein wenige Stücke lohnen den Besuch.
Wir erwähnen hier besonders die vor wenigen Wochen unter fachkundiger Hand in Kassel wiederhergestellte sogenannte Arnsburger Madonna. Allein vier Hebermalungen mußten heruntergenommen werden, um die alten Farben wiederzugewinnen. Es ist klar, daß vieles durch den Zahn der Zeit vernichtet worden ist. Trotzdem ist das Meisterwerk durch die Restaurierung zu neuer Pracht wiedererstanden. Die Arnsburger Madonna ist in spätgotischer/ Zeit zwischen 1400 und 1430 entstanden. Sie ist wohl eines der bedeutendsten Stücke, das je von einem hessischen Meister geschaffen worden ist. Schon dieses Werk allein ist eines längeren Verweilens würdig.
Darum noch einmal: Besucht an Pfingsten die reichen Gießener Sammlungen! Durch die Anteilnahme aller Volksgenossen kann die Neuordnung im Gießener Museum bestimmt weit besser und schneller vorwärts getrieben werden.
bildete Krank e". Man kennt Aufführungen, die aus dem Moliereschen Spiel eine prosaischrealistische Krankengeschichte machen, in der die Medizinflaschen und Klistiere des Herrn Argan im Mittelpunkt stehen. Hier aber wird alles auf die Höhe einer reinen spielerischen Heiterkeit erhoben. Musik (von Mark Lothar) leitet das Spiel ein und begleitet es, Musik ist in der Verteilung der einzelnen Stimmen. Musik und Tanz gibt es am Ende des zweiten Aktes, als das von Moliere geforderte Ballett tzwirklich auf der Bühne erscheint, und das Szenenbild Rochus Glieses mit den wunderschön abgetönten Kostümen, gibt zahllose Gelegenheiten, immer neue und reizvolle Farben- Stimmungen zu entfalten, deren bunter Reigen die Handlung bis zum Ende durchzieht. Hier zeigt ein bedeutender Spielleiter, wie eine solche Komödie aus dem Geiste des Dichters beispielhaft anzulegen, aufzubauen und durchzuführen fei; wie man ausgelassen, toll, wirbelnd, grotesk und marionetten- haft spielen kann, ohne Stil und Kultur der Aufführung zu verletzen. Das beweisen auch die Mitwirkenden, Aribert Wäscher, der eingebildete Kranke, ein Komiker von hohen Graden; die mario- nettenhaft unbeteiligte Frau Pamela Wedekinds, die grotesken Aerztegestalten (Paul Bildt, Clemens Hasse, Albert F l o r a t h), der Bruder Will Dohms und das Liebespaar Lotte Bettes und Hannsgeorg Laubenthals, endlich die sprudelnd-übermütige Toinette Maria
den regelmäßigen Einstellungen von Be- für die Führerlaufbahn im Reichsarbeitsdienst finden zum 1. Oktober 1937 zusätzlich Einstellungen von solchen Bewerbern aus dem Gau Hessen-Nassau statt, die zu diesem Zeitpunkt ihren
war gewachsen. Jeder hat gemerkt, woraus es an» und was noch zu bessern ist. Dieser volle aber wird der Ansporn sein zu neuer
Von tiefer Ehrfurcht vor Äort und Wesen des Werkes war auch Lothar M ü t h e l s Inszenierung von K l e i st s „A m p h i t r y o n" erfüllt, der zehn Jahre in Berlin nicht mehr gespielt worden war. Müthel ließ der Komödie, in der zugleich eine Tragödie verborgen liegt, ihre Zwiespältigkeit, ohne zu versuchen, das komische oder das tragische Element in der Auffühung stärker durchzuzeichnen, als es Kleist in der Dichtung tat. Zwei ssomiker von hohem Rang, Will Dohm als köstlicher Sosias und Aribert Wäscher als sprachlich außerordentlich präziser und darstellerisch hintergründiger Merkur, sowie Käthe Haack als Charis durften aus dem Vollen des Lustspiels schöpfen. In Günther H a - dank stand ihnen ein heftig ausbrechender Amphi- tryon und in Hilde Meißner eine Alkmene von antikischer Schönheit und demütig-stolzer Liebesfähigkeit gegenüber. In der Mitte ragte die prachtvolle Leistung Paul Hartmanns auf, der die Liebessehnsucht und die Hoheit des Gottes Jupiter mit strahlender Innerlichkeit und geschmeidiger Kunst der Versbeherrschung gestaltete, aber mit feinsten Mitteln der Mimik und des Tonfalls durch den Ernst der Worte die Schalkhaftigkeit des wissenden Verwirrers blitzen ließ. Die Aufführung, ergötzlich in ihrer zuchtvollen Komik und ergreifend in der tragischen „Verwirrung des Gefühls", ist ein Musterbeispiel für den werkgerechten Jnszenierungs- stil, den das S t a a t s 11) e a t e r für klassische Kunst herausgearbeitet hat.
Johannes Jacobi.
Zeitgenössisches und klassisches Lustspiel
Theaterbrief aus der Reichshauptstadt.
neun Monate in Madrid weilte, dort Tizian kopierte, aber auch eine Unmenge eigner Bilder malte. Man kann sich also leicht vorstellen, mit welchen Raumansprüchen Rubens im Prado auftritt. Nur München kann einigermaßen damit konkurrieren. Aber damit nicht genug, hat Philipp II. auch in Italien riesige Bilderankäufe getätigt. Damals kamen die herrlichen Raffaels nach Spanien, darunter die „Madonna mit dem Fisch", neben der Sixtina in Dresden wohl das schönste Altargemälde des Meisters, und das köstliche Kardinalsporträt.
Die Bourbonen haben die Galerie des Prado vor allem mit dem Werk eines großen spanischen Malers bedacht, des letzten von universaler Bedeutung: Francisco Goyas. Auch find sie es gewesen, die die lange in den verschiedenen Schlössern verstreuten und keinem profanen Blick erreichbaren Bilderschätze allgemein zugänglich gemacht und zu diesem Zwecke am Ostrande der Hauptstadt das Museo del Prado errichtet haben — als eine Ruhmeshalle des spanischen Namens, der wir wünschen, daß sie der erneuerten Nation erhalten bleiben und ihr dazu verhelfen möge, ihr ewiges Sinnbild wiederzufinden.
ich wirklich empfinde ... und so habe ich während der Aufnahmen zu „Manja Valewska" viele wirkliche Tränen gemeint .. ■" Ausgezeichnet wirkt Peter Petersen als Graf Alexander; abermals spielt er den gleichen Figurentypus, mit dem er in „Maskerade" begann, den er in der „Kreutzersonate" wieder aufnahm. Man sollte diesem Darsteller einmal ein anderes, seiner starken Begabung und persönlichen Eigenart entsprechendes Tätigkeitsfeld erschließen; es würde sich gewiß lohnen. In Hans Schott-Schobinger lernen wir einen neuen jungen Darsteller kennen, der sich als Oginski sehr sympathisch einführt. Im Ensemble heben sich ferner die Tschechowa und Ernst D u m ck e mit charakteristischen Leistungen hervor. Auch die kleine Traudl S t a r k, die wir früher schon ausführlicher zu sehen bekamen (in dem Film „Seine Tochter ist der Peter"), ist in ein paar Kinderszenen dabei, während im dunklen Zuschauerraum schon heimlich die Taschentücher hervorgeholt werden. Giuseppe B e c c e schrieb eine weiche, melodiöse Begleitmusik. An der Kamera standen Otto Martini und Karel
lung ein, als er ein völlig organisches Gebilde darstellt, in dem jeder Teil ein getreuer Spiegel der nationalen Geschichte des Landes ist. Diese Einheit ist der lebendige Kunstsinn und der leidenschaftliche Sammeleifer der spanischen Könige, die in ihrem Kunstgeschmack so ganz Ausdruck des spanischen Charakters waren, daß auch das spätere Anwachsen der Sammlung dem Nationalgeist, der großen Partien des Prado die Signatur gibt, nicht Abbruch zu tun vermochte. Bei den einheimischen Meistern versteht sich das von selbst; es ist keiner darunter, dessen mehr ernste als heitere, nicht selten zum Fanatismus geneigte Gemütsart sich nicht sogleich aufdrängte. Aber auch die Italiener und Altniederländer sehen in Madrid anders aus als in ihrem Ürsprungslande: herber und unbedingter. Man hat zuweilen den Eindruck, als hätten im Lande der Inquisition selbst Tizian und Rubens dem Geiste der Gegenreformation den Tribut gezollt. Dazu will es paffen, daß die Bilder der 'holländischen Genremaler fast ganz fehlen, und selbst ein Genius wie Rembrandt nur mit einem einzigen Werke vertreten ist. Das spanisch-habsburgische'Hofzeremoniell konnte diesen Bildern eines fremdgläubigen Volkes, die sich nicht einmal durch einen „Inhalt" empfahlen, keinen Zutritt in die Paläste Madrids gewähren. Ebenso tritt die deutsche Schule zahlenmäßig zurück, doch gehören die drei Dürer zu den anerkanntesten Perlen der Sammlung.
Die Dürerbilder stammen aus dem Besitz Karls V., doch will das wenig besagen gegenüber dem Schatz von Gemälden Tizians, die dieser Monarch und sein Sohn Philipp II. zusammenbrachten. Ganz Venedig hat nicht so viele Werke des Meisters wie der Prado, diese größte und erlesenste Tizian-Sammlung der Welt. Das meiste ist auf Bestellung gemalt, so das Porträt ties Kaisers in ganzer Figur mit der Dogge und das großartige, auf dem Augsburger Reichstag entstandene Reiterbildnis des Sieaers von Mühlberg. Die berühmten mythologischen Gemälde des Venezianers hat der Herzog von Ferrara bei- gefteuert, der sich durch Hergabe seiner Tizians die Gunst des Kaisers zu erkaufen wußte. So hat fast jedes Bild feine Geschichte in der größeren des Herrscherhauses.
Den größten Zuwachs erhielt der Kunstbesitz der Habsburger aber erst durch Philipp IV., den Mäzen des V e l a s g u e z. Von diesem „Maler ohne Publikum", der als Zeremonienmeister seines Königs fast ausschließlich für den Hof malte, sind gut drei Viertel seines Lebenswerkes heute im Prado-Mu- feum vereinigt: die glorreichste Offenbarung des spanischen Genius, die mir kennen. Neben Velasquez tritt fein nordischer Antipode Rubens, der 1638
Berlin, im Mai. I
Ein altes Berliner Theater ist neu geworden: 1 die Kammerspiele, das neben dem Deutschen Theater in der Schumannstraße gelegene Haus, das in den letzten Jahren nur zu gelegentlichen Studio-Aufführungen benutzt wurde, ist wiederum ■ in die Reihe der regelmäßig spielenden Bühnen getreten, und m dem ersten Programmheft dankt Heinz Hilpert — dem jetzt außer dem Deutschen Theater auch die Kammerspiele unterstehen — dem Reichsminister Dr. Goebbels als dem Initiator und Förderer dieser Neugestaltung dafür, daß der Umbau so entzückend und schmuck geschehen konnte. Der Raum, der einst mit dunkelbraunem Mahagoni verkleidet war, was vor dreißig Jahren als „einfach und stilvoll" gelten mochte, ist jetzt in zarten und lichten mattgrauen Farben gehalten, und aus kristallenen Kronleuchtern rieselt das Licht über die Wandbilder, Figurinen und theatralische Symbole, die die Bestimmung des neuen Hauses ankünden: der heiteren Kunst zu dienen. Dieses „Theater der Vierhundert" wurde mit dem Lustspiel einer bisher unbekannten Engländerin eröffnet, mit Dodie Smiths Spiel „Der erste Frühlingstag". Neun Bilder aus dem Leben einer englischen Familie erzählen, wie Mutter und Vater, Kinder und Stubenmädchen durch die erste Frühlingsahnung ein wenig durcheinander gebracht werden, bis sich am Abend dieses Tages wieder alles ziemlich ins Gleichgewicht geschoben hat. Heinz Hilpert spürt den komischen und elegischen Schwingungen dieser dramatischen Plauderei sehr sorgsam und liebevoll nach, und es entsteht — unter Mitwirkung von Ernst K a r ch o w und Leopoldine K o n st'a n t i n , Lida Baarova und Hrsula Grable y, Hilde Volk und Wilfried Sey- ferth — ein Kammerspiel, das mit Heller Freude ausgenommen wird. Da also am Beginn der neuen Bühne die Leistung steht, sollte man für ihle Zukunst nicht zu fürchten brauchen.
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Die Komödie von Dodie Smith ist für Deutschland eine Hraufsührung. 'Sonst aber scheinen die Berliner Bühnen, da es'nun in die Sommerspielzeit geht, nicht sehr geneigt, sich auf das Wagnis einer Premiere einzulassen, und auch das neue Werk Rolf Lauckners „Der Hakim weiß e s", das im Theater in der Saarland st raße unter der Leitung Heinz Dietrich K e n t e r s herauskommt, ist von manchen Aufführungen im Reich bekannt. Es empfiehlt sich auch hier durch gedankliche Tiefe, sprachliche Gepflegtheit und die Hngewohnlichkeit des Vorwurfs. Ein seltsamer Abenteurer erscheint in einer kleinen ostpreußischen Hafenstadt, wo er durch seine romantischen Erzählungen und weitgreifenden Pläne Hnruhe entfesselt; ein junger Mensch wird von der Hnternehmungslust des Fremden ergriffen, will seine Braut verlassen und dem Verführer nach Asien folgen. Die Kleinstädter träumen schon von großen baulichen Erweiterungen und von der Anlage eines Heilbades — da erscheint die Frau jenes Fremden und enthüllt ihn vor den Zuschauern als einen Phantasten, als einen Verwandten des Hjalmar Ekdal (aus Ibsens „Wildente"), der in Plänen und Entwürfen groß ist, aber vor der Wirklichkeit immer versagt hat. Während er seine Erfüllung in abenteuerlichen Träumen suchte und andere beglücken wollte, und ohne sich selbst helfen zu können, ist ihm sein Glück immer nahe gewesen: in dem festen und sicheren Wesen seiner Frau. Diese beiden Gestalten stehen in der Mitte der Aufführung: Christian K a y ß l e r und Maria P a u d l e r.
„Manja Valewska
Gloria-Palast.
Die Wett des alten Rußland vor dem Kriege mit all ihrem Glanz und ihrer Pracht wird — wie schon so oft im Film — wieder lebendig als eigentümlich geschlossener, stimmungsreicher Schauplatz der Geschichte von Manja Valewska. Dies ist, wie das Programmheft berichtet, der erste filmische Versuch einer jungen Autorin, Maria Stephan, die das Buch schrieb und die künstlerische Leitung hatte. Eine Liebes- und Ehegeschichte. Das Mädchen, Manja liebt — vom Augenblick der ersten Begegnung an — einen jungen Offizier, dem Leutnant Jaro von Oginski; er will sie heiraten, aber fern Regimentskommandeur verweigert es ihm, als oer Leutnant im Glück seiner Liebe und im Leichtsinn feiner Jugend eine hohe Summe am Spieltisch verloren hat. Manja geht eine Vernunftehe mit dem sehr viel älteren Grafen Dalewski ein, kann aber Jaro nicht vergessen und sieht ihn auch wieder. Die Ehe bleibt, obwohl ein Kind geboren wird, unglücklich und endet schließlich mit der Trennung. Hn- miUelbar daraus wird Valewski erschossen aufgefmv den; Manja wird des Gattenmordes beschuldigt und in der öffentlichen Verhandlung trotz einigen günstigen Aussagen so schwerwiegend belastet, daß ihr Schicksal schon besiegelt scheint: da rettet sie die Aussage ihres Kindes, das allein die letzte Begegnung der Ehegatten miterlebt hat. Nun steht dem Gluck Manjas und Jaros nichts mehr im Wege. Dies ist der Hmriß der Handlung. Der Spielleiter Josef R o v e n s k y hat es verstanden, die eigenartig starke und lebendige Atmosphäre der russischen Vorknegs- roelt in seinen Bildern empfinden zu lassen, und hat eine Reihe von guten und einprägsamen Szenen geschaffen: der an Figuren, an Zwischenfällen und dramatischen Steigerungen reichen und spannenden Gerichtsverhandlung steht als die schönste und zarteste Szene des ganzen Films jene schon erwähnte erste Begegnung der Liebenden gegenüber, die unter merkwürdigen und leise erheiternden Begleitumständen vor sich geht Maria A n d e r g a st spielt die Gräfin Manja — als junges Mädchen erst dann als junge Frau und Mutter, fein und beseelt gleicherweise im Jubel des Liebesglücks rote wahrend der schmerzlichen Trennung. „Meine Freude war groß", so sagt sie selbst, „ate ich das Buch des Films in die Hand bekam. Die Rolle der Mania umfaßt in der Tat ein ganzes Lebensschicksal, und sie bot mir daher ungewöhnliche schauspielerische Wandlungs- und Entwicklungsmöglichkelten ... Es liegt in meiner Art, daß ich nur spielen kann, was
einer Entfernung von drei Kilometer, um ihre im Henn erworbene Hor- fertigkeit auch im störenden Geräusch des Waldes und der Straße zu erproben. Erst wurden die Funksprüche „frei" durchgegeben, aber dann wurde die Sache etwas schwerer. Die wichtigsten Funksprüche wurden „verschlossen". Hier heißt es sehr achtgeben. Wird ein Fehler beim Verschlüsseln gemacht, dann kamt die Gegenstelle den Spruch schwer entziffern. Die Fernsprecher bauten und betrieben ein Fernsprechnetz. Da sie es noch nicht zu einem Klappenschrank gebracht haben, mußte die Vermittlung aus fünf Feldfernsprechern verschiedener Bauart behelfsmäßig aufgebaut werden. Der Auf- und Abbau der Leitungen aus leichten und schweren Feldkabeln ging mit erstaunlicher Schnelligkeit vor sich. Die Erzbastler von der Bastlerkameradschaft hatten regte? Z? oH tr ..sTt'c’iü g'e J M nach langem Ueberlegen etwas bejonderes ge-


