Ausgabe 
14.4.1937
 
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Nr. bk Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhefsen)Mittwoch. 14.April |937

Aus dem Reiche der Krau.

Kennst du deine Nähmaschine?

23on Brigitte Lühr

Jetzt hat die Nähmaschine wieder ihre große Zeit. Der Frühling kommt, auch wenn draußen auch Flocken wirbeln und Hagelkörner an die Fensterscheiben prasseln! Vor allen Dingen muß die Frühjahrsgarderobe instand sein, damit man beim ersten warmen Sonnenschein von den Wrnter- sachen Abschied nehmen kann. Nun, dieser Abschied wird keiner Frau schwer fallen, denn die bunten Frühlingsstoffe warten auf Verarbeitung!

Die Nähmaschine ist der Hausfrau treuester Freund. Aber sie verlangt auch, daß man sie wie einen wirklichen Freund behandelt, sie duldet nicht, wenn man sich nicht um sie kümmert, wenn man sie vernachlässigt wenn man ihr untreu wird! Sie rächt sich indem sie krank wird! Plötzlich schlägt iLrHerz" nicht mehr regelmäßig, es macht Sprünge, die Maschine streikt! Oder: die Hausfrau hat es versäumt, für dieSchönheitspflege" ihrer Nähmaschine etwas zu tun. Sie hat die feinen Ritzen und Fugen nicht geölt, und der Staub hat sich wie Puder auf alle Teile gelegt. Auch dies nimmt die Nähmaschine mit Recht übel, sie verlangt eine Sorgfältige Pflege. Rostflecken an der Maschine müssen inil Petroleum entfernt werden, es bekommt jeder Nähmaschine gut, wenn man ihr einmal im Jahr ein Petroleumbad verabreicht.

Die Nähmaschine stellt der Hausfrau eine ganze Reihe Hilfsmittel zur Verfügung, die das Arbeiten erleichtern und vor allen Dingen Zeit sparen. Da ist zunächst der Kapper, mit dem man Nähte, ohne vorzuheften, nähen kann. Die erste Naht ver­bindet die beiden Stoffteile von denen der untere 2 Millimeter übersteht, miteinander, die zweite steppt den hochstehenden Saum fest, nachdem die erste Naht geglättet ist. Der Kapper spart also gut die Hälfte der Arbeitszeit.

Besonders beliebt bei den keinen und zarten Frühlingskleidern sind schmale Säume. Der Säu­me r f u ß verhilft uns dazu, nur muß man auf­passen, daß der Stoff richtig in den gedrehten Schlitz des Fußes geschoben wird, so daß nicht zu viel und nicht zu wenig Stoff gefaßt wird Oft kommt es beim Krägelchennähen vor, daß man gleichzeitig auch Spitze mit annähen möchte. In diesem Fall legt man diese unter den Säumerfuß und hat darauf zu achten, daß die Spitzenkante im Bruch des Saumes liegt So hat die Hausfrau gar keine Mühe, Spitzen in Stoff einzusetzen. Die Angst z. B., Einsätze in Wäschestücke zu nähen, die oft eine Hausfrau davon abhielt, fällt nun weg.

Zu den beliebtenTausendfüßlern" der Näh­maschine gehört auch der E i n f a s s e r. Um ganz gleichmäßige Schrägstreifen zu schneiden, bedient man sich einer Schrägstreifenführung, die auf die eine Spitze der Schere geschoben wird. Man knifft Len Schrägstreifen zuerst zur Hälfte, schneidet ihn Ipitz und führt ihn in den Einfasser, bis die Nadel ihn faßt, legt den einzufassenden Stoff bis zum Bruch des Schrägstreifens ein und steppt ihn an. Schmale Blenden können auf diese Weise gleich­zeitig genäht und aufgesteppt werden.

Der Kräusel er sollte auch bei jeder Näh­maschine vorhanden sein, denn er kräuselt nicht nur feen Stoff oder die Spitze, er näht auch gleichzeitig noch einen Einfaß-Streifen oder ein Bärtchen zum Decken mit an. Durch Umstellen näht er auch Plisseefalten.

Lohnliste und Haushaltsiitte.

V. A. Wir heißen Lohn den Ertrag einer Arbeit, die einmal für das Ganze in einer bestimmten volkswirtschaftlich geregelten Ordnung an einer be­stimmten Stelle im Arbeitsprozeß geleistet wurden, und der Lohn steckt in einer Tüte, auf der es genau und ordentlich drauf steht, was man und was man nicht bekommt, weil es wiederum an das | Ganze zur Aufrechterhaltung einer sozialen Vor­sorge zurückgeht. Auch für die Steuer natürlich. Nach dem Muster der Lohntüte hat sich in vielen gut geleiteten Haushalten ein gewissesTüten­prinzip" eingeführt. Kluge Hausfrauen, die Ordnung l im Haufe halten wollen, sagen: Man nehme 11m Ordnung in die Einteilung des Wirtschaftsgel- des zu bekommen, Tüten oder Briefumschläge. Man beschriftet sie mit: Miete, Licht, Gas, Elektri- (ität, Löhne, Spezialabgaben usw., kurz, mit all i en Posten, die regelmäßig und jeden Monat zu bezahlen sind. Gleich, wenn das Wirtschaftsgeld lommt, immer den betreffenden Posten in die be- I treffende Tüte. Dann hat alles seine Ordnung. Man !«ann'sich noch eine Reihe von Tüten machen, tn ! ie das hineinkommt auch monatlich verteilt was für Anschaffungen im laufenden Jahr bestimmt | ijft. Es wird sich schnell Herausstellen, daß diese Tüten einen gelinden Zwang zur Sparsamkeit und Ärdnung ausüben. Das Wichtigst ist natürlich da- 1 bei, das Geld von vornherein so einzuteilen, daß ] leine Anleihe von einer Tüte zur andern möglich i t. Es soll eben ein bestimmtes Gesetz der Tüten ||ür die vorsorgliche Hausfrau bestehen.

Eine Tüte dabei wird eine besondere Rolle spie- |l*n, weil sie die Beträge enthält, die mit Rücksicht cuf die besonderen Schicksalsschläge in diese Tüte lineinfommen. Das ist die Schicksalstüte. Die muß ha sein. Sonst ist die Planung unvollkommen und man hat nicht an das Wichtigste gedacht an die uorforgliche Sicherung von Leben und Gesundheit ter Familie.

Sie verstehen jetzt schon, was damit gemeint ist. £ict)t eine Tüte, wie man sie manchmal auf den Jahrmärkten bekommt. Dort zieht sie ein Papagei rver sonst ein komisches Tier aus einem Kasten ; hsraus. Darin steckt ein Zettel, auf dem Ihr per- f. nliches Schicksal ausgeschrieben steht Das ist ein bller Schwindel, mit dem ohne viel Mühe und Ar- Ifeit Geld verdient wird. Die Schicksalstüte, die wir meinen, das ist die, die wir.selber dazu gewählt haben, unsere Spar- und Vorsorgetüte. Auf ihr sisht das Wort: Lebensversicherung. Natürlich das ist klar, man kann auch mit dieser Tüte Schick- ftlsschläge nicht abwenden. Aber man kann wenig­st ns durch eine Lebensversicherung sie in ihren äußeren Härten mildern. Wenn einmal eine solche litte da ist und regelmäßig vom Wirtschaftsgeld in \\* die Prämie für die Lebensversicherung hmein- k mmt, dann stehen Frau und Kinder im Falle des Indes ihres Ernährers nicht ohne Mittel da. Sie hiben Ordnung gehalten, und vorgesorgt und nun I i)uben sie eine schöne Hilfe. Erlebt der Vater aber IcEbft die Auszahlung der auf einen bestimmten

Termin gelegten Lebensoersicherungssumme, dann ist es um so schöner. Dann heimst er den Lohn sei­ner Voraussicht noch zum eigenen Genüsse em. Die Lebensversicherung stellt die Verbindung mit ande­ren vorsorglichen Menschen her, die sich freiwillig in der Gemeinschaft der Versicherten zum gemein­samen Gefahrenschutz zusammengeschlossen haben.

Laß fein Vrol umlommen!

V. A. Nichts umkommen zu lassen, alle Reste von Speisen zu verwerten, das ist die wirksame Maßnahme der deutschen Hausfrau in Stadt und Land, um im Kampf gegen den Verderb von Nah­rungsgütern mitzuhelfen. Es gibt so viele Möglich­keiten, Speisereste vom Mittagstisch für Abend­brotgerichte oder Nachspeisen neu herzurichten, Möglichkeiten, die von den einsichtigen und verant­wortungsbewußten Hausfrauen ja feit langem er­folgreich angewendet werden

Darüber hinaus sollte die Hausfrau aber darauf achten, daß in ihrem Haushalt auf keinen Fall

Vier Kinderkleider aus Kattun zeigt heute unsere Modeskizze.

Das groß karierte Kleid (1) ist in ab= wechselnd grabe und schräg lausenden Bahnen ge­schnitten. Es hat vorne wie hinten je zwei Falten, zwei aus dem Schnitt entstehende Taschen und halblange Puffärmel. Den rückwärtigen Verschluß bilden kleine, schwarze Kugelknöpfe, der schmale 'Gürtel ist aus Lackleder.

Das rosa Kleidchen (2) erhält seinen Reiz durch die fortlaufenden, einseitig gelegten Falten

das Kostbarste, das tägliche Brot verdirbt. Wie ost findet man Brotschnitten vertrocknet und verschim­melt in irgendeiner Ecke, in Schränken oder irgend­einem Schubkasten. Sie schneidet ihrer Familie und häufig ihren Angestellten das Brot und gibt es ihnen zur Arbeitsstelle mit. Der eine oder andere hat an diesem Tage gerade nicht die richtige Eßlust und wirst das Brot weg, eine Unsitte, die leider noch heute stark verbreitet ist. Die Hausfrau aber kann mithelfen und dafür Sorge tragen, daß alle Familienangehörigen und alle Kostgänger wieder die Ehrfurcht vor dem täglichen Brot bekommen.

Sollte also jemand sein Brot nicht mehr aufessen können, so scheue er sich nicht, das Brot zurück­zugeben. Jede deutsche Hausfrau wird sich über eine solche Haltung freuen und das zurückerhaltene Brot einer nützlicheren und wertvolleren Bestim­mung zuführen, als es das Vertrocknen oder das Verschimmeln darstellt. Es muß sich heute jeder darüber klar sein, daß er nicht allein für sich lebt, sondern daß er für sich und seine Handlung der deutschen Volks- und Schicksalsgemeinschaft gegen­über verantwortlich ist.

Es wird auf den Schultern, an den Aermeln und an dem Gürtel durch Perlmutterknöpfe geschlossen.

Aus hellblau-weiß-kariertem Mate­rial ist das einfache Kleidchen (3) mit den Knopf­leisten am Ausschnitt, den Aermeln und den Ta­schen. Das Krägelchen ist aus weißem Pique.

Das Hängerchen (4) mit den Abnähern und den Schulterstücken an der Passe ist aus hell­gelbem Kattun mit weißen Kringeln. Das Krägelchen und die schmalen Blenden an den Puff­ärmeln sind aus weißem Leinen. H.

Unser letztes Wmtergemüse.

Äon Knda Aisch, Bad-Nauheim.

Es dauert Heuer länger als sonst, daß der Früh­ling uns frisches Grünzeug für den Kochtopf liefert. Um so dankbarer halten wir das noch vorhandene alte Wintergemüse in Ehren. Freilich: Es hat an Schmackhaftigkeit eingebüßt. Da müssen wir mit unserer Kochkunst nachhelfen und kochen einmal etwas anderes als sonst. Außerdem: Erst wenn alles gut aufgegessen ist, wird gut Wetter! Wir wollen mit unserm Kochen helfen, daß die Früh­lingssonne endlich kommen kann.

Kohl" undKohl" kann sehr zweierlei sein. Kochen wir einmal Weißkraut mit Süß­most: Ein Kilo Weißkraut wird feingeschnitten wie immer und mit ganz wenig Wasser und Salz fast weich gekocht. Das Wasser muß einkochen. Dann gibt man ein Glas Apfelsüßmost daran, schneidet einen Apfel mitsamt der Schale kurz und klein, mischt ihn darunter und schmeckt mit Zitronensaft etwas säuerlich ab. Alles kocht noch einige Minuten. Das Süßmostkraut ist ein Mittelding zwischen Sauerkraut und Schmorkohl und schmeckt gut zu gebratenem Fisch oder Fleisch. Aber es gibt auch ein selbständiges Mittagessen, wenn wir dazu Salz­kartoffeln reichen, die mit ein wenig brauner Butter beträufelt sind.

Haben Sie schon einmal versucht, Lauch w i e Koteletts zu braten? Da wo die Blätter an­fangen, sich zu teilen, schneiden wir den Lauch ab. Die festen Stangen kochen wir in Brühe oder Salzwasser fast weich. Dann nehmen wir sie her­aus und teilen sie den langen Weg in Hälften. Zuerst wälzen wir sie in unserem neuen Weizen­mehl Type 1050, dann inHzerklopftem, verdünntem Ei und in geriebenem Brot. Mit etwas Pfeffer und Salz bestreut braten wie sie wie Koteletts. Sie sind eine gute Beilage zu Kartoffelbrei.

Leiterchen mit Lauch. 500 Gramm unge­pökelte Schweindrippchen, sogenannteLeiterchen", werden wenig gesalzen, knapp mit Wasser bedeckt aufs Feuer gesetzt. Dann schneidet man etwa 4 bis 6 mittelgroße Lauchstangen in fingerdicke Scheiben, packt sie auf das Fleisch, deckt zu und kocht alles weich. Jetzt nehmen wir von der Brühe eine Klei­nigkeit ab, lassen dies abkühlen, verrühren einen kleinen Teelöffel hellen Honig darin und schütten dieses Anrührsel zu den Leiterchen. Man gibt sie mit Salzkartoffeln zu Tisch.

Auch die Gelben Rüben haben schon sehr an Geschmack verloren:» sie schmecken sozusagen nach nichts. Dem können wir gut abhelfen. Sind die Rüben feingeschnitten, geben wir etwas Fett in den Topf, die Rüben darauf, gießen eine Spur Wasser ZU und kochen sie knapp weich. Etwas von der Koch- brühe nehmen wir ab und lassen es abkühlen. An das Gemüse geben wir eine Helle Mehlschwitze zum Binden und zum Schluß die abgekühlte Brühe, in der wir etwas Bienenhonig verrührt haben. Auf einen Liter Gemüse rechnet man einen gestrichenen Teelöffel Honig. Der Honig bringt alle erschlafften Lebensgeister ber, Rübchen wieder zu sich und das sonst so fade Essen schmeckt wieder würzig. Wer fürsorglich einen Petersilientopf auf dem Küchen­fenster stehen hat, kann es sich leisten, etwas ge­hacktes Grün daran zu tun.

Auch eine Anzahl Rettiche haben wir gut über­wintert. Nur fangen sie an, etwas hart zu werden, und einige wollen schon austreiben. Als Brotbelag sind sie nicht mehr so schnell zu verwerten. Darum verzehren wir sie als Gemüse. Wir tun ein Stück­chen Schweinefleisch zu unterft in den Kochtopf. Darauf kommt eine ordentliche dicke Schicht Rettich. Er ist abgeschält und auf dem Krauthobel zu ganz feinen Scheibchen geschnitten.Wer lang hat, läßt lang hängen" und gießt eine Tasse Fleischbrühe darüber, sonst tute etwas Wasser auch. Jetzt kommt ein kleines Glas dunkles mildes Bier dazu. Alles kocht miteinander zugedeckt fertig. Wenn wir durch­wachsenes Schweinefleisch nehmen, ist das Essen in spätestens einer Stunde gut. Ein Anrührsel von braunem Mehl der Type 1050 gibt dem Essen den letzten Pfiff.

Schwarzwurzeln auf Imkerart. 750 Gramm Schwarzwurzeln werden geschält, in Stück­chen geschnitten und sofort in leichtes Essigwasser gelegt. Knapp mit Wasser bedeckt, kochen sie mit etwas Salz und einer Spur FeU weich. Das Wasser ist jetzt fast ganz verkocht. In zwei Eigelb verquirlt man einen Teelöffel Honig, einen Eßlöffel Wein­essig, eine Spur weißen Pfeffer und zwei Eßlöffel frische Butter. Dann schmeckt man alles mit etwas Salz ab und läßt an warmer, nicht heißer Herd- stelle die Schwarzwurzeln darin ein paar Minuten ziehen. Die Tunke muß dick werden und stocken, darf aber nicht kochen.

Eine gute Abwechslung bietet uns auch der Sauerkraut-Auflauf, dessen Vorschrift wir einer jungen Freundin verdanken. Eine Auflauf­form oder Gas-Kuchenform wird leicht ausgefettet. Auf den Boden kommt eine Schicht in Scheiben geschnittene gekochte Kartoffeln, darauf geben wir eine Lage Sauerkraut. Dies haben wir vorher an­gedünstet. Daraus folgt eine diftme Lage in Ringel­chen geschnittene Zwiebeln. Wer Zwiebeln gerne ißt, soll nicht damit sparen, denn sie sind neben Gelberüben unser nahrhaftestes Gemüse. Eine Untertasse voll kleingeschnittene Fleischreste, Schin­ken- oder Pökelfleischwürfel, kleingeschnittene Frank­furter Würstchen streuen wir alsSeele" des Ganzen darüber. Nun folgen wieder Sauerkraut, Zwiebeln und zum Schluß wieder eine Schicht Kar­toffeln. Obenauf verteilen wir ein paar Fettflöckchen auf der Oberfläche und gießen über alles eine Tasse Milch. Jetzt backen wir den Auflauf entweder im Bratofen oder zugedeckt auf dem Gas wie einen Kuchen. Er braucht 45 Minuten bis eine Stunde.

Die letzten Edelkastanien werden uns noch überall angeboten. Folgende Zubereitungsart gibt ein schönes Mittagessen, wenn wir Apfelmus ober Backpflaumen dazu geben. 1000 Gramm Kastanien kerbt man übers Kreuz an der Spitze ein und kocht sie in Salzwasser, bis sie sich von außen weich drücken lassen. Dann schält man sie ab und gibt sie in folgende Tunke: Ein Eßlöffel Butter, ein Teelöffel Zucker, eine Prise Salz, wird leicht ge­bräunt und mit einem viertel Liter Wasser wieher auseinandergekvcht. In ein viertel Liter süße Milch quirlt man einen Eßlöffel Weizenmehl Type 1050, kocht alles gut durch und zieht vom Feuer. Mit etwas abgenommener Tunke verrührt man einen Eßlöffel Honig und gibt ihn in das Ganze zurück. Mit dem Honig darf das Gericht nicht mehr kochen, sonst zerstören wir seine Fermente.

Schüdlinasbelämpsung im Haushalt

So sehr wir uns dem Frühjahr entgegensehnen der Hausfrau bringt es zunächst erst einmal eine Anzahl von Arbeiten, die viel Ueberlegung und Umsicht erfordert. Die warme Jahreszeit bringt mit ihrem Sonnenschein auch allerhand Insekten und andere Kleintiere zu froher Lebendigkeit her­vor, was zwar den Vögeln willkommen ist, der Hausfrau aber mancherlei Sorgen bereitet. Für sie heißt es, etwaigen verlustreichen Folgen durch Schädlinge rechtzeitig vorzubeugen. Dazu ist jetzt gerade die rechte Zeit. Bei dem Großreinemachen, bei der Durchsicht der alten Wintersachen, bei dem vielerlei Umhängen und Umräumen läßt sich so etwas am leichtesten und besten miterledigen. Die Schränke, die der Aufbewahrung der noch brauch­baren warmen Kleidungs- und Wäschebestände die­nen sollen, werden besonders sorgfältig gereinigt und bann die Kleidungsgegenstände ebenfalls in ge­reinigtem Zustande darin untergebracht, denn Rein­lichkeit ist die erste Schutzmaßnahme gegen Motten. Diese dürfen unter keinen Umständen den Sommer herrlich und in Freuden von den guten Wollsachen, dem Schal und den Handschuhen leben können. Besonders ist auch auf die Pelze zu achten, die am besten unter völligem Luftabschluß übersommert werden.

Von dem Schlafzimmer geht es zur Küche und zur Speisekammer. Auch hier warten auf die Haus­frauen die verschiedensten Vorsichtsmaßregeln. Häufig ist das Nachkalken der Speisekammer­wände angebracht; man läßt es am besten aus­führen, wenn man die Speisekammer ohnehin zum Frühjahrsreinemachen bis zum letzten Stück aus­geleert hat. Vielleicht taucht dabei wurmstichiges Holz bei den Abstellbrettern auf: man entferne es, damit nicht noch mehr Holz in Mitleidenschaft ge­zogen wird. Ein neues streichen und Lackieren, ein Bekleiden mit Wachstuch bient gewiß ber größeren Reinlichkeit, bie ja bie erste Vorbebingung für bie Bekämpfung schädlicher Insekten ist. Die schad­hafte Gaze am Fenster ist vor Beginn der Hauptfliegenzeit in Ordnung zu bringen. Ebenso überprüfe man die Glasglocke, die der Fernhaltung ber Fliegen bei Wurst- unb Fleischwaren bient Gegen Mäuse, bie sich gern in ber Küche unb in ber Speisekammer einzustellen pflegen, hilft immer noch am allerbesten bas sorgfältige Verschmieren aller Ritzen, bie sich in den Ecken dieser Räume manch­mal zeigen.

Wenn auch die Hausfrau manche dieser Arbeiten nicht allein ausführt, so soll sie doch die treibende Kraft für die Ausführung all dieser Vorsichtsmaß­nahmen sein. Die Hausfrau bedenke, daß die vor­sorgliche Schadenverhütung dem eigenen Haushalt nur wenig Mühe und Geld kostet, daß dagegen der nicht verhinderte Schaden ihr und ber Gesamtheit große Verluste verursacht

Mas sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

AUS KATTUN

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