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Wenn jede Iran wüßte, was jede Witwe weiß, gäb's kaum einen Mann ohne Lebensversicherung.

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uten und Kindergar' iro. nicht durch« reichen Müttern;u> Beihilfen nicht aus- hchemiftifchen Macht, h DÖÜifl gleichgültig, t in Sowjetruhland mn, die nad) der nern qleidwitetlt" in tßergmerten und verdienen mutten, oird ivrichuß fest, daß es ifiahnten verwalte- änttlichenAuszah' »entlich schlecht bestellt louert es häufig, bis werden. Der Misch' r ja alleiniger Arbeit- auf diese Weise noch - ,er Ärmsten in diesem ontrollausschuß rügt iken schlechte Wa« traglichen LiefeningS' en. worunter der Ber- bie staatlichen Schis« i dik w *®"s «he im Jahre M6

500 neuen Dampfer des Kontrollausschus« teife das Schlagwort bt ein glückliches und

halbe Million Gasmasken für die Zivilbevölkerung fertigstellen soll. Die Fabrik selbst stellt vor allem die Filter her. Sie hofft, in den nächsten an­derthalb Jahren etwa 30 Millionen Filter Herstellen zu können. Die neue Einheitsmaske für Z i v i l i ft e n wiegt etwa 300 Gramm, ist leicht an- zulegen und schützt angeblich sicher gegen jedes be­kannte Gas. Die Fabrik in Blackburn ist d i e e r st e Fabrik dieser Art in England und angeblich auch in der Welt. Die verschiedenen Teile der Gas­masken werden in besonderen über das ganze Land verteilten Anstalten hergestellt. In Blackburn wer­den die Masken lediglich zusammengesetzt und hieraus sicher verpackt in das Hauptlager bei Manchester verschickt.

Amerikas Friedenssicherung.

Die Ergebnisse der Konferenz von Buenos Aires.

Neuyork, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Staatssekretär Hüll und andere Delegierte, die die Vereinigten Staaten auf der Jnterameri- k att^d) en Friedenssicherungskonfe- ren ; in Buenos Aires vertreten hatten, sind nach Neunork zurückgekehrt. Staatssekretär Hüll erklärte: , In Buenos Aires war sich jede Abordnung der beängstigenden Schwimigkeiten bewußt, denen Europa gegenüber steht. Wir kehren in der Hoff­nung zurück, daß unsere Anstrengungen die Stel­lung derjenigen stärken werden, die sich bemühen, den Frieden dort und auch anderswo aufrecht­zuerhalten." Die wichtigste Errungenschaft der Kon­ferenz sei das Uebereinkommen, ein jede amerika­nische Republik umfassendes Friedenssystem zu errichten. In Gestalt einer Abmachung über gegenseitige Beratung habe die Konferenz eine Maschinerie geschaffen, um ein sol­ches Friedenssystem wirksam zu machen. Jedoch seien alle amerikanischen Regierungen darin über­eingekommen, daß die nunmehr geschaffene Maschi­nerie auch in Bewegung gesetzt werden soll, falls ein Krieg in nichtamerikanischen Ländern den Frieden Amerikas ge­fährden würde.

Immer wieder polnische preffehehe gegen die deutsche Volksgruppe.

Posen, 13. Jan. (DNB.) Auch nach dem Jah­reswechsel hat die Hetze der polnischen Zeitungen gegen die deutsche Volksgruppe nicht nachgelassen. Immer wieder tauchen Artikel, Meldungen und Be­richte auf, die die Volksgruppe bedrohen, beunru­higen, verleumden oder beleidigen. So berichtet das der Regierung nahestehende BlattD z i e n n i k Po ran ny" über eine vom polnischen Schützenverband veranstaltete Vortragsfolge, wobei ini Verein mit Vertretern des berüchtigten Weftmarken-Verbandes erneut gegen das Deutschtum gehetzt wurde. Dabei habe ein Redner laut Bericht des Blattes u. a. gesagt: Die Deutschen gewinnen auf hinterlistige Weise das Vertrauen der Leichtgläubigen. Sie unterstützen die Armen und Arbeitslosen, sie spenden für den Fonds der nationalen Verteidi­gung und sie bescheren sogar polnischen Kindern zu Weihnachten, um sich auf diese Weise bei der pol­nischen Bevölkerung und bei den Behörden beliebt zu machen. DieDeutschen Nachrichten", das Organ der Jungdeutschen Partei in Posen, bemerkt dazu: Es wäre interessant zu wissen, was die polnischen Zeitungen schreiben würden, wenn es der deutschen Volksgruppe einfiele, diese gewiß nützliche Hilfs­aktion nicht zu unterstützen.

DerTag der deutschen Polizei" im Rundfunk.

Berlin, 13. Jan. (DNB.) Am Vorabend des Tages der deutschen Polizei", am Freitag, werden Reichsinnenminister Dr. Frick und der Reichs­führer SS. und Chef der deutschen Polizei Himm­ler über alle deutschen Sender über die Aufgaben der deutschen Volkspolizei im national­sozialistischen Reich sprechen, und zwar Reichsmini­ster Dr. Frick ab 20.10 Uhr und Reichsführer SS. Himmler ab 22.15 Uhr. Außerdem werden in einer in den beiden Hauptämtern Ordnungspolizei und Sicherheitspolizei durchgeführten Reportage des Deutschlandssenders General D a l u e g e und SS.- Gruppenführer H e y d r i ch über ihren Aufgaben­bereich Ausführungen machen. Beide werden Sams­tag 11 Uhr am P o l i z e i d e n k m a l auf dem Horst-Wessel-Platz in Berlin zum Gedächtnis der in Ausübung ihres Dienstes gefallenen 690 deut­schen Polizeibeamten und -offiziere einen Kranz Niederlegen.

Jeder Polizeioffizier - Kraftfahrer!

Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei bezeichnet als in? dienstlichen Interesse erforderlich, daß mög­lichst alle Offiziere der Schutzpolizei und Gemeindevollzugspo lizei im Füh­ren von Kraftfahrzeugen ausgebildet werden. Die Ausbildung soll sofort zunächst im Rahmen der vorhandenen Mittel durchgeführt werden. Zuerst werden die Offiziere der Hundertschaften, dann die Reviervorsteher und die Offiziere der Kommando­stäbe ausgebildet werden. Die Anordnung, die einen vielfach schon bestehenden Zustand nochmals unter­streicht, erhält angesichts der von der Ordnungs­polizei durchzuführenden verkehrspolizeilichen Auf­gaben besondere Bedeutung.

Einsatz der motonsierten Gendarmerie

Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Polizei bestimmt die Stärke der motorisierten Gendarmerie-Bereitschaf­ten, die den Ueberwachungsdienst auf den Landstraßen in Stärke von 16 Bereit­schaften angetreten haben Mit einer endgültigen Stärke von 42 Bereitschaften wird diese Polizei­formation in der Lage jein, ihre verantwortungs­vollen Aufgaben zu erfüllen. Standorte werden die Knotenpunkte der Reichs st raßen und Reichsautobahnen sein. Die Ueber-

wachungsgebiete werden unter die Wehrkreise des Reiches aufgeteilt. Die motorisierte Gendarmerie ist also in der Ausübung ihres Dienstes nicht an die Grenzen der Regierungsbezirke, der Provinzen und der Länder gebunden. Der Bau von besonde­ren Kasernen für die motorisierte Gendarmerie ist teilweise bereits durchgeführt.

Das segensreiche Rettungswerk an der Küste.

Mit Genugtuung kann die Deutsche Gesell­schaft zur Rettung Schiffbrüchiger auf das Jahr 1936, des 71. ihres segensreichen Wirkens zurückblicken. Schwere und häufige Stürme forder­ten Tage und Wochen hindurch höchste Alarm­bereitschaft der Rettungsmannschaften. Oft über­stürzten sich die Seenotmeldungen, so daß die Ret­tungsboote benachbarter Stationen gleichzeitig ein­gesetzt werden mußten. Nach vielstündigem Kamps mit Sturm und Brandung heimgekehrt, wurden mehrfach die opfermutigen, freiwilligen Retter durch ein neues Notsignal wiederum aus See gerufen. So wurden in den Septembertagen während der ersten schweren Herbststürme sechs erfolgreiche Ret­tungsfahrten innerhalb 36 Stunden durchgeführt und 13 Schiffbrüchige dem Tode entrissen. Ob es sich um ein Fahrzeug deutscher oder aus­ländischer Flagge handelte, eine Segeljacht oder nur ein Ruderboot war, immer waren die wackeren Männer bereit, ihr Leben einzusetzen.

88 Menschenleben wurden im vergangenen Jahre aus Seenot gerettet, von denen auf die Zeit September bis zum Jahresschluß allein 56 entfallen. Das MotorrettungsbootBremen" der Station Norderney konnte 25 Schiffbrüchige retten. Die Gesamtzahl der seit Bestehen der Gesellschaft Geretteten beträgt 5651. Der Mut und die Tat­kraft der freiwilligen Retter fanden mehrfach die Anerkennung des Schirmherrn der Gesellschaft, des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler.

Kleine politische Nachrichten.

Nachdem im Zusammenhang mit den Kundge­bungen gegen das Ueberhandnehrnen des Juden­tums ein kürzlicher Versuch des Rektors der Uni­versität Wilna gescheitert ist, eine Verpflich­tung der Studentenschaft zur Aufrechterhaltung der Ruhe zu erhalten, Haden der Rektor und der Pro­rektor ihren Rücktritt erklärt. Auf Anweisung des polnischen Kultusministers ist daraufhin die Wilnaer Universität geschlossen worden.

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Der zu lebenslänglicher Verbannung verurteilte abessinische Ras I m r u ist zusammen mit dem Dedschiak Taie Gulelatie von Neapel aus auf einem Torpedojäger nach der als Derbannungs- ort bestimmten Insel Ponza, die zu der Gruppe der pontinischen Inseln gehört, gebracht worden.

Neuartige an dieser Müllabfuhr ist, daß Berlin jetzt nicht nur Müllkutscher, sonder auch Müll- kapitäne besitzt; ein Zeichen mehr, welche See- und Hafenstadt Berlin ist! *

Wie hier an der Spree in aller Stille ein großes Werk seiner Vollendung entgegenging, so reift an einer anderen (bekannteren) Stelle Charlottenburgs, nämlich im Zoologischen Garten, ebenfalls ein neues Werk heran. Es ist derDeutsche Zoo". Ministerpräsident Göring hat in seiner Eigenschaft als Reichsforstmeister dem Berliner Zoologischen Garten ein Stück Tiergarten über­lassen, das nun zur Vergrößerung und Bereiche­rung des Zoologischen Gartens ausgebaut wird (übrigens: ohne daß ein einziger Tiergartenbaum geopfert werden muß!). Das Haupt- und Prunk­stück des neuen Geländes wird ein niedersäch­sischer Bauernhof sein, dessen Häuserbauten gerade jetzt vollendet wurden. Auf diesem Bauern­hof werden die Berliner und die Gäste aus dem Reich sämtliche deutschen Haus- und Nutztiere be­obachten können. Eine Koppel aller Hausrinder­rassen schließt sich an. Der Büffelwärter des Zoo wird diejen Teil des Deutschen Zoo behüten und betreuen und, indem er in das Bauernhaus ein­zieht, wird er der jüngste BerlinerErbhofbauer" fein. So unternimmt Berlin von der Gartenstadt bis zum Bauernhof alles, um dieVersteinerung" des Großstadtmenschen aufzuhalten und ihm, soweit es möglich ist, die freie Natur wiederzuschenken.

Kunst und Wissenschaft.

Brasilianische Akademiker bereisen Deutschland.

In Hamburg trafen 19 Studenten und drei Pro­fessoren aus Brasilien ein, um eine fünfwöchige Studienreise durch Deutschland durch­zuführen. Diese Reisegesellschaft ist die erste, die durch Vermittlung des Kulturamts der Auslands­organisation und des Akademischen Austauschdien­stes zustandekam. Die Medizinstudenten, die unter Führung der Professoren Dr. Alipio Corres Netto, Dr. Edgar Pinto Souza und Dr. Jose Reynaldo Marcondes stehen, werden zunächst fünf Tage in Hamburg bleiben, wo sie von der Akademischen Auslandsstelle betreut werden.

Der Afrikaforscher Marlin Johnson f.

Der Afrikaforscher Martin Johnson ist den schweren Verletzungen erlegen, bie er sich, wie gemeldet, bei dem Flugzeugunglück in der Nähe von San Fernando zugezogen hakte. Das Ehe­paar Martin und Osa Johnson ist auch in Deutschland durch Bücher und Filme von seinen afrikanischen Forschungsreisen in den letzten Jahren sehr bekannt geworden.

Aus aller Welt.

Bei lebendigem Leibe verbrannt.

In Ziegelhausen bei Heidelberg mußte die 83jäh-, rige Witwe Maria Schwab auf schreckliche Weise ihr Leben lassen. Als ihr Sohn, der Maler Konrad Schwab, nach kurzer Abwesenheit in die Wohnung zurückkehrte, sand er seine Mutter mit schweren Brandwunden bewußtlos am Boden liegen. Als der Arzt eintraf, war die Frau bereits t o t. lieber den Hergang des Unglücks wird vermutet, daß sich Frau Schwab an den Herd gesetzt hatte, wo ihre Kleider Feuer fingen

Kraftwagen in eine Schlucht gestürzt.

Bei Reichenhall lief dem Münchener Geschäfts­reisenden Muehl bauer ein Reh vor das Auto. Er bremste so stark, daß der Wagen über bie Bö­schungsmauer raste und 30 Meter tief in bie Weitbachschlucht stürzte. Obgleich bas Auto vollkommen zertrümmert wurde, kam der Fahrer wunderbarerweise mit einer leichten Gehirnerschüt­terung davon. Er war aus dem Wagen geschleu­dert worden und blieb IV2 Stunden bewußtlos in der Schlucht liegen. Dann arbeitete er sich bie Bö­schung hinauf unb wurde auf der Straße von Auto­fahrern geborgen.

Ein Mörder hingerichtet.

In Glatz wurde der 1904 geborene Reinhold Pede hingerichtet, der wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Pede hat in Glatz den Mel­ker Karl Schmidt, unter dessen Namen er Jahre lang gelebt unb sogar eine Doppelehe geschlossen hatte, seiner Wertsachen, tnsbefonbere seiner Pa­piere beraubt unb ihn banach in bie Neiße gestürzt, um auf biese Weise einer brohenben Entbeckung seiner richtigen Personalien zu ent­gehen.

Falschmünzerbande in Altona ausgehoben.

Der Kriminalpolizei Altona ist es gelungen, eine Falschmünzerbanbe festzunehmen. Es han­delte sich um fünf Männer und drei Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren. Soweit bisher fest- gestellt werden konnte, Hirt die Bande feit etwa Mitte des vorigen Jahres im Großstadtgebiet Ham­burg-Altona selbst hergestellte Falschstücke, und zwar Ein-, Zwei- und Fünfmarkstücke vertrieben. Ver­schiedene Gewerbetreibende sind empfindlich geschä­digt worden. Bei der Festnahme und Durchsuchung mb ein Vorrat von Falschstücken sowie bas Her- tellungsmaterial unb Geräte vorgefunben unb be- chlagnahmt worben.

65 Todesopfer der Cholera in Siam.

In Siam ist eine Cholera-Epidemie aus­gebrochen, bie in acht Tagen bereits 6 5 Tabes- opfer gefordert hat. Schon im Februar vorigen Jahres forderte bie Cholera in Siam über 1500 Menschenleben. Die Behörben haben alle Vorsichts­maßnahmen getroffen, um eine ähnliche Katastrophe zu oerfjinbern.

Die Unfälle im amerikanischen Luftverkehr.

In ben letzten Wochen haben sich bie Flug- zeugkatastrophen in Amerika so gehäuft, batz bas Handelsministerium alle für ben Luftverkehr zustänbigen Stellen zu einer Sitzung eingelaben hat, um neue Bestimmungen auszuarbeiten, bie bie Sicherheitber Fluggäste erhöhen sollen. Die Mehr.zahl ber letzten UnglütfsfäUe wird auf unjurMdjenbe Peilgeräte bei Nacht« f I ü g e n unb im Sturm zurückgeführt, weshalb bis Peilung verbessert werden soll. Das Jahr 1936 war mit einer Gejamttotenzahl von 67 allein auf den regelmäßigen Verkehrslinien das schlimmste Jahr<

Das neue Langftreüen-Seeftugboot der Lufthansa.

Die erfolgreichen Flüge der beiden Flugboote ber Deutschen LufthansaAe 01u s" unb Zephi r" über ben Norbatlantik gaben ber Deutschen Lufthansa Veranlassung, bei ber Hamburger Flugzeugbau G. m. b. H. ein Flugzeug für ben gleichen Zweck in Auftrag zu geben Das neue viermotorige Langstrecken-Seeflugzeug Ha 139 besitzt aerobynamisch burch- gebilbete Schwimmer. Seine Reichweite beträgt 5000 Kilometer bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer. (Werkaufnahme-M.)

Berlin baut Gartenstädte.

berliner Vries.

Don unserem H.B.-Äerichierstaiier.

Immer wieder überraschen den Reisenden, ber von auswärts in bas Weichbild' Berlins führt, die ausgedehnten Flächen ber Schrebergärten, auf denen sich eineLaube" an die andere reiht. Zählt man die Bewohner dieser Lauben zusammen, so ergibt sich die stattliche Summe von 150 bis 200 000 Volksgenossen, die sommers und winters in dieserLaubengroßstabt" wohnen unb ihr Le­ben fristen. Diese Riesenzahl von seßhaften Lauben­kolonisten beckt mit einem Schlage die schwierige Lage auf, vor ber seit je bie Stadt Berlin gestan­den hat und heute noch steht. Denn es ist nicht gleichgültig, ob in ber Reichshauptstabt BerliD fast ein fünftel Million Einwohner in dürftigen Hütten unb Dachpappbuden eng zusammengepfercht unb ohne jeben gesunbheitssichernben Schutz Hausen unb ein bem Zigeunerleben ähnliches Dasein führen.

Damit soll biefen Volksgenossen nicht wehe getan werben! Denn gerade ber Berliner weiß, baß fast alle biese Laubenkolanisten burchaus nützliche unb werktätige Volksglieder sind, unb daß es nicht zu­letzt bie Liebe zur Natur und zur heimatlichen Scholle ist, die diese Volkskreise hinausaufs Land" trieb. Gleichwohl ist es verständlich, daß eine auf Ordnung haltende Stadtverwaltung hier ein­greifen will.' Während man aber früher glaubte, mit polizeilichen Wohnverboten eine Aenderung herbeiführen zu können, indessen an der Hart­näckigkeit der Laubenbewohner auf Widerstand stieß, geht der Nationalsozialismus neue W eg e.

Unter der persönlichen Förderung des Berliner Oberbürgermeisters und Stadtpräsidenten Dr. Lippert sind bereits seit langem Bebauungspläne für die Laubengelände entworfen, die in jeder Be­ziehung auf den begreiflichen Drang der Berliner Bevölkerung,im Grünen" zu leben, Rücksicht neh­men. Man umbaut die Laubengelände mit gefälli­gen, schmucken Wohnblöcken von mäßiger Ge­schoßhöhe, in denen die Laubenkolonisten zu er­schwinglichen Mietpreisen wohnen und dennoch in unmittelbarer Nähe ihrerScholle" leben können. So bringt man nicht nur Ordnung in das Lauben­gelände, sondern schafft auch, indem man die ein­zelnen Laubengelände mit Grünstreifen und breiten Grünwegen verbindet, und diese in die schon be­stehenden Parks einmünden läßt, weiteStrecken von gesunden Grünanlagen, die auch ben Bewohnern ber angrenzenden Straßen zur Er­holung unb Freube bienen. Häßliche Schuttablabe- plätze,' büster klaffenbe Baulücken, Rummelstätten unb Sumpfgegenden verschwinden auf diese Art, unb nicht nur bas Straßenbild verschönt sich in diesen bisher vernachlässigten Gegenden, sondern die Großstadt lockert sich auf und es entstehen blühende Gartenstädte, in denen eine gesunde Jugend heran­wachsen kann.

Das alles aber sind keine Pläne mehr! Man ist bereits dabei, die Randsiedlungen an ben Säubern gelänben zu errichten. So im Sübosten Berlins an berKöllnischen Heibe" (an ber Ausfallstraße Neu­

köllns), bann oben im Webbing imAfrikanischen Viertel" (so genannt, weil hier bie Straßen afri­kanische Namen tragen) unb neuerbings im Ge­biete, das zwischen der alten Gasanstalt in der Dan­ziger Straße unb ber Fleischgroßmarkthalle an ber ßanböberger Allee liegt. Hier entsteht unter Ein­beziehung bes Friedrichshains Berlins drittgrößter Volkspark. Schon in diesem Jahre werden bie ersten Wohnblöcke bezogen. Allerdings: bis alle Pläne ausgeführt siub, werben zwei bzw. vier Jahre ver­gehen. Dies ist verstänblich, wenn man bebenkt, baß es sich um Hunberttausenbe Quabratmeter Lauben- gelänbc unb um Wohnblöcke hanbelt, bie wie z. B. an der Landsberger Allee 2100 Wohnungen enthalten. Ist es aber, um nur bei diesem einen Beispiel zu bleiben, zu viel gesagt, daß Berlin Gartenstädte mitten im Häusermeer baut? Stellen nicht 1200 Wohnungen mit durchschnittlich fünf Be­wohnern tatsächlich eine Stadt von rund 10 000 Einwohnern bar?

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Wer baut nun biese Berliner Häuserblocks, bereu Wohnungen in bie Tausenbe unb aber Tausende gehen? Sie werden gebaut von sieben stäbti - schen Baugesellschaften, die neben ber Wohnungsfürsorgegesellschaft tätig sinb, um prak­tische unb vor allem billige Wohnungen zu errich­ten. Leicht zu überschlagen, welche Summen für diese Zwecke bereit zu stellen sind. Diese Summen können nicht aus dem Boden gezaubert ober ein­fachabgehoben" werben, um jo weniger, als ber Berliner Stabtkämmerer Profefjor Dr. Hettlage ben Daumen auf bem Stabtsäckel hält. Unb er soll wie Eingeweihte berichten einen sehr großen Daumen haben, ber fest zudrücken kann! Das hat aber auch erfreuliche Folgen gehabt: im Haushalts­plan 1935 hat Berlin 5,8 Millionen Mark lieber schuß erzielt! Das will sehr viel bedeuten, wenn wir uns erinnern, baß einstens bie marxisti­schen Stabtväter Berlins fast an jebem Monats­ultimo bei ben Privatbanken (!) pumpen gehen mußten, nur um bie stäbtifchen Beamtengehälter rechtzeitig auszahlen zu können; ganz zu schweigen von ber Bombenlast ber Schulben, bereu Höhe von 1,1 Milliarben Mark bas nationalsozialistische Ber­lin abzutragen hat.

Welche Art Forderungen aber auch an bie Stabt Berlin herantreten, ist kaum zu erraten. Wer denkt, daß Berlin für feine Müllabfuhr einen Wasserverladebahnhof errichten mußte? Es ist das eine sehr gediegene Großanlage, deren schmucker und wirkungsvoller Klinkerbau (an der Helmholtzstraße in Charlottenbura) nicht ahnen läßt, daß hier der Abfall einer Riesenstadt, der mit Pferdefuhrwerkangeliefert" wird, nach einem vier Minuten währenden Umschlag in breiten Kähnen auf der Spree Berlin verläßt, um d a sG 0 l m e r L u ch" aufzuschütten. Auf diese Weise werden dort in sechs Jahren 1 5 0 0 Morgen Land urbar gemacht. Die Kosten dieses Baues werden aus den Betriebsausgaben gedeckt; denn da für die Müll­abfuhr ber Wasserweg billiger ist als ber Landweg, werben künftig große Summen eingespart. Das