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Nr. 290 Erstes Blatt

Montag, 13 Dezember 1037

187. Jahrgang

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Mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

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Große Veachiimg in London

Italiens zeige, daß macht nicht endlos Uj Magyarsag" auch das Gewissen erwachen, die die

auf die Probe stellen könne, schreibt: Vielleicht werde nun der Mächte des Völkerbundes gewaltige Verantwortung für

Genf, tariat ist phische

Evening News meint, der Völkerbund habe niemals irgendeinem seiner Mitglieder einen wirk- lichen Dienst erwiesen. Ursprünglich als ein Instru­ment des Weltfriedens gedacht, habe er sich bald als Instrument dafür entpuppt, das 23er f triller Diktat fest auf dem Nacken Deutschland geklam­mert zu halten. Heutzutage sei niemand mehr vom Völkerbund enttäuscht, behn feine Hilflosigkeit fei selbst den Idealisten klar. Alle Realisten aber wüß-

12. Dez. fDNB.) Im Dölkerbundsfekre- am Sonntagvormittag die t e I e gJ a = Mitteilung des italienrfchen

vier Jahren feststellen können, daß es mehr und mehr zu einer Koalition und nicht zu einer welt­umfassenden Gerichtsbarkeit geworden sei. Die Frage sei nur die, ob diese immer mehr ins Auge sprin­gende Veränderung von einer großen Reihe a n - derer Staaten angenommen werde, die infolge der englisch-französischen Schwächen zur alten Auf­fassung der absoluten Neutralität zurückgekehrt seien. In den nächsten Tagen müsse man besonders auf Holland, Belgien und die Schweiz achten.Sour" meint, Rom verzichte nicht auf die internationale Zusammenarbeit, und dies sei sicherlich die wichtigste Feststellung.

den Frieden der ganzen Welt auf ihren Schultern trügen. Vielleicht werde man nunmehr versuchen, einen Ausweg aus der Genfer Pleite zu finden.

Das völlige Versagen des Völkerbundes ist heute eine Tatsache, die keines Beweises und keiner Er­örterung mehr bedarf. Die Hofffnungen, die vor allem manche kleinere Staaten in den Völ­kerbund gefetzt haben, sind immer mehr dahin- gefchwunden vor der Ensicht, daß die Genfer Politik der kollekttven Sicherheit in Wahrheit zu einer kollektiven Unsicherheit geführt hat. Nur aus Moskau kann man heute noch ein uneingeschränktes Bekenntnis zu den Genfer Ide­alen hören.

Wenn sonst hier und da noch versucht wird, das scheitern der Institution auf ihre mangelnde Univer­salität zurückzuführen, so ist das ganz offensichtlich eine Verwechslung von Ursache und Wirkung. Die Gründe, die z u e r ft Japan, bann Deutsch- I a nb unb nun auch Italien gezwungen haben, ben Völkerbunb zu verlassen, beweisen zur Evidenz, wo die radikalen Fehler seiner Konstruktion und der ihn beherrschenden politischen Tendenzen liegen. Es ist ein hoffnungsloses Bemühen, diesen radikalen Fehlern d u r ch Teil- re f o r m e n abhelfen zu wollen.

Ob die in Genf verbleibenden Großmächte auch seht noch den Dillen haben werden, den Völ­kerbund als ernsthaften Faktor in ihre Politik einzusiellen, ist ihre Sache. Sie haben aber nicht mehr das Recht, den Völkerbund als be­rufenen Repräsentant en der Staa- w e l t und als höchstes Organ der in­ternationalen Zusammenarbeit hinzustellen. Die Reichsregierung wird sich jedenfalls, in voller Uebereinstimmung mit der italienischen Regie­rung, durch nichts in der lleberzeugung be­irren lassen, daß das politische System von Genf nicht nur verfehlt, sondern verderblich ist. Eine Rückkehr Deutschlands in den Völker­bund wird deshalb niemals mehr in Be­tracht kommen.

Berlin, 12. Dez. (DNB.) Zu ben gestrigen Erklärungen Mussolinis wird uns von amtlicher deutscher Seite folgendes mitgeteilt:

Der Entschluß der faschistischen Regierung, den Austritt Italiens aus dem Völker­bund zu 'erklären, und die hochbedeutsamen Aus­führungen, in denen der Duce diesen Entschluß begründet hat, finden in Deutschland volles Verständnis und wärm st e Sympathie, lieber die grundsätzliche Einstellung der italienischen Politik gegenüber dem Völkerbund konnte schon längst nirgends mehr ein Zweifel obwalten. Die Worte von den falschen Göttern Genfs, die Mussolini Ende September in Berlin auf dem Maifeld sprach, klingen noch in unser aller Ohren. Es ist aber von größter Wichtigkeit, daß die italienische Regierung durch ben gestern verkünbe- ten Beschluß nun eine entgültige Klärung b e r Lage herbeigeführt hat.

Der Völkerbund erhält damit die verdiente Quittung auf feine politischen Leistungen. Er hat sich in keiner Periode seines Bestehens als fähig erwiesen, zur Behandlung der jeweils aktuellen Probleme der Weltpolitik einen nütz­lichen Beitrag zu leisten. 3m Gegenteil hat er auf die gesamte politische Entwicklung der Nachkriegszeit stets nur einen schäd­lichen, vielfach sogar einen gefähr­lichen Einfluß ausgeübt. Unter dem Schuh vorgegebener Ideale wurde er immer mehr zu einem Zweckverband einzel­ner Nutznießer der Versailler Re­gelung. Anstatt die internationale Politik durch einen vernünftigen Ausgleich der natür­lichen Kräfte und Bedürfnisse der Völker auf den Weg einer fruchtbaren Entwicklung zu füh­ren, hat man sich in Genf in erster Linie mit der Ausbildung und Anwendung von Metho­den befaßt, um einer solchen Entwicklung ent­gegenzuarbeiten.

Italiens Ausiriit aus dem Völkerbund.

NervomOuceverkündeteBeschlußdesGroßenFaschisiischenRatsdemBölkerbundssekretariat bereits notifiziert.

diesen Willen, anderen aufzuzwingen versucht habe. Die Geste Mussolinis sei ein Warnungszeichen: Je­der Mitgliedsstaat könne jetzt, wenn seine berech­tigten Ansprüche von diesem sogenannten Welt- areopag auch weiterhin dauernd und völlig miß­achtet mürben, dem Beispiele Italiens folgen. Das System ber Uebermacht gewisser Staatengruppen ober Mächtegruppen müsse aufhören. Der Austritt 1 ' man bie Geduld einer Groß-

Ungarische Stimmen.

Bub a pest, 12. Dez. (DNB.) DerPefter Lloyb" schreibt: Seit seiner Geburt sei ber Völker­bunb nichts anderes als der Ausdruck des kollek­tiven Willens einer Staatengruppe gewesen, die

ten, daß er auf internationalem Gebiet Unheil a n g e r i d) f e t habe. Ein auf dem Völkerbund auf- gebauter Friede fei stets beunruhigend gewesen. Dail§ Mail schreibt in ihrem Bericht, daß das Ausscheiden einer weiteren Großmacht die Völker- bundsorganisation noch schattenhafter unb schwächer machen müsse. Nur Englanb, Frank­reich unb Sowjetrußland blieben jetzt im Völker­bund, wobei letzteres lediglich in Genf fei, um Un­heil zu stiften. Es fei jetzt dringend notwendig, daß England zur alten direkten Diplomatie zu- rückkehre, die Chamberlain glücklicherweise wieder eingesetzt habe. Auch Daily Telegraph muß feststellen, baß mit bem Ausscheiben Italiens ein ausschlaggebender Teil der Welt, was Land wie Bevölkerung anlange, nicht mehr im Völkerbund sei. Das Schauspiel sei vorbei, man solle den Vorhang fallen lassen.

Das Echo in Schweden.

Stockholm, 12. Dez. (DNB.)Svenska Dag- bladet" meint, man könne sich heute dem Traum nicht mehr hingeben, baß ber Völkerbunb mit seinen un« zureichenben Mitteln ben barin verbliebenen Staaten irgenbeineSicherheitfürFriebenunb Unantastbarkeit bieten könnte. Die zurück­gebliebenen Staaten bilben nach Austastung bes Blattes eine so gemischte Gesellschaft, baß bie Be­hauptung, ber Völkerbunb verpflichte zu irgenbeiner Frontstellung gegen eine anbere Staatengruppe, nicht mehr zu beunruhigen brauche.Dagens Ny> heter" sagt, ber Völkerbunb sei nun nichts anbere« mehr als ein Bünbnis unter französisch-englischer Leitung mit ber Sowjetunion als Verbündetem von zweifelhaftem Wert.

Der Völkerbund Hal ausgehört, höchstes Organ internationaler Zusammenarbeit zu sein.

Rückkehr Oeutschlari ds in den Völkerbund wird niemals mehr in Betracht kommen

London, 12. Dez. (DNB.) Die Erklärung Mussolinis über ben Austritt Italiens aus bem Völkerbunb wirb von ber Lonboner Presse als das Ereignis des Tages gebracht. Preß Association meint, daß der Entschluß Italiens angesehen werde als die cie-jure-Anerkennung einer schon lange be­stehenden tatsächlichen Lage. Denn Italien habe seit Mai 1936 nicht mehr an den Völkerbundssitzungen teilgenommen. Die Entscheidung werde bie Politik ber britischen Regierung in keiner Weise beeinflus­sen.Sunday Dispatch" meint, baß bas Ausschei­ben Italiens aus bem Völkerbunb keine rabifale Aenberung ber internationalen Lage bebeute. Man glaube nicht, baß beswegen bie vorgesehenen eng­lisch-italienischen Verhandlungen zur Verbesserung ber gegenseitigen Beziehungen verschoben werben würben.Sunday Expreß" glaubt, baß bas ita­lienische Ausscheiben aus bem Völkerbunb eine praktische V ö l k e r b u n b s r e f o r m näher­gebracht habe. Englanb unb Frankreich würben An­fang nächsten Jahres befinitioe Vorschläge machen, u. a. bezüglich Trennung ber Völkerbunbssatzung von Versailles unb Beseitigung ber Sanktions- klaus'el. Die BerlinRomTokio-Achse werbe burch ben Schritt Mussolinis g e st ä r k t. Man rechne in Lonbon mit einer noch engeren Zusammen­arbeit ber brei Staaten, halte es aber nicht für wahrscheinlich, baß Italien aus bem Nichtein­mischungsausschuß ausscheiben werbe.

Rom, 11. Dez. (DNB.) Heber bie Sitzung des Großen Rates des Faschismus ist eine kurze amtliche Mitteilung ausgegeben worden, in ber es lediglich heißt, baß in Anwesenheit sämt­licher Mitglieder des Großen Faschistischen Rates mit ber einzigen Ausnahme von b'Annunzio nach kurzer Darlegung des Duce fein Vorschlag auf ben sofortigen Austritt Italiens aus dem Völkerbund durch Zuruf angenommen worden ist. Nach der kurzen Sitzung hat Mussolini kurz nach 22 Uhr der nach Hundertlausenden zäh­lenden Menge auf der Piazza Venezia den Befchluh des Großen Faschistischen Rates ver­kündet. Er erklärte:

Die geschichtliche Entscheidung, die der Große Rat durch Zuruf angenommen hat, unb bie ihr so­eben mit eurem stärksten Ruf ber Begeisterung auf­genommen habt, konnte nicht länger hin­ausgeschoben werben. Währenb langer Jahre haben wir ber Welt bas Schauspiel uner­hörter Gebulb gegeben. Den nieberträchtigen, von Genf unternommenen Versuch, das italienische Volk wirtschaftlich zu erdrosseln, haben wir nicht vergessen und werden wir nichtverges- f e n. (Empörte Zurufe der Menge.) Der eine und ber anbere buchte jedoch, daß der Völkerbund zu einer gewissen Zeit eine Geste angebrachter Wieder­gutmachung unternommen hätte. Er Hut es nicht getan, nicht tun wollen. Die guten Absichten einiger Regierungen verfliegen, sobald ihre Abge­ordneten mit der verderblichen Umwelt des Genfer Hohen Rates in Berührung kommen, die unter bem Einfluß finsterer, im Dunkeln arbeitenber Kräfte steht unb unserer Revo­lution feindlich gegenübersteht.

Unter diesen Umständen war unser Verbleiben auf der Schwelle von Genf nicht mehr länger tragbar: Unsere Weltanschauung, unser Stil, unsere Soldalenart wurden dadurch verletzt. Es kam die Stunde, in der in diesem Dilemma gewählt werden mußte: Entweder drinnen oder draußen!"

Drinnen?" (Aus der Menge ertönt ein ge­waltiges einstimmigesNeir^l")Draußen?" (Ein donnerndes3a! erschallt aus der Menge.)

So rufen wir jetzt in die Welt unser: ,E s Ist genug!' und wenden uns ohne jedes Bedauern von dem baufälligen Tempel ab, wo man nicht für den Frieden arbeitet, fondern den Krieg vorbereitet.

Es ist schlechterdings grotesk, zu glauben ober glauben zu machen, baß Druckversuche unternom­men worben seien, um unsere Haltung zu be- ftimmen. Sie haben nicht ftattgefunben unb hätten auch nicht stattfinben können. Unsere Karne- raben ber Achse von Berlin unb von Tokio waren, bas ist bie Wahrheit, von ab-- foluter Diskretion.

Der Austritt Italiens aus bem Völkerbund ist ein Ereignis von großer geschichtlicher Tragweite, bas die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen h<lt und dessen Folgen noch nicht vollständig vor­auszusehen sind. Unsere grundsätzlichen po­litischen Richtlinien, die auf die Z u - f ammenarbeit und den Frieden abzielen, werden wir deshalb nicht auf geben. Wir haben in den letzten Tagen ein leuchtendes Beispiel dafür gegeben, indem wir den Frieden in den Gewässern der Adria besiegelten.

Die drohenden Stimmen, die dann und wann sich erheben und sich vielleicht aus den Herden der großen Demokratien (lärmendes Zischen und Auspfeifen) noch mehr erheben werden, lasten uns vollkommen gleichgültig. Gegen ein Volk wie das italienische, das zu jedem Opfer fähig ist, ist nichts zu wollen. Wir haben die Waffen, in der Luft, zu Lande und zu wa"er: zahlreich und in zwei siegreichen Kriegen gestählt. Wir haben aber vor allem denselben Geist unserer Revolu­tion, den keine menschliche Gewalt der Welt wird jemals beugen können."

Die Worte Mussolinis wurden mit einem geradezu ort anartigen Beifall aus­genommen. Selten konnte man in Italien bei ähnlichen Massenkundgebungen em u^lttelb?fre5 Mitgehen erleben. Die Mißbilligung alles dessen, wa/den Völkerbund und seine Mangel und Fehler anaeht drückte sich in einem heftigen Zeichen.und Pfeifen aus. Die Ablehnung ber 8^age MussollN^, ob Italien unter ben gegebenen untragb irc ftänben noch weiterhin im Dol^rbund bleiben könnte, konnte nicht brastischer zum Ausdruck g - bracht werben, als bas heute abenb geschehen ist. Aber ebenso stark unb machtvoll war das Bekenn ' nis, mit bem bas Volk sich zu seinem Du e be- kannte unb ihm seinen unbeugsamen Opfermut unb seine faschistische Einsatzbereitschaft beteuerte. ItaliensMiite'lungandenDölkerbund

Außenmini st ers Graf Ciano eingegangen, baß bie italienische Regierung unter bem 11. De­zember beschlossen habe, aus bem Völker- bunbe auszutreten. Die italienischen Staats­angehörigen im Völkerbundssekretariat finb von ihrer Regierung aufgeforbert worben, ihre Aemter niederzulegen.

Die Absage.

Der Beschluß bes Großen Faschistischen Rates, Italiens Austritt aus bem Völker­bunb zu vollziehen, unb bie Erklärung ber Reichs­regierung, baß eine Rückkehr Deutschlands in ben Völkerbunb niemals mehr in Be­tracht kommen werbe, schafft für bas Verhältnis biefer beiben Staaten zu ber Genfer Institution so­wohl für bie beutsche wie italienische Auffassung von ber Grundlage einer internationalen Zusam­menarbeit völlige Klarheit. Die beiden Erklärungen bedeuten die endgültige Absage an jene Politik, die immer noch glaubt, m der kollek­tiven Sicherheit ein Mittel finden zu können, um das bereits überall geborstene Gebäude der Versailler Friedensdiktate zu stützen.

Der Völkerbund war ja eines der wesentlichsten Instrumente dieser Politik, nachdem von den Idea­len des amerikanischen Präsidenten Wilson in Versailles nichts mehr' übrig geblieben war. Wie sehr die Amerikaner selbst von dieser Verfälschung ihres Völkerbundsideals enttäuscht waren, bewies am besten die Tatsache, daß der Kongreß der Ver­einigten Staaten es bis heute abgelehnt hat, dem Völkerbund beizutreten und daß die öffentliche Meinung Amerikas die Versailler Friedenspolitik des Präsidenten Wilson auf das entschiedenste des­avouierte und auch späterhin jedkr Verquickung amerkkanischer Interessen mit dem Streit ber euro­päischen Mächte um einen in seinen Grundlagen schon unmöglichen Frieden auf bas heftigste wider- strebte.

Die Verbinbung bes Völkerbunbsstatuts mit bem Versailler Diktat war im Grunbe bereits bas Tobesurteil für biefe Institution, bie auch künftighin niemals imstande gewesen ist, sich von diesen Fesseln zu befreien. Immer blieb der Völker­bund, dessen Universalität ja bereits durch das Fernbleiben der Vereinigten Staaten vom ersten Tage an in Frage gestellt war, das V o 11 - streckungsorgan der Sieger von Ver­sailles. Unb immer mehr würbe ber Völkerbunb in ber Praxis bas Instrument geschickter biploma- tischer Zusammenarbeit zwischen Englanb unb Frankreich, um ben in Versailles geschaffenen Zu- ftanb Europas aufrechtzuerhalten unb biefe Nieder­haltung der um ihre Lebensrechte und Lebensmög­lichkeiten kämpfenden jungen Völker mit bem heuch­lerischen Vorwanb kollektiver Friebenssicherung zu verbrämen. So würbe bie Geschichte bes Völker- bunbes schon aus seiner Entstehung heraus not- wenbigerweise ein Kampf gegen alle Bestrebungen, die auf eine Auflockerung des in Versailles geschaf­fenen Zustandes hinzielten.

Es war daher nur eine logische Folge ber natio­nalsozialistischen Außenpolitik, bie auf Sicherung bes ßebensbeftanbes des deutschen Volkes aus eige­ner Kraft und auf internationale Zusammenarbeit, soweit sie sich aus der Gemeinsamkeit nachbarlicher Interessen ergibt, gerichtet ist, daß der Führer Deutschlands Austritt aus dem Völ­kerbund vollzog, nachdem vorher bereits Japan als Antwort auf einen Versuch der angelsächsischen Mächte, mit Hilfe des Völkerbundes im Man- dschukuo-Konflikt einen Druck auszuüben, den glei­chen Schritt getan hatte. Dasselbe, der Mißbrauch des Völkerbundes zu politischen Zwecken einer be­stimmten Mächtegruppe, wiederholte sich dann im Abessinien-Konflikt mit dem von England ange­regten Sanktionsfeldzug gegenJtalien. Italien ist in diesem Sieger geblieben und kann nun in stolzer Genugtuung dem Völkerbund ben Rücken kehren. .

Damit finb jetzt Frankreich unb Englanb in Genf mit dem Bolschewismus allein gelassen. Wird man jetzt endlich im Ausland sich klar darüber werden, welche Gefahr darin liegt, daß ber Völkerbund immer mehr zum Instrument Moskaus wird, feine Unfähigkeit, die aktuellen Probleme der Weltpolitik zu lösen hat der Völkerbund während seines Be­stehens unaufhörlich erbracht. Von einer Fnedens- ficherung durch ihn kaiin keine Rede fern. Im Gegen­teil ist er immer wieder ein Instrument in den Hän­den der Gegner jeder aufrichtigen und auf einen wahren Frieden hinzielenden internationalen Zu­sammenarbeit gewesen. Hieraus die Folgerungen zu ziehen, hat sich nun auch Italien entschloßen, und es hat bereits vorher durch seinen Beitritt zum deutsch- japanischen Antikominternpakt deutlich gemacht, in welcher Front es die wahren Friedensfreunds sieht.

Der Eindruck in Paris.

Paris, 12. Dez. (DNB.)Echo de Paris" wirft die Frage auf, ob Italien in Zukunft weiter beim Internationalen Schiedsgericht im Haag unb im Internationalen Arbeitsburo sitzen werbe, ober o es, bem Beispiele Deutschlands folgend, auch zu diesen beiden Organisationen die Beziehungen ab­breche. Was Genf angehe, so habe man schon feit