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redlichen Handel zu treiben. Der Bürgermeister er­klärt dann:

So seid ihr ausgenommen in den Schutz

Hier dieser Stadt und ihrer Mauern Trutz, Die in jahrhunderten bewegtem Wandel Getreu geschützt Gewerk, Gewerb und Handel." Er mahnt, Marktfrieden zu halten, verkündet die Aufhebung der Polizeistunde für die Dauer des Marktes, gibt den Befehl zur Hiffung der blau-weiß­roten Marktfahne und schließt mit einem Heil auf Grünberg und seinen Gallusmarkt. Die Musik spielt den Gallusmarktruf und beschließt mit demGal- lusmarktmarsch" das Spiel.

Starker Beifall lohnen sowohl die Darsteller des Spieles als auch die jetzt sich auf der Bühne zeigen­den beiden Autoren: Henner Böcher als Dichter und Ernst Bräuer als Komponisten des Stückes. Mit Ueberreichung eines Bildes von Grünberg an ersteren und eines Bildes vom Marktplatz an letz­teren durch Beigeordneten A l b a ch lohnte die Stadt die Verdienste der beiden Männer, was von der Menge wiederum mit Beifall aufgenommen wird. Die Feier klang dann mit dem Gesang der beiden Hymnen aus.

Hierauf stellte Beigeordneter A l b a ch den am Abend vorher berufenen Bürgermeister Krämer (seither Kreisobersekretär in Bensheim) den Zu­schauern vor, der freudig begrüßt wurde und in einer kurzen Ansprache erklärte, seine ganze Kraft im Dienst seines neuen Amtes einzusetzen zum Wohle von Grünberg.

Uraufführung des Gallusmartt- Eröffnunasspiels.

Die rührige Stadtverwaltung von Grünberg ist ohne Zweifel auf dem rechten Weg, wenn sie ihren weitbekannten Gallusmarkt dadurch noch anziehen­der macht, daß sie der hergebrachten Form zeit­gemäße und bedeutende Ergänzungen gibt. Als eine solche ist das am gestrigen Dienstagabend zur Uraufführung gebrachteGallusmarkt- E r ö f f n u n g s f p i e l" zu betrachten. Der seither zur Eröffnung übliche Festakt ist in dichterische und musikalische Form gebracht und dadurch auf eine künstlerische Stufe gehoben worden. Nach einem

Plan des Schriftleiters derHeimatzeitung" H. Robert dichtete Henner Böcher (Grünberg) die Verse. Die Musik dazu schrieb Ernst Bräuer, bis 1937 Kapellmeister am Stadttheater Gießen, jetzt Gaumusikreferent für Kurhessen bei der DAF., NSG.Kraft durch Freude".

*

Das Spiel beginnt nach einem Trommelwirbel mit dem Gallusmarktruf für Trompete allein. Hauptsächlich aus den Tönen des A-dur-Dreiklcmgs gebildet, besitzt er Eindringlichkeit und Volkstümlich­keit. Eine ebenso einfache als wirkungsvolle Ein­leitung zu der nun folgenden Begrüßung durch den Bürgermeister. Ein Bürger gedenkt dankbar der Vorfahren, deren Fleiß das Erblühen der Stadt zu danken ist. Zu ihrer Ehre ertönten Fanfaren und der Gallusruf, diesmal in F-dur und durch Mehrstimmigkeit wirksam gesteigert.

Ein Rat Friedrichs III. von Habsburg verliest dann die Stiftungsurkunde aus dem Jahre 1481. Sie ist hauptsächlich dem Edelmann Wilhelm von Bibra zu danken. Ihn ehrt eine Hymne, die in der Form eines altdeutschen Tanzes der damaligen Zeit (Allemande) gehalten ist. Das Stück steht in E-dur, hat einen feierlichen Vordersatz, der nach einem bewegteren zweiten Teil mit verändertem Takt dann nochmals erklingt. Das recht fein er­fundene Merkchen bringt durch chorische Teilung der Bläser hübsche Echowirkungen, die ihm auch nach außen hin den Erfolg sichern.

Im weiteren Verlauf wird durch Bürgermeister und Bürger die Bedeutung des Marktes hervor­gehoben. Nach dem Gelöbnis eines Vertreters der anwesenden Kaufleute, Redlichkeit beim Geschäft zu üben, erklärt der Bürgermeister den Markt als eröffnet. Der Gallusmarktruf ertönt wieder, und ein Marsch in B-dur mit einem Trio in Es-dur beschließt das Eröffnungsspiel. Dieser Marsch er­scheint uns besonders glücklich erfunden. Die ge­wählten Themen sind durchaus edel (hier und da erklingt das Gallusrufmotiv), und das Ganze er­scheint wie aus einem Guß.

So ist durch die Verbindung der gut gelungenen Verse mit einer geistvollen Musik ein Merkchen entstanden, das wohl geeignet ist, dem Grünberger Gallusmarkt einen würdigen Auftakt zu geben. Besonders erfreulich ist, daß die Ausführung des

musikalischen Teiles keine allzu großen Schwierig­keiten macht. Der Grünberger Musikverein, der die Ausführung übernommen hatte, entledigte sich mit erfreulichem Gelingen seiner Aufgabe.

Die Stadt Grünberg ehrte die beiden Autoren Henner Böcher und Kapellmeister Bräuer durch Ueberreichung sinniger Geschenke. Die zahlreichen Zuhörer dankten durch lauten Beifall.

Heinrich Blaß.

Artilleristen-Abschied von Gießen.

4

Am Montag nahm eine Anzahl Artilleristen un­serer Artillerie-Abteilung Abschied von Gießen. Der Ruf des Vaterlandes hat diese Soldaten zu neuer Pflicht in einen anderen Garnisonort geführt. Das Scheiden dieser Männer (meist Ostpreußen, von der im Volksmund sog. Ostpreußen-Batterie) von ihrem bisherigen Stand­ort Gießen war nicht leicht Der Abteilungs- Kommandeur, Oberstleut­nant Döring, konnte ihnen aber dadurch die Abschiedsstunde erträgli­cher machen, daß er ihnen neben der Versicherung seiner vollsten Zufrieden­heit mit ihrer soldatischen Dienstleistung unter sei­ner Führung noch sagte, daß sie im Kreise ihrer

Gießener Kameraden in guter Erinnerung bleiben werden und daß man sich freuen werde, sie bei Gelegenheit wiederzusehen. Mit Blumen geschmückt marschierten die Männer erfreulicherweise eine verhältnismäßig geringe Zahl zum Bahnhof, wo ihnen von Offizieren und sonstigen Angehöri­gen der Abteilung noch einmal in herzlicher Weise die kameradschaftliche Verbundenheit im Dienste der schönen Waffe bekundet wurde. Die Artilleristen- Kameradschaft Gießen als der Zusammenschluß der hier wohnenden ehemaligen Artilleristen brachte

den scheidenden aktiven Kameraden gleichfalls herz­liche kameradschaftliche Grüße dar und erfreute sie noch durch eine kleine Abschiedsmusik, die von den rasch herüeigerufenen Musikern des Kam. Kren­gel in schöner Weise dargeboten wurde. In dieser letzten Stunde des Beisammenseins sprach noch der bisherige Adjutant der Abteilung, Oberleutnant Grisar, herzliche Worte zu den abfahrenden Kameraden, die ihnen ebenfalls den Abschied leich­ter machten. Unser Bild zeigt die scheidenden Ar­tilleristen vor der Abfahrt. (Privataufnahme.)

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MslelMW-MdmiimMe!

Sämtliche Handwerker des Kreises (ließen, die im Jahre 1938 die Meisterprüfung ablegen und an einem Vorbereitungskursus in

a) Buchführung usw.

b) Gesetzeskunde usw.

c) Fachkunde, prakt. und theor.

teilnehmen wollen, haben sich bis spätestens 20. Oktober 1937 bei der Kreishandwerkerschaft Gießen, Goethestraße 71. schriftlich anzumelden.

Diese Aufforderung richtet sich an alle die Handwerker, die bis jetzt ihre Anmeldung (durch Ueberweuung der vorl. Gebühren), ge­tätigt, jedoch ihre Papiere sur Hessischen Handwerkskammer Darm­stadt noch nicht abgesandt haben.

Anmeldungen nach dem 20. Oktober 1937 können nicht mehr be­rücksichtigt werden.

Alles Weitere wird den Teilnehmern nach dem festgesetzten Ter­min schriftlich mitgeteilt. 667eD

Kreishandwerkerschaft Gießen.

Betanlnisgeiitieta

Herzliche Einladung zum Bibel- und Bekenntnisabend am Mitt­woch, dem 13.Oktob. 1937, abends 8.15 Uhr, im Johannessaal. eessD

Es spricht:

Ar Mr SM,MW

Sauberes Heizen.

Wenig Schmutz und leich­tere Arbeit bringen diese Helfer:

Fahrkrankheiten

T24

Fallobst

nisgeruch werden mit überman­gansaurem Kali ausgewaschen. Das beste Mittel gegen Fäulnis ist der Eisschrank oder Auf­bewahrung der Lebensmittel in gut gelüfteten Räumen. Obst schützt man durch getrenntes La­gern jeder einzelnen Frucht und häufiges Nachsehen. Holz schützt man vor Fäulnis durch einen Anstrich mit Ölfarbe oder Teer. Fahrkrankheiten. Seekrankheit, Luftfahrerkrankheit, Aufzugs­krankheit usw. auch nach langer Eisenbahnfahrt. Es gibt Mittel, die vor Antritt der Fahrt ge­nommen, diese Krankheiten ver­hüten. In der Apotheke oder Drogerie zu erfragen.

Fahrläffigkeit. Fahrläffig han­delt, wer die Sorgfalt außer acht läßt, die von jedem gewiffen- haften Menschen beachtet wird. Wer aus Fahrläffigkeit einem anderen Schaden zufügt, muß diesen ersetzen. Das Maß der Sorgfalt, die man von jeman­den verlangen kann ist verschie­den und richtet sich nach dem Grade der Einsicht und Erfah­rung. Wer einen anderen mit einer Aufgabe betraut, zu deren Erfüllung er selbst verpflichtet ist, haftet selbst für den Schaden, den der andere aus Fahrläffig­keit anrichtet. Siehe Schaden­ersatz.

Fahrnisgemeinschaft tritt nur ein, wenn sie durch Ehevertrag vereinbart ist. Das unbewegliche Vermögen (Grundstücke, Häuser) zur Zert des Vertragsabschluffes bleibt Eigentum des betreffen­den Ehegatten, wird eingebrach­tes Gut. Die beweglichen Sa­

chen, einschl. Geld, Hypotheken, Erundschulden und Rentenschul­den sowie aller Neuerwerb (auch von Grundstücken) nach Abschluß des Vertrages wird Eefamtgut. (S. dort.) Die Verwaltung des Eesamtgutes und des eingebrach­ten Gutes steht dem Manne zu. Siehe Vorbehalrsguk

Fahrräder sind nach dem Gelände zu wählen, das zumeist befahren wird, für hügeliges Land ist eine kleinere llbersetzung vorzuziehen. Gute Fabrräder besitzen Freilauf­und Rücktrittbremse. Die Luftrei­fen sind je nach dem Wetter mehr oder weniger stark aufzupumpen. Locher im Schlauch findet man, wenn man ihn aufgepumpt in Wasser hält. Die einzelnen Teile des Rades müssen stets sauber gehalten, mit Petroleum abge­rieben, geölt und geschmiert wer­den. Rach den neuen Verkehrs­oorschriften wird das Fehlen eines Rückstrahlers am Hinter­rad bestraft. Wer ein Fahr­rad gegen den Willen des Ei­gentümers in Gebrauch nimmt, wird auf zurücknehmbaren An­trag bestraft Der Versuch ist strafbar, z. V jemand nimmt ohne Erlaubnis des Eigen­tümers ein vor einem Geschäft lehnendes Fahrrad, macht damit eine Spazierfahrt und bringt es dann wieder zurück. Für Kraft­fahrzeuge (Motorräder) gilt dasselbe.

Fallobst, Notreife Früchte, oft durch Maden veruriacht' abfal­lende Früchte sind aber auch Zei­chen der Baumreife. Verarbei­tung des F. zu Gelee und Mar­melade. Früchte, die in den Nach-

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