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Hr. 239 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, (3. Oktober (932

Aus dem Reiche der Krau.

Fleckenentsernuna aus neuzeitlichen Stoffen.

V. A. Bei der Fleckenentfernung aus neuzeitlichen Stoffen soll man vor allem folgende Grundsätze beachten: Den Stoff auf Farbechtheit prüfen. Die Flecke sobald wie möglich entfernen. Hartnäckige Flecke einige Zeit im Entfernungsmittel liegen lassen. Keine Fleckenstifte nehmen, sondern immer nur Lösungen. Sodann nicht reiben, sondern nur tupfen. Bei Flecken unbekannter Art versuche man es zunächst mit lauwarmem Wasser oder lauwarmer Seifenlösung. Man lasse das Wasser durch den auf ein Töpfchen aufgelegten Flecken hindurchlaufen oder lege die Stellen auf den Hand­ballen und klopfe Wasser oder Seifenlauge mit der anderen Hand darauf. Zu empfehlen sind Seifen, die nicht mit Lauge hergestellt sind, weil man sie unbesorgt auf die Flecke aufstreuen und nach eini­ger Zeit des Einwirkens abwaschen kann. Nach jeder Behandlung ist mit Seife gut nachzuspülen.

Bei Blutflecken, die nicht mit Hilfe von kaltem Wasser verschwinden, nehme man eine zwei­prozentige Ammoniaklösung und spüle gut nach. Stoffe mit Fettflecken lege man auf eine Unterlage aus gut saugendem Stoff oder Watte, betupfe mit Wasser, bestreue mit gepulverter Walk­erde und entferne nach einiger Zeit die Flecke mit Benzol, Benzinoform oder Tetrachlorkohlenstoff. Man mache das möglichst an der frischen Luft. Zu­rückbleibende Reste oder leichte Färbungen ver­schwinden durch Behandeln mit lauwarmem Wasser oder schwacher Seifenlauge.

Stellen mit Grasflecken lege man in mit

Wasserstoffsuperoxyd versehenes Wasser. Will der Fleck nicht gleich verschwinden, lasse man ihn einige Zeit in der Lösung liegen und spüle dann gut nach, vermeide aber auf jeden Fall das Reiben. Harz- flecke betupfe man nur leicht mit Terpentin, be­streue mit Walkerde und entferne mit Benzol.

Kakao-, Schokoladen- und Kaffee­flecke werden abwechselnd mit lauwarmem Wasser und lauwarmer Seifenlösung betupft. Zwecks Prü­fung läßt man zwischendurch trocknen. Ist der Fleck hartnäckig, verfährt man wie bei Grasflecken. Hilft auch das nicht, bestreu- man erst mit Walkerde und nehme dann Benzinoform oder Tetrachlorkohlenstoff.

Kopierstiftslecke lassen sich durch Betupfen mit Brennspiritus entfernen. Del- und L a ck f l e ck e verschwinden durch Betupfen mit Terpentin oder durch Behandlung mit Walkerde und Benzinoform. Alte Flecke sind mit Butter zu bestreichen und dann wie Fettflecke zu behandeln. Bei frischen Rost­flecken genügt Betupfen mit Wasser oder lau­warmer Seifenlauge. Alte Flecke müssen mehrere Stunden in Kleesalzlösung liegen, werden dann in schwacher Seifenlösung und Wasser nachgespült und ausgewaschen. Man verwende nicht Fleckenstifte.

Tintenflecke verschwinden in Kleesalzlösung und nach Behandlung mit lauwarmem Wasser. Auch rote Tinte läßt sich bei rechtzeitiger Behandlung mit lauwarmer Seifenlösung entfernen. Notfalls verwende man einige Tropfen Wasserstoffsuperoxyd in der Seifenlauge.

Auch Obst-, Tomaten-, Wein- und Likör­flecke werden sich meist auf die gleiche Art ent­fernen lassen. Flecken, die sich gegen alle diese Be­handlung widerspenstig zeigen, müssen den Weg durch die chemische Reinigung gehen. G. W.

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

praktische Mäntel für Kinder

Drei

Schulterpassen Der besonders

zeigen wir heute.

Die beiden Mäntel für Mädchen (links) sind aus dem gleichen Stoff und in ähnlicher Form ge­arbeitet, so daß sie sich besonders gut für G e- s ch w i st e r verschiedenen Alters eignen.

Das Material ist naturfarbene, flauschige Wolle, die Knöpfe sind aus hellem Büffelhorn. Alle Nähte und Säume sind breit abgesteppt, die

Kürbiskerne. Mit einer kleinen krummen Schere schneiden wir den Rand der Umhüllung fein ab und nehmen den Kern heraus. Weiß putzen sie unsere Honigkuchen, mit etwas Speisefarbe grün gefärbt, legen wir sie auf Torten und süße Speisen alsPistazien". Dann ist es Zeit, auch selbst Zitro­nat zu machen. Wir nehmen dazu kleine, unreife grüne Kürbisse, wie sie an jeder Kürbispflanze jetzt hängen, schneiden sie in dicke Stücke und kochen sie in Wasser einmal auf. Dann machen wir eine Zuckerlösung von l1/2 Pfund Zucker auf 1 Liter Wasser, hält sie nicht die Perlprybe, muß noch Zucker dazu. Ist die Zuckerlösung kalt, legt man die abgetropften Früchte hinein und läßt sie eine Nacht darin. Am andern Tag kocht man die Zuckertunke wieder auf, läßt sie wieder abkühlen und legt die Früchte wieder einen Tag hinein. Das macht man noch einmal, legt aber dann die Früchte in die warme Lösung. Sie kochen darin einmal auf und kühlen darin ab. Dann legt man sie nebeneinander auf Teller und läßt sie trocknen. Sind sie dies, so weit das auf Tellern geht, fädelt man sie auf dicken weichen Faden und hängt sie zum fertig trocknen im warmen Zimmer auf.

Wir wollen auch daran denken, reichlich vorhan­denes Obst, besonders Aepfel und Quitten zu steifem Mus einzukochen, dies in Brotform lang­sam zu trocknen, damit wir zu Weihnachten unsere so liebgewordenen Fruchtpasten Herstellen können.

Allerlei Herbstliches.

Don Frida Aisch, Lad-Nauheim.

Die warmen feuchten Herbsttage haben uns eine reichliche Ernte von Steinpilzen gebracht, die Wir nun in erster Linie auf den Tisch bringen wol­len. Alles andere gibts auch noch später. Die kalten Nächte haben dafür gesorgt, daß die Pilze besonders feft sind, und daß fast keine von Maden befallen Werden. Die kleinen, festen reichen wir, mit Fett uni) gehackten Zwiebeln geschmort, mit Petersilie durchgeschwenkt, leicht gepfeffert und gesalzen, als fleischloses Mittagessen mit Schalkartoffeln. Die großen Köpfe schneiden wir ab, entfernen die La­mellen, tauchen die ganzen Köpfe in zerklopftes, verdünntes Ei, wälzen in Reibebrot, bestreuen mit Salz und Pfeffer und braten sie wie Koteletts in der Pfanne. Es soll mal erst einer raten, obs nicht Wirklich welche find! Sie schmecken genau wie Schweinefleisch. Kalt find sie gut als Brotbelag, Warm zu Apfelmus, Kartoffelbrei und Gemüse ein fchönes Mittagessen. Daß wir eine erreichbare Menge fein schneiden und trocknen, ist selbstver­ständlich. Zum Trocknen ist der Steinpilz unser bester Pilz. Keiner ist zur winterlichen Pilztunke so geeignet, wie er.

Ein ganz anderes Arom hat der hier auch viel ongebotene, viel zu wenig bekannte Grünling. Leider ist er aber auch der Vorbote eines frühen Winters Der feste kleine Pilz ist sehr ausgiebig. Kopfhaut und Lamellen müssen immer entfernt werden. Dann gibt man ihn in scharfgewurzte Tunken zum Fleisch. Zur Vermehrung knapper Essen ist er gut, aber als selbständiges Gericht ist er zu streng im Geschmack. Dagegen habe ich früher oft Sülze zum Abendbrot davon gemacht, die im- mer gern, auch von Gästen verzehrt wurde, ,,21a[ an Gelee" nannten wir das. Von Sand und Wur­zeln befreite, gewaschene kleine Grünlinge, ober Steinpilze, auch gemischt, werden ganz oder halbiert iin leichtem Essigwaffer, das sie reichlich bedecken Wuß, etwa 5 Minuten gekocht und mit einem Lor­beerblatt, 10 Pfefferkörnern, 2 Pimentkornern, Salz unb mehreren kleinen Zwiebeln gewürzt. Auf einen halben Liter Brühe rechnet man 14 Gramm (7 Blatt) Weiße Gelatine, die erst in kaltem Wasser erweicht, dann gut ausgedrückt und mit kochendem Essigwa!- fer aufgelöst, der Brühe zugesetzt wird. Alles in einer Glasschüssel anrichten, obenauf einen Kranz von Petersilienblättchen mit steif werden lassen uno ein paar rote Beeren dazwischen legen.

Auch eine Unmenge Tomaten sollen ver­braucht werden. Sehr fanatische Freunde essen sie nach wie vor aufs Brot, aber wohin mit all Den Früchten, die vom Regen aufgeplatzt finöi' Sie müssen sofort verbraucht werden. Davon ma­chen wir T o m a t e n - C a t ch u p. Das ist eine dicke, würzige Tunke, die besonders in Amerika unD England zum eisernen Bestand bei den täglichen Mahlzeiten gehört und sich auch bei uns immer mehr steigender Beliebtheit erfreut. Sie wird in der Flasche gereicht, wie Essig und Del und jeder be-

und Taschen ebenso aufgesteppt, praktische Mantel für Kna­ben (rechts) ist aus hellgrauem, waschbarem und selbst zu imprägnierendem Gabardine Ihm kann ein Futtermantel aus Kamelhaarflausch für kalte Tage eingeknöpft werden. Der Mantel kann offen und hochgeschlossen getragen und für Regentage durch eine verdeckte Knopfleiste bis un­ten geschlossen werden. H.

Eine offene Hand!

Hilfsbereitschaft der Frau im WHW.

Es gehört zu den schönsten Aufgaben der Men­schen, sich gegenseitig zu helfen. Jeder soll nicht nur an Glück und Freude seiner Mitmenschen Anteil nehmen, sondern auch an Kummer und Sorgen. Eine Hilfe bedingt freilich, daß man eigene Wünsche einmal etwas zurückstellt, vielleicht sogar einige Un­bequemlichkeiten auf sich nimmt. All dies wird aber reichlich ausgewogen durch das Bewußtsein, ande­ren geholfen und ihnen das Schicksal etwas er­leichtert zu haben. In der eigenen Familie ist eine solche Hilfe eine Selbstverständlichkeit, diese gegen­seitige selbstlose Unterstützung muß aber auch in der größeren Gemeinschaft, im Volk, gegeben sein. Auch hier muß jeder Hilfsbedürftige die Gewiß­heit haben können, daß er nicht allein steht, son­dern daß sich die Mitmenschen seiner annehmen. Umgekehrt muß jeder, der helfen kann, es als seine vornehmste Pflicht betrachten, seine Hilfe uneinge­schränkt zur Verfügung zu stellen. Auf der Ver­bundenheit aller deutschen Volksgenossen, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Berufes und ihres Alters, baut das Winterhilfswerk auf, das uns in vier Wintern vertraut und selbstverständlich ge­worden ist.

Jetzt hat der Führer uns zum erneuten Ein­satz aller Kräfte aufgerufen, damit auch im bevor­stehenden Winter feiner zu hungern und zu frieren braucht. Nicht zuletzt richtet sich der Aufruf an die Hilfsbereitschaft der Frau, die von Natur dazu berufen ist, Schweres im Geben ihrer Mitmenschen zu lindern, überall einzuspringen, wo Not und Elend herrschen. Mit dem Schicksal der Bedürftigen verglichen, wird nur wenig von uns verlangt: Verständnis für das große soziale Werk und eine offene Hand. Wer nicht sogar seine Arbeit in den Dienst der Sache stellt, muß wenigstens den Helfern des Winterhilfswerkes ihre Arbeit erleich­tern und nach bestem Können mit Geld und Waren unterstützen. Jeder, der im vergangenen Jahre dazu beigetragen hat, die gewaltige Leistung von 400 Millionen Mark aufzubringen, darf das Bewußt­sein haben, geholfen zu haben. Jetzt gilt es, im kommenden Winter wenigstens das gleiche Ergeb­nis zu erreichen, es möglichst sogar noch zu über­treffen. Jeder von uns, die wir heute unser täg­liches Brot vielleicht nach langer Arbeitslosig­keit wieder gesichert sehen, wird gern seinen Dank dafür abftatten, indem er allen hilft, die sich infolge Krankheit, hohen Alters oder Arbeitsun­fähigkeit kein genügendes Einkommen schaffen kön­nen.' Wer die Not nicht selbst kennengelernt hat, kann durch seine Bereitwilligkeit und die Größe seiner Hilfe zeigen, daß er den Aermeren unseres Volkes an Opferfreudigkeit und an Verständnis nicht nachsteht. Nur wenn jeder einzelne mit vollem Verständnis und mit ganzer Hilfsbereitschaft für das große Werk eintritt, wird auch in diesem Winter wieder das Ziel, vielen Familien und allein­stehenden Menschen Hilfe und Freude zu schenken, erreicht werden. Wenn der Führer betonte, daß wir heute stolz auf unsere Gemeinschaft fein kön­nen und seinen Dank für das bisher Geleistete aus­gesprochen hat, so liegt darin für uns alle zugleich Lie große Verpflichtung, uns feines Vertrauens und -feines Dankes würdig zu erweisen. Wir alle wollen -uns dazu erziehen, daß uns kein Opfer, keine Ar­beit zu groß ist, um uns gegenseitig zu helfen. H. O.

dient sich nach Wunsch. Man gibt sie als Zukost zum Brot, zu Käse, kaltem Fleisch, Fisch. Da dies eine sehr scharfe Würze ist, muß man sie mit Vor- icht benutzen.

Reife Tomaten werden in Scheiden geschnitten. Auf 4 Liter Früchte rechnet man 250 Gramm Salz, das man dazwischen streut, damit die Tomaten eine Nacht durchziehn. Am andern Tag gießt man den Saft ab und kocht darin 200 Gramm Schalotten weich und gibt 20 kleine Capsikumbeeren oder Paprika zu. Die Tomaten werden roh durchs Sieb gestrichen und zu dem Saft gegeben. Auch eine Handvoll Walnußkerne oder kleine Champignons ind darin beliebt. Alles wird noch etwa 40 Minu­ten gekocht und in Flaschen gefüllt, die gut ver­schlossen mit Gummikapseln noch eine Viertelstunde bei 80 Grad entkeimt werden.

Kleine W e ihnachtsvorbereitungen machen wir jetzt schon. Wenn wir Aepfel essen, wollen wir nicht vergessen, die kleinen runden Kern­chen zu sammeln. Wir mahlen sie auf der Maschine, aber erst bei Gebrauch, und sie geben sie in unsere Festkuchen. Mancher Groschen für Mandeln ist da­mit gespart. Ebenso machen wir es mit den Ker­nen Der späten Pflaumen, die bittre Mandeln gut vertreten. Wir haben das ja früher schon getan, wir müssen nur beizeiten daran denken. Wer Ge­legenheit hat, Bucheckern zu sammeln, soll es nicht versäumen. Abgeschält und geröstet würzen sie manch süße Speise und manchen Kuchen. Dann die

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Erziehung zur deutschen Frau und Mutter.

Die Jugendgruppen der NS.-Frauenichast und des Deutschen Jrauenwerkes.

NSG. In den Jugendgruppen der NS.-Frauen­schaft und des Deutschen Frauenwerkes finden alle Mädchen im Alter von 21 bis 30 Jahren Aufnahme. Ferner können in die Jugendgruppen alle BDM.- Mädel, die das 21 Lebensjahr überschritten haben, sowie die Mädel aus den bisher bestehenden Ar­beitsdankgruppen eintreten. Da überall in der Par­tei in erster Linie die Jugend zur Mitarbeit heran- gezogen wird, so soll auch die weibliche Jugend Mitgestalterin an der großen Frauenarbeit im Deutschen .Frauenwerk sein.

Als ein geschlossenes Ganzes steht heute das Deutsche Frauenwerk innerhalb unseres Reiches da und erfüllt die ihm vom Führer gestellten Auf­gaben Es gibt dabei wohl kaum ein Arbeitsgebiet, in dem die Einsatzbereitschaft jeder deutschen Frau nicht notwendig ist oder gar überflüssig erscheint. Im Gegenteil, das Pflichtbewußtsein und das Ver­antwortungsgefühl jeder einzelnen Frau in diesen vielen Abteilungen des Deutschen Frauenwerks bil­den die wirksamste Unterstützung für die heutige Staatsführung. In besonderem Maße gilt es da­her, unsere weibliche Jugend für diese Arbeit zu interessieren, und sie so teilhaben zu lassen an dieser wichtigen Frauenarbeit.

Während die Erziehungskameradschaft im BDM. die Grundlagen zur Selbsterziehung und Ertüchti­gung im deutschen Mädel legt, führt sie der weib­liche Arbeitsdienst späterhin in sozial-politischer Hin­sicht an die Aufgaben der weiblichen Jugend inner­halb der Volksgemeinschaft heran. In den Jugend­gruppen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes wird die weibliche Jugend bewußt in die Aufgaben eingeführt, die die deutsche Frau im Aufbau unseres Staates heute zu erfüllen hat, angefangen bei der sozialen Tätigkeit bis zur kul­turellen Mitarbeit. Daneben bleiben aber alle die Dinge, die jungen Menschen nun einmal besonders am Herzen liegen, keinesfalls im Hintergrund. Sin­gen, Wandern und Sport find das Vorrecht der Jugendgruppen und fördern den Kameradschafts­geist. Auf diese Weise wird ein Ausgleich geschaffen gegenüber dem ernsten Aufgabengebiet. Freude und Fröhlichkeit sollen dabei keineswegs zu kurz kom­men.

Die Heimabende der Jugendgruppen geben den jungen Mädchen Aufklärung über alles, was heute innerhalb Deutschlands vorgeht, nicht nur über die Frauenarbeit, sondern auch über die Maßnahmen unserer Regierung. Sie bieten gleichzeitig Anre­gung und Erholung nach der Tagesarbeit im gleich­altrigen Kreise. Eine der schönsten Ausgaben der Jugendgruppen in Stadt und Land des Gaues Hes­sen-Nassau wird es jedoch sein, bei Heimabenden oder Veranstaltungen der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauen'werkes den Frauen und Müttern durch Spiel, Gesang und Vortrag eine Erholungs­stunde zu bereiten und sie teilhaben zu lassen an dem frischen und lebendigen Geist, der durch unsere heutige Jugend zieht.

Landfrau im Luftschutz.

In diesen Tagen ist auch dem Landvolk die Be­drohung der Dörfer im Falle eines Krieges klar geworden Nicht nur die Städte, die Zentren des Verkehrs, der Industrie und der Bevölkerung wer­den das Ziel feindlicher Angriffe sein. Auch das kleine Dorf wird aus der kriegsfernen Beschaulich­keit vergangener Zeiten herausgerissen werden. Die feindlichen Flieger werden aus mancherlei Gründen auch über dem flachen Land Bomben abwerfen. Wenn sich z. B. ein Geschwader nach ergebnislosem Angriff auf ein großes Ziel auf dem Rückflug be­findet, so werden die Flieger ihre Bomben sicherlich nicht wieder mit nach Hause nehmen. Sie werden vielmehr versuchen, diesen Ballast mit möglichst großer Wirkung auf dem Rückflug abzuwerfen. In diesem Fall sind die Dörfer willkommene Ziele. Man kann dort nicht nur Schaden anrichten, son­dern gleichzeitig eine Panik unter der Bevölkerung entfachen, die Bestellungs- oder Ernteabeiten stören und damit die Ernährung des Volkes ge­fährden. Die größte Wirkung können feindliche Flieger mit dem Abwurf von Brandbomben auf dem Lande erzielen. Die vollen Scheunen, die vielen Strohdach- und Holzhäuser in den Dörfern liefern dem einmal entfachten Feuer reichlich Nahrung. Wenn es dem Gegner gelingt, mehrere Brandherde gleichzeitig in einem Dorf zu schäften, so ist eine unvorbereitete Bevölkerung machtlos. Es kommt also daraus an, daß auch das Landvolk in der Brandbekämpfung sowie in allen Fragen des Luftschutzes ausgebildet wird. Eben­so wie in der Stadt wird die Mehrzahl der Männer im Kriegsfall eingezogen. Es müssen sich also die Frauen, Kinder und Greise selber helfen. Während die Jungen als Melder Verwendung finden werden, fällt den Frauen und Mädchen die Brandbekämp­fung und die Laienhilfe zu. So müssen die Frauen auch schon im Frieden den Umgang mit Schlauch und Spritze lernen, sie müssen Verwundungen und Vergiftungen behandeln können. Sie lernen das niemals umsonst. Denn auch im Frieden werden solches Wissen und Können der Dorfgemeinschaft schon große Dienste erweisen. Immer wieder kommt es vor, daß durch Unvorsichtigkeit, Blitzschlag, Kurz­schluß oder Selbstentzündung auf den Höfen Feuer entsteht. Bei der Bekämpfung solcher Brände kommt es immer auf den ersten Einsatz an. Wenn dieser sofort und vorschriftsmäßig vor dem Eintreffen der Feuerwehr erfolgen kann, wird manche Katastrophe in Zukunft zu vermeiden sein. Auch andere Un­glücksfälle sind auf dem Lande nicht selten. Wenn der Bauer sich beim Dengeln mit der Sense schnei­det oder wenn ein Junge vom Wagen fällt unb sich ein Bein bricht, wenn ein Mädchen sich bei der Hausarbeit die Hände mit kochendem Wasser ver­brüht oder wenn die Bäuerin sich mit dem Küchen­messer in die Finger schneidet, immer wird es von großem Segen sein, wenn sich jemand in der ersten Hilfe auskennt und schon die nötigen Verbände anlegen kann, bevor der Arzt eintrifft. So wird auch die Landfrau freiwillig jede Mög­lichkeit ergreifen, um sich ausbilöen zu lassen. Wenn der Reichsluftschutzbund in den Dörfern Kurse durchführt, gehört sie zu den eifrigsten Teilnehmern,