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sehen, sprang dieser durch die Giftgaswolken vor bis zu dem Wagen und verstopfte das Leck.

Buenos Aires ohne Wasser.

Zum erstenmal seit 20 Jahren ordnete die Stadt* Verwaltung der argentinischen Hauptstadt die Stillegung sämtlicher Wasserwerke an, nachdem seit zwei Tagen durch Südwest« stürme das Wasser im La Plata-Fluß derart ab. getrieben worden ist, daß die Wasserwerk kaum mehr Wasser erhalten. In den letzten Tagen waren auch die Notstandswerke so in Anspruch genommen worden, daß ihre Borräte verbraucht sind. In den Landedocks liegen die Schiffe auf Grund. Auch die deutschen DampferMonte -Sar­miento undMadrid" liegen mit 30 Grad Schlag­seite auf dem Trockenen. Der Südweststurm erreichte in Montevideo eine Geschwindigkeit von 100 Stun­denkilometern. Am La Plata ist der Verkehr mit Schiffen und Flugbooten l a h m g e l e g t.

Erziehung jugendlicher Tierquäler.

Vor dem Jugendgericht in Kassel wurden zwri junge Burschen, die eine Katze in roher Weise tot­geschlagen haben, empfindlich bestraft. Der jüngere wurde zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt, erhielt aber eine dreijährige Bewährungsfrist. Er hat ferner 20 RM. in wöchentlichen Raten von 1,50 RM. an den Tierschutzverein zu zahlen und muß außerdem ein Jahr lang die Mitgliederoer- sammlungen des Tierschutzvereins besuchen, um dort die nötige Aufklärung zu erhalten. Sein älte­rer Mittäter wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Auch bei ihm wird gegen bestimmte Auf­lagen die Bewährungsfrist in Frage gezogen wer­den.

Die Mitgliederversammlung findet nunmehr am Donnerstag, 21. Oktober, 20 Uhr, im Hotel Hindenburg, Gießen, Seltersweg 68, statt

Tagung der deutschen werbefachleule in Berlin.

Am 21. Oktober findet erstmalig in Berlin ein großes Reichstreffen aller deutschen Werbefachleute statt, bei dem wichtige Fra­gen der Berufsförderung besprochen werden sollen. Das Reichstreffen steht im Zusammenhang mit der anschließend stattfindenden TagungDeutsche Wer­bung", an der alle an der Wirtschäftswerbung inter­essierten und beteiligten Kreise der Industrie, des Handels und Handwerks sowie der Landwirtschait beteiligt sind. Auf dem Reichstreffen der Werbe­sachleute spricht u. a. der stellvertretende Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft Ministe­rialrat Professor Dr. Hunke.

Zwei Todesurteile vollstreckt.

In Berlin ist der 1877 geborene August Abicht hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Meiningen wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren- rechte ferner wegen Vergiftung zu 10 Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte auf die Dauer von 10 Jahren verurteilt moröen war. Abicht hat seine Ehefrau Alma ver- giftet, weil sie der Fortsetzung eines homosexuellen Verhältnisses, das er mit einem jungen Mann unterhielt, im Wege war.

Ferner ist der 1894 geborene Friedrich Opitz aus Braunschweig hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Braunschweig wegen Mordes m zwei Fällen zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ferner wegen weiterer 12 Raubüberfälle zu einer Gesamtzucht­hausstrafe von 15 Jahren verurteilt worden war Opitz hat bei seinen zahlreichen Raubüberfällen,

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Felssturz am Iungfrau Bergmassiv.

Am Ostgrat des Jungfrau-Bergmassios stürzte ein Felsblock von etwa 100 000 Kubikmeter ober­halb der Mathildenspitze ab und fiel auf den Jung- fraufirn. Haushohe Felsblöcke wurden ge­gen den Gletscher geschleudert. Durch den Felsab­bruch entstand eine, die Begehung des Ostgrates sehr erschwerende Kante.

Wetterbericht

des Reichswetlerdiensles, Ausgabeorl Frankfurt.

Die Großwetterlage befindet sich in neuer Um­gestaltung. Dabei hat sich der Hochdruckeinfluß bei uns verstärkt, er kommt aber infolge Nebel- oder Hochnebelbildung nicht voll zur Auswirkung. Die vergangene Nacht brachte vielenorts mit Aufklärer starke Abkühlung und Nebelbildung. Die Verstär­kung der vom Atlantik ausgehenden Wirbeltätig­keit ^bringt wieder etwas größere Lebhaftigkeit der Witterungsvorgänge, so daß sich auch bei uns zu­nächst etwas freundlicherer Witterungscharakter durchsetzen wird.

Aussichten» Donnerstag: Vielfach dunstig oder nebelig, sonst wolkig bis aufheiternd und höchstens vereinzelte Niederschläge, Tempera­turen wenig geändert, auf West drehende Winde.

Aussichten für Freitag: Wechselndes Wetter mit nur vereinzelten Niederschlägen, tags­über wieder milder.

Lufttemperaturen am 12. Oktober: mittags 13,1 Grad Celsius, abends 5,2 Grad: am 13. Oktober: morgens 6,6 Grad. Maximum 14 Grad, Minimum heute nacht 1,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Oktober: abends 9,6 Grad: am 13. Ok­tober: morgens 8 Grad. Sonnenscheindauer 1,3 Stunden.

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mit denen er jahrelang die Umgebung Braun­schweigs unsicher gemacht hat, den Rechtsanwalt Hans K o t h e aus Königslutter und den Drogisten Kimme aus Gifhorn ermordet.

Im Tunnel aus dem D-Zug gestürzt.

Im Eisenbahntunnel zwischen Norheim und Nie­derhausen wurde der Kaufmann Ferdinand F i l l- m a n n aus Birkenfeld schwer verletzt auf dem Bahnkörper aufgefunden. Fillmann hatte eine Geschäftsfahrt nach Bad Kreuznach unternommen und ist auf der Rückfahrt aus dem Saarbrückener Schnellzug gestürzt. Fillmann wurde sofort in ein Kreuznacher Krankenhaus gebracht, wo er kurz nach der Einlieferung g e st o r b e n ist.

Eine französische Stadt durch eine Ehlorgaswolke in Panik verseht.

Ein furchtbare Panik entstand in der Nacht zum Dienstag unter der Bevölkerung des nordfranzö­sischen Städtchens F l e r s - B r e u c o , auf das sich mitten in der Nacht eine Wolke von Chlor-, gasen gelegt hatte. Mehrere tausend Einwohner fluchteten entsetzt aus der Stadt. Erst gegen Mor­gen wurde die Chlorgaswolke von dem aufkommen- den Wind wieder aufgesogen. Glücklicherweise sind Todesfälle nicht zu beklagen. Doch sämtliche Be­wohner hu st en ununterbrochen. 60 Arbei­ter der chemischen Fabrik konnten wegen Vergif- tungserschemungen chre Arbeit nicht antreten. Das Vieh, das die Nacht hindurch in den Ställen ge­blieben war, leidet ebenfalls an starker Chlorqäs- verglftung. Die Aerzte haben alle Hände voll zu tun, und die einzige Apocheke mußte zentnerweise Heilmittel Herstellen. Eine Untersuchung ergab, daß ein Eisenbahntra nsportwagen, der

nahm am Sonntag eine Besichtigungsfahrt zu dem Geflübelzuchtverein Kirchhain (Kr. Marburg). Rege Beteiligung von über 40 Teilnehmern zeugte davon, mit welchem Interesse die Züchter in Lollar an ihrem Lieblingssport hängen. Bei schönstem Herbst­wetter ging es frühmorgens mittels Omnibus über Marburg dem Ziele zu. In Kirchhain erwartete die Lollarer ein herzlicher Empfang. Dann wurde im Hotel Mofebach gemeinschaftlich an dem Eintopf­essen teilgenommen. Anschließend widmete man sich dem Hauptzweck der Fahrt, der Besichtigung der Zuchten des Kirchhainer Vereins. Was 'hier den Lollarer Züchtern geboten wurde, war in allen Stücken musterhaft. Nicht allein die Qualität der Tiere, sondern auch die Zuchtanlagen der einzelnen Züchter waren vorbildlich. Besonderes Aufsehen er­regte die dort in Blüte stehende Laufentenzucht, durch welche Kirchhain weltbekannt ist. Hunderte von Tieren in allen Farbenschlägen erfreuten das Auge der Züchter. Mancher Reichssieger konnte be­wundert werden. Auch alle Hühnerrafsen, besonders Italiener und Weißhauben in allen Farben, waren zu sehen. Leider schlug wie immer allzuschnell die Abschiedsstunde. Nach kurzem gemütlichem Beisam­mensein im Vereinslokal mußte die Heimreise an-1 getreten werden. Nach herzlichem Abschied und dem Versprechen, daß der Verein Kirchhain im kommen­den Jahre den Besuch in Lollar erwidern wird, ging es wieder dem schönen Marburg entgegen. Dort wurde noch schnell der Tiergarten besichtigt und dann der Heimat zugesteuert. Alle werden noch lange an diese wohlgelungene Fahrt zurückdenken.

# Staufenberg, 12. Oft. Heute wurde die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, die 93jährige

Das Oottordiplom erneuert

= Nidda, 1. Oft. Wie wir bereits berichteten, konnte am 16. August d. I. Sanitätsrat Dr. Koch sein goldenes Doktorjubiläum feiern. Das erneuerte Doktordiplom wurde jetzt anläßlich einer Tagung des ärztlichen Kreisvereins im Kur- chaus in Salzhausen in feierlicher Weise durch den Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Gießen, Prof. Dr. ©eifer überreicht, der dabei in einer Ansprache der Verdienste des Jubilars als Arzt und Heimatdichter gedachte. Das Diplom hat folgenden Wortlaut:Die Medizinische Fakultät der Landesuniversität zu Gießen gedenkt des Tages, an dem sie vor 50 Jahren Herrn Sanitätsrat Dr. Reinhard K o ch in Nidda zum Doktor der Medizin ernannt hat, und erneuert dem wahren Arzt, der immerdar in Liebe und Treue zu Land und Volk Oberhessens gestanden hat, dem oberhessischen Dich­terarzt voll feinsinnigen Humors, dem alten Stu­denten unserer Alma mater, derGaisse" und seine Professorenauch net vergesse hat", nach altern Brauch das Diplom. Gegeben zu Gießen unter dem Rektorat des Professors für Forstwissenschaft Dr. phil. Gustav Bader und dem Dekanat des Pro- fesiors für Hygiene Dr. med. Seifer."

Bei der Arbeit tödlich verunglückt.

* Butzbach, 12. Oft Der Arbeiter Josef Weil aus Oppershofen verunglückte in der Nähe von Nieder-Weifel bei Straßenbauarbeiten dadurch töd­lich, daß er unter Sie Stein- und Schie­nenladung eines umfallenden Feldbahn-Kipp­wagens geriet Der bedauernswerte Mann erlitt so schwere Verletzungen, u. a. einen Wirbelsäulen­bruch, daß er im Johanniter-Krankenhaus in Nieder- Weisel verstarb.

Bon seinem Fuhrwerk überfahren

* Winnen (Kreis Marburg), 12. Oft. Der 54 Jahre alte Landwirt Georg Wißner von hier verunglückte heute mittag auf der Land­straße LondorfAllendorf a. d. Lda. dadurch, daß er beim Durchgehen seiner beiden Pferde infolge Scheuens vor einem Motorradler von dem Wagen herabsprang, um die Bremse anzuziehen, dabei aber unter den Wagen fiel. Die Räder des mit Kies schwerbeladenen Wagens gingen dem be­dauernswerten Manne über d i e Beine, wo­bei er allerlei Verletzungen, u. a. auch einen Unter­schenkelbruch, erlitt. Die Sanitätskolonne vom Deut­schen Roten Kreuz in Gießen brachte den Verun­glückten nach der Chirurgischen Klinik m Gießen.

Der Marburger Studentenvater

80 Jahre alt.

LPD. Marburg, 12. Oft. Der hier im Ruhe­stand lebende frühere langjährige Oberbibliothekar an der Universitätsbibliothek, Professor Dr. Wil­helm Fabricius, beging am Dienstag in außerordentlicher Frische seinen 8 0. Geburts - tag. Der Jubilar, aus Groß-Umstadt in Hessen gebürtig, ist neben seinem Hauptberuf auch als Verfasser zahlreicher Abhandlungen auf dem Ge­biete der Unioersitäts- und Studentengeschichte, be­sonders derjenigen der deutschen Korps, weit be­kannt geworden. Seine stete Hilfsbereitschaft den Studenten gegenüber hat ihm den EhrentitelStu­dentenvater" eingetragen.

Landkreis Gießen.

* Lollar, 12. Oft. Der Geflügel- und . Vrieftaubenzuchtverein Lollar unter- !

# Daubringen, 12. Oft. Der hiesige G e - sangoereinSänger tust" veranstaltete bei Gastwirt Schäfer einen Unterhaltungs- und Kon- zcrtabend, dessen Einnahme dem Winterhilfswerk zugewiesen wurde. An unserer. Haltestelle der Reichsbahn wurden Erneuerungsarbeiten durchge­führt: insbesondere wurde der Warteraum durch verschiedene Handwerksmeister neu ausgestattet. Bürgermeister Deines zeichnete dieser Tage im Saale Schäfer einige Feuerwehrleute für 25jährige aktive Tätigkeit aus. Das Reichs-Feuerwehr-Ehren- zeichen 2. Klaffe erhielten Oberbrandmeister W. Braun III., Oberfeuerwehrmann Heinrich Schä - s e r VI. und Feuerwehrmann Just. Wagenbach.

# Mainzlar, 12. Oft. Auch in unserem Orte fand dieser Tage bei Gastwirt Koch ein Winzer- f e st statt, das gut besucht war. Bei Musif, Tanz und Gesang verliefen die Stunden in bester Stim­mung.

)( Llch, 12. Oft. Am Mittwoch, 13. Oktober, kann der Bahnwärter Heinrich Sann mit seiner Ehefrau Marie Katharine, geb. Wehrum, das Fest der Silberhochzeit feiern.

< Birklar, 12. Oft. Am vergangenen Sonn­tag hielt der hiesige Kriegerverein sein Ab- jchlußschießen dieses Jahres auf dem Schützen­stand ab. Als erster Sieger ging aus dem Wett­bewerb der Landwirt Heinrich Seibert (Birklar) mit 36 Ringen hervor, Den 2. bis 6. Sieg erhielten weitere Schützen mit 35 Ringen.

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