nicht entscheidend ins Gewicht fällt. Der Führer hat größere Pläne. Lin Deutsches Reich in Stolz und Würde, Schönheit und Zweckmäßigkeit soll nach dem Willen des Führers aufgebaut werden. Das gehl nicht in zehn Jahren; dieses gewaltige Arbeitsprogramm sichert dem deutschen Arbeiter auf Jahrzehnte hinaus seine Existenz, Arbeit und Brot. Was den Lohn anlangt, so muß er gehalten werden. Wo der Lohn unerträglich war, wurde er gebessert und durch Zulagen erhöht. Das ging natürlich nicht bei allen Branchen. Unsere unermüdliche Sorge wird es sein, hier den sozialen Ausgleich zu schaffen. Vor allem aber werden wir darauf achten, eifern die preise fe st zuhalten, damit die deutsche Ernährungs- und Versorgungslage auch weiterhin jene ruhige, sichere und stetige Kurve des Aufstiegs aufweist, wie es bisher der Fall gewesen ist.
Damit nun die Leistungen gesteigert werden und damit auch der Ehrgeiz geweckt wird, haben wir den Berufswettkampf und den Leistungs- wettkampf eingeführt, den Berufswettkampf vor allem für die Jugend, die Lehrlinge. Es ist ganz selbstverständlich, daß sich die Deutsche Arbeitsfront, d. h. die Partei, ganz besonders um die Lehrlinge kümmert. Wenn man mir sagt, das sei in erster Linie Anaelegenheit des Fachwissens und der fachlichen Ausbildung, so will ich euch eines in die Erinnerung zurückrufen: Facharbeiter besten Ausmaßes hat Deutschland immer gehabt, auch in der Zeit des Niederganges; aber was nützt das, wenn sie, von anderen verhetzt, das Vaterland ablehnten, wie das früher der Fall war, und wenn sie in ihrer Gesinnung internationale Proleten wurden. Das Entscheidende ist überall, daß erst einmal der Charakter des jungen Arbeiters gebildet wird und daß er unlöslich Deutschland verschworen ist. Damit wir aber beide vereinen, Charakter und Qualität, haben wir den Berufswett- kampf eingeführt. Jeder Betrieb hat die Pflicht, sich in vollem Umfange daran zu beteiligen, denn es ist Pflicht jedes Unternehmers, unerläßlich dafür zu sorgen, daß der Lehrling als Nationalsozialist und Deutscher erzogen wird. Auf der anderen Seite wollen wir durch den Leistungswettkampf den Betrieb in feiner Gemeinschaftsleistung steigern. Hier soll der Betriebsführer zeigen, daß es ihm nicht nur um das Materielle, sondern auch um das Ideelle zu tun ist, daß er alles das unterstützt, was wir von ihm fordern. Es kommt dem Betrieb, der Arbeiterschaft und damit der Arbeitsleistung zugute. (Stürmiscyer Beifall.)
Ihr deutschen Arbeiter: Seht aus den Führer! Ist er nicht der erste Arbeiter der Nation? (Lang- unhaltender stürmischer Beifall.) Seht seine Arbeitslast vom Morgen bis in die Nacht? Diese Arbeit ist Arbeit für ein ganzes Volk. Welche gewaltigen Probleme hat er zu tragen, welche Kraft des Handelns gehört dazu, diese gigantischen Entschlüsse zur Tat werden zu lassen, welche Sorge lastet auf seinen Schultern. Was bedeuten euere Sorgen dagegen, so groß sie im einzelnen sein mögen! Es sind Sorgen des Alltags. Hier aber liegt die Sorge für die Zukunft und die Größe unseres Volkes auf den Schultern des einen Mannes. Zu ihm könnt ihr Vertrauen haben wie zu einem der Eurigen. Er selbst ist von euerem eigenen Fleisch und Blut. Ähr müßt aber auch euer ganzes rückhaltloses Vertrauen, euere Liebe, euer ganzes Herz dem Führer darbringen, weil er es versteht, und weil er es braucht. Wie oft hat er gesagt, daß er seine Kraft aus euch schöpft. Er hat dem deutschen Arbeiter, der heimatlos und wurzellos war, ein Vaterland gegeben, hat euch wieder hineingestellt in das deutsche Volk hat euch wieder Arbeit und Brot gegeben, euch die Heimat neu geschaffen. Deutscher Arbeiter! Nun denke und entscheide selbst. Einst lautete der Schlachtruf: Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Heute heißt er: Deutscher Arbeiter, stehe zu Deutschland, deinem Land der Größe, der Herrlichkeit und der Zukunst! (Minutenlange, brausende Heilrufe.)
Der Führer,
der mit brausenden Heilrufen empfangen worden war, richtete dann an die Zehntausende tn der Halle versammelten Arbeiter eine Ansprache, die von den Teilnehmern an der Tagung von stürmischen Kundgebungen begleitet und mit einem gewaltigen Jubel ausgenommen wurde. Der Führer wies zu Beginn seiner Ansprache darauf hin, daß die große Zahl der Verpflichtungen, die der Reichsparteitag nun einmal mit sich bringe, ihm nur einen kurzen Besuch auf der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront ermögliche und er daher seinen Freund, Parteigenossen Göring, gebeten habe, an seiner Stelle zu sprechen. Aber es sei ja völlig gleichgültig, wer aus dem Führerkorps der nationalsozialistischen Bewegung spreche. Denn jeder werde und könne nur dasselbe sagen, weil das, was zu sagen sei, nicht eine eingelernte Rede, sondern die Wiedergabe des Glaubensbekenntnisses des Nationalsozialismus darftelle.
Der Führer sprach dann in sehr eindringlichen Worten über die Volkwerdung der deutschen Nation, über das Zueinanderftnden der Menschen, über den Willen zum Sozialismus und zur Volksgemeinschaft, die es mit allen Mitteln zu verwirklichen gelte. Er betonte, daß bis zur Erreichung dieses Zieles noch viele Jahre vergehen würden, weil nun einmal mit menschlichen Schwächen gerechnet werden müsse und die Ueberwindung dieser menschlichen Schwächen eine große Erziehungsarbeit sei, die man nicht in wenigen Jahren lösen könne. Was in wenigen Jahren habe getan werden können, das sei getan worden. Das wüßten gerade die deutschen Arbeiter. Klassenhochmut und Klassenhaß seien äußerlich zwar ausgerottet, aber erst die junge Generation werde völlig frei sein von den Resten dieser beiden Eigenschaften, die einmal das ganze deutsche Volk verhetzt und fast dem Untergang ausgeliefert hätten. Es gebe gewiß noch manchen Widerstand zu Überwinden, und die schlimmsten Widerstände seien nicht einmal die sachlichen, sondern die eingebildeten, die auf der Tradition oder liebgewordenen Ueberliefe- runqcn, Auffassungen und Meinungen beruhen.
Anter stürmischem, nicht endenwollendem Beifall erklärte der Führer: „Aber auch Gewohnheiten kann man wandeln, und wenn es einmal Gewohnheit war, Prolet oder Bourgeois zu fein, so wird es einmal eine Gewohnheit werden, nur Deutscher zu sein. Die deutschen Menschen müssen wieder einander näherrücken und Tuchfühlung miteinander gewinnen. Das kommt alles nicht von ungefähr, das muß erzogen werden, wir haben früher viele Stände gehabt, In denen das Standesbewußtsein gezüchtet
wurde. Jetzt haben wir auch einen Stand, die Deutsche Arbeitsfront, die die Aufgabe hat, dem deutschen Volk das Bewußtsein anzuerziehen, zum Stand der arbeitenden deutschen Menschen zu gehören. Das ist eine ganz wunderbare Aufgabe. Und wenn mancher an dem Erfolg zweifelt, so kann ich nur sagen: W i r werden das Ziel erreichen!" Langanhaltender stürmischer Beifall bekräftigte diese Feststellungen.
„Der Mensch ist das Ergebnis einer Jahrhunderte, Jahrtausende langen Erziehung und muß neu geformt werden. Wir selbst erziehen uns noch fortgesetzt. Wenn jede Generation mit dem gleichen Ernst an die Aufgaben herangeht, die ihr gestellt sind, wie wir es tun, dann muß es gelingen, und dann wird es auch gelingen." (Erneute Beifallsstürme.) „Das ist der tiefe Sinn dieser größten Arbeiterorganisation. Sie soll den Klassenkampf im deutschen Volk ausrotten, und sie soll der vernünftigen Erkenntnis Bahn brechen, daß Stirn und Hand, Intelligenz und Kraft nun einmal zusammengehören, weil sie sich ewig ergänzen und ergänzen müssen. Das wird gelingen, weil es gelingen muß, und weil ich an die Vernunft des deutschen Volkes glaube. Ich stände sicherlich nicht von Ihnen, wenn ich nicht einst als Soldat den absoluten Glauben an den Wert unseres Volkes und gerade an den des deutschen Arbeiters gewonnen hätte. (Bei diesen Worten springen die Zehntausende auf, und bereiten dem Führer eine nicht endenwollende begeisterte Kund-
Paris, 12. Sept. (DNB.) Die Deutsche Kulturwoche in Paris hat am Sonntag mit der Aufführung von „Tristan und Isolde" ihren Abschluß gefunden. Die deutsche Kunst hat einen begeisterten Widerhall gefunden. Ihre außerordentliche Wirkung spiegelt sich in den langen Berichten der französischen Presse der verschiedensten Richtungen wider. Staatssekretär Funk, unter dessen Schirmherrschaft die Veranstaltung durchgeführt wurde, äußerte sich sehr befriedigt über seine Eindrücke. Der Präsident der Republik, Lebrun, Mitglieder der Regierung und zahlreiche führende Vertreter aus Kunst und Wissenschaft hätten den Gedanken der Deutschen Kulturwoche als sehr glücklich bezeichnet.
„Verschiedene politische Persönlichkeiten haben mir gegenüber", so erklärte Staatssekretär Funk, „zum Ausdruck gebracht, daß sie im Interesse der deutschfranzösischen Verständigung eine Vertiefung des gegenseitigen Kulturaustausches außerordentlich begrüßen würden." Staatssekretär Funk erkannte dankbar die weitgehende Unterstützung an, die der Polizeipräfekt von Paris der Ku'lturwoche zuteilwerden ließ, und stellte fest, daß er auf größtes Interesse für die Aufgaben, die der Führer der deutschen Kunst gestellt hat, gestoßen sei. Immer wieder hatte er Aufschluß über die Organisation der Reichskulturkammer und die taatspolitischen Aufgaben der Kunst im national» ozialistischen Deutschland geben müssen. Der Prä- ident der Akademie und der Präsident des franzö- ischen Autorenverbandes hätten den Wunsch aus- zesprochen, der deutsch-französische Kulturaustausch möge weiterhin durch sichtbare Veranstaltungen gepflegt und verstärkt werden.
Die Aeußerungen der Pariser Presse zu der Auf- ührung von Wagners „Tristan und Isolde" m Rahmen der Deutschen Kulturwoche in Paris sind nicht weniger begeistert und anerkennend als zu den bisherigen Leistungen der Staatsoper, der Bayreuther Oper und des Philharmoni- schen Orchesters.
Die Aufführung von „Tristan und Isolde", so schreibt das „Echo de Paris", sei ein Triumph
V. A. Ueberblicken wir die letzten Jahre national- sozialistischen Tat- und Aufbauwillens, so sehen wir, daß uns neben neuen Werk st offen, die bisher unbekannt waren, Wissenschaft und Technik auch erheblich erweiterte Verwendungsmöglichkeiten längst bekannter heimischer Erzeugnisse geschenkt haben. In beiden Fällen aber handelt es sich um vollwertigen Ersatz von Bodenschätzen oder Erzeugnissen, die wir nicht oder in nicht ausreichender Menge besitzen, und deren Einführung aus dem Auslande daher einen unnötigen Aufwand an Devisen beansprucht. Der Ausdruck neuer Werkstoff ist allerdings nur sehr bedingt richtig und ist genau genommen nur auf ganz wenige Erfindungen anzuwenden wie etwa auf Buna, den synthetischen Gummi, der uns unabhängig vom Naturprodukt tropischer Gebiete macht. Aber schon, wenn wir an Glaswolle denken, an Holzgas, Kunstharz oder Vistra faser, sehen wir, daß es sich lediglich um einen technischen oder chemischen Fortschritt handelt, der uns neue Wege der Nutzanwendung eines an sich sehr vielseitigen, aber lange bekannten Rohstoffes wies. Der Wert der Entdeckungen und Erfindungen wird dadurch in keiner Weise herabgesetzt, im Gegenteil wird die Volkswirtschaft sie heute mehr denn je mit Freude und Dankbarkeit begrüßen.
So ist etwa die K u n st s e i d e durchaus nicht aus der Not der Zeit geboren. Sie ist noch ein Kind des vergangenen Jahrhunderts und hatte schon vor dem Kriege ihre Kinderkrankheiten überwunden. Ihre eigentliche Geburt fällt in das Jahr 1886, als Graf Chardonnet die erste Kunstseidenfabrik gründete. Lange vor ihm, nämlich 1734, gab bereits Reaumur, dessen Thermometer heute jedem Schulbuben geläufig ist, die erste Anregung dazu, künstlich eine Spinnfaser zu erzeugen.
Auch die Zellwolle, die jüngere Schwester der Kunstseide, ist kein neuer Rohstoff. Neu ist lediglich ihr Name. Sie hat kurz nach dem Kriege begonnen, sich ihren Martt zu erobern. Es war aber die Pioniertätigkeit deutscher Firmen, die die deutsche Zellwolle, die „Vistra" in Deutschland und auf dem Weltmarkt einführte. Erst als immer mehr deutsche Zellwollsorten auf dem Markt erschienen, als Aceta, Cuprama, Flox, Rhodia und Zehla hinzukamen, hat man diese neue Rohstoffgruppe unter der Bezeichnung „Zellwolle" zusammengefaßt, und
gebung.) „Das sind meine Kameraden! Ich habe sie erlebt, meine Kämpfer, die für Deutschland ihr Leben so oft in die Schanze aeschlagen haben, und die jederzeit bereit sind, ihr Leben für ein Ideal einzusetzen.
Ich habe damals aus dem Gemein- schaftserlebnls des Weltkrieges die Ueberzeugung gewonnen, daß alle Vorwürfe, die man fo oft gegen den deutschen Arbeiter erhoben hat, zu unrecht erfolgt sind. Wir müssen nun dieses große Gemeinschaftserleben in unsere große Lebensgemeinschaft hineintragen und jedem einzelnen die Ueberzeugung geben, daß er im Rahmen der Volksgemeinschaft unersetzbar ist und seine Tätigkeit jedem einzelnen zugute kommt. Das ist der letzte Sinn der Deutschen Arbeitsfront." Wenn ich den Idealismus nicht gehabt hätte, dann wäre das heutige Reich nie entstanden. Ich erwarte darum von Ihnen allen, daß Sie sich voll einsehen und daß auch Sie Idealisten sind. Je mehr eine Führung idealistisch denkt und handelt, um so mehr wird auch das Volk mit Idealen erfüllt sein und an diese Führung glauben. Ich aber werde ewig glauben an das
Ideal eines einigen deutschen Volkes!"
Minutenlanger stürmischer Jubel der Männer der Stirn und der Faust dankt dem Führer für seine packenden und aufrüttelnden Worte.
gewesen. In feinem Augenblick tjabe Elmendorfs in seiner Stabführung den Gedanken des großen Meisters dem allzu menschlichen Wunsch geopfert, sich persönlich in den Vordergrund zu stellen. Martha Fuchs als Isolde sei eine gute Schauspielerin und eine einzig dastehende Sängerin. Zum Ueberfluß sei sie noch eine schone Frau, die in hervorragender Weile der schweren Rolle der Isolde Leben gegeben habe. Die Inszenierung und die Kostüme seien mit sicherem Geschmack und seltener Intelligenz gewählt worden.
Der „Matin" betont, daß die Aufführung von einer gleichmäßigen Vollkommenheit gewesen sei. Die Zuschauer, die das Theater bis auf die Treppenstufen füllten, hätten ihrer Begeisterung mit einer noch nie erlebten Einstimmigkeit und Macht Ausdruck gegeben. Diese Anerkennung habe einmal dem Orchester, dann aber auch Martha Fuchs gegolten, einer der schönsten, wenn reicht der schönsten Isolde überhaupt, die Paris je gehört habe
Die französische Presse äußert sich ebenso günstig über die Aufführung der Strauß-Oper „Ariadne auf Naxos". Der Musikkritiker des „Figaro" meint, die Musikfreunde von Paris hätten alle Veranlassung, sich über diese für Frankreich neue Aufführung zu freuen und von ihr begeistert zu fein. „Ariadne auf Naxos" fei vor allem anderen ein für Musiker selbst bestimmtes Werk, das bester und geschmackvoller als von Künstlern der Berliner Staatsoper nicht hatte gesungen und dirigiert werden können.
Das „Petit Journal" spricht zunächst über die gesamte Deutsche Kulturwoche, aus der Frankreich nur lernen könne. Alles müsse man loben, von den berühmtesten Dirigenten Furtwängler, El- m e n b o r f f und Krauß bis zu dem einfachsten Chorsänger. Die Vollkommenheit des Ensembles sei zweifellos noch hervorragender gewesen, als es die Einzelleistungen selbst schon waren. Man könne die „Ariadne"-Aufführung als die Krönung einer wundervollen Woche bezeichnen, von der die Musikfreunde ein wertvolles Andenken bewahren würden.
dieser Name ist das einzige, was heute dem Der- braucher neu gegenübertritt. Man wählte das Wort „Zellwolle", weil es klar und verständlich die Herkunft dieses Rohstoffes von der pflanzlichen Zellulose ausdrückt und außerdem auf die wollartigen Eigenschaften aufmerksam macht. Das Ausland erkannte bald, daß diese deuffche Erfindung bahnbrechend werden würde und bemühte sich, nun auch seinerseits Anschluß zu finden, und in allen Ländern, die eine Textilindustrie besitzen, wurden Zellstoff-Fabriken gegründet, nicht zuletzt gerade in den Ländern, die an Rohstoffen reich sind, wie etwa die Vereinigten Staaten an Baumwolle.
Zellulose ist ein Urftoff, der sich in jeder Pflanze, jedem Baum, jedem Halm und jedem Blatt befindet. In der P a p i e r h e r st e l l u n g ist sie längst bekannt. So ungeheuerlich aber die Leistung ist, der Seidenraupe ihr Geheimnis abgelauscht zu haben, die größte volkswirtschaftliche Bedeutung der Nachahmung des von ihr entwickelten Fibroins durch die Viskose beruht vielleicht gerade darin, daß von dem deutschen Holz als neuzeitlicher Rohstoffgrundlage nicht so sehr das Nutzholz als hauptsächlich das sogenannte Brennholz, also das unwertige Holz verbraucht wird. Bei der jährlichen Ernte des Nutzholzes fallen unvermeidlich riesige Brennholzmengen an, die bisher, selbst in wirtschaftlich günstigen Jahren, stets schwer abzusetzen waren. Noch niemals hat eine Notwendigkeit bestanden, in Deutschland auch nur einen Raummeter Brennholz aus dem Auslande einzuführen. Im Gegenteil kam es oft genug vor, daß solche Holzsortimente in abgelegenen Waldgebieten mit nur sehr geringem Nutzen verwertet werden konnten. Deshalb sieht es ja auch die deutsche Forstwirtschaft, besonders das Reichsforstamt und der Ausschuß für Technik in der Forstwirtschaft beim deutschen Forstverein, als ihre vornehmste Aufgabe an, auch das Brennholz wie das übrige unwertige Holz mit dem für die deutsche Wirtschaft größten Wert nutzbar zu machen. Der Technik gelang es so, aus dem minderwertigen Holz gerade etwa der Rotbuche, die vielfach verästelt, schlecht gewachsen, ja verkrüppelt erscheint, die Zellulose für die Herstellung der Viskose und damit der Distrafaser zu gewinnen.
Auch das schlechteste und ästigste Durchforstungs- Holz, ja die Abfallstoffe der Tischlereien und der Sägewerke können in einem neuzeitlichen, durch
Die Deutsche Kuliurwoche in Paris als Mittlerin des Kulturaustausches. Eine Unterredung mit Staatssekretär Funk.-Die pariser presse ist begeistert.
Reue Werkstoffe
und neue Verwendungsmöglichkeiten der alten.
Von Dieter von der Schulenburg.
absteigende Vergasung arbeitenden Heizkessel (Generator) oder nach Verkohlung des Holzes in Meilern oder fahrbaren Oefen als Holzkohle zu einem Ire ioftoff verwandelt werden, der zum Antrieb von stehenden oder beweglichen Motoren dienen kann. Dabei besitzen Holz und Holzkohle eine Reihe von technischen Eigenschaften, die sie für Treibstoffzwecke besonders geeignet erscheinen lassen.
Neu ist auch, das Holz als Nähr - und Futterstoff zu verwenden, um den Futterbedarf der deutschen Landwirtschaft zu befriedigen, wenn durch Dürrejahre Not an natürlichen Futtermitteln vorliegt. So stellt die Holzverzuckerung eine außerordentlich weitgehende, neue Ausnutzung des Rohstoffes Holz dar.
Neu ist ferner die Erfindung von Glasgespinsten wie von Glaswolle zu Jsolierzwecken. Einmal geht es um das Problem eines schlechten Wärmeleiters, dann aber auch um die Abdichtung des Schalles, Glas als Rohstoff hat damit eine weitere, ast unbegrenzte Verwendungsmöglichkeit erhalten. Die aus ihm hergestellten Matratzen und Decken haben uns heute praktisch von kanadischem Asbest und portugiesischem Kork unabhängig gemacht. Neben der zumindest gleichwertigen Isolierfähigkeit der Glasgespinste sind aber noch ihre weiteren Eigen- chaften von unschätzbarem Wert. Als anorganischer Stoff zeigen sie keine Veränderungen ihrer Struktur, sind brennsicher, säurebeständig, völlig unemp- indlich gegen Wasser, faulen also nicht wie Kork und werden nicht von Ungeziefer, weder von Motten, noch von Ratten und Mäusen angefreffen.
Zu den Werkstoffen, deren Verwendungsmöglichkeiten heute unbegrenzt sind, und zu deren fabrikatorischer Herstellung eigentlich jetzt erst unsere Chemie und Technik die Wege wies, obwohl die Erftn- duna bereits 1872 von Adolf vonBaeyer gemacht wurde, gehört auch das Kun st harz, das aus der Verbindung von Phenol, aus der Verkokerei von Steinkohle gewonnen und von dem Holzkohlendestillat Formaldehyd zusammen mit einem Kataly- ator wie Ammoniak im Wärmeverfahren entsteht. Es gibt fast keinen Gegenstand des täglichen Bedarfs, der nicht durch ein einfaches Preßverfahren, praktisch gesehen, aus Kunstharz hergestellt werden könnte, vom elektrischen Steckkontakt zum Becker der Thermosflasche mit Schraubengewinde, vom Aschenbecher, Zigarettenetui und Zigarrenkasten zum Radiobehälter, von Röhren in beliebiger Länge gezogen zur Wandbekleidung. Gerade hier ist es als vollwertiger Ersatz von Nutzholz wieder von Bedeutung, das für andere wichtige Dinge frei wird. Zudem ist auck Kunstharz ebenfalls feuerfest, es brennt nicht, es schmilzt höchstens und ist daher etwa für die Innenausstattung von Ozeandampfern als Kabinenbekleidung schon aus Sicherheitsgründen dem Holz vorzuziehen. Durch Zusatz von Anilinver- fahren bei der Fabrikation ist auch überdies jede Farbe, jede Maserung zu erhalten. Endlich ist Kunstharz als bestes Bindemittel bei der Bürstenindustrie an Stelle des löslichen Knochenleims oder in Verbindung mit Textilien von größtem Wert.
Von Jahr zu Jahr wird ein Werkstoff, den wir in erster Linie nur vornehmlich in der Feinmechanik kannten, in der chemisch-technischen Industrie unentbehrlicher, das Porzellan. Es ist ein guter Ersatz für Metalle, an denen es uns fehlt, wie z. B. Messing. Don Retorten, Schalen, Behältern, Rohren bis zur Kapillarstärke, von Isolatoren und anderem aber einmal ganz abgesehen, ist es heute kaum noch tragbar, wenn etwa Türklingen an Stelle von Hart- porzellan oder Kunstharz aus Messing hergestellt werden. Die Hygiene würde überdies nur dabei gewinnen, denn eine Türklinke aus Hartporzellan ist bedeutend leichter und einfacher mit Warmwasfer zu reinigen als mit irgendeinem Putzmtttel.
Aenderungen
im Zulassungsrecht für Aerzte.
Im Reichsgesetzblatt wird die dritte Verordnung über die Zulassung von A e r z t e n zur Tätigkeit bei den Krankenkassen veröffentlicht. Die Verordnung paßt das Zulassungsrecht für Aerzte der durch die Reichsärzteordnung vom 13. Dezember 1935 auf dem Gebiete des allgemeinen Arztrechts geschaffenen Neuregelung an. Gleichzeitig bringt sie die Vorschriften, die Anforderungen an die Reinheit d e s Blutes enthalten, mit den betreffenden Vorschriften des Reichsbürgergesetzes und seinen Durchführungsverordnungen in Einklang. Unter den sonstigen Aenderungen sind solche über die Auswahl unter den Zulassungs- beroerbern und die Vorschriften über die außerordentliche Zulassung hervorzuheben. Sie tragen den gegenwärtigen praktischen Bedürfnissen Rechnung.
Schafhaltung in Kleinbetrieben.
ZdR. In den letzten 50 bis 60 Jahren hat die Zucht von Schweinen, Rindern und selbst von Geflügel zugenommen, nur die Schafhaltung ging stark zurück. Statt 25 Millionen Schafen in den 70er Jahren wurden 1934 nur noch etwa 3,4 Millionen gehalten. Das könnte leicht zu der Auffassung führen, daß für Schafe kein Platz mehr sei; das aber ist durchaus nicht der Fall. Im Gegenteil. Wo andere Haustiere nicht mehr gehalten werden können, da findet das Schaf immer noch feine Nahrung. Der Wiederaufbau unserer Schafhaltung ist heute eine volkswirtschaftlich wichtige Aufgabe, damit ein größerer Teil unseres Wollbedarfs als bisher aus_ eigener Er- zeugung gedeckt werden kann. Natürlich läßt sich das nicht von heute auf morgen durchführen, aber jedes Jahr muß uns einen Schritt weiterbringen. Auch die neueste Schafzählung zeigt wieder eine Zunahme des Schafbestandes, und zwar um 367 000 Tiere, also um 7,4 v. H. Damit besitzen wir heute rund 2 Millionen Tiere mehr als 1933. Erfreulich ist, daß vor allem die Zahl der schafhaltenden ^Betriebe um rund 17 000 auf 273 000 gestiegen ist. Es halten aber noch längst nicht alle Bauern und Landwirte Schafe, die dazu wohl imstande wären. Gerade der Kleinbetrieb muß sich noch in weit stärkerem Maße als bisher für die Schafhaltung einsetzen. Nur dann kann es gelingen, die Wollerzeugung entscheidend zu steigern.
Stink- und Tranengasbomben in Reuyorker Kinos.
In 20 Neuyorker Lichtspielhäusern wurden am Sonntag Anschläge mit Stink- und Tränengasbomben verübt. Die Besucher stürzten panif- artig auf die Straße. Dabei kamen mehrere Personen zu Fall und wurden verletzt. Man vermutet, daß die Täter in einer Gewerkschaft von Filmvorführern zu suchen sind, die mit den Lichtspieltheaterbesitzern im Streit liegen. ,


