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Nr. 213 Zweites Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)

Montag, 13. September 1937

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OieIahrestagung der Deutschen Arbeitsfront

HemannGöring sprichtzu den deutschenArbeitern

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Deutschland soll stolz, frei und ehrlich bleiben tön- nen, und dem deutschen Arbeiter soll das tägliche Brot immer gesichert sein. Das ist der Sinn des Vierjahresplanes. (Stürmischer Beifall) Wenn im Rahmen des Vierjahresplanes überall neue Fabriken und neue Anlagen entstehen, dann werden wir auch den deutschen Arbeiter nicht vergessen, der den Tag über schwer gewerkt und gearbeitet hat und dann Erholung braucht, und so wie die Fabriken emporschießen, so werden auch gesunde und schöne Siedlungen im Dritten Reich entstehen, in denen sich der deutsche Arbeiter wieder zu Hause als Deutscher und nicht mehr als Entwurzelter fühlt.

Ihr braucht auch nicht das Geschwätz zu glauben von der vorübergehenden Hochkonjunk­tur, der Rüstungskonjunktur, die nur jetzt im Gange sei, der dann wieder das Elend der Erwerbslosigkeit folgen müsse. Die Rüstung beansprucht nur einen geringen Prozentsatz der deutschen Arbeit, der für die deutsche Wirtschaft

Sie äußert sich in allem: inKraft durch Freude", in den Wohnungsbauten, in der Berufserziehung, sie äußert sich in der Volks­gesundheit, vor allem aber in dem Zusammen­wirken von Vetriebsführern und Gefolgschafts­mitgliedern. Das Zweite ist die Steigerung der Produktion. Wir haben allen Geg­nern bewiesen, daß alles das, obKraft durch Freude", obSchönheit der Arbeit", ob Woh­nungsbau, ob Urlaubsverlangen, ob Volks­gesundheit, ob Lehrwerkstatt, alles was wir verlangt haben, kein Luxus ist, sondern höchste Wirtschaftlichkeit. Denn die Betriebe, die uns gefolgt sind, sind heute in der Produktion ihren Konkurrenzbetrieben z. T. um 30 v. h. voraus, da macht sich das, was sie dafür ausgegeben haben, hundert- und tausendfach bezahlt. Und drittens: wir haben ein gesundes Volk im Werden! Wenn es uns gelingt, jeden Deutschen jedes Jahr ein­mal zuüberholen", dann behaupte ich, daß der Bruch der Leistungsfähigkeit des schaffen- den Menschen nicht mehr bei 40 Jahren, son­dern wesentlich später liegen wird. Wir wer­den es erreichen, daß auch die älteren Volks­genossen noch lebendig und leistungsfähig sind.

Deutsche Arbeitsfront.

Es war aber weiter unsere Aufgabe, dem

wollen wir vom Boden reden, wenn wir diese Erde verneinen. Wir glaubten an einen (Bott; wir lassen uns diesen Gottensglauben nicht nehmen und rau­ben und wenn sie tausendmal sagen:Ihr seid gott­los." Daß wir das alles heute tun dürfen, ist ein für Menschenhirne und für den Rechenstift unfaß­bares Wunder. Das kann nur der unerforschliche Wille eines Gottes, daß er uns als kleine Menschen aus dem Volke, Arbeiter, Bauer, Handwerker, aus der breiten Masse dazu bestimmt hat, dem Führer zu helfen. Auch er war ein Namenloser, den das Schicksal zur Führung seines Volkes bestimmt hat. Das ist nur der Glauben das Wissen um einen Gott. Aber ich lehne es ab, diesen Gott durch die evangelische oder katholische Klassenbrille zu sehen. Wir glauben an einen Gott! Und gerade dieses Wissen um die göttliche Ordnung, die göttlichen Ge­setze, die Lebensgesetze, die Gesetze der Rasse, der Energie, der Kraft, das gibt ja die Liebe zu dieser Erde. So möchte ich Ihnen ein ungeheueres Glücks­gefühl mitgeben. Ich wünsche Ihnen, daß Sie das auch haben mögen. Denn bann erst kommt wirklich die Kraft, all das meistern zu können, was uns er­wartet. Und so wollen wir schließen im Gedenken an unseren Führer, der uns das alles gab, ohne den wir nichts, aber auch gar nichts find.

Adolf Hitler, unserem Führer, Sieg-Heil!

aber wurde aus der Organisation der Gewerk­schaften? Sie wurden mit Recht beseitigt, nachdem die Führer sowieso schon stiften ge­gangen waren. Was wurde aus dem Geld, soweit noch etwas übrig gelassen worden war? Run, es wurde in treue Obhut genommen, um im Interesse des Arbeiters verwendet zu wer­den. Aber auch für die Führung entstand die Frage: Was sollen wir je mit dieser Organi­sation anfangen? Die Arbeiter waren noch er­füllt von der Idee, die wir bekämpften. Soll­ten wir sie nun abseits stehen lassen? Das hätte bedeutet, von vornherein auf die Idee der Volksgemeinschaft zu verzichten. Deshalb war es selbstverständlich, daß wir d en deutschen Arbeiter wieder suchten, daß wir um seine Seele warben und ihn wieder zum Deut­schen machten, daß wir ihn eingliebetfen in die deutsche Volksgemeinschaft.

Und heute wißt ihr, meine Arbeitskameraden: Wenn wir von Ort zu Ort gingen, von Stadt zu Stadt, wenn wir dreimal an einem Abend sprachen, ging es uns nicht nur um den Stimmzettel, das war eine vorübergehende Erscheinung Wir haben auch nicht im Sinne parlamentarischer Art gewor­ben. Nein, wir haben um den Bruder, um den deutschen Menschen, wir haben in erster Linie um dich,' den deutschen Arbeiter, als dem wert­vollsten Gut Deutschlands gerungen. Wir wollten, daß er wieder deutsch wurde. Wir wollten es in euer Gehirn brennen, daß ihr nicht

trieb zu einer lebendigen Zelle gemacht, wo alle, die im Betriebe schaffen, teilhaben, vom Unterneh­mer bis zum Laufjungen. Es ist eine einzige Schick­salsgemeinschaft. In Deutschland ist es mit dem Klassenkampf und ständischen Aufbau und allem Zwiespalt endgültig vorbei.

3. Wir mußten gan$ neue Methoden finden. So entstand der Wettkampfgedanke der Reichsberufswettkampf, der Leistungswettkampf mit dem Leistungsabzeichen, der heute das Wert­vollste überhaupt darstellt. Dieser Gedanke greift jetzt immer mehr um sich. Auf jedem Gebiet finden Wettkämpfe statt. Für die Laxen und Faulen, die sich so an die Syndici gewöhnt hatten, ein sehr un­bequemes Mittel. Wenn sie heute noch nicht mft- machen, im nächsten Jahr müssen sie, aber ganz sicher im übernächsten Jahr. Die Gefolgschaft läßt ihnen keine Ruhe, ihr Ehrgeiz läßt ihnen keine Ruhe. Ein Wettbewerb und Wettkampf wird dem anderen folgen. Wir haben erreicht, daß sich von 2,1 Millionen Jugendlichen 1,8 Millionen in die­sem Jahre am Reichsberufswettkampf freiwillig be­teiligt haben, eine 90prozentige Leistung! Wir haben es erreicht, daß von 90 000 in Frage kom­menden Betrieben 75 000 sich zum Leistungswett­kampf gemeldet haben. So wollen wir es!

Der Erfolg unserer Arbeit liegt vor Ihnen offen: die lebendige Gemeinschaft.

zer Kerl und Führer bist, dem sie vertrauen können. (Leidenschaftlicher Beifall.)

So haben wir beiden Seiten gepredigt, und weil damals nun eine Organisation geschaffen werden mußte, die diese Betriebsgemeinschaft einerseits erst wieder schaffen konnte und die anderseits die wissen Sonderinteressen, die nun einmal jede beit hat, zusammenfassen sollte, entstand

Auf der Jahrestagung der Deutschen Arbeitsfront in der Kongreßhalle: der Führer, Hermann Göring und der Gauleiter von Franken, Julius Streicher. (Scherl-M.)

Soldaten der Arbeit."

In seinen Schlußworten gab Dr. Ley der lieber» zeugung Ausdruck, daß, wenn wir so weiter ar­beiten, der jahrtausendalte Kampf, der unser Volk Millionen und Abermillionen Menschen kostete, der unser Volk mehrmals an den Abgrund brachte, nicht umsonst gewesen sein wird: ein neues Reich wird erstehen für Jahrhunderte und Jahrtausende. Solange wir überhaupt Geschichte machen, ist es der ewige Kampf zwischen Licht und Sonne und Lebensbejahung auf der einen Seite und Schuld, Zusammenbruch, Schutt und Asche, Himmel und Hölle und Lebensverneinung auf der anderen Seite. So lange dieser Kampf nicht entschieden ist, werden die Völker leiden. Das ist alles Tarnung, alles Maske was Parteien oder Gewerkschaften geheißen hat Es ist der Jude, ist die Jehova-Auffassung von jenem rächenden Gott, der die Hölle, das Fegefeuer als äußerste Mittel gebraucht, um Menschen gefügig zu machen für machtpolitische Zwecke einiger Sadi- ten und weiter nichts. Den Völkern die Lebens- reude zu nehmen, das Rückgrat zu brechen, das ist ein Ziel. Wie wollen wir Sozialisten fein, wenn wir diese Erde verneinen, wie dem Volke helfen, wenn wir vom Jammertal dieser Erde reden, wie dem Arbeiter helfen, wenn wir die Arbeit als Folge des Sündenfalls im Paradiese von Adam und Eva ansehen. Wie wollen wir vom Vaterlande reden, denn das Vaterland ist ja von dieser Erde. Wie

Unter ungeheuerem Beifall betrat dann He r- mann Göring das Rednerpult. In seiner Rede führte er u. a. aus:

Meine lieben Parteigenossen und Arbeltskame- raben! Wenn wir uns der Segenmart freuen bur= fen so ist es doch notwendig, einen Blick in tue Vergangenheit zu tun, um zu erkennen, welche gewaltige Wandlung Deutschland durchgemacht hat, und welch ein Wunder die Vorsehung uns dadurch beschert, daß unser Volk leben in Einigkeit, leben und arbeiten darf. Da das Millionenheer der Ar­beitslosen auf 6% Millionen gestiegen war. da die Klassen gegeneinander standen, J^or& &ie Straße beherrschte und schließlich der Abgrund nur noch um Haaresbreite sich nicht nur vor Deuftch- llind sondern in erster Linie vor dem deutschen Arbeiter auftat. In diesem Augenblick kam die Entscheidung. Der Marschtritt der braunen Bataillone mar schon so fest und stark geworben, ha6 die Stellung zum Sturm reif war. Als dann der Führer das Steuer des Reiches übernahm, lag ein Chaos auf allen Gebieten vor uns Ueberall mußte aufgebaut und zur Organisierung der ge­meinsamen Kraft geschritten werden. Ich verstehe es wenn in der deutschen Arbeiterschaft große Sor­gen entstanden, wie sie sich nun zu der national­sozialistischen Erkenntnis emftellen sollte, und was sie von dieser neuen Erkenntnis zu erwarten hatte.

Was aus der deutschen Arbeiterschaft gewor­den Ist. ist jedem einzelnen schnell klar gewor­den. Aus dem Arbeiter wurde mit einem Wort ein Deutscher! (Stürmischer Beifall.) Was

eine Klasse für euch seid, nicht ein Stand für euch. Wir wollten in eure Herzen hämmern, daß ihr das Fundament des deutschen Volkes darstellt, auf dem allein wieder Deutschland aufgebaut wer- den konnte. (Stürmischer, minutenlanger, jubeln- der Beifall.) Nachdem der Arbeiter als Volksge­nosse in der Gemeinschaft des Volkes stand, gehörte er mit allen feinen Arbeitskameraden gemeinsam in die Betriebsgemei nfchaft. Ihr Sinn ist daß der Arbeiter seine Arbeitsstätte nicht mehr als eine Stätte ansieht, in die er nur mit Wider­willen hineingeht, sondern daß er sich mit feinem Betrieb mitbeteiligt und mitverpflichtet fühlt. Er soll mit Stolz auf das Werk sehen, das in feinem Betrieb geschaffen wird. Er soll sich als ein Teil des Ganzen fühlen und verstehen, daß nur das Ganze in gemeinsamer Arbeit gedeihen kann, daß nicht einzelne Persönlichkeiten auf Kosten der anderen leben dürfen.

Er soll aber auch verstehen, daß wir uns nicht allein an ihn, den Arbeiter wandten, sondern daß wir den gleichen leidenschaftlichen Appell auch an den Arbeitgeber gerichtet haben Ebenso wie wir dem Arbeiter sagten, du mußt weg von deinem marxistischen und internationalen Geschwätz, du muht wieder ein deutscher Arbeiter werden, bereit, den deutschen Betrieb und die deutsche Arbeit zu stützen, so mußten wir dem Betriebsführer sagen: Du muht weg von deinem Klüngel, dich heraus­lösen aus deinem Standesdünkel, aus deiner Interessensphäre, du muht zusammen­stehen mit deinen Arbeitern und muht ihnen vor allem zeigen, dah du ein gan-

beitgeber und Arbeitnehmer klar zu machen, es der Sinn der Betriebsgemeinschaft ist, höchste Leistung zu vollbringen. Man kann eine Leistung nur vollbringen durch Arbeit, und arbeiten kann man nur, wenn man in Frieden gelassen wird. Es war die erste Voraussetzung, daß an Stelle von Aussperrungen und Streiks endlich der soziale Friede trat. Wir wollten dem Arbeiter nicht das Recht der Vertretung seiner Interessen nehmen; aber wir sahen in einem Streik nicht die Vertretung seiner Interessen, sondern schwerste Schäden für das deutsche Volk. (Beifall.) Es war aber genau so un­erträglich, daß aus irgendwelcher Rücksicht, aus Be­sitz- oder Prestigegründen etwa ein Unternehmen sich eine Aussperrung noch erlauben konnte. Bei- b e 5 ist undenkbar im Dritten Reich, in einem Volk, das die Volksgemeinschaft als höchstes Gut erachtet. An die Stelle von Streiks und Aussper­rungen trat der Friede. Meine deutschen Arbeiter! Blickt doch auf euere Arbeitskameraden in a nb e ren ßänbern, wie die Gemeinschaft zerrissen wird, wie Streiks und Aussperrungen dort toben, wie Jnteressenkämpfe andere Völker zerfleischen. Welch gewaltige Gegensätze! Arbeitgeber und Ar­beitnehmer können nur in der Zusammen­fassung Erfolge erzielen, niemals aber in der Gegensätzlichkeit. Der Klassenkampf ist für ewig in Deutschland vorbei. Entstanden ist die Volks­gemeinschaft und in der Volksgemeinschaft die Betriebsgemeinschaft als Zelle der ar­beitenden Menschen, die alle gemeinsam Hand an­legen, um das gemeinsame Werk zu vollbringen. Die Gesetze der Kameradschaft müssen über alles gestellt werden. Abgelehnt werden muß all bas, was Mißtrauen bedeutet. Heraus aus den Betrieben muß das Denunziantentum und das Mißtrauen. Jeder einzelne muß guten Willen mit­bringen und auch von dem anderen annehmen, daß er es ehrlich meint. (Lebhafter Beifall.)

Es ist ganz selbstverständlich, daß Fehler Vor­kommen und daß nicht alles auf einmal jedem ein­zelnen recht gemacht werden kann. Ueberall da, wo sich Mißstände zeigen, müssen wir diese abändern und versuchen, es besser zu machen. Wir wissen selbst, wir fangen erst an. Es kommt aber aar nicht darauf an, meine deutschen Arbeiter, ob alles sofort in Ordnung gebracht wird. Es kommt nur darauf an, ob die Führung den Willen hat, alles in Ordnung zu bringen. (Beifall.) Natürlich geht nicht alles reibungslos. Auch in der Deutschen Arbeitsfront. Das verlangt auch niemand. Wenn sich hier und da in den Betrieben noch Menschen finden, die von dem Gedankengut des National­sozialismus noch nicht ganz erfaßt sind, so müßt ihr versuchen und alles daranfetzen, ihnen die gro­ßen Ziele klarzumachen. Die Polizei und die Ge­heime Staatspolizei haben dafür zu sorgen, daß der bolschewistische Terror und die jüdische Hetze nicht über unsere Grenzen gelangen. In den Be­trieben aber seid ihr diejenigen, meine deutschen Arbeiter, die den Arbeitskameraden zur deutschen Volksgemeinschaft zu erziehen haben. (Beifall.)

Nun noch kurz einige Worte zum Vier fahr es- plan, damit ihr wißt, in welcher Richtung mir marschieren wollen. Wir wollen mit dem Vier- jahresplan nichts weiter, als die Sicherheit für das Deutsche Reich schaffen. Der deutsche Ar­beiter solle wissen, daß für feine Arbeits­stätte gesorgt ist, daß genügend Arbeit da ist, daß für eine ausreichende Ernährung und für die notwendigen Güter gesorgt wird, daß wir unab­hängig sind von den Krisen in der Welt und daß keine Macht Deutschland zu demütigen vermag.

Wir überwanden den Klassenkampfgedanken ab- j folut, ebenso den ständischen Aufbaugedanken. Der } Arbeiter glaubt an uns und vertraut feiner Füh- , rung. Es gibt keinen anderen Weg als den Aufbau, , aus der Zelle geboren, aus der Schickfalslebenszelle ; des Betriebes und der Ortsgruppe. Alles, was glaubt, ein Eigenleben neben der Partei fuhren zu können und zu müssen, wird untergehen. Als ich die Betriebsappelle verkündete, erforderte ihre Durchführung einen heißen Kampf. Heute finö fie eine Selbstverständlichkeit Auch der Ausbau der W e r k f ch a r e n stieß zunächst auf Schwierigkeiten. Heute wissen wir es genau: Was würden wir aus die Dauer machen, ohne einen soldatischen Kern m der Betriebsgemeinschaft zu haben; dann wäre das alles eine leere Phrase. Wenn wir vom Soldaten der Arbeit sprechen, dann müssen mir verlangen, daß solche Soldaten der Arbeit sichtbar vorhanden sind, daß alles im gleichen Schritt und gleichem Geist zum Marschieren antritt. Die Betriebsgemein- schaft ist erst vollkommen, menn auch die Betriebs- sührer in der Werkschar stehen. Gleichen Schritt und gleichen Tritt, gleiches Gepäck und gleiches Mar­schieren: dann sehe ich äußerlich nicht mehr, ob das ein Arbeiter oder Unternehmer ist.

Dr Len ging auf das Verhältnis von Partei und Staat ein, wobei er folgende drei Aufgaben als solche der Partei herausstellte: das Do k zu er­ziehen um die Dolksführung aufzubauen, die natür­lichen'Interessengegensätze im Volke auszuglelchen und an keinem Problem achtlos oder gar feige vor beizugehen. Der Staat sichert die (Stellungen öie ine Partei erobert hat. Er Gesetz

was sich als hundertprozentig richtig erwiesen hat, und wacht darüber, ob diese Gesetze beachtet w - den. Dafür hat der Staat seine Machtmittel Poll zei und den Beamtenapparah Den letzten Enftche d,

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zwischen Partei und Staat niemals gebem Br als Partei als Arbeitsfront dürfen uns keine richter- liche Funktion keine Exekutiv- und kerne gesetz- ge^eristhe Gewalt anmaß'en. Wir sind !Verätz mir gleichen aus, mir erziehen, mir reden gütlich 6 . wir sind Propagandisten, mir stnd die Redn^, die Prediger, mir sind die Soldaten, mir marschieren und ziehen die anderen mit. .

Dr Ley stellte hierzu abschließend fest, daß.

1 Die Arbeitsfront durch ihren Aufbau eine Einrichtung der Partei ist. Sie kommt von der Partei ihre Richtlinien, ste schöpft aus dem Quell der Partei neue Kraft. Sie holt sich aus der Partei ihre Autorität. Nicht allem, daß alte Parteigenossen die Arbeitsfront wdren, genügt, iinf/r Qri ift alles, mas in Deutschland Menschen führt, außer der Armee, unter die klare Befehlsgemalt der Parte, zu brmgen

2 Der Aufbau der Arbeitsfront ist deshalb ge nau entsprechend der Partei. Wir haben den Be-

Nürnb er g, 11. Sept. (DNB.) Die Werktätigen aus allen Berufen, Arbeiter aus den Fabriken, Gruben und Kontoren füllten schon lange vor Be­ginn der Tagung der DAF. die roeite Kongreßhalle im Luitpoldhain. Vor der Stirnmand hatten Gruppen der Werkscharen mit den Fah- nen der DAF. Aufstellung genommen. Kurz vor Beginn der Tagung mürben die Fahnen der 3 0 nationalsozialistischen Musterbetriebe mit dem goldenen Ehrenzeichen der Arbeitsfront feierlich in die Halle geleitet. Das Reichssinfonie­orchester spielte unter der Leitung von Professor Franz Adam dasVorspiel für eine national­sozialistische Feier" von Karl Ehrenberg. 300 Werk- scharmänner fangen dann das LiedWir sind des Werktags Soldaten." Der Reichsobmann der NSBO., Hauptamtsleiter Claus Selzner, er­öffnete die Jahrestagung der Arbeitsftont mit herz­lichen Begrüßungsmorten. Besonders fein Gruß an die Vertreter der Wehrmacht mit Generalfeldmar- schall d o n Blomberg an der Spitze und die Ankündigung, daß mit dem Führer auch General­oberst Göring zu den deutschen Arbeitern spre­chen merde, mürbe mit einem Sturm bes Beifalls unb ber Begeisterung ausgenommen. Dann erariff der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. L e y das Wort.

DerAechenschaMerichlDr Leys

Als ich im April 1933 vom Führer den Auftrag bekam, die Gemerkfchaften zu übernehmen, ist es nicht so geroefen, als ob mir nun ein fertiges Pro­gramm gehabt hätten, sondern der Auftrag des Führers lautete, die Gemerkfchaften zu übernehmen. Was daraus zu machen märe blieb mir überlaf- fen. Als ich nach der Uebernahme der Gemerk­fchaften nach einigen Tagen zum Führer kam und ihm meldete, ich hätte alle Gemerkfchaften über­nommen, und nun märe es mohl an ber Zeit, daß mir burch bas Gesetz verankert unb staatlich als Arbeitsfront bie Anerkennung bekommen mürben, jagte mir ber Führer in feiner väterlich gütigen Art:Wir mollen einmal abmarten, was aus die- fem Wechselbalg wirb."

Der bamalige Zustanb war: Klaffenkampf in Reinkultur, vertreten burch bie Gewerkschaften unb bie Srbeitgeberoerbänbe, st ä n b i s ch e r Auf­bau, also auch nichts anberes als gewissermaßen Klassenkampf nur in einer anberen Tarnung. Ohne bie tatkräftige Hilfe bes Führers märe bie DAF. nicht aufzubauen geroefen.

Er verhinberte es auch, baß wir als Marxisten verdächtigt würben, weil wir natürlich notgedrun­gen bie fünf Millionen Gewerkschaft- ter aufnehmen mußten an sich rassisch unb menschlich gesehen bestes Material. Viele von ihnen sinb heute Amtswalter, Block- ober Zellenwalter. Die Gewerkschaftsfinanzen waren auch völlig ver­worren, bie Banken hatten nur noch für brei Tage liquibes Gelb, Schulben überall.

Dann kam jener 1. Oktober, wo alle Verbände unter eine Verwaltung und eine Finanzhoheit gestellt wurden. Die Einnahmen sanken da- mals um mehr als die Hälfte. Widerstand von innen und außen trat ein; wir haben uns nicht beirren lassen. Die Einnahmen der DAF. sind inzwischen aus 32 Millionen Mark monatlich gestiegen. Der Beitragseingang beträgt 98 v. h. des Beitrages selbst uns bisher hatte die DAF. noch jedes Jahr eine Million Mitglieder Reu­aufnahmen gehabt.