Ausgabe 
13.8.1937
 
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Danzigs Volksdeutsche Aufgabe.

Gauleiter Forster auf der Stuttgarter Kundgebung des Deutschen Auslandsinstituts.

Stuttgart, 13. Aug. (DNB.) Zu einer er­hebenden Kundgebung für die auf Dorvosten des Deutschtums im Osten stehende urdeutsche Stadt Danzig gestaltete sich die Danzig-Feier- stunde im Rahmen der diesjährigen Jubiläums- taguna des Deutschen Auslandsinstituts in dem vollbesetzten Festsaal der Liederhalle. Nach der Aus­führung der FestkantateHeld'sche Feier" des schwäbischen Dichters und Sänger der SA. Gerhard Schumann durch die Kulturabteilung der Hitler­jugend des Gebietes 20 und durch das Orchester des Reichssenders Stuttgart, stellte Gauleiter F o r- st e r das Problem Danzig in kultur- und staats­politischer und wirtschaftlicher Hinsicht in den Mit­telpunkt seiner Darlegungen. Nach einem geschicht­lichen Rückblick auf die Besiedlung und Kultivierung des europäischen Ostens durch das Deutschtum kam er auf die großen Kulturleistungen des Deut­schen Ordens, seine Blütezeit und seinen Zu­sammenbruch zu sprechen. Er schilderte, wie im Laufe der Geschichte immer wieder fremdes Volkstum die Hand nach deutschem Land aus- gestreckt hatte und rechnete scharf mit dem Ver­sailler Diktat ab, das den deutschen Osten in einer geradezu widersinnigen Weise nach jeder Rich­tung hin zerrissen hat.

Mil Nachdruck betonte Forster, daß Danzig, ob­wohl es vom Reiche abgelrennt worden ist, urdeulsch, wie es war, auch u r - deutsch geblieben ist. Er erläuterte, wie aus der kerndeutschen Stadt ein sogenannter Freislaal mit eigenen Grenzen, eigener Regierung und eigener Verfassung, aber ohne jede eigene Wehr, ohne eigene Verkehrsmittel, ohne eigene Finanzhoheil und bergt gestattet worden sei. So sei Danzig geschaffen worden, um einen ewigen Zankapfel zwischen Deutschland und Polen zu bilden. Erst dem Nationalsozialismus blieb es Vorbehalten, die Atmosphäre zwischen beiden Staaten zu bessern.

Ohne Adolf Hitler und den Nationalsozialismus wären Gebiete wie das Saargebiet und Danzig auf ewige Zeiten für das Deutschtum verloren gewesen. (Stürmischer Beifall.) Bis 1933 habe es der Völ­kerbund verstanden, die vielen Streitfragen zwischen Deutschland und Polen auf die lange Bank zu schieben. Als die Nationalsozialisten dann an die Regierung gelangt seien, habe Danzig sofort ver­sucht, mit Polen sich zu verständigen. Der nationalsozialistischen Regierung sei es dann gelun­gen, diese Verständigung zustandezubrinben. Heute sei es so, daß sämtliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Danzig und Polen aus der Welt ge­schafft wurden durch die gegenseitige Aussprache von Mann zu Mann. Polen wisse, daß es am Deutschtum in Danzig nichts mehr ändern könne, und auch wir wüßten, welche Verpflichtungen wir gegenüber Polen hätten.

Zum Schluß zeigte der Gauleiter in großen Zügen die verschiedenen Ursachen auf, die zur Notlage Danzigs auf wirtschaftlichem Gebiete geführt haben Mit der Aufforderung an jeden deutschen Volksgenossen, die schöne deutsche Stadt Danzig und den deutschen Osten zu besuchen, beendete Gauleiter Forster die Feierstunde.

Deutschtum im Olten Vollwett Europas "

Eine Ausstellung in Stuttgart.

Stuttgart, 12. Aug. (DNB.) Die Ausstellung De utschtum im Osten Bollwerk Europa s", die aus Anlaß der Jahrestagung und 20-Jahrfeier des Deutschen Auslandinstitutes im Gebäude am Jnterims-Theater-Platz aufgebaut worden ist, wurde in Anwesenheit des Gauleiters Forster (Danzig) eröffnet. Nach einem Mufikvor- trag einer Arbeitsdienstkapelle begrüßte Oberbürger­

meister Dr. S t r ö h l i n die Erschienenen. Die DAI. in Stuttgart sei sich der Bedeutung des Ostens für den Bestand und die Sicherheit des Reiches stets bewußt gewesen. Das Institut habe es immer als eine seiner vornehmsten Aufgaben angesehen, im deutschen Volk das Bewußtsein dafür zu stärken, wie eng das Schicksal des deutschen Ostens mit dem Gesamtschicksal des Reiches verbunden ist.

Gauleiter Forster sprach den Dank aller Dan­ziger Volksgenossen dafür aus, daß Danzig in den Mittelpunkt der Ausstellung ge­stellt wurde. Danzig könne seinen schweren Kampf überhaupt nur bestehen in dem Bewußtsein, daß ganz Deutschland hinter ihm steht. Ge­rade die AusstellungDeutschtum im Osten Boll­werk Europas" zeige den Deutschen in Danzig, daß man sie im Reiche nicht vergesse. Danzig habe auf dem Wege zur Verständigung zwischen dem Reich und Polen den ersten Schritt getan, wie diese Stadt in den vergangenen Jahrhunderten schon so oft die Brücke zum Osten gebildet habe. Gerade heute falle Danzig im Abwehrkampf gegen den Bolschewismus eine Aufgabe von größter Trag­weite zu. Danzig habe nicht nur das deutsche Volks­tum in diesem abgetrennten Lande zu erhalten, son­dern habe darüber hinaus die Aufgabe, dieses Land

Moskau, 12. Aug. (DRV.) 3n den letzten Wochen Hal eine neue, offenbar planmäßig durchgeführte Verhaftungswelle ein­gesetzt, von der eine große Zahl in der Sowjet­union wohnhafter fremder Staatsangehö­riger erfaßt worden ist. Bei den deutschen Reichsangehörigen handelt es sich meist um Spezialisten, Handwerker, Fachleute und derglei­chen. Von ihnen wurden durch die GPU. in Mos­kau 14, in Leningrad 9, in Kiew 3, in Nowosi­birsk 5, in Tiflis 2, in Charkow 25 verhaftet. Unter den übrigen verhafteten Ausländern befinden sich allein etwa 140 Ungarn.

Mit diesen neuen Verhaftungen erhöht sich die Zahl der in der Sowjetunion gefangenen Reichs­deutschen auf rund 200, wobei leider Grund zu der Annahme besteht, daß die Gesamtzahl der verhafteten Reichsdeutschen die befannfgegebe- nen Fälle noch weit übertrifft.

Was die zahllosen bereits im Herbst vorigen Jah­res in Moskau, Leningrad und anderen Orten verhafteten Reichsdeutschen betrifft, so befinden sie sich, abgesehen von 15 Ausgewiesenen, nunmehr schon neun Monate hinter Gefängnis­mauern, angeblich inUntersuchungshaft", ohne daß auch nur in einem einzigen Fall von den Sow­jetbehörden die Besuchserlaubnis für ihre Angehörigen oder Vertreter deutscher amtlicher Stellen erteilt worden wäre.

Die neuen zahlreichen Verhaftungen in der Sow­jetunion lebender Deutscher, die bezeichnenderweise an den verschiedenen Orten fast gleich­zeitig vorgenommen wurden, zeigen, daß es sich um eine systematische Aktion handelt. Die große Mehrzahl der Opfer wird rein schematisch in Bausch und Bogen als spionageverdäch­tig bezeichnet. Angesichts dieser ernsten Sachlage hat die deutsche Botschaft in Moskau von neuem die nachdrücklich st en Vorstellun- g e n bei der Sowjetregierung erhoben.

nicht zu einem Einfa 1 lstor bolsche - wistischer Tendenzen werden zu lassen.

£)ie3ebeutung der Deutschen Ostmesse.

Königsberg, 13. Aug. (DNB.) Der Gau­leiter von Ostpreußen, Oberpräsident Koch, sprach im Reichssender Königsberg über die vorn 15. bis 18. August stattfindende 2 5. Deutsche O st - messe in Königsberg. Mit einer Zahl von 2400 Firmen und nicht weniger als elf Staaten als Aussteller fei die Deutsche Ostmesse die zweit­größte internationale Messe in Deutschland. Sie diene als Tor für den Waren­verkehr mit dem Osten. Sie habe aber auch die Aufgabe, auf dem Wege der Außenhandelsbeziehun­gen eine verständnisvolle und friedliche Zusam­menarbeit unter den Völkern zu pflegen und zu fördern. Abgesehen vom Außenhandel werde die Deutsche Ostmesse in diesem Jahre insbesondere noch von einem zweiten Gesichtspunkt beherrscht, das sei der Einsatz für die Durchführung des V i e r- jahresplanes der deutschen Wirtschaft. Die neuen deutschen Werkstoffe würden hier zum erstenmal auch vor die internationale Wirtschafts­führung in einer Geschlossenheit treten, wie sie bis­her noch nicht gezeigt worden sei.

T.oMen-Säuberung in Mittelasien.

Alle Spitzenfunktionäre der Turkmenischen Sowjetrepublik abgesetzt.

Moskau, 12. Aug. (DNB.) DieTurk- menskaja Iskra" berichtet von einem sensationellen Strafgericht in der turkmenischen Sowjetrepublik, dem fast alle bisherigen Spitzenfunk­tionäre Sowjet-Turkmenistans zum Opfer ge­fallen sind. Anfang August hatte eine Tagung des Turkmenischen Zentral-Exekutivkomitees stattgefun­den, auf der der bisherige Präsident der turkmeni­schen Sowjetrepublik, A i t a k o w , alsStaats­feind und Trotzkist" verhaftet und a b g e f e tz t wurde. Weiter wurden als verhafteteSpione, Chauvinisten, Bucharinisten und Trotzkisten" für ab­gesetzt erklärt: der Vorsitzende des Volkskommissaren Rates der turkmenischen Sowjetrepublik Ataba- j e w, der stellvertretende Vorsitzende Sakharow, der stellvertretende Präsident des turkmenischen Zentralen Exekutivkomitees Umanski, sowie acht Mitglieder.

Nachdem bereits in den letzten Tagen ein ent­sprechendes Strafgericht in den beiden übrigen mittelasiatischen Sowjetrepubliken T a d j i k i st a n und U s b e k i st a n vorgenommen worden war, ist nun also auch die turkmenische Sowjetrepublik an die Reihe gekommen. Die Ausmaße der Verhaftungs­aktion unter der Eingeborenen - Bevölkerung in Sowjet-Mittelasien läßt schon auf eine überaus gespannte Lage in den dortigen Gebieten schließen. Einige weitere Verlautbarungen der turkmenischen Presse berichten von der Aushebung zahl­loserSaboteure- und Spionennester" in Industrie, Finanzwesen, Gerichtswesen usw. der turkmenischen Sowjetrepublik, sowie von chauvi­nistischen Unruhen unter der studentischen Jugend. An Stelle des verhafteten und abgesetzten Aitakow wurde der bisherige Landwirtschaftskommissar B a tyr Atajew als Präsident der turkmenischen Sowjetrepublik eingesetzt.

Moskau toitfl 200 Reichsdeutsche ins Gefängnis.

Nachdrückliche Vorstellungen der deutschen Botschaft.

Uscher Zweifel schließlich doch erfolgreich durchgesetzt hat. Die Messe trägt internationalen Charakter, wenn es auch die geographische Lage Königsbergs mit sich bringt, daß sich vor allem die Rand- st a a t e n des ehemaligen Nordwestrußlands und Skandinavien interessieren. Die günstige zen­trale Lage Königsbergs für diesen geographi chen Raum bringt es mit sich, daß die ausländischen Besucher regelmäßig auch untereinander Geschäfte tätigen". In diesem Jahr werden Sonder- chauen der neuen deutschen Werk­stoffe auch der Königsberger Messe eine starke Eigenart geben. Inzwischen rüstet sich die Geschasts- welt bereits auf die bevorstehende L e l p z l g e r Herbstmesse, die zwischen dem 29. August und 2 September stattfindet. Sie wird erneut zu einer Leistungsschau Gelegenheit bieten die dartut, wie unermüdlich im neuen Deutschland gearbeitet wird. Soweit sich heute übersehen laßt, wird die Leip- ,iaer Herbstmesse nicht nur wieder viel Neues bie- tTfoniern di/Zahl her Aussteller w.rd gc- aen das Vorjahr wieder eine Zunahme erfahren. Das Vertrauen der internationalen Wirtschaft zur deutschen Leistung drückt sich darin ebenso aus, wie die Zuversicht, mit der der deutsche Unternehmungs- aeist trotz aller Wirren und Unruhen im Auslande sich der friedlichen Aufbauarbeit widmet Der Zu­strom, der in Leipzig zu erwarten ist, hat sogar

der Messeleitung Veranlassung gegeben, dafür Sorge zu tragen, daß vor allem die Käufer aus dem In- und Auslande nicht allzu sehr durch die Seh­leute behindert werden. Auch in Leipzig wird wie in Königsberg eine übersichtliche Schau aller Er­zeugnisse zu finden sein, die aus deutschen Werk st offen hergestellt sind. Und diese Lei­stungsschau sowohl im Osten des Reiches wie im Zentrum ist auch ein Beweis dafür, daß die deut­sche Wirtschaft nicht deshalb voll beschäftigt ist, weil sie, wie in gewissen anderen Ländern, nur für die Aufrüstung tätig ist, sondern die deutsche Ar­beit dient dem technischen und wirtschaftlichen Fort­schritt auf allen Gebieten. Im Vergleich dazu hat England zwar zur Zeit die Höchstleistung seiner Eisen- und Stahl-Erzeugung zu verzeichnen, aber es zählt fast immer noch 1,3 Millionen Arbeitslose.

An dieser Stelle ist vor einigen Wochen schon einmal auf die Bedeutung der sehr guten, zum Teil ausgesprochen reichlichen Ernte in den Ver­einigten Staaten in minderem Maße auch in Kanada hingewiesen worden. Die Mais­ernte der Vereinigten Staaten liegt allein 82 v. H. höher als die normale Ernte. Bis auf geringe Rest­bestände ist die Brotgetreideernte nun eingebracht. Ebenfalls ausgesprochen gute Ergebnisse verspricht die Baumwollernte, wenn nicht noch im

letzten Augenblick ein Schädlingskäfer Verwüstun­gen anrichtet. Entsprechende Alarmmeldungen wer­den aus den Baumwollgebieten verbreitet, müssen aber mit einer gewissen Zurückhaltung ausgenom­men werden, da die Amerikaner sehr gern mit sol­chen Sensationsmeldungen gegen einsetzende Preis­rückgänge angehen. Charakteristischerweise ergießt sich schon eine Sturmflut von Beschwörungen auf den Präsidenten Roosevelt, er möge doch durch reichliche Beleihung der Ernte den Preisdruck auf den Markt mindern helfen; Roosevelt hat bei die­ser Gelegenheit aber noch ein Schäfchen zu scheren. Das Oberste Bundesgericht hat vor einigen Mo­naten seine Landwirtschaftsgesetzgebung für ver­fassungswidrig und ungültig erklärt, in der der Anbau Beschränkungen unterworfen war. Roose­velt erklärt sich jetzt zur Kredithilfe bereit, aber nur unter der Bedingung, daß die Anbaubestim­mungen, wenn auch vielleicht in geänderter Form, wieder in Kraft treten. Die fast über­reichliche Ernte erlaubt ihm jetzt, die Farmer als Sturmtruppe gegen das ihm nicht besonders grüne" Oberste Bundesgericht auszuspielen. Der von Amerika ausgehende Druck auf die Mais-, aber auch Gerste- und Roggenpreise, ist bei der deutschen Dersorgungslage natürlich so viel wert wie ein ausgiebiger Landregen im rechten Augen­blick.

ir.187 Erstes Blatt

Freitag, (3. August 1957

187. Jahrgang

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Vie siebtes in derWirtschafi aus?

6s ist eine scheinbar nüchterne, tatsächlich aber eine sehr aufschlußreiche Feststellung, wenn auf dem Gebiet des Arbeitseinsatzes bie Zahl der A r - b-itslofen für Mitte Juli mit 563 000 angegeben b rd. Diese Zahl wird heute nicht mehr ftimmen, tun es ist als sicher anzunehmen, daß die Wirt­schaft, die überall noch Bedarf an Arbeitskräften hüt, aus diesen 563 000 alles herauszog und zieht, nis für eine Arbeitsleistung noch brauchbar ist. In bn etwa 500 000 Arbeitslosen, die heute vielleicht «ich gezählt werden, steckt eigentlich alles, was nicht n. hr brauchbar für die regelmäßige Arbeitsleistung if so daß sich annehmen läßt, daß nunmehr alle butschen Volksgenossen einen Arbeitsplatz gefunden hüen. Gewiß haben nicht alle Wirtschaftsgruppen er.e gleichmäßige Deckung finden können, denn der Exitzenbedarf an gelernten Arbeitskräften ist größer dii das Angebot. Das hängt mit der verfehlten E-zialpolitik der Systemzeit zusammen, die zwischen g ernten und ungelernten Arbeitern keinen Unter* Med machte, die auch wenig Wert darauf legte, e ien tüchtigen Stamm gelernter Arbeit für alle 5 rufe heranzuziehen. Lassen wir noch einmal Tat­schen und Ziffern sprechen: Am 15. Februar 1933 b rüg die Zahl der Beschäftigten rund 12 Millionen, b hrend die Zahl der Arbeitslosen, soweit sie ange- nlldet war, 6 Millionen überstieg. In Wirklichkeit ij die Zahl der Arbeitslosen höher gewesen, denn is Jahr 1932 verzeichnet einen starken Rückgang ir industriellen und gewerblichen Erzeugung auf dsn Gebieten. Wir können ruhig annehmen, daß d Zahl der Arbeitslosen bei 6,5 Millionen gelegen hck, so daß es dieses große Heer war, auf das sich b Ankündigung des Führers und Reichskanzlers er 4 Februar 1933 bezog, daß es die nächste und ir ' e Aufgabe nach der Machtergreifung fei, inerh ilb vier Jahren alle Ärifev'*'fer in den Wirt- finftsprozeß wieder einzureihen. Das Ziel ist nun weicht. Nicht auf einmal, sondern in einem harten, ah?r willensstark erkämpften Fortschritt von Jahr zr.Jahr. Die Zahl der Beschäftigten übersteigt heute H Millionen, enthält allerdings auch die jungen Lute, die nach der Schulentlassung in das Erwerbs­losen übertreten. Die große Wirtschaftsmaschine dutschland ist in vollem Gange, ist auch, wie wir offen, auf Jahre hinaus voll beschäftigt. Sie wird <5aiud) bleiben.

Diese Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft segelt sich auch auf dem Kapitalmarkt wie- b?:. Vor allem dadurch, daß das neugebildete Ka- xilol immer stärker zur Anlage in fest ver- zinslichen Werten drängt. Hier ist es be- foiiders der P f a n d b r i e f m a r k t, der eine starke Anziehungskraft ausübt, so daß an der Berliner Airse viele Pfandbriefausgaben nur noch in Strich- 0: d notiert werden können. Der Gesamtumlauf an P'indbriefen und Kommunal-Obligationen betrug GiDe 1932 rund 12 Milliarden Mark, von denen 9,: Milliarden Mark auf Pfandbriefe entfielen, der t auf Kommunal-Obligationen. Es ist zu ver- sie: en, daß 1933 darin zunächst keine Aenderung eirrrat, zumal ein Teil der im Auslande unterge- bnichten Pfandbriefe in das Inland zurückströmte. A-r 1934 begann sich der Aufstieg der deutschen Botschaft darin auszuwirken, daß auch die Nach- fra^e nach Pfandbriefen stieg, mit dem Ergebnis, H am 30. Juni 1937 der Gesamtumlauf an Hf. ndbriefen und Kommunal-Obligationen die Gi-nme von 14.3 Milliarden Mark erreicht hat. Das tautet eine Zunahme von 2,3 Milliarden Mark H "napp dreieinhalb Jahren, was um fo mehr ins Hewicht fällt, als das neugebildete Kapital sowie s Kapital überhaupt über reichliche Anlagemög- fieiten verfügt.

Mt der Durchführung der Verbrauchslenkung islDer Einzelhandel in die vorderste Reihe bes öffentlichen Interesses gerückt. Dem Arbeits­bericht der Pflichtorganisation kommt daher er= litte Bedeutung zu.' Die Pflichtorganisation um- fcx über 537 000 Betriebe; weitere 300 000 Be- tiiae des Genossenschaftshandels sowie des Milch-, Lutz-, Musikalien-, Antiquitäten- und Blumenhan- dl und des ambulanten Gewerbes sind anderwei­tig -organisiert. Der soeben erschienene Jahresbericht »ictt deutlich den wachsenden Einsatz der Einzel- ynLelsorganisation in die Wirtschaftsführung. Der durchschnittliche Organisationsbeitrag je Mitglied bihägt 20,22 RM.' Besonders erfolgreich war die Qrnanifation in der Bereinigung der Wettbewerbs- ar 'ältniffe, der Akttvierung der Werbung und der bitiiebswirtschaftlichen Weiterbildung der Einzel- hMels-Kaufleute. Kontenplan- und Treuhand- jfen haben die kaufmännische Kalkulation geför- dcr.. die noch durch eine allgemeine Buchführungs- püicht unterbaut werden soll. Im Rahmen der Dcrktordnung hat der Einzelhandel eine klarere $3 :tion durch die vom Reichswirtschaftsminister ir. Schacht ausgestellten Grundsätze erhalten, daß Irlich alle Marktregelunaen bei der Produktion cr^fetzen seien, um die Ware möglichst billig an bin Einzelhandel heranzubringen: bei diesem habe b'n ein lauterer, aber scharfer Wettbewerb einen n toi gen Preisstand für den Verbraucher zu be- ur'ien. Neben vielen anderen Fragen wie z. B. bin Werkshandel, die Behördenrabatte, das Kredit- Äfin usw. sind es vor allem die Fragen der Han- bi? pannen, bei denen der Einzelhandel teilweise | ij schwierige Situationen geraten ist. Mit fort« spickender Marktordnung in der Erzeugung einer* und verbesserter Kostenrechnung im Einzel- bm iel anderseits kann aber auch hier mit einer bi Ligen Lösung der Fragen gerechnet werden.

tin diesem Sonntag wird die 2 5. Deutsche l tm e s s e in Königsberg eröffnet, die mit ihrem £.blläum beweist, daß sie sich trotz mancher skep-