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Aus der engeren Heimat
44 Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
** Dienstjubiläum b e i der Reichs- bahn. Am 10. Juli konnte der Reichsbahn-Lade- meister Heinrich Weber bei der Gepäckabfertigung Gießen auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. Ein Betriebsappell vereinigte die Gefolgschaft, um den Jubilar zu ehren, der allezeit ein pflichttreuer Beamter und ein guter Kamerad war. Als äußeres Zeichen ihrer Wertschätzung hatten die Berufskameraden den Arbeitsplatz des Jubilars reich mit Blumen geschmückt und ihm ein schönes Geschenk zur Erinnerung an diesen Tag gestiftet. Der Betriebsführer, Reichsbahn-Oberinspektor K l i f f m ü l- I e r, würdigte die Verdienste des Jubilars, beglückwünschte ihn zu dem Ehrentag und überreichte die Glückwunsch- und Dankschreiben des Führers und Reichskanzlers, des Herrn Reichs-Derkehrsministers und des. Herrn Präsidenten der Reichsbahndirektion.
** Kameradschaftstreffen ehemali- aer 8 7 er. Die Angehörigen des ehemaligen 1. Nassauischen Jnf.-Regts. 87 (von Lindequist), die in Gießen und auf dem Lande zahlreich vertreten sind, hielten am Sonntag bei Kam. Heinrich Grünewald im „Schipkapaß" ein kameradschaftliches Bei-1
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I°S°n will, Sofef: Hast ein bissel Zeit sur mich?
„Ja."
„Möcht dir nämlich etwas beichten, weil die Afra nicht da ist."
munterte Fogg und spielte mit seinem Hörrohr. (Fortsetzung folgt.)
Du, eine Neuigkeit hätt' ich! Kannst sie vertragen, oder bist leicht noch zu schwach?" sondierte der Gsodmair.
„Was für eine Neuigkeit? Red halt!"
„Also: Wenn's dich nicht umwirst? Halt dich lieber an! Eine Tochter habt ihr zwei bekommen, und eine blitzsaubere dazu."
„Narrisches Zeug!" schimpfte die Ameiserin.
„Gar nicht narrisch; nein, gewiß wahr! Also dein Ameiser, alles was recht ist, aber das hätt' ihm keiner von uns zugetraut, dein Ameiser, das ist ein Planer, ein ganz großer. Damals, im Krieg, im Osten, vor Pinsk haben wir eine kennengelernt — sapradih noch mal! — mehr sag' ich nicht. Hätt' ein jeder von uns gern mit ihr gehen mögen! Und ausgerechnet der Deine hat das Glück gehabt! Gel, jetzt schaust!? Was brauch' ich viel zu erzählen, er und sie, sie und er, und jetzt ist halt eine Tochter da, wenn du nichts dagegen hast — die Doktors- Anna! So, jetzt weißt du's!"
„Die Doktors-Anna ist die Tochter von —?"
"Reg dich nicht auf, Afra! Geschehn ist geschehn, und da beißt die Maus keinen Faden ab" tröstete der Gsodmair.
„Du bist ja übergeschnappt, Bürgermeister!" heulte die Ameiserin entsetzt aus.
„Es ist, wie ich sag'. Keiner von uns hat etwas gewußt, aber vorhin hat's der Deine zugegeben. Weißt: Wenn der Mensch so daran ist wie der Deine, verliert er alle Genierlichkeit. Geh, sei ge- [$ßjt ^ra' Was ist denn schon viel dabei. Das ist ja schon so lange her, daß es nimmer wahr ist. Habts sowieso keine Kinder. Und so was Junges, Helles im Hause wär' nicht zuwider, was meinst? ittag nur den Fogg, der ist recht zufrieden mit der 2lnna , legte sich der Gsodmair ins Zeug.
Sei der Afra stellte sich der weggebliebene Atem Eer «5m. und ihre Augen standen kugelrund im Kops. „Jetzt so was! Ich und die ins Haus nehmen? Pi.»™ e£e"Lf rn.,d)t Sürgermeifter! Was gehn mich euere Stückel im Feld an? Eine Schänd' ist's, und AsE^bem Meinen schon die Macht am Rhein'
werd mir so einen Kuckuck ins Nest 9rnnn fo hergelaufenen! Pack' deine ■unna nur zusammen und geh woanders hausieren!" ^. „Oeha!" donnerte der Gsodmair. Er war ein be- hu?A9ernnm^' °ber jetzt ging der Zorn mit ihm urch. „Wer ist ein Kuckuck, und wer ist daherge-
ten und gab seiner Freude Ausdruck, daß trotz der erheblichen Schwierigkeiten für die Züchter infolge des Leutemangels in der Landwirtschaft eine so gute Beschickung des Prämiienmarktes zu verzeichnen sei. Er dankte den Züchtern und der Landesbauernschaft für ihre Unterstützung und erklärte die Bereitwilligkeit der Stadtverwaltung, auch fernerhin für die weitere Ausgestaltung des Alsfelder Prämienmarktes Sorge zu tragen. Der Leiter der Landeshauptabteilung II der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Scharch, überbrachte die Grüße des Landesbauernführers als dessen Vertreter. Er nahm in seiner eindrucksvollen Ansprache Stellung zu den gegenwärtigen Hauptproblemen: Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes, Aufbau der-Wehrmacht und Rohstoffversorgung im Rahmen des Dieriahresplanes. Für die letztere fei die heimische Viehzucht von besonderer Bedeutung, namentlich für die Fettversorgung, für die jährlich immer noch 1,2 Millionen Tonnen Fett eingeführt werden müßten. Zur Steigerung der Fettversorgung sei deshalb die Mi l ch l e i st u n g s k 0 n t r 0 l l e eingeführt worden, die von großer Wichtigkeit fei. Auch die Veranstaltung von Tierschauen wie der Alsfelder Prämienmarkt diene zur Hebung der Tierzucht. Der Redner bezeichnete es als eine dringende Notwendigkeit, die Leistungen auf diesem Gebiete mit allen Mitteln zu steigern.
Anschließend an die Vorführung der prämiierten Tiere sand die Versteigerungder Bullen und Eber statt. Es standen 57 Bullen zum Verkauf. Der Verlauf der Auktion war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Die vorgeführten Tiere wurden bis auf etwa 5 Stück alle verkauft. Die Breife waren recht gut und bewegten sich im Durchschnitt zwischen 900 und 700 Mark. Für besonders gute Tiere wurden noch höhere Preise erzielt. Der höchste erzielte Kaufpreis für einen Bullen betrug 1410 Mark. Auch die Versteigerung der Zuchteber, von denen 45 Stück zum Verkauf standen, war recht flott, und es wurden durchschnittlich zwischen 300 und 150 Mark erzielt. Auch hier verblieb nur ein geringer Ueberstand.
Die Ausstellung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten auf dem Lindenplatz erfreute sich eines regen Interesses der Marktbesucher. In der Turnhalle bot eine Lehrschau der Landesbauernschaft über Tierseuchenbekämpfung recht Interessantes und Lehrreiches. Eine Kaninchenausftellung im Dienste der Kleintierhaltung vervollständigte das abwechslungsreiche Marktbild in recht vorteilhafter Weife. — Der reich beschickte Juxplatz bot mit feiner Raketenbahn eine besondere Sensation.
Nach dem offiziellen Abschluß des Marktes vereinigten sich die Preisrichter und die Gäste zu einem kameradschaftlichen Zusammensein im „Deutschen Haus", bei welchem der Leiter des Tierzuchtamtes Gießen, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, eine Ueberficht über das Ergebnis der diesjährigen Prämiierung auf dem Alsfelder Markt gab, das vvm züchterischen Standpunkt besonders für den Stand der Pferdezucht als recht günstig bezeichnet wurde. Der bis zum Abend in den Straßen der Stadt und in der Festhalte, woselbst Konzert und Tanz stattfanden, andauernde starke Marktverkehr beschloß eine Veranstaltung, die in allen Teilen ein voller Erfolg war, und die für die Tierzucht im Kreise Alsfeld und im angrenzenden Gebiet der Schwalm, das von jeher starke wirtschaftliche Beziehungen zu der benachbarten hessischen Stadt Alsfeld hat, von großer Bedeutung ist, wie auch der zahlreiche Besuch der Bewohner aus der Schwalm erneut bewies.
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 12. Juli. Die hiesige O b e r k l a s s e unternimmt diese Woche mit Lehrer Schneider einen Wochenausflug nach Lauteneschbach ins Landschulheim. Es sind von dort aus Wanderungen nach den schönen Odenwaldplätzen der Umgebung vorgesehen.
§ Großen-Buseck, 12. Juli. Die Ober» klasse unserer Volksschule weilt gegenwärtig aus eine Woche im Schullandheim in Kesselbach. Die Führung hat der Klassenlehrer, Rektor Jnderthal, übernommen. Für viele Kinder bedeutet der Aufenthalt das erste Fernsein von der Mutter. — Die Adolf-Hitler-Sraße, die heute fast als die größte Straße unseres Dorfes angesehen werden kann, wird gegenwärtig mit Teer und Splitt neu eingeebnet und dürste nun die schönste Straße des Dorfes werden. Noch vor 20 Jahren standen in der Slraße nut einige Häuser.
_!_ Heuchelheim, 12. Juli. Der evange- lische Posaunenchor Worms-Pf iffl 1 g -
von einem wöchentlichen Aufenthalt in dem Schullandheim auf der Herchenhainer Höhe (Vater-Bender-Heim) zurück. Bereits vor Jahresfrist wurde der Plan zu diesem Aufenthalt von Rektor Bender gefaßt und in einem Elternabend erläutert. Durch die Reisekasse der Schule standen jedem Schüler 5 Mark zur Verfügung, die für Auf- enthalt und Verpflegung verwandt wurden. Während des Aufenthaltes im Schullandheim wurden die Berge des Vogelsberges bestiegen, Schotten, in seiner Näh-e das „Hohe Moor", wo der unter Naturschutz stehende Sonnentau gefunden wurde, Lauter- bach und die Nieder-Moofer Teiche besucht. Das Tagesprogramm war außerdem mit Frühsport und heiteren Spielen ausgefüllt, woran die Jugend die meiste Freude fand. Zum Abschluß wurde das Strandbad Hillersbach besucht, womit die schönen und unvergeßlichen Tage zu Ende gingen. Eltern und Geschwister hatten sich bei der Heimkehr am Bahnhof zum Empfang eingefunden.
csd Langsdorf, 12. Juli. Am vergangenen Freitag fand, hier durch Fräulein Graten von der Bäuerlichen Werkschule eine Garte'n besich- tigung statt, an der viel Frauen teilnahmen; die Ausführungen und Ratschläge der Referentin wurden mit Dank entgegengenommen. — Die Gemeinde läßt zur Zeit die auf dem alten Kirchhof stehenden Faselst alle wesentlich erweitern, da sie die Absicht hat, die Unterhaltung des gesamten Faselviehes in eigene Regie zu nehmen. Damit ein geschlossener Hof entsteht, wird das zur Bebauung in Angriff genommene Gebäude gegen den Kirchhof mit einer Bruchsteinmauer eingehegt. — Wie man hört, plant die Gemeinde auch die Errichtung eines Schwimmbades am Gemeindesee, die von jedermann freudig begrüßt würde. — Auch für die Landleute ist der Sommer die Zeit der Ausflüge geworden, die
Draußen kratzte er sich ärgerlich das Kinn. Herrschaftsseiten, das mit der „Schwiegertochter" ist ihm so herausgerutscht, und er hätte es nicht sagen sollen. Es hat bloß ein Trumpf sein sollen, nichts weiter. So geht's, wenn der Mensch sich hinreißen laßt. Teifl! Teifl! Da hat er sich was Schönes eingebrockt! Die Afra wird das jetzt natürlich überall herumtratschen. Gesagt ist gesagt. Er hat die Anna ein bißchen zu stürmisch verteidigt. Allerdings kann man gegen sie nichts einwenden; fleißig ist sie, willig auch kräftig. Und noch eins. Die Anna kennt man durch und durch, während die Veichtingerin em Buch mit sieben Siegeln ist. Grad die 9000 njcarfl sollten nicht fein, dann wüßte man, wo man hinzulangen batte. Es ist schon ein Kreuz! Und der Martl, der Strick der zähe, gibt nicht nach mit seinem Dickkopf. „In Gott's Namen denn, wenn's gar nicht anders geht!" brummte der Gsodmair mißvergnügt vor sich hin.
Vornan von Walther Kloepffer
Copyright 1936 by August Scherl G. m. b H., Berlin.
heim in einer Starke von 25 Mann und in Be. gleitung von sieben Frauen stattete am Samstag und Sonntag der Evangelischen Gemeinde Heuchel heim und ihrem Pfarrer, mit dem ihn lanajährige Beziehungen verbinden, einen Freundschafts. besuch ab. In einem Auto kam die Reisegesell» schäft über die Autobahn am Samstagnachmittag um 4 Uhr in Heuchelheim an. Mit klingendem Spiel zog der Chor in die Gießener Stratze ein, von vielen Kindern jubelnd umkreist, aus allen Fenstern freundschaftlich begrüßt. Am Abend des Samstag fand im Gasthaus „Zum Schwan" eine geschlossene Feier mit dem evangelischen Kirchenchor und der evangelischen Frauenhilfe statt, durch Musikstücke des Chores und Volkslieder der Gemeinde verschönt. Am Sonntag früh wurde die Bevölkerung an verschiedenen Plätzen durch Choralblasen geweckt. Um 10 Uhr wohnte der Chor dem Gottesdienst bei, den er durch zwei Chöre und die Begleitung der Choräle verschönte. Nach dem Mittagessen knackste der Chor eine Fahrt nach dem Gleiberg, um nach der Rückkehr um 16 Uhr in der Turnhalle ein großes öffentliches Konzert zu geben. Um 20.45 Uhr reifte der Chor aiff gleichem Wegs über die Autobahn an den Rhein zurück. Leider wurde der Besuch durch den bereits berichteten tödlichen Unglücksfall auf das schmerzlichste gestört. Unter überaus großer Beteiligung wurde das bedauernswerte Kind am heutigen Montagnachmittag zu Grabe getragen.
QD Allend 0 rf a. d. Lda., 12. Juli. Am Samstagabend hielt die hiesige Landwirtschaftliche B e u gs - und Absatzaenossenschaft ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab, die einen guten Besuch zu verzeichnen hatte. Direktor Wilhelm Rein III. eröffnete und leitete die Versammlung. Der Geschäftsbericht für 1936, von Direktor Rein erstattet, ergab ein günstiges Bild und ließ eine stete Aufwärtsentwicklung erkennen. Am An- fana des Geschäftsjahres waren 147 Mitglieder vorhanden. Während des Jahres gingen au 2, ab 5 Mitglieder, darunter 1 durch Tod, so daß Ende 1936 ein Mitgliederbestand von 144 verblieb. Der Umsatz betrug 126 680 Mark gegen 117 937,98 Mark im Vorjahre, ©egeif die vorn Rechner Ludwig Becker vorgetragene Jahres-Rechnung und Bilanz wurden keine Einwendungen erhoben, dem Vorstände und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Der Reingewinn in Höhe von 166,89 Mark soll nach den Vorschlägen des Vorstandes und Aufsichtsrates Verwendung finden. Hiernach werden 4 0. H. Dividende an die Mitglieder verteilt und der Rest je zur Hälfte der Reserve und Betriebsrücklage überwiesen. Nachdem noch einige Vereinsanaelegenheiten erledigt worden waren, wurde die Versammlung durch den Vorsitzenden in der üblichen Weise geschlossen.
D Watzenborn-Steinberg, 12.Juli. Am Samstagabend kehrten die erste und zweite Klasse der hiesigen Volksschule mit insgesamt 85 Schülern
D-e Fenzlischen, auf dem Rückzug begriffen, hatten nämlich die Afra mitsamt ihrem blau-weiß gewürfelten Bett in der Stube erspäht, eine Fenster- scherbe geöffnet, ein Glas mit Zwetschgen urnge- schrnissen und ihren letzten Feuerwerksfrosch ange- zundet. Denn es fehlte ihnen noch die Krönung ihres Werkes, ein zünftiger Abschluß. Das mit dem Ameiser war ihnen zu sonderbar und zu ernst gewesen. Der Frosch sollte ursprünglich für die Reli- gionsftunbe aufgehoben werden, aber bei der Afra war er auch nicht schlecht angewendet. Er richtete allerhand Unfug an und hüpfte sich schließlich zwischen den ausgeronnenen Zwetschgen zu lobe.
Die Afra wird das natürlich dem Herrn Pfarrer sagen, und der wird den Fenzlischen die Leviten lesen. Ja, und was war bann? Dann kam eigen!» "ch das Schlimmste. Es würbe ruhig im Haus Bleiern ruhig und unheimlich sttll. Und diese Stille halt seit Stunden an, und man weiß nicht was man daraus machen soll...
Endlich hörte sie Schritte. Nach einer Weile ging öie Tur auf, aber nicht der Doktor kam ober feine Hausnerin, fonbern der Gsodmair, den Fogg mit der heiklen Aufgabe betraut hatte, die Afra listia und schonend in Kenntnis zu setzen. Denn einmal muhte sie das mit der Anna erfahren.
Ameiserin. Auch ein bissel krank?
•f\9't, O'ch hatten wir schier vergessen. Wir haben mit öcnr Peinigen nämlich eine kleine Kur gemacht Und sie hat ihm nicht schlecht angeschlagen; ich saq's ia, der Fogg-Jvsef ist einer! Der erweckt heilig die ~oten zum Leben. Dein Ameiser wird wieder, hast gehört; zum Reden haben wir ihn schon gebracht. Und wie geht s dir, wenn man fragen darf? Hast Schmerzen?" formte der Gsodmair rind tnift ver- oachtig das eine Auge zu.
"Frag nicht so saudumm. Schmerzen sind gar kein Ausdruck", wimmerte öie Afra. y
„Aufopfern, Afra, alles aufopfern", mahnte der ®>oömair scheinheilig. „Ja, so eine Beulen ist nichts Genaues. Da sammelt sich das Gift an. Wirst hübsch em5 haben, kann ich mir denken. Tröst dich, unser Herrgott wird 5 schon recht machen. Mußt dir so^ang"^"^"' Safür dauert das Fegfeuer nicht + r .?Ira entfuhr das geflügelte Wort des Ritters mit der eisernen Hand.
„Ist dir's jetzt leichter? Das ist die Hauptsache!
Das Sommerfest
der Heimatvereinigung Staufenberg.
y. Staufenberg, 12. Juli. Gestern fand bei außerordentlich gutem Besuche, aber leider etwas zu kühler Witterung das diesjährige H e i m a t f e ft der Staufenberger Heirnatv ereini- g u n g statt. Es begann um 16 Uhr mit einem flotten Musikstück der Militärkapelle der in Hannövrisch- Minden liegenden, zur Zeit in Staufenberg feit adjt Tagen einquartierten Pioniere. Der Gesangverein Staufenberg fang sodann zwei schöne Heimatlieder, worauf der Leiter der Heimatvereinigung, Dekan i. R. Gußmann (Gießen), eine Ansprache an die zahlreich Versammelten hielt. Er begrüßte alle, wies auf bas bereits Erreichte in ber Verschönerung der Burganlagen hin unb versprach, in diesem Sinne weiter zu arbeiten im Interesse ber Volksgemeinschaft. Er übergab bem Männergesangverein Staufenberg, dem die Vereinigung viel zu danken habe, im Auftrage des Vorstandes die Noten eines neuen Heimatliedes, das der Verein gewiß in Zukunft gerne bei ähnlichen Anlässen fingen werbe. Er gab schließlich seiner befonberen Freude darüber Ausdruck, daß so viele „Feldgraue^ sich eingefunden hätten, um den Tag mitzufeiern. Wehrmacht und Hei- matoereinigung! Hand in Hand! Erstere schützt die aroße Heimat mit starker Hand, letztere versucht die seelischen Kräfte zu.stärken. Dem Führer, der das alles geschaffen, so daß wir jetzt wieder geachtet im Kreise der Völker stehen, galt zum Schlüsse das dreifache Siegheil. — Die Lehrerin, Frl. Elli Kern, hatte die Freundlichkeit, mit 12jährigen Schulmädchen eine Reihe von Reigen unb Volkstänzen aufzuführen. — Heinrich Maos begleitete gut biefe Volkstänze auf der Ziehharmonika. Nach dem Abendessen vergnügte sich die zahlreiche Jugend mit Tanz im geräumigen Saale unb im Freien. — Die innere Beleuchtung der Burg, wie das Feuerwerk, mußte leider wegen des ungünstigen Wetters aus» fallen und auf einen geeigneteren Zeitpunkt aufge- schoben werden.
NSKK. fährt in den Vogelsberg.
* Lich, 12. Juli. Am vergangenen Samstag fuhr der Motor sturm 5/M. 147 mit 5 Personenwagen unb 11 Krafträbern in den Vogelsberg. Damit war bewiesen, baß man einen an sich gleichförmigen Dienst auch abwechslungsreich gestalten kann. Daneben trägt aber eine solche Fahrt auch zur Vertiefung der Kameradschaft bei. Unb wenn sich bann auch Fäben echter und wahrer Volksgemeinschaft von Stadt und Dorf spinnen, wie es diesmal der Fall war, dann ist das Ergebnis so einer Fahrt geradezu ideal zu nennen.
Am Samstagnachmittag war der Sturm in Lich Zu seiner Fahrt angetreten. Das Ziel wurde vorläufig noch geheim gehalten. Nachdem in Hungen Trupp III dazu gestoßen war, fuhr der Sturm weit auseinandergezogen in Richtung Laubach. Kurz vor Schotten wurde eine Geländebesprechung abgehalten, wobei von bem Gebauten ausgegangen wurde, baß es gerade für den NSKK.-Mann oft von größter Wichtigkeit fei, wenn er sich in fremdem Gelände schnell und sicher zurechtfindet. In Schotten, das schon ganz unter dem Zeichen seines großen Sängerfestes stand, wurde im „Hessischen
Während sich so viel Absonderliches in der rück- wärttgen Kammer zutruy, lag die Ameiserin mutter- seelenallein und hilflos in der Wohnstube, die auf die Straße hinausging.
Der Furunkel, von bem Fogg der Anna erzählte, macht ihr seit gestern früh erbärmlich zu schaffen Er ist faustgroß, hat sich die dümmste Stelle ausgesucht und will und will nicht aufbrechen trotz Meerzwiebel und Schusterpech und Leinsamen. Wenn die Afra nur einen Rucker tut, hört sie die Englein im Himmel musizieren. Aber auch sonst ist ein Brausen in ihrem Kopf, daß es schier nicht zum Aushalten ist. Mit diesem Furunkel büßt sie vieles ab. Aber das ärgste ist, daß sich rein gar niemand um sie kümmert, daß sie keinen zum An- schreien hat und daß sich Dinge in ihrem Haus begeben, denen sie nicht auf den Grund gehen kann. Sie hat bereits ihren ganzen Tränenvorrat verbraucht, die vierzehn heiligen Nothelfer angerufen, • eine gute Meinung gemacht, einen irdenen Nachttischleuchter auf den Boden gefeuert, der sie hinterher reute — geholfen hat es nichts. Nun liegt sie abgekämpft in ihrem einsamen Bett, über dem der Nährvater Joses und der heilige Florian hinter Glas und Rahmen hängen, fiebert ein bißchen, giftet sich immer noch und bringt Ordnung in die Geschehnisse der verflossenen Stunden.
Ganz zuerst, bei nachtschlafender Zeit sozusagen war dieses Getrappel im Haus, dieses Gewisper und Möbelrücken, und sie, die Afra, ist vor Aerger und Neugier fast umgekommen. Dann fing dieser Lärm an, dieser gotteslästerliche, verruchte und pfeilgerade vor ihren Fenstern, und sie dachte erft an ein Haberfeldtreiben. Alsdann und quasi zum Nachtisch war diese Ungezogenheit von den Fenzl- buben ... Wirft nicht einer von denen, von diesen Lümmeln, diesen hundshäuternen, einen Knallfrosch rn die Stube!
Haus" eine kurze Rast gemacht. Bei dieser Gelegenheit begrüßte der Führer des Schottener Motorsturms 25/M. 46 unsere NSKK.-Männer. Das Schifferklavier schuf gleich eine kameradschaftliche Stimmung. Abends war das Ziel, Steinberg bei Gedern, erreicht. In dem großen Schulhof wurde geparkt. Nachdem von den Quartiermachern, die vorangefahren, die Quartierzettel ausgegeben waren, konnten die Männer in ihre Quartiere abrücken. Später versammelte sich der Sturm mit seinen Gastgebern im Saal der Wirtschaft Kaiser zu einem Dorfgemeinschaftsabend. Nach Begrü- ßungsworten des Zellenleiters, Pg. Bernhardt, wies Sturmführer Rinker darauf hin, daß er mit feinem Sturm hierher gekommen sei, um eine Brücke zu schlagen von Ort zu Ort im Sinne echter Volksgemeinschaft. Er schloß seine beifällig aufgenommene Ansprache mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Nun entwickelte sich das Bild eines echten Manöoerballes, nur daß diesmal das Braun der SA. und des NSKK. das Feld beherrschten. Bis in den frühen Morgen mußte die Musik 3um Tanze aufspielen. — Am Sonntagfrüh ging es zunächst zur Hillersbach-Talfperre, wo das Zeltlager der NSKK.-Führer-Schule besickstigt wurde. Leider machte jedoch ein endlos rieselnder Landregen alle weiteren Pläne zunichte, so daß die Fahrt abgebrochen werden mußte. Mittags traf der Sturm wieder in Lich ein.
Alsfelder Prämienmarkt.
0 Alsfeld, 12. Juli. Vorn schönsten Wetter begünstigt, fand am heutigen Montag der diesjährige Prämiierungsmarkt statt. Mit dem Markte war diesmal eine Zuchtviehverstei- gerung für Bullen und Zuchteber verbunden, die von dem Tierzuchtamt Gießen der Landesbauernschaft Hessen-Nassau veranstaltet wurde. Bereits am frühen Morgen setzte ein reges Markttreiben ein. Der Markt erfreute sich eines sehr storchen Zuspruchs aus Stabt und Land; Tausende von Marktbesuchern bevölkerten den Lindenplatz, wo der Markt stattfand, und die Straßen der Stadt, in denen sich für den Krämermarkt eine außerordentlich große Zahl von Verkaufsständen eingerichtet hatte. Zur Prämiierung wurden an Pferden und Fohlen insgesamt 111 Tiere aufgebracht (im Vorjahre 102). An hessischem Fleck- und R 0 10 i e h 165 Stück, darunter 70 Zuchtbullen, von denen 57 Stück zur Zuchtoiehversteigerung angemeldet waren. An Ziegen waren zur Prämiierung 50 Stück (im Vorjahre 44) aufgetrieben. Der Auftrieb zum Schweinemarkt betrug 498 Stück, darunter 45 zur Versteigerung kommende Zuchteber. Infolge des Ausschlusses von Händler- schweinen von Händlern außerhalb des Kreises Alsfeld hatte sich der Auftrieb an Schweinen gegen das Vorjahr etwas vermindert. Erfreulicherweise entwickelte sich zum erstenmal wieder seit mehreren Jahren ein lebhafter Handel mit Fohlen, von denen 45 Stück aufgetrieben waren. Es wurden durchweg recht gute Preise erzielt. An Prämien für alle Tiergattungen gelangten insgesamt etwa 2400 Mark zur Ausgabe. Nach Beendigung der Prämiierungsarbeit fand die Vorführung aller prämiierten Tiere statt.
Zu deren Beginn begrüßte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g die Marktteilnehmer in herzlichen Wor-
fammenfein ab, das in erster Linie den Vorbereitungen zum nächsten Regimentstag aalt. Bekanntlich ist der Führer und Oberste Befehlshaber Ehrenmitglied der Vereinigung ehemaliger 87er und ihrer Kriegsformationen. Das Regiment, das nur mit einer kurzen Unterbrechung an der Westfront stand und an allen großen Schlachten beteiligt war, hat für feine sehr zahlreichen Gefallenen ein Ehrenmal in der alten Garnison Mainz errichtet. Nachdem der Führer dem neuen Regiment die Tradition der alten 87er übertragen hat, wird der nächste Regimentstag in Mainz die erste Wiedersehensfeier im Zeichen der wiedererstandenen Tradition sein unb die Verbunbenheit ber felbgrauen 87er unb ihrer Kriegsformationen mit ben jungen Solbaten des Dritten Reiches betonen. — Die Gießener Karne- rabschaft will baher bie Verbinbung mit ben Wetzlarer unb ben Marburger Äameraben aufnehmen unb durch die Pflege ber Kamerabschaft alle diejenigen Kameraden erfassen, die noch abseits stehen. Für ben 21. August ist eine größere Veranstaltung in Gießen vorgesehen, zu der auch die auswärtigen Kameraden in großer Anzahl erscheinen werden.
Iaqe später, als Ameiser sich schon ?us dem Weg der Besserung befand und zeitweilig ©h ? u!!11! s^ Fogg machte gerade seinen Krankenbesuch. ö '
laufen? Die Anna ist von der Donka, und über die lassen wir nichts kommen, daß du dich aus- kennst! Und die Anna ist ein gutes Ding und nicht so ein Sauerampfer wie du, daß du es weißt! Und wenn die Anna mir als Schwiegertochter gut genug ist, bann fällt auch der Frau Postböttn kein Zacken aus der Krone! Jetzt, da schau her! Ist erst noch eine große Frag', ob die Anna hermag in so einen grantigen Haushalt und zu so einem Besen, so einem kreuzschlechten!" Und der Gsodmair, nun einmal in Schwung gebracht, leerte sich gründlich aus und sagte der Afra noch viele und kränkende Dinge ins Gesicht, die ihn schon lange drückten. Dann schnaufte er erleichtert auf, riß die Tür auf und knurrte im Abgehen: „Also ich, wenn ich dein Mann wär', mein lieber Scholli, ich wüßt', was ich zu tun hätt'! Pfüat Gott!"


